Ausgabe 
18.1.1923
 
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Einrichtung werden.

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Gründung einer sessischen Staatsbank.

f Im Finanzausschuß des Landtags teilte am Dienstag der Fimanzminister mit, daß in der Regierung zur Zeit an

dem Plane der Errichtung einer hessischen Staatsbank ge⸗

arbeitet werde. Die entsprechende Vorlage soll demnächst

dem Landtage zugehen. Die Bank soll eine rein staatliche Thüringen hat kürzlich den gleichen Weg beschritten und ebenfalls eine solche Stgatsbank er⸗ richtet, zu deren Direktor der Genosse Löb aus Frankfurt berufen worden ist.

8 Mehr praktische Parteiarbeit.

Unter dieser Ueberschrift schreibt Joh. Reinhart im der

Vol ksstünme: 5 0 a a

Die Funktionäre, welche die praktische Arbeit leisten, sind die

Träger der Organisation, weil auf ihnen die perantwortungsvollste

Arbeit lastet. 1 die Träger eines Gebäudes, so stüürzt das

ganze Gebäude zusammen, wenn der Oberbau auch noch starl ist.

Gbenso ist es bei einer Organisation. In dieser schwamkenden Zeit

kann es guch vorkommen, daß Parteigenossen und Funktionäre etwas wankelmütig werden. Sozialisten aber. die mit den wirtschaftlichen

Sucre na vertraut sind, haben gar leine Zeit zum Wanken, sondern werden mit doppelter Kraft weiterarbeiten, um das heilige

Erbe ihrer Väter nicht zu schänden. f

In dieser wirtschaftlichen Not will ich vor allen Dingen auf die wichtige Arbeit der Hauskassierer hinweisen. Diese Tätigkeit erfordert eine besondere Hingabe. Wer diese Täligkeit noch nicht ausgeübt hat, weiß sie auch gar nicht zu würdigen. Dieses System nuiß weiter ausgebaut werden, um die Hauskassierer, die zum Teil überlastet sind, mehr zu entlasten, daß mehr Zeit zur Agitation übrig bleibt. Wir brauchen keine Vertrauensleute, die ihre Visiten⸗ bloß nur aus Sensatsonslust benutzen, um große politische

Reden zu hören, sich aber von praktischer Arbeit drücken. Es ist die

höchste sittliche Pflicht eines Vertrauensmannes, die Orgauisation in

jeder Beziehung zu fördern. ö Wenn man die Parteiliteratur durchstöbert und liest, wie unsere Vorkämpfer, Führer und Funktionäre so harmon'sch zufammengr⸗ beiteten, so kann man es begreifen, warum das Sozlalistengesetz fiel. Unter dem Sozialistengesetz wurde in Dresden eine Rede Bebels mit⸗ tels Flugblattes von 700 Genossen verteilt. Bis die Polizei ein⸗ schreiten wollte, waren sie bereits fertig. Da war idealer Schwung

an dem Bismarcks Gewaltpolitik zerschellte.

Die herrschende Klasse wendete dann, als die Gewalt sehlschlug, andere Gegenmittel an, indem sie an den Materialismus der Arbeiter appellierte. Wirtschaftsfriedliche Arbeitervereine(Gelbe) wurden gezüchtet, um sie gegen ihre kämpfenden Brüder auszuspielen. Aber nicht aus Arbeiterfreundlichkeit taten das die Unternehmer, sondern nur 12 Angst fiber ihre Machtstellung, die endgültig vorüber ist, so⸗ bald die Arbettermassen sich Wissen und Bildung aneignen. Die edelsten Triebe, die im Volke schlummerten, wurden durch eine falsche Erziehung systematisch vernichtet. Nur Sozialdemokratie und freie Gewerkschaften waren das Gegengewicht der Re aktion, während das BürgerkimmMännerstolz vor Königsthronen vergessen hatte. Ohne sozfalistische Bewegung wäre der große Auf⸗ schwung der deutschen Industrie unmöglich gewesen. Selbst Bismarck mußte zugeben, daß ohne Sozfaldemokratie keine Sozialpolitik gekom⸗ men wäre. Die sogzjalistische Bewegung ging aber nur in die Breite imd nicht in die Tiefe der Volksseele, trotz ihrer Popularität. Aus

