sicht stellen, wo sie zum Nutzen der Steuerzahler, aber nicht

bei der Lohnsteuer wirke sich ja die Geldentwertung voll zum

Niederlage des französischen Imperialismus gerichtet.

llichen Parteien, Einsicht zu bekunden. Leider war dieser

Diann entwickelte Genosse Dr. Hertz mit großer Sach-

von ihrem Grund und Boden. Eingabe des Deutschen Direktoren⸗Bundes an einen sozial⸗

eine neue Sitzung an.

Steuerpolitik seiner Partei in dieser Zeit schwül wird.

gültige Entscheidung fällt. In der jetzigen Form wird ihm

Herzen am nachsten stehen,

kunde die unendlichen Schwächen des Gesetzes in der Be⸗ wertung der Vermögen. Er warf den bürgerlichen Parteien vor, daß sie die Geldentwertung nur dort wirklich in Rück⸗

dort, wo sie zum Schaden der Steuerpflichtigen ausschlage. Das gelte selbstverständlich nur für die Besitzsteuern, denn

Schaden der Bestenerten aus. Zahlenmäßig wies Genosse Hertz nach, daß die Besitzer von Effekten nur zu etwa einem Zehntel des wahren Wertes ihrer Papiere herangezogen werden. Mit vollem Recht machte er darauf aufmerksam, daß dies gerade eine schwere Benachteiligung der Kleinrentner sei, die als Besitzer festverzinslicher Papiere den vollen Wert ihres Vermögens besteuern müßten. Auch die Landwirte versteuerten nur einen kleinen Bruchteil des wahren Wertes Dr. Hertz verlas u. a. eine

demokratischen Abgeordneten, worin sich diese Herren, die doch sicher die Bilanzpraktiken ihrer Aktiengesellschaften kennen, bitter darüber beklagen daß die Gesellschaften etwa zwei Drittel ihrer wirklichen Gewinne nicht versteuern, wo⸗ durch auch die Tantiemen der Direktoren geschmälert wür⸗ den. In wuchtigen Worten erklärte er weiter den betreten dasizenden bürgerlichen Abgeordneten, daß ihre Steuer- politik die Republik untergrabe und den Widerstand Deutsch⸗ lands an der Ruhr schwäche. Die Steuerpolitik der Sozial⸗ demokratie sei auf die Rettung des Reiches und auf die In letzter Stunde ergehe noch einmal der Ruf an die bürger⸗

Appell vorerst vergebens, denn die sozialdemokratischen Ver⸗ schärfungsanträge zu den Bewertungsbestimmungen wurden gleich darauf von ollen bürgerlichen Parteien abgelehnt. Deshalb verlas Genosse Hermann Müller im Auftrage der sozialdemokratischen Fraktion folgende Erklärung:

Wie im Steuerausschuß, so sind auch hier alle sozialdemo⸗ kratischen Anträge zum Tarif und zur Bewertung von Einkom⸗ men und Vermögen abgelehnt worden. Dadurch ist für den Sachbesitz eine so weitgehende 3 Entlastung ja teil⸗

vollkommene Steuerfreiheit beschlossen worden, daß die die politische Verantwortung für diese Beschlüsse t.

Sie muß dies umsomehr, als durch die Ablehnung der beiden letzten sozialdemokratischen Anträge die ausländischen Zahlungs⸗ tel nur mit einem Bruchteil ihres Kurswertes besteuert werden. Das ist eine Begünstigung der Devisenspekulation, eine Gefährdung der Stutzungsakion und somit eine schwere wirtschaf liche und poli⸗

Der Eindruck dieser Kampfansage auf die bürgerlichen Parteien wurde dadurch erhöht, daß die gesamte sozialdemo⸗ kratische Reichstagsfraktion den Saal verließ und damit das Haus beschlußunfähig machte. Da die bürgerlichen Parteien uur knapp 170 Abgeordnete zusammentrommeln konnten, mußle die Bechlußfassung über den Artikel 2 des Gesetzes aus⸗ gesetzt werden. Der Präsident beraunte auf 7 Uhr abends

In der Pause standen die Abgeordneten der bürgerlichen Parteien in Gruppen im Saal zusammen und erörterten auf⸗ geregt die Frage und die etwaigen weiteren Absichten der Sozialdemokratie. Es zeigte sich in diesen Auseinander- setzungen deutlich, daß namentlich im Zentrum doch der eine soder andere Abgeordnete ist, deni es bei der besitzfreundlichen Die bürgerlichen Parteien haben nun noch eins letzte Gelegenheit, einzulenken, bis in der dritten Lesung des Gesetzes die end⸗

die Sozialdemokratie unter keinen Umständen zustimmen.

