Ausgabe 
17.4.1923
 
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Ants dem reichen Inhalt der von Prof. Kantorowic⸗ lt. ge banm nur einsges hier angedeutet werden. Als e

Ideale der Menschen, Klassen und Völker lassen sich nicht wi lich als richti er falsch erweisen, sondern Feten n Gegensätzen der Weltanschauung. Das Zusammenleben ist

den e Durchsetzung derselben ohne Achtun 2 Rechten, rn ritterlicher Geistestanwf 3 el

erüct. f. a

88 8 de dn ung Nusse

N 776 N 1 5

Vim an do perstandenen Grundsätze des alten wie des pale Testa⸗

men e Liebe allein würde die Welt in ein Chaos Gerechtig⸗ 1 ber die Rassenfrage sagte r folgendes: Alle Völker . een sind aus niesenRassen gemischt, d. h. aus Gesamt⸗ bhuts verwandter Menschen, die eine eigentümliche Verbindung Eblicher Törperlücher Eigenschaften gemein haben. Das deutsche Boll n wie 10 5 We Aae n ene 3 oder 5 en: sogenannte 1 1 e schädli schmal⸗ gesichtig helläumig. hellfarbig, hellhaarig) ist derben nate selten ihnen vorhanden Die Juden sind weder eine Rasse, noch ein Teil einer eigenen Rasse, sie haben dieselben Rassebestanbteile wie 8 Deuischen. Zum Beispiel müssen die hellhaartgen Juden nordisches R. ste habem aber außerdem auch asiatische umd afrikanische im sich. Die deulschen Juden bilden einen deutschen echenfo wie die französischen Juden einen framzösischen

i buen aber einenGrenzstamm, wie z B. die Alemanen, 1 Baden zum deutschen Volk, in Elsaß zum französischen Volk, g e zum eldgenässischen Volk gehören und gehören barrch gleiches Stammesbhewußtsein national zusammen⸗

Deeutscher Reichstag.

1

.. 8 2

1 Berlin, 14. April.

10 Der Reichstag beendete am Samstag die zweite

1 12 5 des Haushalts des Reichs verkehrsministeriums.

Neichsminister Groener antwortete auf die erste Reihe der der Zen arteiSein Vortrag war außerordentlich schwach. Er bildung kte den Eisenbahnern für ihre Aushalten am Rhein und an der 0 r und versprach, daß in der Fürsarge für die Opfer des Ab⸗ n. 3 5 möglich geschetzen solle. Es sei alle Aussicht ms: ö 5 90 d bezweisd das Jahr 1922 im Petrieb der Reichsbahn ohne Fehlbetrag hung unserts teßen. Die Ruhraktion habe das leider unmöglich ge⸗ r Wosellun Nach wie vor werde es aber das Beskreben der Reichsbahn besonders Im Sinne der Reichsverfassung mindestens die Selbstkosten schasten um Betriebes zu decken. Der Minister wandte sich dann ö ic die ver die Ueberempfindlichkeit in Bayern, wo gewisse Kreise bei olkes bes den Oebensäuße rung eines Reichsministeriums bösen Willen aller Bo 90 voraus setzen. sem Nach einem Zwischenspiel des deutschvöllischen Abg. Wulle, isch derrn Groener sehr zu Unrecht für einen verkappten Sozial⸗ sbürgerlichen zu halten scheint, hielt unser Genosse Breunig eine Lolke hen indlich in den Etat eindringende Rede. Er verlangte, daß die die aßewi Gang befindliche Modernisterung der Eisenbahn⸗Werkstätten in das Veh sesetzt werde. Die

ebesehlsmäßige Entlassung von Arbeitern und Angestellten

te iu kostspieligen Betriebsschwierigkeiten. Es müsse bei Ent⸗ mit großer Vorsicht operiert werden. Die Betriebs⸗

3 Beamtenräte seien durch

aus bemüht, das Unternehmen in die

0 n bringen. Die Merkmale der Personalpolttik müßten Ge⸗ g it, Klarheit, Ruhe und Stetigkeit sein. Das Geschrei vieler