len Kreisen, sogar aus der Geistlichkeit, kamen Unterdrückte und

ilfesuchende, welche die Sozialdemokratie weder moralisch noch E Die sozialistischen Redakteure hatten öfter

ie Ehre, für unfreie 7 in Gefängnissen zu schmachten oder hohe Geldstrafen zu zahlen. Durch den großen Ueberfluß und Reichtum an Lebensgütern in der Vorkriegszeit hatse das Volk umer mehr en enten ragten en bat! erm großen Teil keine

Sante wehr und der Größenwahn der Wülitärtaste kannte keine Das beutsche Volk wurde von seinen Herrschern in der gemein⸗

sten Weise verhöhnt.Partei der Elenden,Immer feste druff, Auf Vater und Mutter schießen,Rinnsteinkumst usw. waren die Kraft rücke gegen das eigene schaffende Volk, während noch durch andere Reden das Ausland gegen Deutschland aufgestachelt wurde. Bei großen Manövern kamen alle großen Maufhelden auf der schön⸗ sten Anhöhe(Feldherrnhügel) zusammen und erteilten ihre Zensuren. Im Kriege, wo sie Mut zeigen sollten, verlegten sie ihren Feldherrn⸗ chügel in den tiossten Unterstand oder ganz hinter die Front und führien ein herrliches Leben, während die Söhne des Volkes Blut und Leben für diese Helden opferten. Der König von Bayern freute sich über die Kriegserklärungen, denn er brauchte ja nichts gu opfern. Bei dem Zusammenbruch war er dannunguffind⸗ bark und die andern Maulhelden flüchteten ins Ausland. Das sind die besten Agitatoren gegen die Monarchie. Der deutsche Michel mlt seiner papiernen Zipfelkappe schimpft hhauptsächlich über dieSozi, die für alles verantwortisch gemacht werden. Und die vielen Soldaten, die im Schützengraben zur Sozial⸗ demokratie schwoxen, haben alles vergessen. Das alte Lied: die Sozial⸗ demokraten, meistens arme Teufel, sollen alles leisten, obwohl sie nicht genügend unterstützt werden. Wenn nur drei sozialistische Mi⸗ mister in der Reichsregierung sitzen, dann sieht der arme Michel lauter Sozialdemokrgten. Das sind traurige Zeitgenossen, die nicht Hie eren Wunden heilen wollen, die sie selbst geschlagon, die sich nicht erhabener fühlen wie die Gattesanagden⸗Heuchler und Feiglinge.

Jetzt hilft kein Jammern umd Weheklagen, jetzt hilft nur eine große

Wien Tat aller leidenden Volksgenossen. Kraft und 7 Drud müssen von unten kommen, wie es immer war, und unsere Führer mlissen die Kräfte zusammenfafsen und aus wiltzen. Nur durch einen guten und lebendigen Geist kann der Wille zur großen Tat reifen, daß der deutsche Michel wieder lacht und das Weltgewiffen erwacht. Die weltumfassende Gewalt hat alles in den Dreck getreten und nur eine weltumfassende Ethik kann die zun Teil noch bestehende 61 Welt stürzen, um dann erst eine neue ung bessere Welt aufbauen

können. eee ee

Ein Brief 50 Mark.