Das ganze Volk wird unsere Halkung verstehen. Wenn wir die besitzenden Klassen stärker zur Steuerzahlung für das not⸗ leidende Reich heranziehen, ist das die nationalste Aufgabe, die man sich denken kann. Wir wollen den Besitzenden ihre patriotischen Reden gern schenken, wenn sie nur patriotisch zahlen.

Als um 7 Uhr die neue Sitzung eröffnet wurde, bean⸗ tragten die Kommunisten und die Deutschnationalen Ver⸗ tagung. Als die Vertagung beschlossen war, ergaben sich Schwierigkeiten über die Tagesordnung vom Samstag, so⸗ daß schließlich der Samstag für sitzungsfrei erklärt wurde. Er soll denn Hauptausschuß zur Beratung des Haushalts für Landwirtschaft und Ernährung überlassen bleiben.

Um 7 Uhr 40 Minuten wurde eine neue kurze Abend sitzung abgehalten, die in allen drei Lesungen einen Initiativ⸗ antrag verabschiedete über ein Gesetz zur Anlegung gesetzlicher Reserven der Aktiengesellschaften in Dollar⸗Schatzanweisungen des Reiches.

Am Montag geht der Kampf weiter.

2.

Frankreich Pläne.

Was beabsichtigen in Wahrheit die Imperialisten der fran⸗ zösischen Politik und der französischen Industrie mit der militäri⸗ schen Aktion, die sie Poincare und seine Generale im Ruhrge⸗ biet vornehmen lassen? Was Napoleon I, vor hundert Jahren in jenem gewaltigen Ringen zwischen Frankreich und England um die Vorherrschaft der Welt nicht erreicht hat, der Sieg über die Angelsachsen ist unter Mißachtung des fernen Amerika und des ferneren Japan das letzte und höchste Ziel des kapitalistischen Frankreichs, das mit seinem 700 000 Mann⸗Heer und seinem gewaltigen Luftgeschwader den europäischen Kontinent schon beherrscht. Aber seine großartige Eisenindustrie auf Grund seiner im Boden liegenden ungeheuren Schätze. entbehrt des aus reichenden Kolses zur Herrichtung der Kriegsausstattung. Dieses moderneRheingold sucht die französische Weltpolitik aun Rhein und an der Ruhr. 0 ausgeplündert werden. Denn ein neues Weltringen bedarf oben notwendig derartige gewaltige materielle Mittel. Wer glaubt allerdings ernstlich, daß es diesem Frankreich gelingen sollte, die erschöpfte Welt von neuem zu Blut und Mord aufzupeitschen?

*

Die stillschweigende Welt.

Als im Jahre 1914 das starke Oesterreich über das schwache Serbien herfiel, mußte bekanntlich aus Gründen der moralti⸗ schen Entrüstung innerhalb weniger Tage ein Weltkrieg ent⸗ stehen. Vor einigen Wochen ist der milttärisch stärlste Staat Europas, das waffengewaltige Frankreich, über das völlig wehr⸗

lose Deutschland hergefallen, und siehe es fehlt überhaupt noch

auch nur ein zahmer Protest der fremden Regierungen gegen dtese Gewalttat und die Häufungen von Unrecht, sowie die ganze Will⸗ kürherrschaft am Rhein und in Westsalen. Offenbar ist mit all den anderen unabschätzbaren Verlysten an Gut und Blut in dem Stahlbad des Weltkrieges auch die Völkermoral vor die Hunde gegangen!

Die Beamtenbesoldung und die Staatsfinanzen.

