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weil er anläßlich eines Unteroffizier⸗Vergnügens die Musik⸗ kapelle aufforderte, die Arbeiter⸗Marseillaise zu spielen. Ob⸗ wohl dieses Lied weder gespielt noch gesungen wurde, wurde der betreffende Unteroffizier ohne weiteres entlassen. Aus dieser verschiedenartigen Handhabung der Disziplinargewalt müsse man unbedingt den Eindruck gewinnen, daß in Mür⸗ wik mit zweierlei Maß gemessen wird. Da das vollständige Aktenmaterial nicht zur Stelle war, vertagte der Ausschuß sich und forderte die beschleunigte Herbeibringung der Akten. Der Reichswehrminister hat angeordnet, daß alle bereits gusgesprochenen Beförderungen für die Angehörigen der Marineschule Mürwik suspendiert und weitere Beförderungen nicht vollzogen werden, solange die Verhandlungen im Untersuchungsausschuß nicht abgeschlossen sind. Die Be⸗ förderungen werden von dem Ergebnis der Arbeiten des Aus schusses abhangig gemacht. *
Ausuahmezustaud über Memel.
Die Fernsprechverbindung mit Memel wurde wieder hergestellt. ueber Memel ist nach Nachrichten von dort der Ausnahmezustand verhängt. Die Presse ist unter Zensur gestellt worden. Die Franzosen befinden sich noch in der Kaserne. Die Litauer stehen am Eisenbahn⸗ übergang vor der Kaserne. Es herrscht jedoch völlige Waffenruhe. Bei dem Kampf um die Präfektur sollen zwei Franzosen und ein Litauer gefallen sein. Außerdem sind zwei Litauer beim Einmarsch getötet worden. Oberbürgermeister Grabow wurde abends festge⸗ nommen. Ob er inzwischen wieder in Freiheit gesetzt worden ist, ist ö— bekannt. Alliierte Kriegsschisfe sind bis jetzt noch nicht einge⸗ troffen. Als Gegeuaktion gegen den Einfall litauischer Banden in das Wemalgebiet hat sich in Oturcußen in der Nähe der Memeler Landes⸗ enze eine Bewegung gebildet, die beabsichtigt, Memel durch Waffen⸗ 0 von den Litauern zu befreien. Die Bewegung steht unter ö ng deutschbaltischer Adeliger.
Zum Einmarsch der Litauer in Memel.
Die Warschauer Berichterstatter melden der Pariser Presse sol⸗ gendes: Die litauischen Freiwilligen, die sich stolz„Division des eisernen Wolfes“ nennen und von zwei Kompagnien der regulären Armee begleitet sind, sind wie bereits gemeldet, in Memel einge⸗ drungen. In Wirklichkeit sind diese Freiwilligen verkleidete Sol⸗
daten und Offiziere. Die polnische Regierung hat eine. heftige Pro⸗ „sestnote an Litauen gerichtet wegen der Verletzung des Versailler Friedensvertrages. Der Konflikt verschärft sich noch durch folgende Tatsachen: Litauen konzentriert an seiner Grenze Truppen und glaubt die augenblickliche Lage ausnutzen zu können, da Frankreich mit der Ruhrbesetzung vollauf beschäftigt ist. Es will das neutrale Gebiet im Befsitz nehmen und die Alliierten vor eine vollendet Tatsache stellen. Polen wird erst einschreiten, nachdem die gemeinsame Zustimmung seitens der Entente eingetroffen ist. Der französische efehlshaber teilt mit, daß er mit Lebensmitteln noch für 4—6 Wochen versorgt sei. 0
Deutscher Reichstag.
