Ausgabe 
19.4.1923
 
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11. Die Erzielung von Preisstillstand und Preisabbau und 1 demit die Besserung des Realeinkommens ist wertvoller als

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werden kann und bei andauerndem wesentlichen Preisrück⸗

dagegen

aber den Achtstundentag preiszugeben wobei ihr überlassen bleibt, den Preisabbau zu fordern und nach ihren Kräften

ununterbrochene Karawane geht es egit

5 5 Lohnabban und Preisabbau.

jede Vermehrung des nominalen Papiermarkeinkommens.

Ergebnis der Vesprechungen uber die Gehälter und Löhne der Beamten, Angestellten und Arbeiter des Reiches und damit der Grund. weshalb von einer Teue⸗ rungsaktion in der bisherigen Weise Abstand genommen wurde. Wer wollte bestreiten, daß dies durchaus rich

iste 79 8 Uns scheint jedoch, als erfahre diese Theorie eine falsche dung. Die Auffassung der Arbe itnehmer geht dahin, daß, sobald die Preise der Lebensmittel herabge hen, auf weitere Teuerungszulagen verzichtet

gang auch eine entsprechende Lohnkürzung in Kauf genom- men werden muß. Natürlich unter Berücksichtigung der allzu weit zurückgebliebenen Löhne. Die Unternehmer vertraten von vornherein den Standpunkt, daß er st die Löhne gekürzt werden müssen, bevor die Pieise herabgesetzt werden könnten.

Die Steigerung der Lebensmittelpreise war nicht die Folge, sondern die Ursache der nominellen Steigerung der Papiermarklöhne. Logischerweise müßten also zuer st die Preise zurückgehen bevor die Löhne zurück⸗ gehen. Dabei wäre allerdings nicht zu vermeiden, daß in der Uebergangszeit ein Teil der früheren Unternehmer⸗ gewinne aus den Differenzen zwischen hohen Preisen und niedrigen Löhnen zurückgegeben werden müßten. Da dann die Unternehmer bestrebt sein würden, die Uebergang 8. zeit möglichst abzukürzen, um möglichst wenig zuzulegen, könnten wir sicher sein, daß der Preis abbau ganz b e st i mimt und so weit als möglich eintreten würde. Alein das Unternehmertum will das Risiko von vornherein auf die Arbeitnehmer abwälzen und wehrt sich mit allen Mitteln gegen dieZumutung, im Interesse der Gefundung der wirtschaftlichen Verhältnisse auch nur das mindeste Opfer zu bringen. Der Arbeitnehmerschaft wird jedoch zugemutet, während der Uebergangszeit ihre kärg⸗ liche Lebenshaltung noch weiter einzuschränken, außerdem

zu fördern, der dann aber weit langsamer und weniger nach⸗ haltig vor sich geht, weil ein ganz besonderes Interesse für die Unternehmer nach vorgängigem Lohnabbau nicht mehr vorliegt. Es wäre noch mehr zu diesem Thema zu sagen, doch stehen wir bereits vor der Tatsache, daß der

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Unterneh merstandpunkt die stärkere Macht auf seiner Seite hat, weitere Lohnzulagen nicht mehr oder doch in kaum nennenswertem Maße erfolgen.

Wir erwarten nun wenigstens den verheißenen Preis⸗ stillstand und Preisabbau und müssen das Unter nehmertum samt der Re gierung ersuchen, nun⸗ mehr mindestens die gleichen Anstrengungen zur Preis kürzung zu machen, wie sie bisher zur Lohnkürzung machen. Denn eine längere Uebergangszeit ist für die Ar⸗ beitnehmerschaft uner träglich. Der Belastungsprobe ihres Existenzminimums darf nicht gar zu viel zugemutet werden. Al so Preisabbaul

K*

. 5. Frankfurter Messe.

Vielleicht war das Wetter der Messe günstiger als strahlender 0 nschein, der in den weiten Hallen immer eine drückende Schwülle erzeugt, die auch dem rührigsten Kaufmann und dem aus⸗ dauernsten Messebummler die Kräfte lähmt. Am ersten Tage schon war ein starker Besuch zu verzeichnen und die große Schau deutschen Gewerbefleißes und deutschen Kunstgewerbes fand eine gerechte Würdigung. Die alte Zahl der Aussteller ist wieder erschienen, neue haben sich zu ihnen gesellt, die Frankfurter Messestadt hat sich aber⸗ mals geweitet und greift mit ihren Polypenarmen immer weiter um sich. Die gewaltigen Hallen sind gefüllt. Tausende von Kaufleuten

