ͤ——./
1 1 1
1
0 Nr. 41
hauten natürlich immer ernster. des Krieges überhaupt,
virrung und Verhütung behüten. N veitsche der Herren Offiziere gegen eben dieses Volk weiter.
Tagen die Belgier wieder im Vordertreffen;
viderrechtlich die Smmerich besetzt, um uns gegen Holland abzuschnüren. bvird uns der Atem immer enger.
f dem gefesselten
Kedaktion: Gießen Bahnhoffraße 23 Fernsnsther 200 b.
age
Organ für die Interessen des der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
Erpeditlon: Gießen Bahuhoffraße 23 Jernsprecher 2008.
Die Oberh. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. 5 Abonnementspreis mit den Beilagen„Das Blatt der Frau und„Land⸗ wirtschaftliche Beilage“ beträgt monatlich 1370.— Nek einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen 1300.— Mk. einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 50.— Mt
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich; R. Strohwig. N von Offenen Neumann& Cie., sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M.
Der Anzeigenpreis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder deren
Raum lokal 20.— Pet, auswärts 30.— Mk., die Reklamemillimeterzeile 100.— Mk. Ber größeren Aufträgen oder Wiederholungen wird entsprechen⸗ der Rabatt gewährt— Anzeigen⸗Annahme bis 6 Uhr abends.
——
Gießen, Montag, den 19. Februar 1923
———-¼——
18. Jahrgang
Wochenschau.
Der neue Krieg dauert fort. Die Situationsberichte Liegt es doch in dem Wesen daß er von Stunde zu Stunde
brutaler werden muß! Auch in diesem einseitigen Kriege gegen ein friedliches, wehrloses Volk ist es nicht anders. Massenverhaftungen hauptsächlich von Eisen⸗
bahnern, Massenausweisungen von Beamten und Arbeiter⸗
führern. Einreiseverbot der deutschen Minister in das„er⸗ SOberte“ Land! Sie könnten„gefährliche Erregu⸗gen, be⸗ sfonders unter den Großindustriellen, Angestellten und
Staatsbeamten hervorrufen.“ So muß denn der französische
Wolf die deutschen Schafe(als solche werden, wie es scheint, die intelligentesten Arbeiter der Welt taxiert) vor Ver⸗ Indessen wütet die Reit-
In der Tat, mit Roheit und Heuchelei geht's nimmer höher. In der Gewalttätigkeit sind is den letzten
sie haben Wesel und
So,
rechtsrheinischen Städte
Zu all diesem Unrecht, zu all diesem Wahnsinn fand der onglische Premierminister Bonar Law din der ersten Parla⸗ kientssitzung in London nur matte und kühle Worte, von
Lein wirtschaftlichen Erwägungen eingegeben.
Während die Leiden des Kriegsgebietes von Tag zu
Tag wachsen, werden besonders die wirtschaftlichen flus wirkungen auf das unbesetzte Deutsch⸗ and stets verhängnisvoller. AZLohlenpreise, Fettpreise, einfach alle Preise für alles Lebens⸗ skotwendige ziehen furchtbar an. Mark während der letzten 14 Tage wirkt sich wie gewöhnlich tur langsam wieder im Sinken einzelner Warenpreise aus.
Eisenbahntarise, Posttarife,
Die Scheinbesserung der
ind jetzt fängt erst das eigentliche„Herumtrampeln“ auf Besiegten an. Die wirtschaftliche Ab⸗
chnürung beginnt die höllische Blockade an den vom fran⸗
isch belgischen Militärkordon
Diurchgreifen,
umzogenen Grenzen des Kuhr⸗ und Rheingebiets gegen die eigene Heimat, zunächst ir metallurgische Waren. Und umgekehrt die Lebensmittel⸗ ersorgung dieses Gebiets von uns her, wie lange wird sie och möglich und ausreichend sein?— So herrscht auch bes ns allgemeines Stöhnen und Entsetzen, vor allem bei den ur⸗Konsumenten!
