en Verzicht auf irgendwelche Iwefdeuffgkeiten. Auch heute betonen wir 5 0 daß in diesem neuen Vosschlag in erster Linie die Garantiefrage zu 1 ist, die 0 1 der e 3 endgültige Lösung des Reparationsproblem um zu bringe. mag. Vorläufig mur einige Winke, wie der deutsche Besitz garan⸗ rieren und zahlen könnte: Industrie, Gewerbe, Handel, Bank⸗ und Verkehrswesen, Landwirtschaft und Hausbesitz müssen für die Aufnahme der notwendigen Anleihen zu einem Fünftel mit ihrer stanz haften. Zu diesem Zweck sind die privaten deutschen Unter⸗ 5 in Gesellschaftsform zu vereinigen. An Kapital und ichen Besitztiteln dieser Unternehmungen wird die Reichskreu⸗ ellschaft mit einem Fünftel des Gesamtbesitzes beteiligt. Die Lundwirtschaft, so weit sie über 2 Hektar Land verfügt, muß eben⸗ 1 der Treuhandgesellschaft mit einem Fünftel ihres ertes belastet werden. Die Belastung kann als Grundschuld in festem wertbeständigen Betrage entsprechend dem Realertrage der enden Grundstücke erfolgen. Ferner müssen die deutschen wi n Unternehmungen ein Fünftel ihres Ertrages für Deutschlands Leistungen aus dem Friedensvertrage abliefern. Be⸗ itzen diese Unternehmungen Einnahmen in ausländischer Währung, un ist auf Verlangen ein betreffender Anteil an der Reparations⸗ steuer in ausländischer Währung abzuliefern. Eine Be⸗ reinigung des Reichsetats muß natürlich gleichzeitig mit diesen kurz umrissenen Maßnahmen erfolgen. 8 Macht sich die Reichsregierung diese Grundtendenzen in ihrem Angebot zu eigen, dann darf sie sicher sein, daß das Inland in seiner Mehrheit hinter ihr steht und das Ausland der Ueberzeugung ist, daß Deutschland in der Tat eine endliche Lösung des Reparations⸗ oblems wünscht. Die Kriegsgewinnler, Revolutionsgewinnler, Nepurmtionsdewinmder und die späteren Inflationsgewinnler müssen endlich gezwungen werden, mindestens einen Teil ihrer Gewinne auf⸗ zubfeten, um dem deutschen Volke die Freiheit wiederzugeben. Das ist nur möglich durch Erfassung der Sachwerte. 8
Französische Gleiszerstörungen.
Auf der Strecke Hamborn⸗Neumühl⸗ Sterkrade haben die Franzosen durch Aufreißen der Gleise den Verkehr zu einer Reihe von Werken, u. a. der Gute Hoffnung-Hütte und der Zeche Kaiserstuhl, gesperrt. Die französischen Paßbestimmun⸗ gen sind nach den hier vorliegenden Nachrichten bisher noch nicht in Kraft getreten. Der Reiseverkehr blieb bisher un⸗ behindert. Verhaftung von Direktoren.
Wie wir vernehmen, sind am Donnerstag drei Direktoren der Badischen Anilinwerke in Ludwigshafen von den Fran- gosen verhaftet worden. Eine Bestätigung dieser Nachricht liegt noch nicht vor. 5
Verstärkung der Bochumer Besatzung.
Nach Ankündigung der französischen Militärbehörden wird die Besatzung Bochums um 900 Mann verstärkt. Für sie müssen zwei weitere Schulräume geräumt werden.
Poincaré über die Ruhraltion.
Ueber die Sitzung der französischen Finanzkommission und ber Kommission des Auswärtigen der französischen kammer wurde, wie es heißt, folgendes Kommunique ausgegeben: Die Finanzkommission und die Komanission für Auswärtige Angelegenheiten hat den Ministerpräsidenten Poincaré, den Fi⸗ nanzminister, den Minister für öffentliche Arbeiten, den Kriegs⸗ minister und den Wiederaufbauminister über die Resultate der MRuhrbesetzung angehört.
