ie Bauftoffbeschaffung in Hessen. Der Staatskommissar für die wirtschaftliche Demobil⸗ machung in Hessen teilt uns mit:
Zur Beseitigung der vielseitigen Klagen über die Schwierigkeiten in der Holabeschaffung und über die hohen Preise gibt der hessische Staat an Kreisverbände. Gemeinde ⸗ verbände, Gemeinden und gemeinnützige Bauvereinigungen wie Baugenossenschaften u. a. Bauholz aus Staats- waldungen durch Vermittlung der Hessischen Staatlichen Baustoffbeschaffungs⸗ und Beratungsstelle, Sitz in Frank⸗ furt a. M., Obermainstraße 51. Telephon Hansa 7734, zu dem jeweiligen Marktpreis zur Zeit der Ueberweisung ab. Der gesamte oder ein Teil des Kaufpreises kann auf Antrag ba September 1923 gestundet werden. Wird der Bau⸗ to
offbeschaffungsstelle innerhalb dieser Zeit nachgewiesen, daß das zugewiesene Bauholz auch tatsächlich für den Klein- wohnungsbau verwendet worden ist, werden 50 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises nachgelassen. Die näheren Be⸗ dingungen für diese verbilligte Holzabgabe waren in Nr. 8 der Hessischen Vauwirtschaftlichen Nachrichten, die sämtlichen Behörden und Baugenossenschaften allmonatlich kostenlos zugeht, enthalten und können von der Baustoffbeschaffungs⸗ stelle bezogen werden. Die Anmeldefrist für dieses Solz läuft am 20. April 1923 einschließlich ab. Verspätete Anträge können wegen der vorgeschrittenen Jahreszeit nicht mehr berücksichtigt werden. Auch die meisten Privatwaldbesitzer haben sich bereit klärt, im Jahre 1923 in größerem Umfange wie bisher Bauholz für den Kleinwohnungsbau unter Marktpreis ab⸗ ugeben. Viele Gemeinden sind in anerkennenswerter Weise dazu übergegangen, den Baugenossenschaften an Stelle der Geldzuschüsse Baumaterialien, insbesondere Bauholz kosten⸗ los zur Verfügung zu stellen und sie damit zeitlich von dem
Instanzenzug, der bei der Verteilung der Zuschüsse Ver⸗ zögerungen mit sich bringt, im Interesse der Baubeschleuni⸗
gung möglichst unabhängig zu machen.— Der Verband Oberhessischer Sägewerksbesitzer hat sich im Prinzip damit einverstanden erklärt, das vom Staat, Privatwaldbesitzern und Gemeinden, den Baugenossenschaften u. ä. überwiesene Rundholz zu billigeren Lohnsätzen zu schneiden oder es zu bevorzugten Bedingungen in Austausch mit gelagertem Holz zu bringen. Außerdem liegen zur Zeit der Baustoff⸗ beschaffungsstelle vorteilhafte und frachtgünstige Angebote für geschnittenes Bauholz vor. Rasches Zugreifen empfiehlt sich. Mit den größeren und leistungsfähigeren Schlacken
abgeht nec steinfabriken wurde seitens der Staatlichen Baustoff⸗ ach die dude—beschoffungsstelle vertraglich ein Rabatt von 10 Prozent der di ine jeweiligen Tagespreise zur Zeit der Lieferung für Klein⸗ u den Besheh ub Sneubauten im Bauahr 1923 vereinbart. Zur
Kontrolle über zeitliche und preisgestaltende Bevorzugung empfiehlt es sich, gehen zu lassen. leien, Lack⸗,
die Aufträge baldigst genannter Stelle zu ⸗ Der gleiche Rabatt wurde von Ziege ⸗ Farben⸗ und Eisenwaren ⸗ fabrik en zugestanden. Die Deutschen Werke A.⸗G. ge⸗ . auf Aufträge für Normenfenster und Normentüren, die ihr durch die Baustoffbeschaffungs⸗ — zugehen, einen Rabatt von 20—30 Prozent auf heutigen Listenpreis, je nach Größe des Kaufabschlusses. Ziaur weiteren Verbilligung hat die Baustoffbeschaffungs⸗ stele in Frankfurt a. M. zur Beschleunigung der Bautätig⸗ keit ein größeres Vorratslager von Zement und Glas errichtet, auf dem sofort beliebige Mengen abgegeben wer den. Der Kaufpreis wird zunächst gestundet und bei Fällig⸗ keit der Baukostenzuschüsse mit diesen aufgerechnet. Zur weiteren Verbilligung und Vermeidung von Preisüber⸗ 9 schreitungen wird den Bauherrn dringend empfohlen, die Nlaudern von der Baustoffbeschaffungsstelle allmonatlich herausge-
n Och“. gebene Tagespreisliste für sämtliche Baustoffe als„Richt⸗ sohan, ohne linie“ für ihre Kaufabschlüsse zu beziehen. Da genannter seobachten. Stelle auch außerhalb der Tagespreislisten günstigere Kauf⸗
t ihten alf
le angebote täglich zugehen, wird anheimgegeben, vor größeren die bunkgel
Kaufabschlüssen telephonisch oder sonstwie beschleunigt die
„tar“ bis, Baustoffbeschaffungsstelle um ihren kaufmännischen Rat an⸗ erbleichte,, zugehen. Jede Auskunft und Auftragsvermittlung der ver⸗ celle und dl billigten Baustoffe erfolgt kostenlos.
