Ausgabe 
12.2.1923
 
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Syndikate, Kartelle und Monopole

f stoßlegende vorzubereiten.

der Ruhr irgendwelchen Erfolg haben, so wird man hören,

die lustig am Werke sind. Die Kreuzzeitung erhebt in ihrer

mißbrauchen, sind Hölzer aus fiskalischen Forsten zu Vorzugs⸗ preisen zu liefern. Durch Vermittlung der Reichsregterung ist bei den übrigen deutschen Gliedstaaten mit Forstbesitz ein gleiches Vorgehen zur Bekämpfung der Preistreiberei auf dem Holzmarkt

anzustreben. Der ebenso ungerechtsertigten wie lähmenden Ent⸗ wicklung der Eisen⸗ und Stahlpreise muß mit allen tauglichen Mitteln entgegengewirkt, und die staatliche Kontrolle über die 0 muß auf gesetzgeberischem Weg wirksam verstärkt werben. Im Benehmen mit der Reichs⸗ 1 0 muß das Staatsministerium dafür Sorge tragen, daß bei den Festsetzungen der Kohlen- und Kalipreise die zu erwarten⸗ den Materialpreissteigerungen nicht im voraus abgegolten werden.

ie neueste Tolchstoßlegende.

Die deutschnationale Presse fährt fort, eine neue Dolch⸗ Sollte, was mit allen Kräften verhindert werden muß, der französische Imperialismus an

daß die Sozialdemokraten, also die darbenden kämpfenden Eifenbahner und Bergleute, wieder einmal die Front von hinten erdolcht hätten. Dagegen würden unschuldig sein die

Wucherer und Schieber, die Spekulanten und Preistreiber,

Freitag⸗Abendausgabe die in der jetzigen Lage geradezu landesverräterische Frage:Hält die Sozialdemokratie durch? und behauptet frech, die Reden der Genossen Her mann Müller und Sollmann im Hauptausschuß wirkten zermürbend, während diese beiden Genaossen doch nur Maß⸗ nahmen verlangt hoben, die den Hunger bekämpfen und die Abwehrfront stärken müssen. Ganz unzufrieden ist man mit dem Genossen Sollmann, der von den Großindustriellen zur Anfeuerung der Massen ein Bekenntnis zum Achtstundentag verlangt hat. Das nennt die Kreuzzeitungpartei⸗egoistische Ziele. Sie tut so, als könne sie nicht begreifen, wie wichlig es für die Massen ist, den französischen Lockungen entgegen⸗ halten zu können, daß Deutschland auch sozialpolitisch Frankreich weit überlegen ist. Diese Sorte Rechtsblätter treiben dasselbe Spiel, wie während des Krieges und nach⸗ her: Andere durchhalten zu lassen, um sie nachher dafür zu beschimpfen auspartei-egoistischen Zielen.

Deutschland wird nic t fille schweigen.

Halbamtlich wird mitgeteilt: Der deutsche Geschäftsträger in Paris ist angewiesen worden, der franzölischen Regierung eine Note zu überreichen. Mit der Note vom 4. Fabmar hat die französsche Regie rung die Note der deutschen Botschaft vom 31. Januar 1921 zurückgesandt mud zu gleicher Zeit angekündigt, daß sie in Zukunft keine Schreiben mehr entgegennehmen werde, die den Wortlaut oder dem Sinne nach irgend eine Kritik der Feststellung der Reparations⸗ kommission oder der infolge dieser Feststellungen getroffenen Maß⸗ nahmen enthalten. Die deutsche Regierung hat ihre Stellungnahme zu dem Beschluß der Mepavationskommission dioser selbst mitgeseilt und hat keinen Anlaß, sich hierüber noch mit der französischen Re⸗

auseinanderzusetzen. Nur muß sie der sranzösischen Ne⸗

erung das Recht bestreiten, jeden Beschluß als eine authentische Willigung ihros eigenen Standpunktes zu bewerten. Eine solche Be⸗ wertung ist schon deshalb verfehlt, weil eine Kußzlegung der Bestim⸗ mungen des Vertrages von Versailles, auf die die französische Re⸗ gierung ihr Vorgehen stlitzen will, von der Reparationskommission, wenn ilberhaapt, dann nur einstimmig hätte beschlossen werden kön⸗

