icht oifsgereicht hätten, wie behcuwket wird, it nicht richrsc. das tft höchstens in ganz vereinzelten Fällen zu. Zutresfen mag der Emwand, daß früher ein Fünftel des Einkommens für Miete auf⸗ gewendet werden mußte. Aber als bestanden andere Zerhältnisse. Wir waren alle reicher, gaben mehr für Hygiene usw. aus. Die unerträglichen Forderungen werden dazu führen, daß engere Woh⸗ mungen bezogen werden, wodurch die gesundheitlichen Verhältnise natürlich verschlechtert werden.— Gegen die Wohnungsbauabgabe sollen wir nicht murren; die Hausbesitzer sind zwar dagegen, weil sie zahlen mlissen und weil der Wohmmgsmangel dadurch einiger⸗ maßen eingeschränkt werden kann.— Andererseits muß der Haus⸗ besitz doch ein Vergnügen sein, sonst würde doch nicht soviel und zu so ungeheuren Preisen gekauft. Ist das kein Wucher? Der vielfach angezogene Vergleich mit landwfrkschaftlichen Grundstücken ist nicht am Platze; das ist eben auch Wucher. Die Hundertsätze steigen ins Unermeßliche, ohne daß etwas Nennenswertes repariert wird. Das sollen sich die Mleter nicht gefallen lassen. Zur Fortsetzung der Frie⸗ densmiete können„veränderte Umstände“ berücksichtigt werden. Diese Bestimmung schlägt auch vielfach zun Nachteil der Mieter aus. Das Gießener seteinsgungsamt kommt aus den„anderen Umständen“ gar nicht heraus!(Hefterkeit.) Unter Bezug auf die Geldentwertung werden ständig die einzelnen Zuschläge erhöht obwohl jetzt seit
Licher. neren Je de man der geen i. waleston ge Forde rungen rden erhoben. Die Zuschläge für die Hypothekenzinsen
wurden auf 60 Prozent erhöht. Dabei sind die meisten Hypotheken
dern abgetragen, die Zinsen vielfach auch gar nicht erhöht worden Diese ber e. Hypotheken sind in Gold gegeben, in Papier aber zurückgezahlt wor⸗ rischasten den; die Gläubiger waren vielfach Rentner, oft auch Witwen und Walsen. Die Rückzahlung in Paper kann man getrost als legalen
Abahnh, Dieb stahl bezeichnen. Mit den Betriebskosten, die von sen. Ie. 210 Prozent auff 160 Prozent der Grundmiete herabgesetzt wurden, Republll ist auch eine tolle Sache. Mam fragt sich vergeblich, wie die Betriebs⸗ 8 kosten entstehen sollen. Außerdem sollen den Mietern noch Grund⸗ fünchen: steuern, Brandversicherung, Kanalgebühren usw. extra aufgebürdet In werden. Wer zahlt anderen Leuten die Steuern?— Die laufenden Ritgvehr Instandsetzungskosten sind mit 2700 Prozent festgesetzt. Ge⸗ en deu wiß soll der Mieter dazu beitragen, daß das Haus in Ordumg Freihel gehalten wird, der Fausbesitzer wer auch, denn es handelt sich ja publikal, um sein Eigentum. Will er sein Teil nicht dazu geben, dann soll er Saus sein Haus verkaufen, Natürlich wird die Wohnung des Hausbesitzers abtelln immer am besten im Stande gehalten, zahlen will er aber nichts n ae Die großen Instandsetzungsarbeiten sind mit 1800 Proz. sable. festgesetzt. Hier läßt sich nichts dagegen einwenden, doch muß dafür Josesttu, gesorgt werden, daß diese Gelder auch für die Zwecke verwendet — werden, für die sie bestimmt sind, nicht in die Tasche des Hausbe⸗ ichen En, sitzers fließen. Notwendig ist, auf die Verbilligung der Baustoffe hin⸗ 5 ten, gzuarbeiten.— Es geht nicht, daß der Hausbesitzer nichts repariert, kiten steckt das Geld eim und möchte auch die großen Zuschüsse einstecken. ankten Manckser der Herren hat es leicht, seinen Mietern bei Beschwerden die dutt ldie schuodderige Bemerkung hinzurerfen„ziehen Sie doch aus“. 18 Jedes Kind weiß, daß der Mieter heute nickt frei ist.— Wenn Senn. heute 24 755 Prozent der Grundmiete, das ist das Wosache der komme, Friedensmiete verlangt merden, so darf mon das als Wucher be⸗ alrenzlen zeichnen. Die meisten Volksgenoffen haben ihren Goldbesitz eingebüßt, pen. d. auch der gering Bemittelte, der ein paar Himdert Mark sich gespart elm hatte, auch diejenigen, die int ihren Lefbern die Häuser ganz er⸗
[halten, die ihren Ernährer und ihr Geld verloren haben, die sollen en arbeiten für den Hausbesitzer!— Die Ausführungen des Redners adler den wurden mit starkem Beiscll aufgenommen.— In der Diskussion eitsmam⸗ ergriff Stadtv. Mann das Wort, der seine Meinung dahin aus⸗
ijsprach, daß, wenn man die Wohnungen erhalten und neue schaffen
ten eiter 5 wollte, man die Häuser in den Besitz der Allgemeinheit überführen elt.“ müsse. Wir alle haben Interesse an der Erhaltung der Wohnungen.
