Ausgabe 
14.3.1923
 
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de, 199 ü i 8 g. a 2 f ö 1 9 . 1 a. 5 1 2 2 2 W fit= 92 bam an O d t des werkt 5 c F wm an Organ für die Interessen des werktätigen Volkes wann dg 2 Bihnheffraße 2 1 8 Bahnhoffraße 23 0 d vinz Oderhessen und der Nachbargebiete. dann zn. der Provinz erhessen und der Nachbargebiete. e u. N Die Oberb. Volksseitung erscheint jeden Werkta vormittag in Gießen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. 4 Der Anzeigenyreis beträgt für die Millimeterzeile(85 mm breit) oder deren e, ñ 1 177 2 le., 300. Mek. ex * Burg dias ost bezog. 3000 Met.einschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 120. Mk Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. 9. Offenbach a. N. 8 der Rabalt gewährt ne ie 18 0 Uhr abends. 2 due f 1. N Nr. 61 Gießen, Mittwoch, den 14. März 1923. 18. Jahrgang 1. 0 lte iktatfried 0 Verständi jed 0 90 9 5 TAullufftiede oder Verfläligungeftieke? Brüsseler Schminke.-Blut⸗ und Schreckenstage 1* Bevor der französische Ministerpräsident seine Reise zur inmitigrei j bandes eine Rede, in der er auf das Attentat zu sprechen kam * Brüsseler Konferenz antrat, ließ er alle Mitteilungen demen⸗ e 1 0 145 Diklatprogramm 2 und gte, das werten 1 5 9 en 17 ace iu 5. 0 i ösi Die Brüsseler Konferenz ist bereits beendet. Sie hat Mon⸗ bittlich bestraft werden und die er werden ihre Ra nden. rie tieren, die den neuen Beratungen zwischen der französischen tag nachmittag 2 Uhr bis 6 Uhr gedauert und, wie 7 81 5 8 0 perde g mit General Degoutte zusammenkommen und 4 T eee. e 1 550nochmals vollständige Einmütigkeit zwischen Frankreich und mit ihm untersuchen, ob alle 1 zur m e et,. Verhandlung 5 0 1 elgien in allen Punkten ergeben. Das amtliche Komuniqus besagt, nationalistischen Bewegung im Ruhrgebiet ergriffen wor 1 5 dagegen die Beratungen in der belgischen Hauptstadt dahin daß in der Hauptsache die ed deren Feng die 50 00 595 Wir werden ferner untersuchen, welche Strafmaßnahmen noch an⸗ deuteten, daß über dietechnischen Maßnahmen im Ruhr⸗ Ruhr- und das auf dem rechten Rheinufer neubesetzten Gebiet be⸗ zuwenden sein werden. 5 FFT e gebiet weitere Erörterungen gepflogen werden sollen, freier ziehen, geprüft wurden. Es seien die notwendigen Maßnahmen ge- Der im Ruhrgebiet weilende franszösische Kriegsminister began RM 2 läßlich desse ft lbst der Fer troffen worden, um die Kohlen⸗ und Kokslieferungen nach Frankreich sich in das Krankenhaus Recklinghausen, wo er die Leichen der bei⸗ 1 Lauf gelassen. An ich essen mußte sich se st der rn⸗ und Belgien zu beschleunigen. Das Programm, auf das man sich den getöteten Offiziere mit dem Kreuz der Ehrenlegion 5 usteehende fragen: Will man in Drüssel vielleicht das dritte einigte, wirdprodressiv ausgeführt werden. Nach dem amtlichen[Ee versammelte im Hofe des Krankenhauses die Offtz 525 1 Mal die Uebernahme der Eisenbahnen in französisch⸗belgische] Bericht wurde ferneres ist bald zum Lachen die Durchführung Diviston und hielt folgende e ee 8 g e a egie proklamieren? Oder beabsichtigt man eine Ver- der frankobelgischen Eisenbahnregie abermals besprochen, weiter eine ermordot worden. Man hat sie aus dem Hinterhalt getötet. Dor⸗ Vegee⸗ 8 15 Einigung über dieUnterdrückungsmaßnahmen und Sanktion, artige Attentate dürfen nicht ungestraft bleiben. Obwohl wir dite e ärfung der Gewaltmaßnahmen? Dafür brauchte man zielt, die ergriffen werden follen für den Fall, daß neue At ndut Stärkeren wären, haben wir niemals unsere Kraft mißbraucht und bn wahrhaftig keine großangelegte Konferenz. denn wo gegen die Besatzungstruppen vorkommen. Zum Schluß der amtlichen der Bevölkerung gegenüber die, menschlichen Gefühle bewiesen. 1 Bajonette Anwendung finden sollen, dürfte ein Wink an die Meldung kommt dr Pferdefuß. Es heißt da wörtlich: 9 e 1 5 1 90 05 2 Militä. is Brüssel aus genügen. TheoretiEndlich haben die beiden Regierungen sich nochmals dahin ge⸗ Militärs 70 Pars 1 3 1 5 uche einigt, daß die Räumung der Ruhr und des e Gebietes Folge haben. 2 an Erörterungen zu diesem Zweck wären also ebenso überflüssig dem rechten Rheinufer nicht gegen bloße Versprechungen 8 Die Früchte der Hetze. dewesen wie abermalige Besprechungen über die Fran- men, sondern aumählich enisprechend der Schnelligkeit, mit welcher a 2 . 