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kögen von oben Bis unker Fekippen? 100 Mark Porlo hinz
100 Mark zurück; vorher schon Anfrage und Verhandlung mit dem betreffenden Arbeiter, der sein Einverständnis mit der Abfindung erklären mußte.— und wer weiß, was noch alles sein mußte. Alles um 403 Mark! Und in welche Ge⸗ wissenskonflikte stürzt man den gewissenhaften Gemeinde⸗ vorsteher! Soll der arme Mann berichten: die Gefahr be⸗ stehe nicht, daß die 403 Mark in kurzer Zeit durch Trunk oder leichtsinnigen Lebenswandel vertan werden könnten? Oder soll er berichten: der Arbeiter könne doch vielleicht in seiner Freude über die erhaltene Abfindung schwanken in der Wahl zwischen einer Zigarre oder einem Glas Bier— und die ganze Summe könne dann in zwei Minuten weg sein? Der Gemeindevorsteher möchte dem Arbeiter nicht schaden, es ist ja möglich, daß dem Aermsten die Kapitalabfindung im zweiten Falle vorent⸗ halten würde. Wer kann einen Rat geben?
— Oeffentliche Bücherhalle. Im April wurden 1520 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 947, Zeit⸗ schriften 161, Jugendschriften 142, Literaturgeschichte 10, Gedichte und Dramen 18, Länder⸗ und Völkerkunde 52, Kulturgeschichte 9, Geschichte und Biographien 59, Kunstgeschichte 10, Naturwissen⸗ schaft und Technologie 57, Heer⸗- und Seewesen 2, Haus- und Land⸗
wirtschaft 7, Gesundheitslehre 3, Religion und Philosophie 14, Staatswissenschaft 4, Sprachwissenschaft 9, Fremdsprachliches 16 Bände.— Die Bilcherhalle ist jetzt wieder an drei Abenden wöchent⸗
lich geöffnet: Mittwochs, Freitags und Samstags.
Eine Warnung! Bei der jetzigen Zeitungsteuerung dürfte ein Urteil der Duisburger Strafkammer beachtet werden, daß einem Angeklagten wegen fortgesetzten Diebstahls von Zeitungen mit einer Woche Gefängnis bestrafte. In dem Hause, in dem der An⸗ geklagte wohnte, verschwanden seit längerer Zeit Zeitungen. Eine Frau beobachtete, daß der Angeklagte aus dem Briefkasten einer Nebenwohnung die Zeitung nahm und in seine Tasche steckte. Das Schöffengericht sah die Tat als Diebstahl an und die Berufungs⸗ kammer bestätigte das Urteil. Dieses Urteil dürfte auch in Gießen Beachtung finden.
e Londorf. Die Maifeier unseres Unterbezirks, die am 1 Mai in Allendorf a. Eda. abgehalten wurde, gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung. Um 3 Uhr bewegte sich eim Umzug durch den Ort. der am Gasthaus von Bergen endete, wo Genosse Moosdorf⸗ Gießen tweffliche Worte an die Ver⸗ sammmelten richtete. Er wies auf die Volks⸗ und Kulturfeindlich⸗ leit des Militarismus hin, der im Ruhrgebiet dafür die er⸗ schreckendsten Beispiele liefere. Seine Ausführungen fanden leb⸗ hasten Beifall. Aus allen Orten waren die Parteifreunde herbei⸗ deeilt, um die Maifeser auch in diesem Jahre gemeinsam zu be⸗ gehen Außer den Ortsvereinen unseres Bezirks fand sich auch unser Bruderverein in Treis ein, sowie der dortsge Arbeiter⸗ gesangverein„Hoffnung“ und die Freie Turnerschaft. Der ge⸗ mammnte Gesangvereim trug verschiedene Freiheitschöre vor, welche zur Verschönerung der Maifeier beitrugen. An diser Stelle sei allen Bereinem und Genossen herzlich gedankt, die zum Gelingen sumseerr Maiseier beigetragen haben. Zu unserer Maifeier in der Rabenau werden wir noch einge interessante Sachen von der Gegenseite bringen.
— Villingen. Am Montag vor acht Tagen hatte der Ver⸗ waltungsgerichtshof über eine Beschwerde gegen den iesigen Schulverwalter Gustav Herrmann zu verhandeln. Es sollte entschieden werden, inwieweit sich H. gegenüber einem etwa 9 Jahre alten Schüler eine Ueberschreitung seiner Amtsbefugnisse habe zuschulden kommen lassen. Der Schüler wurde wegen völliger Teilnahmslosigkeit und dauernder Unaufmerksamkeit, die sich trotz wiederholter Mahnungen nicht besserten, von dem Lehrer in energi⸗ scher Weise gezüchtigt. Die Züchtigung ging bis zur Grenze des väterlichen Züchtigungsrechtes, hat diese nach Ansicht des Gerichts⸗ hofes aber nicht überschritten. H. wurde daher für nicht⸗
schuldig erkannt. In der Verhandlung kam zur Sprache, daß der Schitler wiederholt der Teilnahme an Diebstählen verdächtigt
ist ein guter Mensch und
wurde. Dem beschuldigten ehrer wurde wefker zugute gehalten,
daß er sich vier Jahre in französischer Kriegsgefangenschaft befand und daß er während dieser Zeit wiederholt ganz besondere Mar⸗ tern zu bestehen hatte.