FanLeber erhielt in der westräumfgen HalleSchuß und e 7

erregt.

aus ganz Deutschland und auch aus dem Auslande sind Gäste Frank⸗ furts. Den alten Messebauten sind neue zugefligt worden. Die Aus⸗

nach Wiesbaden und darüber hinaus zu worden,

Personen zusammen⸗ Rhein. Doch die Zahl Bruchteil des Stromes 1 h 155 Griesheim ieren.,

1555 Roisende, die Gegend von er weiter und nach dem Rhein will, der sucht auff einem der vielen Laftautos unterzukommen. Für 2000 Mark nimmt

forkkommen umd strebt nach seinem Ziel. Drollige Bilder kann man wenn der weibliche Teil

und unten nachhelfen, denn nicht zu vorhanden, um einigermaßen bequem, auf das Auto gelangen zu können. Auf hoch beladenen Autos sieht man dann die Passagiere flach auf den Bauche liegen, damit sie auf der Landstraße nicht mit den Kesten der Bäume in Berührung kommen. Daß eine solche Fahrt angenehm und bequem wäre, wird niemand behaupten wollen, doch der Volkemund sagt ja schon:Besser schlecht gefahren wie gen be

0 Während so die Autos die Hauptmasse der Reisenden be⸗ em sieht man auf der Landstraße alle nir denkbaren Vehikel

vom einfachen Fuhrwerk bis zum Fahrrad uchlger im Dienste der

5 Personenbesörderung. Die Straße uhnmelt seh. und wie eine

210 0% üben.

eim Leiterchen

ein Heim, in dem sich Frankfurt als Metropole der Leder⸗ industrie für den Rhein⸗ und Maingau glanzvoll vorstellt. Wenn bisher die Gruppe Textilwaren auf der Messe vorherrschend war, so macht jetzt ihm das Leder stark den Rang streitig. Die öster⸗ reichischen Lederwaren fanden in, der neuenWiener Halle eine eigene Halle. Ueberhaupt hat sich die Zahl der Wiener Aussteller erheblich gegen früher vermehrt. Alle Geschäftszweige sind wie unmer reich und gut beschickt. Landwirtschaftliche Maschinen er⸗ regen-das besondere Interesse der Messebesucher. Ausgezeichnet hat das Kunstgewerbe ausgestellt. Ueherall drängt sich Stand an Stand, jeder reich mit deutschen Erzeugnissen jeder Art gefüllt; ein Lebens⸗ willen der deutschen Industrie und des Handels.

ImRömer wurde am Sonntag mittag die in Verbindung mit der Internationalen Kunstmesse stehende

Frankfurter Kunstmesse durch einen kurzen Akt im Bürgersaal eröffnet. Nach der Be⸗ grüßung durch Direktor Sutter sprach Regierungspräsident Genosse Haenisch seine Genugtuung darüber aus daß es auch diesesmal wieder gelungen ist. in die Messe eine Kunstmesse organisch einzugliedern. Die Ausstellung zeige im erster Linie hessische Kunst und hessisches Volkstum;

sie sei damit eine Heimatunsbausstellung. Die Wurzel der Kunst müsse aber im Mutterboden des heimatlichen Volkstums stecken. Bei aller Begersterung br das Weltbürgertum, für die Weltkunst, für die Welkliteratur dürfe man die Pflege der Liebe zum Heimatlichen, zur Landsmannschaft nicht ver⸗ gessen. Frankfurt erwelse sich durch die Messe und durch die Kunst⸗ messe aufs neue als ein Eckpfeiler und als ein Limes zum Schutze unserer nationalen und kulturelle Eigenart. Frankfurt zeige sich von neuem als ein Hort des deutschen Volkstums. Die deutsche Westmark dürse nie Mur französischen Ostmark werden und der Rhein müsse Deutschlands heiligster Strom bleiben. Das deutsche Volkstum mlisse erhalten bleiben nicht nur dem eigenen Lande zum Heil, sondern der ganzen Welt zum Nutzen. Das deutsche Volkstum wird nicht vernichtet werden und wenn die Welt voll Teufel wär! Der Leiter der Ausstellung Dr. Löbbecke, gab hierauf einen Ueber⸗ blick über die aus gestellten Gegenstände. So fand inmitten der internationalen Messe die Hessische Kunst eine Heimstätte. Was in diesem reichen alten Kulturlande Staat, die Städte und die Fürstenhäuser an Kunstschätzen sammelten, davon sind aus⸗ gezeichnete Proben zu einer Schau vereinigt, die starkeg Aussehen Im Mittelpunkt der Schau stehen wundervolle m⸗ lungen des Grafen von Erbach: Waffen, Büchkunst, Elsenbein⸗ schnitzerei. Die hessischen Städte zeigen eine Fülle ihrer prächtigsten Ansichten. oberhessische Vauernkunst feiert hier Triumphe, Bilder aus dem Leen der Alt⸗Gießener Universität. Offenbacher Lederer zeugnisse und tausend andere Dinge, die gebührend bestaunt werden. Nur schade. daß die chein⸗ hessischen Landschaften in diesem Kranze fehlen. DieHessische Kunst darf als die bisher beste Veranstaltung der Kunstmesse bezeichnet werden.

