Ausgabe 
20.4.1923
 
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die der deutschen Demokratie und nicht die nationalistischen Niemand als wir

. unf wir: Deutsch sein heißt Volkspartei stellen. Deutsch sein heißt, nach bestem Wissen den Interessen seiner Volks⸗ . genossen dienen. Unser Deutschum hat nichts Exklustwes und nichts Aggressives. Wir ihlen zus als das Glied einer großen Völkergemeinschaft, und insofern sind wir und sagen es mit Stolz international. Ge⸗ rade von unserem Standpunkt aus können wir verlangen, daß der deutsch⸗französischen Verständigung aktiv durch einen posi⸗ tiven Schritt der deutschen Regierung gedient wird. Freilich mit klaren Worten und in deutlichen Reden! Denn auf dem Wege eines positiven Angebotes könnte das Kabinett Cuno sehr viel zur Bereinigung des Ruhrkonfliktes und zur Verständi⸗ gung tun. Dabei erinnere ich an die Resolution der Berg⸗ arbeiter, in der ein Satz lautet:

Um den jahrelang gequälten Völkern Europas den Frieden wieberzugeben, erachtet es die Konferenz der Bergarbeiter für eine heilige Pflicht der Regierungen, keine Gelegenheit zur An⸗ bahnung einer friedlichen Verständigung ungenutzt vorüber⸗ gehen zu lassen. Sie glaubt, daß die Welt und die Geschichte der Regierung, die als erste diesen Weg sucht und beschreitet, diese Tat nicht als ein Eingeständnis der Schwäche, sondern als ein

7 unserer inneren Stärke und tiefer Einsicht deuten werde.

Abg. Dr. Lauscher(3tr.): Seit der Rede des Außen⸗ ministers hat sich die Situation verschärft durch die Ausweisung des Reich kommissars Fürst Hatzfaldt. Die französische Natio⸗ nalistenpresse hat das sranzösische Volk systematisch über die Stim⸗ mung der Rheinländer getäuscht. Mit einem hräzisen deutschen Angebot etwa in Höhe des englischen Vorschlages wäre ich an sich

. Unsere Regierung hat die Pflicht, im Rahmen des ge zu machen. Wir wollen jedenfalls llen über die Volksgemeinschaft hinaus

Staats sek hn gibt darauf eine kurze Er⸗

Härung über die Ausweisung des Reichskommissars sür die be⸗

Gebiete ab.

5 Abg. Dr. Helfferich(Dtn.): Die jetzt im Ruhrgebiet ge⸗ machte Entdeckung daß ein waffenloses deutsches Volk nicht wehrlos it han Frankreich und die Welt überrascht. Dos- ist das große Aktivum unseres passtven Widerstandes. Das ist die große Wendung, die durch nichts in der Welt mehr umgebogen werden

darf.(Beifall rechts.) Auch wir wollen Aktivität aber nicht

Nervosität. Wir erwarten von der Reichsbank, daß ste jetzt mit

ihrem Gold der neuen Steigerung des Dollarkurses entgegenwirkt.

Dieses Gold ist jetzt unser Pulver im Kampse und mit dem

Pulver darf nicht swaren.

8 Abg. Ledesbour(u. S.): In Frankreich mehren sich die

Sun die das Ruhrabenteuer veructeilen. In Dr. Breit⸗

120 Er proklamierte

Rede fehlte die revolutionäre Energie.

seden mit den bürgerlichen Parteien, wir verlangen von

den proletarischen Partejen größere revolutionäre Aktivität. Abg. Moldenhauer(D. Vp.): Frankreich will im Rhein⸗ 2 seine militärisch⸗polstischen Ziele durchführen, darum lehnt alle unsere wirtschaftlichen Vorschläge ab. Ein direktes An⸗ ö an Frankreich wäre jetzt verhängnisvoll. Nur auf freiem

deutse. 277 ist Wiederaufbau möglich.(Beifall.)

