dem
Der Pariser Temps den Ereignissen in Buer zu schreiben: 2 deeutsche Regierung auf eine Positik verzichten, die blutigen Ereignisse hervorruft.“ 434 Weitere Schreckenstaten. a Während der ganzen Nacht von Sonntag auf Montag wurden in Buer zahlreiche Straßenpassanten, die zum Teil früh morgens nach auswärts gereist waren und von dem Verbot des Nachtverkehrs keine Kenntnis haben konnten und ahnungslos ihre Behausungen aufsuchten, ohne Anruf von den Franzosen beschossen. Mehrere von ihnen mußten wegen gefährlichen Schußverletzungen in die hiesigen Kranken- anstalten gebracht werden. Im Marienhespital befindet sich ein junger Mann, der einen Bajonetlstich in den Kopf er ⸗ hielt. Am Montag vormittag riefen die Franzosen das Lehrerkollegium des Gymnasiums zusammen. Sie machten dem Kollegium den Vorwurf, daß die Schüler von den Lehrern zum Abreißen der französischen Plakate aufgefordert worden seien; überhaupt seien die deutschen Gymnasien die Pflanzstätten des Völkerhasses. Der Gymnasiallehrer Holubas wurde mit der Reitpeitsche mißhandelt. Der Leiter der Anstalt, Oberstudiendirektor Dr. Neher und Studienrat Freibueter, Beigeordneter der Stadt Buer, wurden verhaftet und abgeführt. Zahlreiche weitere Verhaftungen, die im Laufe des Sonntags und Montags vorgenommen wurden, steigerten die Erregung der Bevölkerung aufs Höchste. Wie die Franzosen gegen die Bevölkerung vorgehen, zeigt die Tatsache, daß harmlose Straßenpassanten, die die Hände in den Manteltaschen hatten, ohne weiteres von französischen Patrouillen festgenommen und mißhandelt wurden.
Der Oberbürgermeister soll erschossen werden
Der als Geisel sestgenommene Kaufmann Arnold aus Buer mußte im Auftrage des Generals dem Oberbürgermeister folgen⸗ des Schreiben überbringen: „Der Kommandierende General des 31. Armeekorps gibt dem Magistrat bekannt, daß für den Fall, daß in Buer gegen einen ranzosen ein Mordonschlag verübt werden sollte, der als Geisel sestgenommene Oberbsrgermeister ohne Urteil erschossen werden wird. Der Kommandierende General nimmt die volle Verant⸗ wortung auf sich. Er ist bereit sich jedem französischen, deutschen oder internationalen Kei dsgericht zu stellen, an dem Tage, an dein die deulschen Generäle, die jn Belgien sowie in Frankreich ähnliche Befehle aus geringerem Grunde ausführen ließen, verurteilt
werden.“ Zu Tode gefoltert. Ueber die Bluttaten liegen noch folgende Einzelmeldungen vor:
„Wann wird die diese
—
tershagen von den Franzosen B. wurde auf G. Denunziation eines Großpolen, der dem Beamten Rache ges⸗ hatte, von den Fra sestgenommen. Er nannte als Ali den n, mit dem er zur Zeit der
Mordtat zusammengewesen war. Beide wurden in der Nacht im französischen Arrestlobal neee Es scheint, daß
Surahoff sich gegen diese ummendchliche Behandlung gewehrt har. Gegen 9 Uhr abends führten die Franzusen ihn auf den Platz hinter Die der ani Häuser waren vorher
worden, die ster zu schließen. Auch war verboten,
. re und zwei Soldaten schleppten Burg⸗
vor der Stirn. Der Montenr ershage diesem Vorfall auf den Lußeumshof geschleppt und i erschossen. Die Kugel durchschlug den Schädel und derriß en vollständig. Der Schuß muß aus nächster Nähe abge⸗ geben worden sein, da das Gesicht zahlreiche Pulverflecke aufweist. Die Leichen der beiden Ermordeten wurden im Laufe der Nacht in das Buersche Rathaus gebracht mit dem Bemerken, die beiden Deut⸗ schen seien auf der Straße erschossen worden, weil sie gegen die Ver⸗ ordnung betreffend den Nachtverkehr verstoßen hätten.