Gießen und Umgebung.

Vorbereitungen zur Maifeier.

Näher rückt der Maitag heran, der für den Weltfeiertag der Arbeit auf dem Pariser Kongresse im Jahre 1889 fest⸗ gesetzt wurde. 33 Jahre sind seit der ersten Maifeier im Jahre 1890 vergangen, eine Zeitspanne, die man allgemein als ein Menschenalter zu bezeichnen pflegt. Seit dieser langen Zeit hat sich vieles in Deutschland in der ganzen Welt umgestaltet, es sind Dinge Wirklichkeit geworden, die man damals nicht für möglich gehalten. Wer damals, bei der ersten Maifeier, als das Sozialistengesetz noch herrschte, gesagt hätte, daß wir 33 Johre später die deutsche Republik und eine demokratische Verfassung wie die heutige hätten den hätte man sicher für einen kompletten Narren erklärt! Zwar gab es auch Genossen, die optimistischer dachten und die den Sieg des Sozialismus in eine nahe Zu⸗ kunft verlegten. Wer aber die Zahl unserer Wahlstimmen und gar erst die Zahl unserer organisierten Parteimitglieder im Anfang der neunziger Jahre näher ansah, mußte zu der Erkenntnis kommen, daß noch lange und harte Arbeit not⸗ wendig war, um die Bahn für unsere Bewegung freizu⸗ machen. Und heute ist die Arbeit noch nicht vollendet! Welche Massen von Arbeitern stehen heute noch unserer Bewegung fern! Zur Stärkung unserer Reihen soll auch die Maifeier beitragen, die wir trotz aller mißlichen Zeitumstände ihres

Auch viele Möbelwagen sieht man des Weges ziehen, die das Gut Ausgewiesener nach dem unbesetzten Gebiet bringen. Wehe, wenn dann an der Grenze die Papiere des Transportes nicht ganz in Ordnung sind, dann reißen unbarmherzige Marolkanerhände alles aus dem Wagen heraus und werfen es auf die Straße und in den Straßengraben, um zu sehen, ob nicht etwas Unerlaubtes mitge⸗ nommen wird. Wie die Sachen dann wieder in den Wagen kommen, das überlassen sie dem Fuhrmann und den Zuschauern, die an der Grenze immer in großer Zahl als Neugierige stehen, denn zu sehen gibt es hier den ganzen Tag etwas.

Von morgens 6 Uhr bis abends 8 Uhr ist der Verkehr Über die Grenze bei Griesheim frei, bei Nacht ist er verboten. Im allge⸗ meinen geht es an der Grenzsperre bei Griesheim schnell. Ein fran⸗ zöstscher Unteroffizier kontrolliert nur die Pässe und ist zufrieden, wenn er dasBildchen sicht. Doch von Zeit zu Zeit wird auch mal eine Stichprobe gemacht dann müssen alle Passagiere mit ihrem Ge⸗ päck heraus aus dem Auto und alles wird durchsuckt, selbst in die Taschen der Leute schaut das französssche Auge. Von Höchst aus fährt auch die Bahn nach Wiesbaden, und der Franzmann ift bereit, seine deutschen Gäste unsonst mitzunehmen. Doch diese Ehre tut ihm kein Deutscher an. Nicht nur, daß der Betrieb unregelmäßig, unsicher und gefährlich ist, nein, jeder der mit einem solchen Zuge führe, liefe auch Gefahr, von der erbosten Bevölke nung verpritgelt zu werden, die absolut jede Gemeinschaft mit den Franzosen ablehnt. Den Ar⸗ beitern hatte man freie Hin⸗ und Rückfahrt zur und von der Arbeits⸗ stätte versprochen, doch keiner ließ sich bewegen, davon Gebrauch zu machen, jeder zahlte lieber die 6000 bis 8000 Mark Wochenabonne⸗ ment für das Auto, obwohl die Beförderung damit wahrlich kein Vergniigen ist.