Die wesentlichsten Gebühren die vom 15. Januar 1029 an im MPost⸗, Postscheck⸗ und Telegraphenverkehr innerhalb Deutschlands gelten, sind folgende: Für Postkarten im Ortsverkehr 10 Mk., im Fernverkehr 25 Mk. Für Briefe im Ortsverkehr bis 20 Gramm 20 Mk., im e bis 20 Gramm 50 Mk. Für Drucksachen bis 25 1 0 0 10 Mk., über 25 bis 50 Gramm 20 Mk., über 50 bis 10⁰ Gramm 30 Mk., über 100 bis 250 Gramm 50 Mk., Über 250 bis 500 Gramm 70 Ml., über 500 Gramm bis 1 Kilogramm 90 Mk. Für Ansichtslarten 10 Mark.

1 Für Pakete Nahzone Fernzone neu eingeführte Vorstuse) bis 3 Kilo.. 200 Mk. 400 Mt. uber 3 bis 5 Klo 00 Ml. 600 Mi. 350 M. 700 Ml. über 6 bis 7 Rio 400 Mk. 300 Mi. F 450 M. 900 Mk. über 8 bis 9 Kisoo n. 500 Mi. 1000 Pit. über 9 bis 10 fi... 50 Ml. 1100 Mk. Zeltungspakele bis 5 Kilo. 150 Ml. 300 Mk.

Für Postanwelsungen bis 1000 Mk. 30 Mk., über 1000 pie 5000 Mek. 40 Mk., über 5000 bis 10000 Mk. 60 Mk., uber 10 000 h Mk. 100 Mk.(Melstbetrag ist von 20 000 auf 50 000 Mk. erk 1 Ur die Rohrpostkarte 80 Mk., für Nohrposthrief 100 Mk. Die Elnschr 17 bücher ist auf 40 Mk., die Vorzeigegebühr für Nas men u ostauftcäge auf 25 Mk. festgesetzt. Im Tele⸗ grav aach ind die wichtigsten Gebilhren für Ferntele⸗

ramme: Grundgebühr 80 Mk., und e für jedes Wort 40 Mk., r Ortstelegramme: Grundgebilhr 40 Mk. und außerdem für iedes

Wort 20 Ml. Die Auslandsgebühren betragen flür Postkarten 90 Mk., für Briese bis 20 Gramm 150 Mk., jede weiteren 20 Gramm (Meistgewicht 2 Kilo) 75 Mb, flür Drucksachen für je 50 Gramm 90 Mk., für Geschäftspaplere für je 50 Gramm 30 Mk., mindestens 150 Mk., für e filr je 50 Gramm 30 Ml., mindestens 60 Mk., Einschreibegebühhr 40 Mk.

Neue Steigerung der Warenpreise. Veranlaßt durch den verrückten Einbruch der Franzosen in das Ruhrgebiet find die Auslandsdevisen auf eine noch nie dagewesene Höhe gestiegen. Gestern wurde der Dollar schon mit über 15 000 Mark notiert. Und die Preise der notwendigsten Lebens mittel und aller sonstigen Bedarfartikel schnellen in gleichem Verhältnis oder womöglich noch starker in die Höhe. Von gewissen Leuten werden diese Umstände benutzt, noch be⸗ sondere Gewinne daraus zu ziehen, die Preise werden hinaufgesetzt, ohne daß eine zwingende Notwendigkeit dazu vorhanden wäre. So wird der Konsument, besonders der geringbemittelte, extra mit Ruten gezüchtigt. Verschärft wird die Lage für die ärmere Bevölkerung noch dadurch, daß immer beim Steigen der Preise eine tolle Waren; hamster ei, beginnt, wodurch natürlich die Preise nach höher getrieben werden. Vielfach treiben auch wilde Aufkäufer ihr Unwesen. Butter, Eier und vor allem Käse, aber auch die übrigen Nahrungsmittel, die von den Aufkäufern irgendwo bei den Erzeugern vorgesunden wer den, werden zu jedem Preis aufgekauft und wandern als Spekulationsobjekt in das hesetzte Gebiet oder in die Fremdenhotels und Schlemmerdielen der Großstädte. Das Preußische Landespolizeiamt hat der Preistreiberei einen Riegel vorzuschieben gesucht und deshalb die Polizeiver⸗ waltungen angewiesen, sofort und mit rücksichtsloser Schärfe gegen den wilden Aufkauf und das wucherische Treiben vorzugehen. Es ware auch bei uns unbedingt not⸗ wendig, gegen den Warenwucher mit aller Schärfe vorzu⸗ gehen. kanntmachung kindet die Wahl des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen am Samstag, 10. Februar, vormittags 10½ Uhr im Sitzungssaale des Regierungs- gebäudes statt. Der Provinzialtag hat 8 Mitglieder und 8 Ersatzmänner aus der Zahl der zum Provinzialtag wähl⸗ baren Angehörigen der Provinz nach den Grundsätzen der Verhältniswahl zu wählen.

