nische Truppen aller Waffengattungen haben die neutrale Zone in der Gegend von Orany überschritten und sind auf litauisches Gebiet vorgedrungen. Sie haben die litauischen Truppen ange⸗ griffen. Hunderte von Verwundeten und zahlreiche Tote sind den ämpfen bereits zum Opfer gefallen. Die litauische Regierung at an den Völkerbundes rat das telegraphische Ersuchen gerichtet, notwendige Maßnahmen zur Einschränkung des Konflikts zu er⸗ greifen. Die Pariser Blätter bemerken dazu, daß in 4 7 7 französischen Kreisen keine Bestätigung dieser Nachricht vorliegt. Die Chefs der in Warschau stehenden englischen und titalieni⸗ schen Militärkommission haben sich zur Beobachtung der Vor⸗ gänge in der neutralen Zone dorthin begeben.
England und die Türkei.
Reuter meldet aus Konstantinopel: Ismed Pascha hatte mit General Harrington eine Unterredung. Ismed Pascha soll sich zugunsten eines Friedensschlusses mit England aus⸗ gesprochen haben. Der Abschluß des Vertrages sei nur an wirtschaftlichen Fragen gescheitert. Der türkische General sprach die Hoffnung aus daß die Herbeiführung des Friedens noch vor Eintritt der guten Jahreszeit gelingen möge.
Nach einer weiteren Reutermeldung hat der englische Geschaftsträger in Konstantinopel darauf aufmerksam ge⸗ macht, daß die Türkei einen großen Fehler begangen habe, daß sie den Lausanner Vertrag nicht unterschrieben habe. Eine weitere Verzögerung müsse vor allen Dingen die Türkei tragen, zumgl die Alliierten entschlossen seien, in ihrer Einig⸗ keit zu verharren.
Was hat Deutschland bisher geleistet?
(Vom 11. November 1918 bis 30. September 1922.)
Ueber die Höhe der finanziellen und sachlichen Leistungen Deutschlands durch Ausführung des Friedensvertrages be⸗ stehen vielfach sowohl im Inland wie im Ausland sehr un⸗ klare Vorstellungen. Es ist bekannt wie insbesondere in denjenigen Ländern, deren Regierungen ihre macht und wirtschaftspolitischen Ziele hinter„absichtlichen Verfehlun— gen“ Deutschlands in der Reparationsfrage zu verstecken suchen, die Legende Verbreitung und Glauben findet, Deutschland habe seit Kriegsende wenig oder so gut wie nichts geleistet. Eine lügnerische und hetzerische Propaganda beutet diese Legende neuerdings in der skrupellosesten Weise aus, und es ist deshalb von Wert, gerade in diesem Augen— blick einmal eine Zusammenstellung zu bringen, die zum
erstenmal einen genauen Ueberblick über die tatsächliche Höhe
der deutschen Leistungen und Lieferungen jeglicher Art ge— mäß dem Friedensvertrag, seinen Vorverträgen und zusatz⸗
lichen Abkommen für die Zeit vom 11. November 1918 bis
30. September 1922 gewährt. Es sollen dabei in runden Ziffern nur die wesentlichen Leistungen wiedergegeben wer— den. Aber gerade sie geben, aneinandergereiht, eine An— schauung von den riesigen Summen, die der deutschen Volks. wirtschaft für Reparationszwecke entzogen sind. Deulschland hat in dem angegebenen Zeitraum geleistet: Reichs⸗ u. Staatseigentum in den abgetretenen Gebieten leinschl. Oberschlesien) rd.* Goldmilliard. Ni TT! ĩ P ¾mÄ:!Ä ichtmilitärtische Rücklaßgüter(Westfront).„ 1,0 55 Rollendes Eisenbahnmaterial u. Rheinbrücken„ 2,3 4 Seeschifse und Binnenschifffe„ 6,0 1 Kohlen und soks(Weltmarktpreis)„ 2, 5 quidiertes deutsches Eigentum im Ausland. Abgetretene Forderungen des deutschen Reiches an seine ehemaligen Kriegsverblindeten.„ 8,6 Barzahlungen einschl. Ausgleichszahlungen.„ 2,7 Sonstige Leistungen u. Lieferungen jegl. Art.„ 355 3 Deutschlands Gesamtleistungen„ 45,6 Goldmillsard. i Zu diesen Lieferungen und Leistungen kommen in Ausführung des Friedensvertrages noch folgende deutschen Verluste: Abgelieferte Kriegsschiffe(ausschließl. der bei
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Scapa Flow versenkten Schiffe)..„ 1.4 Goldmilliard. Sonstige militärische Abrüstun g„ 6,3— Inbuüstrielle Abrilstun g„% 2,7 f „ 5„
rund 10,9 Goldmilltard.