en Vate. Jetzt wurde festgestellt, daß 2% Millionen Wohnungen in Deutsch⸗ o wo. land fehlen, diese herzustellen würde 8000 Milliarden kosten! Redner uiweist auf den tollen Baustoffwuch
8 0 de 1 icher hin, der jetzt betrieben wird. zu in(Ein Backstein kostet 172—175 Mark, früher bis an die Baustelle nekkisen 222 Pfennig! Für Zement besteht ein Synydskat, kein Sack Zement
fsst anders als durch dieses zu erhalten. Ungeheure Preise werden Dafiir in Deutschland gefordert, in Holland dagegen wird der deutsche Zement billiger angeboten. Holz kostet den 10 000 fachen Betrag der 1 Vorkriegszeit. Mit Recht beschloß der Reichstag, daß die gemeinwirt⸗ Ischaftlichen Betriebe in der Baustossproduktion zu unterstützen seien. e Sell,(Es muß gefordert werden, daß Staat und Gemeinden das Holz
0 sselber behalten, es nicht erst durch viele Hände gehen lassen. Der
Wohnungsbau darf nicht erdrosselt werden; schon jetzt sind 150 000 Wauarbeiter arbeitslos. Darum müssen wir dahin wirken, daß Woh⸗
ten nil, ungen geschaffen werden, die Gesamtheit muß bereit sein, dafür ind, Dpfer zu bringen. Die Wohmumgsbauabgobe bedeute einen Fort⸗ lag gegn schritt; tritt die freie Wirlschaft auf dem Wohnungsmarkte ein, so ollen E werden viele aus ihren Wohnimgen vertrieben werden.— Bock er dei, hält die Wohnungsabgabe für zu hoch— Mann antwortet ihm in cheuft e längeren Ausführungen.— Zum Schluß werden folgende Reso⸗ 1 lẽutionen beschlossen:
nurschem 1. Die am 18. März 1923 in Gießen tagende stark besuchte
ö Versammlung der Mieterschaft der Stadt Gießen erhebt einmütig
— Protest gegen die sprunghafte Steigerung der Mietzuschläge. Sie 1 gaht dabei von der Erwägung aus, daß bei der Festsetzung dieser 5 Zuschläge nicht nur die Interessen der Hausbesitzer, sondern auch
en ist. Es ist
die Existenzmöglichkeit der Mieter zu berücksich
weiter dabei zu erwägen daß der seines Gold s jetzt voll⸗
et. 1 ständig entkleidete Nichtgrundbesitzer nicht die Auftzabe hat, aus 1 Veit seiner Arbeit den Wertbesitzstaund des Haus⸗ und Grunböesitzers ö fart, zu exhalten. 0 er 125 2. Die am 18. März 1923 in Gießen tagende öffentliche bezei 12 Misterversammlung richtet an das hessische Ministersum für Arbeit 1 1 un Vertschaft die dringende Bitte, dahin zu wirken, daß das le,„. Wohmumgsbauabgabeqesetz dahin abgeändert wird, daß die Höhe at 1 ö der Abgabe nicht nach der Größe der bewohnbaren Fläche, sondern eisen in erster Linie nach der Steuerkraft des Inhabers bemessen wird. 1 Das seitherige Verfahren hat zur Folge, daß die weniger be⸗
mittelten Volkskreise darnach trachten, enge, kleine und deshalb billige Wohnungen zu beziehen, was im Interesse der Volksge⸗ sundheit nicht gefördert werden darf. — Auszahlung der Aprilgehälter an die Beamten. Bekannt⸗ lich hat die Reichsregierung angeordnet, daß den Beamten und Ar⸗
1 beitern in den Reichsbetrieben die Gehälter und Löhne für April nber bereits am 19. März ausgezahlt werden sollten. Die Landesregier⸗ en zungen schlossen sich dem an, und demgemäß teilte die Darmstädter