Der Finanzausschuß des Landtages erklärte in seiner Dienstag⸗ sitzung zunächst eine Reihe von Anträgen, die sich mit der Durch⸗ führung der Besoldungsordnung und der Auszahlung der Gehalte und Nachzahlungen beschäftigen, flir erledigt, weil sie inzwischen gegenstandslos durch Regierungsmaßnahmen geworden sind. Der An⸗ trag der Abg. Birnbaum betr. Gewährung der Frauenzulage an Witwer und um verheiratete Beamte, deren Haushalt von einer welblichenßerson unentgeltlich geführt werden, wurde für er⸗ ledigt erklärt, da seine Durchführung aussichtslos erscheint. Anträge der Abg. Ebner und Roth auf Zusammenziehung aller Besoldungs⸗ gruppen auf die Zahl von 3 und seine Ersetzung des prozentigen Teuerungszuschlages durch einen gleichmäßigen, führten zu einer längeren Aussprache. Der erste Antrag wurde abgelehnt, der zweite der Regierung als Matertal überwiesen. Ein Antrag Nuß fordert die Bezahlung der akademischen Staatsdienstanwärter bei vorüher⸗ gehender Verwendung nach den Sätzen einer höheren Gruppe, wäh⸗ rend dies seither nach den Sätzen der Gruppe 7 geschah. Der Antrag wurde angenommen. Die Kosten für Empfangnahme, Verteilung und Durchführung der ausländischen Hilfswerks sowie für die Beschaff⸗ ung von Mehl und Zucker für die Kinderspessung werden in einem bestimmten Verhältnis zwischen Reich und Länder verteilt. Der Ausschuß stimmt der Vorlage zu, die den für Hessen entfallenden Betrag vorsieht. Für erledigt erklärt werden konnte ferner ein An⸗ trag Laufer, der Maßnahmen für die Vertilgung von Raben vor⸗ sieht, nachdem die Regierung bei den Kreisämtern für energische Bekämpfung bereits eingetreten ist. Die Regierüngs vorlage, die den Zuschuß zu dem Heilstättenverein im Staatsvoranschlag von 80 000 Mk. auf 500 000 Mk. zu erhöhen vorsieht, wurde angenommen. Der Regierungsvorlage liber die letzten Erhöhungen der Teue⸗ rungszuschläge fiir die Beamten, einschließlich der jetzt vom Reichstag zugebilligten Erhöhung, wurde zugestimmt.

Unproduktive Arbeit. Viel, wirtschaftlich unnütze Arbeit muß heute in Deutschland infolge unserer Verhältnisse geleistet werden. Man denke daran, wieviel Zeit mit dem Zählen der Geldschein-Massen verloxen geht und wieviel Arbeitskräfte damit beschäftigt werden müssen. In größeren Betrieben, Geschäften, in Banken, bei der Pöst und Behörden, die mit Kassenangelegen⸗ heiten zu tun haben, und an vielen anderen Stellen muß daslör eine Menge Zeit aufgewendet werden. Zusammengezählt und in Geld umgerechnet, muß diese damit verbrauchte Zeit einen riesigen Betrag ausmachen. Auch von dieser Seite her wird unsere Wirt⸗

schaft ungeheuer belastet und geschädigt, Eine gründliche Ver⸗ besserung und Vereinfachung des Geldwesens würde dem Lande gewaltigen Nutzen bringen. Aber wie es machen? Das ist die große, bisher noch ungelöste Frage

Zu Gesellenprüfungen der Müller⸗, Schmiede⸗ und Schneider⸗ Innung werden Anmeldungen im Gewerbehause am 20. Januar für Lehrmädchen und am 22. Jauuar für Lehr⸗ linge entgegengenommen. Wir weisen auf das Inserat im heuti⸗ gen Blatte hin.