4 et Politiker nach einem Tarifabbau set unehrlich. Die tlichkeit der Reichsbahn sei abhängig von der Preispolitik Schwerindustrie, die das Material ungemessen verteure. Man

gegen die Preisdiktatur der Kartelle und Truste

Hinter dem Gezeter des deutschmationglen Redners über nalüberfluß verberge sich nur die Sehnsucht nach der Ab⸗ schaffung des Achtstundentages. Eingehend wies Genosse Breunig nach, daß in den Lohn⸗ und Gehaltsverhältusssen der Eisenbahn⸗ arbeiter und ⸗Angestellten vielfach Mißverhältnisse mit den Ein⸗ kommensummen in der vergleichbaren Industrie vorhanden seien. Auch müßten die Betriebs⸗ und Verkehrsbeamten im Außendienst anders eingestuft werden. Die Spannung zwischen den Lohn⸗ und unteren Gehaltsklassen und den höheren Gehältern sei höher als 970 in elner Zeit rechtfertigen könne, wo die breiten Schichten des Meichsbahnpersonals unter dem Existenzminimum arbeiteten. Ge⸗ nosse Breunig erklärte, der beste Dank an die Eisenbahner sei ge⸗ rechte Behandlung, ausreichende Besoldung und Respektierung ihrer berechtigten Wünsche. eee ee

Die Ausfprache setzte sich dann noch bis in die späten Abend⸗

i, ja felbs. erzweifelt abb süßen Neasses.

belebt, mem sed beöhaftigke eh aber meist mit technischen Neben⸗ U alen 170 N Unter den vom Reichstag angenommenen Entschließungen be⸗ einem d 1 findet sich eine, die diegieichsregierung ersucht, die Freifahrt fürͤKin⸗ ersten gufluke der bis zum 6, Lebensjahre, die Kinderfahrkarten vom 10. bis 12. ihm leine 0 Lebensjahre auszudehnen und. t 5

110 er Staditheater Gießen.

Aiden. Deer küpne Schwimmer. Schwank un diktem von Franz Arnold b zur Gale Emst Bach. Spielleitung: Oskar Feigel. a eee, e gegen Fiege latter dice din dun mode ae. gerlei 1 kicks in geschickter Weise zur lustigsten Situationskomik zusammen⸗ cht. Ert un ellt, wurden durch flotteste Spielleitung noch wirkungsvoller ge⸗ ten Stolle, altet und durch die diesmal besonders gute, weil kaum übertriebene

nlich belle ber unübertreffbare Mimik Rudolf Golls, der alskühner

0 unge, 1 mmer in dem Lachtränenmeer der Bühne und der Zuschauer arenen 77 mm, alsSchwank, wie die Autoren das Stückchen richtiger⸗ Soden 0 0 d bescheidenerweise bezeichnen, durchaus genießbar gemacht. oggelöste 0% Ein 50 jähriger Witwer, natürlich reich, mit einer toiährgen

desAin perliebte sich am Starnberger See, wo er zur 90 0 Defliele, in ein schönes, blutjunges, natürlich gleichfalls reich u, inen. der e. ebendort mit seiner Mutter weilte und zur n Er⸗ manhe de* weit in den See hinausschwamm. Am Sfeande aber lag, m. einen. Sonnenbäder nehmend gemütlich,Otto Hüberlein, Bürger einen 1 erst fe größeren, natllrlich preußsschen Provinzstadt, und verfolgte mit dem ch 91 K echer die Künste seiner Angebeteten. Eines Tages sseht er diese dann 0 10. mit den Wellen ringen und hört sie(jedenfalls auch e Spreu durch den e denn sie war gur weft vom Land eusfernt!)

ät a aum Hife rufen. Als leidenschaftlicher Nichtschwimmer und Rheuma⸗ 0 ub tiker ist es ihm unmöglich selbst hinguszuschwimmen, der Zufall

führt ihm, der verzweifelt Nettung

bunschen(aver Kraxentrager mande

der sich so vortrefflich zuVersprechungen eignet!) zu, der gegen einen braunen 5 stürgzt und ihm die Verunglü

50 5 Aus f 1 7 t hre nd

Dankbarkelt erklärte sie, aus ihrer Ohnmacht ermachend, 11 b Heryr e sie für ihren Lebensretter hält, daß sie setzt ul en Weben erhöre und feine Braut sei. Der lustige Fünsaiger

971

sucht, einen bayerischen Bamern⸗ ö beachte denkomischen

Lappen(damals 1000 Mk.) sosort in die ckte ohnmächtig in den Schoß legt.

