S Hollarstand und Warenpreise. Obwohl der Dollar von seinem Höchststande um mehr als die Hälfte gefallen ist bemerkt man herzlich wenig davon, daß die Preise ihm nachfolgen. Beim Steigen dagegen schmellen sofort die Warenpreise auf der ganzen Linie in die Höhe. Schmalz, Margarine, Pflanzenfett und noch einigen weiteren Artikeln ist eine kleine Preissenkung erfolgt. Unerhört sind die Fleischpreise, die in weniger als einer Woche um mehr als tausend Mark in die Höhe schnellten. Hier müßte unbedingt be⸗ hördlich eingeschritten werden.— Ueber die Preistreiberei auf den Viehmärkten wird z. B. aus Mannheim berichtet: Auf bem hie⸗ sigen Schlacht⸗ und Viehhofe wurden durch die Wucherpolizei der Händler Moritz Hochstädter, der Viehhändler Salomon Neuberger, der Händler Georg Mäckel und der Gastwirt Friedrich Hördle ver⸗ haftet, weil ihre Preisberechnung außerhalb der üblichen Handels⸗
ö iten lag. Einer der Verhafeten hat allein an einem Stüc Vieh über eine Million Mark verdient. Weiter gelangten wegen un⸗ erlaubten Handels und Preistreiberei drei weitere Händler zur An⸗ zeige. Einer von diesen verkaufte zwei Rinder, die ihn mur 2½ Mil⸗ lionen Mark gekostet hatten, für fast 4% Millionen Mark. Für einen Farren, der 1.41 Millionen Mark gekostet hatte, wurden 2.0 Mil⸗ lionen Mark erlöst. Ein anderes Geschäft brachte diesem Händler sast mühelos 1.47 Millionen Mark Gewinn. Für eine Kuh für die ein Händler 1.1 Millionen Mark bezahlt hatte, wurden 2.6 Millionen Mark gefordert. — Eprechstunden für Lungenkranke sind von der Fürsorgestelle in der Medizinischen Klinik eingerichtet und finden unter Leitung von Prof. Stepp jeden Mittwoch Nachmittag von 5—6 Uhr statt. Auswärtige Kranke, die im die Nachmittagssprechstunden kommen können, ist es gestattet, vormittags 10—12 Uhr zu erscheinen. Lungenkranke, die in ärztlicher Behandlung sind, bedürfen einer Ueberweisung ihres Arztes an die Fürsorgestelle. Unbemittelte wer⸗ den unentgeltlich beraten.
— Fürsorgeschwestern. Die Arbeitsbezirke der im Kreise Gießen tätigen Fürsorgeschwestern und deren Aufgaben sind aus der kreisamtlichen Bekanntmachung ersichtlich, die wir unter amt⸗ lichen Bekanntmachungen im heutigen Blatte abdrucken.