Zeitung am 16. März mit, daß die Kassestellen in Hessen ent⸗ sprechend angewiesen seien. Aber von der Anweisung bis zur Ausführung scheint ein weiter Weg zu liegen, denn wie wir won Beamten hören, haben die hiesigen Kassen, darunter auch die »Stadtkasse, weder am 19., noch am 20. März Gehälter ausge⸗ zahlt; allem Anschein nach will man die Beamten ruhig bis zum mächsten regelmäßigen Termin warten lassen. Die Regierung sollte aber nicht nur anordnen, sondern auch darauf sehen, daß ihre Anordnungen auch pünktlich befolgt werdenl Letzten Endes wird doch ihr selbst immer die Schuld in die Schuhe dheschoben. 1— Für Betriebsratsmitglieder sind die Kur se beachtenswert, zu denen im Inserat des heutigen Blattes eingeladen wird. Sie werden am Samstag Abend und Sonntag vormittag im Gewerk⸗ schastshaus Gießen, am Sonntag nachmittag in Nid da im Lokale Aingshausen abgehalten. Vortragender ist Dr. Lorch⸗Franl⸗ furt. Zahlreiche Teilnahme an den Kursen ist sehr erwünscht. Wir machen auf das Inserat aufmerksam. Dollarschatzanweisungen des Deutschen Reiches, bank garantiert.
„ Anter Hinweis auf die in unserem Blatte veröffentlichten Be⸗ kanntmachungen bringen wir unseren Lesern nochmals die wich⸗ ligsten Einzelheiten, die der Interessent wissen muß. Höhe der Anleihe 50 Millionen Dollar, Zeichnung bis zum 24. d. M. bei den bekannten Banken und Girozentralen. Zeich⸗ nungspreis 100 Prozent.
von der Reichs⸗
Einzahlung in amerkkankschen Dollar ünd anderen Devffen, Noten zu bestimmten Umrechnungskursen, und zwar mindestens 40 Prozent Einzahlung bet der Zeichnung, der Rest bis zum 14. April 1923.
Vergütung für Einzahlungen vor dem 14. April 1 Promille in Mark für jede volle Woche der Vorauszahlung in Noten oder telegraphischen Auszahlungen.
Stückelung: 5, 10, 20, 50 und 100 Dollar.
Rückzahlung nach 3 Jahren zu 120 Prozent in Dollar oder Gold, mithin eine Ver zinsung von über 6 Prozent. Beleihbarkeit. Die Dollarschatzanweisungen werden bei den Dar⸗
lehnskassen beliehen zu 60 Prozent des Börsenkurses, wenn der Darlehusnehmer die Verpflichtung übernimmt, seine Mückzahlung 4 Wochen vor dem in Aussicht genommenen Zahlungstage anzu⸗ kündigen, ohne solche Bindung zu 40 Prozent, wobei der Kurs⸗ wert des Dollars höchstens mit 20 000 angenommen wird. Steuerliche und sonstige Erleichterungen. Die Rückzahlung erfolgt ohne jeden Abzug. Die Hingabe der ausländischen Zah⸗ lungsmittel zum unmittelbaren Erwerbe der Dollarschatz⸗ anweisungen auf Grund einer Zeichmumg ist von der Devisen⸗ umsatzsteuer befreit. Die selbstgezeichneten Dollarschatz⸗ anweisungen können für die Veranlagung zur Einkommen⸗ und Körperschaftssteuer mit demselben Werte einge⸗ setzt werden, mit dem die als Gegenwert hingegebenen Devisen einzusetzen fein würden. Aktiengesellschaften und Kommandit⸗ gesellschaften auf Aktien, die ihre gesetzlichen Reserven oder einen Teil davon in Dollarschatzanwefsungen anlegen und(aus diesem Besitz Verluste infolge Rückganges des Dollarkurses er⸗ leiden, dürfen diesen Verlust vom gesetzlichen Re⸗ sernefonds abschreiben. Dollarschatzanweisungen werden als Sicherheit für Zollkredite angenommen.