Zur Einführung neuzeitiger und billiger Baustoffe
2 abgebümg 0 0 8 die Baustoffaufstellung bei der
empfiehlt es sich,
mit seinen de Staatlichen Baustoffbeschaffungs⸗ und Beratungsstelle Be⸗ en, um fh suchszeit vormittags 8—2 Uhr, zu besichtigen. Mit Rücksicht jellächt due auf die überragende Bedeutung der Bautätigkeit auf gesund⸗ Schmerz afl heitlichem, moralischem und wirtschaftlichem Gebiet sowie pergaß er 10 zur Unterbindung der Freizügigkeit sind die Kommunen ehetzles Nil f 3 die Erwerbslosenunterstützung produktiv, 8
beiten, die zur Förderung des Wohnungsbaues dienen und zwar dafür nit den höchsten Sätzen zu gewähren. Es wurde daher mit der Gesellschaft für Beton und Eisenbeton in Gießen die leihweise Ueberlassung ihrer Formen zur Her⸗ stellung von U-Platten zu Vorzugspreisen vereinbart. Die gleiche Vergünstigung gewähren die Ambi⸗Werke. Wegen des geeigneten Mischverhältnisses nach der Beschaffenheit des jeweiligen örtlichen Materials empfiehlt es sich, mit der Staatlichen Baustoffbeschaffungsstelle ebenfalls in Ver⸗ bindung zu treten. Ferner können aus einem alten Lager Werkzeuge der verschiedensten Art durch Vermittlung der ge⸗ nannten Stelle abgegeben werden.— Der baldigsten Ein⸗ leitung der Bautätigkeit sind daher die Wege soweit wie mög⸗ lich geebnet.
Deutscher Reichstag.
5 Berlin, 13. April. Am Freitag wurde im Reichstag der Haushalt des Reichsverkehrsministeriums
beraten. Die Aussprache wurde eingeleitet von dem sozialdemo⸗ kratischen Abgeordneten Brunner Er erkannte an, daß die Leistungen der Reichseisenbahn wesentlich gesteigert worden seien. Es hätten aber noch größere Erfolge erzielt werden können, wenn der Verwaltungsapparat beweglicher wäre. Zwar seien zum Ab⸗ bau des Bureaukratismus schon Verbesserungen eingeführt, aber noch immer könne die Verwaltung vereinfach werden. Zu berück⸗ sichligen sei allerdings, daß der Güterverkehr infolge der Um⸗ stellung großer Teile der Wirtschaft von der Steinkohle auf Braun⸗ kohle mit⸗großen Schwierigkeiten zu rechnen habe. Es hätten sich neue Verkehrs⸗Schwerpunkte gebildet. Auch die Versorgung mit Lebensmitteln nehme die Reichsbahn jetzt anders in Anspruch als früher. Das alles veranlasse Betriebsumstellungen, die hemmend wirkten. Die Betriebssteigerung sei nicht zuletzt auch abhängig von den Betriebswerkstätten. Der Neparaturstand des Materials habe sich gehoben. Die Werkstätten. die ebenfalls in einem Reform⸗ prozeß begriffen seien, leisteten zum großen Teil jetzt bedeutend mehr. ie Tarispolitik werde von der Sozialdemokratie im all⸗ gemeinen gebilligt Auch der Eisenbahnrat habe ihr zugestimmt. Die laufenden Ausgaben müßten durch die Betriebseinnahmen ge⸗ deckt werden. Zwischen dem Minister und den Organisationen des Personals bestehe im allgemeinen ein gutes Verhältnis; bedauer⸗ lich aber sei die Einsetzung von 30 Millionen Mark zur Aufrecht erhaltung der Technischen Nothilfe. Das Verhalten der Eisen⸗ bahner aun Rheim und an der Ruhr sollte den Mlmister veranlassen, zu erklären, daß er die Technische Nothilfe nicht mehr brauche. Sie werde von den Gewerkschaften und auch von der Sozialdemo⸗ kratie verworsen. Wir wiinschten, daß die 30 Millionen gespart bleiben. Die Einnahmen aus dem Pecsonentarife betrügen