Sonntag gegen 11.30 Uhr abends wurde der Kranführer P. Fahbeck aus 0 einer befreundeten
0
ö ers
i Schuß, der auf Fahbeck abgegeben worden sei, nur von Deutschen stammen könnte. Der Posten hatte sich sofort, nachdem der Schuß abgegeben worden war, eiligst entfernt. Obschon 1 8 Straßenpatrouillen den Vorfall beobachtet hatten, ließ man die Frau des Erschossenen fast dreiviertel Stunden lang, vergeblich um Hilse rufen. Noch in derselben Nacht wurde ein hiesiger Argt her⸗
beige rufen, der den gewaltsamen Tod der drei Ermordeten feststellte.
Der Deserteur.
0 Roman von Robert Buchanan. f Vierzehntes Kapitel. Bei dem Blutpfuhl Christi.
Einige Tage nach der ärztlichen Untersuchung der Konstribierten traf die Marschonder in Kromlaix ein. Die Rekruten hatten zuerst nach Traonili, von dort nach Nantes zu gehen, wo sie ihrem Regiment eingereiht werden sollten, um dann direkt an den Rhein zu marschieren! Die Er- fahrungen des verflossenen Jahres hatten Napoleon nicht weiser gemacht, er forderte das Schicksal noch einmal heraus, indem er einen neuen Krieg mit einer noch ungeheuereren Heeresmacht begann. Der Verlust von 500 000 Mann, samt Waffen, Munition und Kanonen hatte ihn nicht entmutigt, denn er brauchte nur den Finger zu rühren und die Ge— fallenen wurden durch Legionen neuer Kampflustigen ersetzt. Mittlerweile aber hatten sich Rußland und-Preußen die Hände gereicht; der„Tugendbund“ war ins Leben gerufen worden und ganz Deutschland hatte sich erhoben. Am 16. März erklärte Preußen den Krieg, und der Patriotismus der teutonischen Jugend brach wie ein Vulkan hervor. An der Spitze des deutschen Heeres stand Blücher, ein Schüler Friedrichs des Großen. Und als ob dies noch nicht genug wäre, schloß sich auch Schweden den gegen Bonaparte Ver- hündeten an. Die Franzosen hatten Berlin räumen und sßch an die Elbe zurückziehen müssen.
Der Marschbefehl war gekommen; ging alles drunter und drüber.
0 im Hause Derval Die Stimmung war eine
besstzt die morclische Ouclifät, zu
Der brulale Nord in Dorkiaund. Zu der Ermordung eines Belglers in Dortnund durch Fran- zosen in der Montag Nacht sind noch folgende Einzelheiten nachsw⸗ tragen: Der von den betrunkenen französischen Soldaten Getötete ist der 48jährige belgische Staatsangehörige Heinrich Shyssel, der N vier Jahren in Deutschland ansässig war. Seine Braut,
e Welker, gibt folgende Darstellung des Vorfalls: Sie und ihr Bräutigam standen mit mehreren Bekannten in der Wilhelm⸗ straße, als betrunkene franzöfische Soldaten, mit ihren Revolvern vor sich herschießend, auf sie zugestürzt kamen, Ihr Bräutigam brach bald darauf, durch einen Schuß in den Bauch getroffen, zu⸗ sancmen. Als sie sich zu ihm beugte, drang ein Franzose auf 1
ein und schrie sie an:„Machen Sie, daß Sie wegkommen, sonst werden Sie auch noch getötet.“ Der Sterbende wurde dann in das Luisenhospital gebracht, wo er starb. Von fünf weiteren Ge⸗ troffenen konnten vier nach Anlegung eines Notwerbandes wieder nach ihren Wohnungen entlassen werden, Der fünfte, der Berg⸗ mann Scheu, hält sich wegen eines Schulterschusses noch im Hospital auf.
Ein unerhörter Gewaltakt der Franzosen.
Der Kommandeur der Besatzungstruppen in Offenburg, Oberst Altmayer, ließ die beiden ältesten Stadträte zu sich kommen und eröffnete ihnen, daß die Kasernengebäude um⸗ gehend geräumt werden müßten. Die Stadtverwaltung hat nun die Kasernengebäude des ehemaligen Infanterie⸗Regi⸗ ments Nr. 170 zu Wohnungen ausgebaut. Gegenwärtig wohnen in den Gebäuden annähernd 200 Familien, meist. Arbeiter und Angestellte. auch eine große Anzahl Elsaß⸗ Lothringer. Da die Wohnungsnot überall sehr groß ist, werden die Unglücklichen in dieser unwirtlichen Jahreszeit mit Frau, Kind und Habe einfach auf die Straße gesetzt.
