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desrechnung dom bergangenen Jahre alle Aussicht Bor- mden ist. Nach dem Voranschlag für 1922 betragen die usgaben der Stadtrechnung in Betriebs. und Ver⸗ ögensrechnung über 61 Millionen Mark, sie belaufen sich bis jetzt schon— wobei noch viele Rechnungen nicht ab⸗ schlossen sind— auf 237 Millionen! Dagegen be⸗ gen die Einnahmen aus Reichs⸗ und anderen nern bis Ende 1922 nur 78,3 Millionen. Dazu erhielt die Stadt noch aus dem staatlichen Ausgleichsstock für 1920 1921 im ganzen 4 390 000 Mk. Im ganzen betragen — die Einnahmen aus Steuern rund 82,7 Millionen, es ergibt sich also ein ganz respektabler Fehlbetrag. Zwar sind bei den Einnahmen noch nicht die Erlöse aus dem Walde, für Pachten und anderes in Betracht gezogen. Doch dem stehen auch wieder manche Ausgaben gegenüber, die hier noch micht in Rechnung gestellt find. Die einzelnen Steuern er⸗ brachten folgende Beträge: 1. Grund⸗ ued Gewerbesteuer.
8* 2850 000, Mk.
20088 500—„ „d) Vorschüsse auf Beamtenbesoldungen. 54 124 000,—„ „8. desgl. an der Reichsumsatzsteuer. a2) Zuschläge zur Grunderwerbssteuer 157 174,—„ 1 5 der Grunderwerbssteuer ge⸗ 5 * steuer es„ N ä 138 060. 1 e 5„ 4. emdenabgabe— 5 0„ 27. 8. f„ 9. Verbrauchs gaben 88 742,.— — Befreiung von der Wohnungsbauabgabe. Wir
Voraussetzungen die Wohnungsbauabgabe erlassen werden ann. Hierzu bedarf es eines Antrages beim Wohnungs⸗ amt. Auf diesen Antrag hin wird die Abgabe erstattet:
IJ. Wenn das Einkommen des Antragstellers im vor⸗ hergegangenen Jahre 10 000 Mk. nicht überstiegen hat, und a wenn der Antragsteller über 60 Jahre alt oder er⸗ werbsunfähig oder nicht nur vorübergehend behindert ist,
15 im gestrigen Blatte darauf hin, daß unter gewissen
seinen Lebensunterhalt durch eigenen Erwerb zu be⸗ ftreiten, und 5 das steuerbare Einkommen„hauptsächlich“ aus
Kapilaleinkommen, Wartegeld Ruhegehalt, Witwen⸗ und
Waisenpension, oder aus Bezügen und Vorteilen für eine
frühere Dienst⸗ oder Berufstätigkeit sich zusammensetzt.
1 II. Darüber hinausgehend, wenn die Erhebung der
Abgabe wegen Krankheit oder Erwerbslosigkeit eine be⸗
sondere Härte bedeuten würde. e
Die unter Ziffer 1 angeführten Voraussetzungen müssen
ble drei zusammentreffen.
— Zeitungsmarder. Die Zeitung ist heute, bei den hohen rpreisen ein Wertobjekt geworden. Kein Wunder, daß sich die
— 1„Die schwarze Schmach“ spricht wie uns geschrieben
senstag 16 Januar im Cafe Leib der bekannte Schrift⸗ r aus München. Nicht genug damit daß die
Stadttheater Gießen.
n von Aenne Osborn vom Hessischen Landes⸗ in Darmstadt. Nach den auswärtigen Rezensionen, die die veröffentlichte, von Fräulein Osborn, gingen
Erwartungen am Donnerstag abend zum The⸗ umd ich glaube fast, diese Erwartungen wurden noch üüberkroffen. junge Künstlerim leistet Vortreffliches auf dem Gebiete der
— Ucterlandanlage der Provinz e A= Gier.
Peouine mat der eiten Sich rel. i 11 t
banerlsze Gemeinde die angeschlossen wurde, ist Grebenan; gercde e 1
— Keine Reichsgründungsfeier. wird geschr 5 0 l des 3 als des Gründungstages mit Rücksicht auf den Ernst der polttischen Lahe
Wir sind der Ansicht daß man von einer Reichsgründungs⸗
ier üb t Abstand nehmen sollte; ein Grund dazu legt nicht Se a Vorkriegszeit hat man diesen Tag ja auch nicht 8 gefeiert 5 97 Stadttheater Gießen. Am gestrigen Sonntag angesetzten Vorstellungem wegen des Drauersonntags nicht statt⸗ finden. Sie werden am nächsten Sonntag 21. Januar, gegeben, die dazu gelösten Karten behalten ihre Gültigkeit.
