Ausgabe 
13.4.1923
 
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am en e ee e r in % 05 ubefuchter öffentlicher zersammlung im Gewerkschaftshause. Der den uin 0 leitete seine Ausführungen mit einem Hinweis 7 die

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dbu den Friedensvertrag pin. Im Mantelgesetz war vorgesehen, daß

Es gingen weiter bei uns ein: g Von F. S. 24 000 Me. Bereits quittiert 690 860 Mk. Zusammen 714 860 Mk.

Den Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne entgegengenommen.

Verlag der Oberhessischen Volkszeitung.

Steuer⸗ und Wirtschaftsfragen. Ueber dieses Thema spruch

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ee Lage ein, die sich durch den französischen Einfall in das Ruhrgebiet besonders verwickelt gestaltet hahe. Hier tobt sich der ülttarismus aus, der überall von gleich volks⸗ und kulturfeindlichem N sei, ob er man in Deutschlaud, Frankreich oder welchem Lande N er auftritt. Furchthar sind die Leiden, die besonders das arbeitende Volk im Ruhrgebiet zu ertragen hat. Hier werden uns die Folgen glorreichen Krieges gründlich vor Augen geführt. Ueber die Frage, ob micht vor der Ruhrbesetzung eine Verständigung wegen der Reparationen mit den Franzosen herbeigeführt werden konnte, gehen bie Meinungen auseinander. Ohne Zweifel wäre es möglich ge⸗

sen, den Forderungen na wenn die Groß⸗Industrie und andere Besitzenden die ihnen zukommenden Steuerleistungen er⸗

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kund bis zur Grenze seiner Leistungsfähigkeit erfüllt habe, nicht füt zutreffend. Wie siehts innerpolitisch in Deutschland aus? Will die deutsche Regierung erfüllen oder micht? Redner legt kurz di ˖. e im Reiche dar. Dieses selber hatte früher (bor dem Krrege) keine direkte Steuer, nur die Länder Die Ge⸗ meinden erhoben Zuschläge ufw. Heute ist das Steuerwefen grund⸗ segend geändert: Bundesstaaten und Gemeinden sind Kostgänger des Reiches geworden. Gegen den Grundgedanken des Erazbergerschen 8 laufen alle diejenigen Sturm, die gegen die Reichs⸗ zahlen und weisen

. Kapitalistische Kreise wollen nicht

6 einweithin sichtbares Opfer bringen solle. Es die Zwangsanleihe. Sie sollte 1 Milliarde Goldmark Aber es ist erst ein kleiner Bruchteil aufgebracht. Während

6 5 Frankreich usw. schon im Laufe des Krieges die Besitzen⸗ hwere Steuern aufbringen mußten, suchte mam bei uns den

0 zu erwecken:der Feind bezahlt alles! Das war aber icht der Fall. Bisher ist ein 160ftel von einer Milliarde aufgebracht we 1 Dagegen haben die Lohn⸗ und Gehaltsempfänger von April 8 Juni 1922 56 Prozent aufgebracht und dieser Prozentsatz stieg * 71 Prozent, im November 76 Prozent, im Dezember des gesamten Einkommensteuer⸗Aufkommens. Und inn

Jamar und Februar d. J. stieg der Prozentsatz auf 941 Die Steuerlast des Lohnempfängers steigt mit der Geldentwertung. Das

m Es ist einem Prozent herangezogen bei einem Vermögen von 15 Mil⸗ lionen! 10 Prozent werden erst bei einem Vermögen von 15 Mil⸗

