Ausgabe 
11.4.1923
 
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bol: din Organ J Sete O rgan für reger 200.

r die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

Erpedition: Gieheß Bahnhofstraße 23 Fernsprecher 2008.

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Gießen, Mitiwoch, den 11. April 1923

18. Jahrgang

Nach drei Monaten.

Aus Essen schreibt uns Friedrich Stampfer: In wenigen Tagen vollendet sich der dritte Monat seit em Beginn derfriedlichen Aktion. Er wird in der ge⸗

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nene. f ns ist nn baltigen Ehrung, die Essen und das ganze Revier für die

pfer der Karsamstags⸗Tragödie vorbereitet, seinen drama⸗ er g ichen Abschluß finden. Ich habe hier mit zahlreichen An⸗ chr sestellten und Arbeitern, Augenzeugen des blutigen Vor⸗ 10 dangs, Angehörigen der verschiedensten politischen Richtun⸗ n en am Ort der Tat selbst gesprochen und glaube zu dem itteil berechtigt zu sein, daß bei dem geradezu unbegreif⸗ ichen rätselhaften Versagen der höheren militärischen Ftellen die Schuld an dem geschehenen Blutvergießen liegt. es, was über eine tätliche Bedrohung des französischen mmandos gesagt wird, ist unwahr; jedenfalls habe ich n wiederholt deutsche Schutzpolizei in viel schlimmeren jationen gesehen, ohne daß sie von der Waffe Gebrauch macht hätte. Allerdings ist mir kein anderer Fall bekannt, dem man zwölf Angehörige der bewaffneten Macht vier Stunden lang gegen Tausende erregter Demonstranten ehen ließ, ohne sich darum zu kümmern, was weiter daraus zerden sollte. In den nächsten Tagen werden auch die verhafteten birektoren von Krupp vor dem Kriegsgericht in Bredeney ehen. Keiner von denen, die ich sprach, hält es für mög⸗ daß ein Gericht, das diesen Namen verdient, zu einem Achuldspruch kommen könnte. Da das kommunistische Ruhr- sicho durch die Behauptung, die Firma Krupp habedie Urbeiter bewußt in die Kugeln Poincarés gejagt, die fran⸗ zsische Anklage unterstützt hat, halte ich es für eine Ge. i enspflicht, zu erklären, daß der Führer der Kommunisten den Kruppwerken Böhm, mir gegenüber die gegenteilige hauptung vertreten hat. Böhm ist gewiß bereit, vor dem zösischen Kriegsgericht, wenn ihm dieses dazu Gelegen⸗ gibt, die Aeußerungen zu wiederholen, die er mir gegen⸗ getan hat... Ueber dem Revier liegt jetzt die Stimmung eiserner . schlossenheit. Jene, die vor drei Monaten meinten, inger als zwei Wochen könne die Vesatzung nicht ertragen zerden, hatten mit den psychologischen Wirkungen des mili⸗ krischen Vorgehens nicht gerechnet. Man kann die nächste kunft des Ruhrgebiets sehr dunkel sehen und sich alle glichen Bilder ausmalen, nur eins kann man sich unmög⸗ ach vorstellen: daß es zu einem Paktieren der Bevölkerung zt den Franzosen kommen könnte. Und wenn wirklich das ranzösische Militär nach dem berühmten Wort Degouttes usend Jahre hier bliebe und es so weiter triebe, wie bisher, würde die Ruhrbevölkerung noch nach tausend Jahren mit 10 lreudentänzen den Tag begrüßen, der sie von dieser Plage ieder befreit. e Ahe Mo nicht gerade ein blauer een oder ein buntes pon 111 K käppi auftaucht, da erscheint das Leben und Treiben äußer⸗ b erfolgen. uch wenig verändert. Es gibt Ernährungsschwieriakeiten 1100 Nl. uu, Verkehrsstörungen dort, Stauungen und Stockungen, überwindet sie. Der breite Strom flutet weiter. Aber de Möglichkeit der Bewegung, jeden Bissen Brot jeden eien Atemzug empfindet man als erkämpft, erlistet, er⸗ tz. Ueber jedem Einzelschicksal hängt das Schwert des damokles. Was andern geschah, wann wird es dir ge⸗ schehen? Blutend auf der Bahre, der Rücken von Peitschen⸗ iieben zerfleischt, ous der Heimat hinausgejagt, von Haus und Hof vertrieben, ins Zuchthaus gesperrt alle, denen ans geschah, sie waren nicht schuldiger als irgend ein Ar- ter, der heute noch ungehindert zu seiner Arbeit geht, als fh