Gießen und umgebung. Ergänzung des Reich ssiedlungsgesetzes.

Einleitung eines Volksbegehrens.

Zum ersten Mal soll von Artikel 73 der Reichsver⸗ fassung Gebrauch gemacht werden, der bestimmt, daßein Volksentscheid herbeizuführen ist, wenn ein Zehntel der Stimmberechtigten das Begehren nach Vorlegung eines Ge⸗ setzentwurfes stellt. Dem Volksbegehren muß nach dem⸗ selben Artikel ein ausgearbeiteter Gesetzentwurf zugrunde liegen. Erklärt sich ein Zehntel der Stimmberechtigten für diesen Gesetzentwurf, so ist er von der Regierung unter Darlegung ihrer Stellungnahme(ob dafür oder dagegen) dem Reichstag zu unterbreiten. Nimmt dieser den Entwurf unverändert an, so wird er ohne weiteres Gesetz, lehnt er ihn ab, so erfolgt Volks entscheid, d. h. Abstimmung der Wähler. Wie im einzelnen beim Volksbegehren und Volks- entscheid zu verfahren ist, ist durch besonderes Reichsgesetz vom 27. Juni 1922 sowie durch die Reichsabstimmungsord⸗ nung vom 1. Dezember 1921 geregelt.

Der Antrag, das Eintragungsverfahren über das Volksbegehren zu eröffnen, ist gestellt von dem Vorsitzenden des Vereins hessischer Landbewerber, Justizobersekretär Walther in Büdingen, und Weinbergbesitzer Hoeft in Gr.⸗Ammensleben für die Siedlungsvereinigungen.

Der von den Antragstellern gleichzeitig eingereichte Ge⸗ setzentwurf bezweckt eine Abänderung des Reichssiedlungsgesetzes, die es ermöglichen soll, daß Grundstücke in weit größerem Umfang vom Großgrundbesitz abgetrennt und den Landbewerbern zuge⸗ teilt werden, als es nach den Bestimmungen des Reichssied⸗ lungsgesetzes zurzeit zulässig. Wie bekannt, liegt die Grenze, bei welcher Grundbesitz gegen Entscheidung enteignet werden kann, bei 400 Morgen. Berücksichtigt man die süd⸗ und westdeutschen Verhältnisse und im besonderen die von Hessen so war es von vornherein klar, daß der zur Ab⸗ tretung bezw. Enteignung zugelassene Grundbesitz auch nicht im entferntesten zur Befriedigung des Landhungers hin⸗ reichte, daß also die Siedlungsgesetzgebung ihren Haupt⸗ zweck erfehlt hatte. Ein weiterer Fehler war der, daß bei Enteignung eineangemessene Entschädigung zu zahlen ist, was bei den heutigen Verhältnissen eine gewaltige Ver⸗ teuerung des zugeteilten Landes zur Folge hat.

Diesen beiden Uebeln will der von den Antragstellern vorgelegte Gesetzentwurt abhelfen, und zwar, wie gleich ge⸗ sagt werden kann, in radikalster Weise. Wir haben ihn in unserer Nr 83 vom 12. April zum Abdruck gebracht.

Da dieser Entwurf die gleichzeitige Unterschrift von mehr als 500 Stimmberechtigten gefunden hatte, so wurde vom Reichsministerium des Innern das sogenannteEin⸗ tragungsverfahren zugelassen, d. h. der A b st im mung durch die Wählerschaft unterworfen.

Als Frist ist für diese Abstimmung, wie kürzlich bereits mitgeteilt, die Zeit vom 18. April bis 1. Mai fest⸗ gesetzt worden.

Zum Abstimmungsleiter für Hessen ist vom Staats- ministerium Ministerjalrat Bornemann bestellt.

Nach Bekanntmachung des Kreisamts Gießen sind die Stimmbezirke für die Landgemeinden dieselben wie bei der letzten Reichstagswahl. Die Bildung der Stimmbezirke für die Stadt Gießen bleibt dem Oberbürgermeister überlassen.

