Ausgabe 
14.4.1923
 
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Deutschland muß die Initiative zur Einleitung von Verhandlungen ergreifen und der Welt klipp und klar sagen, wie es sich die Lösung der gegen⸗ wärtigen Krtse vorstellt. Es sollen hierzu von einzelnen Reichs⸗ ministern schon Vorbereitungen getroffen sein: falsch aber ist, wie es jer Verliner Berichterstatter des Journal in der Donnerstagsaus⸗ gabe seines Blattes behauptet, daß bereits ein neuer Reparations⸗ plan ausgrarbeitet sei.. Gewiß ist die Ausarbeitung eines Planes nach den unendlichen Entiüuschungen keine Vergnügen und nicht mit Unrecht, wird jetzt immer wieder die Behauptung aufgestellt, daß Deuts gegen⸗ wärtig nicht in der Lage ist, mehr oder auch nur das anzubieten, was dem letzten Angebot stir die Pariser Konferenz enksprach. Aber leichtsinnig scheint uns der hieraus gefolgerte Schluß, daß Deutsch⸗ Land deshalb gegenwärtig überhaupt keinen Vorschlag an die Entente machen kann. Alle Welt weiß, daß die deutsche Produktion unter der abenteuerlichen Politik Poincarés stark gelitten hat, und damit ergibt sich von selbst, daß in der verminderte Leistungsfähigkeit im Verhältnis zu unserer Produk⸗ tions kraft im Dezember 1922 besteht. er trotzdem bleibt Deutschland doch in der Lage, zu sagen, was es mit Rücksicht auf den Verlust durch die belgisch⸗französische Muh raktion glaubt leisten zu können. Das sollte jetzt gesagt werden. Sicherlich werden an einer Schätzung unserer Leistungsfähigkeit von scher Seite nicht nur von Frankreich, sondern auch von anderen Ländern Zweifel gehegt werden. Die deutsche Regierung müßte sich deshalb gleichzeitig von vorneherein bereit erklären, daß, falls Zweifel an der Richtigkeit ihrer Schätzung bestehen, einer Internationalen Kommission das Urteil über die deutsche Leistungs fähigkeit überlassen bleiben soll und diese Entscheidung von Deutschland anerkannt wird. Die Frage der Garantien könnte im Notfall bei den deutschen Ab⸗ gaben in ähnlichem Sinne von der Reichsregierung angeregt werden. Was die Sicherheitsfrage anbelangt, muß sich die Reichsregierung klar auf den Boden des Versailler Vertrages ellen. Sie kann ferner beruhigt in alle Maßnahmen einwilligen, die die Territorialität des deutschen Reiches nicht antasten, anderer⸗ seits für Frankreich als Sicherheit gelten kann. Wenn nicht alle Zei trügen, befindet sich die englische Regierung im übrigen in jeser Frage in wesentlicher Uebereinstimmung mit weiten deut⸗ schen Volkskreisen. Das besonders zu bedenken, würde nichts

Es führt zu weit, im Rahmen eines fachlichen Artikels auf alle ten einzugehen, die in einem solchen Vorschlag Erwähnung inden müßten. Der Sinn einer aktiven Politik ist im Augenblick, den überhaupt ein Vorschlag gemacht wird, der in der Welt Eindruck der deutschen Verständigungsbereitschaft, des deutschen . erweckt, und der denjenigen, die ebenfalls den N n wollen, die Möglichkeit gibt, diesen Vorschlag als Basis zu Verhandlungen zuͤ benutzen. Es dürfte sich dann zeigen, ob Frank⸗ reich es wagen wird, einen derartigen Vorschlag abzulehnen. Ein weiterer Sendbote Poincarés in Lon don? Entgegen allen anderen Meldungen, denen zufolge der frühere Finanzminister Klotz am Mittwoch nach London abgereist sei, teilt die Liberte mit, daß Klotz sich bereits sest 3 Tagen in London aufge⸗ halten habe und bereits wieder nach Paris zurückgekehrt sei. Es eien strengste Weisungen ergangen, seine Anwesenheit in London, von r* die französischen Behörden wußten, den Journalisten zu ver⸗ r. Wie sich jetzt herausstellt, hat Klotz während seines Londoner Aufenthaltes eine lebhafte Tätigkeit entfaltet und obwohl über den seines Besuches nichts verlautet, gehe man kaum fehl, in der ihn mit der Reise Loucheurs in Zusammenhang zu bringen. Klotz soll mit amtlichen englischen Persönlichkeiten Unterredungen geführt haben, was jedoch in englischen Kreisen bestritten wird.

