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zweifelhaft festgestellt Tod
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Beweis aufnahme erhebt Körperverletzung lautende Anklage
beschüßt werden. bilden und einzuschulen für bestimmte Wirtschaftszweige. Das ganze Preisgebaren liegt heute mehr denn je in den Händen von Konzernen, Erwerbs⸗ und Genossenschaften usw.; hier wird sich ein dankbares Gebiet erschließen, aller ⸗ dings nur im ernsten und nachdrücklichsten Kampfe gegen die Jnteressenverbandsführer und deren Teilhaber, gegen Erwerbs⸗Organisationen, die zum Schutze der ungehinder⸗ den Preisbildung zeitläufig herangewachsen sind und sich ausgebreitet haben. Wir werden diesen Entwicklungen un⸗ ser besonderes Augenmerk zuwenden und darauf zurück⸗ kommen.
Die Mutter erwürgt. Als ein des kann bis zu einem gewissen Grade ber Schmidt Joh. Georg Mörschel aus Büdingen bezeichnet werden, der sich am Freitag vor den Geschworenen wegen Körper⸗ verletzung mit Todeserfolg zu verantworten hatte. Der 1870 ge⸗ borene Mensch betrieb früher ein gutgehendes Schmiedegeschäft in Büdingen, durch seinen Trunk verlotterte es aber und er mußte es scchließlich verkaufen. Nach seiner Behauptung verfiel er dem Trunke sausolge eines für ihn ungünstig verlaufenen Prozesses: doch das int ein sehr gesuchter Grund zu sein. Er zog später nach Schwal⸗ hei zu seinen Schwiegereltern, aber auch dort konnte man seine 0 i micht lange mit ansehen und man wies ihn aus dem Hause, seine Frau trennte sich von ihm und blieb mit den Kindern in Schwalheim. Mörschel ging wieder nach Büdingen, wo er an ver⸗ schiedenen Stellen, an allen aber nicht lange arbeitete, er bekam bald immer wieder, wie einer seiner Arbeitgeber sich ausdrückte,„die e In Büdingen wohnte er bei seiner alten 70jährigen utter. Von dieser, die neben ihrer Altersrente noch ein paar Groschen mit Nähen verdiente, eine allgemein geachtete Frau war, ließ er sich noch zum größten Teil ernähren, preßte ihr auch noch mauchmol Geld für das Wirtshaus ab.— Am 12. März ö hörten die Mitbewohner des Hauses, in dem Frau Mörschel im oberen Stock wohnte, Angstrufe, allein sie gingen der Sache nicht nach. Es stellte sich heraus, daß Mörschel, der die Nacht in der Küche zugebracht hatte, weil die Mutter die Zimmertitre an⸗ geblich verschlossen hatte, seine Mutter im Bette erwürgt hatte. Die u wurden durch den medizinischen Sachverständigen un⸗ und hinzugefügt, daß durch das Würgen der der alten Frau eingetreten sei. Mörschel selber verwickelte sich zähl reiche Widersprüche. Im Laufe der t Dr. Eckert noch die nur auf auf Totschlag gegen Verwandte in aufsteigendem Sinne. Er schildert& rohe Verhalten des An⸗ geklagten eindringlich, der seine Hand gegen die eigene Mutter, die ihm immer Gutes getan, erhoben habe und beantragt Bejahung der sofrage. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Spohr macht den Al⸗ kohol für die Tat verantwortlich. Er ersucht die Geschworenen,
bei seiner Vernehmung in
ene mildernde Umstände zuzubilligen.— Die Geschworenen
bejahten die Frage nach Körperverletzung mit Todeserfolg und verneinten die Frage nach mildernden Umständen. Das Urteil lautete darauf auf acht Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust.— Damit schloß die diesmalige Schwurgerichtsperivde.
— Wieder Erhöhung der Brotpreise. Die schon vor 8 Tagen angekündigte Erhöhung der Brotpreise erfolgt nunmehr von heute, Montag, 11. Juni ab. Das 1900 Gr. schwere Brot kostet nach der im heutigen Blatte veröffent⸗ lichten Bekanntmachung des Lebensmittelamtes 2200 Mark. Ein einziges Gramm Brot kostet also mehr wie eine Mark! Für Brötchen(50 Gramm) ist der Preis von 85 Mark fest⸗ gesetzt.