— Die Höchstpreise von Brot und Mehl in den Landgemeinden des Kreises Gießen find ab 16. Januar wie folgt festgesetzt: für Mehl: 95 e e e 2275 Ffür de 5 2 0
160. fü 8 P 7 r Brot: 2 ⸗Pfund⸗ Lach Brot 550 Wr. b) für den 2⸗Pfund⸗Laib Brot 260 Mk.
— Von der Bezirkssparkasse Gießen. Im vierten Vierteljahr 1 1
betrugen die Einlagen im Sparverkehr Mk. 27 720 066. Scheck⸗ und Ueberweisungsverkehr Mk. 665 093 944.—, Mk. 692 814 010—. Rückzahlungen im Sparverkehr Mk. 10 446 687.—, im Scheck⸗ u. Ueberweisungs verkehr Mk. 391 129 943.— zusammen Mk. 401 576 630.—.— Mithin Einlagenüberschuß Mr. 291 237 380.—.— Gefamteinlagebestand Ende Dezember 1922 Mark 388 084 350.—. a ö
— Diebstähle. In der zum Donnerstag wurde aus einem Lebensmittelgefchäft Schinken Wurst, Sdearinlichte Mandel⸗ seife und einige Päckchen Tabak entwendet. Sachdienliche Mit⸗ teilung nimmt die Kviminalabteilung entgegen.
— Lollar. Die auf Dienstag festgesetzte Versammlung des Soziald Wahlvereins kann erst Donne cstag. 18. Jan., abends 8 Uhr in der alten Schule stattfinden. Die Parteigenossen wollen davon Notiz nehmen und sich zahlreich in der Versammlung
5 Kreis Friedberg⸗ Büdingen.
Butzbach. Am Dienstag fand die erste Gemeinderatssitzung statt, in der die neugewählten Gemeindevertreter verpflichtet wurden. Beim ersten Punkt der Tagesordnung entspann sich ein heftiger Kampf zwischen der bürgerlichen Mehrheit und unseren Genossen. Eine vor⸗ bereitende Sitzung der Parteiflührer hatte Stellung genommen zur Bildung der Ausschüsse und unsere Vertreter merkten schon da, daß man umsere Partei systematisch ausschalten wollte. Der D.⸗N. Prof. Dr. Werner hatte mit Hilfe unseres von ihm ins Schlepptau genom⸗ menen Bürgermeisters, den Vorschlag vorher ausgearbeitet und so kam es, daß man unseren Beigeordn. Genossen Wittig nur als Vor⸗ sttzenden für die Wasserkommission vorschlug, während die D.⸗N. mit ihren drei Sitzen zwei Vorsitzende stellen sollten. Auch die sonstige Verteilung war eine willkürliche und nicht nach der Stärke der Frak⸗ tionen vorgenommen. Man mutete uns zu, unsere Zustimmung dafür zu geben, daß der antisemitische Häuptling Werner die Schul⸗ und Bildungskommission als Vorsitzender übernehmen sollte. Unsere An⸗ träge mit dem Vorsitz zwerst die Beigeordneten zu beauftragen, die Verteilung gerechter zu gestalten, schlugen fehl, weil die Bürgerlichen mit Ausnahme des Vertreters der Zentrumspartei geschlossen gegen uns stimmten. Das veranlaßte unsere Fraktion, nachdem man den Vertreter der Kommunisten aus dem Wohmmgsausschuß, in dem er bereits drei Jahre zur Zufriedenheit der arbeitenden Bevölkerung gearbeitet hatte, hinausgewählt hatte, sämtliche Sitze in den Kom⸗ misstonen niederzulegen. Diesem Vorgehen schloß sich unser Genosse Beigeordn. Wittig an, indem er ebenfalls den Vorsitz in der Wasser⸗ kommission niederlegte. Was wir bei der Wahl vorausgesagt hatten, ist propmt eingetreten. Der Vertreter der parteilosen Beamtenliste, Herr Ingen. Jahn von