Politische und soziale Gerechtigkeit, nur sie erhöht ic menschliche Gesellschaft, indem sie uns erst wirklich aus klavenbanden befreit. Wer sind die deutschen Steuer⸗ die Verdiener? Handel,
sellten sind; betrug doch der Anteil des Lohnabzugs im
Dezember vorigen Jahres schon 84 Prozent der Gesamt⸗
inkünfte! Erfassung der Sachwerte und Beteiligung des
9
Neiches an allen wirtschaftlichen Unternehmungen ist und
leibt der beste Weg zur Gesundung.— Aber die bürger⸗ Arbeitsgemeinschaft mitsamt ihrem Reichsfinanz⸗ minister sei ausdrücklich gewarnt: Es ist höchste Zeit zum lange dauert die Geduld des arbeitenden, lungernden und zahlenden Volkes nicht mehr!
. Die eigentliche innere Politik kann sich während kbieser aufgeregten Kriegszeit nur in vereinfachten Bahnen lewegen. Vor den Forderungen der geschlossenen Abwehr des in unserem Herzland und am ganzen Rheinufer stehen⸗
lehen hat, auf zweierlei.
uind hemmungslosen Nationalismus,
en äußeren Feindes müssen oder sollten wenigstens die Kämpfe der Parteien und ihre weiteren Ziele naturgemäß zurücktreten. Die Sozialdemokratie beschränkt sich in wohlverstandener Vaterlandsliebe, der Genosse Sollmann in der letzten Reichstagssitzung so warmen Ausdruck ver⸗
Sie steht auf treuer Wacht für nie Republik gegen den inneren Feind, den ungebärdigen ö und sie tritt nach Fraften der Verelendung aller wirklich Arbeitenden durch dre ungeheuere Teuerung entgegen. Zur ersten Aufgabe ge⸗ hört die unermüdliche und scharfe Zurückweisung üilbeler Anmaßungen und wüster Hetzereien der Rechtspresse, die ganz unverhohlen für den Fall, daß das deutsche Volk trotz allen guten Willens im Kampfe an Ruhr und Rhein wider Erwarten nicht durchhalten könnte, schon itzt eine neue Dolchstoßlüge in der„Flaumacherei der inter—
nationalen Sozialdemokratie“ bereithält. Die zweite Auf⸗
giube, der Kampfgegen den Hunger, ist schwieriger.
1
9
Jenn es ist zum großen Teil ein Kampf gegen die Schieber
d Prasser, gegen Dickverdiener und Preistreiber, und in dem jetzigen Wirtschafts- und Weltmarkts- und Währungs- gos ist die richige Waffe gegen diese Schädlinge immer gefunden. Desto unerbittlicher müssen wir, wozu
hältnissen den Konsumenten
Mehr Taten, weniger Worte!
Eine Cuno⸗ und eine Beckerrede.
Der Reichskanzler und der Reichswirtschaftsminister haben am Freitag vor verschiedenen Instanzen ihre Auf⸗ fassung über die Ruhraktion geäußert. Dr. Cuno sprach im Landwirtschaftsrat von der„neuen Volksgemeinschaft“, die entstanden sei, von der Notwendigkeit, daß mit Lebens⸗ mitteln und Brot nicht spekuliert werden darf, von der Ver⸗ einfachung der Lebenshaltung und den kommenden Zeiten, die schwerer seien als alle bisherigen.— Becker äußerte sich im Reichskohlenrat in ähnlichem Sinne. Auch er bezeichnete den Wucher als den größten Feind des deutschen Volkes.