Diese Voraussetzung war bei dem Beschluß vom 28. Jamtar

cht gegeben. Abgesehen davon muß die deutsche Regierung fest⸗ stellen, daß die frauzösische Regierung es jetzt ein fir allemal ab⸗ lehnt, deutsche Vorstellungen gegen die von ihr getroffenen oder noch beabfichtigten Maßnahmen auch nur enzubhören. Die französische Negierung erlebt dawach den ein snruch, baß allas, was sie nach ihrem Vel iebigen Ermessen getan hat oder tut, von, Deutschland stillschwei⸗ gend hingenommen werden muß. Die deutsche Regierung lann in diesem Verhalten, das allen Regeln des friedlichen internationasen Verkehrs widerspricht, nur ein Anzeichen daffir sehen, daß sich die französische Regierung im Bewußtsein der Schwäche ihres Rechts⸗ standpunktes der Notwendigkeit zu entziehen würnscht, in eine sach⸗ liche Erörterung des deutschen Vorbringens einzutreten. Die deutsche Regierung kaum und wird sich hierburch nicht hindern lassen, den srangbüschen Masinahmen auch in Zukunft das entgegenzuhalten,

was ihr nach Recht und Gerechtigkeit entgegengehalten werden muß.

f 5 51 4* Der Deserteur. 5 Roman von Robert Buchanan.

Eine Weile hatte Arfoll die Szene mit Interesse beob achtet. Endlich wandte er sich lächelnd an Rohan:Könnte man nicht glauben, die von unseren Frauen so gefürchteten Kannerez-noz dort unten ihre Wasche spülen zu sehen? Sie dürften wohl keine so schönen Jungfrauen sein wie zum

Beispiel Deine Base Marcelle. Unter den Wäscherinnen dort unten ist gar manche, die

selbst am bellichten Toge sich für eineKannerez-moz aus.

geben könnte, wie zum Beispiel die alte Mutter Barbaik, entgegnete Rohan lachend. 5

Meister Arfoll stimmte nicht in das fröhliche Lachen ein, sondern sagte mitleidig:Die armen alten Mütter mit den müden Gliedern und gebrochenen Herzen, die bald noch gebrochener sein werden! Ach, mein lieber Rohan, es ist sehr angenehm, jung, gesund und hübsch zu sein wie Marcelle, aber unsagbar traurig, so alt und mißachtet zu werden, wie Mutter Varbaik, von der Du sprachst. Hat sie nicht einen Sohn?

Ja Einen einzigen? Ja Jannick. Sie werden ihn vom Sehen kennen,

Meister Arfoll; er ist lahm, hat einen großen Höcker und an der rechten Hand sehlen ihm zwei Finger er ist so zur Welt gekommen.

Gott hat sich ihm also sehr gnädig erwiesen.

Gnädig?! Wieso?

Ja, ihm und seiner Mutter, denn es ist besser, lahm und buckelig zu sein, als Soldat zu werden. Der glückliche Jannick kann nie in den Krieg ziehen und seine alte Mutter kann ihr Kind behalten.

Und mein Name steht diesmal, obgleich ich der einzige Sohn einer Witwe bin, ebenfalls auf der Konskriptionsliste und meine Nummer kann gezogen werden? fragte Rohan mit vor Erregung heiserer Stimme.

Vielleicht aber Gott verbüte es!

Gott verhüte es! Ach, ich habe es satt, Gottes Namen in einer solchen Verbindung zu hören!

Nicht Gott, sondern der Mensch ist des Menschen

nach dem

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Keine Intervention der Schweiz. Am Freitag begründete Nationalrat Genosse Grimm im Schweizer Bundesrat eine Interpellation der sozialdemo⸗ kratischen Partei über die Ablehnung des Schweizer Bundes⸗ rats in der Frage der Intervention der Schweiz beim Völkerbund wegen der Ruhraktion. Er erklärte, die Schweiz könne nicht entscheidende Worte mitsprechen, aber sie müsse gegenüber der Ruhrbesetzung die die europäische Wirtschaft und den Weltfrieden in unheilvollster Weise bedrohe, kein Mittel untersucht lassen. Bundesrat Motta erklärte, daß der Bundesrat bereits von sich aus der Frage einer Inter⸗ vention geprüft habe, daß aber die Voraussetzungen für ein Eingreifen fehlten.

Prager Vermittelungs versuchuicht zweckmäßig.