— Neue Münzen und Geldscheine. Die Reichsbank hat mit der Ausgabe einer ersten Lieferung der auf 180 Millionen Stück be⸗ messenen 50 Stücke begonnen. Die Münzen, die nicht ganz so groß wie die Verfaffungs⸗Gedenktag⸗Dreimarkstücke und etwas schwächer als sie sind werden in Rollen zu 100. Stück, vereinzelt auch in Beuteln im Gesamtwert von 5 Millionen Mark, ausgegeben und ssehr gern angenommen. Im Vergleich zu den frühern Reichs mün⸗ zen kommt das Aluminium⸗500⸗Mark⸗Stück etwa dem silbernen 2⸗Mark⸗Stück gleich. Weitere Ausgaben dürften in Zwischenräumen vom 2 bis 3 Tagen erfolgen, bis die 90 Milliarden Nennwert voll sind. Auf Ausgabe der Fünfhunderttausendmarkscheine ist etwa Ende Juni zu rechnen.
„Selbsterlebtes im Lande des Alkoholverbots“,
über dieses
Thema sprach am Mittwoch im großen Hörsaal der Universität Frl.
Gustel von Bllicher. Nach den vielerlei Märchen und unwahren Gerichten, die über die ungünstige Wirkung des Verbotsgesetzes in Amerfka bei uns so eifrig und absichtlich in Umlauf gesetzt werden, war es geradezu befriedigend, einen wahrheitsgetreuen Bericht über die tatsächliche Wirkung des Prohibitionsgesetzes zu hören, vor allen Dingen zu hören, daß dieses Gesetz dem amerikanischen Volke nicht plötzlich aufgezwungen wurde, sondern, daß es die Frucht der ziel⸗ bewußten Arbeit eines ganzen Jahrhunderts darstellt, ein Staat nach dem andern wurde„trocken gelegt“, bis 1920 das im Jahre 1917 beschlossene Gesetz von 45 der 48 Unionstaaten ratifiziert wurde. Und mit stolzer Freude vergleicht der Amerikaner dieses Gesetz mit der großen Kulturtat der Sklavenbefreiung 1865. Die Segnungen dieser zweiten großen Kulturtat beginnen bereits dem großen Lande zuzufließen, nur wollen die klugen Deutschen das nicht gern hören, sie erzählen sich lieber mit überlegenem Lächeln die angenehm gruse⸗ ligen Dinge über die„schricklichen“ Folgen dieses Gesetzes. Daß in Deutschland 1922 41mal so viel Nährwerte vertrunken wurden, als die amerikanischen Quäker für unsere hungernden Kinder aufbrach⸗ ten, das gehört bei uns so zum guten Ton. Wie verächtlich der Amerikaner darüber denkt, geht aus einer drüben verbreiteten Zeich⸗ nung hervor, sie zeigt einen gutgekleideten Amerikaner, dem ein zer⸗ lumpter Bettler die bittende Hand hinstreckt, während ihm aus der zerrissenen Tasche die Schnapsflasche heraushängt. Unterschrift: „Solange Du noch Schnaps trinkst, brauchst Du kein Almosen.“— Und was tut die deutsche Regierung, um dem Auwachsen der Alkohol⸗ not zu steuern? Nichts, denn sie ist ja selbst Alkoholinteressent. Der
ie Beamken sind besonders heranzu⸗
gent von 20 Prozent. im Jahre 1921 auf 100 Prozent und mehr im Mai 1923] zu steigern. Jedenfalls hat er dadurch dafür gesorgt, daß die Kartoffeln nicht zu billig wurden.— Es ist wirklich für unser Volk an der Zeit, sich zu besinnen, wir sollten uns das Wort eines deutschen Mannes einprägen:„Diejenige Nation, die in der Zeit höchster Not sich in die Narkose des Alkohols flüchtet, ist zum Untergange reif, aber ein Volk, das, wie Amerika, in der Zeit wachsender Blüte sich von dicser Narkose befreit, geht einer großen Zukunft entgegen. Daraus ergibt sich, was wir zu tun haben.“ F.