Aus ihren Wohnungen vertrieben.
Der Wärter der Wachstatton 1 und die Eisenbahnwärter der Strecke Kehl⸗Legelshurst sind aus ihren Wärterwohnungen ausge⸗ wiesen worden. Die Wohnungen mußten gestern abend um 6 Uhr geräumt sein. Ebenso wurde der Stationsmeister Legelshurst aus seiner Wohnung vertrieben. Auch der Schrankenwärter der Wachstation 230 auf der Strecke Appenweier⸗Windschläg mußte gestern seine Wohnung räumen. Ob die Genannten damit auh aus dem besetzten Gebiet ausgewiesen sind, ist noch nicht bekannt.
Die Mannheimer Brotversorgung lahmgelegt
Die Rheinbrücke zwischen Ludwigshafen und Mannheim ist erneut von 9 Uhr abends bis 6 Uhr morgens für den Verkehr ge⸗ sperrt worden. Die Maßnahme dauert vom 12. ds. Mts. bis 18. März. In Ludwigshafen darf in derselben Zeit niemand die Straße passieren. Begründet wird diese Maßnahme mit Sabotage⸗ akten auf französische Eisenbahnzüge. Die Zollschranke im Hafen⸗ gebiet von Mannheim wird seit Montag scharf durchgeführt. Aus dem Lagerhaus des Badischen Bauernvereins, das am Mheinau⸗ hafen liegt, dürfen nur kleine Mengen Lebensmittel fürr den un⸗ mittelbaren Bedarf der Bevölkerung herausgebracht werden. Der Mannheimer Konsumverein, dessen Lager und Bäckerei in die Zoll⸗ grenze des Maustener Lau geblets fällt. darf ebenfalls nichts mehr ausführen, sodaß der Betrieb stillgelegt werden Sehr empfindlich leidet darunter die Brotversorgung, da aus der Kon⸗ sumbäckeref ein großer Teil der Bevölkerung versorgt wird. Sogar das Backwerk, welches für die Quäkerspeisung in der Bäckeret für die Kinder hergestellt wird, wird zurückgehalten.
Politische Uebersicht.
Die Angoraregierung setzt die Berhand⸗ lungen mit den Alliierten fort.
Wie aus Angora nach Konstantinopel gemeldet wird, wurde der Beschluß der Nationalversammlung über die Fort⸗ setzung der Verhandlungen mit den Alliierten auf der Grundlage von Gegenvorschlägen mit der verschwindend kleinen Mehrheit von 10 Stimmen gefaßt. Die Gegenvor⸗ schläge der Türkei betreffen vor allem die Räumung aller türkischen Gebiete durch die Alliierten, die Räumung der Grenze Mesopotamiens innerhalb eines Jahres zwischen England und der Türkei. Wenn in dieser Frage keine Einigung erzielt wird, soll sie dem Schiedsspruch des Völker⸗ bundes unterbreitet werden. Die ottomanische Schuld muß auf alle Nachfolgestaaten der früheren Türkei im Verhältnis der abgetretenen Gebiete verteilt werden. Ferner schlägt die Türkei vor, daß alle Staaten auf Reparationsforderungen zu verzichten haben, nur Griechenland soll verpflichtet sein, eine Kriegsentschädigung zu leisten.
