Die Franzosen in Baden.
Am Donnerstag mittag setzten ungefähr 100 französische Infanteristen mit 10 Maschinengewehren in Booten über den Rhein und landeten auf dem badischen Ufer bei Altrip, gegenüber Speyer. Sie besetzten den südlich von Mannheim gelegenen Rheinau⸗Hafen, der aus vier Hafenbecken besteht und dessen Pripateigentümer die Rheinaugesellschaft ist. Da⸗ mit untersteht jetzt auch die letzte der drei großen Mann⸗ heimer Hafenanlagen französischer Willkür. Die Bedeutung des Rheinauhafens besteht darin, daß durch ihn die großen Industriewerke, die in dem Vorort Rheinau angesiedelt sind, mit Rohstoffen, vor allem Kohlen, versorgt werden. In dem Rheinauhafen lagerten große Kohlenmengen, die der Be⸗ schlagnahme anheimfielen. Der Vorort Rheinau selbst ist Station der direkten Eisenbahn Mannheim Karlsruhe.
Die Franzosen haben im Laufe des Tages außer den Hafen in Rheinau auch die Eisenbahnstation Rheinau und das Zollamt besetzt. In der Sunlicht⸗Seifenfabrik wurden Räume für die Truppen beschlagnahmt. Mit dieser Be⸗ setzung ist auch der Bahnhof und der Hafen von Rheinau in die neue französische Zollinie einbezogen. Die Station Rheinou liegt an der Hauptstrecke Karlsruhe—Schwetzin⸗ gen— Mannheim, etwa 10 Minuten von Mannheim entfernt.
Ein framssischer Situations bericht. g Aus dem besetzten Gebiet wird dem Intransigeant gemeldet: Bei der Poststation von Brakel wurde ein Radfahrer angehalten, der Depeschen des Herrn Hngo Stinnes beförderte. In Essen wur⸗ den vor der Einfahrt 3 den Haun eahnge die Schienen aufgerissen. Der Zugverkehr ist deshalb unterbrochen. Die Erhebung der Steuern und Gebühren im Ruhrgebiet ist so organisiert worden, daß alle Hinterziehungen, die das Reich den deutschen Industriellen durchgehen ließ, unmöglich gemacht werden. Die fohlensteuer wird in einer Jorm erhoben, 5 sie ein einträgliches Ergebnis liefert troß der Entwertung des bdeufschen Gelbes. Eine Verzögerung in 1 Bezahlung wird nicht geduldet. Die widerstrebenden In⸗ bustriellen dürfen nichts verkausen, solange sie nicht mit ihren Steuern in Ordnung sind. Für die Zosseinnahmen sind bisher Waren im Werte von 10 Millionen +⁊ A5 beschlagnahmt worden und sie sollen von den Zollämtern verkauft werden. Fernerhin wurden Geld sendungen der Reichsbank an ihre Filialen im Ruhr⸗
gebiet beschlagnahunt.
Ein anderer Bericht aus Frankreich.
L Oeuvre. das linksstehende bürgerliche Pariser Blatt, ver⸗ öffentlicht in seiner Dienstagnummer einen Leitartikel seines Sonderberichtorstatters in Nancy, der Hauptstadt Französisch⸗ Lothringens, in dem u a4. gesagt wird, daß die„Roksgesellschaft
der öfen“ insolge des gegenwärtihen Koksmangels zurzeit ihren Mitgliedern nur 20 Prozent des K e e Ver⸗ brauchsmimmums liefert. In diesem Artitel wird ferner ein
Brief aus der sranzösischen Kolonie Indoching angeführt. durch den der wirtschaftliche Wahnsinn, zu dem das Ruhrwahnsinn auch
Frankreich aus wächst. grell gekennzeichnet wird. Ein stauf⸗ hann teilt in Briefe mit daß der Piaster jetzt 6,75 Francs steht, sodaß F. eich, un Reis sonstige Produkte aus seiner
eigenen folonie zu kaufen, gezwungen ist, auf Grund des Kurses die Kolouialwaren zu ung r verteuertem Preise zu erstehen, die jüngste Lebensmittelteuerung in Frankreich ie a wird. Unter den vielen anderen einschnel denden die sranzösische Wirtschaft, die in dem Artikel als Po l angeführt werden, ist be⸗
e
mehrere 5 mäßige eingestell en, da im N r Verkehr stark nachgelassen hat und daß der W in aney bereits auf 1,30 Fr, gestiogen.
Zwei französische Rechtfertigungs versuche.