Mit Einschluß dieser Ausgaben ergibt sich als Gesamt— summe der deutschen Leistungen und staatlichen Verluste ein Betrag von 56,5 Milliarden Goldmark(in Papiermark um— gerechnet bei einem Dollarstand von 20 000 gleich 282½ Billion Mark), wobei es noch der Feststellung bedarf, daß in diese Summe der Wert von Elsaß-Lothringen(von ameri— kanischer Seite auf mehr als 20 Milliarden Goldsrancs ge— schätzt) sowie der Wert der Deutschland entrissenen Kolonien
nicht eingerechnet ist. Unter Hinzurechnung dieser Werte CE.
erhöht sich die Gesamtleistung Deutschlands auf über 100 Milliarden Goldmark.
Angesichts dieser ungeheuren Leistungen, wie sie noch kein Volk jemals in der Geschichte aufgebracht hat, haben Frankreich und Belgien den Mut gehabt, infolge des ver⸗ schwindend geringen Rückstandes an Holz und Kohle von „absichtlichen Verfehlungen“ Deutschlands zu reden, wegen dieser angeblichen Verfehlungen den Einbruch ins Ruhr- gebiet zu unternehmen und deutsches Land im Frieden zu besetzen!
Ablehnung des französisch⸗schweizer
Wirtschastsabkommens.
(Tau.) Die Volksabstimmung in der Schweiz, die zur Ab⸗ lehnung des französisch⸗schweizer Wirtschaftsabkommens fiber die Aufhebung der sogenannten Freizone im Grenzverkehr zwischen den beiden Ländern führte, wird in der ganzen Schweiz als ein Sieg der deutschfreundlichen über die französtschen Tendenzen auf⸗ gefaßt. Die Ablehnung erfolgte in den deutschen Kantonen mit einer erdrückenden Stimmenmehrheit und sie gewann selbst in. Genf insolge des Ueberwiegens der Sozialisten eine kleine Ma⸗ jorität. Die Schwelzer Presse und mehrere bekannte Politiker der Schweiz haben offen erklärt, daß für diese Abstimmung nicht nur das genannte Zonenabkommen maßgebend war, daß man im Volke überhaupt gar nicht richtig kennt, sondern die allgemeine Politik Fran J. relanarich, gegen den die Schweizer Bevölkerung auf diese Weise protestieren wollte. Dem praktischen Ersolg nach wird das Ergebnis der Abstimmung, wie die Zeitung Die Schweiz auseinandersetzt, einen für beide Länder bedenklichen vertragslosen Zustand bringen.
Warum der Dollar sinkt.
Ueber die Stützungsaktion der Reichsbank ergeht sich die bret⸗ teste Oeffentlichkeit in Kombinationen der verschiedensten Art. Auffallend ist, daß immer wieder die von interessierten Kreisen unterstützte Meinung auftaucht, daß die Besserung der Mark nicht von langer Dauer sein wird, weil sie künstlich herbeigeführt wurde. Dazu ist von vornherein zu bemerken, daß auch die sprunghaften Steigerungen des Dollarkurses, nicht nur die Katastrophenhausse am Devisenmarkt der letzten Zeit, sondern auch frühere Stadien der Geldentwertung wesentlich herbeigeführt worden sind durch Ausschreitungen der Spekulation, sodaß sich die Inlandskaufkraft der Mart immer wieder und lange Zeit hindurch bedeutend höher stellte als der Wert des deutschen Geldes am Weltmarkt. Wir haben keinen Zweifel darüber gelassen, daß auch wir weiter⸗ gehende Maßnahmen als Garantie für eine aktive Währungs⸗ politik als notwendig erachten. Immerhin ist nicht einzusehen, daß der spekulative Druck auf die Mark nicht für eine Weile, so⸗ gar für erhebliche Zeit durch das aktive Eingreifen der Reichs⸗ bank ausgeschaltet werden könnte, nachdem der frühere Sturz der Mark nach einhelligem Ücteil der Sachverständigen in der Haupt⸗ sache darauf zurückzuführen war, daß es eben an einem derartigen Gegendruck zugunsten der Mark gefehlt hat. Nach zuverlässigen Informationen, die sich keinesweg auf Rückfragen bei dem Reichs⸗ bankdirektorium allein beschränken, glauben wir versichern zu dürfen, daß recht erhebliche Mittel zur Stützung der Mark bereit⸗ stehen, von denen bisher nur ein verhältnismäßig geringer Teil in Anspruch genommen worden ist. Die Reichsbank hat also noch einen langen Atem und gedenkt von ihrer Kraft Gebrauch zu machen. Tut sie das aber— und das ist nach unserer Kenntnis der Dinge mit Bestimmtheit zu erwarten— dann wird mit einer verhältnismäßig stabilen Mark wenigstens während der nächsten Wochen zu rechnen sein. Voraussetzung ist hierfür natürlich, daß nicht innerpolitische Ereignisse die Berechnungen iber den Haufen werfen. Sie zu vermeiden, wird Aufgabe aller derjenigen sein, die jene durch die Ruhrbesetzung heraufbeschworenen Gefahren von der deutschen Arbeiterschaft und vom ganzen deutschen Volke ab⸗ wenden wollen. Die Gerüchte von einer beabsichtigten Demission des Reichsbankdirektoriums sind unzutreffend. Völlig aus der Luft gegriffen sind auch die Mitteilungen der Roten Fahne, die von einem geheimen Abkommen zwischen der deutschen Reichsbank und der amerikanischen Harrimangruppe wissen will, das zugleich eine Stützung der Mark und eine Sabotage des französischen Franken vorsieht und dessen Wirksamkeit auf zwei Monate be⸗ fristet sein soll. Mit derartigen Mitteilungen leistet man der Haussespekulation in Devisen, also den Hyänen des deutschen Hungers, milllommenen Vorschub.