Ueberall am Rhein, wo man hinkommt, kann man es hören, der Franzose hat es in den vier Jahren der Besetzung nirgends ver⸗ standen, sich Sympathien zu erwerben, und wo das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen einigermaßen erträglich war, auch da hat es der Franzose durch seine zynische Brutalität und Rück⸗ sichtslosigkeit dahingebracht, daß auh der gutmütigste Rheinländer in ihm nur noch den Feind sieht.

Wiesbaden ist eine ruhige, man kann fast sagen eine tote Stadt geworden. Es dominirt dort die französische Uniform, und während noch voriges Jahr in den Nachmittagsstunden auf der Wilhelmstraße ein reges internationales Leben flutete, sieht man heute nur noch franzöfische Militärs mit ihrem Anhang flanieren. In der Wil⸗ helmstraße befindet sich auch eine französische Lesehalle für Deutsche, in der sich aber Deutsche nicht blicken lassen. Das Schau⸗

mgehängt, um die sich kein Mensch

Zweckes und ihrer Bedeutung wurdtg gestäasten müssen. Sie soll erhabend, begeisternd für unsere Sache wirken, den Sinn für die Wohlfohrt der Gesamtheit, für kulturelle Hebung des Volkes weclen und befestigen. Einfach, doch eindrucksvoll, ohne Gepränge muß die Maifeier sein, dabei soll, wo irgend es möglich ist, etwas Gutes und Künst⸗ lerisches geboten werden.

5 Die Steuererklärungen zur Vermögensstener, Zwangs auleihe und Einkommensteuer. Die diesmaligen Steuererklärungen zur Ein⸗ kommensteuer, Zwangsanleihe und Vermögenssteuer sind für den, Steuerpflichtigen von besonderer Wichtigkeit. Es ist nämlich eine be⸗ sondere Neuerung getroffen die bisher nicht bestanden hat. Ein jeder Steuerpflichtiger muß bis zum 30. April seine Steuererklärung abgegeben und bis zu diesem Termin auch seine Steuer bezahlt und die Zwangsanleihe gezeichnet haben. Versäumt er den genannten Termin, so muß er hohe Zuschläge bezahlen, die, wenn die Zahlung erst Anfang August ersolgt, höher sind als die Steuer, die schon Anfang Mai 15 Prozent betragen. Außerdem ist auf richtige Ab⸗ gabe der Steuererklärung besonders zu achten; denn auch bei späterer höherer Veranlagung sind Zuschläge zu zahlen, sofern nicht Strafen eintreten. Die Steuerformulare werden demnächst zur Ausgabe

gelangen.

Eisenbahnverkehr auf der Strecke Gießen⸗Coblenz. Durch Militarisierung der Strecke Diez⸗Friedrichssegen und der Strecke Diez⸗Hohenstein sind diese Linen gesperrt. Die Züge verkehren daher von Gießen nur bis Limburg. Der Verkehr von Limburg nach dem Rhein wird über Siershahn⸗Sayn aufrechterhalten.

Woyhltätigkeitsvorstellung im Stadttheater. Nächsten Diens⸗ tag, 24. April findet zugunsten der Alters versorgungs⸗ und Unter⸗ stlitzungskassen der Genossenschaft deutscher Bühnen⸗Angehö riger eine Vorstellung im Stedttheater statt. Zur Aufführung gelangt die Tra⸗ gödie von Karl Schönherr:Glaube und Heimat unter 1 von Adolf Teleky. Die Eintrittspreise sind aus dem Inserat er. 5

Strafkammer Gießen. Sitzung vom 13. April.

Kr. Alsfeld, war im Januar l. Is. mit. einem ge⸗ Rovier der Oberförsterei Strebendorf vorn einem Förster betroffen worden. Seine Entschuldigung, daß er aur zwecks Vornahme von Schießversuchen in den Wald gegang⸗en sei, fand bei Gericht keinen Glauben, zumal er erst nach dreimaligem Anruf des Försters die Waffe niederlegte. Das Gericht ewachtet nach dem Verhalten des Angellagten sowie der Beschaffenheift der Wafse als zweifelsfrei festgestellt, daß er im Begriff war, zu wildern. Jagdfrevels in einheitlichem Zusampaentreffen mit

1. 1919, gegen Waffen⸗ Monaten und

von Storndorf, ladenen Karabiner im

erkannt hatte. Im Gegenfatz zu der Vorimsten erachtete das Bericht nicht für hinreichend nachzuweisen, hüten zum Preise von 200

se erlangt Rechtmäßigkeit des Besitzes der hegen mußte, zumral nach Aussage dess vernommenen Sachverständigen Damenhlite nichts Auffallendes bot.