0
Wo trelbt Polen hin? Als der polnisch⸗litauische Konflikt akut war, haben 15 ö Polen wiederholt beschuldigt, N 185
tatsächlich ke nd. Zunächst habe gierung die Entent
„ Polen einen Druck in der Richtung ausgeübt einen offenen eri 1
in der polnisch⸗litauischen Frage zu vermeiden. Ferner fü⸗ 1 man in 44 92. 1 wandten zu werben, g We 1 grenze von N en angegr 1 0 f
lich dampft die katastrophale Finanzlage alle kriegerischen Absichte be
Ist an den gegenwärtigen friedlichen Zweifel, so muß doch hervorgehoben werden, umfangreiche und kostspielige Anstrengungen macht,
tärischen Rüstungen zu vervollkommnen. In den letz id die Jahrgänge 1883 bis 1899 registriert worden, het März wird der Jahrgang 1897 zu igen militäri cc) Uebungen einberufen. Mitte Mai folgt der Jahrgang bellen 5 ber fi Mitte Juni der Jahrgang 1895. Da nach eigenen offiziellen An.. gend gaben das polnische stehende Heer etwa 300 000 Mann beträgt 5 106 ein Reservisten⸗Jahrgang über 100 000 Mann ausmacht, die Polen während des nächsten halben Jahres über eine aktive Arm Aubft von über 400 000 Mann verfügen. Nun gibt es a auch für d fie artige Maßnahnen immer die einfache 2 daß man auen gegen Angriffe schiitzen wolle, und Polen fühlt sich tatsächlich 1 0 land gegenüber nicht ganz sicher. Außerdem liefern Blätter wie d eich Berliner Rote Fahne der polnischen Hetzpresse ständig Stoff, peind deutschen Mobilisie rungsvorbereitungen zu schreiben. Aber Rlisti ö ien en, um den Frieden zu erhalten, sind, wie die Geschichte der letzte 0 gahrzehnte gezeigt hat, eine faule Sache. l ich Wenn man aber auch trotz dieser Rüstungen Polen keine N dußer rischen Absichten unterschieben will, muß man doch en, daß 2 unh Triebkräfte vorhanden sind, die unter entf echenden Umständer 0 stärker sein können, als der Friedenswille besonnener Kreise. e e re es verstanden, en in so weitgehendem Ma ketten und das blinde Unterwürstigkeitsgefühl chauvinif Kreise in Polen auszunutzen, daß Polen sich gegen einen franzöf 12 schen Marschbefehl schwerlich wird sträuben können. Andererseits Cath ist der polnische Imperialismus auch noch nicht saturiert, oh,
wohl Polen bereits über ein Drittel ene ener Bevölkerung besitzt. Es ist bezeichnend, daß während des letzten halben Jah zwel programmatische politische Broschüren in Polen erschienen eine, verfaßt von dem Generalstaatsanwalt Bukowiecki als f der Belvederepartei, die andere von dem Lemberger fessor Grabski als Programm der Nationaldemokratie. Ol diese beiden politischen Lager in Polen sich erbittert bekämp mas auch in den beiden Broschüren dquutlich zum Ausdruck kommt, kehrt in bemerkenswerter Weise in beiden folgender Gedanke een wieder: Es ist ein Fehler der Versailler Friedenskonferenz gewese Ostpreußen bei Deutschland zu lassen, und Polens Bestreben m es fein, diesen Fehler wieder gutzumachen. Wenn daher eine Sstu⸗ ation eintreten sollte, die für Polen einen Krieg weniger bedenklit erscheinen ließe, als es jetzt der Fall ist, muß durchaus damit rechnet werden, daß der polnische Imperialismus zum Kr drängt. Nebenbei sei erwähnt, daß Polen heute noch Ansprüche an allerdings kleine Gebiete erhebt, die Teile von Litauen, Lettland und der Tschechoslomakei find, abgesehen davon, daß Polen bisher keinen Rechtstitel auf das Wilnaer Land und auf Ostgalizien Alle diese Dinge muß manckennen, wenn man die deutsch⸗pol Beziehungen realpolitisch beurteilen will. 4 muß es das Ziel sein, Kriegshetze und Provokation auf beiden Seiten zu bekämpfen und zu imterdrücken und hinzuweisen auf das gemeinsame 9 1 teresse Polens und Deutschlands, den Frieden zu bewahren. die Tatfache darf nicht übersehen werden, daß Polen bisher we die Selbständigkeit noch die innere Konsolidierung erreicht hal, es zu einem zuverlässigen Nachbarn machen könnte. *
Hitlerkrawalle in Bayern.
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Der für den 12. März angesagte nationalsozialistische Putsch O München ist nicht erfolgt, dafür aber haben die Hitlergarden in das mn Provinz ausgiebig Krawall veranstaltet. Am Samslag erschienen men-
700 Nationalsozialisten aus München in Ingolstadt. Vor dem Ge werkschaftshaus kam es zu einem Zusammenstoß mit den Arbeitern
wobei einige Fensterscheiben des Gewerkschaftshauses 3. und leider auch zwei Arbeiter verwundet wurden. Die Polizei stellte zwar die Ordnung wieder her, nahm aber keine Verhaftungen vo In München wieder angekommen zog der Hitlersche Stoßtrupp durch. die Banmmeile zum Marienplatz und konnte erst durch Drohung mit der Schußwaffe von einem Polizeiaufgebot auseinandergetrieben werden. Auch in Wolfratshausen, Landshut und anderen Orten er- schienen Münchener Nationalsozialisten, denen die Reichsbahndirel⸗
tion wleder Extrawagen zur Verfügung gestellt hatte. Zu Zwischen⸗ fällen ist es nach den vorliegenden Meldungen hier nicht gekommen.