— Neuer Kartesselpress. Die Preisprüsungsstelle Oberhessen teilt uns bezüglich des Kartoffelpreises folgendes mit? Laut Mit⸗ teilung der amtlichen Kartoffelnotierungskommission für das Wirt⸗ schaftsgebiet Hessen⸗Nassau und Hessen in Frankfurt a. M. vom 19. März 1923 beträgt der Erzeugerpreis für alle Sorten Speisekar⸗ taffeln ab Vollbahnstation des Erzeugers 3000 Mk. pro Zentner. (Dazu ist zu bemerken, daß beretts in voriger Woche in der Frank⸗ furter Ztg. der Kartosselpreis an der Börse mit 23002500 Mk. angegeben war.)
— Lesehalle⸗Verein. Die Anstalten des Lesehalle⸗Vereins sind im verwichenen Fahre unserer Stadt erhalten geblieben. Aus der Vücherhalle sind 20 221 Vände ausgeliehen worden, 1816 mehr als im Jahre 1921, trotzdem nur wenig neue Bücher angeschafft werden lounten und es nicht gelungen ist, den Bestand der Bücher⸗ sammlung so zu ergänzen, wie es dem Wert ihrer, Wirksamkeit ent⸗ sprechen würde. Männer und Frauen aller Stände drängen sich um den Ausleihtisch. Wir dürfen diese Bildungsstätte nicht ver⸗ kümmern lassen. Die Befriedigung edler geistiger Vedürfntsse stärkt den Willen zur Selbsterhaltung, sie bietet auch Schutz und Trost gegenüber leiblicher Not und seelischer Bedrängnis. Die Stadtver⸗ waltung hat sich unseren Bitten nicht versagt, stie wird weiter helsen, aber wir rechnen zugleich auf den Beistand aller Einsichtigen in der Stadtgemeinde: wir bitten, uns Bücher aus Privatbesitz zu über⸗ weisen, wir werben um neue Mitglieder für den Verein und um Erhöhung der jährlichen Beiträge.— Unsere Mittel werden zum größten Teil jetzt aufgebraucht durch die hohen, stetig sich erhöhen⸗ den Bezugspreise für die großen Zeitungen. Daß wir hier nicht abbauen dürfen, beweist uns zu jeder Tageszeit, zumal aber in den Abendstunden, der Besuch der Lesehalle am Kirchenplatz. Nur an dieser Stelle kann man unentgeltlich die Stimme der öffentlichen Meinung aus den verschiedenen Parteflagern vernehmen und über Handel und Wandel an den Mittelpunkten der Verkehr unmittelbar sich unterrichten. Es wäre ein herber Verlust, wenn die Lesehalle aus dem Bilde unserer Stadt verschwände.— Der Verein besteht seit 1898. Im Laufe des Sommers soll— im Anschluß an eine Mit⸗ gliederversammlung— der Eintritt in das zweite Vierteljahrhum⸗ dert durch eine schlichte Feier begangen werden.— Den Vorsitz hat Prosessor Eger übernommen. Geheimrat König bleibt Mitglied des Vorstandes. Sein menschenfreundlicher Eifer und seine geschäftliche Umsicht werden uns auch fürderhin zugute kommen.
— Stadtlheater Gießen. Aus dem Bureau wird mitgeteilt: Die Aufführung von Chr. D. Grabhes kraftgenialischer Tragödie „Don Juan und Faust“ am Palmsonntag darf auf beson⸗ deres Interesse rechnen. da sie in einer neuen Einrichtung von Direktor Steingactter gegeben wird, die das Werk den Erforder⸗ nissen der Bühne nach Möglichkekt angenähert hat. Den Don Juan gibt Herr Lambertin, der noch vom Sommer her in bestem Andenken stoht und der fir den Rest der Spielzeit dem Verbande unserer Bühne angeßören wird. Faust ist Herr Juhnke, der Ritter Herr Teleky die Donna Anna F nm Keller. In weiteren größeren Aufgaben sind beschäftigt die Herren Schubert, Goll, Heding, Jacob Mehnert und Frl. Iven. Die Spieklestuna führt Direktor Stesingoetter. Die Szenenbilder und die Beleuchtungseffekte geben den Herren Karl Löffler und Ludwig Keim Gelegenheit zu verantwortungs⸗ reicher aber auch dankbarer Bekätigung.