— Höhere Kohlenpreise. Für Braunkohlenbrüketes hat das Brennstoffamt den Höchstpreis von 12330 Mk. für den Zent⸗ ner festgesetzt. Wir verweisen auf die Bekanntmachung im heutigen
— Nutzholz⸗Submisston der Stadt Gießen. Auf die Bekannt⸗ machung im heutigen Blatte, wonach Angebote auf hartes und weiches Nutzholz bis Samstag, 28. Juni einzureichen sind, sei an dieser Stelle hingewiesen. 8
— Der Schweinerotlauf, der in einigen Gehöften Gießens aus⸗ gebrochen war, ist erloschen.
g. Heuchelheim. Zwei junge Mädchen, die Geschwister Volk⸗ mann, von hier, traten am Mittwoch Abend mit bewundernswerter die Reise nach Amerika an, um in der neuen Welt ihr Glück Aus diesem Anlasse hatte sich eine große Menschen⸗ menge versammelt, um ihnen zum Abschiede die besten Glück⸗ und Segenswünsche darzubringen und ihnen das letzte Geleit zur Ab⸗ reise zu geben. Bei vielen Anwesenden brach sich der Gedanke Bahn: Ach! wenn man so mitfahren könnte! Den Staub von den Pantoffeln zu schüttteln, und dem lieben deutschen Vaterlande den Rücken zu kehren, in dem es durch die Folgen dieses grauen⸗ und verhängnisvollen Krieges, hervorgerufen durch die Herrschsucht und Habgier einiger Tyrannen, nur solchen Leuten möglich ist, ein menschenwürdiges Dasein zu führen, die mit einer reichgefüllten Brieftasche gesegnet nd.
Kleine Nachrichten.
Mainz, 9. Juni. Die Mainzer Volkszeitung er⸗ scheint wieder. Durch Entscheidung der Interalltierten Rhein⸗ landkommission ist das übr die sozialdemokratische Mainzer Volks⸗ zeitung verhängte dreimonatige Erscheinungsverbot aufgehoben wor⸗ den. Die Zeitung erscheint ab heute wieder. a
Eine Tragikomödie. 25
In einem Abteil des Zuges nach Miltenberg veranlaßten junge Leute einen Kameraden, die Notb remse zu ziehen und hoben ihn zu dem Zweck auf die Schultern. Das war ein teurer Spaß. Denn der Uebeltäter mußte sofort 30 000 Mk. Strafe bezahlen. Als er aber später den Betrag auf seine Kameraden„umlogen, wollte. drückte sich ein jeder und verspotzete ihn sogar noch. Schließlich bildete eine solenne Keilerei den Abschluß diefer Tragikomödie.
Eine halbe Milliarde in der Reichsdruckerei gestohlen. Die Reichsdruckerei gibt durch Anschlag in ihren Betrieben bekannt, daß ihr für 500 Millionen Mark 50 000⸗Mark⸗Scheine gestohlen worden sind. Für Wiederherbeischaffung der Scheine oder Namhaftmachung des Diebes oder der Diebe wird eine Belohnung von 1 Million Mark ausgesetzt. Die Scheine waren zum Teil schon mimeriert, zum Teil noch ohne Kontrollnummer. Das ist aber für die Ver⸗ wendbarkeit dieser Diebesbeute leider gleichgültig. Die Kontroll⸗ nummer läßt sich mittels Gummistempels nachtragen, und kein Mensch kann dann ohne weiteres sehen, ob sie echt oder unecht ist. Auch eine Verfallerklärung der schon numerierten Scheine ist nicht möglich. Erfahrungen, die man mit solchem Verfahren bei den Franzosen⸗ räubereien im Ruhrgebiet gemacht hat, beweisen, daß die Diskredi⸗ tie rung einzelner Serien die Verweigerung der Annahme sämtlicher Scheine gleicher Wertstufe und damit eine unheilvolle Ersch verung des Zahlungsverkehrs zur Folge hat. Die Reichsdruckerei hat also die halbe Milliarde als Ver lust zu buchen. 5
Blinder Eifer schadet nur. Dieser Tage landete in Köln ein großer Schiffstransport ausgewiesener Flüchtlinge. Es kam dabei an der Dampferanlegestelle zu bedauerlichen Radauszenen, die wahrscheinlich noch weitere Folgen nach sich ziehen werden. Eine ungeheure Menschenmenge erwartete die Ausgewiesenen. Als der Dampfer anlegte, gaben die erregten Massen ihrer Empörung über die brutale Ausweisungspolitik der Franzosen lauten Ausdvuck, Unter den Passagieren, die an Land gingen, befand sich ein fran⸗ zösischer Offizier in Uniform, der von der Menge, nachdem er die Landungsbrücke verlassen hatte, beschimpft und tätlich angegriffen wurde. Die wenigen anwesenden Polizeibeamten waren gegenüber der Menge völlig machtlos, Der Offizier wurde wiederholt zu Boden geschlagen. Nur mit Mühe konnten Kölner Eisenbahner in Zivil ihn in Sicherheit bringen. Die Wut der Menge richtete sich nunmehr gegen die Eisenbahner. Sie griffen die Beamten und Ar⸗ beiter an, die versucht hatten, den Offizier zu schützen. Ein zweiter französischer Offizter, der durch Zufall in die wütende Menge geriet, wurde ebenfalls angegriffen. Auch er konnte nur mit Mühe 1 besonnenen Beamten und Arbeitern in Sicherheit gebracht werden. 5
Bauhüttentagung.