hoben, könnte man mit der Körperschaftssteuer und Dagegen bringt die Um satzsteuer riesige Beträge. 108 Milliarden allem im Monat Februar! Und doch wird zugegeben, daß etwa 40 Prozent dieser Steuer hinterzogen, oder der Staat auf andere Weise daun betrogen wird. Bei der Umsatzsteuer wollen die bürgerlichen Parteien die Verantwortung für die Steigerung auf 2 Prozent nicht allein übernehmen. Wenn sichs um die Verbesserung der Steuern für die Besitzenden handelte, da trugen sie gerne die Verantwortung. Die Kohlensteuer ist mit mehr als 3 Billionen für 1923 ein⸗ 1 1 Davon geht infolge der Besetzung des Nuhrgebiets ein Teil nicht ein. Unser Steuersystem leidet an zu großer Kompliziertheit. Die vielen Steuerarten lassen zu viele Lücken für die Steuerbetrüger Die Gemeinden verschulden vollständig. Das Reichsfinanzministerium erklärte, es könne den Gemeinden nicht helfen wenn die Erhöhung der Umsatzsteuer nicht bewilligt würde. In den letzten Monaten wir nur den 15. Teil des notwendigen Bedarfs auf. Alles das müßte der Arbeiterschaft die Augen darüber öffnen, daß sie nicht sich selber zerfleische, sondern daß die Front der Arbeiter⸗ klasse gegen den Kapitalismats sich richten muß. Eine Stabilisie rung der Mark sst vielen Industriellen ein Dorn im Auge und sie petitio⸗ nieren gegen die Maßnahmen hierzu. Die Besitzenden wollen eben kichts fiir den Staat opfern. Zu bedenken muß die Agitation der National sogialisten geben. Hier haben wir den Beweis für die Folgen mangelnder Aufklärung. Es sind auch Arbeiter bei jenen Leuten! Man muß sich bei unserer Arbeit mit der Gegenwart beschäf⸗ und das, was in der Vergangenheit gesündigt wurde. Wir wollen alle den Sozialismus verwirklichen. Ueber den Weg soll man ich nicht viel streiten. Angesichts der Gefahr, in der wir heute stehen, t es notwendig, daß wir unsere Front feststellen. Die bürgerliche e muß aus dem Hause! Das muß geschehen im Interesse unserer Zukunft, umseres Volkes. In diesem Sinne müssen wir handeln! Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrage sprachen Komunnist Haupt und der Genosse Mann in der Diskussion. seinem Schlußwort widerlegte Soldmann nachdrücklich und ein⸗ e das von Haupt Vorgebrachte und beantwortete mehrere fragen.

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Jumper, das Kleidungsstück der Kohlenschipper.

Was man vor einigen Jahren noch gar nicht kannte,

don dessen bittere Notwendigkeit man noch nichts wußte, das gehört heute zum unentbehrlichen Ausstattungsstück des jungen Mädchens: der Jumper. Aber was heute geradezu ein Abzeichen der Vornehmheit und der Wohlhabenheit ist oder gar ein Zeichen des guten Geschmacks sein soll, ist in seinen Anfangen auf Hafenarbeiter und Kohlenschipper zurückzuführen. 5 Noch immer übernehmen wir Deutschen einfach fremd⸗ ländische Bezeichnungen, sprechen sie dann zwar deut sch aus was ihnen allen Sinn raubt, anstatt auch für uns einen gutdeutschen Namen oder Ausdruck zu wählen. Zum Veispiel die Benennung des jackenartigen Kleidungsstückes Jumper wäre sehr leicht und richtig übertragen in Springer, da seine Kürze jede Bewegung beim Gehen b bei Sport und Spiel ohne jegliches Hemmnis ge⸗ stattet.

Im Englischen stammt das Wort aus dem Jahre 1605, war damals aber verkürzt injump(Sprung) und be⸗ zeichnete ein Jäckchen oder kurzen losen Mantel, der bis an die Hüften reichte. Dieses, aus ganz grobem Sackzeug her⸗ gestellte Kleidungsstück wurde nur von Männern ge⸗ tragen und zwar bei schwerster Arbeit. Es gehörte damals zur Ausrüstung der Kohlenschipper und Hafenarbeiter. Außerdem berichteten Teilnehmer einer Polarexpedition, daß

treffenden Ware steigt.

bhrten: daß ihr alle

Wie der Verbraucher die Preise treibt.

Wie Käufer und Verbraucher die Preise selbst in die Höhe treiben, zeigt eine lichtvolle Auseinandersetzung von G. Plötz, die jetzt vom Rei rtschaftsministerium den Preisprüfungsstellen zur Nutz anwendung mitgeteilt wird. Bei steigendem Devisenkurs ilbt der Verbraucher die wirksannste Art der Preistreiberet: die von Mund zu Mund. Weil vielleicht ein Ladenfräulein gesagt hat, daß die Butter in der nächsten Woche 9000 Mark koste, oder weil ein derartiger Preis irgendwo einmal gefordert worden war, so wird er überall, in der Straßenbahn, in der Eisenbahn, zum Standard⸗ preis gestempelt. Ueberall liest man auch nur Spitzen⸗ oder Phanta⸗ siepreise, die so zur Norm merden. Beim Niedergang der Devisen⸗ kurse wird überall der Spruch, selbst in gebundener Form, ver⸗ breitet: Der Dollar fällt, die Preise steigen. Der Warenbesttzer liest das auch und schließt sich dieserStimme des Volkes mit Freuden an. 5