gend ein Beamter oder Angestellter der jetzt noch sein zormales Leben lebt. Dies Ganze ist wie ein ungeheurer Ameisenhaufen, und jeder ist eine Ameise, die im nächsten Augenblick zerquetscht werden kann. Aber so wenig das Lanze Geschlecht der Ameisen durch grausame Bubenstreiche

* m, ausgerottet worden ist, so wenig vermag Gewalt ohne Sinn 1 Abonie und Verstand das quellende Leben zu hemmen oder zu

senken, das sich hier in gigantischem Ausmaß nach den Ge e tzen seiner inneren Notwendigkeit entfaltet. Man weiß aus den Enthüllungen des Ruhr⸗Echo, welche Joffnung die fremden Gewalthaber auf die Kommunisten hen. Einstweilen und für alle absehbare Zeit ist die se zoffnung unberechtigt. In der KPD. des neubesetzten Ge ets geht es freilich ebenso drüber und drunter, wie in der 5 bes unbesetzten Gebiets. Es gibt auch dort Richtungen, die nander heftig bekämpfen, und die kommunistische Presse reibt an jedem Tag das Gegenteil von dem was sie tags mvor geschrieben hatte. Keinen Boden aber findet bier jene ppositionelle Richtung, die den Standpunkt vertritt, man nüsse den französischen Militarismus in der gleichen Weise utionären Zwecken bensitzen wie Lenin es mit dem g An diesem Vergleich ist nur so viel

vor kurzem aus Sicherheitsgründen die Bildung einer westdeutschen

92 0 Aktivität, Herr Cuno!

Aus den letzten Veröffentlichungen der englischen und französi⸗ schen Presse geht klar hervor, daß die Annäherung zwischen Frank⸗ reich und England, deren Verhältnis aus Anlaß der Ruhraktion sberk gelockert war, sehr beträchtlich ist. Trotzdem gibt es in Deutsch⸗ land immer noch Kreise, die diese Annäherung hinwegleugnen wollen und die Regierung zu einer Politik aussordern, deren Ende schließ⸗ lich der Ruin des Deutschen Reiches sein muß. Was hilft es, ab⸗ zustreiten, daß die maßgebenden Persönlichkeiten der Ententemächte über die künftige Lösung des Reparationsplanes durch Erfahrungen aus der Vergangenheit in vieler Hinsicht gleicher Auffassung sind? Welchen Zweck hat es, zu bestreiten, daß sich.

in Frankreich über die Lösung der Reparationen ein Wandel

ö in der Auffassung 0 vollzogen hat, der schließlich aus dem Bestreben zu erklären ist, die Ruhraktion infolge ihres Fiaskos zu beenden? Es ist besser, die Dinge zu sehen, wie sie sind und sie entsprechend zu behandeln, als 5 vorzumalen, die in Kürze doch zusammenbrechen müssen.. Zweifellos muß der Schritt Loucheurs in London als erstes Zeichen der französischen Geneigtheit zur Beendigung der g Ruhraktion 8

