Ausgabe 
12.4.1923
 
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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes wann da

Bahnhofstraße 23

J 3* hae n der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

eitung erscheint jeden Werttag vormittag in Gießen. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. is mit den BeilagenDas Blatt der Frau undLand⸗ Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig.

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ü Deeutschlands Totenklage. käte Die Bestattung der Essener Blutopfer.

9 Ausmaße. Diese Demonstration wird nicht nur den Essener, nicht ede f Der letzte Gang. mur dem Ruhrgebiet, nicht nur Deutschland und nicht nur Frankreich U Aus Essen erhalten wir folgenden Bericht: f und Belgien, fondern der ganzen Welt sichtbar geworden sein.

Die blutige Karsamstagstragödie, in der vom französischen Als die Franzosen ins Ruhrgebiet einzogen, redeten sie den küintartemus vor der Krupp'schen Gußstahlfabrir 13 Arbeiterleben] Arbeitern mit warmen Schmeichelraden vor daß sie der Arbeiter⸗

opfert wurden, hat am Dienstag mit der Beerdigung dieser schaft nichts Böses, sondern nur Gutes wollten. Heute wissen wir, mer durch die Arbeiterschaft und die Einwohner Essens unter daß die zahlreichen Toten, die vor dem Massenmord der letzten gung von Vertretern des Reiches, der Länder und Behörden 12 Opfer durch französische⸗belgische Waffen inns Leben kamen, ohne 0 Abschluß erfahren. Der ganze Umkreis des Ruhrgebiets, bis Ausnahme dem Stande der Arbeiter angehören. Das weiß die Ar⸗ das linke Rheinufer, bis über Köln hinaus, hatte Vertreter ent⸗ beiterschaft von der Ruhr, und diesem Wissen, daß sie mit berechtigter sindt, um den gefallenen Brüdern die letzte Ehre zu erweisen. Bitternis erfüllt, gab sie, als sie am Dienstag die 12 Kameraden Stadt Essen weren den ganzen Tag über sämtliche zu Grabe trug, stummen, aber beredten Ausdruck. dle der Verkaufsgeschäfte und Gastwertschaften geschlossen. Die Die Totenklage zu Essen war die Anklage der Arbeit gegen die stand 1 Die Vergewaltigung der Freiheit, des Friedens und des Rechts durch ische Riesensabrik mit ihren 50 000 Arbeitern stand still. In den Militarismus der Weststaaten. f

anderen Fabriken 1 8 2 tt, das Dröhnen und Stampfen der Maschinen war verstummt. Die Trauerfeier im Reichstag. Zur gleichen Zeit, da in Essen die Arbeiterschaft ihre ruchlos gachen und Posten hatte man im Innern der Gebäude aufgestellt. hingemordeten Kameraden zur ewigen Ruhe bestattete, versammel⸗ nachmittag und abend trafen Deputationen ten sich im Reichstag die Vertreter der gewerkschaftlichen Ver⸗ iger Belegschaften. Gewerkschaften und Parteivereine mit bände, der Länder, der Behörden und der Parlamente in Gegen⸗ en und Fahnen in Essen ein. In den frühen Morgenstunden wart des Reichspräsidenten und des Reichskanzlers, um ebenfalls bete man in den Straßen einer Fülle von feierlich schwarz⸗ der Opfer zu gedenken. Von den Eckpfetlern des Reichstages leldeten Arbeitern und Arbeiterfrauen, die sich in der Richtung verkündete die auf halbmast gehißte Flagge schwarz⸗rot⸗gold te Krupp sche Gußstahlfabrir zu dichten Strömen vereinigten, Deutschlands Trauer. Die Gedächtnisrede des Kanzlers.