Die Massenausweisungen.

Auch Tote werden ausgewiesen.

Die Massenauswessungen und das brutale Auf⸗die⸗Straße⸗Setzen won Familien mit Greisen, Kranken und Säuglingen, wobei Baso⸗ zette und Offizierspeitschen in Tätigkeit treten, geht unentwegt fort.

un verantwortlicher Leichlfertigkett die Franzosen bei den lu sungen arbeiten, daß durchaus nicht irgendwelchesVergehen gegen die Besatzungstruppen zu Grunde liegen muß, sondern daß die Ausweisungen einem ganz bestimmten Plan dienen, nach Listen 5 225 75 Untersuchung erfolgen, das zeigt die folgende Meldung ö r. 15 Sonnenberg bei Wiesbaden, 11. April. Dieser Tage erschienen

Der Deserteur.

Roman von Robert Buchanan.

Wie eine Quelle, die plötzlich ihr unterirdisches Ge⸗ ängnis durchbricht, so brach sich die langunterdrückte Liebe arcelles Bahn und sprudelte mit überwältigender Macht aus der Tiefe ihres Herzen empor. Sie vergaß alles um sich 8 nur das eine nicht, daß Rohan lebte und daß er sein eben gegen eine große Uebermacht zu verteidigen hatte. Sie dachte im Augenblick nicht einmal daran, daß er sich gegen den Kaiser auflehne und sich weigerte, Soldat zu sein. Ihr Herz war nur von dem einen beseligenden Gefühl er⸗ füllt er lebt! Noch vor einigen Stunden hatte sie sich wie ein Schatten ihres früheren Ichs bewegt. Ihre Seele war von einem unaussprechlichen Schmerz erfüllt, etwas in ihr gestorben. Nun war es wieder zu neuem Leben erwacht. Sie, die stillergeben und wie erstarrt ihren Kummer ge tragen, schüttelte sich wie ein Baum im Sturme, als der erste Hoffnungstrahl die Eiskruste ihres Herzens auftaute. Nicht ohne Sto dachte sie jetzt an die Kraft ihres diebsten, der sich bisher so tapfer verteidigt hatte. Ohne Waffen, in nächster Nähe des Feindes und es war ihm doch gelungen, zu entkommen! Irgend ein Zauber mußte ihn den vielleicht liebte ihn der allgütige Gott doch und serbarmte sich seiner Not... Die Nachricht, daß Rohan Gwenfern sich in dem schwarzen

Loch der vom heiligen Gildas verfluchten Kathedrale ver-

stecke, daß er seit vielen Wochen dort oben, von allen Menschen Abgeschnitten, ein einsames Dasein friste, verbreitete sich wie ein Dauffeuer im Dorfe. Alle Welt glaubte, daß der schreck dhe Ort von Gespenstern und Geistern heimgesucht sei, die

a allnächtlich dort ihr Unwesen trieben. Selbst die beherztesten Männer von Kromlaix hatten es noch nie gewagt, die Kathe⸗ drale zur Nachtzeit zu betreten. Wer den Mut besaß, Nacht um Nacht dort zuzubringen, mußte entweder mit dem Bösen einen Bund geschlossen haben oder unter dem besonderen Schutze Gottes und aller Heiligen stehen.

Die Meinungen waren geteilt. Einige Schwarzseher behaupteten steif und fest, Rohan müsse sich dem Teufel mit Haut und Haaren verschrieben haben und dieser wache nun in demTeufelsnest oben über sein Leben. Die Mehrheit

Welt auch Klarheit über die augenblicklich

eines guten Geistes des heiligen Gildas selbst stehe,

Daskorrekteste aller Parlamente der Welt, das eng⸗ lische Unterhaus, in dem traditionsgemäß jede unparlamen⸗ tarische Aeußerung rücksichtslos durch den Präsidenten (Sprecher) und eine ganze Schar von Ordnern unterdrückt wird, das einzige, in dem wohl noch nie regelrechte Prügel⸗ szenen vorgekommen sind, ist nun auch der Schauplatz wilder Auftritte gewesen. So geht auch im konservativen England eine Tradition nach der anderen dahin. Wer weiß, ob nicht vielleicht sogar der Sprecher eines Tages die lange, weiße Perücke im Stile des 16. Jahrhunderts wird ablegen müssen, die er noch immer vor jeder Sitzung aufsetzen muß;