Abg. Frölich(Komm.): Die neuen Vorgönge an der Börse 0 die wahre Lage: die Reichsbank hat bereits versagt. Unter

a rwar 1 sk Di ezweite Internationale hat Wir r vauskommen. enn nationale vollständig verfagt Ihr Programm zur Ruhraktion bedeutet einen rchans kapftalffticchen Lösungsversuch. Die Massen werden be⸗ weil man nicht wagt sie gegen die französische Raubgier zu machen. f Damit schließt die allgemeine Aussprache. Das Gehalt des Ministers und die üb rigen Teile des Etats werden gegen die äußerste Qinke bewilligt. 7 5 Um Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag 2 Uhr: Etat des Reichswirtschaftsminißeriums.

Unfall des Genossen Friedrich Geyer.

f Der Reichstagsabgeordnete Genosse Friedrich Geyer ist Diens⸗ tag abend beim Verlassen des Reichstages das Opfer eines Un⸗ 3 geworden. Er wurde von einem Privatauto ange⸗ ahren und erlitt dabei eine Handverstauchung, Verletzung am Genosse Geyer ist in

Herrschaft können wir aus dem internationalen

Kopf und eine leichte Gehirnerschütterung. der Charite untergebracht. Die Aerzte erklären, daß sein Befinden

Der Deserteur.

Roman von Robert Buchanan.

Wer ist mit Dir im Boote? Jan Goron; wir sind, von der durch die Porte d'Ingal gerudert, haben jedoch keine Minute

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Dunkelheit begünstigt,

zu verlieren. Wir bringen Dir Lebensmittel.

Rohans Augen blitzten freudig auf und er machte sich sofort an den Abstieg, aber plötzlich hört er ein verdächtiges Geräusch. Zwischen Himmel und Erde schwebend, horcht er aufmerksam auf. Ja, vom Tore vernimmt er deutliche Ruderschläge. Er klettert wieder schleunigst in sein Versteck zurück und ruft hinab:Rettet Euch so rasch Ihr könnt, die Feinde kommen! Seht, dort dicht unter dem Altar ist noch ein trockenes Fleckchen, dorthin legt den Proviant; sobald die Luft rein ist, hol' ich ihn. Um des Himmels willen, macht, daß Ihr fortkommt! Rudere nur dicht im Schatten der Wände, Jan! So könnt Ihr den Bluthunden ent- wischen!

Marcelle neigt sich rasch aus dem Boote und wirft das Körbchen auf das trockene Fleckchen, erhebt die Arme sehn⸗ süchtig zu Rohan empor, als ob sie ihn umarmen wollte, während Jan das Boot geschickt wendet und, der Weisung folgend, im Schatten der Wände aus der Kathedrale hin ausrudert. Kaum haben sie das Tor hinter sich, als eine rauhe Stimme sie anruft:Hallo, wer da?

5 Im nächsten Augenblick ist ein Boot der Küstenwache hinter ihnen und zwingt Jans Boot, stillzustehen. Bajonette blitzen im Dunkel auf und die bekannte rauhe Stimme Pipriaes läßt sich vernehmen:Alle Teufel, das ist ja ein Weib! Die Laternen her, damit wir erkennen, wer zur nächtlichen Zeit Mondscheinfahrten unternimmt. Man leuchtet Marcelle ins Gesicht und auch Gorons Anwesenheit wird fluchend zur Kenntnis genommen. Himmel und Hölle, das schmeckt nach Verrat! wettert Pipriac.Was zum Teufel sucht Ihr in der Geisterstunde an dem verwunschenen Orte? Wißt Ihr, was Euch bevor- steht, wenn man Euch dabei erwischt, dem Deserteur Vor⸗ schub zu leisten? Der Tod, der sichere Tod, auch Dir, Mar⸗