— Vorirag. Heute abend im Gewerkschaftshause:„Bilder aus Alt⸗Gießen“ von Rechtsanwalt Homberger.
— Londorf. Bei der am 15. März abgehaltenen Gemeinde⸗ ratssitzung stand die Holzverteilung auf der Tagesordnung. In der Beratung kam man zu dem Entschluß, die Oeffentlichkeit bei diesem Punkt auszuschließen. Der Bürgermeister gab hierauf den erschienenen Zuhörern den Veschluß bekannt, sie verließen wohl auf ein Mimuten den Sitzungsraum, kamen aber wieder zurück und verlangten unter lautem Protest, der Stzung beiwohnen zu dürfen. Es war dies kein schönes Zeichen von Bildung. Der Bürgermeister schloß hierauf die Sitzung.— In der nun am an⸗ deren Abend nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung wurde die Holz⸗ verteilung glatt erledigt. Auf Antrag des Bürgermeisters nur 2 Meter Holz zur Verteilung und das andere zur Verstg gerung zu bringen, wurde ein Antrag von einem unserer Genossen auf restlose Verteilung gestellt. Bei der Abstimmung wurde unser Antrag auf restlose Verteilung mit 6 gegen 5 Stimmen ange⸗ nommen. Die Preise für erste Sorte Buchen⸗Scheit wurden für 2 Meter auf 60 000 Mark, für Buchen⸗Knüppel auf 50 000
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Mark, Eichen⸗Scheit auf 40 000 Mark. Buchen⸗Stock auf 40 0⁰ Mark, Fichten⸗Schest auf 24000 Mark festgesetzt.— Die
end niedriger geietzt. Bei der wei⸗ Kontrolleur noch 2 Meter Buchen⸗ Kfüppel zu seinem Erhalt von 1000 Mark bewilligt.— Der Schul⸗ dienerin wurden auf Autvda dos nin Rücksicht auf ihre schlechte Bezahlung 4 Mieter Bus Reisig zugeteilt. Hier be⸗ fremdete es manchen, daß der Gemeinderechner für die Schul⸗ diener kein Holz, sondern Geld sestgesetzt haben wollte. Er wird sich aber seinos Antrages, den er am 15. Februar stelte nicht mehr erinnern, wo es sich um die Vergütung des Gemeinderechners und Bürgermeisters für Heizung und Licht handelte. Damals hätte er wohl gerne gesehen wenn ihm statt 2 Meter das dopyerte zuge⸗ billigt worden wäre, aber für eine arme Schulzienerin. Witwe. ist es wohl genug, wenn man ihr mal 1000 Mark aufsetzt. Hier in Londorf werden wir noch mamße Mißstände beseitfsgen mussen, nur ist es Hauptbedingung, daß die Arbeiterschaft mehr zusamenen⸗ hält. ch
anderen Sortimenze sind entfpre teren Veratung wurden dem
b. Grünberg. Vorige Woche haben hier zwei Einbrecher nachts bei dem Kaufmann Hellwia ein Ladeufenstex eingedrückt und zwei Ballen Manchester⸗Stoff mitgehen heißen. Alles andere ließen sie unberührt, hatten also offenhar nur Bedarf an Manchester.
Westerwald und Auterlahn.
— Arbeitslosigkeit, im Lahngebiet. Im Oberlahnkreise nimmt die Arbeitslosigkeit infolge der Ruhrbesetzung immer größere Dimensionen an. Da im Krelse nicht genügend Arbeitsgelegenheit vorhanden ist, ist eine große Zahl der heimischen Arbeitskräfte im Industriegebiet beschäftigt. Von diesen werden mun viele infolge Kohlen- oder Rohstosfmamgels oder infolge der Versandschwierig⸗ keiten beschäftigungslos und kehren in die Heimat zurück. Vielfach erhalten sie von ihrem Arbeitgeber die Anweisung. sich bei dem,
1
auch J heimschen Bürgermeffser zu melden, der shnen brei Viertel bes
Krbeitslohnes auszahlem würde. Hier wird ihnen in der Negel mitgeteilt daß dem Bürgermeister von einer derartigen Maßnahme nichts bekannt ist. Lediglich die Erwerbslosenunterstützung ge⸗ langt zur Auszahlung. Aber nicht allein die Arbeiter aus dem Industriegebiet bilden die Arbeitslosen. Ihre Zahl wird noch durch Arbeiter aus helmischen Betrieben vermehrt, die ebenfalls unter diesen Schwierigkeiten zu leiden haben. Den Behörden er⸗ wächst hierdurch die Aufgabe durch Notstandsarbeiten für Be⸗ schäftigungsmöglichkeit der Arbeitslosen Sorge zu tragen. Aller⸗ dings ist hierfür in verschiedenen Gemeinden wenig Verständnts vorhanden. Hoffentlich gelingt es dem Landratsamt, meinden über die Pflichten gegen die Arbeitslosen aufzuklären und eine beschleunigte Inangriffnahme der Notstandsarbeiten durchzudrücken.