betrachtet werden. Poincaré selbst konnte mit Rücksicht auf seine früheren Erklärungen und aus Gründen der Wahrung des franzö⸗ sischen Prestiges einen derartigen Schritt nicht unternehmen. Er hat deshalb eine maßgebende Privatperson und das wor Loucheur benutzt, um in England sondieren zu lassen, um hier die Meinun⸗ gen über die Lösung des Reparationsproblemes und der Sicherheits⸗ frage zu hören. Maßgebende französische Blätter, die als Sprach⸗ organe der fronzösischen Regierung bekannt sind, haben offen zum Ausdruck gebracht, daß das Ergebnis der Londoner Beratungen Loucheurs im Quai d' Orsay und Elysen Anklang gefunden hat. Daran vermag auch das von Poincars an die Brüsseler Regierung gerich⸗ tete Telegramm nichts zu ändern, in dem er mit Rücksicht auf seine rechtsradifale Opposition sagt, daß Frankreich auf dem bisherigen Wege seiner Politik fortfahren wird.

Betrachtet man min das Ergebnis von London, wie es von der englischen Regierung in einem Reuter⸗Kommuniqus umschrieben und von der französischen Presse weiterhin gekennzeichnet wird, dann ergibt sich eine wesentliche Uebereinstimmung darüber, daß bei der kommenden Lösung der Reparationsfrage auf die Zahlung der Vons der Serie C verzichtet werden soll, sodaß die Gesamtleistung Deutsch⸗ lands in bar 50 Goldmilliarden betragen würde. Ferner aber scheint sicher zu sein, daß sich in der Auffassung maßgebender Teile Frank⸗ reichs auch ö N

in bezug auf die Sicherheitsfrage in kurzer Zeit ein starker Wandel g vollzogen hat. Während die französische Regierungspresse noch bis

Republik, unabhängig vom Deutschen Reiche, forderte, hat Loucheur diese Auffassung dahin revidiert, daß eine rheinische Republik ge⸗ schaffen werden soll, jedoch als integraler Bestandteil des Deutschen Reiches. Die englische Regierung macht dagegen keinen Hehl daraus, daß auch diese Forderung ihre Billigung nie finden wird und daß sie niemals die Organisalion eines von Teusschland abzutrennenden Rheinstaates dulden könne. Gleichzeitig aber scheint Bonar Law bereit zu sein, eine durchgreifende Entmilitarisierung des rheinischen Gebietes

zu unterstützen.

Dieses kurzumrissene Ergabnis, zu der deutschen Auffa über die Lösung des Reparationsproblems und der Sichenhei

heitsfra⸗ in Vergleich gestellt, ergibt zwar noch Meinungsverschledenhei die u. a. die deutsche Regierung aber nicht berechtigen, in ihrer passiven Haltung zu den ganzen Fragen for zufahren. Der größte Unterschied besteht in der Veurteilung der deutschen Leistungsfähigleit. 8 Bei Berücksichtigung unserer alleemeinen Wirtischaftslage, die durch die Ruhrallion eine weitere schwere Erschitterung erfahren hat, üübersteigt der Betrag von 50 Milliarden zweifellos die deutsche Kraft. Einer Auffassung ist die Mehrheit des deutschen Volkes se⸗ doch mit der englischen Regierung über eine durchgreffende Ent⸗ militarisierung des besetzten Gebietes. um der Welt einen neuen Beweis stir die deutsche Friedensbereisschaft zu geben. In diesem Punkte kann die deutsche aktive Politik einsetzon, ohne daß sich Deutschland auch nur das geringste vergibt. Die Regierung muß JJCCCCCCCCCTCTCTFTTCGTC0GTCTsTTFTsTTTTCT0T0T

dorff einer war. Im übrigen ist aber Deutschland nicht Rußland und 1923 nicht 1917, und das Spiel der kom⸗ munistischen Maus mit der militaristischen Katze müßte dies⸗ mal unfehlbar mit dem Tode der Maus enden. Das wissen auch die Kommunisten im Rubrrevier, und darum haben sie keine Neigung, die weltrevolntionären Pläne zu verwirk⸗ lichen, die von Berliner Genies ausgeheckt werden.