— Raubzug im Keller. Bei einem Kellereinbruch in der Nacht zum 14. Februar 1923 wurden 100 Eier, 1 Fl. französischer Sekt, 1 Fl. Schwedenpunsch, einige Flaschen eingemachte Bohnen
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und Milchfläschchen mit der Ausschrift„Milchkuranstalt Schweickart“ in Heidelberg entwendet. Sachdienliche Mitteilung nimmt die Kriminalabteilung entgegen. 0
—Nieder⸗Bessingen. Die für Mittwoch abend anberaumte Bürgerversammluna welche sich über die Geldbeschaffung für ein Kriegerdenkmal unterhalten und schlüssig werden sollte, hatte einen negativen Ausgang. Herr Bürgermeister Steuer⸗ magel eröfsnete die Versammlung und begrüßte die Anwesenden: er erteilte nach kurzen Ausführungen dem Gemeinderat W. Lotz 3. ö Wort. Weiterhin konnte auch jedermann die Zeichnung des vorgesehenen Denkmals einsehen. Im gangen wurden in der Ver⸗ sammlung 4 Zentner Weizen— von einem Landwirt— zur Ver⸗ fügung gestellt. Man will nun weiterhin sehen, ob es zwei Ge⸗ meinderäte gibt welche blttend von Haus zu Haus gehen. um soviel Naturalien zusammen zu bekommen. daß man einen Grund⸗ stock für den Denkmalsbau bekommt. 5 n. * Nieder⸗Bessingen. Der Gemeinderat beschloß in seiner
Sitzung am Freitag in Anwesenheit von Herrn Forstmeister Heim⸗
0 burg Lich eimstimmig der Gemein wärtschaft Ober⸗ he sen beizutreten. Es werden noch ungefähr 75 Festmeter Holz muachträglich geschlagen. Die Juschüsse in die Gemeinwirtschaft
Odberhessen sollen in 2 Raten 1923 und 1924 beglichen werden. Jugestimmt wurde serner. anläßlich des Aufrufes des hessischen Forstarbeltsamtes und der Gewerkschaften den bedrängten Volks⸗ geuossen am Rhein und an der Ruhr 8 Prozent der jetzt woch an⸗ fallenden Holzhauerlöhne zu überweisen. Daß die Holzarbeiter— auch die Nichtocganisteren— ihre 2 prozent zuschteßen. wie es die Gewerkschaften sestgesetzt haben, steht wohl außer Frage. weiterhin wurde die Gewinnuna von Pflastersteinen im Gemeinde⸗
wald slaste Eigenbedarf der Ortsbürger genehmigt. Der Basalt zu Pflastersteinen kommt hier fast nur in sogenannten Findlingen
vox.
5— Trohe. In der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag voriger Woche wurde einer hiesigen Familie eine Anzahl Wäsche⸗ stücke aus dem Garten gestohlen, wo man sie unvorsichtigerweise über Nacht hatte hängen lassen. Den Täter konnte man nicht er⸗ mitteln, obwohl man mit einem Polizeihund operierte; dieser
brachte nur die im Felde von dem Diebe verlorenen Wäscheklam⸗
mern herbei.— In jetziger Zeit soll man nachts keine Wäsche draußen hängen lassen! Kreis Wetzlar.
— Der Wetzlar⸗Braunfelser Konsumverein hielt am 11. Febr. im„Schützengarten“ zu Wetzlar eine außerordentliche General⸗ versammlung ab. Vormittags 9 Uhr war eine Vollsitzung des Mitgliederausschusses vorausgegangen. In beiden Tagungen er⸗ stattete Geschäftsführer Ben Bericht üher den Stand der Genossen⸗ schaft und begründete den Antrag det Gesamtverwaltung, den Geschäftsanteil auf 10000 Mark zu erhöhen. Referent
einleitend ein Bild über die traurige Lage des Warenmarktes und der Preisbildung bei der wahnsinnig fortschreitenden Geld⸗ entwertung. Mt jedem Taa verschlechtere sich die Lage von Wirt⸗ schaft und Volk. Dennoch habe sich die Genossenschaft im ersten
Die praklische Ha
1296
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f Ithöndlige Bekanntmachungen
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0 kennt die Vorzüge des Süßstoffs. Sie ersetzt oder streckt damit den teuren Zucker. Aus eigener Erfahrung weiß sie auch, daß Süßstoff bekömmlich ist. ihn aber sparsam und nur nach Geschmack
Erhältlich in Kolonialwaren⸗, Drogenhandlungen und Apo theken.
nderausgabe von Brot.