Es wird nicht mit Stiimzetteln abgestimmt, sondern die Wahlberechtigten, die für den Gesetzentwurf stimmen wollen, tragen ihren Namen in vorgedruckte, von den An⸗ tragstellern gelieferte Listen ein. i

Tag und Tagesstunden, an denen die Ein⸗ 'tragungen in diese Listen stattfinden, werden durch die Ge⸗ meindebehörden in ortsüblicher Weise bekanntge⸗ geben werden. 0

Wir behalten uns vor, auf Inhalt und Bedeutung des Gesetzentwurfs demnächst näher einzugehen, lenken aber schon heute die Ausmerksamkeit vn serer Leser, besonders auf dem Lande auf den Entwurf und die bevorstehende Abstimmung.

Rückgang des Fleischsverbrauchs.

Vor einiger Zeit wiesen wir an der Zahl der Schlach⸗ tungen im Gießener Schlachthof nach, wie stark der Rück⸗ gang des Fleischverbrauches in unserer Stadt sein muß. Ein Gleiches stellt die Statistik iber den Verbrauch im ganzen Reiche fest. Im Bereich der neuen Reichsgrenzen kamen noch dem Schlachtgewicht der beschaupflichtigen Schlachtungen * e eee e Nee eee, p eee schwummt in eitel Lust und Wonne und wagt nicht, durch Auf⸗ klärung des wahren Sachverhaltes sein unerwartetes Glück von sich zu sto ßen.

Den Tag vor der Hochzeit und den Hochzeitstag selhst zeigen uns die Schwankdichter m auf den Brettern. Wie derkühne Schwim⸗ mer im Zimmer schwimmen lernt, wie er sich zur Trauung putzt, wie er die Rettungsmedaille erhält, wie er schließlich entlarvt wird, das muß mam gefohen haben, in all seiner Tollheit und Torheit.

Nudolf Golls haben wir schon gedacht, ebenso Oskar Feigels Spielleitung. Der letztere messterte auch denaver Kraxentrager in löstlicher Urwüchfigkeit und bestem bayerischem Dialekt. Gisa [Iven gab desklihnen Schwimmers Töchterlein natürlich und ansprechend. Luise Schubert⸗Jüngling war eine flotte und leber wandte lustige Witwe, Karla Keller, deren dankbares und liebreigendes Kind deskühnen Schwimmers Braut. Hans Fro m⸗ mann stellte wie immer einen ganz besonders schneidigen Kavalier tar(Ingenieur Fritz Neubauer), Richard Hellborn wirkte durch lobenswerte Natsirlichkeit und Einsgchheit in den drastischsten Situgtionen lebenswahr. Paul Schuberts gewaltige Stumme sproch aus dem tadelfrei gespfeltenBaumeister Eggebrecht: und Karl Vol ck denProfessor Wernicke ausgezeichnet mimte, wird d bezweifeln wollen; solche Rollen sind ihmauf den Leib ehen. Hermann Stichel war köstlich alsLohndiener Kräh⸗ hahn(J) Heinz Bechstein ein waschechterBademeister Hum⸗ mel, Luise Rammel alsWirtschafterin und Else Engel als niedlichesStubemnädchen deskühnen Schwimmers, trugen er⸗ heblich zu dem abgerundeten Spiel bei.

Ein harmlos Austiger, frohes Lachen erzeugender Abend. Zum Ausklang der Spiel zeit durchaus am Platze.

Derkühne Schwimmer wird immer vor vollen Häusern Klünste zeigen; wir gratulieren der Theaterkasse!

seine LA.

im Jahre 1913 in den Verbrauch 23 878 871 Doppelzentner, dagegen im Jahre 1922 nur 13 760 807 Doppelzentner. Gegenüber dem Jahre 1913 e t sich somit im Jahre 1922 insgesamt ein Ausfall von 10 109 064 Doppelzentner oder 42 v. H. der Fleischmengen, die in der Vorkriegs zeit zur Verfügung standen. Der Gesamtfleisch⸗ verbrauch aus Einfuhrüberschuß, beschaupflichtigen und anderen Schlachtungen betrug in Preußen auf den Kopf der Bevölkerung im Jahre 1921 nur noch 33,1 Kilogramm gegen 490 Kilogramm im Jahre 1913 und weist damit eine Ah nahme um 159 Kilogramm oder 22,5 v. H. auf. Dabei ist zu berücksichtigen, daß der Anteil des Fleischverbrauchs auf dem Lande gegen die Zeit vor dem Kriege wesentlich gestiegen ist. In den Städten mit überwiegend Arbeiter bevölkerung dürfte demnach der Fleischverbrauch auf weniger als die