Die Hoffnung des franzssischen Militarismus, es werde mit seiner mehr oder weniger sansten Nachhilfe ein kom⸗ mumfstischer Putsch losbrochen und es würde sich dann dem ins Bockshorn gejagten Bürgerkum als Ketter und Wieder⸗ hersteller der Ordnung zur Ve ung stellen können, auch diese wenig ehrenhafte, letzte Koffnung wird zuschanden merden. Eine explosive Entladung der Klossengegensätze ist jetzt nicht möglich. Diese Gegensätze sind vorhanden; töricht wäre es, sie abzustreiten, aber sie waren da, als die Fran⸗ zosen noch nicht im Lande waren, sie werden noch da sein, wenn die Franzosen wieder fort sein werden. Aber der

Wo bleibt die Verständigungsbereitschaft?

hier einhaken, um im Ernst den ersten tatkräftigen Beweis ihrer Verständigungsbereitschaft zu liefern. Damit ist nicht gesagt, daß Herr Cuno sofort alles preisgeben soll und Deutschland ohne weiteres auf die passive Resistenz im Ruhrgebiet verzichten muß. Unter besonderer Betonung der Fortführung unseres Abwehr⸗ kampses, solange man uns dazu zwingt, kann aber mit dem Hinweis auf das Ergebnis von London der Welt jetzt gezeigt werden, wie Deutschland sich die Lösung der schwierigen Fragen denkt.

Schon aus innerpolitischen Gründen halten wir einen derartigen Schritt für notwendig. In allen Entschließungen, die unsere Arbeiter an der Ruhr gefaßt haben, wurde von der Regierung verlangt, den Kampf nur bis zum unbedingt Notwendigen Nutzt die Regierung die gegenwärtige Situation nicht aus, in der die deutsche Arbeiterschaft eine Verständigungs möglichkeit sieht, dann ist es nicht ausgeschlossen, daß die Abwehrfront an der Ruhr langsam zu wanken beginnt. Herr Cuno und Herr Rosenberg handeln des⸗ halb nur im Interesse des deutschen Volkes, wenn sie sich der Auf⸗ fassung der übrigen Kabinettsmitglieder anschließen und jetzt einen Schritt tun, der unsern Kämpfern an der Ruhr neuen Mut gibt und der Welt den Beweis liefert, daß Deutschland im Ernst den

Frieden will. 5 Eine ernste Mahnung.

Der Vorwärts richtet in seiner heutigen Morgenausgabe en⸗ läßlich der heute im Reichstage stattfindenden Trauerfeier eine nicht mißzuverstehende Mahnung an die Regierung. Er schreibt:

Man mag mit Recht der Meinung sein, daß eine Toten⸗ feier keine Gelegenheit ist, über Reparationen, internationale Schulden, Jahreszahlungen, und Garantien zu reden. Zum min⸗ desten wird aber dann zu erwarten sein, daß heute im Reichs⸗ tag nicht etwa Türen zugeschlagen werden, die sich allmählich zu öffnen beginnen.

Die Einsichtigen wissen, daß nicht Unterwerfung unter brutale Gewalt sondern nur die Verständigung unter Aufrechten die Krise beenden kann. So könnte auch am heutigen Tage sehr viel nütz⸗ liches getan, sicher aber auch großer Schaden angerichtet werden.

Die Stellung der rheinischen Sozialdemokratie.