Auf die Sondermarke Nr. 1 der Brotkarten werden
Geschäftshalbjahr vom 1. Fulf bis 31. Dezember gut entwickelt. Die Mitgliederzahl stien um 1026 auf 9907. Der Umsatz betrug cund 220 Millionen gegenüber 30 Millionen im ganzen letzten Geschäftsjahre. Seien auch diese Zahlen durch die Geldentwertung getrübt, so könne man aber eine bedeutende Steigerung des um⸗ schlags der Warenmenqen feststellen. Mit rund 13 Millionen Be⸗ triebskapital sei im Januar allein ein Umsatz von 157 Millionen Mark erzielt worden. Das sind Lelstungen die nur unter An⸗ spannung aller Kräfte des gesamten Personals der Verwaltung und des Mitgliederausschusses erreicht werden konnten. Mit den knappen Betriebsmitteln weiter zu wictschaften sei aber unmöglich. Bis heute habe jedes Mitaljed rund 1000 Mark Geschäftsanteil einbezahlt. Für mindestens 16 000 bis 20 000 Mark Ware müsse aber für jede Familie beschafft werden. Den Geschäftsanteil von 2000 Mork auf 10 000 Mark zu erhöhen, sei daher ein Akt der Selbsterhaltung. Der Beschluß allein genüge aber nicht. Das Geld müsse alsbald eingezahlt werden, damit die Warenversorgung keine Unterbrechung erleidet. Monatlich müssen mindestens 2000 Mack eingezahlt werden Mitgliedern, die diese Zahlungen nicht leisten, wird beim Wareneinkauf 5 Prozent der Umsatzsumme für Geschäftsanteil in Abzug gebracht. Invaliden Kriegerwitwen usw. sollen schonend belandelt werden. Beim Wareneinkauf ist das Mitaliedsbuch als Ausweis mftzubringen. Der Anteil wird durch Marken quittiert. Diese Maßnahmen mögen hart sein seien aber notwendig um der Genossenschaft die nötigen Betriebsmittel zu geben und alle Waren entnehmenden Mitglieder zur Zahlung heranzuziehen. Die Mafmaßme tritt am 1. März in Kraft. Unser Grundsatz müsse sein mit allen Mitteln das mit vieler Mühe Auf⸗ gebaute zu erhalten um gemeinsam eber die schwere Zeit hinweg⸗ zukommen. Die Ausflührungen wurden beifällig aufgenommen. In der Diskusston des Mitaliederausschusses wurde tells 10⸗ prozentiger Abzug gewünscht teils Bedenken gegen die Vorschläge geäußert. Den Anträgen des Vorstandes wurde einstimmig zu⸗ gestimmt. Die Generalversammlung nahm die vorge⸗ schlagenen Satzungsänderungen einstimmig an.
Kleine Nachrichten.
rankfurt a. M., 17. Febr. Die Zunft der Metall- diebe. Die Kriminalpolizei nahm heute nicht weniger als 15 Bleirohrdtebe und vier sogenannte Kollidiebe fest. Frankfurt a M., 17 Febr. Neue teure Schäferstünd⸗ chen. Die 23jährige Buchhalterin Maria Tillenburg mauste einem jungen Manne aus dem Saargebiet während eines Schäfer⸗
stündchens das sie mit ibm in einem Hotel abhielt. 120 00 Mark.
konnte aber ermittelt und verhaftet werden.
Frankfurt a. M., 18. Febr. Französische Beschlagnah⸗ mungen. Im Bereiche des Eisenbahndirektionsbezirks Frankfurt haben die Franzosen in den letzten beiden Tagen umfangreiche Be⸗ schlagnahmungen von Eisenbahngütern vorgenommen. In Diez a. L. hielten sie 37 beladene Wagen zurück, die in das unbesetzte Gebiet gerollt werden sollten. In Honnef blieben 73 Wagen zurück, in Sieg⸗ burg 29 Wagen mit Kleinschlag. In Siershahn beschlagnahmte man 19 Wagen, weil die Ausfuhrgenehmigung fehlte.— Versuchsweise wurde im Interesse der Arbeiter der Zugverkehr von Darmstadt nach Klein⸗Gerau und Wolfskehlen wieder aufgenommen. Während der Zug nach Klein⸗Gerau wieder zurückkehrte, beschlagnahmten die Fran⸗ zosen den Zug nach Wolfskehlen bei Griesheim. Die Reisenden mußten infolge dessen den Weg nach Darmstadt zu Fuß zurlücklegen.