jetzt nur 5 b. H. der gesamten Einnahmen. Das sei ein auf die Dauer umerträglicher Zustand. Die Preise für die erste und die zweite Klasse seien noch steigerungsfähig. Auf der ande ren Seite müsse man für soziale Aufgaben. so für Kinderreisen zu Erholungs⸗ zwecken, für die Fahrten von Kriegsbeschädigden usw. Darifer⸗ mäßigungen schafsen. Genosse Brunner schloß seine von großer Sachkunde getragene Rede mit einem weiten Ausblick auf den Aus⸗ bau der Wasserstraßen und die Entwicklung der Wasserkräfte zur Nutzbarmachung für den Verkehr. Es sp noch der Zentrumsabgeordnete Hoefle, der deutschnatsonale Aba Reichert und der Demokrat Wiegand. Alle diese Redner wiederholten mehr oder weniger die Wünsche aus Unternehmerkreisen, die Tarife abzubauen. ohme jedoch Ge dafür bieten zu können daß dieser Tacifabbau einer Verbilligung der Erzeugnisse führen werde. Woher das Loch im den Reichseinnahmen gestopft werden soll, das dann entstehen muß konnte keiner der Redner verraten.
Am Samstag wird die Beratung über den Haushalt des Verfehrsminsteriums fortgesetzt.
auch wirklich zu
Gießen und Umgebung.
— Politik im christlichen Blatte. Uns wurde dieser Tage eine Nummer des Hess. evange⸗ lischen Sonntagsblattes vom 8. April überbracht, wobei wir auf verschiedene poltische Auslassungen dieses Blättchens auf⸗ merksam gemacht wurden. Daß das christliche Blatt in durch⸗ aus reaktionärem Fahrwasser segelt, ist ja bekannt. Aber wenigstens sollte es bei der Wahrheit bleiben, wenn es irgendwelche Tatsachen mitteilt. Zum Beispiel spricht es von der„roten Internationale“, die in Berlin eine Aussprache(über die Ruhrbesetzung usw.) gehabt habe. Dann heißt es weiter: „Wes Geistes Kinder die fremdländischen Genossen sind, ergibt 152 aus Vorschlägen: Internationalisterung(also Entdem⸗ schung) der Rheinlande und staffelweise Räumung des Ruhr⸗ gebietes nach Maßgabe der deutschen Erfüllung. Frankreich soll „Sicherheit“ gegen deutsche Angriffsgelüste gegeben werden. Von einer Sicherung Deutschlands gegen fremde An⸗ und Uebergriffe ist keine Rede. Was aber die Internationalisierung der Rheinlande bedeutet, das lernen wir am Saargebiet, welches zwar„inter⸗ nationalisiert“ ist, wer tatsächlich ganz unter französischem Einfluß steht, wie schon die Einführung der Franbenwährung beweist.“
Fin erster Linie und möglichst ausschließlich nur gegen Ar⸗
es istunwahr, daß die Konferenz für International sierung der Rheinlande und staffelweise Räumung des Ruhr ⸗ gebiets sich ausgesprochen hat. Jedenfalls werden die deut⸗ schen Interessen von der Sozialdemokratie besser gewahrt, als von den nationalistischen Schreiern, die nur den französischen Militaristen Wasser auf ihre Mühlen liefern.— Natürlich nimmt das Blättchen auch für die Deutsch⸗Völkischen Stel ⸗ lung. Gegen diese— so sagt es— habe die preußische Re⸗ gierung ein„Kesseltreiben“ veranstaltet. Severing gehe jeden⸗ falls nur deshalb gegen die„Nationalsozialisten“ vor, weil diese„äußerst scharf antisemitisch gesonnen“ wären. Also, daß die sogenannten„Nationalsozialisten“ den Putsch zum Sturze der Republik vorbereitet hatten, davon weiß das Pfaffen⸗ blättchen seinen Lesern nichts zu erzählen. Es beabsichtigt eben die Verdummung seiner Leser, nicht klärung.