Anlaß dieses Krawalls war die tags zuvor von der Re⸗ gierung Bonar Law erlittene Schlappe, die das Kabinett anscheinend durch ein reglementswidriges Manöver wieder aus der Welt schaffen wollte. Darüber meldet in Erweiterung unseres gestrigen Berichts Europa⸗Preß in einem Londoner Telegramm:

In der Mittwoch⸗Sitzung des Unterhauses kam es zu einer regelrechten Schlägerei. Die Reg erung. wollte den An⸗ trag, bei dessen Abstimmung sie vorgestern eine Niederlage erlitten hatte, erneut zur Beratung bringen. Die Arbeiterpartei wider⸗ setzte sich diesem Vorgehen mit der Begründung, daß dies mit dem bestehenden Reglement im Widerspruch stehe. Als aber die Regierung diesen Einwand unbeachtet ließ, fingen die Mit⸗ glieder der Arbeiterpartei an, revolutionäre Lieder zu singen. Infolge eines Miß verständnisses kam es zu einem Handgemenge zwischen einem Mitglied der Arbeiterpartei und dem Unterstaatssekretär im Kriegsamt, Oberst W. Guinnes, der Faustschläge erhielt. Darauf setzte

ein fast allgemeines Handgemenge ein, so daß der Präsident die Sitzung aufheben mußte.

Etwas detaillierter, wenn auch ebenfalls nicht ganz klar, ist die Darstellung eines Londoner WT B.⸗Telegramms:

Nach der Aufhebung der Sitzung näherte sich ein Mitglied der A* eiterpartei bem Untersekretär des Kolonialamtes Gore und verwickelte ihn in ein erregtes Gespräch, in dessen Verlauf er versuchte, ihn miteinem Schriftstück zu schla⸗ gen. Regierungs⸗ und Arbeitermitglieder griffen uwerzüglich ein und verhinderten, daß es zu Tätlichkeiten kam. Angeblich war vorher ein Mitglied der Arbeiterpartei

von einem Anhänger der Regierung geschlagen worden, und dies soll den Zwischenfall veranlaßt haben. Einige Arbeitermitglieder, die sich drohend gegen mehrere Regierungs⸗ anhänger wandten, wurden von ihren Parteifreunden zurückge⸗ lten. Schließlich verließen fämtliche Mitglieder das Haus, ohne es zu weiteren Zwischenfällen kam. Vor der Aufhebung der Sitzung hatte Macdonald nochmals die Regierung aufge⸗

2 eine Erklärung abzugeben, ohne eine Antwort zu erzielen. Bei der Wiederaufnahme der Sitzung herrschte große Be⸗

wegung. In den Wandelgängen wurde erzählt, daß die Arbeiter⸗ vertreter beabsichtigten, ihre Kundgebung zu wiederholen. Der Spreche vertagte schließlich die Sitzung des Hauses

morgen, ohne daß nochmals die Ordnung gestört wurde. 45

Der Vollständigkeit halber sei noch die Version des Daily Expreß hinzugefügt:

Der Parlamentsberichterstatter des Daily Expreß schreibt, eine derartige Szene habe wahrscheinlich nie im britischen Par⸗ lament stattgefunden. Die Arbeitermitglieder hätten einen Höl⸗ lenlärm veranstaltet, um zu verhindern, daß das Haus seine Geschäfte erledige, und hätten

das Lied der roten Fahne gesungen. Während einer halben Stunde habe das Haus einem zoologischen Garten geglichen. Nach dem im

Kampf im Laws Zimmer im Unterhaus einzudringen versucht, Poli⸗

Prügelei im englischen Unterhaus.