1 9 5 7 70 55 5 1 5 1 jene 1 aa ausgeführt Ein Schreckenswüten ohne gleichen. neuen 1 en sedient worden wäre. In der werden soll. Die bei egierungen ebenfalls fest lossen, ü ögli i ähere oll die Brüsseler n in der Hauptsache einen dee Gebeete uc zu eiue, ohne vorler von fleicel ighere Glen:, Noch ehe überhaupt müglich war, irgend etwns Näheres underen Zweck haben, als die französische Regierung ihr zu⸗ tien für den Schutz derjenigen deutschen Staatsangehörigen erhalten über die Vorgänge bei der Ermi rang 5 Feiden er 9 ben wissen will. Kaum fit Poincaré in Brüssel, und in haben. die mil den afterken Behörden zusammengearbestet haben festzustellen, setzte ein Terror gegen die Einwohnerschaft von 2 1 a Welt erscht daß die Lementt 5 losgelassen, nicht Beuel mit eine* 8 erde abe be 8 Fee e 5 1 19 5 5 i 1 3 5 5 5 4 1 b e b m. sser gesag a nN gingen mit unerhörter Grausamkeit vor. Der Dghanz richtig waren und daß das, was er dementierte, wenig. Dirkatsprogramm beschäftigt hat. Es ist sogar mehr als wahrschein⸗ e 175 Buer wurde aus dem Bett heraus un teens in wesentlichen Teilen auf Wahrheit beruhte. Es soll lich, daß es sich ausschließlich un die Erörterung dieses Programms 5. f weiteres ge ar. N f f 1 andel al re, in dem amtlichen Kommuniqué Ge⸗ f 5 ch in veisse daran bandeln, eine gemeinsame Baie be ois Ste on been. ee kae, ugs pee gente Waere e ene Lebendigen 2e aen Jant bed Pee. Der Amoklauf in Buer G b an ie aa f H 1 5 eee 5* gejagt, mit Kolbenstößen und Reitpeitschen übel zugeri and an der Grenze seiner Widestandsfähigkeit angelangt ist, Die Ermordung französischer Ofstzi 8 5 f 5 5; t 5 1 e ziere. und gezwungen, Plakate anzukleben, die die französischen un wwischen den beiden Regierungen kein Mißverständnis über 5 9 3 ssizie 8 9 ö ie Bedingungen besteht, die Deutschland im Eventualfalle In Buer sind in der Sonntagsnacht. wie schon kurz ge⸗ ee 1 en dre n uferlegt werden sollen. Welcher Art dieseBedingungen meldet, zwei französische Offiziere ermordet worden. Wie Bevölkerung fast sämtlich wieder abgerissen wurden, ver fers 0 5 00 15 richt⸗[der Fr. Ztg. aus Buer gemeldet wurde, haben nach proto. hafteten die Franzosen eine Reihe von Bürgern, nahmen e m groben Umrissen sein sollen, weiß der Pariser Bericht 55. 9 f t bei un nstatter des Daily Mail auszuplaudern. Seine Aeußerungen kallarischen Feststellungen Anwohner der Straße, in der der ihnen die Pässe weg und befahlen ihnen, die ganze Nacht bei ind von der 78 55 ösischen Re ierung nur in einem Punkte Nord geschah, einen erregten Wortwechsel in französischer den nau angeklebten Plakaten Wache zu stehen. Für den nB 5 1300 19 9 275 Sprache vernommen, dann seien zwei Schüsse gefallen und Fall, daß die Plakate trotzdem abgerissen werden sollten, Is nicht ganz richtig bezeichnet worden. Damit ist also 3 0 3 den die Zivil schaf * udirekt anerkannt, daß die übrigen Mitteilungen der Auf⸗ 5 8 eee en en e n, e een ne daß 886800. ndere Zeugen haben zwei französische Soldaten davon⸗ 1. assune Woincares und Millerands entsprechen. rennen sehen, Einem der beiden Getöteten wird nackgesagt⸗ 10 deutsche Tote als Opfer. I Die erste Bedingung besteht in der Anerkennungall- daß er ein Reitpeitschenheld gewesen sei, der sich schlecht mit Bei dem Vorgehen der Franzosen gegen die wehrlose Bevölg eemeiner Grundsätze durch die deutsche Regierung. Vor seinen Leuten vertrug. Der Mord geschah an der lebhaftesten ache von Buer wurden am Sonntag abend zunächst drei 5 l Allem soll Deutschland erklären, daß die Ruhrbesetzung ein Straßenecke Buers, was nicht dafür spricht, daß die Täter e d l e. dme a ee * 1 hesetzlicher Akt gemäß den Paragraphen 17 und 18 Anhang 2 den Offizieren aufgelauert oder gar daß Deutsche die Tat Die i 1 Ersch f wurde jetötet weil sie abends am Teil VIII des Versailler Vertrages ist. Man verlangt begangen haben. Nach einigen weiteren Meld soll Die zwei ersten Erschossenen wurden getötet, s am 4 0. e 5 0 nig rem Meldungen soll[nach 7 uhr sich auf der Straße aufhielten; es ist ein noch nicht fest U Ulso von Deutschland, daß es etwas als gesetzlich anerkennt, die Tat von zwei belgischen Soldaten begangen worden sein, gestellter Bewohner von Buer, ein Gelsenkirchener Bürger, der vor bas der übergroße Teil der neutralen Welt als widerrecht⸗] wieder andere nennen den Burschen der Getöteten als den Augen seiner Frau und seines Kindes erschossen Ain 1 ch bezeichnet und was selbst der Oberste Englische Gerichts- Mörder. Die Franzosen bemühen sich, die Untat als einen ee en eee e gol 1 15 2 1*. 5 9 2 3 rherge ia auf einer mi l N lin 1 11 als n, Recht und 15 e deutschen Racheakt hinzustellen. sammenhang stehenden Denunziation verhaftet worden war lieser 11 1 115 en 5 ee deutsche Re Wer sind die Mörder? Burghoff wurde im Rathaus erschlagen und bis zur Unkenntlichkeit 4 rung an, E. 5 ö 7

