Ausgabe 
19.4.1923
 
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Deutschdemokratisches Vertrauensvotum für die Reichsregierung.

Die deutschdemokratische Reichstagsfraktion hielt am Dienstag mittag vor dem Zusammeuntritt des Plenums eine Fraktions⸗ sitzung ab, in der man sich mit der Rede des Neichsaußenministers beschäftigte. Die Fraktion war überwiegend der Auffassung, daß in der Rede ein sormelles Angebot der deutschen Regierung zu sehen sei. Die Erfüllbarkeit des Angebotes hängt nach der Auf⸗ fassung der Fraktion selbstverständlich von der Erlangung einer

internationalen Anleihe ab. Die Fraktion sprach der Reichs⸗

regierung ihr rückhaltloses Vertrauen aus.

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laufen konnte.

Englands Unzufriedenheit mit Rosenberg.

Ebensowenig wie in Belgien und Frankreich hat die Rede des deutschen Außenmimisters in England Zufriedenheit hervor⸗ Daily Telegraph bringt eine wahrscheinlich offiziöse Notiz folgenden Inhalts: Das neue deutsche Angebot stellt einen wesentlichen Fortschritt gegenüber den früheren deutschen Vor⸗ schlägen dar, ist aber nicht aus reichend, um Frankreich zu be⸗ ftiedigen oder es den anderen allilerten Regierungen zu ermög⸗ li dag Angebot zu umerstützen. Sehr bedauerlich ist, daß politische Quertreibereien den Kanzler und seine Regicrung daran gehindert haben, elne Ziffer von etwa 40 Milliarden Goldmark zu nenen, die als Verhandlungsbasis nicht ohne weiteres von det Hand gewiesen worden wäre. Dieser Eindruck den man in London bezüglich der Verhandlunasbasis hatte, war der erste Inhalt des Rates, den man von London aus in Berlin erteilt hat, anscheinend aber mit geringer Wirkung. Poincaré würde es gern sehen, wenn die englische Regierung jetzt weitgehende Schritte unternehmen würde, um einen starken Druck auf Deutschland auszuüben. Morning Posc bemerkt in ihrem Leitartikel, der deutsche Außen⸗ minister bringe keine Gacantien, die Frankreich veranlassen Tönnten, sich aus dem Ruhrgebiet zurückzuziehen. Der Bericht⸗ erstatter der Times in Berlin, der sehr gute Beziehungen zum eng⸗ lischen Botschafter Lord d Abernon, dem Uleberbringer des vor⸗ erwähnten englischen Nates unterhält, schreib die Rede Rosen⸗ bergs hätte jederzalt seit Weihnachten gehalten werden können. Sei bringe die Dinge keinen zollbreit vorwärts.

Daß es schwer ist. in Anbetracht der Verhältnisse den Entente⸗ mächten ein Angebot zu machen, das als genügend anerkannt wird, ist sicher. Immerhin aber hat die Debatte im Reichstag be⸗ wiesen daß auch die deutschen Parteien mit der Erklärung der Megierung nicht ganz einverstanden waren. Im Ausland sollte man deshalb nicht vergessen daß die Abgeordneten Müller⸗Franken und Stresemaunn als Führer großer Parteien sich in ihren Reden ie Aufgabe stellten, einen vosittven Weg zu Verhandlungen zu igen. Wenn im Auslande im Ernst der Verständigungswille dann können die Reden 0 ö m. wie es sonst üblich ist. Falls in Frankresch Bedarf besteht, bieten sie die Basis zur Einleitung von Verhandlungen. 5

Auffällig ist, daß der Reichsaußenminister auf die offizielle englische Forderung, nicht nur ein fixiertes Angebot zu machen. sondern positiv 40 Milliarden Goldmark anzubieten, nicht im geringsten eingegangen ist. Dadurch kann man wahrhastig nicht den Eindruck des deutschen Verständigungswillens erwecken.