7 Besorgnissen keine Beranlassung gibt, haben Um aber unbe⸗ ingte Ruhe für mindestens vierzehn Tage verordnet.

Die Benzwerke geräumt. Mittwoch früh 6 Uhr haben die Franzosen die seit dem 31. März besetzt gehaltenen Mannheimer Motorenwerke, vorm. Alter Benz, wieder geräumt. Am 9. April war bekanntlich eine inter⸗ alliierte Kommission hier, die feststellte, daß es sich bei dem Bau der großen Dieselmotoren um keine U⸗Boot⸗Maschinen handelt. Nun haben die Franzosen daraus die Konseqnend gezogen, und sind abgerückt. Die Arbeit in den Betrieben wurde Donnerstag wieder aufgenommen. Englands Handelskammern zur Reparationsfrage Am Mittwoch begann in London die Jah resversammlung des Verbandes der englischen Handelskammern, an der 400 Mitglie⸗ der teilnahmen. Am ersten Verhandlungstag wurde eine Ent⸗ schließung angenommen, in der es heißt, daß die gegenwärtige Un⸗ sicherheit über die Höhe der Reparation dem Weltfrieden nach⸗ teilig sei und der Verbesserung der industriellen Lage entgegen⸗ stehe. In der Resolution wird sodann die Einberufung einer Konferenz von Finanzmännern und Wirtschaftsleuten befürwortet, die unabhängig beraten sollen, welche Reparationssumme Deutsch⸗ land zahlen kann. Gleichzeitig wurde beschlossen, dahin zu wirken, daß die Frage der Sicherheit für Frankreich, die wohl berechigt sei, von dem Reparationsproblem getrennt werde.

Politische Uebersicht.

Der Dollar steigt!

Es ist ein ofsenes Geheimnis, daß die Schwerindustrie auf eine Verschlechterung des Markkurses hindrängt, um so auf Kosten des deutschen Verbrauchers ihre Preise hoch zu halten und Waren ins Ausland ausführen zu können. Seit längerer Zeit sind die Welt⸗ marktpreise bei vielen Waren überschritten; eine Stockung des Waren⸗ absatzes war die unmitlelbare Folge. Durch Aufnahme von Krediten, die man von der Reichsbank billig erhielt, wurden Markschulden auf⸗ genommen, die nach bewährtem Rezept in verschlechtertem Geld zu⸗ rückgezahlt werden sollten. Die gleichen Kreise sind es heute, welche die durch den Ruhrkampf erzwungenen Bemühungen der Reichs bank 9 zur Stabilisierung der Mark immer belächelten. sie sind es, die für den Erwerb kostspieliger Umernehmungen im Auslaud reichlich Devisen zur Verfügung hatten, die aber die Regierung der diskont⸗ fähigen Unterschristen schmählich im Stiche ließen, als eine Devisen⸗ anleihe aufgelegt wurde. 5

Zetzt ist die Bombe geplatzt. Am Mittwoch ftieg plötzlich der Dollar von 21 200 auf 25 000. Der amtliche Kurs stand aber nur auf dem Papier. Nur ein kleiner Teil der Nachfrage konnte dur Rationierung des angebotenen Materials befriedigt werden. So er⸗ hielten z. B. Dollarkäufer nur 5 Prozent, Käufer von englischen Pfund 25 Prozent der geforderten Devisen. Unter diesen Umständen wandte sich die Nachfrage verschärft dem freien Markte zu, wo der Dollarkurs zeitweise bis auf 32 000 hinaufgetrieben wurde. Die starke Nachfrage nach Devisen datiert aber nicht erst seit Mittwoch. Schon in den vorangegangenen Tagen war ein lebhaftes Begehren nach fremden Zahlungsmitteln zu verzeichnen. Es wurde der Oefsent⸗ lichkeit nicht sichtbar, weil die Reichsbank die Kurse mit starken Ab⸗ gaben an Devisen in Schach gehalten hatte. Diese Devisenabgaben setzten gestern größtenteils aus. So wurde der Schleichkrieg, den ein erheblichen Teil der Industrie im Verein mit den Banken und der Spekulation gegen die Mark geführt hatte, plötzlich zum offenen Kampfe. Die Zukunft muß zeigen, ob es ein Stoß ins Leere war, oder obi die Mark mit diesem Frontalangriff des Großkapitals dauernd den Kürzeren zieht. Tut sie das, so lastet die schwerste Verantwor⸗ tung auf der Reichsbank, die durch ihre Geld⸗ und Kreditpolitik der letzten Zeit diesen Sturm am Devisenmarkt erleichtert, wenn nicht begünstigt hat.