u im lregen französischer mengewehre zusammenbrachen, Mit einem Trauermarsch von Beethoven wurde die Feier ein⸗ 8 Auge e ee 1 geleitet. Sodann hielt der Reichskanzler eine Gedächtnisrede, in

ze Trauerfahnen hängen e Deiche 0 der u. a. ausführte: vor der Tete Nen fe eZu dieser Stunde, die uns in Andacht und Teilnahme hier leren Obelisken von der geweihten Stätte des Todes. Drinnen S i 1 9 1 über fel Pee ichthof, sch Toratiotden a utsche Männer, die aus der Arbe raus, von fran er U 5 1 den De dwischen gor⸗ Kugel durchbohrt, ihr Leben lassen mußten. Diese elf un zwel 5 andere deutsche Leben sind am Karsamstag gewaltsam ausgelöscht. 5 Dreizehn Menschen sind hinweggenommen, die in schwerer Arbeit dem letzten Ueberrest der Gefallenen. Die Lampen sind mit ein hartes Brot verzehrt haben. Auch sie hat der eine, einfache Flor verhängt, wur die Kerzen auf hohen Kandelabern und große Gedanke geleitet, nicht der Gewalt mit Gewalt zu be⸗ en in den Händen der Berglknappen, die die gegnen, sondern ihr N 0 ache halten, blinken im ruhigen Licht. Vor den Särgen den waffenlosen Widerstand des Rechts * ein großer Lorbeerkranz des Reichspräsidenten mit breiter, entgegenzusetzen. Sie standen vor den französischen Mordwaffen warzrot⸗goldener Schleife, daneben ein Kranz der Reichsregierung als Träger und Schützer jenes Rechts, das zu einer Macht gewor⸗ inschrift: den ist, weil ein gemeinsamer Wille es trägt. Den Opfern für Freiheit und Recht! 1 5. ist 1 5 1 47 1 isteri lei i l echt un rbeit auf der einen, Gewalt un nrecht au r an⸗ Reichsarbeitsministeriums, dessen Schleife die Widmung deren Seite. Nichts kann diese geschichtlich klare Scheidung ver⸗ Den für die Freiheit der Arbeit Gefallenen! wischen. Keinem französischen Soldaten ist ein Haar gekrümmt,

mer des

fügt:

uußerdem Kränze der preußif Staats vegierung und anderer Be⸗ aber 50 deutsche Arbeiter liegen in ihrem Blute. Tell rden. Der. einen Kranz t roter Schleife Die Schuld trifft die französischen Machthaber.

21 2 widmet, der die Worte Freiligraths trug: Nicht ein Wort des Bedauerns über diese Vernichtung beutscher

0 f 1 Sie töten den Geist nicht, ihr Brüder! Menschenleben habe ich aus dem Munde der amtlichen Vertreter

Punkt 3210 Uhr beginnt die Totenfeier zu der der enge Kreis des frauzösischen Volkes vernommen. Aber kein Richterspruch

Hinterblieb und der wichtigsten Delegationen, insgesamt gegen Unschuldige wird den Schrei des verbrecherisch vergossenen

ee-Lagt buche 1 Men ee ee e Blies dämpfen; kein urteil der Welt über die wahren Schul⸗

3 ien Requiem die erste äußerlsche digen täuschen und die Tatsache beseitigen. deihe. Dann sprach der Chef der Firma Krupp, Herr von Bohlen Im Namen der Toten frage ich die Völker der Erde: Wie

zusbup t 0 Halbach 9 15 10 Totenrede iederum durchtönte der weiche lange noch wollen sie warten, ehe diesem wahnwitzigen und

Maas 19 eee Cons den stillen Raum. Da zerriß der grauenvvollen Mißbrauch der Gewalt ein Ende geboten wird? f lende Schrei eines weinenden Mäbchens, das nach ihrem Vater Der Dank und die Treue des gesamten Volkes begleiten die onialw. ie, der mum hinausgetragen werden sollte, die weihevolle Stille teren Toten auf ihrem letzten Gange mit dem heißen Wunsche, 9 1: 5daß die Hingabe fürs Vaterland ein Segen werden möge ihnen,