Die Drucksteigerung. Abbruch der Bezichungen zum Reichskommissar Die Interalliierte Rheinlandkommission in Koblenz hat soeben dan. deutschen Neichstommissar für die besetzten Gebiele mitgeteilt, daß sie mit dem Mittwoch seine Tätigkeit und die seiner Behörde im etzten Gebiet als beendet betrachte und seine sowie seiner Behörde Abreise aus dem besetzten Gebiet erwarte. Wie eine Pariser Abendzeitung mitteilt, hat die Rheinland⸗ 0 sion ihren Beschluß auf Antrag des französischen Vertreters 7 gleichzeitigen Kommissionsvorsitzenden Tirard gefaßt. Die Bot⸗ schafterkonferenz habe sich mit der Sache noch nicht befaßt. Deutschlauds Protest. Halbamttlich wird aus Berlin mitgeteilt: Dem Reichs kommissar die besetzten rheinischen Gebiete, Fürsten Harzfeldt⸗Wildenburg, st gestern vom Präsidenten der Interalliierten Rheinlandkommission eine Note übergeben worden des Inhalts, daß die Aufrechterhaltung eines Reichskommissariats für die besetzten Gebiete die Autorität der Mheinlandkommission und die Ausführung ihrer Verordnungen be⸗ einträchtige und daß daher die Mission des Reichskommissars für beendet betrachtet werden müsse. Fürst Hatzfeldt hat sofort Einspruch erhoben unter dem Hinweis darauf, daß das Argument für seine Ernennung nicht von der Interalliferten Rheinlandkommission, son⸗ dern von der Botschafterkonferenz erteilt worden sei und daß er dem⸗ gemäß der Rheinlandkommission nicht das Recht zuerkennen könne,

der genannten beiden

seine Mission für beendet zu erklären.

Die Vollendung der Rheinland⸗Diktatur.

Die Rheinlandkommission hat dem Reichskommissar für die be⸗ setzten rheinischen Gebiete mitgeteilt, daß sie beschlossen habe, die im Artikel 18 der Ordonnanz 3 in der Fassung der Ordonnanz 12 vor⸗ gesehenen Sondervollmachten bis zum 30. Juni 1923 vorbehaltlich weiterer Verlängerung zu übergeben: 1. ihren Oberdelegierten in den Bezirken Bonn, Koblenz, Rheinhessen. Trier, Wiesbaden, 2. allen Bezirks⸗ und Kreisdelegierten in der belgischen Besatzungszone. Weiter hat die Rheinlandkommission mitgeteilt, daß die komman⸗ dierenden Generäle der Armeen berechtigt sejen, bei einem allgemein hervortretenden Bedürfnis den Anschlag der Kurse des Dollars, des Sterlings und des französischen und belgischen Franken durch die Banken in Gemäßheit des Artikels 20 der Verordnung 2 in Ver⸗ bindung mit der Verordnung 31 anzuordnen.

Die Organisation des Zwanges.

Wie der Korrespondent der Liberte aus Düsseldorf meldet, fanden am Dienstag früh zwei Beratungen statt, an denen Mit⸗ glieder der französischen und belgischen Regierung und die Spitzen der interalliierten Okkupationsarmee teilnahmen. Es wurde hauptsächlich über die Armeebestände und über die Verteilung der⸗ selben im besetzten Gebiet verhandelt. Der französische Finanz⸗ minister Delasteyrie hatten eine Besprechung mit den französischen und belgischen Finanzsachverständigen, wobei Frage der Hohlensteuer und die Bewilligung der Aussuhrgenehmigungen er⸗ örtert wurden. Für Mittwoch ist eine neue Konferenz einberufen, in der nur technische Fragen der Eisenbahnregie und die Ver⸗ teilung der Einnahmen und Ausgaben zur Sprache kommen sollen. Man erwartet auch den belgischen Eisenbahnminister Le Neujean.

Nach einer weiteren Meldung aus Düsseldorf hat der dort mit dem französischen Arbeitsminister Le Trocquer eingetroffene Finanzminister Delasteyrie mit General Degoutte und der Fi⸗ nanzkomission über das neue Finanzregime verhandelt, das den Besatzungsmächten gestatten soll, im Falle der Weigerung der Zahlung der Kohlensteuer in den Betrieben nicht nur Waren, son⸗ dern auch Maschinen zu beschlagnahmen. Der Minister der be⸗ freiten Gebiete Reibel wird sich ebenfalls nach dem Ruhrgebiet be⸗ geben, um die Holzlager zu besichtigen, die beschlagnahmt und nach Nordfrankreich abgesandt werden sollen.

Die Verkehrslage im Nührgebiet.

Ueber die Verkehrslage im Ruhrgebiet ist folgendes zu be⸗ richten: Von den 206 Bahnhöfen des Ruhrgebietes 7 im a Len 170 von den Einbruchstruppen besetzt. Auf 60 von diesen ruht der deutsche Betrieb, während die übrigen besetzten Bahnhöfe noch immer im deutschen Betrieb sind. Von den 60 den deutschen Be⸗ triebsleitungen unterstehenden Bahnhöfen werden 44 im mäßigen Zugver ehr von den Gegnern befahren, 10 liegen still. Auf 6 Bahn⸗ ist der Betrieb infolge der Besetzung angrenzender Strecken

ahmgelegt.