Frankfurt a. M., 18. Februar. Ein Hundertmillionen⸗ diebstahl. Aus einer Lagerhalle im Osthafengebiet wurden von drei Arbeitern nach und nach Metalle und Werkzeuge füür rund 100 Millionen Mark gestohlen, in einem Fuhrwerk abgeholt und einem Spediteur in der Vilbelergasse zugeführt. Von hier wanderte das Diebesgut dann an den Kaufmann Friedrich Werner. Die Diebe und die Hehler konnten jetzt ermittelt und verhaftet werden. Doch zieht die Angelegenheit noch sehr weite Kreise.
Frankfurt a. M., 18. Februar. Ein Meisterhehler. Der Fahrgasse 56 wohnende Althändler Wilhelm Lotz wurde von der Polizei als gewerbsmäßiger Hehler allerersten Ranges entlarvt und festgenommen. Lotz hat in der letzten Zeit gestohlenes Metall jeder Art in größeren Mengen von den Dieben aufgekauft und als seine Räume nicht mehr für die Aufbewahrung der Sachen ausreichten, bei Nachbarn neue Unterbringungsmöglichkeiten geschaffen. Dadurch entzog er sich aber der Kontrolle der Polizei, wie er überhaupt kein Trödlerbuch führte. Der Wert der bet ihm vorgefundenen Metall⸗ gegenstände wird auf viele Millionen Mark geschätzt. 15 Bleirohr⸗ diebe, die die Polizei am Freitag verhaftete, hatten seit Wochen ihre Diebesbeute an Lotz verkauft.
Langen, 18. Februar. Ausweisung. FJorstrat Reiß von der hiesigen staatlichen Oberförsterei mußte infolge eines Ausweisungsbefehls der Franzosen binnen 10 Minuten das besetzte Gebiet verlassen. Ein Militärauto brachte ihn in den Langener Wald und setzte ihn dort an der Grenze aus. Die Familie muß innerhalb drei Tagen folgen.
Oberursel, 17. Febr. Die Oberurseler Mehl⸗ fälscher. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat gegen die Haftentlassung der beiden Mehlfälscher Messer und Abt durch die Strafkammer Berufung eingelegt. da der Verdacht der Ver⸗ dunkelungsgesahr nicht ganz unbegründet und eine Fluchtgefahr
T vit den der Feb au weiter l., Es. If Nesdelt ft aer ideen d band an eien, daß die beiden Mehlsälscher w
scheinlichkeit damit zu rechnen, da den Meh der Haft zugeführt werden.— Das entspräche in diesem Falle e 5 Eich b Kommandan Darmstadt, 17. Febr. Der erg⸗ 1 Großes Ansehen made im vorigen Jahre die skandalöse Reno verschießerei des sog. Eichbergkommandanten, die sich in der Wil⸗ helmstraße ereignet hatte und die bei der Nathenau⸗Trauerkund⸗ gebung politische Nachwirkungen zeigte. Das Berufungsgericht, die Strafkammer hatte heute diesen Fall erneut zu behandeln. Be⸗ kanntlich hatte der Angeklagte Privatier Erich v. Helmolt⸗Holten⸗ sen, 60 Jahre alt, gelegentlich eines Rundganges in seiner Eigen⸗ schaft als Mitglied der privaten Selbstschutzorganisation„Eichberg“ mit dem Eisenbahner Mahler um Mitternacht, als dieser sich von seiner Braut verabschieden wollte, einen Zufammenstoß, in dessen Verlauf M. einen Bauchschuß erhielt, der Magen und Darm durch⸗ bohrte. Durch eine sofortige Operation wurde M. am Leben er⸗ halten. Das Schöffengericht erkannte auf cinen Monat Gefängnis, in der Annahme, daß vermeintliche Notwehr nicht zu widerlegen 3 sei. Die staatsanwaltliche Berufung im Verein mit dem Neben. kläger vertraten den Gesichtspunkt, man rfässe trotz der Annahme bes§ 223 Sl⸗G.