Erhöhte Goldankaufsprelse. Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vom 15. bis 21. d. M. zum Preise von 35000 Mark für ein 20-Marlstück, 17 500 Mark für ein 10⸗Markstück. Der Ankauf von Reichssilber⸗ münzen durch die Reichsbank und Post erfolgt vom 15. d. M. ab bis auf weiteres zum 750fachen des Nennsstertes. Firmenänderung. Der Hessische Bankverein A.⸗G. hat seine Firma in Commerz und Pripat⸗ Bank, Aktiengesellschaft, Filiale Gießen, umgeändert.

Versrod. Am vergangenen Protest-Sonutag zog der Hassig-Kriegerverein unseres Ortes mit der Fahne an der Spitze nach Winnerod zur Kirche. Die Fahne trägt die AufschriftWit Gott für König und Vaterland. In dem Verein ist man jeden falls noch nicht zu der Erkenntnis gekommen, daß dieser Spruch heute doch nicht mehr zeitgemäß ist. Bedauerlich ist, daß noch mancher Prolet solchen Vereinen nachläuft, die den Völkermord verherrlichen.

f. Watzenborn⸗Steinberg. Am vergangenen Sonntag unter nahm die Volkshachschule Watzenborn Steinberg eine Besichtigung des Oberhessischen Museums. Herr Dr. Kunkel batte sich bereit erklärt, den Hörern der Volkshochschule einen stündigen Vortrag zu halten und zugleich in die interessante Sammlung einzuweihen. An Hand von Ausgrabungen aus den verschiedenen Zeitaltern, Stelngut⸗ und Broneegzeit, schilderte der Redner die Verhältnisse und den Kulturstand der Menschen in der Vergangenheit und so war die Besichtigung des Oberh. Museums eine Ergänzung des Vortrages von Prof. HüterDie Entwickelung der Menschheit. Die Voltshochschüle wird noch öfters eine Vesichtigung der Museen unternehmen, um das Interesse ber Vollbshochschmlen noch mehr zu wecken. Bedauerlich ist es, daß diese segensreiche und sehr wissen⸗ Tastliche Sammlung so wenig behsucht und beachtet wird. Nicht nur die Zeugen vorsintflutlicher Zeit, sondern auch die Samm lungen der verschledenen Handwerkgeuge, wie dieselben noch vor nicht allzulanger Zeit in Oherhessen existierten, dürften für man

Wahl des Provinzialausschusses. Nach einer Be-

chen Handwerker unsrer heutlger Kulturepoche von Nahen Wer lein. Eine Beslchtigung flir Vereine und Körperschaften wär daher sehr zu empfehlen.

Kreis Friedberg⸗ Büdingen.

Bab⸗Nauheim, 15. Jan. Ausländer in deutschen Vä⸗ dern. Im Jahr 1922 wurde Bad⸗Nauheim von 5 485 fur⸗ gisten besucht, nämlich 22 751 Reichs deutschen und 12 754 Aus⸗ ländern. Unter den Ausländern standen die Polen mit 1354 obenan, daun folgsen u. g. 1334 Holländer, 1050 Nordamerfkaner, 1003 Schwelzger, 822 Tschecho⸗Slowalen, 681 Oesterreicher, 891 Schweden, 617 Ungarn, 522 Franzosen, 405 Engländer.

Von Nah und Fern.