Die französische Regierung hat zwei Noten veröffentlicht, Die t auf die jüngste le Reichskanzlers Dr. Cuno
„daß amtliche Vorschläge der deutschen Regierung auf der ondoner Konferenz nicht berücksichtige worden wären. Poincaré versucht die Dinge 5 darzustellen, als hätte er nach einer ent⸗ sprechenden Mitteilung des deutschen Votschafters Dr. Mayer die Mifsion Dr. Vergmanns in London als bloßen Besuch aufgefaßt, von eine beabsichtigten Unterbreitung schriftlicher Vorschläge aber keine Kenntnis gehabt. Die zweite Note des Quai d'Orsey sucht die Sperre der Häsen von Mannheim und Karlsruhe mit der Net⸗ wenigtekt der Kontrolle der Rheinschfffathrt zu rechtfertigen und die Besetzung der Eisenbahnwerkstätten von Darmstadt mit dem
echt der Verbinden(nicht aber Frankꝛrel h und Belglen allen), 44 dem Friedensvertrag in gewissen Fällen die 30 Km.⸗Zone 20
besetzen. a politische uebersicht.
Der Münchener Hochverrat.
Ueber die fünfzehn Verhaftungen wegen des Versuches eines Hochverrats fehlen noch immer nahere amtliche Angaben, Unser Parteiorgan, die Münchener Post, richtet an das VPorstandsmitglied der Vereinigten Vaterländischen Verbände, Minister Roth, die Frage, ob er nicht Auskunft geben könne, welchen Gruppen oder Geheimorganisationen die Verhafteten angehören, und deutet an, daß der soeben erfolgte Rücktritt des v. Kahr vom Vorsitz der Vater⸗ ländischen Verbände usammenhang mit den Ver⸗ haftungen steht. 0
In unterrichteten Kreisen weist man anläßlich der Ver⸗ haftungen auf eine Rede des Nürnberger Großindustrjellen Dr. Tafel, des Vorsitzenden des bayerischen Ordnungsblocks, vom 3. November 1921 hin. Diese Rede wird als augen⸗ blicklich höchst aktuell bezeichnet, da sie die geheimsten Ab⸗ sichten eines Teiles der bayerischen Rechtsradikalen enthüllt. Dr. Tafel bekannte sich damals zu folgenden Anschauungen: „Die Berliner Regierung erweist sich als unfähig, der vielen Nöte in Deutschland Herr zu werden. Der Reichswagen rollt unaufhaltsam dem Abgrund zu und muß früher oder später zerschellen. Darum ist es klüger, das gefährliche Fahrzeug zu verlossen, solange es noch Zeit ist. Bayern muß sich von Berlin unabhangig machen; Bayern ist kein selbständiges Wirtschaftsgebiet, folglich muß es sich an eine Großmacht anschließen; diese Großmacht kann nur Frank⸗ reich sein.“
Die Verhaftung der Fuchs, Machhaus bedeutet einen weiteren Schritt zur Reinigung der politischen Atmosphäre. Auch in den Kreisen der äußersten Rechten in Bayern macht bie Erkenntzis von der Gefährlichkeit der landesverräteri⸗ schen Neigung der Pittinger, Tafel und Konsorten Fort- schritle. So ist erst vor kurzem der Gesamtvorstand des Bundes Bayern und Reich, an der Spitze Dr. Pittinger, ge⸗ stürzt und durch reichstreuere Elemente ersetzt worden.
In führenden Kreisen der bayerischen Linksparteien be⸗ zeichnet man die verhafteten Fuchs und Machhaus als die Agenten des französischen Gesandten in Wien, Alizes. Das Ziel des Umsturzes war die Abgrenzung Bayerns vom Rhein und Bildung einer Donaukonföderation unter fran⸗ zösischem Protektorat. Das energische Zugreifen der baye⸗ rischen Staatsregierung gegenüber solchem offenkundigen landesverräterischen Bestrebungen ist zu begrüßen. Aller⸗ dings läßt die bayerische Staatsregierung gegenüber anderen rechtsradikalen Bestrebungen, vor allem der Nationalsoziaglisten, die in ihrer Wirkung ebenfalls als landesverräterisch zu bezeichnen sind, vorläufig noch jede Initiative vermissen.
E Der Wucher mit dem Getreide.