kennen gelernt hatte, i Absicht, in Großkarben einen früheren

rend der Ange S. fanden sich Fleischvorrzüte und Wäschestücke vor, 90 Nacht in Großkarben in verschiedenen Hofreiten, zum Teil gestohlen waren. Das Schöffengericht Vilbel hatte S. als rückfälligen Dieb umter Versagung mildernder Umstände ver⸗ urteilt. Die Strafssammer kam bez. der Strafhöhe 2 Jahre Zuchthaus zu demselben Ergebnis, jedoch aus dem Gesichts⸗ punkte der Hehlerei im Rückfalle, die ste nach Lage der Sache, der Persönlichkeit des Angeklagten und nach seinen dirrchaus unglaub⸗ würdigen Angaben, die größtenteils direkt durch die Beweisaufnahme widerlegt wurden, für erwiesen erachtet. Außerdem wurden S. die blirgerlichen Ehrenvechte für 5 Jahre aberkannt.

Verworfense Berufung. Eine weitere Berufung eines Angeklagten gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen wurde kostenpflichtig verworfen, da er trotz ordnungsmäßiger Ladung nicht

Herrn darüber spreechen, der mir aber sagte,was, da aus hängt, das weiß ich nicht, da bleibt kein Wiesbadener stehen. Mit dem Neu⸗ aufbau des vor] einiger Zeit abgebrannten Wiesbadener Stadt⸗ theaters ist noch) nicht begonnen. Die kahlen rauchgeschwärzten Mauern ragen in die Luft und zeugen noch von gewesener Schön⸗ heit. In Wiesbarden ansässige Ausländer, besonders Holländer, haben namhafte Beträge zum Wiederaufbau gestiftet, und man hofft, daß das Gebäude bie zum Herbst im alten Glanze wieder erstehen werde.

Während früher durch den Rheingau ein starker Bahnverkehr sich abwickelte, liegen heute die Bahnhöfe tot und still. Ueberall sieht man ein paar Marokkaner, die gelangweilt den Bahnhof be⸗ wachen, da am ganzen Tag gewöhnlich nur 2 kleine Züge durch⸗ rollen, die weder Passagjere bring em. noch welche aufnehmen können, da niemand fahren will. Es werden keine Signale gezogen, keine Barrieren geschlossen, keine Weichen gestellt und anscheinend auch nur das eine Gleis zum Fahren benutzt, denn das andere ist schon vollständig 7 5 wie überhaupt alles in einem wlisten Zustand ist, daß wohl auch nach Beilegung des jetzigen Konfliktes Wochen vergehen werden bis der volle Betrieb wieder richtig funktionieren kann. An den Schienen hergehen darf miemand, er läuft sonst Gefahr sofort niedergeschossen zu werden. 5

Ueber 10 Wochen dauert nun schon dieserKriegszustand, bei dem ein wehrloses Volk einem bis an die Zähne bewaffneten Feind gegenübersteht, der vor keinem Mittel der Einschlichterung, vor keinem Unrecht und vor keiner Brutalttät zurückschreckt, um die Men⸗ schen gefügig zu machen. Das alles hat aber nur bewirkt, daß das Volk am Rhein nur noch fester zusammensteht und auf keinen Fall und unter keiner Bedingung gewillt ist, sich den fremden Eindring⸗ lingen zu beugen.

Vom unbesetzten Deutschland ist mandrüben so gut wie ganz abgeschnitten, denn es kommen keine Zeitungen hinüber, und das, was die wenigen im besetzten Gebiet noch erscheinenden Zeitungen bringen, ist von den Franzosen zensiert oder gar oft der Abdruck er⸗ zwungen worden. Aber trotz all dieser fast unglaublichen Zustände, die übrigens erst seit dem Ruhrkonflikt diese Zuspitzung erfahren haben, hat die rheinische Bevölkerung ihre Fröhlichkeit und ihve Leichtlebigkeit noch nicht verloren. Man lacht und singt, trinkt seinen Wein und ist guten Muts wie immer, und daß dem so ist, liegt gum guten Teil an dem vorzliglichen 2ter, den man überall bekommt, von dem so recht gilt, was ich in diesen Tagen in einem Kelterhause des

Rheingaues las: a Was ist Wein? Sonnenschein! Den die Reben fingen ein. Trinke Wein! Sonnenschein

senster hat man vollBefehle!

e ebensowenig wie um dieBerichtigungen deutscher Falsch⸗ cle, die dort aushängen. Ich wollte mit einem Wiesbadener

Wird in's Herz Dir dringen ein! N

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Mit Waffen im Walde betroffen. Der Maurer P. Sit.

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