Poincaré erklärte, daß am 1. Mai die Höhe der militärischen Ausgaben der Okkupation unter Abziehung der Kosten, die standen wären, wenn die Truppen im Innern Frankreichs statio⸗ niert geblieben wären, sich auf 61 Millionen Franken beliefe. Die Ausgaben für die Zivilverwaltung beliefen sich auf 2650 000 Franken, sodaß die Totalsumme der Kosten der Ruhrokkupation sich auf 62 650 000 Franken beläuft. Die Einnahmen zerfallen, wie Poincaré weiter ausführte, in zwei Teilen: die eigentlichen Einnahmen, d. s. sämtliche Zölle, Lizensen, Forsten und Straf⸗ gelder, belaufen sich auf 36 Millionen. Einzufügen seien die Ein⸗ nahmen aus Naturallieferungen, meistens Kohle und Koks, in Höhe von 36 680 000 Franben. Speziell die Versorgung der fran⸗ zösischen Metallindustrie mit Koks sei bis Ende Auguft gesichert. Weiter erklärte der Ministerpräsident, man müsse bedenken, daß mit der Abführung von Kohle und Koks erst Mitte März begonnen worden sei. Die Resultate seien also befriedigend und ersetzten gegenwärtig im fühlbaren Maße die Ausgaben der Okkupation. = rr
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f die Frage der Franko-Verqcscheir Erfenbahrreqte ber-
gehend, erklärte Poincaré, daß diese Regie die Priorität der mili⸗ tärischen, Kohlen⸗ und Kokstransporte sichere. Auch gewöhnliche Handelstransporte würden von ihr vorgenommen, aber nur im Bereich des Möglichen. Weiter führte Poincaré aus, daß Frank⸗ reich jetzt imstande sei, die Okkupation solange auszudehnen, als es nötig sein werde. Er erneuerte die Erklärung vom 28. März vor der Finangkommisston, wonach Frankreich und Belgien die Ruhr nur nach Maßgabe der deutschen Zahlungen räumen würden.
Auf eine Anfrage des Deputierten Aurtot wiederholte Poincaré seine frühere Erklärung bezgl. der Aufrechterhaltung der französischen Guthaben in dem Umfange, wie es die Ueberein⸗ künfte von London festgestellt hätten. Von einer Erleichterung der Schuld könne nur auf einer Basis der Kompensation der inter⸗ alltierten Schulden die Rede sein. Der Deputierte Reynoud fragte, ob die Frage der Okkupation der Ruhr an die Frage der Sicher⸗ heit Frankreichs gebunden sei. Poincaré verneinte und erklärte, daß das linke Rheinufer gensige, um die Sicherheit Frankreichs zu garantieren.
Politische uebersicht.
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Der internationale Kongreß in Hamburg. Die Exekutive der 2. Internationale ist am Donnerstag abend 8 Uhr im Hamburger Gewerkschaftshaus zu einer Sitzung zusammengetreten. Es waren vertreten: de Brouckere und Vandervelde, Belgien, Troelstra, Holland, Tom Shaw, England, Stauning, Dänemark, Branting, Schweden, Wels, Deutschland und einige andere Genossen. Die kurze Sitzung war ausgefüllt mit taktischen Vor⸗ besprechungen für die in Gemeinschaft mit den Vertretern der Wiener Arbeitsgemeinschaft am Freitag stattfindenden Vorbereitungen des Kongresses. Auch von der Wiener Ar⸗ beitsgemeinschaft sind einzelne Genossen bereits in Hamburg eingetroffen, darunter der Genosse Friedrich Adler aus Wien. Das Organisationskomitee für den Internationalen Kongreß wird am Freitag vormittag 10 Uhr zu seiner ersten Sitzung zusammentreten. 1 0
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. ee e Englisch⸗russische Unterredungen.
Der englische Außenminister Lord Curzon hatte am Donnerstag eine mehrstündige Unterredung mit dem Ab⸗ gesandten der russischen Regierung, Krassin. In dieser Unterredung wies der russische Delegierte darauf hin, daß ein Abbruch der Handelsbeziehungen und damit aller Be⸗ ziehungen überhaupt zu England geeignet sei, alle kriegerischen Elemente in den Randstaaten zu ermutigen, unerledigte Konflikle mit Rußland mit Kriegsdrohungen zu ihren Gunsten zu entscheiden. Die Besprechungen zwischen der englischen Regierung und Krassin sollen heute fortge⸗ führt werden. Inzwischen hat Krassin die Zustimmung der russischen Regierung zu bestimmten Forderungen Lord Cur⸗ zons eingeholt. Sollte diese Zustimmung nicht erteilt werden, dann müßten die englischen Handelsdelegierten nach einer Erklärung des Unterstaatssekretärs des Aus⸗ wärtigen im Unterhaus Moskau verlassen.