Was hier mit Recht kritistert wird ist eine Tatsache die jeder täglich und überall beobachten kann. Bis zu einem gewissen Grade ist das Verbraucher⸗Publikum an den hohen und übertriebenen Preisen mitschuldig. Die unverschämtesten Preis forderungen werden ohne Widerspruch aufgenommen, es wird bezahlt, was ge⸗ fordert wird und das geschieht oft genug bei Waren, die noch gar nicht so notwendig gebraucht würden Man hört auch heute noch esst genug, daß Familien weit über Bedarf einkaufen,hamstern. Dadurch werden die Preise hoch getrieben. Wenn Tausende von irgend einem Artikel mehr als ihren Bedarf kaufen, so entsteht natürlich Mangel und die weitere Folge ist, daß der Oft genug hört man auch, daß, wenn für Preis genannt wird, die Fast scheint es, als wollte einer den anderen in Mitteilung von Wucherpreisen überbieten. Durch der⸗ artige Redereten wird der Preistreiberei Vouschub geleitet, während die Verbraucher ihr nach besten Kräften entgegenwirken sollten. Alle müssen ihr Teil dazu beitragen, daß wir wieder zu gefunden Zuständen kommen.

Den Schulentlassenen.

Ihr haßt die Schule verlassen, um in dem breiten Strom des Lebens unterzutauchen. Neues, auch im Innersten packendes Erlebnis steht vor Euch. Wie wird mein, Weg im Leben sein, wie der deine? Was wird sich von meinem Wünschen und Hoffen erfüllen, werden die Erwartungen trügen, die meine Eltern in mich setzten? Werde ich immer allen Gefahren trotzen, die sich mir tausendfältig in den Weg drängen, oder wird es Zeiten geben, wo ich ihrer Gewalt

erliege?

Ein Heer von Fragen, von denen jede euch zum Bewußtsein bringt, daß ihr werdende, sich entwickelnde Menschen seid, daß es nicht gleichgültig ist, wie ihr euch entwickeln werdet. Dicses Bewußtsein zu haben, ist für euch junge Menschen wertvoll, es hebt euch heraus aus dem Kreise der Kindheit, in der der ein⸗ zelne Mensch fast ziellos, absichtslos dahinlebt. Jetzt kommt Ziel und Plan in euer Leben. Euer Sein spielt sich nicht mehr allein ab im Nahmen der Masse eurer Schulkameraden. Das Leben zieht euch an sich, reißt den einen hierhin, den anderen dorthin, bringt ihn mit bisher fremden Menschen eng zusammen und schüttet taufend neue Eindcücke auf euch aus, von denen euer Inneres erschüttert, be⸗ trübt oder beglückt wird.

Nur eines bleibt gemeinsam zwischen euch und euren Schulge⸗ Kinder der Arbeit seid. Daß euer

eine Sache ein unsinniger fällt,na, das ist noch billig

eigentlichster Daseinszweck die Arbeit ist. eine Arbeit, die unfrei ist, hinter der mur zu oft die Peitsche grau⸗ samen Zwanges steht, die zu innig mit dem Hunger verbunden ist. Aber wisset, daß sich Millionen von Menschen, die das gleiche äußere Schicksal getroffen hat, vereinigten, um die Arbeit freizumachen, um sie den Menschen als Freude zu geben! So haben sich auch viele

tausende junge Arbeiter und Arbeiterinnen zusammengeschlossen, um

zu ihrem Teil und mit ihren besonderen Kräften an dieser Be⸗ freiung der Arbeit mitzmofrken. Dort wirst auch du Freunde und Freundinnen finden, mit denen du über alle Vorgänge deines Innern sprechen kannst, die dein Wissen erweitern und dich verstehen wer⸗ den weil sie eben das gleiche Tage deines hoffmungsfrohen Fluges daran, daß die Menschen ihren Weg leichter schreiten, wenn sie zufammemmarschieren. Arboiter⸗ junge, Arbeitermädchen, schließe dich der Sozialistischen Ar⸗ beiterjugend an, die dich gerne an die Hand nimmt auf dem

Weg, der uns alle aufwärts führt!