der Firma Meguin, stümmte immer gegen uns mit seinen bürgerlichen Freunden. Kann es auch anders sein, wenn sein Vorgesetzter mit im Gemeinderat sitzt. Bei den zuhörenden Be⸗ amten hat das Verhalten des Herrn Jahn bös verschnupft. Uns kann es mur echt sein und wir werden diesem Herrn recht oft Gelegen⸗ heit bieten, zu beweisen, wessen Interesse er als Gemeinderat ver⸗ tritt, die der Allgemeinheit, oder die der Firma Meguin. Nachdem noch einige Sachen erladigt worden waren, stellten die blürrgerlichen Vertreter einen Antrag, die Sitzung zu unterbrechen, da einige Herren ins Theater wollten. Unserr Vertreter protestierten gegen das Ver⸗ kalten der Antragsteller, doch war es vergeblich Man geht lieber ins Theater, als für das Allgemeinmohl zu arbeiten. Oder wollten sich die Herrschaften vielleicht neues Rüstzeug dort holen, wie man wider⸗ spenstige Arbeitervertreter zähmt. Es wurde nämlich das Shabe⸗ spegresche Stück„Der Widerspenstigen Zähmung“ gegeben. Durch den Schl war es nicht möglich, wichtige Punkte zu erledigen, so unter anderen ein Antrag auf Wassergeldherabsetzung. Eine Mitglie⸗ derversammlung wird sich mit dem gegebenen Zustand befassen und den gewählten Vertretern die Richtlinien für weiteres Arbeiten im Gemeimderat geben. Eine öffentliche Versammlung wrrd sich ebenfalls mit den Vorkommnissen befassen.
Von Nah und ern.
Kampf mit Einbrechern..
Auf der Bahnstatson Ründeroth(Westerwald) geriet ein Polizei⸗ beamter mit zwei Kölner Einbrechern, die große Mengen gestohlener Sachen bei sich trugen, ins Handgemenge. Als einer der Einbrecher auf den Beamten schoß, streckte dieser den Gegner durch einen Schuß nieder, sodaß er sofort tot war. Der zweite Verbrecher hatte indessen die Flucht ergriffen und entkam in den nahen Waldungen.
Ein Kampf mit Wilddieben.
Im Walde von Nieder⸗Ohmen bam es zwischen einem Jagd⸗ besitzer und mehreren Wilderern, die er beim Rehbockschießen über⸗ raschte, zu einem vegelrechten Feuergefecht, bei dem einer der Wil⸗ derer getroffen wurde aber in der Dunkelheit von einen Genossen fortgeschleppt werden konnte. Die Diebe waren mit Mil ttärgewehren
ausgerüstet. Goldmünzenfund.
Unter dem Söller eines alten Hauses in Weiler bei Kreugz nach fand man 66 Goldmünzen aus dem 14. und 15. Jahrhuhndert, die teils den Erzbistümern Köln, Trier und Mainz, teils kaiserlichen
zusammen
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i en We d Der Minnzen sind 5 erhalten.
Der Tod im Walde. Sordwfrl Im Hund städter Gemeindewalde wurde der 5 lägrige
Durch Spekulation 5 ichen Shhnellrode
Grubene on in Oberschlesten.
Mitwoch Sen 10 lde ist auf der Sbmpehtgeng 5
Donnersmarck⸗Hütte A.⸗G. in Hindenburg ein N 55 7
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1 K aalen ist, ist das Leben von 45 Bergarbeitern schwer ge
Schwere Grubenexploston. ö
Nach einer? sind dort kufolge einer gift salagenden Meer in einem bengalischen Bergwerk 80 Bergleute auf der Stelle getötet worden.
Strafkammer Gießen.