Ueber die Entwicklung der Beamtenbezüge, sowie über den Gesamtaufwand hierfür(einschließlich nicht angestellten Personals Pensionären und Hinterbliebenen) seit 1. April 100 dein Jalkasttreten des nen eunesgesetzes, gibt die Denkschrift zum Staatsvoranschlag 1923 eine eingehende Uebersicht. Dem Staatsvoranschlag liegt der Personalbedarf auf Ende Dezember 1922(bei 232 v. H. Teuerungszulage) zu Grund mit 15,2 Milliarden Mark, wovon 13,6 Milliarden auf das aktive Personal, 0,7 und 0,8 Milliarden Mark auf Ruhegehaltsempfänger und Hinterbliebene entfallen. Gegen⸗ über dem Friedensstand haben sich diese Bezüge auf durch⸗ schnittlich etwa das 350 fache erhöht(3. B. auf das 258fache bei Besoldungsgruppe 12, das 424 fache bei Gruppe 3) gegen⸗ über allerdings einer Steigerung der durchschnittlichen Lebenshaltungskosten auf das 6885fache im Dezember, der

Um den Ruhrkoks soll Deutschlano

Kleinhandelspreise auf das 1142fache und der Großhand preise und des Dollars auf rund das 1700 fache Ende De ber 1922. Die weiteren Erhöhungen der Beamtenb Januar 1923(Teuerungszulage 395 v. H.) und Fe (942 v. H.), die im Staatsvoranschlag nicht mehr berü tigt werden konnten, führen zu erheblich höheren Ziffern den Jahresbedarf(22,8 bezw. 49,6 Milliarden Mark), mögen aber der sprunghaft steigenden Geldentwertung weniger zu folgen, als die Dezemberbezüge. So stellen fit z. B. nach der Denkschrift die Bezüge der obengenannten B 7 soldungsgruppen im Januar auf das 382636fache der Friedensbeträge, während die Kosten der Lebenshaltung und Kleinhandelspreise auf das 11001150 fache, die Groß, handelspreise sogar auf das 2181 fache; und der Dollar auf das 4000 fache gestiegen sind. Im Februar betragen die Bezüge der genannten Gruppen das 8051337fache des Friedens.

standes, Kleinhandelspreise und darnach die durchschnittlichen Kosten der Lebenshaltung aber etwa das 2800fache,. Groß⸗ handelspreise und Dollar das vielfache hiervon. Die un⸗ geheuer lich scheinenden Ziffern der Beamtenbezüge bedeuten lediglich eine Aufblähung, verlieren aber bei und trotz 1 Erhöhung an innerer Kaufkraft, d. h. führen zu einer fort. gesetzten Verschlechterung in den Existenzbedingungen der Beamtenschaft gegenüber der Vorkriegszeit. Eine Uebersicht in der Denkschrift weist dies ziffermaßig nach durch Umrech⸗ nung der Bezüge in Goldmark, wobei als Umrechnungsfaktor d. h. als Maß der Geldentwertung nicht etwa der Dollar. stand oder die Großhandelspreise. sondern lediglich die Kosten der Lebenshaltung(dieinnere Währung) ange⸗ nommen wird, und woraus im übrigen auch hervorgeht, daß der Ausfall im Friedenseinkommen mit den Beamtenbezügen

steigt. Darnach betrugen die: 5 2 in Woldmaärf.

5 8 8 in Papiermark dauere Wübrwugh 5 8 21 5 Ende für ab Febr. 8 2 das id 5.* 2 8 2 Dezember Januar(letzte Auf⸗ 3. 80 5.. 8 ee 28 beflerung) S8 88 8.8. 2883 2 8 2 bei Teuetungszulage v. 5.3[22827 2 2 2 5 1 5 2 2 2 I 5 III 421000 890592 1337220 2807352 1300 1194/1003 65 57 50 VI/ VII 7501257120 1883700 3957720 184016821414 50 45 88 X 3655501611696 2412360 5070576 2350 2154 18110 42 30 1 XII 7950 2034000 8042000 6396000 30002716 2284 38 34

Von besonderer Bedeutung für den Staatsvoranschlag ist allerdings, daß ein erheblicher Teil der Beamtenbezüge vom Reich zu ersetzen ist, von dem im Voranschlag enthal. tenen Gesamtbedarf von 15,2 Milliarden Mark(Stand Ende Dezember 1922) z. B. 10,4 Milliarden Mark. a

Ausschuß vermochte sich nicht zu überzeugen, daß der Ausbau d Anstalt sehr dringend sei. Es wurde beschlossen, die Entsch am ein Jahr zu vertagen. Alsdann beschäftigte sich der 2 noch einmal mit der Errichtung eines Backofens im Arbeitshaus burg. Von einer Seite lag die Aneregung vor, die Beltefe vung Anstalt der Konfum⸗Genossenschaft Darmstadt zu übertragen.