Von allen Türmen der Stadt tönten die Glocken, als auf den 1 g:

hauel en ern der Bergknap die Särge mit den Kamerzden hinaus⸗ ihren Hinterbliebenen und der deutschen Sache, so sollen sie in un⸗ . tragen wurd 12 75 0 urden sie auf die mit Lor⸗ serem Herzen unvergessen bleiben, als deutsche Helden. Mit dem Wurstwal ansgeschrülct 1 0 b den Klängen des gleichen Empfinden gedenken wir aller derer, die ihnen an Rhein .* en 15 7 5 Hunderliansende und Ruhr mit dem Opfer des Lebens, der Gesundheit, der Freiheit

E das r 1. In swmmer Er⸗ vorangegangen find. Ihnen allen gilt heute Kiffenheit zogen sie die weite Straße an der Stätte emsiger Arbeit, b 5 unser Dank und unser Gedenken.

e das Sterben dieser Männer sah, zu dem Ort der Tränen und Sie alle dürsen gewiß sein, daß wir alles tun werden, um sie zu ur Trauer, dem Ehrenfriedhof, wo unzählige Kriegsopfer der Stadt shutzen und zu stärken im Abwehrstreit und ihnen zu einer baldigen den und zuch Otlo Due ihren letzten Ruheplatz gefunden paben. Befreiung zu verhelfen.

viele Kilometer lange Weg zum Friedhof war durch ein Ehren⸗ Verstänbigung boten wir an, g 5 balier der Krupp'schen Arbeiter umsäumt. Geld, Gut und Ertrag der Arbeit langer Jahre, Sicherheit aus 9000 iter mit weißen Armbinden versahen den Ord⸗ freiem Willen zum Frieden. Man hat nicht gehört. Selbst dann

en un derbie 1 5 8 b 1 iber 5 f 1 t bekanntlich von den noch, als der Feind im Lande stand haben wir wiederholt er

4* 15 55. 1 75 165 ist 9 das erste ere kala bert 7 0 1 dune e 2 77 11 trati erhandlung bereit sind. Ja, wir haben einen praltischen Weg ge⸗

Aal gewesen, daß ein derartiges demonstrates Massanaufgenn er wiesen, wie das durch den Ruhreinfall sast unentwirrbar gewor⸗

nenschen ohne polizeiliche Mithilfe in voller Ordnung organistert eil dienen e en 1 agen Dei a 0.. 6 schlag des Leiters der amerikanischen Außenpo tik bekannten. Man 517 Länge des Trauerzuges war nicht du. 55 1 hat nicht gehört. Alles ist geschehen, um den Ruhreinmarsch zu 1 Wunen umd Kränzen mußte ian enen feln e vermeiden oder die Dauer des Ruhreinfalls abzukürzen. So wird zaragen werden, die im Trauersug einen Naum von cz auch künftig nichts unterbleiben, was unserem Volke und Lande die Ren 5. ae Freiheit und den ae fetten sloun, 5 f 5 Beamte 455 e Auch heute, am Grabe, sind wir bereit, in freie von jedem n ne 0 1 Zwange freie Verhandlungen einzutreten. in, jeser Beerdigung ab⸗ Aber Freiheit und Frieden müssen gesichert sein, wenn anders er Teilnehmer dieser Beerdigung nicht die Opfer ela egg sein n 1 0. i f und Ruhr beklagen. Die Reparationspflicht muß auf das Ma ö en, hinter der Margaretenhöhe, auf dem des Erfüllbaren zurückgeführt, die Erde, in der wir heute die 0 . a Ehrenfriedhof, b Braven bestatten, muß frei werden, die in der Gefangenschaft un bar ein gemeinsames Grab für die 12 Toten hergerichtet worden. Verbannung Leidenden müssen der Freiheit und Heimat wieder⸗ er 15. Tote war nicht dabei, weil er auf seinen Wunsch bei gegeben und keiner Regelung kann zugestimmt werden, die Rhein u femen Kindern beigesetzt sein wollte.) Ein Meer von Menschen] und Nuhr territorial oder versassungs mäßig antasten. Solange der baute in diese stille Stätte hinein. Eine lange Reihe offizleller] Gegner zu folcher Regelung nicht bereit ist, muß der passive Wider⸗ lebner und die große Anzahl der Führer der Kranzdeputationen[ stand wie bisher fortgesetzt werden. In diesem Kampfe darf es dort, bevor die Toten der Erde übergeben wurden. keine Parlesen und keinen Unterschied der Klassen, aber auch keine 4 ehr als alle Worte bewies dieses Leichenbegräbnis, daß der[Zaghasten und keine Unbesonnenen geben. Alle Kraft der Er⸗ der Abwehr nicht tot ist. Die Ehrung der für die Verteidigung 4 19 5 11 Friedens und bis dahin alle Kraft dem großen Ab⸗ freien f französis edli ngenieur⸗ rkamp 3 i elt burt die balgtsch⸗ e ee e M Pie Toten haben ihre ganze Person eingesetzt fürs Vaterland.