Hälfte gesunken sein. 1 22

Auch der Verbrauch an Mehl ist wesentlich zurückge⸗ gangen. Vor dem Kriege standen an Brotgetreide 10,3 Millionen Tonnen Roggen und etwa 6,5 Millionen Tonnen Weizen und Spelz zur Verfügung. Im Jahre 1921 aber waren nur 6,3 Millionen Tonnen Roggen und 4,8 Mil⸗ lionen Tonnen Weizen und Spelz nach den statistischen Er⸗ mittelungen verfügbar. Das deutsche Volk verbrauchte also 27 b. H., über ein Viertel weniger als in 1913/14, des wich tigsten Nahrungsmittels, des Brotes. Noch ungünstiger ist das Bild bei Kartoffeln, deren Verbrauch von 1913 auf 192½2 sogar um 51 v. H. zurückgegangen ist. 5

Die Folge dieser Verarmung ist, daß das deutsche Volk selbst einfache Genußmittel kaum noch kaufen kann. So ist der Verbrauch an Koffee, an Bier und ähnlichen Genuß mitteln ganz erheblich gesunken.

Und gerade jetzt öffnet man die Bahn dem freien Brotwucher, der die Preise noch erheblich höher treiben wird, so daß sich die Möglichkeit ausreichender Ernährung noch weiter vermindert. So treibt die kapitalistische Wirt⸗ schaft immer deutlicher und schärfer zur Verelendung der Masse des schaffenden Volkes. Es ist höchste Zeit, daß sich die Arbeiterklasse in einem einzigen Willen gur Durchsetzung des Sozialismus eint!

Zur Nichterhebung der Napitalertragssteuer. Bekanntmachung

Vom Finanzamt Gießen wird uns zu der N im Inseratenteil der heutigen Nummer geschrieben: 5

Der zunchmenden Geldentwertung ist das Aufkommen an Kapitalertragsteuer gegenüber dem der sonstigen direkten Steuern nicht gefolgt. Auch besindet sich das Kapftaldermögen. i sondere festverzinsliche Wertpapiere zum großen Teil in Händen leistungsschwacher Kreise denen die Kapftalertragsteuer größten⸗ teils wieder erstattet werden mußte. Das sehr verwickelte Ber⸗ fahren erforderte einen Aufwand an Zeit und Arbeitskräften der nuit der Zeit außer Verhälmis zu dem Ertrag der Steuer siand. Das Geldentwertungsgesen hat daher von der einstweiligen Er⸗ hebung der Kapftalertransteuer Abstand genommen.

Anträge auf Erstattung nach§ 44 des Eink.⸗St.⸗G. tun⸗ lichst noch vor dem 1. Juni l. J. beim Finanzamt zu stellen.