Die Neichs regierung hat nach den Mitteilungen der ihr nahe⸗ stehenden Blätter die Absicht, den Dollar etwa auf 20 000 zu halten, nicht aufgegeben. Die Haltung der Reichsbank ist keineswegs ein⸗ deutig. Sie, die jahrelang auf ihrem Golde saß und sich konsequent weigerte, es zu Stützungszwecken herzugeben, hat soeben weitere 135 Millionen Goldmark ins Ausland gesandt und damit fast den dritten Teil ihres gesamten Goldbestandes zur Aufnahme von Devisenkrediten bereitgestellt, die zur Regulierung deg Markkurses dienen sollen. Gerüstet ist die Reichsbank auf viel schwerere Stürme, als sie sich in den letzten Tagen zeigten. Wenn sie ihre Rüstung nicht gebraucht, so kann sie dafür auch fachliche Gründe haben. Im Ver⸗ trauen auf die ständigen Devisenabgaben der Reichsbank hatten näm⸗ lich Banken und Spekulanten Devisen verlauft, die sie billig von der Reichsbank zu erhalten hofften. Die Spekulation gedieh trotz der

Kind bist! In solchem Falle gibt es keinen Pardon! Pflicht ist Pflicht! 5

Mein Gott, es wird doch noch in Kromlaix Fischers⸗ leuten erlaubt sein, aufs Meer hinauszurudern entgegnete Marcelle mit der unschuldigsten Miene von der Welt, wenn⸗ gleich ihr Herz unter dem Mieder vor Schreck zu zerspringen drohte.

Das kannst Du den Fischen weismachen, aber nicht dem alten Pipriac! Durchsucht das Boot, Gendarmen!

Andrs steigt, mit der Laterne in der Hand, von dem großen Boot in das kleine, durchsucht es sorgfältig, findet aber nichts. Es ist charakteristisch für den alten Haudegen Pipriac, daß er, wenn er flucht und wettert, am wenigsten gefährlich ist. Wehe, wenn er seinen Zorn verbeißt! Bei dieser Gelegenheit flucht und wettert er ganz schrecklich, als André im Boot nichts findet. Auf die Frage, ob er Marcelle und Goron verhaften solle, schüttelt Pipriac wie ein gereizter Löwe sein Haupt und brüllt:Gottes Fluch treffe sie, laßt das Gesindel laufen! Künftig müssen wir aber besser auf⸗ passen. Jan Goron, ich warne Dich vor weiteren Mond- scheinpartien! Du, Marcelle, stammst aus einer mir befreun⸗ deten Familie. Es täte mir leid, wenn ich Dich in Gefahr sähe. Der alte Pipriae hat Euch beide nicht gesehen macht, daß ihr ihm aus den Augen kommt, so rasch als möglich, und laßt es Euch gesagt sein, wenn er Euch noch einmal zur nächtlichen Stunde an verdächtigem Orte treffen sollte, gibt's keinen Pardon! Vorwärts, marsch!