N Berlin, 16. Januar. In einer nur furzen Sitzung verabschiedete der Reichstag am Dienstag 190 allen drei Lesungen eine Abänderung des Prassenot⸗ . e Reichsregierung hatte beantragt, die Abgabe von Holzverkäufen zugunsten des Rückerstattungsfonds an die Presse von ½ Proz, auf 1½ Proz. zu erhöhen. Der Reichsrat ure nur eine Erhöhung auf 1 Proz. Im Reichstage aber wurde von allen Parteien ein Antrag angenommen, die Abgabe lauf 2. erhöhen. Besonders eindringlich schilderte bei der Veratung des Gesetzentwurfs unser Genosse Richard Fischer die Notlage der deutschen Presse. Er sagte, wenn sich die Dinge so weiter entwickelten, würden sehr bald nur noch Mammuth⸗ 7 listen Zeitungen herausgeben können, und die ganze öffent⸗ liche Meinung Deutschlands werde daun von ein paar sehr reichen Leuten kontrolliert werden. Die Hauptursache der Pressenot seien die enormen Holzpreise, die wieder entsprechend die Papierpreise in die Höhe trieben. Die Vorwärts⸗Druckerei brauche jetzt mo⸗ natlich für 25 Waggons Papier etwa 440 Millionen Mark. Das sei dem Betrage nach in Friedenszeiten der Jahreshaushalt eines mittleren deutschen Bundesstaates gewesen. Befonders not⸗ leidend sei auch die Presse im besetzten Gebiet, die, wenn nicht dem Holzwucher N werde, allmählich von den deutschfeindlichen mit der hohen Valuta finanzierten Zeitungen zurückgedrängt wer⸗ den müßte. In der Erkenntnis dieser Notlage erklärte unser Redner, daß sich unserxe Partei mit der Abgabe von 2 Prozent von den Holzverläufen, der sie gewiß zustimme, nicht zufrieden geben
könne. Deshalb heantragte unsere Fraktion, daß zur Versorgung
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der Tagespresse für die Zeit vom 1. April 1923 monatlich 90 000 Naummeter Papierholz aus den Staatswaldungen und aus den Privatwaldungen zu bedeutend ermäßigtem Preise für die Papier⸗ sabrikation zur Verfügung gestellt werden soll. Einen derartigen ntrag hat unser Genosse Robert Schmidt schon vor zwei Jahren in seiner Eigenschaft als Reichswirtschaftsminister ausgearbeitet gehabt; jedoch wurde dieser Plan vom Reichsrat zunichte, gemacht. Die deutsche Presse wäre nicht in der furchtbgren Bedrängnis, wenn schon vor zwei Jahren dieser soziglistischen Anregung gegen den Holzwucher stattgegeben worden wäre. Aber guch jetzt noch sträuben sich die bürgerlichen Parteien, das Einzige zu tun, was zur Rettung der Presse geschehen muß. Aus Furcht, daß auf irgend einem Gebdete wieder die Zwangswirtschaft eingeführt werden könne, erheben sie Bedenken über Bedenken gegen den sozialdemo⸗ kratischen Antrag auf eine Holzumlage zu vecbilligtem Preise. So⸗ wohl der demokratische Redner, wie der der Deutschen Volkspartei und der der Deutschnationalen versuchten zu bestreiten, daß Holz⸗ wucher bestehe und erklärten, der Antrag der Sozialdemokraten müsse erst einmal im Ausschuß sehr eingehend geprüft werden. Unser Antrag wurde also dem Volkswirtschaftlichen Ausschuß überwiesen. Es ist Sache der deutschen Presse, dafür zu sorgen, daß dort die sozialdenokratische Anregung diesmal in zwölfter Stunde günstiger behandelt wird, als vor Jahren im Reichsra Mehore kleinere Gesetzentwürfe wurden in dritter Lesung verabschiedet, so eine Aenderung des Weingesetzes und die Er⸗ klärung der allgemeinen Verbindlichkeit von Tarifverträgen.
der kommenden Woche wieder zusammentreten. Beim Wieder⸗ zusammentritt soll sofort mit der Etatsberatung begonnen werden. Redner der Sozialdemokratie sind die Genossen Otto Wels und Erispien. Es ist vorgesehen, daß der Reichstag beim Wieder⸗ zusammentritt längere Zeit zusammenbleibt. 0
Reichswirtschaftsrat.