Die Reichsregierung hat den Umlagepreis für das fünfte Sechstel der Umlagensenge bekanntlich auf 600 000 Mark je Tonne festgesetzt und für das im Januar abge- lieferte vierte Sechstel 500 000 Mark je Tonne bewilligt. Die Herren Agrarier sind mit dieser Preisfestsetzung natürlich nicht zufrieden. Es überrascht daher auch nicht, wenn der Brandenburgische Landbund in einer Entschließung seines Vorstandes sagt, die letzte Preisfestsetzung bringe„eine schwere Enttäuschung, weil sie weit hinter den Produktions- kosten zurückbleibt.“
Wie wenig begründet diese„Beschwerde“ der Landwirt⸗ schaft ist, zeigt die Tatsache, daß am gleichen Tage, an dem
die Entschließung der märkischen Landwirte veröffentlicht
im
*
wurde, an ßer Berliner Produktenbörse, also im stesen Handel, der Zentner Roggen mit 28 500 bis 30 000 Mark zahlt wurde, während der Umlagepreis für die gl Qualität und das gleiche Gewicht 30 000 Mark beträgt. sollte uns nicht wundern, wenn die Herren Agrarier jetzt m größter Beschleunigung nicht nur das abzuliefernde Getreide, sondern auch noch die zu Spekulationszwecken zursckge⸗ haltenen Bestände der Reichsgetreidestelle„großmütig“ l bieten. 8 5 157
0 0
Bon der evang. Landeskirche in Hessen. Nachdem ein außerordentlicher Landeskirchentag der ev. Kir in Hessen eine neue Verfassung gegeben, wurden pie 9 Herb
rigen Jahres auf Grund der neuen Verfassung die Wahlen te Kirchengemeinde vertretungen vorgenommen. 0 dann ihrerseits die Girchenvorstände und die Abgeordnete ere eee, irchengemeindevertreter waren un m. ö N be 15 8 n d ju wählen. In der entlichteit hat man von nicht viel wahrgenommen, weil nach dem Wahlgesetz die Wahlvorschläg nur durch Anschlag innerhalb des Kirchenraumes oder au ein Kirchentür bekannt zu geben sind, also auch nur den regelmäßige Kirchenbesuchern zur Kenntnis gelangten. Meist ist auch nur ein Wahlvorschlag aufgestellt worden, von den kirchlichen Kreisen ausgehend, sodaß die in 2 Vorgeschlagenen ohne weiteres 8 a 5 8
wählt waren. Die große Masse der wien also
ies ii itgewirkt, was ja auch diesen Wahlen überhaupt nicht mitgen 17 A de, einer etwaigen Beteiligung dex großen Masse 55 hatten sie ja auch die Urwahlen zum Landeskirchentag abge⸗ Interessenlosigkeit und Gleichgültigkeit, mit der die 7 arbeitenden 11 J Angelegenheiten der Kirche
ahr
wäre das Ergebnis Wahl kein anderes gewesen als bei de Jerten ee Kommt eigentlich der 1 50.
iertel der Mitglieder einer ee Beiträge leisten, über deren Verwendung ein Viertel beschließt 2 a wurden, kann die Zusammensetzung des von ihnen gew 5 ten Lanbeskirchentages nicht überras⸗ fü. Es waren
9 weltliche Abgeordnete zu wählen. Ordnen wir diese 36 Erwähl nach Beruf und Stand, so ergibt sich folgendes Bild:* birektoren, Geheime und andere Räte, Studien⸗ räte, Aerzte u 15 Volksschullehrer leinschließl. Reallehrer Groß industrielle.
Schöpfer der neuen Kirchenverfassung 18 lehnt. Diese Furcht war aber gänzlich unbegründet, denn bet der stehen, trotzdem sie aus Jahr ein ihr di biene e nicht zum Bewußtsein, das darin liegt, daß dre Bei der Art, wie die Kirchengemeindevertretungen schen. nach einem sehr verzwickten Wahlverfahren 18 1 und 368 Beamte mit akademischer Vorbildung(Landgerichts⸗ 4. Landwirte Ind idliche Bürge rmeister 10 ö und Rektoren) 1 Kaufl.
eute Gemeindebeamte(Rechner) Frauen
e 18 einbürge 5 nd in diesem Ki 0 15 die Volt.
rkexen Vertretung des 5
Man wird nicht weltlichen Abgeordneten wie auch die geistlichen politisch den Rechtsparteien zuzuzählen sind, einige wenige demokratische weiße Raben vielleicht enommen. Eine politische Note wird in das Kirchenparlament deutlich dadurch hinein etntge markante Führer des Hessischen Bauernbundes und Landtagsabge⸗ ordnete hineingewählt wurden, wie Dr. Dehlinger, v. Hel Diehl, Fenchel. Polilische Reaktton und kirchliche Orkhodoxie g ja immer Hand in Hand.