Wie Verschärfung der Verkehrskontrolle. Gleichzeitig mit der Verordnung über den Kohlenverkehr ist

eine französische Bestimmung über den Autoverkehr eingegangen,

die den gesamten Autpverkehr den Franzosen ausliefern will. Es dürfen nach dieser Bestimmung von den französischen Posten be⸗ schlagnahmt werden alle Fahrzeuge außer großen Lastwagen, wenn ste nicht einen Passierschein non französischer Seite, oder einen englischen, bei dem das Visum des Generalstabs der Rhein- armee oder der französischen Mission bei der britischen Armee nicht fehlt, aufzuweisen haben. Die beschlagnahmten 8 gen werden zu der zuständigen Beschlagnahmekommission gebracht, wo man end⸗ gültig über sie entscheidet. Die Verordnung läßt also den Verkehr von großen Lastwagen innerhalb des besetzten Gebietes noch frei.

Die Kautionen, die die Franzosen beim Ueberschreiten der Be⸗ satzungsgrenze neuerdings von den Besitzern der Kraftfahrzeuge und Fahrräder sordern, betragen bei Rädern bis zu 300 000 Mk.,

bei Automobilen bis zu einer Million.

Neuer Protest gegen die Massenausweisungen. Die Reichsregierung hat den Regierungen in London, Paris und Brütssel im Anschluß an die bereits früher den dortigen Re⸗ gierungen mitgeteilten Namen von Beamten, die mit ihren Fa⸗ milien aus dem besetzten Gebiet ausgswiesen worden sind, in einer Note eine weitere Liste von zahlreichen Ausweisungsfällen über⸗ reichen lassen, die von der Interalliierten Rheinlandkommisssion angeordnet worden sind. Die neue Liste umfaßt 833 Personen. Die deutsche Regierung legt auch gegen diese Massenausweisung von deutschen Beamten durch die Interalltierte Rheinlandkommisston Verwahrung ein. Der Reichskommissar für die besetzten rheini⸗ schen Gebiete hat der Interalliierten Rheinlandkommission eine

Abschrift dieser Note überreicht.

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Attentate gegen fran ösisch⸗belgische Nini Der Pariser Intransigeant meldet aus Düsseldors: Nacht wurde nicht weit vom Aachener Bahnh

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Schienensträng schaffen machten.* J. 1

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Erploston gebracht. Dieses Attentat follie dem Zug gelten zn en f, sich der französische Arbeitsminister Le Troquer befand.

Der Deserteur.

Roman von Robert Buchanan.

Am Morgen des zweiten Tages erhob sich ein heftiger Wind, das Meer war sehr bewegt; gegen Mittag hatte sich der Wind in einen Sturm verwandelt und ehe die Nacht hereinbrach, erhoben sich die Wellen haushoch. Ein wahrer Wolkenbruch ergoß sich, den ein Orkan begleitete. Zwei Tage und zwei Nächte wütete dieses Unwetter immer heftiger sowohl zu Land als auch zur See. Die Gendarmen verließen ihren Posten nicht und wechselten fluchend und brummend in regelmäßigen Zwischenräumen ab.

In dem Aufruhr dieser stürmischen Nächte hätte Rohan vielleicht flüchten können; aber er versuchte es gar nicht, denn wo in aller Welt sollte er ein nur annähernd sicheres Versteck finden. Vom Dunkel der Nacht geschützt, wagte er zweimal den gefährlichen Aufstieg in jene Nische, wo er damals von Grallon und den anderen Häschern entdeckt worden war. Das erste Mal vergebens; das zweite Mal ließ dieselbe uner⸗ schrockene Hand dasselbe Proviantkörbchen, Schwarzbrot und kräftigen Käse enthaltend, hinabgleiten, so daß er die nächsten Tage vor dem Hungertode geschützt war.

Auf den Sturm folgte eine Reihe ruhiger Tage und heller Mondscheinnächte. Die Belagerer versuchten gar nicht mehr, zu ihm zu gelangen; sie schienen tatsächlich die Absicht zu haben, ihn auszuhungern. In der fünften Nacht machten sie eine wichtige Entdeckung. Als die am obersten Felsen patroutllierende Wache ihre Runde antrat, bemerkte sie eine dunkle, fast auf den Boden kriechende Gestalt sich langsam fortbewegen. So oft der Mond aus den Wolken trat, lag sie ganz flach auf dem Boden; kaum hatte er sich aber wieder verkrochen, da erhob sich die Gestalt und lief, so rasch sie Einer der beherzten Gendarmen folgte ihr auf allen vieren. Er blieb stehen, wenn sie sich niederkauerte und lief ihr nach, wenn sie lief. Endlich überwand er mit größter Willenskraft seine abergläubische Furcht, faßte sich ein Herz, nachdem er sich zuvor bekreuzigt, sprang vor, hielt die Gestalt an und fand, daß sie aus Fleisch und Blut sei.