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Die neuen Beamtengehälter.
Am Donnerstag Abend um 6 Uhr begannen im Reichsfinanz⸗ ministerium Verhandlungen über die neuen Beamtengehälter, die am 1. Juli in Kraft treten sollen. Vor Eintritt in die Verhand⸗ lung beantragte die Verhandlungskommission der Spitzengewerk⸗ schaften die Gewährung einer Vorauszahlung auf die neu be⸗ willigte Maizulage. Die Regierung erklärte sich bereit, am Frei⸗ tag vormittag bei dem Ueberwachungsausschuß die Vollmacht zur Zahlung einzuholen. Es soll dann noch abends telegraphisch die Zahlungsanweisung an die Dienststellen erfolgen.
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Die Feme der Organisation C.
Die Statuten der Organisation C(Consul) besagen u. a.: Ver⸗
räter verfallen der Feme! Mehr als ein rätselhafter Tod in den Reihen der natsonalistischen Hakenkreuzler scheint bisher schon den Beweis zu liefern, daß diese Statutsbestimmung kein leeres Wort
Aufl. Denn wer beseffigk ik, rann rern Wessenmufs reichen Kreise mehr verraten. Eine wiclsagene von ichen einer Feme in der Wismarer Schweriner Parteiblatt. Ein Semimarist, Bauer af in den Rathemau⸗Mord verwickelt, begab sich des. 5 burg nach München und wurde dort kurz darauf ern ont Orgesch in Mecklenburg in Bliite stand, tauchte ein fi nant Engelbrecht in Wismar auf, der sich als Ilieget gab und selbst den„Pour le merite“ trug. spielte er eine große Rolle in dem Verschwörerkr Aber schließlich stellte sich heraus, daß seine Sieg 5 und sein Orden gleichermaßen Schwindel waren. Dot schon allzu tiefen Einblick in die Umtriebe der Re wonnen n: Kurz darauf„verunglückt“ er dl Als der Bund der Niederdeutschen die Orgesch abg 0 liche Staffetten zur raschen Verbindung seiner! ö A
tet hatte, wurde bei einem besonders rührigen B wissen Otto in Wismar, eine Haussuchung vorgenom m ist auch er jetzt kürzlich in der Ostsee„verunglückt“. den also schweigen und niemand mehr etwas aus pla was sie gesehen, erfahren oder gehört haben. Will i ** O
Einer der Gesährlichsten
Der am Samstag in Elberfeld verhaftete Führ sation Heinz heißt mit feinem vollen Namen Heim stein. Er wurde im Baltikum von dem Kapitänleu zum Fähnrich befördert. da er sich als ein vo schreckender, zu jeder reaktionären Gewalltat fa erwies. Die in vergangener Woche vom franz richt verurteilten Schlageter. Sadowsky u. a. haben fation des Hauenstein nachweislich angehört.
Zur Zeit des Rathenau⸗Mordes, Mat 1922, hiel Oskar Hauensten in Verlin auf. Er hatte damals ei B. Berlin Linkstraße 15 unter der Firma„Süddeutshe und Export“. Er verbehrte viel mit dem ebenfalls zan 1 1 5 1 1 der 1 1er gleichfalls sehr komprimittiert schien, dann wie ele zum Erstaunen der Eingeweihten wieder auf freien Fuß wurde. Bei Hauenstein wurden damals 1 605 Munition beschlagnahmt, man hat aber daß diese Munitionsschiebung irgendwelche Nachteile ö Kämpen gehabt habe. Ubrigens hatte Hauenstein 9 Verbindungen. Er verkehrte viel im dem damals Bureau der„Gemeinschaft deutscher Automobilfabrikant dem Herr Kapitänleutnant a. D. Ehrentraut sehr tüchtiger Mann, der denselben dee Hauptmann a. D. Grätz vorsteht— in einer Orga lich, die es angeblich gar nicht mehr gibt, die aber em no alle Marionetten der„K. V.“ tanzen läßt. In dies eise tu man die ganzen Zierden der„Wiederern Preußen“ an, den spätex verhafteten Beppo
Hauptmann Oesterreicher, den be—rxü Kessel, den Kapitänleutnant Hoffmann— e Rathenau⸗Mordprozeß von der ersten Zuschauerreih geklagten und verhinderte mit seinem Dolchblick jede wobet sein„Adjutant“ Leutnant a. D. Schäfer ih a eite von dem es heißt, daß er den U⸗Boot⸗Helden Dith 0 habe. Aber auch der biedere Willi Günther, in R Prozeß wegen Beihilfe verurteilt, ging bei Heinz O