Zu den 54 von den Kirchengemeindevertretungen gewählten Abgeordneten hatte dann das Erweiterte Seen noch weitere Mitglieder in den Landeskirchentag zu berufen. l
Die„Berufenen“ sind: 1 Fürstin, 1 Geheimrat, 1 Universitäts⸗ professor(D. Dr. Schian, den die hohe Behörde offenbar als den würdigsten Vertreter der theol zisches Fakultät ansie 0 1 Studienrat, 1 Dekan und— 1 Arbeitersekretär.„%
leibhaftiger Arbettersekretär! Natürlich ein„christlicher“
Der Deserteur.
Roman von Robert Buchanan.
Ein gewisses Etwas in ihrer Stimme veranlaßte die Witwe. aufzublicken. Sie sah in die traänenüberströmten Augen Marcelles und zuckte zusammen. Das Mädchen war sonst nicht weinseliger Natur— was mochte das zu bedeuten 1 haben? 5
„Weshalb weinst Du? Was ist geschehen?“
„Wenn Du wirklich glaubst, daß ich kein Herz habe,“ stammelte Marcelle, sich von der Bank erhebend,„dann will ich lieber wieder gehen. Du hast kein Vertrauen zu mir und ich möchte Dich mit meinem Anblick nicht ärgern. Aber wenn Du wüßtest, wenn Du wüßtest———“
Sie machte Miene, zu gehen. Mutter Gwenfern streckte jedoch ihre magere Hand nach ihr aus und hielt sie zurück: „Sprich Mädchen, was hast Du?“ Ihre Stimme klang noch immer hart, aber ihr Blick war freundlich.
Marcelle stand bewegungslos und blickte der Matrone forschend ins Gesicht:„Hat Rohan Dir nichts gesagt, Tante? Freilich, ich habe ihm so das Versprechen abgenommen, Dir nichts zu sagen.“ 5
„Ich verstehe Dich nicht, Kind!“
Der seltsame Glanz in Marcelles Augen und die Röte ihrer Wangen steckten der erfahrenen Matrone ein Licht auf und sie begann zu begreisen.
„Ach, Tante Luise, ich liebe Rohan! Ich wußte es nicht — bis kürzlich, aber jetzt liebe ich ihn innig und ich kann es nicht ertragen, wenn Du so schlecht von mir denkst, denn er hat mich gebeten, sein Weib zu werden!“
Die Witwe stieß einen Ruf des Erstaunens aus, bb— gleich die Beichte als solche sie nicht besonders überraschte, denn auch sie hatte Rohan schon langst im Verdacht, in seine hübsche Base verliebt zu sein. Sie blickte Marcelle lange forschend an, die mit gesenktem Köpfchen vor ihr stand und sunter ihren Blicken bald errötete, bald erbleichte. Endlich 20 sie in sanfterem Tone als bisher:„Setz' Dich, Mar⸗ celle!“
Marcelle nahm verschämt wieder an der Seite der Witwe Platz, sie fühlte sich nach der Beichte wie von einer Zentner⸗ last befreit. Beide Frauen schwiegen lauge. Die Witwe
45
55
saß wie in einem wachen Träum da und gedachte ver⸗ schiedener Vorkommnisse, die ihr schon früher zu denken ge⸗ geben, Marecelle begann bereits zu fürchten, daß die Tante ihr zürne, als diese plötzlich mit leiser Stimme, als ob sie mit sich selbst spräche, sagte:„Wenn Du ihn wirklich liebst, wie Du behauptest, dann ist es seltsam, daß Du ihm so wenig Glück gebracht hast!“
„Das habe ich mir schon selbst gesagt!“ rief Marcelle, wie unter eiltem Peitschenhiebe zusammenzuckend.„Ach, wenn Du wüßtest Tante, wie inbrünstig ich zu Gott gebetet hatte, daß er mich eine hohe Nummer ziehen lasse! Ich dachte, ich müsse sofort vor Herzeleid sterben, als ich die Eins sah! Rohan hatte mich gebeten für ihn zu ziehen, falls er nicht dort sein werde. Wenn nicht jemand seiner Ver- wandten für ihn gezogen hatte, würde man sofort ein schwarzs Kreuz neben seinen Namen gesetzt haben. Onkel Ewen hat ihn davor bewahrt, denn er erklärte den Beamten, daß er krank sei. Und Onkel Ewen hat großen Einfluß; wenn Rohan sich entschließen wollte, mitzugehen, würde man ihm noch verzeihen. Der Onkel hat versprochen, die Sache in Ordnung zu bringen, so daß Rohan für seine bisherige Widerspenstigkeit ohne Strafe ausginge. Wir beiden wür⸗ den donn Tag und Nacht für ihn beten, bis er zurückkehrt, nicht wahr, Tante? Ach, wenn er nur Vernunft annehmen wollte!“
Die beiden Frauen saßen, ohne zu wissen, wie es ge⸗ kommen, dicht anefnander geschmiegt Hand in Hand auf der schmalen Ofenbank. Es tat Mutter Gwenfern so wohl, jemanden, der ihren Sohn liebte, ihr Herz ausschütten zu können.