In Beantwortung einer Anfrage des Pariser New⸗Nork Herald erklärte der tschecho⸗floralische Außenminister Dr. Benesch wieder, daß im Augenblick ein Vermittlungsversuch nicht zweck⸗ mäßig wäre, um dann sortzusahren: die Tichecho⸗Slowakei sei der Ansicht, daß es unter den gegenwärtigen Umständen ihre Aufgabe sei, an der Aufrechterhaltung des Friedens und der Ordnung in ihrer unmittelbaren Nackbarschaft mitznwarbeften und zusammen mit den Alliierten die erforberlichen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, damit jeden Versuch, die Besetzung des Ruhrgebiets zu N in Mitteteurvza auszunutzen, im Keime erstickt werde.

Londoner Verlegenheiten.

Der englische Ministerrat beriet gestern abermals über die Lage im Ruhrgebiet. Nach Informationen des Daily Telegraph ist anzunehmen, daß es sich abei in erster Linie um die Frage der Kohlendurchfuhr durch das englische Be⸗ satzungsgebiet handelt. Das Blatt glaubt, daß es unmög⸗ lich sein würde, die Eisenbahnstation Köln für den Kohlen- transport zu benutzen, daß aber möglicherweise den Fran⸗ zosen eine Bahnlinie an der Grenze der englischen Zone zur Verfügung gestellt würde. Es ist nicht leicht, die englische Politik der Nichteinmischung zu vereinbaren mit den Wünschen, den französischen Plänen keine Hindernisse in den Weg zu legen. Aus diesem Grunde und auch aus anderen Gründen sei es auch möglich, daß der heutige Ministerrat sich abermals mit der Frage der Zurückziehung der eng⸗ lischen Truppen zu beschäftigen habe. r

Frünzösisch⸗belgische Pläne der Eiseubahuvergewaltiguug. Tie Besprechungen Le Trocq ers mit der belgischen Regierung.

Am Freitag nachmittag fand in Brüssel die Kouferenz zwischen dem französischen Arbeitsminister Le Trocquer und den Vertretern der belgischen Regierung statt. Die Kon⸗ ferenz galt in erster Linie dem Zusammenwirken der fran⸗ zösischen und belgischen Eisenbahnverwaltung im Ruhr- gebiet. Nach einer Darstellung des Jutransigeaut hatte Minister Le Troequer hei seinem letzten Besuche in Essen zu⸗ sammen mit General Payol einen Plan entworfen, der nichts geringeres als die Eingliederung des Eisenbahnverkehrs im Ruhrgebiet in den französischen Eisenbahnverkehr mit Ein⸗ beziehung der rheinischen und pfülzischen Eisenbahnen regeln soll. Auf Grund dieses Planes soll der tägliche Verkehr von 6 internativnalen Zügen durch das Ruhrgebiet und 30 Kohlenzügen aus dem Ruhrgebiet nach dem Westen gesichert werden. Der Verkehr würde mit Zuhilfenahme sämtlicher Hauptlinien bewältigt werden und wird den Dienst von 10 000 franzßsischen Eisenbahnern notwendig machen. Die französischen Beamten sollen in ständigem Verkehr mit ihrem Heimatland bleiben. Für ihre Veryroviantierung wird von Frankreich aus gesorgt werden. Man hofft nach der Ein richtung dieses Verkehrs und mit Zuhilfenahme der Wasser⸗ straßen monatlich Millionen Tonnen Kohle und Koks befördern zu können. An der Spitze der

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Organisation soll General Weygand berufen werden. die Kokserzeugung aubetrifft, so rechnet man mit einer 6 lichen Produktion von 7000 Tonnen gegenüber einem Ver. brauch von 12 000 Tonnen. Man hofft auch die letztgenannte Ziffer nach einiger Zeit erreichen zu können. 5 Am Freitag abend ist der belgische Ministerpräsiden Theunis zusammen mit dem französischen Arbeitsminist Le Trocquer nach Paris abgereist. Er wird heute eine Zu sammenkunft mit Poincaré haben. 5 Poincars gegen den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund. 3

Der französische Deputierte Buisson hat an Poincars

die Anfrage gerichtet, wie sich Frankreich verhalten würde, falls der Völkerbundsrat die Aufnahme Deutschlands in de 1 Völkerbund beschließen sollte. Poincaré hat darauf erwidert, daß Deutschland zu dem Völkerbund nicht zugelassen werd 18 könnte, solange es seine Absicht kund tut, sich den V 15 pflichtungen des Friedensvertrages, dem der Völkerbund selber sein Dasein verdankt, zu entziehen. a

Unzufriedenheit mitPouce.