eine geschäftige Menge in der Küche des Korporals. Sergeant Pipriac mit seinen vom Schnaps geröteten Aeuglein, Mikel Grallon und andere Freunde der Zwillinge waren ge— kommen, um ein Abschiedsgläschen mit den Rekruten zu trinken. Mutter Derval packte unter Tränen und Seufzern oben in ihrer Kammer die Habfeligkeiten der Söhne zu⸗ sammen. Vergebens bemühte sich Marcelle, fie zu trösten. In den meisten Häusern des Dorfes wurden in jener Nacht bittere Tränen vergossen.
Die Zwillinge schienen ihre gute Laune vollständig ein⸗ gebüßt zu haben, denn sie ließen trotz des ermunternden Zuspruches und des kreisenden Bechers traurig die Köpfe hängen; selbst der alte Korporal war mißmutig, denn er kannte am besten die furchtbaren Zufälle des Krieges und er liebte seine Neffen aufrichtig.
„Eine unangenehme Sache wird Euch, meine Jungens, wenigstens erspart bleiben: die harten Worte des Drill. meisters,“ sagte er, wahre Dampfwolken aus seiner Pfeife paffend.„Ihr seid bereits fertige Soldaten.„Rechts schaut! links schaut! präsentiert! Vorwärts! Marsch!“ Das alles habt Ihr schon in der kleinen Fingerspitze, denn Ihr seid von einem alten Haudegen erzogen worden. Man wird mit Euch zufrieden sein und Ihr werdet rasch vorwärts kommen. Noch eines will ich Euch lehren: wenn Ihr mit Kavallerie zusammenstoßen solltet, dürft Ihr Eure Waffen nicht in der veralteten Weise gebrauchen, sondern so.“— Dabei fuchtelte er mit seinem Stock in der Luft herum, um seinen Neffen die Handgriffe praktisch zu demonstrieren.„Ihr werdet den Vorteil bald heraus haben.“
„Das kann schon sein“ brummte Gildas„wenn nur die
sehr trübe. Am Vorabend des Abmarsches versammelte sich
Russen und Preußen ihn nicht auch weg haben!“
hab' halt immer Pech und werd' wohl nie aus diesem ver⸗
„Wart', mein Junge, bis Du den ersten Pulverdampf gerochen hast, dann kommt Dein Mut schon wieder,“ tröstete der Onkel.„Das beste dabei ist daß dies sogleich geschehen wird, denn Ihr marschiert direkt auf den Rhein los— mitten in die Komödie hinein!“. 0 a
„Ich wollte, ich könnte mitgehen!“ seufzte Alain.„Ich
dammten Nest herauskommen!“
„Flunkere doch nicht!“ rief Hol ärgerlich.„Du warst totenblaß, als man Dich zur Urne rief und hättest gern Deinen rechten Arm geopfert, wenn Du keine Nummer hättest ziehen müssen.“.
„Damals wußte ich ja noch nicht daß Ihr mitmarschieren werdet. Allein hätte ich freilich nicht e W* N
„Sei ruhig, mein Sohn. auch an Dich wird die Reihe kommen, und auch an Dich, Jannick. Nun will ich 5 Rekruten noch einen guten Rat mit auf den Weg geben!“ wandte sich Onkel Ewen wieder an die Zwillinge.„Trachtet stets, mit dem Korporal auf gutem Fuße zu stehen, sucht Euch ihn zum Freunde zu machen, ebenso den Sergeant; traktiert ihm hier und da mit einem Gläschen Schnaps.
— ——
4 2
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2 5.
2
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Dieser Lockung vermag keiner zu widerstehen. Ver N 8. 5 rgeud a
Euer Geld nicht bei Marketenderinnen, indem 5 950 Kameraden traktiert, sondern bewirtet f 0
lieber Eure Korporal, und Ihr werdet an ihm einen Freund in 1 0 haben. Laßt Euch von seinem derben, brummigen Wese nicht abschrecken, benehmt Euch ihm gegenüber stets be scheiden und demütig, das wird ihm gefallen.“
„Ganz recht, Onkel Ewen; ich will sofort auf seine sundheit trinken, per immer er auch sein mag!“ beme Gildas, sein Glas erhebend. g
„ rtsetzung folgt.)
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