Die Vollsitzung des Reichswirtschaftsrats am Dienstag er⸗ öffnete der für das Jabr 1923 neugewählte Vorsitzende, Genosse Leipart, mit der Erklärung, daß sich auch Her Reichswirtschaftsrat dem Proteste der Reichsregierung. des Reichskags und des ganzen deutschen 100855 gegen die Vergewaltigung des Ruhrgebiets an⸗ schließe. Auch der Neichswirkschaftsrat werde alles tun. um die Fremaherrschaft abaukiirzen 78 2
Vor Eintritt in die Tagesordnung ergriff dann Reichswirt⸗ schaftsminister Dr. Becker das Wort. Er kennzeichnete in großen Strichen den brutalen Gemaltakt Frankreichs und Belgiens, ging kurz auf die Versehlungen Deutschlands bei den Holz⸗ und Kohlen⸗ lieferungen ein die als Vorwand für den Einmarsch in das Ruhr⸗ gebiet herhalten mußlen und gab ein Bild der Folgen auf sozialem, kulturellem und wirtschastlichem Gebiete. Die Kohlenproduktion des Ruhrgebiets sei bereits um 15—20 Prozent zurückgegangen. Die Drohung mit der Beschlagnahme der Kohlen sei ein neuer Gewalbakt. der soggr der Hagger Laldkriegsordnung widerspreche. Auch die angedrohte Beschlagnahme der Kohlensteuer wäre ein grober Bruch des Völkerrechts. Zwar könne die Regierung auch das nicht verhindern sie sei aber gerüstet und werde. diejenigen Maßnahmen treffen. die geeignet sein werden auch jene Gewalt⸗ maßnahme zu vereiteln. Die Bedenken aus der Verlegung des Kohlensyndikats versuchte der Reichswirtschaftsminister zu zer⸗ streuen, um dann die schweren wirtschastlichen Gefahren, denen wir entgegengehen darzulegen. Wir würden für die nächste Zeit mit einer starken Verteuerung der Lebenshaltung, mit Einstellung und Einschränkung der Belriebe und mit Arbeitslosigkeit zu rech⸗ nen haben. Diese Gefahren könnten, wir nur dann sicher bestehen, wenn wir einig zusammenständen. Die Reichsregierung kenne ihre Pflicht und werde sie bis zum Letzten erfüllen in der Ueber⸗ zeugung daß sie dabel die Unterstützung des ganzen Volkes, vor allem aber auch der Wirtschaftskresse haben werde.
Für das neubesetzte Gebiet gab dann der christliche Gewerk⸗ schaftler Breddemann⸗Essen eine Erklärung ab, in der er die tiefste Entrüstung und Empörung der Bevölkerung des Ruhrgebiets zum Ausdruck brachte. Im Namen aller Volksgenossen des inne u legte er das Gelöbnis unwandelbarer Treue zum Gesamtvolke und zum Gesamtvgterlande ab und versprach, dem übrigen Deutschland die Treue zu halten um die das Volk an der Ruhr selbst bitte. In einer einstimmia angenommenen Entschließung billigte dann der Reichswirtschaftsrat die von der Reichsregierung abge⸗ gebenen Erklärungen, insbesondere„den darin zum Ausdruck ge⸗ brachten festen Willen des deutschen Volkes, den übernommenen Verpflichtungen bis zur Grenze der Leistungsfähigkeit der deutschen Volkswirtschaft nachzukommen“. Die Besetzung des Ruhrgebiets e den angestrebten Ausgleich mit Frankreich unmöglich gemacht.
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Der Metzger von Verdun. Offener Brief gefangen gewesener Frontsoldaten au den ehemaligen Kronprinzen. Das Verbandsblatt der Vereinigung ehemaliger Kriegs⸗ gefangener schreibt: 5 1
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* Der Reichstag wird sich am Mittwoch vertagen und erst Mitte
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An den ehemaligen deutschen Kronprinzen
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verschuldeten heute wuchern Regierung aufhetzen und nach klingende Dollars oder Pfunde land verkaufen und dadurch den deut Volksehre aus Prositwnt wenige dieser„Faulen ur
Wir vom Jehre 1918 ge deuts uns turmhach stehend über Männer die während Kämpfe französische Frauen im Arme Weib und Gesang und bei noch Schl 0 noch eine Auszeichnung erhielten. oldaten und unfere Fäuste dienen dem deutscken Volke zum Wiederaufbau der durch Ihre
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nnen dürfen. Das Urteil aber über Sie etz ger von Verdun
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—
Geschichtstalen der.
. 18. Januar. 1689 Der Philosoph Montesquien in Paris geboren. 1778 Der Seefahrer Cook entdeckt Hawai.
des Sühnedenkmals für den ermordeten Ketteler in Peking. l beschlienßt
—
Der Deserteur. 3
Roman von Robert Buchanan. Erstes Kapitel. Im Sonnenschein.