Die im März 1920 zugleich mit der und der Körperschaftssteuer eingeführt

Die Kapitalertraasteuer ist. Reichseinkommensteuer

worden. Sie beruhte wie wir dazu noch bemerken wollen auf de damals richtigen Erwägung daß das Einkommen aus Kapitalver⸗ mögen als fundsertes Einkommen vorausbelastet werden könn ö Infolge der Entwickelung der wirtschaftlichen Verhältnisse Deutschland ist die Bedeutung des Kapitaldinkommens hinter dem sonstigen Einkommen immer mehr zurückgetreten. Das zeigt 22 Statiftik. Das zeigt auch das Aufkommen an Kapftalertrag⸗ sseuern das im Gegensatz zu den sonstigen direkten Steuern der Geldentwertung nicht defolat ist. Zudem befindet sich das Kauital⸗ vermögen, insbesondere festverzinsliche Wertpapiere, zum großen Teil in Händen leistungsschwacher Kreise, denen die Kapitalertrag⸗ steuer zum Teil gang erstattet zum Teil auf die Einkommen⸗ steuer angerechnet werden mußte. Die Grenzen, bis zu denen die Erstatung und die Aurechnung zuläfsig waren, mußte naturgemäß immer weiter gezogen werden. Das Gesetz ist aber nicht formell aufgehoben. Der Reschsminister der Finanzen ist vielmehr er⸗ mächtigt, es mit Zustimmung des Reschsrats wieder in Kraft zu setzen, sobald die wirtschaftlichen Verhältnisse es gestatten. Nach dem Geldentwertungsgesetz vom 20. März 1923 wird von den Be⸗ trägen aus Kapitalvermögen, die nach dem 3. April 1923 fällig werden die Kapitelertragsteuer bis auf wefteres nicht erhoben. Die Aprilzinsen sind also noch kapitalertragsteuerpflichkig. Bei den Dividenden bleibt die zehnprozentige Vorausbelastung voll be⸗ stehen. Im Interesse der Vereinfachung des Steuerapparates wer⸗ den diese 10 Prozent aber nicht mehr als selbständige Kapital⸗ ertragsteuer erhoben. Während der Dauer der Nichterhebung der Kapitalertragsteuer erhöht sich nach dem borermähnten Gesetz bei den Erwerbsgesellschaften die nach dem Körperschastssteuergesetz auf die verteilten Gewinnanteise zu entrichtende Steuer um zehn Prozent,. Sie beträgt somjt bat den nach dem 3. April 1929 fällig werdenden Dividenden usw nicht mehr 15, sondern 25 Prozent. Diese Eskhung qült jedoch nicht ür G m b., die nach dem S 3 9955 des Rapitalertragsteuergesetzes von der Kapitalertrag⸗

sre't sino..

Ueber das Verderben von Lebensmitteln und beren richtige Aufbewahrung im Haushalte gibt das Frankfurter Stadtgesund⸗ heitsamt folgende beachtenswerte Winke: Das Verderben von Lebensmitteln kann 155 viele Ursachen haben, nämlich Einwirkung von Luft, Licht, Wasserdampf oder Wasser, Wachtum von Bakterien oder Schimmelpilzen, Entwicklung tierischer Parasiten, wie Milben, Larven, Käfer und anderes mehr. Die richtige wee

er⸗

einzelnen Lebensmittel muß deshalb darauf bedach sein diese derbursachen so viel wie möglich auszuschließen. Me le werden gern von tierischen Parasiten, wie Milben, kleinen Spinnentieren, die etwa ein Millimeter groß werden, von Larven, den Würmern der Mehlmotte oder des Mehlkäfers, befallen. Alle diese tierischen Lebewesen lieben Licht und Luft nicht. Daraus ergibt sich, daß man Mehle nicht dunkel, sondern in hellen und luftigen Räumen aufheben soll. Mehle werden bei ungeeigneter Lagerung häuftg bitter oder mufftg. Das rührt von gewissen Umsetzungen her, welche besonders schnell verlaufen, wenn die Mehle feucht sind der warm gelagert werden. Die Aufbewahrungsräume für Mehle sollen also ferner trocken und nicht zu warm sein. Butter und Margarine enthalten etwa 16 bis 18 Prozent Wasser. Dadurch sind die meistens erheblich kürzere Zeit haltbar als andere Jette, wie Schmalz, Kokosfett, Rindersett, die nicht wasserhaltig sind, Auch bei den Fetten bewirkt Wärme schnelle Zersetzung Die AKufbewahrungsräume sollen deshalb kühl sein. Im Gegensatz zu den Mehlen sollen sie aber dunkel gehalten werden, denn das Licht hat ebenfalls auf Fette einen zersetzenden Einfluß. Steht eine Butter z. B. nur 1 bis 2 Stunden im Sonnenlicht, so hat sie einen vollkommen talgigen Geschmack angenommen. Auch das ge⸗ wöhnliche Tageslicht bewirkt schon ähnliche Zersetzungen, wenn es längere Zeit einwirkt. Frisches Fleisch und Wurst lasse man nicht längere Zeit in Papier liegen, sondern packe sie gleich aus. Die Fäuluiserreger wachsen nämlich unter Bildung einer schmierigen Schicht umsomehr, je weniger Luft ihnen geboten wird. Efsig hebe man nicht verdiinnt auf, sondern nur in unverdsinntem Zustande. In verdünntem Essig bilden sich nämlich leicht kleine Würmer, die Essigälchen, aus, welche das Gennsanittel verderben und ekelhaft machen können.