Auf seinen Pfiff eilten Kameraden mit Blendlaternen herbei und siehe da: sie leuchteten in das Antlitz der Mutter

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Gwenfern, die am ganzen Leibe bebend vor ihnen stand. Sie konfiszierten ein Körbchen mit Lebensmitteln und ein dickes Hansseil. Es schnitt den Leuten ins Herz, die Alte jammern zu hören und ihr verstörtes Gesicht zu sehen. Einige hätten sie auch am liebsten unbehelligt laufen lassen, aber die brutaleren wollten nichts davon wissen und trieben die Arme mit ihren Bajonettspitzen in ihre Hütte zurück, die von dieser Stunde an von Spionen umzingelt wurde. Kein Mensch konnte mehr das Dorf verlassen und sich unbeobachtet den Klippen nähern.

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Er wird Hungers sterben!

Er wird nicht sterben, Mutter!

Jede Hoffnung ist verloren, ihm helfen zu können. Fluch über Pipriac und die ganze Häscherbande!

50Laß uns beten, Mutter, daß Gott uns aus der Not elfe!

Wie kann ich beten, da Gott uns verlassen hat! und der Kaiser sind gegen uns. sterben, muß Hungers sterben!

Die alte Gwenfern und Marcelle saßen allein in der Hütte. Sie hielten sich innig umschlungen und weinten bitterlich, denn der letzte Versuch der armen Mutter, ihrem Sohne Lebensmittel zuzuschmuggeln, war gescheitert und schon der Gedanke, daß er nun vergebens auf Hülfe warte, zerriß ihr das kummervolle Herz. Was sie ihm bisher zu⸗ führen gekonnt, hatte kaum genügt, Leib und Seele zusam⸗ menzuhalten was sollte nun aus ihm werden? Seit mehr als dreißig Stunden hatte er keinen Bissen Brot zu sehen bekommen; dazu die Finsternis, die Kälte und die voll- ständige Einsamkeit in der Grotte; es war rein um den Verstand zu verlieren! N

Die Angst und die Aufrögungen der letzten Monate waren an der armen Frau nicht spurlos vorbeigegangen. Noch viel hagerer und abgezehrteih als sonst, ein Skelett, das nur durch die aufopfernde Mutferliebe aufrecht erhalten wurde, beobachtete sie den Lauf der 3 Die sich immer haufiger blaufärbenden Lippen deuteten auf ein rasch fort schreitendes Herzleiben. In jenen einsamen Stunden bildete