Zugverlegungen. Der beschleunigte Personenzug 126 nach Friedssegen(Coblenz), der abfuhr, verkehrt vom 13. April ab von Gießen um 8.08 Uhr vor⸗ mittags. Es werden somit die Anschlüsse von Hamburg und Fulda erreicht. Vom 16. April an werden die Personenzüge 556 Gießen ab 3.40 Uhr nachmittags, Fulda an 6.30 Uhr nachmittags und 562 Lauterbach⸗Nord ab 2.14 Uhr nachmittags, Gießen an 4.27 Uhr nachmittags wieder befördert. Vom gleichen Tage an fällt die während des Aussalles der Personenzüge 550 und 502 bei den Güterzügen 8804 Alsfeld ab 1.32 Uhr nachmittags, Grünberg an 5.24 Uhr nachmittags, 8805 Alsfeld ab 5.48 Uhr nachmittags, Lauterbach an 6.46 Uhr nachmittags, 8808 Lauterbach ab 2.99 Uhr nachmittags, Alsfeld an 3.49 Uhr nachmittags und 8809 Saasen ab 4.22 Uhr nachmittags, Alsfeld an 4.44 Uhr nachmittags einge⸗ richtete Personenbeförderung wieder fort.

Für die Ausgewiesenen aus dem besetzten Gebiet sollen

Wohnräume zur Verfügung gestellt werden, wo es nur immer solche Leute aufnehmen. auf

würden Bekannt⸗

Diejenngen die 0 5 Wir weisen die

im 17. Jahrhundert wechselten dieJumps ihre Besitzer und

nahm die jumps, vervollständigte es injumper und verlieh diese Bezeichnung einem beliebten Kleidungsstück des Zwischen⸗ decks. Das farbenfreudige, moderne Modell, das wir heute in Seide und Wolle, gestrickt, gehäkelt und gewebt be wundern und das sich so vieler Anhängerinnen erfreut, ist also zwar alter, aber sehr einfacher Herkunft. Und wenn es als abgelegtes Kleidungsstück von der Münchener Straßen- kehrerin getragen wird, dann wird es aufhören, die Büste der Dame zu zieren und was heute unentbehrlich ist, wird dann nicht mehr begehrenswert erscheinen.

In den Vereinigten Staaten wird jährlich für elf Mil⸗ lionen Dollar Kaugummi verbraucht. Bei den regen Wechsel⸗ beziehungen, die heute zwischen Dollar und Mark bestehen, ist es nicht ausgeschlossen, daß auch wir von dieser Sitte er⸗ griffen werden und da sich Modetorheiten schneller verbreiten als gute Vorsätze, so kann es bald zu den bitteren Notwendig⸗ keiten eines jeden wohlerzogenen Menschen gehören, Gummi zu kauen. Heute lachen wir noch darüber, aber man er⸗ innere sich nur, daß im letzten Jahr plötzlich das Bedürfnis entdeckt wurde, die Frisur in ein Ballnetz zu stecken. Was man vordem gar nicht kannte, mußte plötzlich sein und heute ist es wieder nicht mehr.

Eskimos in tormlosen iumps umherlaufen sahen. Erz.

Preis der be⸗ tokoll üb le Aeußerung 9 e

dürfte

Freilich heute noch

äußere Los tragen wie du. Denke am

in Gießen bisher 7.45 Uhr vormittags

Fliege undZwangseinquarkterung Proven tyrer smererrschen und drastischen Situationsgestaltung gegeben haben. Wieder ist eine lustige, an Verwicklungen reiche Handlung gesponnen, die von Figuren, die dankbare Rollen bieten, getragen wird.