zisten hätten jedoch rasch die Tür des Zimmers des ministers abgeschlossen. f 3 2 Natürlich haben diese Zwischenfälle in der gesamten lischen Presse einen lebhaften Widerholl gefunden: Daily Chronicle(das Blatt Lloyd Georges. Red.) e einem Leitartikel, das Tabinett von zweitklassitn Leuten, über das Vonar Law den Vorsitz führe, habe a seine Unfähigkeit, durch das im Innern angerichtete Du einander und die im Auslande erlittenen e die Leute, von denen es eingesetzt worden sei, enttäuf 110 sei erustlich erschütterl. Niemand erhoffe von di Kabinett irgend etwas Gutes und wenige erwarte. es lange Bestand haben werde. Der petsönliche Faktor der schwächten fundheit Bonar Laws hänge über 8 Kabinett wie ein Damoklesschwert. Bonar Law könne jeden g urücktreten, und wenn er dies tue, wiür niemand 1 1 15 Einer politischen Krisis, die mindestens eine Neublldu Ministeriums zur Folge haben würde und vie icht wahlen führen könne, müsse daher benen bark Daily Chroniele fragt, wie weit die verschiedenen Mun ag N seien, dieser Krisis zu begegnen. Die konservative und die beiterpartei seien vorbereitet, 8 die Arbeiterpartei sei einig, lic wohlorganisiert und f zuversichllich, und sie könne, wenn es zur Auflöfung des Parlaments sollte, sicher darauf rechnen viel besser abzuschneiden legten Heröst. Wie stehe es dagegen mit den liberg le teien? Einfach, weil einige reiche oder W Per keiten eine Abneigung gegen Lloyd George bliebn sie getrennt und machtlos. Sie hätten kein Progee lelne gemeinsame Führung oder Strategie. keine Aussicht e reichung der Macht. Wie

1 solle dies noch weitergehen? Beschleungiung des Absii N Regi* rung in der liberalen

ierung ma Nerb müsse augestrengt werden

eo cgamisation nur gefährlicher. eh damit bie endgül 0 Krit win die Liberalen bereit seien. ihre Pflicht zu tun. 5 sowohl die Regierung als auch

hätten an Ruf eingebüßt infolge der Ni f

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den heutigen Zwischenfällen die Schlußfolgerung der fähigkeit der Regierung und ihrer konservativen Meß ziehen, ist jedenfalls kennzeichnend für das tiefe Unbeh das in ganz England auf dem Gebiet der inneren, wie auf dem der auswärtigen Politik herrscht.

Nach Ansicht führender Parlamentarier der Arbei partei wäre übrigens mit einem bloßen Rücktritt W Laws, dessen Krankheit keine diplomatische, sondern wirkliche ist, außenpolitisch nichts gewonnen. Denn d Law genieße ein hohes Ansehen in seiner eigenen d und sei der einzige, der imstande sei, die extrem konservafß Elemente, die Poincarefreundlichen, nationalistischen, l Lords bei der Stange zu halten.

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bewohner erklärten, der Gesuchte wohne nicht hier, sie hätten das Haus bereits seit zwei Jahren gemietet. Die Franzosen begaben sich zum Bülrgermeister, um bei ihm nach der Wohnung des Gesuchten zu forschen. Dort erhielten sie die Antwort, Schmidt wohne seit zwei Jahrendort oben. Eine begleitende Handbewegung deutete auf den benachbarten hochgelegenen Friedhof der Gemeinde. So be⸗ rechtigt dus Lachen über die französische Blamage ist, so ungeheuer ernst ist die Sache aber auch, zeigt sie doch wieder einmal, daß die

denn es herrschte eine starke kaiserfeindliche Gegenströmung, die in unverkennbarem Mitleid mit dem Deserteur und in der Meinung, daß er unter göttlichem Schutze stehe, zum Ausdruck kam. f

Pipriac entschloß sich nach kurzer Beratung mit seinen Untergebenen, sofort einen Boten nach St. Gurlott mit der Bitte um Verstärkung der Mannschaft zu entsenden. Die überschwemmte Kathedrale wurde von allen Seiten um⸗ lagert, so daß eine Flucht aus demschwarzen Loch unmög⸗ lich schien. 15

Er ist in der Falle, knurrte Pipriac,und nur Gott oder der Teufel kann ihn retten.

Einundzwanzigstes Kapitel. Die Belagerung.

Während seine Verfolger Kriegsrat hielten, lag Rohan ruhig in seinem Versteck und dachte nicht an Flucht. Hie und da horchte er auf, aber der einzige Laut, den er ver⸗ nahm, war das Gurgeln der Flut, die allmählich die unge⸗ heuere Kathedrale überschwemmte. Einige Stunden lang wenigstens war er sicher geborgen. Denn solange die Flut anhielt, drohte ihm weder von unten noch von oben Gefahr.