Die Ablehnung Poincarés, vor dem Kammerausschuß für Auswärtige Angelegenheiten Austunst über die Ereignisse 0 letzten vier Wochen zu geben, ist ihm in der Oeffentlichkeit bishe nicht gut bekommen. Tardieu der Vater des oppositionelle Vorstoßes, gegen den sranzösischen Mimnisterpꝛäsideuten, dem maß den Spihnamen Pouce gegeben hal, niwnt im Echo Nationg scharf gegen die und ea net lar'sche Vehandluun seines Antrag Stellung. Er wirft Po- rgar' rox allem vor, dan er anläßlich d Konferenz in Cannes nicht mehr und nicht weniger verlangt ha als was der Kammerausschuß heute von ihm fordert. 5 habe Poincaré an Briand nach Cannes tele raphiert:Der Senatsausschuß ist der Ansicht, daß keine Entscheidung ohne d

Mitwirlung des Parlaments endgültig werden kann., 8d heute lehne er es ab, dem gleichen an ihn gestellten Ansinnen nach⸗ zukommen. Spöttelnd verweist er darauf, daß Poincars unend⸗ lich viel Zeit hat zu Bankettreden, Denkmalsenthüllungen und Delegationsempfängen, nur nicht zu parlamentarischen Pflichten.

Den oppositionellen Gegnern des jetzigen französischen M nisterpräsidenten kommen bei ihrer Kritik, die nicht den sofortige Sturz Poincarés bezweckt, mannigfache Begleitumstände zug Ganz abgesehen davon, daß die Ruhraktion Frankreich bisher nur. Kosten gemacht hat, wird jetzt zugestanden, daß der 1 15 B n. desgenosse der französischen Regierung an der Ruhr, Belgien, die von Frankreich angewandten Methoden im Ruhrgebiet für n⸗ wirkfam hält. Man muß vorläufig abwarten, wie sich die 1 Auffafsung auswirkt. Jedenfalls sind die Vorkommnisse in Paris und ihre Begleitumstände aus Belgien gerade nicht angetan, den Optimismus Poincarés zu rechtfertigen.

Freude über drei Kohlen züge!

Am Donnerstag ist es den Franzosen zum ersten Male g lungen, aus dem Ruhrgebiet drei Kohlenzüge in der Richtung nach Aachen⸗West abzutransportieren. Es handelte sich um. kleine Züge, die höckstens zwei normalen deutschen Kohlenliese⸗ rungszügen entsprachen. Diese drei Züge wurden völlig wild d. h. ohne Fahrplan und ohne jegliches Signal in Abständen v 10 Minuten durchgeführt. Um den Wert dieser Leistung n nahezu eimnonatlicher Besetzung ermessen zu lönnen, empfiehlt folgender Vergleich:

Vor dem französisch⸗belgischen Einbruch in das Ruhrgeb hatte Deutschland für den Monat Dezember 1,6 Millionen To Reparationskohle zu liefern. Arbeitstäglich mußten also 64500 Tonnen geliefert werden. Nimmt man, daß davon 4500 Tonnen Kohle nach Italien gingen, so blieben nach Fro reich und Belgien täglich rund 60 000 Tonnen abzusahren. Day wurden auf dem Wasserwege ca. 20 000 Tonnen mit der Bahn 40 0 Tonnen abbesördert. Der Abtransport dieser 40 000 Tonnen parationskohle beanspruchte täglich 50 schwer ausgelastete Gi züge. Alle 28 Minuten mußte also ein solcher Güterzug mit Repa⸗ rationskohle über die französische und belgische Grenze rollen, da⸗ mit das Dezembersell erfüllt wurde. Natürlich mußten auch ebenso⸗ viele Leerzüge zurückrollen. 8

Es wird den Franzosen und Belgiern niemals gelingen, auch nur entsernt zu einer Betriebsleistung zu kommen, wie sie die Be wältigung eines solchen Verkehrs erfordert.

b.

Geißel. Er hat die Welt schön gemacht, die bösen Menschen verderben sie, denn sie kennen Gott nicht.

Wer also kennt ihn? Die Kummervollen und Ve⸗ ladenen? g

Diejenigen, die ihn lieben, Rohan, indem sie ihre Nebenmenschen lieben, ihnen Gutes tun und geduldig ihr Schicksal ertragen. Freilich, mein Gott ist nicht der Gott der Priester, auch nicht der deines Oheims Ewen und auch nicht der Schlachtengott. Mein Gott ist die Stimme meines eigenen Herzens, der ich stets folge, und sie hat mich noch nie betrogen.