Kleine Nachrichten.
Frankfurt a. M., 8. Mai. Massenausweisungen. Die Massenausweisungen haben seit Sonntag wieder ihren Anfang ge⸗ nommen. Aus dem benachbarten Griesheim wurden nicht weniger als 11 Gemeindebeamte und Lehrer vertrieben. Vom Bahnhof Goldstrein wurde das gesamte Eisenbahnpersonal ausgewiesen. Heute trafen hier ganze Scharen vertriebener Beamten, Lehrer und Privatleute ein, die hauptsächlich in Wiesbaden ihren Wohnsitz 5 1 In allen Fällen müssen die Familien binnen vier Tagen folgen.
Frankfurt a. M., 8. Mai. Millionendiebstähle. Aus einer Kammfabrik stahlen Einbrecher in der letzten Nacht 124 Dutzend„Herkuleskämme“.— Aus einem Schuhgeschäft in der Mainzer Landstraße holten Einbrecher für mehr als sechs Mil⸗ lionen Mark Schuhe weg.
Frankfurt a. M., 8. Mai. Die Dollarkrankheit. Im Laufe der letzten Jahre hat der 47jährige Oberpostschaffner Friedrich Zeller eine große Zahl Auslandsbriefe unterschlagen und beraubt. In erster Linie entnahm er Briefen aus Amerika die Dollarnoten und wechsel sie, wenn der Dollar hochstand, in Wechselstuben um. Bei dem Dollarjäger fand man noch 124 Briefe vor. Eine feine Nu f dieser Oberpostschaffner.
Frankfurt a. M., 8. Mai. Die Franzosen beschlag⸗ nahmen Fahrräder. Ungeachtet aller Warnungen begaben sich am letzten Samstag und Sonntag zahlreiche Ausflügler mit ihren Rädern in den besetzten Teil des Stadtwaldes und fielen am Bahn⸗ hof Goldstein swamzösischen Streifen in die Hände. Soweit bis jetzt festgestellt werden konnte, wurden 30 Fahrräder beschlagnahmt. Auf irgend eine Weise erhielten die Franzosen von den Warnungen, die Eisenbahner den Radfahrern zukommen ließen, Kenntnis, worauf sie schon am Sonntag abend den in der Nähe des Bahnhofs Goldstein befindlichen Schrankenwärterposten kurzerhand aushoben und die Wärterbude schlossen.— Da auch gestern von anderen Orten gleiche Meldungen kamen, liegt systematische Schikane der Franzosen vor.
Schwere Bootsunglücksfälle. Ein außerordentlich schweres Un⸗ glück ereignete sich infolge des Unwetters auf dem Wol ziger See bei Königswusterhausen, der fast in jedem Jahr seine Opfer fordert. Mitglieder eines Berliner Ruderklubs, drei Herren und drei Frauen, hatten mit einem Klubboot einen Ausflug unternommen. Das Boot wurde von einer außerordentlich stawken Boe erfaßt und mit Wasser gefüllt. Das Boot wurde umgeschlagen, so daß die sechs Insassen untersanken und sofort ertranken. Es ging alles so schnell, daß es micht möglich war, Hilfe zu bringen.— Auch auf dem Müggelsee ereignete sich ein Bootsungllück, wobei zwei Herren und zwei Damen ins Wasser stürzten. Drei Personen konnten gerettet werden, die vierte, eine junge Frau, ertrank.
Diebesfang mittels internationalem Funkspruch.
15 Den Dieben wird das Leben durch die moderne Technik und s internationale Handinhandarbeiten der Kriminalbehörden von Tag zu Tag schwerer gemacht wie der folgende Fall bewoist. Der Vizedirektor einer auswärtigen Krankenkasse, Dr. Czesznick und sein Kassterer Moritz Odemski, waren ihrer Kasse nach Ver⸗ untveuung von etwa 100 Millionen Mark Kassengeldern durch⸗ gebrannt. Die Defraudanten hatten sich zunächst nach Berlin ge⸗ wandt, und hier als valutastarke Ausländer ein flottes Leben ge⸗ führt. Als ein Polizeibeamter und ein Privatdedektiv ihre Spur sanden, waren sie gerade nach Hamburg abgereist. Dort wohnten sie in der Maske armer Leute auf der„Gafsermacherei“ in einem obskuren Privathotel in der Nähe des Hafaus wo site sich auch falsche Paplere verschafften. Auf diese erhielten sie ührkarten nach Argentinsen und traten als arme Schlucker mit einem argentinischen Dampfer die Aus veise an. Durch Funkspruch wurde die Kriminalpolizei in Lissabon verständigt, und so gelang es, die beiden Passagtere die unter dem Namen Johannes Rübel und Otto Gehl fuhren, festzunehmen als der Dampfer in Lissabon an⸗ WT
e alles Gelb wurde noch 4 Durch ein Großfeuer wuhe die Pacha der Firma! l Rüdesheim a. gh, vollständig eingefschert. Der Schaden ffir ve deutend. Mehrere der Brandstiftung verdächtige Personen konnten bereits festgenommen werden. 7
Lokale Parteinachrichten.