Er lag in einer großen natürlichen Grotte, welche ins Herz eines Granitfelsens eingehauen schien und durch die in die Mündung desschwarzen Loches oder Trichters dringenden Lichtstrahlen spärlich beleuchtet wurde. Große elliptische, mit seltsamem Moos bewachsene Bogen wölbten sich über seinem Haupte, während zu beiden Seiten die eben⸗ falls mit Moos bedeckten Wände in allen Farben des Regen- bogens glitzerten ähnlich dem von uns bereits be schriebenen Vorhang desAltars; die Grotte war geräumig und kühl wie die Gruft einer von Menschenhand erbauten Kathedrale; da und dort rieselten ganze Wasserströme von den Wänden herab und bildeten auf dem Boden tiefschwarze Pfützen. Die Luft war feucht und kalt und hätte einem weniger abgehärteten Menschen verhängnisvoll werden können. Rohan aber sog sie mit dem Behagen eines kühnen Tieres ein. In der trockensten Ecke der Grotte befand sich sein aus einer hohen Schicht Seegras bestehendes weiches Lager, auf welchem er seit vielen, vielen Nächten der Ruhe pflegte. Mochte draußen auch Sturm und Wetter toben, er

aber neigte der Ansicht zu, daß Rohan unter dem Schutze

schlief hier rubig und fest. Peber seinem Lager hing ein

Voglerhaken und ein winziges Oellämpchen, auf de

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Fend 8 einige. 8 Bot vanzosen e Nachforschung jeden brut Geschäft or Ausweisung vornehmen an Hand alter Listen, die der Zufall oder verbrecherisches Spitzeltum in die Hände gespiell) Major Schmidt ist übrigens 1921 im Alter von 83 Jahren gestich

Bei der Bergbauinspektion Gladbeck beschlagn ahmten die e zosen 500 Millionen Mark Lohngelder für die Arbeiter der Sci Rheinbaben. Die Belegschaft trat sofort in einen Proteststrei 1

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lagen ein Paar Holzschuhe und daneben ein Stück 0 brot. 0

In dieser abgeschlossenen Einsamkeit, oft in vollstäth ster Dunkelheit, hatte Rohan, wie gesagt, bereits ile Wochen zugebracht. Hätten nicht die ewigen Seeleng 0 die Angst vor dem Enkdecktwerden seinen mächtigen Orga mus erschüttert. das Esnsiedlerleben am Busen der d würde ihm nichts angehabt haben und er wäte der riesenstarke Rohan geblieben. Aber selbst die kraftvolsen Tiere magern ab und verlieren an Kraft und Ansehen, wen sie in steter Angst vor Verfolgung leben. Was Wuff, wenn Rohan der Schatten seines ehemaligen Selbst worden war ein magerer, verwilderter, argwöhpshen Mensch, aus dessen großen, angsterfüllten Augen ein u erträglicher Seelenschmerz sprach. Er hatte sich, um dis Maß voll zu machen, bei seinem letzten Gang über den ge. fährlichen Klippenweg auch noch einen Fuß arg verstal so daß er augenblicklich beim besten Willen nicht hätte fliehen können. 1

Der Schlaukopf Mikel hatte ganz richtig vermutet! 6 Mutter Gwenfern den Flüchtling heimlich mit Lebensinss; versah. Zwei- bis dreimal wöchentlich trat die gebra alte Frau den beschwerlichen Weg an, auf welchem Mil überrascht hatte. Ohne ihre Hilfe hätte Rohan notwenge weise verhungern müssen, denn selbst der kräftigste 5 kann auf die Dauer nicht ausschließlich von Schellfischen hn Hauttang, wie sie der Flüchtling nächtlicherweise aus Meere fischte, und von Vogeleiern leben.

Gegenwärtig war er nicht allein in der Grotte. Ziege Jannedik leistete ihm willkommene Gesellschaft i rieb von Zeit zu Zeit zärtlich ihten Kopf an seinen 0 3 als ob sie ihn trösten und ihrer Zuneigung versichern wil Das brave Tier hatte ganz zufallig auf einem ihrer ge 16 N heitsmäßigen Streifzüge über die Klippen das Versteck s Herrn entdeckt. Als sie es einmal kannte, wiederhe 0 15 ihre Besuche, und nun verging kein Tag, an dem sie wenn auch nur auf ganz kurze Zeit, gekommen wäre. Kommen und Gehen bildete für Rohan stets ein auf 10 des Ereignis. Erstens fühlte er sich in ihrer Gesells nicht gar so entsetzlich verlassen und unglücklich, und vernuttelte sie, zwischen ihren langen Haaren perbaß Botschaften an seine Mutter. Tortsetzung f

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