„Ach, mein Kind, das ist unmöglich!“ seufzte sie unter Tranen.
„Wenn ich nur mit ihm sprechen könnle! Er ist so schwer zu verstehen! Es bricht mir das Herz, alle Welt, sogar Kinder, sagen zu hören, daß unser Rohan ein Feigling ist!“
„Glaub's nicht, Marcelle, mein Sohn ist kein Feigling!“
„Als ob ich das nicht selbst wüßte! Ich weiß, daß er mutig ist, mutiger als die ganze Bande zusammen und doch handelt er nicht wie ein Mann! Der Kaiser ruft seine Kinder und er versteckt sich! Alle anderen Burschen fügen
sich in ihr Schicksal, er lehnt sich dagegen auf. Er, der so
—
stark, so tapfer ist, trotzt der Behörde und läßt, wie ein wildes Tier, Jagd auf sich machen. Was soll ich Gildas und Hosl antwoklen wenn sie behaupten, daß er feige ist? Und auch Onkel Ewen ist schlecht auf ihn zu sprechen.“ 7 „Er ist so starrköpfig! Meister Arfoll hat ihm seltsame Ideen beigebracht———“ f
„Ach ja, Tante, an all unserem Unglück ist Meisten
Arfoll schuld,“ unterbrach Marcelle die alte Frau. ein böser Mensch Kaisers.“
„Er. it
ihnen vollständig taute und sie miteinander ganz versöhnt waren. gezweifelt, daß es Wahnsinn von Rohan set, sich den Be-. hörden zu widersetzen. Die Ungewißheit Über seine Zukunft solterte sie. Daß sie, abergläubisch wie sie war, den Wander⸗
lehrer für ein außergewöhnliches Geschöpf hielt, welches
ihren Sohn irre leitete, darf man ihr nicht übelnehmen; konnte sie doch mit ihrem beschränkten Verstande die er? habene Größe dieses Mannes nicht erfassen.„Wie ganz anders hatte sich das Schicksal meines armen Rohan gestaltet, Weng er Arfoll nie begegnet wäre,“ seufzte sie. aus tiefstem. Innern. Mareelle teilte diese ihre Meinung. a 1 1 5 ein gutes, braves eine bessere Schwiegertochter wünschen. Du kannst auch nichts dafür, daß Rohan Dich, der Sitte entgegen. 10 der. 9 mittler bat sein Weib zu werden. Er ist ein unbedachter Junge— Gott helfe ihm und führe alles zum Guten! Mein
armer, armer Sohn, wie wird es ihm noch ergehen!!! jammerte die Alte, bitterlich weinend. Marcelle bemühte sich obgleich ihr eigenes Herz vor Kummer und Sorge fast zu brechen drohte, sie zu trösten, was ihr zum Teil auch ge⸗ lang; denn der einsamen Alten tat es wohl, b jemandem auszusprechen, der sie derstand und ihren Sohn liebte. Nachdem beide ihrem gepreßten Herzen Luft gemacht hatten, sanken sie wie auf Kommando vor dem Madonnen bilde in die Ante und beteten für den geltebten Mann, dag Gott ihn erleuchte, damit er sich in das unabänderliche Schicksal fügen lerne. Jannedik blinzelte mit ihren großen f braunen Augen verwundert auf die seltsame Gruppe. i
Fortsetzung folgt.)
0
22
Lirchenvolkfes
und kein Freund Gottes und des guten 1 *.* f 3 Die beiden Frauen plauderten, bis das Eis zwischen 1
Mutter Gwenfern hatte keinen Augenblick daran
Mädchen und ich würde mir
sich vort
—
N