Großen⸗Buseck. Auf die morgen, Samstag, abends 8 Uhr stattsindende Generalversammlung des Volksveretius im Lokale von Koch sei an dieser Stelle hingewiesen. Es siehen Dinge zur Besprechung die sowohl in Allgemeinem als auch für unseren Ort von Interesse sind. Unter anderem sollen kom Ange⸗ legenheiten erörtert werden Deshalb ist es notwendig, daß die Versammlung möglichst zahlreich besucht wird.

e. Nieder⸗Vessingen. In der Gemeinderats sitzung vom 6. April wurde für das Vrennbolz. welches zum Verkauf kam, eine Das festgesetzt, unter welcher nicht angeboten werden durfte; es handelte sich Hauhlsächlich um Neisig und Bohnenstangen. Das Mindestgebot auf den Nm. Mischreisia sollte 200) Mark, auf die Bohnenstange 25 Mark betragen. Der Bürgermeister verlas ein Verzeichnis der Arbeiten. welche der Felöschütz in seinen Dienststunden, während der Winteuwmouagte, verrichtet hatte. Ein Gesuch des Feldschützen, nach welchem die Besitzer des auf Gemeindewüstungen lagernden Holzes aufgefordert werden sollen, dasselbe innerhalb einer be⸗ stimmten Frͤst abzufahren. wurde gutgeheißen. Ein Gesuch des in Gießen diensütnenden Schutzmannes Lutz, um Zuteilung von Los⸗ holz. wurde abgelehnt. da derselbe hier keine Familie besitzt. Das Gesuch des Wendelin Diehl. den Gemeinde⸗Flutgraben c ö seinen Gärten in Neparatur au nehmen, wurde befürwortet. Der Graben soll zu gleicher Zeit mit der alten Kirchhofsmauer⸗ instamd⸗ gesetzt werden. Das Baumaterfal soll beschafft werden. Eim Pro- em 8. April vorgenommene Abstimmung über r. Organistenbesoldung, Schulgut, Feuerstein⸗ gewehre usw. wurde nachgeholt. Ueber die Abstimmung zu 1. Hatten wir schon berichtet. Wegen der Afterverpachtung der zum Schulgut gehörigen Wiesen, soll der Bürgermeister Erkundigung einziehen. Lehrer Graul ich besaß, ohne Wissen der Bürgermeisterei und des größten Teiles der Gemeindevertretung. zwei der Ge⸗ meinde gehörige FJeuersteingewehre. Er hatte sich zu ciner Sicher⸗ heitsstellung von 1000 Mark erboten wenn er dieselben behalten Der Bürgermeister wird beauftragt, Gr. ein Schriftstück vorzulegen. worin derselbe unterschriftlich beglaubigen soll, daß die Gewehre Eigentum der Gemeinde sind. Bal Wegzug bekommt sie die Gemeinde zurück. Auf Kaution wurde verzichtet. letzte Punkt des Antrages wurde, da exledigt, zurückgezogen. Zum Schluß wurde dem Gemeinderechner Meter Buchenknüppel, dem Bürgermeister 272 Meter für Stellen und Heizen der Büros zuge⸗ sprochen. Die Sitzung wurde erst gegen 12% Uhr geschlossen.

Nieder⸗Bessingen. Bei der Holzversteigerung am Montag kamen 2 Nm. Buchen⸗Kutippel(leichtes Holz) auf 180 000 Mark, 2 Meter Birkenknüppel 200 000 Mark 2 Meter Eichenstock 50 00 Mark, 2 Meter Buchenstock 5060 000 Mark. Die Reiser wurden

nicht alle verkauft. Man war Reisig satt und die 6000 Mark Taxe

für 3 Meter Reisig, waren den meisten Leuten unseres Dorfes etwas zu viel. In Nieder⸗Bessingen kann man also noch verhält nismäßig billig zu Brennhola kommen. n.

Beuern. Ein interessanter Vortrag findet nächsten Sonntag den 15. April. nachmittags 3 Uhr im Lokale von Gastwirt Karl Sommerlad statt. Prof Hüter Gießen wird überEnt⸗ wicklung des Meuschen aus tierähnlichen Zuständen sprechen Der Vortrag wird vom Volksverein veranftalket dessen Freundes umd Gönner, sowie die Genossen in Bersrod und Großen⸗Buseck dazu ebenfalls heczlichst eingeladen werden.

Kleine Nachrichten.