Goron läßt es sich gesagt sein und rudert schnell wie der Blitz aus der Sehweite des Sergeant, der heute Gnade vor Recht ergehen ließ. Dicht vor der Hütte Mutter Gwenferns, in der kleinen Bucht, zieht er das Boot ans Land. Pipriac läßt sein Boot durchs Tor des heiligen Gildas in die Kathe⸗ drale rudern; da aber hier Totenstille herrscht und die Flut noch im Steigen ist, befiehlt er, umzukehren, denn auch ihm ist dieser Ort zur Nachtzeit nicht recht geheuer. Kaum ist der Ruderschlag in weiter Ferne verklungen, als Rohan mit Katzengeschwindigkeit den Abstieg unternimmt, sich den Pro⸗ viant sichert und rascher als er hinuntergeklettert wieder hin⸗ aufklimmt sich in seine Grotte zurückrieht, um seinen bitter⸗

Devisenverordnung auf das Beste. Es ist eine Schmach und Schande,

paß en n deen eee gor, die es serng pringen, de f den Notwendigleiten des wehrlamyfes Schindluder zu tre

daß es ihnen jemand verwehrte. 8 8 5 8 nun die Reichsbank denen, die auf ihre billiges 2 von Devisen, d h. letzten Endes auf die Spekulation mit Goldbestand, rechneten, und daraufhin im voraus fremde Zal mittel verkauften, gründlich das Handwerk legen will, indem sie Leute einmal sitzen läßt was ihnen große Verluste bringt wird ihr das keiner verdenken, zu allerletzt wir. Aber auf den kommt es an. Die gestrige Devisenhausse r den Zentner Roggen u die Reichsbank ihre mit M Erfolg fortsetzen, daß schließlich gem industrie ein Kurs von 25 000 oder ga sie für alle Konsequenzen verantwortlich gemacht werden. 0 ie Schwerindustrie, nachdem sie bei der Regierung damit kein 90 gefunden hat, weiter auf die Verschlechterung der Mark hinarbe liegt auf der Hand. f N

Mehr als je zeigt aber der ganze Vorgang die Gefahr der Gewissenlose Spekulanten treiben in der Zeit der größten 9 5 Volkes ein frevelhaftes Spiel mit der Volkskraft. Die Zentralisen des Devisenverkehrs im Verein mit weiteren wirtschaftspolstishen Maßnahmen Beschränkung und Nichterleichterung der Einf Verschärfung der Kreditbedingungen, Einschränkung der Notenpussse das sind die Gebote der Stunde. In jedem Falle fordern wir, daß nichts ungeschehen bleibt der Spekulation mit der Mark das Handwe 0 legen und die Stützungsaktion auf den urspriig⸗ lich beabsichtigten Stand von einer Gold gleich 5000 Papiermark durchzuführen.

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DeutschnationalerPatriotismus

Vor einigen Tagen(Nr. 86) wiesen wir an zwei de spielen die bösartige innerpolitische Hetze der Rechtsradike nach, die sich nicht scheuen, unter dem heuchlerischen Gewa des Eintretens für dieEinheitsfront ihre parteipolitist Ziele zu verfolgen und so die Geschlossenheit und Einig des deutschen Volkes im gegenwartigen Abwehrkampf a schwerste gefährden. Daß die heutigenDeutschnatione bei dieser hochverraterischen Tätigkeit in den Bahnen Vorgänger, der preußischen Konservativen wand ließe sich an Dutzenden von Beispielen zeigen, man bra nur daran zu denken, wie sie durch ihr starres Festha

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am Dreiklassenwahlrecht der Festigkeit des Dusch

haltens im Kriege entgegenwirkten. Daß sie dabe keinem Mittel der Verdächtigung zurückschreckten und sachen oder auch nur angebliche Tatsachen ohne Rücksich die Feinde der Oeffenlichkeit preisgaben, das wird g durch ein Flugblatt beleuchtet, das in den le Monaten des Krieges vomBund der Kaisertreh und demPreußenbund verbreitet wurde, um gien den damaligen Reichskanzler, Freih. v. Hertling hetzen, der sich erkühnt hatte, im preußischen Landt Einführung des allgemeinen und gle Wahlrechts als letztes Rettungsmitte die preußische Monarchie zu erklären. Flugblatt lautete:

Preußenherzen hoch!