Frankfurt a. M. 15. Januar, Frankfurter Viehmarkt. Der heutige Markt stand im Zeichen einer neuen erheblichen Preis⸗ steigerung, an der außer den Kälbern alle Viehgattungen teilnah⸗ men. Auftrieb: 244 Ochsen, 48 Bullen, 1051 Färsen und Kühe, 201 Kälber, 157 Schafe und 1023 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Ochsen Mk. 50 00075 000, Bullen Mk. 50 00067 000, Färsen und Kühe, vollfleischige, Mk. 57 000 bis 72 000, mäßig genährte, Mk. 48 000 56 000, gering genährte, Mk. 38 00047 000; Schafe Mk. 32 00065 000, Kälber seinster Qualität Mk. 65 00070 000, mittl. Qualität Mk. 00 00064 000, geringerer Qualität Mk. 52 00059 000; Schweine unter 80 Kilo Mk. 85 000100 000, von 80100 Kilo Mk. 105 0004110 000, von 100120 Kilo Mk. 110 000115 000, über 120 Kilo Mk. 115 000 bis 117000. Rinder und Schweine wurden bei regem Handel nahezu ausverkauft, Kälber und Schafe bei ruhigem Geschäft geräumt.

Iraulfurt a. M., 15. Januar. Die täglichen Einbrüche. Man stahl in der letzten Nacht: aus einem Geschäft in der Frledens⸗ straße für zwei Millionen Mark Seidenstosse, aus einer Wohnung der Forsthausstraße für etwa drei Millionen Mark Silbersachen, aus einer Fabrik der Hersfelder Straße für mehrere Millionen Mark Zigarren, aus einer Fabrit der Martin Lutherstraße für zwei Mil⸗ lionen Mark Hemdenstofse und aus einer Wohnung hinter der schönen Aussicht eine Kassette mit einem sehr hohen Geldbetrage. Auf dem Hauptbahnhofe versuchte der 37jährige Schneider Max Leoko⸗ witsch Futterstosse un Werte von mehreren Millionen Mark, die er in Berlin gestohlen hatte, zu verkgufen. Dabei wurde er überrascht und sestgenommen. Sein Helsershelser konnte sich rechtzeitig aus dem Staube machen. Der Schneider gestand in zynsscher Weise, daß er eigens nach Frankfurt a. M. gekommen sei, um nach dem Ver⸗ kauf der in Berlin gestohlenen Waren auch hier einigeDinger zu drehen. Damit wird es ja nun vorläufig gute Weile haben.

Großer Abtreibungsprozeß in Darmstadt. Eine seit vorigem Frühjahr erwachsene große Unterfuchung hatte schon vor Monaten etwa dreißig aus 8 218 St. G. B. Beteiligte vor die Strafkammer in Darmstadt geführt. Nun war als lebter Fall dieser Schwur⸗ gerichtssesston noch die umfangreiche Anklage gegen jene Frau M. M. von dort gefolgt, die viele Kunden gegen Entgelt zu bedienen wußte und deshalb unter der vor die Geschworenen gehörenden Beschuldigung aus§ 219 St. G. B.(mit Mindeststrafe von 1 Jahr Zuchthaus) stend. Vorauszetzung ist, daß die Abtreibung vollendet war, nicht bloß Versuch geblieben ist, sonst erscheint nur Beihilfe aus§ 218 gegeben. Mitangellagt der Beihilfe waren zwei andere Veschuldigte. Die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gessührte Schwurgerichtsrerbandlung dauerte zwei volle Tage und es waren

den Geschworenen infolge der zahlreichen Einzelfälle nebst eiwaiger rechtlicher Vorschiedenheit usw. mehr als 160

Fragen vorgelegt. Sie lösten die schwierige Aufgabe, und es wurden die beiden letzterwähnten Angeklagten zu je 6 Monaten Gefängnis verurteilt. während die Hauptangeklagte aus 88 219, 218 St. G. B. zu der außergewöhnlich hohon Strafe von 4 Jahren fn verurteilt wurde. Alle drei erkannten das Urteil so⸗ ort gn.