sbein ein und aus. Güntber hätte jh bei einem Hach urteilung gar nicht erlebt. Seine guten Freunde sandt kleine Aufmerksamkeit ins Leipziger Gefängnis. De Leute, die nicht allein Sturmbataillone formieren, son Pralinen mit arseniger Säue und ebenso gasföymig gelöster Blausäure zu füllen verstehen, mit dann sozialistische Funktionäre„erledigt“. Und gehüte den Jintimen des tapferen Heinz auch jener Herr asrektot der noch heute einem Detektivinstitut mit einen ber amerikanischen Namen vorsteht und dieses Institut in durch def Lrechbsgerichtetem Sinne beschäftigt?!— 9
Also dieser Hauenstein ist's der gleich nach der 9 im unbesetzten Elberfeld sein Quartier aufschlägt. seiner„besten Leute“ betreibt er wiederum seine für so nützliche„Arbeit“! Millionen und aber Million aus den Geldschränken unbekannter„Patrioten selbst bleibt mit seinen beiden Adjutanten König in Elberfeld. Schlageter, Sadowskt und die and Werk an. Sie beginnen mit der Eisenbahnbrücke bel! Di Kalkum. Die Sprengung mißlingt, der Landrat meistor von Kaiserswerth werden als Geiseln verhnftet. fliegt der Eisenbahnkörver zwischen Essen und en
Luft. Essen muß dafür viele Millionen zahlen. Der Sinder wird ermordet, ein angeblicher Spitzel—
Der Deserteur.
Roman von Robert Buchanan. Zweiunddreißigstes Kapitel. Die weiße Fahne.
Anfangs April verbreitete sich in Frankreich die Kunde, Napoleon habe einen Selbstmordversuch gemacht. Sie wurde zwar sofort dementiert, verursachte aber doch vielen Kaiseranbetern arges Herzweh, so auch dem alten Derval. Es schien so furchtbar und unglaublich, daß der Mann, der so lange das Schicksal ganz Europas gelenkt hatte, plötzlich so elend geworden sein sollte, daß er sich aus der Welt fort⸗ sehnte. Wenn Bonaparte wirklich seine Macht verloren hatte und sich unfähig fühlte, die erlittene Schlappe gut zu machen, dann war nichts mehr sicher, weder die Sterne dort oben, noch die sich um ihre Achse drehende feste Erde— man mußte auf das Chaos gefaßt sein. f Korporal Derval kränkelte und war noch erregbarer als sonst. Marcelle wußte, daß es heute im Dorfe hoch her— ehen werde, da der Schloßherr mit einigen anderen Edel⸗ leuten angekommen war. Um den Alten aus dem Wege zu schaffen, lockte sie ihn hinaus auf die Klippen. Er war nie ein Naturliebhaber gewesen und beachtete auch heute die Schönheiten des herrlichen Frühlingstages nicht. Stunden⸗ lang saß er an der Seite der besorgten Marcelle im duftigen Grün und starrte ins Dorf hinunter. Plötzlich fuhr er, wie von einem Schuß getroffen, zusammen und deutete zur Hinche hinauf:„Sieh' mal, was das ist?“
Marcelle blickte in die angedeutete Richtung, vermochte aber nichts Ungewöhnliches zu entdecken.
„Siehst Du dort oben vom Kirchturm nicht etwas Weißes flattern?“ fragte er gereizt.
Sie blickte noch einmal hin und sah wirklich eine Fahne flattern und zwar eine weiße! Sie wußte augönblicklich, was diese zu bedeuten habe, heuchelte jedoch, obgleich sie einen heftigen Schmerz im Herzen fühlte, Gleichgültigkeit und erklärte, nichts zu sehen.
„Bist Du denn blind? flattert!“ schrie er heftig.
10⁰
Ich will wissen, was dort
Marcelle erhob sich, aus ihren Wangen war jeder Blutstropfen gewichen, sie preßte die Zähne auseinander, streichelte den Arm des Alten und bat sanft:„Komm' nach Hause, Onkel, ich bin müde.“
Er erhob sich ebenfalls, beschattete seine Augen mit der Hand und blickte grimmig in die angegebene Richtung.