„Rohan! Rohan! Hörst Du mich nicht? Es ist Zeit zum Gehen. Komm, komm! Es ängstigt mich, zu Dir hinab⸗ zuschauen.“ Willst Du noch nicht heraufkommen, Rohans“ Die Stimme der Ruferin verliert sich in dem Meeres⸗ brausen, das unten die blaue Leere erfüllt, sie verhallt in dem ohrverwirrenden Flügelrauschen und in dem geschäftigen
Gepiepse der zahllosen neugeborenen Schnäbel. Während sich das schwindelig gewordene Mädchen zurückzieht, der Boden unter ihren Füßen zu schwinden droht und die
Klippen sich wie ein Riesenrad zu drehen scheinen, ertönt von unten herauf ein menschlicher Ruf klac, aber doch ent⸗
fernt wie eine Stimme des Ozeans, dessen Wellen sich an den
tausend Fuß tiefen blutroten Granitfelsen brechen.
5 Die Sonne geht eben weit drüben unter den Ge— wässern unter; ihr Licht strahlt, jede Spalte und Nische der Klippen beleuchtend und belebend, das natürliche Rot ihrer Gipfel in Glut tauchend, das grobe Gras und die gelben Sternblumen in Smaragdfäden und flimmernde Sterne ver— wandelnd und ihre stärksten Strahlen auf den nackten Stein⸗ felsen herabsengend, der sich wie ein Riesenhorn vom Rande des Abgrundes erhebt und um welchen ein starkes Seil ge— schlungen und festgeknotet ist. Neben diesem Felshorn steht, vom hellsten Sonnenschein beleuchtet, ein junges Mäd⸗ chen und ruft zu einem unsichtbaren Jemand in die Tiefe hinab.
Man würde sie, wollte man nach ihrer sonngebräunten Haut urteilen, für die Tochter irgend eines Zigeunerstammes halten. Aber solch dunkle Hautfarbe ist auch den keltischen Frauen der Bretagner Küste eigen; überdies sind ihre großen
Augen nicht zigeuner⸗schwarz, sondern leuchtend⸗grau— von jener geheimnisvollen Farbe, die, wenn die Augen von Freude und Liebe beseelt sind, sanft wie der Himmel sein zann, jedoch dunkel wie der Tod, wenn Eifersucht und Zorn
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sie erfüllt. Wer lange in Augen wie diese blickt, dem ent⸗ hüllen sie ungeahnte Tiefen der Leidenschaft, der Selbst⸗ beherrschung und des Stolzes. Das Mädchen ist hochgewach⸗ sen, schlank und hat kleine Füße und Hände.
Vor genau achtzehn Jahren lief der Vater mit der größ⸗
ten Fischladung in den Hafen ein, um zu finden, daß die
heilige Jungfrau sein Gebet endlich erhört und ihm nach vier kräftigen Söhnen ein Mägdelein beschert habe. Aus ihrem Antlitz leuchtet auch heute noch kindliche Unschuld, der Mund ist entzückend, ein leichter Trotz kräuselt die vollen kirschroten Lippen ein wenig. — die Sonne beleuchtet an der ganzen Küste der Bretagne kein schöneres. i
Gleich der Königin Bertha hielt sie einen Spinnrocken in der Hand, allein selbst das kostbarste königliche Gewand hätte sie nicht besser kleiden können als die zwar strenge, aber malerische Nationaltracht der Bretagner Bäuerinnen— die schlichte weiße Haube, der blaue Kittel mit der roten Borte, das niedliche, mit Blüten und Zweigen durchwebte Schürzchen, das nette, mit einem Rosenkranz und einer Medaille Unserer Lieben Frau geschmückte Leibchen und schließlich die eigentlichen Holzschuhe(„sabots“).
„Rohan, Rohan!“ ertönte ihre helle, vogelgleiche Stimme nochmals, verlor sich aber wieder in der blauen Leere unten.
Das Mädchen legte ihren Spinnrocken neben ein Paar „Sabots“ und einen breiten Filzhut, die bereits auf dem nächsten Steinblock lagerten, drückte ihr Gesicht flach an den Rand des Abgrundes, umklammerte mit einer Hand das an das Felshorn festgeknotete Seil und starrte in die Tiefe. Von der Mitte des Abgrundes herauf blickte ein lächelndes Antlitz zu ihr empor. Eine Minute lang sieht sie die an dem Seil zwischen Himmel und Erde schwebende Gestalt des Jünglings, die von einer fliegenden Wolke von Seevögeln umschwirrt wird, klar vor sich; sie sieht auch den weißen Strand tief unten, den milchweißen Rand des schimmernden, bewegungslosen Meeres, den glutroten Sonnenball, die wie in Blut getauchten Riffe. Dann dreht sich alles mit ihr im
Kreise herum, sie schließt die Augen mit einem leisen Schrei.