Ausschuß beließ es bei seinem früheren Beschluß, da nach einer 9 teilung der Regierung der Backofen schon errichtet ist. Sodann wu 0 die Beratung des Fürsorgegesetzes begonnen. Nach einem einlesten⸗

den Bericht des Referenten wurde Artikel L angenommen. Eine sehr lange Debatte entspann sich über die Frage, ob den Kreisen b Provinzen das Recht zustehen soll, für ihre Beamten besondere sorgekassen einzurichten. Die große Mehrheit des Ausschusses u der Meinung, daß das abzulehnen sei und beschloß, gegen 2 Stimme die Streichung der dahinzielenden Artikel 2a und 69a. Artikel

und 3a wurde angenommen.

46

Der Deserteur.

8 Roman von Robert Buchanan.

Durch solche Gebete, von jenen gebetet, die- ihrem werden die stärksten und charaktervollsten Männer oft von dem Pfade, den sie sich vorgeschrieben, abgelenkt. Wo Befehle und Drohungen nichts nützten, vermag oft eine Träne, ein liebevolles Wort unseren Willen zu brechen, unsere Entschlüsse zu erschüttern. Das weiche Händchen eines Kindes vermag den gerechtesten Mann der Gerechtigkeit abtrünnig zu machen, den Recht schaffensten der Rechtschaffenheit. denn Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit sind gleich schwer zu erfüllende Pflichten, während ein Kuß von lieben Munde so süß ist. Wie stark muß der Wille und der Glaube an eine gute Sache sein, wenn ein Mann sich weder durch Bitten noch durch Tränen seiner Lieben in seinem Entschluß erschüttern läßt und den Kampf gegen eine ganze Welt aufnimmt wie Rohan, der einfache Fischer!

Marcelle blieb ziemlich lange bei ihrer Tante. (endlich die Hütte verließ, waren ihre Tränen getrocknet und sie eilte mit elastischen Schritten in die Richtung des Dorfes. Der Wind fegte noch immer übers Meer und es goß in Strömen. Fischer zogen ihre Boote höher ans Land, brachten ihre Netze unter Dach und Fach, während einige alte Männer trotz Sturm und Regen vor der Türe standen und besorgte Blicke auf das bleifarbige Meer warfen.

Statt in die Hauptstraße des Dorfes einzubiegen, schritt Marcelle über den feuchten Kies hinweg, bis sie die Caloges erreichte, jene Straße, die aus in Häuschen ver wandelten Booten bestand, welche sich dicht am Strande er streckten. Die meisten dieser Caloges hatten eiserne Rauch fänge aufgesetzt, ihre Dächer waren mit schleimigem Moos und Seetang bedeckt, auf welchem junge Zicklein grasten. Fast alle kleinen Türen waren berschlossen. um den heftigen Wind abzuhalten; vor einigen jedoch saßen Männer, gemüt⸗ lich ihr Pfeifchen rauchend. oder eifrig strickende Weiber und spielende Kinder. Dieses untere Dorfende war ausschließ lich von armen Fischern bewohnt und wurde von den Be wohnern des oberen Dorfes als auf einer viel niedrigeren sozialen Stufe stehend betrachtet.

Marcelle blieb vor einer Steinhütte, die sich gerade über diesen amphibienartigen Wohnstätten erhob, stehen. In

Als sie

der Türe saß ein junges Mädchen in einem altmodischen

Armstuhl und wickelte eifrig Wolle auf, dabei ein fröhliches Liedchen singend. Ah, willkommen, Marcelle! rief sie erfreut.

Gott mit Dir. Genoveoa! antwortete Mareelle lächelnd.Wie geht es Mutter Goron?

Du würdest glauben, Jahre jünger geworden ist. Sie singt während der Arbeit, ist rastlos tätig und betet allabendlich für den guten Kaiser, der ihr ihren geliebten Jan gelassen hat, entgegnete das junge Mädchen, leicht errötend. Sie sah in ihrem dunklen Leibchen, dem weißen Vorhemdchen, der schneeigen Haube allerliebst aus und jeder Kromlaixer Jüngling hätte, ohne sich zu besinnen, versichert, daß Genoveva zu jenen Mädchen gehöre, mit welchem er gerne vom Abend bis zum Morgen tanzen würde, ohne ihrer überdrüssig zu werden.