In tiefernster Stunde wenden wir uns an alle e Preußen mit dem dringenden Mahnruf: Helft Preußen helft Deutschland retten! Laßt diesen Mahnruf ich gehört verhallen, ehe es zu spät ist. Vielmehr von innen, von außen, droht unserem vielgeliebten Preußenlande ernste Gefahr. Schaut ihr kühn ins Gesicht, dann überm ihr sie! Mit Geschick haben es die Preußenfeinde i Deutschland verstanden, die Reichsgewalt an sich zu 1 Ein füddeutscher Reichskanzler, ein süddeutscher Vizekm ein füddeutscher Reichstagsbräsident, ein füdden Minister des Aeußern(von Kühlmann, der nun glüd weise a. D. ist): alle wichtigen Aemter in den Hände Bayern! Ist es da ein Wunder, wenn die Politik an völlige Lahmlegung Preußens. der Kaiserkrone un Heeresleitung gerichtet ist, und die, Gott sei es ge Preußen und Deutschland an den Abgrund geführt k? Freunde ist er wieder auf einige Zeit vor dem Hu 9 e gerettet. 7 1

Vierzehn Tage dauerte bereits die Belagerung Aft Deserteur macht noch immer keine Miene, sich zu enge

Das ist geradezu unbegreiflich, unerklärlich, denn der 900 0

zur Grotte ist von allen Seiten abgeschnitten. Gwenfern, Marcelle und das Haus des Fischers Goron n. den strengstens bewacht. Wenn Rohan sich nicht gelegen m in der Mündung desschwarzen Loches zeigte, würde! 995 bereits für tot halten. Aber er lebt und ist auf

Ut. erreicht. In Pipriac gewinnt der Gedanke, daß er e einem Geiste zu tun habe, immer festere Gestalt, denn! irdisches Wesen könnte auf die Dauer dem Kaiser un en Hütern des Gesetzes so kräftig Widerstand leisten und der Unbill des Wetters dem Hunger und der vollstes Einsamkeit aussetzen. Ein Mensch von Fleisch und müßte schon längst den Verstand verloren oder sich ene haben. Auf welche Art der Deserteur sein Leben f gehörte mit zu den ungelösten Natseln, denn daß ihl! mand aus dem Dorfe mit Lebensmitteln versah, daß sicher. Um zu leben, mußte er essen, es konnte ihn al ein geheimnisvoller Engel oder ein Abgesandter des f fürsten mit Proviant versehen, oder er war ein übertt Wesen, daß der Nahrung nicht bedurfte, und dann wal Verfolgung einfach lächerlich. Mit Pipriac war absolut m auszukommen, sein Jähzorn brach bei der geringsten lassung mit elementarer Gewalt hervor. 4

Was dem offenherzigen einfachen Soldaten ein u gründliches Rätsel schien, das brachte nach vielen Tagch Nächten der ausdauernsten Spionage der heimtückische i Grallon ans Licht. In all der Zeit hatte er den Bel ae seine Dienste geweiht; er kam und ging wie es ihm 1 boßte äußerte seine Meinung, erteilte Netschläge obe als Spion eifrig tatig. Er war Pipriac ein Dorn was dieser ihn auch deutlich genug fühlen ließ; abs Fischer hatte eine dicke Haut, an der alle bissigen 11 merkungen abprallten. Er ließ sich in seinen Nachforschn nicht beirren: denn er war überzengt daß Rohan Gef von menschlicher Hand Hülfe zu teil ward. Er stessz

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celle Derval, obgleich Du ein Mädchen, ja noch ein halbes

I sten Feind, den Magen, zu beruhigen. Mit Hülfe seiner

die Aufgabe, das Woher und Wie zu ergründen. Fortsetzung folgt.) 1

Die Geduld seiner Verfolger hat die äußerste ga 1

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