Rohan sah bewundernd zu seinem Lehrer auf, der ihn durch seine milden Mahnworte jedoch nicht bekehrt hatte. Das heiße Blut der Gwenfern kochte in seinen Adern, der Geist des Zornes und der Empörung war in ihm erwacht und hatte sich seiner bemächtigt. Dieses Naturkind vermochte nicht, seinen elementar ausbrechenden Gefühlen Zwang aufzuerlegen; sie waren mächtiger als der äußere Bildungs- schliff, den ihm sein Lehrer beigebracht hatte.Lassen Sie uns doch wieder auf die Konskription zurückkommen. Der Kaiser kann olso jedem erwachsenen Mann gebieten:Folge mir! Und dies sollte wirklich Gottes Wille sein?

Nein!

Wäre ein Mann im Recht, der dem Kaiser mutig ant⸗ worten würde:Ich folge Dir nicht, denn Deine Führer schaft ist verflucht? 2

Es gibt keine Rettung wen er ruft, der muß ihm folgen!

Beantworten Sie mir zuerst die Frage, solcher Mann im Recht oder nicht?

Vor Gott jedenfalls.

Also hören Sie! Sie sind mein Zeuge, ich schwöre vor Gott dabei erhob der jungg Riese feierlich die beiden Finger der rechten Sandwenn ich je unter die Fahnen gerufen werden, wenn je die blutige Hand sich auf meine Schulter legen und der blutige Finger mich vorwärts weisen sollte, dann will ich bis zum letzten Blutstropfen, bis zum letztem Atemzuge widerstehen. Und wenn alle Welt gegen mich sein sollte, ich würde standhaft bleiben. Man kann mich töten, aber man kann mich nicht zwingen, andere zu töten..

Wie ein Wildbach waren die Worte von Rohans Lippen

wäre ein-

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gesprudelt; jeder Blutstropfen war aus seinem Gesichte ge⸗

wichen und sein ganzer mächtiger Körper zitterte unter dem Einfluß seiner leidenschaftlichen Erregung. Ohne sich dessen bewußt zu sein, machte er, als er sein Gelöbnis beendet hatte, das Kreuzeszeichen, wie um auch Gott zum Zeugen seines Eides anzurufen. 1 Arfoll seufzte schwer auf. Er hatte schon öfter solche Eide und Leidenschaftsausbrüche gehört, aber das Ende war stets das gleiche gewesen knirschende, verzweifelnde Unter⸗ ordnung unter das unvermeidliche Schicksal. Lehrer und Schüler drückten sich nur noch stumm die Hände, dann ging der letztere ins Haus zurück, während Arfoll den Klippen weg einschlug. 5 1 Gott verhüte, daß ihn das Los treffe, murmelte er. Jetzt ist er noch ein Lamm, denn er kennt nur die grünen Gefilde seiner Heimat und den Hauch des Friedens; aber er ist auch ein Feuergeist und das erste Blut auf dem Schlachtfelde würde ihn in ein wildes Tier verwandeln. 3 Während Lehrer und Schüler dieses ernste Gesp ach führten, ging es drüben am Brunnen recht lebhaft zu. Rings um denselben kauerten einige Frauen mit ihren Kackten Knien auf dem harten Kiesboden, klopften mit Holzschlägeln ihre Wäsche, andere wieder standen plaudernd und lach in Gruppen und tauschten Neuigkeiten aus. Die Luft warm, ab und zu tönte vom Meere herüber das schrille Ge⸗ kreisch einer verspäteten Seemöwe; sogar eine große w ö e e ie sich zum Brunnen und flatterte erschre er denselben hin un Hehe sie i 0 ö 0 d her, ehe sie ihren Weg zu Auch Marcelle stand. mit ihrem Wasserkrug auf dem Kopfe. in einer Gruppe von blaudernden Mädchen. Sie war in diesem Kreise nicht besonders beliebt teils w 1 ihrer großen Schönheit, teils wegen ihrer Verwandtschast mit dem Exkorporal. Die Mädchen steckten die Köpfe 3 sammen und erzählten sich ihre gegenseitigen Lieb geschichten in flüsterndem, geheimnisvollem Tone. Es ware 5 Schönheiten dabei, aber keine konnte sich mit Ma 1 me 5 4 3 8

eee hellen Mondschein beleuchtet, glich sie e O mein Gott! seufzte eines der Weiber am Brunne

»es ist nur zu wahr, was die kleine Joan sagt; gar mo von uns wird es zu ihrem Leidwesen bald genug erfahre (Fortsetzung solgt.) a