Sie ist noch Kind und doch schon Weib
Ein von unten
beugt.
durchschlängeln
Seevögeleiern z Kleine, umflatterten de
zu geben. Die
weniger geübte würde.
erschallendes helles Lachen beruhig Welche Tiefe!
Granitfelsen, zwischen denen
wie Schaumflocken
u suchen.
n kühnen Eierdieb.
Klippen rings um ihn her sind
zähligen Seevögeln bevölkert, Millionen von kleinen starren angstvoll in die seinen, die Luft ist von eine betäubenden Gezwitscher und Geflatter erfüllt, das
n Klippenjager um den Verstand (Fortsetzung solgt.)
„In Huch auf Seite 253 kommt der Kronprinz folgendem ene 5 g 8 mer. iges. Kämpfe. Es kam zu einer Art Selbstreimiguns der Was faul und angefressen war, fangenschaft des Gegners aus,
ruhel; Verbät die 0 was uns verblieb Endkämmfen des Fabres 1918. in Gefang e 0 8
bemerken wir folgendes emaliger Kriegs⸗
keine ehrenrührige Handlu nachgesagt werden kann, ke
wie es der ehemalige Kronprinz ass Interessenorganisgtion, schä rechen dem ehemaligen Urteil über uns zu fällen.
bende Ortsgruppe. d
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neuen Kriegen rufen oder ihre Erinndrungen an das 1 5 Namen und die deutsche itz ziehen. Leider sind nur Verbande
genen deutschen e g 0 bei
immeren die Zeit ver erhel Wir sind 105 sexes Den
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ebiete
das Betriebsrätegese 5*
Hessischer Protest gegen den französischen Raubzug. Da der Landtag noch nicht zusammentreten konnte, er⸗ hob am Dienstag sein Finanzausschuß im Namen 0 hessischen Landtags durch seinen Vorsitzenden, den Genossen Delp, feierlichen Protest gegen die widerre 1
chtliche Besetzur des Ruhrgehiets durch die Franzosen.„
t sie ii so sehr, daß sie sich ein Herz faßt und sich noch einmal vo
Von neuem erfaßt sie ein Schwindel⸗ anfall, aber plötzlich wird ihr Hien klar und ihr Kopf ruhig. Sie erblickt jetzt alles deutlich: die rötlichen Riffe der 10 die spielenden Wellen hin⸗ und die zierlichen Wasserpflanzen bespülen; die einsame„Nadel von Gurlan“, diesen ungeheuren St und Kalkmonolith, der sich aus dem Meere erhebt und von unzähligen Seevögeln umschwirrt wird; die Felsen, auf denen große, schwarzrückige Möwen sitzen, die aus der Fer wie weiße Motten aussehen und in die untergehende Sonne starren; Robben, die in den dunkeln grünen tief unten lustig herumschwimmen; das einsame rotbesegelte Fischerboot. das mit der Ebbe, weit draußen im Meere da⸗ hinschwebt— all das sieht sie flüchtig wie in einem Zauber spiegel, aber es verschwindet ihr rasch und ihr Auge bleib! wie gebannt auf einem anderen Bilde haften— el schlanken, geschmeidigen Gestalt, die zwischen Himmel und Meer schwebt und mit Händen und Füßen an dem glatt Felsen entlang klettert, um in den Nischen und Spalten
B en uchtun 5
aussehende Seeschwa Wie aus Kanonen schossen, sausen die possierlichen kleinen Seepapageien ihrem Bau, den sie sich nach Kaninchenart in d bohren, ehe sie ihre Eier legen. und segeln einige hunde Ellen weit, kehren dann um, schwirren bei den Ohren Eindringlings im Kreise herum und schlüpfen wieder
kreist sein Haupt ebenfalls, aber ohne einen Laut von sich
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brenzlig wurde. letzten Augenblick gehalten, denn
der Höchstkommandierenden weg i Was in die sed war in erster Linie vo alle die faul und angefre weit hinter der Front. in Kosten der Kämpfer mästete schͤkantersen und mutwilligerweise große t unseren sauer verdien ie all dieses Un das Volk gegen
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