„Es weht im Winde und ist weiß, das kann doch nur eine Fahne sein!“ murmelte er vor sich hin.„Ja, ja, es ist eine weiße Flagge, die kann nur irgend ein Schurke dort aufgehißt haben!“ N
Er hatte die Worte kaum ausgesprochen, als Hochrufe, die von Kanonensalven begleitet waren, vom Hügel herab⸗ tönten. Zu gleicher Zeit eilte eine lebhaft erregte Volks⸗ menge hinauf. Es war klar, daß etwas Außergewöhnliches geschehen sein mußte, und in der Tat war aus St. Gurlott der Besehl gekommen, das Bourbonenbanner auf dem Kirch⸗ turm zu hissen. Bonaparte hatte das Spiel verloren und der Erbe der legitimen Könige wurde stündlich in der Hauptstadt erwartet.
Derval hatte bis zu diesem Augenblick die Hoffnung nicht aufgegeben, daß der Löwe das Netz zerreißen und seine Feinde vernichten werde. Er pflegte selten zu beten, aber in der letzten Zeit hatte er häufig gebetet, Gott möge ein Wunder geschehen und das Kaiserreich neu erstehen lassen. Der Anblick der verhaßten Flagge erschütterte ihn gewaltig. Vergebens bemühte sich Marcelle, ihn wegzuführen. Er starrte wie gebannt zum Kirchturm hinauf, unverständliche Verwünschungen gegen die„verfluchten“ Bourbonen aus⸗ stoßend. Marcelle war von dieser seltenen Anhänglichkeit tief gerührt und auch ihr Herz floß vor Mitleid für ihr ge⸗ meinsames Idol über. Es schmerzte sie, den Onkel so sehr leiden zu sehen. Die letzten Stunden hatten ihn vollkommen gebrochen und zum Greise gemacht. Seine Stimme zitterte, seine Brust hob und senkte sich krampfhaft; sie bat ihn, sich doch auf ihren Arm zu stützen und nach Hause zu kommen. Er aber schenkte ihren Worten keine Beachtung, sondern sank aufs Gras zurück und wandte keinen Blick von der Fahne, bis seine Aufmerksamkeit durch nahende Schritte abgelenkt wurde. Marcelle blickte über ihre Schulter zurück und erkannte— Meister Arfoll. 55
ihn ermordet?— Sadowsky soll dafür leb ens. Jeder ander Mensch wäre ihr
Augenblick willkommener gewesen als der
lehrer, dessen ungünstige Meinung von Napoleo
so viel Verdruß bereitet und der dessen jahen
oft vorher gesagt hatte. Marcelle wäre am lieh,
gegangen, aber sie konnte ja den Onkel nicht allen
lassen; überdies hatte Arfoll sie bereits erkannt und
sich ihnen in seiner gewohnten stillen Weise. Er!
bleicher und hagerer geworden, sein Gesicht ern. er.
Derval ihn erkannte, runzelte er sinster die E
auch ihn verdroß die Anwesenheit des Schulmeif
Ihnen vieles entgeht. Die Zeitungen bringen 0 Lügen. Eines ist jedoch sicher, der Kaiser hat aagedankt“ Marcelle sah ihn bittend an, als ob sie ihn beschwöte wollte, dieses Thema nicht zu berühren, denn se einen Zornausbruch des Alten. Dieser aber sa und starrte standhaft aufs Gras. Plötzlich richte scharfen Falkenaugen auf Arfoll und sagte:„Ja, hat sich in den letzten Monaten verändert! Sie auch die weiße Kokarde?“ 15 „Ich bin kein Royalist, ich kenne die Königs genau um ihr Freund zu sein. Die Rückkehr det 1 wird all die Reptilien, welche die Götlin ee dans Fre
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en reich vertrieben hat, zurückbringen; wir werden Opfer der Priester und Parvenus werden. Der N wohl hergestellt sein, aber ein schändlicher, wir we, vergebens die Menschenrechte sor dent Die Augen des Korporals leuchteten 0
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Ueber raschung auf; Meister Arfoll schien am En N der Narr zu sein, für welchen man ihn allgemein Wenn er auch Napoleon nicht anerkennen wollte er doch wenigstens König Louis, und das war s „Sie sind schon lange nicht hier gewesen, Me erzählen Sie uns, wie es Ihnen in den vieles
ergangen ist?“ bemerkte der Korporal
freundlich (Fortsetzung folgt.) g
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