Wir haben erwartet, daß sowohl Cuno wie Becker der deutschen Oeffentlichkeit 4 J 1
Positives eee
zu sagen gewußt hätten. Daß mit Lebensmitteln und mit Brot nicht spekuliert werden darf und der Wucher entschieden bekämpft werden muß, ist eine allgemeine Auffassung des deutschen Volkes, die man von Mitgliedern der Reichs- regierung nicht bestätigen zu lassen braucht. Von dem Reichs⸗ kabinett will das Volk wissen, was es endlich gegen die schamlose Ausbeutung, die gewisse Kreise auch heute noch üben, zu tun gedenkt. Auch die Tatsache, daß die Lebens⸗ mittelfrage im Westen die wichtigste ist, die gelöst werden muß brauchte Herr Cuno dem deutschen Volke nicht mehr zu erzählen. Viel mehr interessiert die Arbeiterschaft, was ge⸗ tan ist, um dieses zweifellos schwierige Problem zu lösen, ob genügend Nahrungsmittel fichergestellt sind, die die Fortführung des Abwehrkampfes gestatten und auf welche Art diese Nahrungsmittel bei den schwierigen Verkehrsver⸗ zugänglich gemacht werden sollen. Vor allem aber, was getan ist, um neuen Wucher mit eventl. bereitgestellten Lebensmitteln zu unterbinden und schließlich, zu welchen Preisen sie abgegeben werden sollen. Von alledem hat Herr Cuno nichts gesagt, und das bedauern wir im Interesse der großen Sache, die die Arbeiterschaft des Westens austrägt. Gewiß, man hat einen Ernährungs- kommissar für das neubesetzte Gebiet ernannt, hat einen Verkehrskommissar bestimmt und weitere Ernennungen vor— genommen, aber organisiert, wie es uns notwendig scheint, hat man im Westen noch nicht. Wa bleibt die unbedingt notwendige Zentralleitung, eine Stelle mit einem führenden Kopf, in dessen Umgebung sich die maßgebenden Referenten befinden. Der gegenwärtige Zustand, daß sich der Er— nährungskommissar hier, der Verkehrskommissar da, die Eisenbahndirektion Essen in Hamm und ein anderer Be— auftragter der Reichsregierung noch in einem anderen Ort befinden, ist in Anbetracht der Schwierigkeiten auf der Eisenbahn und infolge der äußerst schwierigen Herstellung von Televhonverbindungen unhaltbar. Unter diesen Um⸗ ständen braucht man sich nicht zu wundern, wenn
wirkliche Taten ausbleiben.
Und wo ist schließlich die Pressestelle im Westen, die tatsäch⸗ lich sachgemtäß und schnell über die Verhaltnisse im besetzten Gebiet unterrichtet ist und auf Grund deren Informationen die Zentralinstanz schnell handeln kann? Mit einer Presse⸗ abteilung, wie sie in Bielefeld besteht, ist dem Abwehrkampf nicht gedient, noch weniger ist diese Instanz in der Lage, das Vertrauen der Arbeiterschaft in die Aktion zu stärken.
Der Reichskanzler hat im übrigen schöne Worte für die Landwirtschaft gefunden, denen wir den besten Erfolg wlinschen. Von einem allgemeinen Mahnruf an das Bürger— tum. insbesondere an die bürgerlichen Fraktionen des Reichstags, der gerade jetzt notwendig war, hat man nichts vernommen. Herr Cuno wird davon unterrichtet sein, daß gegenwärtig im Steuerausschuß des Reichstages Verhand- lungen über das Gesetz zur Anpassung der Steuergesetze an die Geldentwertung geführt werden. Hier merkt man nichts davon, daß das Bürgertum die Notwendigkeit, zu opfern, anerkennt und daß, um mit Herrn Cuno zu reden, eine „Vereinfachung der Lebenshaltung“ als wirklich angebracht erachtet wird. Die erste jetzt beendete Lesung hat peder das angekündigte sichtbare Opfer des Gesetzes gebracht, noch irgendwelche Anzeichen dafür geliefert, daß das große fleuer— liche Unrecht, das die Hauptwirkung der Gelden temen gewesen ist nur durch eine ebensolche
Belastung des Besitzes
ausgeglichen werden soll. Im Gegenteil, der Re gierungsentwurf ist in manchen Punkten wesentlich, eee eee eee eee, lee eee ja die Regierung jetzt den Anfang zu machen scheint, auf größere Steuergerechtigkeit dringen, zu der vor allen Dingen auch schnellerer Steuereinzug und geregeltere Steuervorzahlung gehören.
n
e
gemildert worden, sodaß die Gefahr besteht, daß der mit ihm verbundene Zweck. die beschleunigte Ausgleichung aller fälligen Steuern, nicht erreicht wird. Das ist umso bedenklicher, weil die von der Reichsbank und der Reichs⸗ legierung unternommene Stützungsaktion für die Mark am schwersten durch die trostlose Lage der Reichsfinanzen ge⸗ fährdet ist. Gegenwärtig wird nur ein Bruchteil des Staatsbedarfs durch Steuern gedeckt. Fünf Sechstel der Ausgoben werden bestritten durch den Notendruck. Geht diese Entwicklung fort, so gefährdet sie die Stützungsaktion der Mark und führt zu ihrem Zusammenbruch. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet. bed⸗utet die Haltung der bürger⸗ lichen Parteien nicht nur eine Verschärfung des steuerlichen Unrechts sondern eine schwere innenpolitische Gefahr.