Kleine Nachrichten.
Der Brand des Staatstheaters in Wiesbaden.
Ueber die Entstehung des Brandes, dem am Sonntag abend das Staatstheater zum Opfer fiel, ist man sich noch nicht völlig im klaren. Doch neigt man mehr und mehr der Ansicht zu, daß verbrecherische Hände ihr Spiel bei der Katastrophe getrieben haben. Als völlig ausgschlossen darf es gelten, daß der Brand infolge der technischen Einrichtungen des letztes Aktes von„Rienzi“(Brand des Tribunen⸗ palastes) entstanden ist. Auch Kurzschluß dürfte nicht in Frage kom⸗ men, da unmittelbar nuch Schluß der Vorstellung die gesamte Be⸗ leuchtungsanlage ausgeschaltet wurde, die Leitung also stromlos war. Die größte Wahrscheinlichkett bietet demnach Brandstiftung. Vor einigen Tagen bereits hatten Diebe die Schuhmacherwerkstätte des Theaters ausgeplündert und dabei auch zugleich die kupfernen Blitz⸗ ableiter von den Dächern gestohlen. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sie bei dieser Gelegenheit eine Zündschnur an die Kuppel des Thea⸗ ters gelegt haben. Denn ein ehemaliger höherer Offtzier, der Sonn⸗ tag abend unmittelbar vor Ausbruch der Katastrophe an dem Hause vorbeiging, bekundete heute, daß er deutlich eine Flamme an einer Zündschnur an der Kuppel habe hergblaufen sehen. Einige Sekunden später erfolgte die Eplofion. Diese Wahrnehmung deckt sich auch mit den Aussagen des Wächters, der bei seinem Rundgange eine Stich⸗ flamme sah, die an der Kuppel des Bühnenhauses entlang lief. Bei den Beobachtungen beider Zeugen stimmt die Zeitangabe genau über⸗ ein. Es dürfte demnach anzunehmen sein, daß vielleicht eine Zeit⸗ hombe gelegt war, die ein unübersehrbares Unglück herbeigeführt hätte wenn die Explosion während der Vorstellung erfolgt wäre. Das war aber anscheinend geplant, denn schon während des dritten Aktes hörte man einen Knall, beruhigte sich aber mit der Erklärung, daß ein vorüberfahrendes Auto die Ursache des Knalls gewesen sei. Weiter ist es sehr auffallend, daß nach den bisherigen Ermittelungen der Brand nicht an einer Stelle, sondern an vier Stellen zugleich ausbrach und daher nicht mehr einzudämmen war.— Der Schaden wird auf 5 bis 7 Milliarden Mark geschätzt. Der Zuschauerraum und das Foyer sind größtenteils unbeschädigt geblieben. Dem Bande ist neben wertvollen Ausstattungen auch die koskbare Barock⸗ und Bieder⸗ meier⸗Möbelsammlung, die dem Prioatbesitz des früheren Kaisers entstammt, zum Opfer gefallen.— Der Magistrat beschäftigte sich bereits in einer außerordentlichen Sitzung mit der Brandkatastrophe. Man beibsichtigt, den Betrieb möglichst bald wieder aufzunehmen und die Wiederaufbauarbeiten so zu beschleunigen, daß in etwa neun Monaten im Hause wieder Vorstellungen gegeben werden können.
Inzwischen wird man sich zuf das Residenztheater und den großen
Saal des Kurhauses beschränken und auch versuchen, von der Be⸗ satzungsbehörde das Paulinenschlößchen für Vorstellungen frei zu bekommen. Das Personal wird. jedenfalls in seiner Gefamtheit weiterbeschäftigt.