fie 1 ri i ine Mani⸗ f f len der diadrawbeler saft 170 aunerbörtem Lassen Sie uns in dieler feierlichen Stunde jebem Einzelnen aus

bem Volke in Front und Heimat mit den Klängen der Glocken die Worte zurufen und sie auch befolgen: Und handeln sollst Du so, als hinge von Dir und Deinem Tun allein das Schicksal ab der deutschen Dinge und die Verantwortung wär Dein C Der zweite Satz aus der Beethovenschen VII. Sinfonie schloß die Feier Reichspräsident Ebert und Reichskanzler Fune begaben sich dann zu den Vertretern des ener Werkes und der Arbeiter und sprachen ihnen nochmals ihr Beileid aus.

Der Vertreter der Reichsregierung verhaftet.

Als Vertreter der Reichsregierung sollte der Staatssekretär der Reichskanzlei, Dr. Hamm. am Dienstag an den Trauersfeierlichkeiten in Essen teilnehmen. Hamm, der auf vorschriftsmäßigem Paß in Begleitung des früheren Postministers Giesberts und des preußischen Ministerpräsidenten a. D., Stegerwald, reiste, wurde in Scharnhorst, wo die Franzosen anläßlich der Beisetzungsfeierlichkeiten in Essen eine besonders scharfe Kontrolle eingerichtet hatten, nebst seiner Be⸗ gleitung verhaftel. Während Giesberts und Stegerwalb am Diens⸗ tag früh wieder freigelassen wurden, brachte man Hamm nach Castrop. Es verlautet, daß er nach Brebenen transportiert werden soll, um sich dort vor dem Kriegsgericht wegen eines Versuchs der unerlaubten Einreise zu verantworten. Bekanntlich haben die Fran⸗ zosen vor einiger Zeit eineVerfügung erlassen, nach der jedem deutschen Staatsbeamten die Verpflichtung auferlegt wird, vor der Einreise in das Einbruchsgebiet dem französischen Oberkommando e zu machen. Hamm ist diesem Ansinnen nicht nachge⸗ ommen.

Bisher hat Hamm persönlich noch keinerlei Mitteilung über seine Verhaftung machen können. Sobald die näheren Einzelheiten über seine Festnahme bekannt sind, beabsichtigt die Reichsregierung, einen scharsen Protest gegen den neuen Willkürakt an die französische Regierung zu richten. ö f a

Auch Stinnes vorübergehend verhaftet.

Auch Hugo Stinnes ist auf der Fahrt von Berlin am Diens tag früh auf dem Bahnhof Scharnhorst mit seiner Frau von französtschen Truppen utsl dem Schlafwagen herausgeholt und in einen Gepäck⸗ wagen eingesperrt worden. Inzwischen ist aber Herr Stinnes be⸗ reits wieder freigelassen worden und in Dortmund angekammen.

Die Trauerfeier im englisch · besetzten Gebiet.