Werte Parteigenossen! 0 5 Am Sonntag, den 13. Mai, nachmittags 2 Uhr Ferse n dem Lokale zum Schwanen in Mainzlar eine Unterbezirf s kon⸗ ferenz für die Orte Lollar, R fenberg Naubrin⸗ gen, Mainzlar und Treis statt. Tagesordnung: 1. Jahresbericht 2. Die politische Lage, Ref. Parteisekretär Heuser. 3. Verschiede es. Pflicht eines jeden Ortsvereins ist es, 115 zahlreichen Besch besorgt
lehke. schl
sei Mit Parteigruß ö „u gg lar, 6. Mai 23. 6 Die Unterbezirksleitung. Rol 7 1—
— Sport
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Herborn— Gießen 1:7(1:5).
Am Sonntag fand auf dem Sportplatze am Güte rbah ein Gesellschaftsspiel zwischen Herborn 2. und Gießen 2. Mannschsft statt. Das Spiel war um 2 Uhr angesetzt, mußte infolge Zugverf 0 Stunde später beginnen. Herborn trat mit 10 Mann an, Gießen 2 Ersatzleute einstellen mußte. Um 3.10 Uhr gab der richter den Ball frei. Herborn hat Anstoß und ziehen im Tempo vor Gießens Tor, aber die Verteidigung klärt sicher. Nun leg Gießen los, kombiniert schön, der Linksaußen flankt und schon kann in der 7. Minute das erste Tor für seine Farbe buchen ist Gießen überraschend in der 10. und 14. Minute erf Herborn nicht entmutigt, gibt alles aus sich heraus und ve Durchbrüche, was ihnen auch bald gelungen. Gießens Verüß war zu weit aufgerückt und Herborns Durchbruch war gan es konnte das erste Tor erzielen. Herborn legt los, aber e fängt das Leder ab und zieht vor Herborn Tor. 5 bis zur Pause noch 2 Mal einsenden, während Herborn micht gegensetzen konnte. Nach der Pause ein ganz anderes Bild. sich alles in Herborns Spielhälfte ab umd die kleinen Sgtlinge lagern das Tor. Gießen kann noch zweimal einsenden, konnte nur das Ehrentor erzielen. Als der Schiedsrichter du. abpfiff, stand es 1:7 für Gießen. Gießen war die technisch Mannschaft und hat verdient gewonnen. Herborn spielte 0 streut und konnte auch deshalb nichts erreichen. Schseds richten k gefallen, er mußte mur etwas schärfer eingreifen. Mit einen tigen„Frei Heil“ trennten sich die Mannschaften.. Am 5. Mai weilte die Ringermannschaft des Kraft, Sportklubs in Gießen, bestehend aus den Mitgliedern kens, Heck, Hartmann, O. Leucht und Miiller zum Städteringi Kassel. Im großen Saale des Arbeiterbildungsheims krce die Mannschaften von H.⸗Miinden, Erfurt, Kassel und Giese a
kampf kommt am 29. Juli auf der Liebigshöhe zun Aust man kann gespannt sein, ob Gießen wieder Sieger bleibt.
Kraft erhielt den 1. Preis im Stemmen, J. Leucht den 2. im ingen und 4. im Stemmen, Scheppers den 3. im Ringen.
Dollarstand Mittwoch Mittag 12 Uhr: ca. 38000 Mark.
Versammlungskalender.
Heuchelheim. Arbeitergesang ver ein. Sonntag, den 13. Mai, abends 7% Uhr: Singstunde. Anschließend außererdent⸗ liche Generalversammlung. Erscheinen aller aktiven und zassiven, Mitglieder erforderlich. ö
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Bthördliche Bekanntmachungen Bekanntmachung.
Auf die durch Aushang erfolgte Bekanntmachung, die Festsetzung des Schulgeldes fär die Höhere und Erwelterte Mädchenschule betreffend, wird hier⸗ mit hingewiesen.
Gießen, den 7. Mai 1923.
Der Oberbürgermeister. J. V.: Dr. Seib.
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