Reichsregierung und Reichsbauk müssen sich iber auch darüber klar sein, daß die Stütungsaktion nur ihrem Zweck entspricht, wenn mit ihr gleichzeitig scharfe Maßnahmen gegen die Devisenspekula⸗ tion verbunden werden, wenn endlich dem Wucher scharf Einhalt geboten wird. Was hilft dem Volk eine Stützungsaktion, die unsere Mort kräftigt, sich aber auf dem Lebensmittelmarkt bis jetzt nicht im geringsten ausgewirkt hat? Unter diesen Umständen müssen wir eine entschiedene Förderung der Stützurgsaktion zu⸗ nächst durch die Aufbringung wertbeständiger Anteihen, gleichzeitig
aber durch energische Maßnahmen gegen das verbrecherische Wuchertum verlangen. Gelesene Nummern der Oberhessischen Volkszeitung
werden nicht fortgeworfen, sondern an Freunde, Bekannte und Nachbarn behufs Gewinnung neuer Abonnenten weiter gegeben.
D r
Der Deserteur. 1
Roman von Robert Buchanan.
Goron trat aus der Menge hervor. Seine Mutter, die bis an die Lippen erbleichte und sich kaum mehr aufrecht er— halten konnte, mußte man mit Gewalt zurückhalten, damit sie sich nicht vordränge. Die Hand des jungen Men— schen zitterte sichtlich, als er sie in die Urne versenkte. In seiner Aufregung reichte er dem Sergeant den Zettel, ohne ihn zu öffnen.
„Lesen Sie ihn zuerst selbst,“ mahnte der Sergeant.
Der junge Mensch tat es wie in Traume.
„Jannick Goron— 200!“ tönte es durch den Saal.
Freudentränen schimmerten in seinen Augen, als er auf seine Mutter zuschritt, die bei Verlesung der hohen Nummer vor Glück in Ohnmacht gefallen war. Jedermann gönnte Mutter und Sohn die Freude.
„Mikel Grallon!“
Zitternd, die Mütze in der Hand, trat er an die Urne.
Die helle Angst blickte ihm aus den kleinen Fuchsaugen, zögernd stand er da. „Spute Dich, mein Sohn, es sind noch andere da.“
mahnte der Sergeant.
Grallon griff mit geschlossenen Augen hinein, blickte hastig auf den Zettel, wobei seine Augen freudig aufblitzten.
„Mikel Grallon— 99!“
Mit hastigen Schritten näherte er sich Marcelle, als ob er in seiner Freude ein gutes Wort von ihr erwartete; aber sie sah ihn gar nicht an, ihre Blicke waren starr auf die Urne geheftet, ihre Lippen bewegten sich wie im Gebet...
„Rohan Gwenfern!“ ertönte es. 3
Totenstille. Der Korporal blickte auf seine Nichte, diese auf ihn.
„Rohan Gwenfern!“ las der Sergeant zum zweitenmal.
„Ja, wo steckt denn der Angerufene?“ fragte der Bür⸗ germeister stirnrunzelnd.
„Mein Neffe konnte nicht selbst erscheinen, M'sieu, er ist unwohl,“ stotterte der Korporal.„Wenn Sie es gestatten, werde ich oder meine Nichte für ihn ziehen.“
„Was sagst Du dozu, Kleine? Bist wohl sein Liebchen?“ bemerkte der Bürgermeister.