ferung, welcher Zusammensetzung sie auch sein sollte, im⸗ fande wäre, dann hieße das die Ermordung deutscher Ar⸗ beiter, die Drangsalierung deutscher Frauen und Kinder inꝛd die endlosen Ausweisungen der Franzosen und Belgier, llurzum alles das gutheißen, was sich der französische Mili⸗ turismus im Verlaufe von acht Wochen im Ruhrgebiet ge⸗

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17 bistet hat. Die zweite Bedingung läuft auf eine dauernde 1 internationale Kontrolle des Rheinlandes hinaus, die nach Ablauf der 15jährigen Laufzeit für die Räumungsfristen der Alheinlande in Kraft treten solle. Vor allem scheint Frank⸗

1 eich an eine internationale Verwaltung der rheinischen flüüsenbahnen einschließlich der Bahnen des Ruhrgebiets zu denken. Derartige Maßnahmen werden angeblich aus

icherheitsgründen verlangt. Selbst angenommen, daß die

Licherheit Frankreichs durch die deutschen Nationalisten be⸗ droht wäre, deren Waffenbesitz nach einer Aeußerung des

breußischen Ministers des Innern, Genossen Severing, nicht

dusreichen würde, um den zehnten Teil der Truppen zu be⸗

umffnen, die Frankreich allein nach dem Ruhrgebiet geschickt hut, dann erscheint eine derartige Forderung nicht berechtigt. Ls gibt genügend andere Sicherheitsleistungen, für die sich eutschland verbürgen kann und die unter dem Protektorat zmerikas eingegangen werden könnten, wenn es Frankreich enmsthaft nur um seine Sicherheit zu tun wäre. Jederzeit lüird Deutschland bereit sein, die jetzige sogenannte neutrale bone auf mindestens 99 Jahre nicht mit Militär zu belegen, und darüber hinaus dürfte es sich bereit erklären, wahrend der gleichen Zeitdauer einen Pakt einzugehen, daß jede zeindseligkeit gegenüber Frankreich unterlassen bleibt. Als Carant ist Amerika nach unseren Informationen gern bereit, ih an einem derartigen Pakt zu beteiligen. Aber wir be⸗ iiunchten, daß es der jetzigen französischen Regierung weniger in die Sicherheit ihres Landes und um Reparationen, als n die Annexion der Rheinlande unter anderen Vorwänden tun ist, nachdem man die bisherigen Maßnahmen als

Deutsche? 8 5

Nach der französischen Darstellung sollen die angestellten Untersuchungen zur Ermittlung der Mörder zur Verhaftung eines Mannes geführt haben, der wegen seiner nationalistischen Ge⸗ sinuung bekaunt gewesen sez. Der Be'reffende wurde nach der fran⸗ zösischen Darstellung in seiner Wohnung en einem Kleiderschrank versteckt aufgefunden, fesigenommen und ohne Miderstand nach dem nächslen französischen Posten geführt, wohin bald darauf ein an⸗ deree Teulscher gebracht worden sein soh, der in dem Verdacht isiand, sein Komplize zu sein. 5

Oder Franzosen? Nach einer Wolffmeldung aus Buer wurde offiziell fest⸗ gestellt, daß als Täter zwei französische Soldaten in Frage kommen, die gleich nach der Tat entflohen sind. a

Poincars hetzt zur Rache.