⸗B. die neuen Richtlinien der Gesetzesnovelle Radbruch anwenden, wonach 100 000 Mark Geldstrafe beantragt werden Dus Urteil des Berufungsgerichtes ging dahin, der An- geklagte kabe in Ueberschreitung der Notwehr vors lich ahrläsßge Körperverletzung verübt und sei bei dee keutigen Geldentwertung das höchst zulässige Höchstmaß einer Geldstrafe keine ausreichende Sühne weshalb Helmolt⸗Holtensen zu 3 Monaten Gefängnis ver⸗ urteilt wurde. Sowohl der Vorsitzende, als auch der Staatsanwalt bekundeten im Verlaufe der Verhandlung, daß für die Angelegen⸗ heit se vit jedes polttische Moment ausschalte. 1 Gernsheim 17. Febr. Große Diebstähle sind auf den 2 vor Anker gelegten Getreideschiffen begangen worden. Die olizei hat berefte umfangreiche Haussuchungen vorgenommen.— Um weitere Diebstähle in den Getreideschiffen zu verhindern wer⸗ den diese jetzt hier entladen N Großer Wäschedieb stahl. 5 In einer der letzten Nächte wurden in Alzenau aus der Woh⸗ nung eines Steuersekretärs Wäschestücke Kleider und Blusenstoffe im Wert von mehr als 1 250 000 Mark gestohlen. Der Bestohlene
25 auf die Wiedererlangung der gestohlenen Sachen eine Be⸗ lohnung von 100 000 Mark ausgesetzt. a Von Wilddieben erschossen? 0 Bei Kaltenbarn wurde der 75 Jahre alte Isenburgische Ober. förster Riese ron unbekannten Personen durch etnen Schuß so schwer verletzt, daß er nach kurzer Zeit verstarb. Auf die Ermittelung des Täters wurde eine Belohnung von 300 000 Mark ausgesetzt.
Aus den amtlichen Bekanntmachungen.
Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 14 vom 16. Februar enthält: Kreisauss l.— Verordnung zur B. übertriebenen Aufwands.— hren der Schornsteinfeger.— Vergnügungs⸗ steuer.— Aufnahmeprüfung für die Aufbauschule zu Friedberg.— Schulinventar.— Termin für die Einsendung der Geeminde⸗, Mark⸗ und Stiftungs rechnungen für 1921.— Milchverkaufsordnung für den Kreis Gießen.— Fleischbeschaugebühren.— Maul⸗ und Klauenseuche. g — Bekämpfung der Tuberkulose.— Kreisfürsorgerinnen.— Ge- bühren der Feuervisitatoren.— Dienstnachrichten.—
Kreisfürsorgerinnen. Das Kreisamt Gießen gibt bekannt: Unsere Kreisfürsorgerinnen: die Schwestern Amalie Schmolze, Gießen, Kirchstr 5, Lotte Eichmeyer, Gießen, Friedrichstr. 17 und Marg. Müller in Grünberg(bei Herrn Lehrer Roth), sind in den Land⸗ gemeinden des Kreises, besonders in folgenden Zweigen der sozialen Fürsorge tätig: Mutter⸗ und Säuglingsschutz, Tuberkulofe⸗ u. Bäder⸗ fitrsorge, Kriegsbeschädigten⸗ und hinterbliebenenfürsorge, Fürsorge l für Pflege-, Kbein⸗ und Schulkinder, Trinkerfürsorge und Fürsorge für Flütchlinge..