Frankfurt a. M., 10. April. Million en einbruch. Aus einer Text lwarenhandlung stahlen in der vergangenen Nacht Ein⸗ brecher Waren im Wert von mehr als 10 Millionen Mark. 0

Typhus. Der Typhus tritt in 1 einigen Tagen in zahlreichen Fällen auf. Bisher wurden 11 Erkrankungen gemeldet. Arbeitsrecht, Gewerkscha tliches, Arbeiterbewegung,

Nuhrhilfe des Bergarbeiterverbandes. Auf dem Bezirksbureau Herborn des Verbandes der Berg⸗ arbeiter Deutschlands, gingen folgende Beträge für die Rußhrspende ein:

Zahlstelle Klein⸗Umstadtt 11 000 Mk. Grube Glückauf Phönr. 242 847 M. Zahlstelle Lützelhausen 15 600 Mk. Zahlstelle Obererlen bach 12 500 Mk. Grube Abendstern Bieber b. Gießen. 82 000 Mk. Zahlstelle Biebbtre 93 000 Mk. Zahl telle Larden bach 3 200 Mk. Zahlstelle Birlen ch 9000 Mk. Grube Gnade Gottes 22 000 Mk. Zahlstelle Blessenbaoh 39 500 Mk. Grube Alfredstollen r 26 100 Mk. Grube Eiferfelld. 30720 Mk. Gruhe Ottilie 15 350 Mk. Firma Kempf u. Hilft 70 000 Mk. Grube Wölfersheim 000 Mk. Zahlstelle Gräveneeec fk 40 200 Mk. Zahlstelle Atzenhain 353 74 000 Mt Grube Malepartus 46 400 Mk. Zahlstelle Schwalbnfcc;0h⸗x 101 500 Mk. Gruben Hirschkopf u. Frauenberg 16 500 Mk. Zahlstelle Borsdorr 105 000 Mk. Zahl stelle Woeldgirmes 46 040 Mk. GG 45 400 Mk. Grube Qrick u. Florentine 146 700 Mk. Grube Abendstern bei Hungen 1056 305 Mk. Grube Philippswonne 57 000 Mk. Grube Alexandria(Wester wald) 750 015 Mk. Grube Fernie VVV 45 661 Mk.

Summa: 3 558 538 Mk.

Diese von den Belegschaften uns überwiesenen Beträge wurden heute der Nassauischen Landesbank, Zweigstelle Herborn, zur Weiter⸗ leitung an die Ruhrhilfe ükberwiesen.

Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen. Sitzung vom 10. April.

Dem Verband der Bergarbeiter und den hessischen Bauxitgewinnungs⸗⸗ Unternehmungen der Schlichtungsausschuß durch Schiedsspruch vor, vom 1 1 2 durchschnittlichen Mindestgedingesatz der Gruben von Mk. 4080. je Mann und Schicht auf Mk. 5830. t erhöhen, die monatliche Gezäheentschädigung von Mk. 300. auf Mk. 1000. und den Stundenlohn bei der Aufbereitungsanlage Münster und dem Miühleiseschen Werk Rüddingshausen von Mk. 660. bezw. Mk. 650. auf Mk. 950.. Ueber die Regelung der Entlohnung für das Durchsieben der lagernden Winterförderung und für das Ver⸗ laden und über die etwaige Aenderung des Akkordleistungsfaktors der einzelnen Gruben mit Rüücksicht auf die verschiedenartigen Ab⸗ raumverhältnisse sollen die Streitteile weiterverhandeln. Sie er⸗ hielten eine Woche Frist für ihre Erklärung über Annahme oder Ablehnung der Schiedssprüche.

Zentralverband der Steinarbeiter und Verband für die Grab⸗ malbranche in Hessen einigten sich in ihrer Lohnstreitsache in un⸗ mittelbarer Verhandlung.

Den Antrag dreier Arbeiter der vereinigten Bal mer Baugeschäfte Hofmann, Hartmann und Steuernagel auf r⸗ einstellung auf Grund des§ 12 der Verordnung vom 12. 2 20 wies der Schlichtungsausschuß ab. Er hielt Arbeitsstreckung bei den Wohnungsbauten, die zu Ende gehen, nicht für tunlich.

Dem Entlassungseinspruch eines Arbeiters des Baugeschäftes Deibel in Lollar auf Grund des§ 84 Abf. 1 Ziffer 4 des Betrieds⸗

rätegesetzes gab er mit Rücksicht auf die Verhältnisse des Ent⸗ lassenen statt.