„Ich bin seine Cousine“, entgegnete Marcelle einfach.
„Weißt Du denn nicht, daß im Französischen Cousine sehr oft auch Liebchen bedeutet? Es sei! Ziehe statt seiner und bringe ihm Glück!“
Alle Bekannten blickten gerannt auf Marcelle, während sie mit schnellem Griff den Zettel zog.
„Mut, Kleine!“ ermahnte sie der Offizier,„sieh Dir doch die Nummer an!“
Sie reichte das zusammengerollte Zettelchen ihrem Oheim; dieser entfaltete es und während starrte, stieß er einen Fluch aus.
„Lesen Sie, Korporal!“ befahl der Offizier. war bis an die Lippe erblaßt.
„Das ist nicht zum Glauben!“ rief Onkel Ewen: das Blättchen in seiner Hand zitterte merklich, als er es dem Sergeanten überreichte.
„Rohan Gwenfern— Eins!“ hinein.
Marcelle schwankte und mußte sich an Korporals klammern, um nicht umzusinken. „Eins! Und ich hab's gezogen.“ stöhnte sie.
stumm er es an⸗
Marcelle
schrie dieser in den Saal
den Arm des
Innerpolitisches. „Die Errichtung eiuer hessischen Landesbank. Dem Landtag ist der Entwurf eines Gesetzes zur E richtung einer Bankanstalt öffentlichen Rechtes, einer hess schen Landesbank, zugegangen.. In der Begründung der Regierungsvorlage wird u. olgendes ausgeführt: 5 g 927 rde baff und Kredstvermittlung für Staat. Ge. meinden, Kreise Provinzen usw. ist genen Ende de. Jahres ws immer schwieriger geworden. Soweit nicht die den ade Vorschasse und Darlehen zur Verfügung stellte, haben die Offen- lich-rechthchen Kreditanstalten des Landes bisher gerade noch aus⸗ gereicht die erforderlichen Mittel kurzfeist zu beschaffen nachdem im Gegensaß zu friiber bei den Privtbanken kaum noch nennens⸗ werte Beträge flüssig gemacht werden konnten. Infolge der ein schränkenden Bestimmungen des Reichshypothekenbankgesetzes ist die hessische Landeshupothekenbank, zumal in dem Heranholen frember Gelder sehr eingeengt. Die hessische Girozentrale und die erst im Jahre 1922 ins Leben gerufene Kommunale Landesba 2 haben in der Beschaffung kurzfristsger Gelder für den Staat getan. was in ihren Kräften stand die Rücksicht auf ihre fonstigen Auf gaben läßt es zweifelpaft erscheinen, ob sie auf die Dauer den Staate für seine unbedinat erforderlichen und infolge der Geld⸗ entwertung stark steigenden Ausgaben die notwendigen Mittel be⸗ schaffen können, besonders wenn ihnen, wie das durch die Haupt⸗ verwaltung der Reichsdarlehenskassen. die Beschaffung 2 notwendiger flüssiger Mittel durch Lombardserung der vom Staate übernommenen Schatzanweisfungen eingeengt und erschwert wird. So sieht sich zunächst der Staat für seinen Kredit- und Geldbedarf vor die Notwendigkeit gestellt, durch Errichtung einer für seine Zwecke zur Verfügung stehenden Bankanstalt oder durch Beteiligung an einer solchen Vorsorge zu treffen, daß ihm der Weg zum Geldmarkt in den den Staatsbedürf⸗ nissen entsprechenden Ausmaßen offen bleibt. N 1 Eine Bankanstalt, die für den Staat f die Kreditbe⸗ schaffung und Kreditvermittlung mit Aus sicht auf aus- reichenden Erfolg übernehmen kann. muß mit möglichst großen und sicheren Kreditunterlagen ausgebaut sein und f zugleich in ihrer wirtschaftlichen Geschäftsgebarung mög ⸗ lichste Bewegungsfreiheit haben.. 8 5 Um die Bankanstalt möglichst frei und unabhängig zu stellen, soll sie nicht als reines Staatsunternehmen ge gründet und betrieben werden, sie soll vielmehr die Eigen⸗ schaft einer juristischen Person des öffentlichen Rechts er⸗ halten, also die Stellung eines selbständigen Rechtssubjekts mit eigenem Vermögen. Wenn dann zu diesem ausreichend zu bemessenden eigenen Vermögen der Bank eine Haftung des Staates mit wertbeständigen Staatsvermögen hinzu⸗ tritt, ist für die Bank eine große und gute Kreditunterlage und für ihre Gläubiger eine kaum zu übertreffende Sicher- heit gewährleistet. b a Dex