Zu den interessantesten und zweifellos bedeutendsten Tagungen, die im Anschluß an die internationale Woche in Hamburg statt⸗ fanden, gehört die Tagung der Bauhütten, die vom Samstag bis Montag dauerte. Im Mittelpunkt der Tagung der Deutschen Bau⸗ hütte, einberufen vom Verband sozialer Baubetriebe, an der zahl⸗ reiche Vertreter des Reiches, der Länder und Gemeinden teilnahmen, stand ein Referat des Geschäftsführers des Verbandes, Genossen Dr. Wagner, über
alte und neue Bauwirtschaft.
Der Vortragende betonte, daß die Lösung des großen und schwierigen Problems der dauernd gesicherten Kapitalzufuhr zum Baumarkt für die gesamte Entwicklung des Baugewerbes aus dem handwerklichen Kleinbetrieb zum rationell arbeitenden Großbetrieb von entscheidender Bedeutung sei.
Ueber die scheinbar aufsteigende Konjunktur, die das Baugewerbe in den letzten Jahren zeigte, wurde gesagt, daß es sich hier um eine Scheinkonjunktur handle, das Baugewerbe vielmehr Nationalver⸗ mögen verschleudert habe. Die Individualwirtschaft gab dem Bau⸗
markt zum großen Teil völlig überflüssige Bauten, wie luxuriöse
Meichserriährungsminsster hat es sertiggebracht, das Brennkontin.] Binen, Pars
7„Kinos, kefls Uberflüssige Bauten der Land wirisd und dergleichen in Auftrag und entzog damit dem produetiden Gü umlauf lebens wichtiges i Daraus wurde gezeigt, daß es nie auf die Beschäftigung des Baugewerbes allein ankommt, sonde darauf, ob eine Million Bauarbeiter 120 910 Arbeiter der bau erzeugenden Industrie für die Erhaltung us Mehrung volkswir schaftlicher Güter arbeiten, ob sie den Lebensraum des deutf Volkes oder ben Lebensraum einiger weniger unprodukttver tätige Konjunkturgewinnler erweitern. Aus dieser Erkenntnis heraus zeig sich, daß der Baumarkt kontrolliert werden muß, und zwar muß da Kapital durch einen„gemeinwirtschaftlichen Filter rinnen“ und z rückgehalten werden von allen privaten Verwendungszwecken, d Luxus und Ueberfluß erhöhen und die Volkskraft vermindern. 7 Kapital müsse dem Baumarkt planmäßig zugeführt und auf Verwendungszweck kontrolliert werden. Es habe der Steigerung Produktion und der Leistungs fähigkeit der Betriebe zu dienen. Kapital des Baumarktes muß durch den Ausbau der abgabe und durch Heranziehung der Goldwerte des Immobiliend sitzes herangeschafft werden. Und zwar schlägt Genosse Wagner vor, den Immobilienbesitz, der sich von seinen Hypothekenschulden befr hat, durch eine dem Goldwert entsprechende 70prozentige Hypothek zu belasten, die nach und nach mit 5 Prozent zu verzinsen ist. Die daraus sich ergebende Summe von 3% Milliarden Goldmark würde ausreichen, um die dritte Schlüsselindustrie volkswirtschafklich nuz⸗ bringend in Gang zu halten. 5 5 9 Neben dem Kapital sei der zweite Grundpfeiler der Bauwirt⸗ schaft die Arbeitskraft. Diese ist von der alten Bauwirtschaft ebenso wie das Kapital geradezu vergeudet worden. Daneben habe Arbeiterschaft mit dem Gespenst der Arbeitslosigkeit im Rücken zu feiner rationellen Ausnutzung ihrer Produktion kommen können. Ferner sei der Rückgang in der Qualität und Quantität der Arbei N leistung darauf zurückzuführen, daß man der Arbeitskraft das 6 bestimmungsrecht am Werkprozeß vorenthalten habe. Es sei min⸗ destens ebenso wichtig, daß den 1 Million Bauarbeitern durch 150 Mitbestimmungsrecht die Arbeitsfreude gesteigert werde, als es 12 5 den 150 000 Unternehmern durch ihre Tätigkeit„im freien Spie der Kräfte“ ich wäre.. Auf dem