Wo auch immer die Täter zu suchen sein mögen, ob es Fran⸗ zosen waren, die ihre eigenen Offiziere im Streite erschlagen haben, oder ob es Deutsche waren, die aus gewissenloser Ver⸗ blendung eines irrelaufenden Nationalismus oder im völligen Zu⸗ sammenbruch der bis auf's äußerste gequälten Nerven zur Mord⸗ waffe gegriffen haben, gewissenloser noch wie die Tat selbst ist die unglaubliche Hetze, die der leitende Staatsmann Frankreichs, die Herr Poincaré und seine Kreaturen an die unselige Tat knüpfen.

Am Sonntag abend hielt Poincars bei dem Essen eines Militär⸗ amnune

untauglich erkannt hat. Wäre der französische Wunsch nach Reparationen ernst zu nehmen, dann müßte Frankreich endlich mit der bisherigen Methode brechen, vom Vertragsgegner hohe Summen zu fordern, ihn aber gleichzeitig wirt⸗ schaftlich zu erdrosseln; denn darauf läuft schließlich auch die Unterstellung der Rheinlande unter eine internationale Kontrolle hinaus.

Was Frankreich zeigt, ist keine Verhandlungsbereitschaft, sondern die konsequente Fortsetzung der bisherigen Taktik, eine Diktatbereitschaft. Warum machte man sonst die Regelung wirtschaftlicher Forderungen zunächst wieder

mae, N

entstellt. Eine Anzahl Bürger wurde schwer mißhandelt. Die Be⸗ völkerung befindet sich in außerordentlicher Erregung.

Eine französische Blutbad⸗Darstellung.

Ueber die französischen Bluttaten bei der Verhaftung der angeblichen Täter bringt Havas folgenden französischen Tatbericht: 5

Bald darauf,(d. h. nach der Verhaftung der beiden Deutschen) trafen einige französische Gendarmen ein, um die beiden Verdächtigen in das nächste Militärgefängnis zu überführen. In dem Augenblick, in dem sie die Ausgangsschwelle überschritten, ergriffen die beiden Deutschen, die bisher den Anschein erweckt hatten, als ob sie sich in ihr Schicksal ergeben hätten, plötzlich die Flucht nach der Straße. Die Gendarmen ergriffen ihre Revolver und gaben auf die Fliehen⸗ den mehrere Schüsse ab, worauf die beiden Deutschen getroffen zu⸗ sammenbrachen und in kurzer Zeit ihren Geist aufgaben. Die Schießerei hatte eine große Menschenansammlung zur Folge. In dem Augenblick, als die Schüsse ertönten, erhob die Versammlung ein lautes Geschrei, feindliche Rufe gegen die Gendarmen wurden ausgestoßen und mehrere Personen versuchten, in das Gebäude ein⸗ zudringen. Die Wachmannschasten verließen darauf das Gebaude und versuchten, die Manifestanten zu zerstreuen. Aber angesichts der zahlenmößigen Ueberlegenheit der Angreifer ließen sie einige rasche Warnungsrufe ertönen und gaben, da diese ohne Erfolg blieben, Feuer. Fünf Deutsche wurden getötet. Daraufhin zer⸗ streute sich die Menge.

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3. zösischen Haltung ist Deutschland nach wie vor zu einem ehr⸗

lichen Verständigungsfrieden bereit. Niemals aber wird sich

eine deutsche Regierung finden, die jene neuerdings wenn auch nicht offiziell gestellten Bedingungen der Franzosen als Voraussetzung für die Regelung wirtschaftlicher An⸗ sprüche unterzeichnen könnte. Lediglich eine Selbsttäuschung des französischen Volkes aber bedeutet es, wenn Herr Poin⸗ caré glaubt, seine Bedingungen mit einer bevorstehenden Kapitulation Deutschlands begründen zu dürfen. Deutsch⸗ land ist nicht an der Grenze seiner Widerstandskraft. Das bleibt Tatsache, selbst wenn sich der französische Minister⸗

von palitischen Bedingungen abhängig? Entgegen der fran⸗

präsident einbildet, daß es anders wäre.