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Die Fabel von den hohen Löhnen.
Als Ausrede für den angeblich in großem Maße noch nicht möglichen Abbau der Preise wird von industrieller Seite immer wieder auf die angeblich ruinöse Höhe der Löhne verwiesen. Mit dieser Lohnfabel befaßt sich ein sehr interessanter Artikel der Neuen Züricher Zeitung, des größten freisinnigen und wirklich nicht im Verdacht des Sozialismus stehenden Schweizer Blattes. Die Neue Zitricher Zeitung stellt fest, daß Mitte Februar ds. Js. die Stunden⸗ löhne deutscher gelernter Industriearbeiter einschließlich der sozialen ulagen, Akkowdausgleich usw. mit höchstens Mk. 1200.— zu veran⸗ schlagen gewesen sind. Das entsprach bei dem damaligen Dollar⸗ kurse der Summe von etwa 6 amerikanischen Cents oder 30 bis 32 Schweizer Rappen. Zu gleicher Zeit aber betrug der Stundenlohn des amerikanischen gelernten Arbeiters etwa das Achtfache, nämlich ca. 50 Cents, und derjenige des Arbeiters das Fünffache, nämlich 150 Fres. Sogar Anfang März, wo die Löhne ihren höchsten Stand in Deutschland erreicht hatten, wurde der deulsche Stmdenlohn auf höchstens 1500.— Mk. geschätzt, d. h. valutarisch umgerechnet auf ein Siebentel des amerkkansschen und auf ein Viertel des schweizerischen Lohnniveaus. Diese jämmerlich niedrigen Löhne
erklären es, so fährt die Neue Züricher Zeitung fort, daß der Lohn
heute bei den meisten Produkten kaum 5 bis 10 Prozent ausmacht und daß, wenn man sich das vor Augen halte, die Ausrede der Höhe der Löhne als Hemmnis für den Preisabbau einfach lächerlich sei.
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Nene Vorschriften über Lohn⸗ und Gehaltspfändung.
Da die Geldentwertung in letzter Zeit immer weitere Fortschritte gemacht hat, so sind die Bestimmungen über die Pfändung von Lohn und Gehalt abermals geändert wor⸗ den. Die Beträge die den Arbeitnehmern für ihren Lebens⸗
erheblich hinaufgesetzt werden. Nach dem letzten einschlägi⸗ gen Gesetz vom 23. Februar 1923 ist die Rechtslage folgende:
Der Arbeits- und Dienstlohn ist bis zur Summe von 600 000 Mark für das Jahr und, soweit er diese Summe übersteigt, zu einem Drittel des Mehrbetrags der Pfändung nicht unterworfen. Beispiel: Das Gehalt beträgt 1 200 000 Mark. Von dem das unerläßliche Existenzminimum von 600 000 Mark übersteigenden Betrag darf ein Drittel, also
währ 200 000 Mark, auch nicht angegriffen werden, so daß sich der
unpfändbare Gesamtbetrag auf 800 000 Mark beziffert. Mehr begürstigt wird bei der Pfändung der Schuldner, der bestimmte Angehörige zu unterhalten hat, nämlich seinen Ehegatten, früheren Ehegatten, Verwandte(der aufsteigen⸗ den oder absteigenden Linie, also z. B. Eltern oder Kinder) oder uneheliche Kinder. Hat er solchen Personen Unterhalt zu gewähren, so erhöht sich der unpfändbare Teil des 600 000 Mark im Jahr übersteigenden Betrags für jede Per. son, der Unterhalt zu gewähren ist, um ein Sechstel, höch⸗ stens jedoch auf zwei Drittel des Mehrbetrags. Bleiben wir bei dem oben angeführten Beispiel, in dem der Lohn 1200 000 Mark betrug, so tritt dem unpfändbaren Drittel des Mehrbetrags von 200 000 Mark noch ein Sechstel des Mehrbetrags. nämlich 100 000 Mark hinzu, so daß zusam⸗ men 900 000 Mark dem Zugriff nicht unterliegen. Nehmen wir an, der Schuldner ist verheiratet und hat drei Kinder. Dann würden von dem 600 000 Mark übersteigenden Be⸗ trag unpfändbar sein für den Schuldner selbst ein Drittel, für seine Frau und die Kinder zusammen drei Sechstel. Das würde fünf Sechstel, also ein Sechstel mehr als zwei Drittel, ergeben. Wie aber bereits erwähnt, sind von dem Mehr⸗ betrag nie mehr als höchstens zwei Drittel unpfändbar. Es würde also bei einem Gesamtlohn von 1 200 000 Mark höch⸗ stens 1 Million Mark unpfändbar sein.