Gott Mein armes Kind muß

242 5. I Politische Uebersicht. Schutz gegen Entlassungswill 8 Verbesserung des Betriebs rätegesetzes, 0 al Das Betriebsrätegesetz hat den willkürlichen Enlle 0 10 gen von Arbeitern und Angestellten einen Riegel da 40 5 schoben. Die Unternehmer können nicht mehr, wie 1 pen Arbeiter auf die Straße setzen, einzig aus dem Gr al die diese und es waren meist die tüchtigsten Kräfte 57 be Rechte und die ihrer Kollegen verteidigten. Der§ Jide die Betriebsrätegesetzes bestimmt u. a., daß der Arbeitgeger 50 f falls die Entlassung als zu Unrecht erkannt wird, zu u ut schädigung verpflichtet ist, wenn er die Wiedereinste it g. verweigert. Diese Entschädigungspflicht wird nach de 8 zahl der Jahre bemessen, die der Entlassene beschäftig e ble sowie nach der wirtschaftlichen Lage des Arbeitnehme 8 wie der Leistungsfähigkeit des Arbeitgebers und darf für jh Für Jahr bis zu einem Zwölftel des letzten Jahresarbeitz elite dienstes, jedoch nicht über sechs Zwölftel betragen. flit n. Gestützt auf die Geldentwertung und durch schleppung des Verfahrens wie der Hinauszögerung 10 be Zahlung der Entschädigung, haben es die Unternehm lun 0 standen, den Sinn dieser Schutzbestimmungen völlig au bit höhlen. Im Einperständnis mit der Reichsregier 0 un nunmehr eine Aenderung des§ 87 ausgearbeitet wolhen S für die bereits eine feste Reichstagsmehrheit vorhand nl die folgenden Wortlaut hat: N ec n I 2 ist zwischen Satz 2 und 3 folgender e 9 eh ee Bestandteile des Jahre 45 sind mit einem Betrag in Ansatz zu bringen, 0 d der we e e Lohn⸗ oder Gehal 115 rufs en 90 60 a sg ute Jeg 2 in migenNene 1 15 der Zahlung der Entschädigung in Verzug, so hat er dem A. lite * den durch die Geldentwertung entstehenden El mc zu etzen. 0 7. Damit wird es künftig den Unternehmern unmd 1 feh gemacht, die willkürlich Entlassenen um den im Gese litet! gelegten Entschädigungsanspruch zu bringen. 5 17 8 Ein Bekenutnis zur deutschen Nepublf 1980 Bei einer Festvorstellung zugunsten des Oberhess Ahne Hilfsbundes hielt der Reichstagstbgeordnete v. Kar do c ni der der Deutschen Volkspartei angehört, eine Ansp rz! der er auch den Abwehrkampf am Rhein erörterte und nil gegen den in manchen Kreisen gehegten Gedanken der se wm waffneten Abwehr wandte.Das wäre, f ir Redner, heller Wahnsinn. Ein solches Begst wah würde unser Vaterland in einen Haufen von Schu Trümmern verwandeln. Der neue deutsche Staat, die! sche Republik, besteht jetzt die Feuerprobe. 0 Staat stärken und zu schützen, ihn zu einem Hort des n Dull nalen Gedankens zu machen, ist die Forderung der Lmas und die Pflicht eines jeden unserer Volksgenossen. 1 Sehr schön! Aber noch schöner wäre es, wen mm en v. Kardorff, der immerhin ein weißer Rabe ö edeche ganze Partei, d. h. die Deutsche Volkspartei Aa dieser Staatsauffassung bekehren könnte! 1 4 0 Marcelle, die mit kindlicher Liebe und mehr als kim er 85 Pflicht ihr treu zur Seite stand, ihren einzigen Trost. 2 * 1 Es ist Zeit, daß wir wieder nach unserem Flüchshing sehen. Die grausame letzte Versuchung, die den sti Wen unt Willen zu brechen vermag, ist an ihn herangetreten: Hue re quälender Hunger nagt in seinem Magen. Verganzene E Nacht hat er die letzte Brotkruste gegessen und heute war ihm en 2 kein neuer Proviant zugesteckt woeden. Unten am Stand Aut het gab es wohl Schellfische genug aber er wagte es nicht, ihn,.] ih aufzusuchen. Er mußte wie eine Ratte in der Falle qu. 255 ten. Wenn er wenigstens noch etwas Hauttang zum hab 5 bern gehabt hatte, aber auch das nicht nichts als das! 4 00 fe Wasser, welches von den Wänden herabrieselte. Was aun. i den der, wenn er mit wilder Verzweiflung seine Blicke üer? sunder weite Meer schweifen ließ, wo eine Reihe von Fischerbale 1 0 wie eine ungeheuere schwarze Seeschlange dahinglitt? dach freudig hatte er sich vor nicht zu langer Zeit dem Fish 10 angeschlossen und nun war all das verloren, die Wel t ihn ein verschlossenes Paradies] Ach, wie gerne wollte ern U Kreuz tragen, wenn er nur seinen nagenden Hunger s 1 800 könnte! Bald wurde ihm vor Schwäche schwarz vor den a cn Augen, dann wieder kroch er zur Mündung desschrahen un Loches und starrte verzweiflungsvoll in die Tiese, al ah, d ihm von dort Rettung kommen sollte. 1 N Rohan! Rohan! 1 805 Herr im Himmel, ist's ein Traum, ist's Wirklich dn Etwas Schwarzes gleitet dort unten. Es ist zu finster, a es deutlich zu erkennen, aber was er jetzt hört, daßs Auen Ruderschläge, sie kommen immer näher. N dum

Rohan!, Rohan! lebst Du, bist Du oben? f Das ist Wirklichkeit, das ist Marcelles süße S f Ja, ein winziges Boot hält dicht unter dem Altar und let sich. von der auf. und niedersteigenden Flut getra⸗ 0 rhythmischen Bewegungen. Eine männliche und eine liche Gestalt sitzen darin. Die weibliche erhebt sich flüstert:Nohan, um der Barmherzigkeit willen, gi ein Lebenszeichen, wenn Du oben bist! Ich bin's, Mu

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2 S

ger,

Aber sprich leise, denn wir werden bewacht. (Fortsetzuna solat