Die allgemeine Trauerstunde zun Gedächtnis der 13 Toten in Essen und der übrigen Todesopfer im Ruhrgebiet wurde in Köln und in der ganzen englisch besetzten Zone würde voll durchgeführt. Um 9 uhr begann das Trauergeläut sämtlicher Kirchenglocken. Die Geschäfte schlossen außerdem ihre Läden. Die Straßenbahnen stell⸗ ten ihren Betrieb ein. Auch der Fuhrwerksverkehr auf den Kölner Straßen ruhte vollständig. Die Reichsverkehrsanstalten(Post und Eisenbahn) schlossen 10 Minuten lang den Betrieb. Die Eisenbahn⸗ züge hielten auf der Strecke. Volle Arbeitsruhe herrschte auch auf den Büros der übrigen Reichs⸗ und Staatsbehörden, desgleichen in den Büros der Kommunalen Verwaltungen. Schnell füllten sich die Kölner Kirchen, wo die Besucher stille Einkehr einhielten. 5

Trauerkund ebung des Münchener Stadtrates.

Im Münchener Stadtrat kam es heute zu einer großen Kund⸗ gebung gegen die französische Bluttat in Essen. Der 1. Bürger⸗ meister, Genosse Schmidt hielt eine Ansprache, worin er der Hoff⸗ nung Ausdruck gab, daß es dem geschlossenen Widerstand ge⸗ lingen möge, die feindliche Gewaltherrschaft zu brechen, dem deutschen Volke den Frieden und die Freiheit zu sichern und die Kultur vor dem Untergang zu fetten. Die Mitglieder des Stadt⸗ rates hatten sich zum Zeichen des Protestes und der Trauer von ihren Plätzen erhoben. 155

Die Trauer im sächsischen Landtag.

In der Dienstags⸗Sitzung des Landtages verlas Prästdent Winkler eine Erklärung, in der er mit scharfen Worten gegen das Essener Blutbad Protest einlegte, und den Hinterbliebenen der Er⸗ mordeten das Mitgefühl des Landtages aussprach Im Anschluß daran verlas der Führer der Kommunisten, Abg. Bötticher, eint Sondererklärung, in der er ebensalls gegen die Bluttat der Fran⸗ zosen Protest einlegte und aussührte, daß er sich mit diesem Pro⸗ test eins fühle mit dem französischen Proletariat, wobei er die er⸗ mordeten Arbeiter als Opfer der nationalistischen Treibereien in Essen bezeichnete, die die Arbeiter vor die Bajonette der Franzusen trieben hätten. Stürmische Pfui⸗ und Protestrufe durchtöntey arauf das Haus.

Der 14. Tote in Essen.

In der Diensiagnacht ist wieder einer der am Rarsamstag in den Kruppwerken von den französischen Maschinengewehren Schioernerletzten seinen Wunden erlegen.

Scharfe französische Note wegen Essen.

Wie die Telunion aus Kreisen, die dem Qua de Orsay nahe- stehen, erfährt, hat die französische Regferung am Freitag ver- gangener Woche wegen der Esseuer Vorgänge durch die französische Botschast in Verlin dem Auswärtigen Amt eine Note überreichen lassen, die in besonders scharfer Form gehalten ist. Ueber den In⸗ halt der Note wird in Pariser Kreisen vorläufig noch Still- schweigen bewahrt.

Dienstag abend war an Berliner amtlicher Stelle von diesen Note noch nichts bekannt.

Taten, Herr Cuno, nicht Worte!

Zu der Rede des Reichskanzlers stellt der Temps einige Fragen. U. a. sagt er:Künden die Worte des Kanzlers annehmbare Vor⸗ schläge an? Lassen sie erkennen, daß die deutsche Regierung auf⸗ hören wird, Haß und Krieg zu predigen? 5

Auf die letzte Frage mag Herr Cuno antworten. Die erste Frage dagegen ist für uns von einer bestimmten innerpolilischen Wichtigkeit. Allgemein kammt man jetzt auch in den bürgerlichen Kreisen zu der Erkenntnis, daß gegenwärtig der Augenblick gekom⸗ men ist, in dem die Regierung aktiv in die Politik eingreifen muß

und kann. Damit ist nicht gesagt, daß Deutschland ohne weiteres für