Gebiete moderner Betriebstechnik muß der Baubetrieb wieder zum vollen Montagebetrieb kommen, wodurch eine rationell Produktion möglich ift. Der Vortragende erinnerte an das amerika⸗ mische Beispiel der Herstellung von genormten ganzen Wandteilen, vermittels deren ein Haus von fünf Arbeitern in einem Tage aufge⸗ stellt werden könnte. Der normalisierte Baustein großen und alle anderen normalisierten Bauteile müssen in rationell arbeiten⸗ den Großbetrieben im Laufe des ganzen Jahres hergestellt g während der Bauzeit nur montiert werden. Dadurch wird das Baugewerbe von unsteter Saisonarbeit zu gleichnäßiger Produktion i Daneben muß die Typisterung fort⸗ f en. N Zum Schluß betonte der Redner, daß, von welcher Seite man die alte Bauwirtschaft auch immer betrachten möge, ihre wirtschaft⸗ liche, soziale, technische, organisatorische und kulturelle Rückständigkeit 1 nur aus einem Punkte zu kurieren, nur mit Hilfe einer dauernd ges sicherten und stetig fließenden gemeinwirtschaftlichen Kapitalquelle zu beheben sei. Die Gemeinwirtschaft im Bauwesen sei noch klein in ihrer Art, aber ihre Art set groß. 5 In der geschlossenen Tagung der Bauhütte hielt Genosse Ellinger ein instruktives Referat über die Bauhüttenorganisa. tion, Genosse Astor sprach über die Finanzkraft der Bauhürtte und Genosse Wagner hielt ein weiteres Referat über die wirtschaftliche Betriebsführung. Alle drei Vorträge, wie die sich daran anschließende Diskussion zeigten den hohen Entwicklungsgrad, den die Bauhütten in weniger als drei Jahren erreicht haben. Techmisch und 2
steckt die Bewegung erst in den Anfängen, wenn auch betont werden. muß, daß in einer Reihe von Ländern durchaus beachtenswerte An⸗ sätze, teilweise sogar ausgebaute Organisationen vorhanden sind. Doch hat Deutschland die Führung in der Bewegung. Der Sitz des inteye nationalen Sekretariats wurde in Deutschland belassen und Genosse Wagner als internationaler Sekretär wiedergewählt.
Aus den amtlichen Bekannimachungen.
Das Amtsverkündigungsblatt für das Kreisamt Gießen uw. Nr. 43 vom 8. Juni enthält: Die Pflegegelder in der Anstalt für Schwach⸗ und Blödsinnige„Alicestift“ bet Darmstadt.— Wahlen zum Kreistag.— Bekämpfung der Schuakenplage.— Desinfek⸗ tionen.— Angebot von Kafseemischung.— Imlandslegitimierung ausländischer Arbe ter.— Erwerbslosenunterstützung.— Di nachrichten.— Feldbereinigungen Langd und Harbach.— Vieh⸗ seuchen.— Gefunden, verloren.
Gefunden, verloren. In der Zeit vom 15. bis 31. Mai 1923 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 goldenes Kettenarm⸗ band, mehrere Geldbeträge 1. Brille mit Futteral, 1 Brieftasche mit Inhalt, 1 Kinderspielzeug, 1 Perlenhalskette, 1 Anhängsel, 1 alter Regenschirm. 1 Portmonnaie mit Inhalt, 1 Gürtel von einem Damenkleid. 1 Sporttrikot, 1 Zigarettenetui, 1 che mit Inhalt, 1 Zwicker mit Etun, 1 Eisenbahnmonatsfahrbarte auf den Namen Jakob Schmidt. 1 schwarzer Pelz, 1 Kinderspielball, 1 Sammeltasche mit Inhalt, 1 Blumenkübel niit Zierpflanze, 11 Stangenreiherfedern; verloren: 1 Brieftasche, Inhalt? 100 000 Mark deutsches und 184000 Mark in ausländischem Geld. 1 schwarzes Geldmäppchen mit 200 000 Mark, 1 Damen 0 7 mit Geld und Papieren 1 Geige mit Kasten,? Damenarmband. uhr, 1 goldene Damenarmbandühr mit silbernem Armband. Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedem Wochentag von 8—12% Uhr vormittags und 2½—5 Uhr machmittags beim, Polizeiamt, Zimmer Nr. 3. erfolgen.