Groß⸗Gerau, 15. Jan. Ein fettes Geschenl. Der Ehren⸗ bürger von Groß-Gerau Jakob Anthes in Newyork, schickte der

hiesigen Stadtverwaltung zur Verteilung unter die notleidende Bevölkerung nicht weniger als 70 Faß Schmalz. Die Spende kam

heute zur Verteilung.

Die Katze bringt es an den Tag. Dieser Tage kam eine Dame auf ein Zollbureau und gab als zollpflichtige Ware zwei Pakete Zigaretten ab die sie später einlösen wollte. Nach Er⸗ ledigung dieser Formglität ging die Dame wieder ihres 8 Niemand hatte etwas gecherkt. Plötzlich setzte jedoch die Katze, die sich gerade im Jollbaus befaud. in mächtigen Sätzen hinter der Dame her und schien nach etwas zu haschen. das hinter der Dame herlief. Die Zoabeamten wurden aufmerksam und stellten fest, daß die Katze mit allem Eifer nach einem Seidenfaden haschte, der immer länger wurde und aus den Kleidern der Dame hervorkam. Eine Untersuchung förderte auch eine ganze Menge Seidenzwirn zutage. ebenso eine ansehuliche Menge Zigarettenpaketchen..

Lokale Parteinachrichten. 5. Agitatlonsbezirk Friedberg⸗Büdingen⸗Schotten. Gemeindevertreterkurse. 5 Durch die Erkrankung des Genossen Lux muß eine Aenderung eintreten und wollen die Genossen davon Kenntnis nehmen. Für konnmwenden Sonntag finden die Kurse in solgenden Orten statt: Friedberg, vormittags 9 Uhr. Wirtschaft Ihl, Referent:

Genosse Kroner-Vilbel. 5 Vilbel, vormittags 9 Uhx.Zum goldenen Stern, Reserent: Referent:

Genosse Schaub-Blidesheim. Schotten vormittgas 11 Uhr,Zum Vogelsberg, Genosse Rechtien-Vilbel. Stockheim, vormittgas 9 Uhr. Wirtschaft Adam, Referent: Genosse Wittig- Butzbach. 0 N 5 1 Der für den 21. Jannar in Gedern festgesetze Kursus Muß wegen der Generalversaͤmmlung der Metallarbeiter verlegt werden

auf den 4. Februar und der Kursus für Echzell siudet am 28. Januar statt. Mit Paxrteigruß! 4 Br. Wittig, Sekretär Verband der Arbeiter⸗Jugend Deutschlands,

Bezirk: Volksstaat Hessen. Am 10. und 11. Februar, findet in Offenbach g. M. eine Beziekskonferenz statt. Tagesordnung: 6 g 5 Samstag, abend 48 Uhr, im Jugendheim, Herrustr. 53, Aussprache über das Thema: Arbeiter⸗ Jugend und Ge⸗ schlechterfrage.

Sonntag, vormittags 8 Uhr, Bezirksvorstandssitzung im Gewerlschaftshaus. Um 9 Uhr Beginn der Konserenz. 1. Begrüßung: Landesvorsitzender W. Leuschner⸗Darmstadt. 2. Karl Voigt⸗Magdeburg, spricht über das ThemgAr⸗ beiter- Jugend. Anschließend freie Aussprgche. Mittagspause. 2 Uhr: Fortsetzung der Konferenz. J. Wittellungen. J. Jahres- und Kassendericht. J. Neun ahl des Bezirksvornandes. g. Aus sprache Über den Landes- und Reichsjugendiag. 7. Vorschledenes. Noch Schluß; Spa gergang ins Waldheim derNature freinde Daselbst geselligis Veifammensein. Mähere Auskunft sowie Ouartieraumeldungen nnr durch Jugendsetretär L. Avemarie, Darm sta dt, Bismarck,

straße 19. 1 50 Freunde unserer Jugendarbeit herzlich willkommen. Der Bezirksvorstand. 881