Die Regierung und die hinter ihr stehenden bürger⸗ lichen Parteien müssen sich klar darüber sein, daß die ge⸗ schilderten Vorgänge nicht dazu angetan sind, die Abwehr⸗
kraft der Arbeiterschaft— und diese führt doch den Abwehr⸗
kampf— zu stärken. Das Opfer unserer Klassengenossen an der Ruhr setzt gleiche Opfer auf jener Seite voraus, die nach eventl. erfolgreicher Abwehr bereit ist, deren Früchte zu genießen. Wo der Sinn hierfür nicht vorhanden ist, muß die Regierung nachhelfen. Sie macht sich sonst mitschuldig an dem Zerfall der jetzt noch geschlossenen Abwehrfront. Nichts mehr kann die„Nerven“ der in Abwehr stehenden Bevölkerung an der Ruhr störken als wirkliche Taten der Rͤgierung. Worte vermögen nur das Gegenteil hervor⸗ zurufen.
Die Londonet Verhandlungen ergebnislos abgebrochen.
Troquer zurück nach Paris.
Ueber die Verhandlungen, die in London zwischen dem französischen Minister Le Troquer und der englischen Re⸗ gierung wegen Ueberlassung der Eisenbahnlinien in der von den Engländern besetzten Zone geführt wurden, meldet der Pariser Temps, daß die Konferenzen Freitag von 11.30 Uhr bis 1 Uhr dauerte. Eine Verständigung soll noch nicht erzielt worden sein, vielmehr soll der französische Minister Troquer gestern abend nach Paris zurückgekehrt sein, um seiner Re⸗ gierung Bericht zu erstatten über den Verlauf der Londoner Verhandlungen und über angebliche Gegenvorschläge Eng⸗ lands. Die Verhandlungen sollen dann später wieder aufge⸗ nommen werden. In Paris versichert man, daß England be⸗ reit sei, Frankreich und Belgien die Eisenbahnlinie Neuß⸗ Düren zu überlassen, dagegen sei eine Verständigung über die Linie Köln— Euskirchen— Trier noch nicht erzielt. In Paris rechnet man damit, daß Poincars vielleicht wiederaufgenommenen Verhandlungen in London führen wird. In London versichert man, daß die Konferenz über⸗ haupt resultatlos verlaufen sei. Ein Teil der Londoner Presse meldet, der Standpunkt Englands sei nach wie vor der, daß eine Nachgiebigkeit Englands in der Transportfrage politische und militärische Verwicklungen ür die englische Besatzungs⸗ armee herbeiführen würde. f
Die englischen Liberalen an den Völker⸗
bundesrat.
Im englischen Unterhaus haben die beiden liberalen Gruppen, diejenige Lloyd Georges und diejenige Lord Greys, einen an die Regierung zu stellenden Antrag be⸗ schlossen, wonach darauf hingewiesen wird, daß der Friede Europas durch die Ruhrpolitik der französischen und belgi⸗ schen Regierung gefährdet werde und daß es dringend not⸗ wendig sei, unter der Führung des Völkerbundes wirksame
Schutzmaßnahmen gegen jede Angriffe zu ergreifen. Der Völkerbundsrat müßte aufgefordert werden, unverzüglich eine Sachverständigenkommission zur Feststellung der
Leistungsfähigkeit Deutschlands und der besten Zahlungs- möglichkeit einzusetzen. gierte beim Völkerbund die Einladung Staaten zu einer Konferenz beantragen.
Evenin Standard zufolge ist die Forderung der liberalen Parteien des Unterhauses auf Einsetzung einer Völkerbundskommission zur Festsetzung der Reparations⸗ leistungen Deutschlands unmöglich.
Amerikanischer Protest gegen die Ruhrbesetzung.
Im amerikanischen Repräsentantenhaus hat der Abg. Foigt eine Entschließung eingebracht, die gegen die Besetzung der Ruhr prolestiert und Präsident Harding einlädt, eine Weltkonserenz zur Beilegung der Differenzen einzuberufen. Gleichzeitig soll Frank⸗ reich eingeladen werden, seine Schulden an Amerika zu bezahlen.
der Vereinigten
Im Sena hielt im Gegensatz zu dieser Auffassnog Sengtor Fletchen eine Rede, in der er das Vorgehen Frankreichs absolut
unterstützt und forderte, daß Amerika sich jeder Intervention in
der Reparationsfrage enthalte.
kozeitung
werktätigen Volkes
*
persönlich die
Weiterhin müßte der englische Dele⸗