rhandlung
die Hauptve. gegen P.,
wurde. Trotz starker Verdachtsmomente 10 1 0 einem e 1 1 au 1 l 705 1 zugibt, daß er eisch nicht für vollwertig habe, er⸗ achtete ihn das Gerscht wat r überführt, daß er gewußt habe daß er verdorbenes Fleisch erworben habe und sprach ihn frei. Weizendiebstaßl. Durch das Schöffengericht Vilbel waren der J. N. aus Frankfurt a. M. der A. M. aus Vilbel und der H. F. aus Dortelweif wegen gemeinschaftlich zu Dortelweil begangenen Diebstahls von 2 Säcken Weizen mittels Einsteigens in eine Scheune und zwar N und M. zu einer Gefängmisstrafe, F. zu 4000 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Gegen die Ver⸗ i F. zu einer Geldstrafe hatte die Staatsanwaltschaft
halten des F als schwerer Diebstahl, also als Verbrechen darstelle, die Verurteilung zu einer Geldstrafe auf Grund des Gesetzes über die erweiterte Anwendung von Geldstrafen, das auf Verbrechen Feststellung, daß einer der Mittäter durch eine Klappe am unteren Rand des Scheuertors mit dem Oberkörper in die Scheune ge⸗
war und zwe Säcke Weizen herausgeholt hatte womit der Datbestand des schweren Diebstahls gegeben war. während F. den Weizen weggefahren und einen Teil des Erlöses empfangen
wurde F., da nicht gewiesen war. daß er die Tat als eigene gewollt hat, 5 Beihilfe zu einem Monat Ge⸗ sängnis verurteilt.
Emme weiter ae e e sich 155 auf dete 6 een Me e Gg in Be Perg dend
Dollarstand am Samstag mittag 12 Uhr: ca. 10 400 Mark.
Versammlungskalender.
Lollar. Sozialdemokratischer Wahlverein. An Donnerstag, den 18. Januar, abends 8 Uhr, in der alten Schule, findet die Mitglieder⸗LVersammlung statt. Tages⸗ Eisbein wird in der Versammlung bekanntgegeben. Alles erscheinen.
Bekanntmachung.
Infolge wesentl. Erböhung der Kommunalverbands⸗ preise für Mehl u. der gestiegenen Unkosten im Bäckerei⸗ gewerbe werden unter Bezugnahme auf meine Bekannt⸗ machung vom 18. August 1922 folgende Höchstpreise für auf Brotmarken abzugebende Backwaren gemäß
Beschluß der städtischen Lebensmitteldeyutation vom 12. Januar 1923 mit Wirkung vom 15. Jannar 1923
festgesetzt: Brot Mk. 510.— für 1900 Gramm Brötchen„ 5 Weizenbrotmehl„170.—„ 500 75 Roggenbrotmeh!l„ 160.— 500
Beim Kauf von Mehl sind Tüten und Gefäße mil⸗
e andernfalls der Verkäufer für Stellen von
üten einen Zuschlag von 5% für jedes Pfund be⸗ W 10 0.
Die Brotmarlen Nummer 2 können noch bis ein⸗ schließlic)h Dienstag, den 16. Januar 1923 zum allen Preis von den Bäckereien beliefert werden.
Die Bäcker haben die eingegangenen Marken Mitt⸗ woch, den 17. Januar 1922, vormittags au das Lebens mittelamt abzuliefern.
Gießen, den 13. Januar 1923.
Der Oberbürgermeister(Lebens mittelamt) J. V. Dr. Seib.
Buchhandlung Oberhessische Volkszeitung
Lohntüte
Das Eistenzminimum
und verwandte Fragen 137 Selte.— Preis 240.— Mk.
Schulden, Steuern und Valuta
24 Seiten.— Preis 40.— Mk.
Folgende Schriiten von R. Kuczynsk I sind wieder vorrätig:
Wiedergutmachung u. deutsche Wirtschaft
Verbrauchernöte und Valuta 84 Seiten.— Preis 240.— Mk.
mit Juhalt
von Braunsteinbergwerk bis zur Stadt von einem armen Arbeiter am 10. Januar verloren. Abzu⸗ geb. geg, gute Belohnung in der Geschäftsstelle der Oberhess. Volksgeit. 1178
be 8 5 0 1 4 Ein Ausweg r Ordentliches Gesundung der Wirtschaft durch Ge- gar 2 ö sundung der Reichsfinanzen Vor der Revision M f d ch 0 II 54 Seiten.— Preis 100.— Mk. 68 Seiten.— Prels 200.— Mk. don S bis 4 Ur bel hobem
Die Schriften verdienen in heutiger Zeit, in der mehr denn je wirtschaftliche Fragen ihrer Lösung harren, die weiteste Verbreitung.
Lohn per sofort gesüͤcht.
Sarl Stückrath
1172 Asterweg 47.
a e daß er die Beschaffenheit des Fleisches bezw. seine Her⸗
des Berufung verfolgt mit der Begründung, daß. falls sich das Ver
keine Anwendung findet gesetzlich unzulässig ist. Auf Grund der
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