In gewissen Fällen wird aber die Unterhaltspflicht nicht berücksichtigt. Von dem pfändbaren Gehalt werden nämlich dann keine Abzüge für unterhaltberechtigte Angehörige ge⸗ macht, wenn der Lohn 2 Millionen Mark übersteigt. Es wird dann der 600 000 Mark übersteigende Betrag nur um
Stadttheater Gießen.
15 Einmaliges Gastspiel Truß⸗ Tandar. Alfons Pape, Kurt Uhlig ld dan vom Stoatstheater in Kassel. 155 ter akute, Der Weltgauf wut dem Schatten. Schauspiel
ret ab uren, in drei Aufzügen von Wilhelm von Scholz. ende Der Dichter des Abends. Wilhelm ven Scholz, ist am eben ü 15. Juli 1874 in Berlin als Sohn des früheren preußischen tgeudest 00 Finanzministers geboren. Zusammen mit dem zintlün deen Glaubt ih und auch bedeutenderen Paul Er mst sowie mit dem wenig be⸗ in den deutenden Samuel Lublinski glaubte mam ihn als Schöpfer de n einer der neuromantischen gegenüberzustellenden neuklassizistischen Nee Richtung des Dramas bezeichnen zu en die zwar örtlich von die ch 15 Weimar ihren Ausgang nahm: sich aber an 4 5 7 1 * Schiller, sondern slark an Hebbel anlehnte. Diesem hat echo len, ga, auch größercͤlrbeiter gewidmet, sich insbesondere dramaturgisch mit end* dn befaßt. Aber balg verließ Scholz den eingeschlagenen Ait. dem ern. 4 00 hochromantische und stark expresstonistische e mit dem der wu Schatten“ ist 1921 erschienen. 1905(Neuauflage 1923) sein noch der ind i den ursprünglichen Scholz zeigendes ziemlich bebanntgewordenes ide 700 Stück Der Jude von Konstanz“, in der Anlage aber größer als
„Jun 4 0 durch die dramatische Kraft des Dicheers.— n eig eins.
Du mich 0„Das Spiel rauscht auf. Ihr und das Spiel seid eins:
Ihr taucht euch ein in Schein der Wirklichkeit
za den W. und fühlt erschauernd Wirklichkeit des Scleins.
lden s(Aus den„Theater⸗Terzimen“) Es wäre intevessant. m, verfolgen, wie oft in des Dichters 5 1 1e„Schatten“ und„Traum“ wiederkehren.
ihm: Das Leben ist ein Traum. der
Schatten am Gewölbe, 0
alle(manche verstanden leider auch nicht, folgten wicht und störten) im Banm der Handlung um dan n auf dem Heimwege verärgert sestzustellan: Wie einfach! Das ist wahrlich kein Kunststück, ge⸗ schweige denn ein Wunder. daß der Dichter ein Doppelgängertum zwischen einer Romansiaur und efnem Menschen der Wirklichkeit vorzaubert, denn erstens bedarf es hierzu ja nur eines Feder⸗ striches und zweitens ist ja jener Mensch der Wirklichkeit auch nur ein dichte risches Gebilde!