sesische Stagt ist iu der Lage die Bank m er solchen ausroichenden Krebstunterlage auszustatten. Er kann ihr 2 Grundvermögen aus feinen Holzeinnahmen im Mirtschaftssahr (1. Oktober 1922 bis 30 September 1929) den Erlös von 20 00% Festmetern Nutzholz im Werte von rund 1000 Millionen Mark zur Verfügung stellen. Er kann weiterhin eine si auf Sachwerte gegründete Haftung Übernehmen indem er neben der Bank als Gesamtschuldner für alle Verbindlichkeiten der Bank haftet big zur Höhe eines Betrags der dem Werte von 100 000 Festmetern Holz, und zwar 50 000 Festmeter Nutz⸗ und ebensoviel Brennholz entspricht. Aus den rund 72000 Hektar Staatswaldbesitz hat den Staat einen Jahresholzertraa von 400 000 Festmeter Holz nach. haltig und sicher zu erwarten. Der Erlös aus einem Viertel dieses sicheren Kolzertrags kann unbedingt als Rückhalt für die Verbindlichkesten der Bank bereitgestellt werden. Der Wert einer solchen Haftung sst auch aus dem Grunde besonders anzuschlagen, G. über diesen Teil der Erteägnisse des Staatsvermögens immer rfligt werden kann und weil er ohne weiteres bei fortschreitenden Geldentwertung in soinem Werte steigt. 7 Die Gemeinden, Kreise, Provinzen usw. sind hinsichtlich ihrer Geldbeschaffung in einer ähnlich schwierigen Lage wie der Staat. Der Staat hat ihnen seither durch Uebernahme von Wechselverbindlichkeiten Kredite beschafft und vermittelt. Die ncu zu schaffende Bank wäre daher auch dem Kommunal- kredit nutzbar zu machen. Etwa 35 Städte und Gemeinden hatten sich für ihre Kreditzwecke die Kommunale Landesbank geschaffen, die meisten dieser Städte und Gemeinden haben kürzlich zugestimmt, die Solidürhaft für die Verbindlich ⸗ keiten der Kommunalen Landesbank zu übernehmen. Unter der Voraussetzung, daß diese Gemeinden auch bereit sindd an der Beschaffung des Grundvermögens und an der Hastung für die neue Bank sich entsprechend zu beteiligen, könnte ohne Schwierigkeit die seitherige Kommunale Landesbank mit der neuen Bank unter der dargelegten Beteiligung des Staates verschmolzen werden. 5 In ähnlicher Weise wäre die Möglichkeit gegeben für eine Beteiligung der hessischen öffentlichen Sparkassen an der Bank. Die hessische Girozentrale Darmstadt besteht zur Zeit als Filiale der badischen Girozentrale in Mannheim; die einzelnen hessischen Sparkassen sind bisher nicht die alleinigen Träger der hessischen Girozentrale. Eine. Be⸗ 1 teiligung der Sparkassen wird nur zu erwarten sein, wenn die neue Bank auch die Tätigkeit der Girozentrale über⸗ a nimmt. Dies setzt eine Einigung mit der hessischen Giro zentrale voraus. 8 8 Der Gesetzentwurf wird am nächsten Dienstag den Finanzausschuß des Landtags beschäftigen und demnächst bereits im Plenum zur Verabschiedung gelangen.
Deutschnationale Kindterei. Die Abgeordneten Werner und Kindt haben im Landtag folgenden Antrag gegen den n 1 der französischen Sprache eingebracht:
r Landtaa beschließt das Lan li een 1 ieß a desamt für das Bildungs⸗ 1 27 Fan ir au 8 und* die Vorzugsstellung des Französischen an den höheren Lehr⸗
auftanlten zugunsten des Englischen auszuheben, 1 1 N
2. Auen en aber 11 Stundenzahl des Französischen 11 Stufen zum ten von Deutschkunde Geschichte un staats bürgerlichen Unterricht zu beschtänken.. 9
Darmstadt am 14. Februar 1922.
8 Dr. Werner. Rud. Kindt. 25 Also„Gott strafe England“ gilt nicht teh! Ist das 1 noch echt und wahrhaft deutschnational? Die Werner und Kindt werden in schwere Konflikte mit ihren noch echteren Gesinnungskumpanen geraten. Wir raten ihnen, schleunigst ihren Beschluß zu ändern und an Stelle des Englisch da
Dortletzung folgt.)
Botokudisch oder die Kaffernsprache 1. zu nehmen und Herr Kindt als Oberschulinspeklor einzusetzen. 5.
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