Die war nicht im Dorfe geboren, sondern in Brest, und hatte, kaum zwei Jahre alt, ihre Eltern verloren. Mutter Goron, eine entfernte Verwandte, nahm sich der Waise an. Sie hatte gerade zu jener Zeit in Brest die Witwenpension nach ihrem im Hospital verstorbenen Gatten zu beheben und brachte die kleine Genoveva mit nach Kromlaix. Sie delte die Kleine wie ihr eigenes Kind und erzog sie mit ihrem einzigen Sohn Jan.

Was für Nachrichten hast Du? fragte Genoveva, einen Augenblick in ihrer Arbeit inneholtend.

Gar keine. TanteLuise weiß auch nicht, wo er ist. Er war schon seit einigen Nächten nicht zu Hause und die Arme fängt an, ernstlich besorgt zu sein.

Das ist merkwürdig!

Er scheint völlig den Verstand verloren zu haben. Ich fange an, zu fürchten, daß er sich in seiner Verzweiflung und seinem Zorn ein Leid angetan hat. Ach, wenn ich nur mit ihm sprechen könnte, Genoveva! seufzte Marcelle.

Die Mädchen sprochen natürlich von Rohan, vermieden es aber aus Vorsicht, seinen Namen zu nennen.

Gildas muß also bald einrücken?

Ja, auch Hoöl.

Deiner Mutter bleiben donn noch immer Alain, Jannick und Du. Auch ist Onkel Ewen bei Euch. Aber wie schreckfich für eine arme Mutter, die nur ein einziges Kind hat! Wenn der Kaiser Jan genommen hatte, Mutter wäre ganz bestimmt vor Kummer gestorben.

Aber Tante Luise bittet zu Gott. daß ihr Sohn mit⸗

gehen möge. Dann besitzt sie große Selbstoerleugnung. Wenn ich

bel

daß sie um mindestens zehn.

einen einzigen hätte, der in den Krieg ziehen müßte, mein Herz würde darüber brechen.

Wenn Du wüßtest, wie sie sich grämt! einen Sohn hätte, der seine Mannespflicht aus Furcht ausübte, ich könnte ihn nie mehr lieben. Genoveva, wie schrecklich es wäre, wenn den guten Kaiset alle seine Kinder verließen, für die er so viel getan. Mann würde ihn niedermetzeln und was geschähe dann mit Frank. reich? Wenn Rohan seine Sinne beisammen hätte, er würde sich nicht verstecken, das kannst Du mir glauben.

Vielleicht hat er doch Angst, es wäre kein Wunder, seufzte Genoveva. 1

Wenn Du recht hättest. würde ich ihn für imm hassen! brauste Marcelle heftig auf. Ihre weißen, festen Zähne schlugen förmlich aneinander.Ich müßte vor Scham sterben! Was ist ein Mann, wenn er nicht das starke Herz eines Mannes besitzt? Er ist nicht mehr als ein Fisch Wasser, der ängstlich davonschlüpft. wenn man die Hand nach ihm ausstreckt. Pfui über einen solchen Mann! Nein, nein. Rohan ist tapfer! Aber ich will Dir sagen, was ie glaube Meister Arfoll hat ihn verzaubert, er steht seinem Banne!

Marcelle glaubte wirklich, daß der Wanderlehrer Rohan mit seinen teuflischen Künsten beherrsche. 7

Was fällt Dir ein! Meister Arfoll ist ein guter Mensch! verteidigte ihn Genoveva.

Darüber kannst Du denken, wie Du willst, aber habe meine eigenen Gedanken. Man sagt, er sei früher ein mal Priester gewesen; jetzt ist er kein Freund der Priester, er ist nur mit Vater Rolland befreundet der jedermanns Freund ist. Er weiß allerlei Mittel für kranke Menschen und Tiere, die wie Zauberkraft wirken. Man erzählte mir 55 einmal drüben in St. Gurlott, daß er einböses Auge abe.

Genoveva schauderte, denn auch ie war abgläubisch wie hätte sie es in der Umgebung, in der sie aufgewachsen, nicht sein sollen? Als Marcelle sich bekreuzigte, tat sie das selbe sagte aber mit sanftem Lächeln:Das glaube ich von Meister Arfoll nicht! Solche Dinge darfst Du Mutter Goron nicht erzählen. Er leistete ihr vor Jahren einmal einen großen, sehr großen Dienst und sie hölt ihn seither für einen Seiligen, für einen auf Erden wandelnden Engel Gottes Und er hat auch das Gesicht eines guten Menschen.

Fortsetzung folgt.)

Bedenke doch, en