Es werden vorwiegend tätig sein:
1. Schwester Lotte Eichmeyer im Arbeitsbezirk Gießen⸗ Land, umfassend die Gemeinden: Allendorf a. d. Lahn, Alten⸗Buseck, Daubringen, Großen⸗Buseck, Großen⸗Linden, Grüningen, Heuchelheim, Holzheim, Klein⸗Linden, Lang⸗Göns, Leihgestern, Lollar, Mainzlar Rödgen, Ruttershausen, Staufenberg, Trohe.
2. Schwester Amalie Schmolze im Arbeitsbezirk Lich⸗Hun⸗ gen, umfassend die Gemeinden: Albach, Annerod, Bellersheim, Bettenhausen, Birklar, Dorf⸗Güll, Eberstadt, Garbenteich, Hause, Hungen, Inheiden, Langd, Langsdorf, Lich, Muschenheim, Obborn⸗ g hofen, Ober⸗Hörgern, Rabertshausen, Rodheim, Steinbach, Stein⸗ heim, Trais⸗Horloff Utphe, Villingen, Watzenborn⸗Steinberg, Wieseck.
3. Schwester Margarete Müller im Arbeitsbezirk Grün⸗ berg, umfassend die Gemeinden: Allendorf an der Lumda, Allerts⸗ Hemtsen, Beltershain, Bersrod, Beuern, Burkhardsfelden, Climbach, Ettingshausen, Geilshausen, Göbelnrod, Grünberg, Harbach, Hatten⸗ rod, Kesselbach, Lauter, Lindenstruth, Londorf, Lumda, Münster, Nied.⸗ Bessingen, Nonnenroth, Ober⸗Bessingen, Odenhausen, Oppenrod, Queckborn, Reinhardshain, Reiskirchen, Röthges, Rüddingshausen, Saasen, Stangenrod, Stockhausen, Treis a. d. da., Weickartshain, Weitershain, Winnerod.
Dollarstand gestern mittag 12 Uhr: ca. 20 000 Mk.
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N eee ee eee 1— Für den Nagels ban Bekanntmachung. gebrauchten Das Polizeireglement vom 24. Februar 1882, wo⸗ rau N Joliomobilen nach die Garten⸗ und Feldbesitzer die ihren Grund⸗ Dampfliesfeln besi an öffentlichen Fahr⸗ und frußwegen ein⸗ Dielel motoren gelriedigten Hecken in jedem Frühfahr bis zum Vollgatt 5 März auf 1,25 Meter Höhe und 0,50 Meter Breite Sie bernendet 8 zurückzuschneden haben, wird mit dem Anfügen wie der⸗ FJelöbahngleis holt zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß Zuwider⸗
zahlen hohe Provision
J. Carl Subr, G. m. b. H. Hambura 13, Rentzelstr. 6. FF
handlungen auf Grund des Art. 43 des Feldstrafge⸗
setzes mit Geldstrafe von 1—10 M. bestraft werden. Gießen, den 7. Februar 1923.
der Oberbürgermeister. J A.: Dr. Rosenberg.
Bekanntmachung.
Der Frühjahrs markt in Gießen
Eine beachtenswerte Neuerscheiuung
Bekanntmachung.
Infolge Erhöhung der Kommunalverbandspreise für Mehl und der gestiegenen Unkosten im Bäckerge werbe werden unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 18. August 1922 folgende Höchstpreise für auf Brot⸗ marken abzugebende Backwaren gemäß Beschluß der städtischen Lebensmitteldeputation vom 16. Februar 1928 mit Wirkung vom 19. Februar 1943 festgesetzt:
Brot Mk. 610.— für 190 Gramm Brötchen„ 23.—„ Weizenbrotmehl„ 184.— 500 1 Roggenbrotmehl„ 174.— 500 8
Beim Kauf von Mehl sind Tüten und Gefäße mit⸗ ubringen, andernfalls der Verkäufer für Stellen von üten einen Zuschlag von 5% für jedes Pfund be⸗
rechnen darf.