6 1 5

In Köln tagte am 8. April eine von Vertrauensleuten der Sozialdemokratischen Partei ans den Wahlkreisen Köln⸗Aachen, Koblenz⸗Trier und dem Saargebiet. Nach einem Vortrage des Reichstagsabgeordneten Genossen Sollmann und einer Aussprache, die die volle Einmütigkeit der cheinischen Sozialdemokratie zeigte, wurde folgende Entschließung einstimmig angenommen: a

Die rheinische Sozialdemokratie erblickt in dem französisch⸗ belgischen Einbruch in das deutsche Ruhrgebiet einen militaristisch⸗ imperialistischen Gewaltakt gegen die von den Massen nach innen und nach außen zu schützende deutsche Republik. Als unversöhn⸗ liche Feinde jeder imperialistischen Raub politik a

werden die Sozialdemokraten in ihrem passiven Widerstande

gegen die französischen Heere aushalten, bis Frankreich zu einer Verständigung über die Wiedergutmachung im Rahmen der deutschen Lei ungs fähigkeit bereit ist. Die So⸗ zialdemokratie klagt den französischen Militar'smus des Mordes an deulschen Volksgenossen an; sie erhebt schärfsten Einspruch gegen die unerhörte Barbarei der Auslreibung Tausender rheinischer Vollsgenossen nat Frauen und Kindern und gegen das unmenschliche Wüten der Militärgerichte: sie protestiert gegen die unaufhörlichen Eingriffen in die Pressesreiheit, gegen die Unter⸗ drückung der Versammlungen, gegen die fortschreitende Lahmlegung des politischen und gewerkschaftlichen Lebens. Mit derselben Eut⸗ schiebenheit wendet sich die Sozialdemokratie gegen jeden Versuch, den Völkerhaß zu schüren, zu Gewalttaten gegen die Besatzung aufzureizen und nationalistische Leidenschaften zu rückschrittlichen innerpolitischen Zwecken auszunutzen.

Von der Neichsregierung erwartet die Sossoldemolratie, daß sie ihren Verhandlungswillen durch keineslei Unklarheiten ver⸗ dunkeln läßt. Die Neichb regierung muß einen Neparationsplan hallen, der unter der Voraussetzung der Räumung des Nuhr⸗ gebiets und unter Mitverantwortung, unter Garantie und unter HBelastung der deutschen Kapitalistenklasse den Beweis für den deuischen Erfüllungswillen liefert. Im Geiste der internationalen Sozzalistenbeschlüsse sordern wir Mitwirkung der Arbeitecorgaui⸗ fallonen am Wiederaufbau Nordfrankreichs.

Die rheinische Sozialdemokratie begrüßt alle gegenseitigen Sicherungen, die einen neuen Krieg zwschen Frankrech und Deulsch⸗ land unmöglich machen. Sie lehnt aber die als Sicherung ge⸗ sor derte

und Schicksalsungewißheit jedes Einzelnen, das ist das Neue, das Unerhörte, auf das sich alle Blicke richten und auf dessen Abwehr alle Nerven bis zum Zerreißen angespannt sind. Das Kooperieren mit dieser Gewalt zu Zwecken der Weltrevolution ist eine blasse Theorie, füt die auf dem Boden der Wirklichkeit kein Platz ist. Gegen jeden Versuch, ste zu verwirklichen, sträubt sich auch im kommunistischen Arbeiter des Ruhrreviers der natürliche Instinkt.

Abgesehen von einer Handvoll verworfenen Gesindels gibt es hier keinen Menschen, der den militaristischen Ein⸗ dringlingen ihr Handwerk erleichtern wollte. Ueber ein widerwilliges Sichfügen in Unvermeidliches hinaus gibt es kein Entgegenkommen, keine Neigung zur Unterwerfung. Diese Menschen, die als einzelne so entsetzlich ohnmächtig ind fühlen doch triumphierend daß auch die brutale Fe. walt ohnmächtig ist gegenüber der Masse und dem gemein- samen Gefühl. das sie beseelt. Ungebrochener trotziger steht das Arbeitervolk an der Ruhr am Ende des dritten Monats da als am ersten Tage der Besetzung.

militörische Einbruch in dieses friedliche Land die täglichen

getan hätte. f Degoutte ebenso ein

Volschewist ist wie Luden⸗

Schikanen und Quälereien, die vollkommene Rechtlosigkeit

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durchzuführen.

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