Mitiert für die Oberhessische Vallazeitung 4
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Fehördlihe Bekanntmachungen
Bekanntmachung. Niitzholzsubmission der Stadt Gießen.
Aus den Waldungen der Stadt Gießen und zwar: een Förster Lotz, Wieseck
75„ Brück, Rödgen i 2 II Arft, ForsthausHochwart]herige Besich tigung empfohlen. 0 III Geisel, Gießen
soll das nachssehend verzeichnete Nutzholz auf dem Sub⸗ missionsweg in 14 Losen verkauft werd en:
Loseverzeichnisse können gegen Voreinsendung von 500 M. von hier bezogen werden. Augebote auf den Festmeter, für jedes Los und innerhalb der Lose für jede Klasse besonders, sind verschlossen mit der Aufschrift„Sub⸗ missionsholzverkauf“ bis spätestens
Samstag, den 23. Juni 1923, vorm. 11 Uhr
an den Oberbürgermeister der Stadt Gießen einzu⸗ reichen. Eröffnung im Stadthaus Bergstraße, in Ge⸗ genwart etwa erschienener Bieter. Zahlung des Kauf⸗ preises innerhalb 8 Tagen nach Zuschlagserteslung Vor⸗
etwa 5 bis 7 Kilometer entfernt. Giesten, den 7. Inni 1923. der Oberbürgermeister. J. A.: Dr. Rosenberg.
sind um rund 35% erhöht
Gießen, den 9. Juni 1923.
Die Zuschläge für Lieferung bis in den Keller usw. Alles Nähere ist durch Aushang bekannt gemacht.
Der Oberbürgermeister(Brennstoffamt).
8 Bekanntmachung. Zuckervorbestellung für Juni 1923. Die Bestellmarken A für Juni 1923 sind bis zun
16. Juni bei denjenigen Geschäften abzugeben, bon
Nächste Bahnstation
Bekanntmachung.
Infolge Erhöhung der Racklöhne werden gemüß Beschluß der städtischen Lebens mitteldeputation folgende Höchstpreise für auf Brotmarken abzugebende Back⸗ waren mit Wirkung vom 11. Juni 1923 festges etzt:
welchen der Zucker bezogen werden soll. Die lieferung zu spät eingehender Bestellmarken ist in Frage gestellt.
Die Geschäfte haben die Marken zu 100 gebündelt bis zum 18. Juni restlos mit Bestellschein Zimmer Nr. 4 einzureichen.
Gießen, den 9. Juni 1923.
1 St. ehen 1 Kl. 3 Fm Brot Mk. 2200.— für 1900 Gramm Der Oberbürgermeister.(Lebensmittelamt) „ Fichtenderbstangen 1. u. 2. 287,44„ Brötchen 85.—— 5195 ee* Bekanntmachung. 85 Brotmarken Nr 23 kö 5 bis i 22 5
63„ Eichenbauholz 3.—4.„ 17,2„ Infolge Erhöhung der Zechenpreise und sonstigen ane. 5 ane dee e
75„ Eichenderbstangen 346„ unkosten wird gemäß Beschluß der siädt. Brei schließlich Dienstag, den 12. Juni 1923 zum alten Gestorbene.
8„ Hasubuchenderbstangen 1..—,0„ deputation der Höchstpreis für Braunkoßlenorikettis auf Preis beliefert werden. J. Juni„
1 Weißtannestamm 3.„= 1,13„Mt. 12 330.— für den Zentner ab Lager des Kohlen⸗ i 5 i 5 e Witch geb.
18 Lurchenstämme 3. u. 5.— 6,0 händlers oder in Fuhren ab Eisenbahnwatzen bis vor] Giezen, den 9. Juni 1928. Jahre alt, Ebelstrabe 20. l
12 Erlenstamme 5, u. 6.„„%„ Idas Haus des Käuferz, festgesetzt. Der Oberbürgermeister(Lebens mittelamt) 5 0 e