Die Brotmarlen Nummer 7 können noch bis ein⸗ schließlich Dienstag, den 20. Februar 1928 zum allen Preis von den Bäckereien deliesert werden.
Die Bäcker haben die eingegangenen Marken Mitt⸗ woch, den 21. Februar 1925, vormittags an das Lebensmitelamt abzuliefern.
Gießen, den 17. Februar 1923.
Der Oberbürgermeister(Lebens mittelamt) 5 J. B.: Dr. Seib.
in der Zeit vom 19.—24. Februar 1923 2 Pfund Brot zum Preise von Mk. 305.— durch die Bäckereien aus⸗ gegeben.
Gießen, den 17. Februar 1923.
Der Oberbürgermeister.(Lebensmittelamt.)
Algen Orgrantentasse Use
Die noch rückständigen Beiträge zur Kranken⸗ kasse und Invaliden⸗Versicherung für den Monat Januar 1923 können noch bis zum 27. ds. Mis. ohne Pfändungs⸗Kosten bezahlt werden.
Mahngebühren werden vom 19. Februar 1923 an berechnet.
Nach Ablauf dieses Termins sind der Ein⸗ zahlung auf unser Postschecktonto auch die Kosten und Mahngebühren beizufügen.
Gießen, den 17. Februar 1923. 1295 Allgem. Irtsfrankenkasse Gießen
J. A.: Hinkler.
findet am 2, 3, 4., 5., 6., 7., 9 und 10. April 1923 statt. Reflektanten wollen sich wegen Ueberlassung von Plätzen für Fahr⸗ und Schangeschäfte, sowie von Verkaufsbuden bis soätestens 5. März 1923 an die Stadtverwaliung(Stadthaus, Bergstraße. Zimmer 12) wenden. Die Bedingungen sind dort erhältlich; An⸗ gebote sind unter Verwendung des vorgeschriebenen ungebotsscheines schri tlich mit der Aufschrift:„Ange⸗ bot für den Frühjahrsmarkt 1923 an die obende⸗ zeichnete Stelle einzureichen.
Gießen, den 15. Februar 1923.
Der Oderbürgermeister. J. B.: Klingspor.
Arbeitsvergebung.
Die nachstehenden Arbeiten zur Errichtung eines Wohnbauses, Ecke Gnauth⸗ und Stephanstraße sollen Freitag, den 23. Februar 1923, vormittags
10 Uhr öffentlich vergeben werden:
1. Erd⸗ und Maurerarbeiten, sowie Herstellung der
Ma ssivbecken; 2. Zimmer- und äußere Schreinerarbeiten.
Die Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen 4
Angebote sind rechtzeitig abzugeben. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 15. Februar 1923. Stadtbauamt Gießen: Braubach
ist das soeben erschienene Werk des früheren Ministerpräsident. d. Ukrainischen Republik
Der Volschewismus und die russische Oüktupation d. Akraine
Mit einem Vorwort von Paul Kampffmeyer. 112 Seiten stark, gut broschiert. — Preis 2100.— Mk.—— Das Buch leuchtet hell in die noch vom tiefen Dunkel umhüllte rufsische Nat onalitätenfrage binein, es erschließt das harte Ringen des Ukrainischen Volksstammes um seine nationale und kulturelle Selbstbehauptung. Vor der zivilisierten Welt wird dargetan, wie die polschewistische Gewaltherrschaft es fertig brachte, die kaum errungene Selbständigkeit des Landes zu zertrümmern, das einst reiche Land in ein Hungergebiet zu verwandeln und aus diesem selbst noch die letzten Reste an Getreide, Rohstoffen und Produktionsmitteln zu erpressen. Das Buch dildet eine einzige im ihrer Sachlichteit um so wuchtiger wirkende Anklage gegen den bolschewistischen Terroris⸗ mus. Es wird nicht nur in Deuischland, sondern auch im Auslande viel gelesen werden.
Buchhandl. Oberhes. Volkszeitung.
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