So mag mancher. mögen viele denken. Gewiß— die Idee ist nicht unbedingt neu: sie spukte bereits auch im„Bildnis des Dorian Gray“ und im„Golem“. Aber wie und daß Scholz uns das Geheimnisvolle pfychologisch begreifbar und fast verständlich zu machen versteht, das bat momentan frappiert und seelisch er⸗
griffen. Ein„Romandichter“ schreibt ein Buch. Abend. Er erhält unerwarteten Besuch.„Eim Fremder“. Ein wirklicher Mensch,
aber die leibhaftige Verkörperung seiner Romanfigur. Ein Un⸗ glücksscher mit geleimnisvollem Vorleben. Und doch: ganz genau steht es in dem Roman. Wer dem Dichter dieses Vorleben ver⸗ raten habe, fragt erregt der Fremde. Niemand muß der Dichter wiederholt versichern. Beide stehen vor einem Rätsel, vor etwas Unheimlichen, vor einer Schicksalsgewalt. Und weiter gestaltet der Dichter das Leben seines Helden, und jener Fremde muß dieses Leben leben. a
Der Dichter zieht sich ing Gebirge zurück der Fremde bleibt im der Stadt: sie wollen die Probe machen, ob nicht doch ein Zu⸗ fall vorliegt, ob nicht der eine leben kann wie er selbst will. ob nicht der Dichter schreiben kam, was er selbst mag. Nein! Un⸗ heimliches geschieht. Beide sind durch ein geheimnisvolles Band aneinandergeschmiedet: durch die Seele einer Frau— der jetzigen Fraut des Dichters. der einstigen Geliebten des Fremden. Da läßt der Dichter seinen Romanheldew durch Selbstmord enden da verläßt der Fremde das Zimmer und erschleßt sich.
Aber wie, warum. daß der Dichter diese übernatürliche Ge⸗
walt besitzt, das kann nur durch l Einfühlen in die Aufführung, nicht in die bloße Lektüre, durch Miterleben erfaßt und verstanden werden.—
Reise Künstlerschaft boten uns die Kasseler Gäste. Am; vollendetsten, sowohl in allen Registern einer ausgezeichneten Sprachtecharik, als auch im ungemein wichtigen Spiel der Mienen und der Hände trat uns Frede Tandar als„Berta“, die Frau des„Romandichters“ entgegen. Der letztore selbst wurde von Alfons Pape, dem Kasseler Oberregisseur der auch das Schau⸗ spiel in Szene gesetzt hat verköcpert. wenn der Künstler vielleicht dem Gemütlichen und Kindlichen des„Romandichters“ etwas weniger Ausdruck verleißen möchte, dürste die erstklasstge Lesstung noch mehr gewinnen. Kurt Uhlig gab in gleicher Meisterschaft den„Fremden“. Er erinnerte in Sprache und Spiel stark an Hans Fromann, wie dieser manchmal(zum Nachteil einer bedeutenden Gesamtleistungy etwas zu„schnefdig“ und kubistisch“ wenn dies z. B. auch bei Georg Kaiser notwendig ist. Wir wieder⸗ holen aber, namentlich auch für das hervorragende Zusammen⸗ spiel dieser drei Künstler. unser aufrichtiges Lob einer reifen Künstlerschaft und danken den Kasseler Gästen für ihren Besuch.
Dieser Dank gebührt auch unserer Theaterleitung, auch was die Wahl des interessanten Stückes betrifft. Wir vergleichen nicht Gießen mit Athen nicht unserem hessischen Dichter Alfred Bock mit dem Altmeister Goethe. nicht unferen trauten Schiffenberg mit Schweizerbergen, auch nicht unseren strebsamen jungen Kapell⸗ meister mit Hans Pfitzner: aber bei fleißigem Proben, eifrigem Ineinanderspiel und psfychologischem Studium könnten wir in Gießen im kommenden Spieljahr das gleiche Stück von eigenen Kräften gegeben sehr wohl herausbringen. etwa mit Rose Rubner oder Kibtn Franke sowie mit Karl Juhnke und Hans Fromann oder Geora Heding. Und darum wollten wür die Theaterleitung bitten.
Im Nebenrollen waren Hermann Stiche l GPolizist) Frand Baudis(Dienstmann] beschäftigt.
und Lt.
ihre Auf.
unterhalt unter allen Umständen zu belassen sind, mußten