Franzosen unter sich.
In einer Wirtschaft in Bab Ems verlongte dieser Tage ein
Marokkaner von dem Wirt Kognak, der ihm selbstverständlich ver⸗
weigert wurde. Als der Soldat die Wirtsfran bedrohte, rief der Wirt die französische Wache zu Hilfe, die nach kurzer Zeit unter Führung eines Offiziers erschien. Auf die Aufforderung des Offiziers, das Gewehr abzugeben, gab der Marokkaner auf die che einige Schüsse ab, die aber nicht trafen. Darauf schoß der ffizter den Mann nieder. 0
Von der Mainzer Volkszeitung, unserem Parteiblatt, wurden zwei Redakteure ausgewiesen. Jetzt ist das Blatt wieder auf vier Wochen verboten. Der Ausweisung des Genossen Hirsch, des zweiten Redakteurs, ging eine Durchsuchung der Geschäfts⸗ und Redaktionsräume der Mainzer Volkszeitung voraus, die von 18 fvanzösischen Krimtmalbeamten vorgenommen wurde. Das Resultat der Haussuchung blieb jedoch erfolglos.
Als raffinjerte Hochsteplerin entpuppte sich eine augebliche Berliner Stud nein der Medizin. die ein schlesischer Eutsbesitzer auf der Heimfahrt von Bertin kernenlernte und aus„Gutmütig⸗ keit“ auf sein Gut mitnahm. Die„treuherzige und bescheidene“ junge Dame führte sich in der Familie gut ein, benützte aber die ersten Tage, um sich genau über die Stadtverbindungen der Familie zu orientieren. Dann machte sie einen Ausflug in die Stadt, kaufte dort in größerem Maßstabe auf echnung ihrer Gastgeber ein, hob im Namen des Besitzers von dessen Bank einen größeren Betrag ab und verschwand mit allem auf Nimmer⸗ wiedersehen Die Nachforschungen ergaben, daß alle ihre Personal⸗ angaben purer Schwindel waren.
Erdbebenkat asteophe. sonders in Bosnien und Dalmatien großen Schaden rerursacht. In Serajewo sind fünf Hänser eingestürzt. Viele Fabrikschorn⸗ steine sind umgefallen. In Mostar sind die Maschinenein richtungen in der staatlichen Tibakfuorik undrauchbar geworden. Auch in Ragusa und Cattaro sind viele Gebäude eingestürzt.
Ein amerikanischer Flug um die Welt. Wie der Leiter der Luftalleilung der amerikanschen Marine, Admiral William A. Mosett mitteilte, soll das starre Luftschiff 3R 1, das jetzt zu Lake⸗
8 N *
1 2 2 8 2 2 2 2 2 2 2 8 — 2 . N — 2 . 2 2
einen Flug um die Luft aus den Nor das Schiff Versuchs; Staaten unternehmen. gegenwärtig mit großer Beschleunigung für Regierung in Deutschland gebaut.
lüge nach allen großen Städtey der Vereinigten Ein zweites starres Luftschiff 8R 3 wird die amerikanische
Arbeitsrecht, Gewerkscha tliches, Arbeiterbewegung. Bekämpfung der Lehrlingsausbeutung.
Die Gewerkschaften führen einen schweren Kampf gegen die in vielen Gewerben leider noch übliche Lehrlingsausbeutung. Von manchen Meistern werden Lehrlinge gleich in Massen Weise die„teueren Gesellenlöhne“ zu
Schlosser. Barbiere und Friseure Die Handwerkskammern die eigentlich über das Gewerbe wachen und auch die Heranbildung des Nachwuchses beaufsichtigen sollen. lassen in dieser sehr viel frei Handwerksk senen Geh Be sstimmung
e Hand. Wenn auch nach den Bestimmungen der er die Höchstzahl der Lehrlinge auf eimen erwach⸗ 13 beträgt, so wird doch in sehr vielen Fällen diese nicht beachtet. Darüber hinaus ist auch die Ent⸗
schädigung(das sogenannte Kastgeld), das den Lehrlingen von den in den allermeisten Fällen beschämend ge⸗ Woche
Meistern gezahlt wird ring. Entschädigungen heute noch vor.
von 50—100 Mark pro kommer
* N
I
diese Ge⸗
Das Erdbeben vom 15. März hat be⸗
ebung den meisterlichen Lehrlingsausbeutern


