Ausgabe 
10.2.1923
 
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Gießen, Samstag, den 10. Jebruar 1923.

5 Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 34

Gießen und Umgebung. Vaterländische Streiktasse.

Es gingen weiter bei uns ein:

Gießener Oel⸗ und Fettfabrik Lamm u. Co. 75 000 Mk. Bereits quittiert 220 900 Mk., zusammen 295 900 Mk.

Den Gebern herzlichen Dank. Weitere Spenden werden gerne

N engenommen. 8 0 Verlag der Oberhessischen Volkszeitung.

Unterbringung der Ausgewiesenen aus dem besetzten Gebiete. Von der Regierung aus ergeht an die Gemeinden die Aufforderung, die auf Grund der letzten Ereignisse aus⸗ gewiesenen Personen so schnell wie möglich unterzubringen. Dies ist jedoch nur dadurch möglich, das den Gemeinden das Recht und die Pflicht übertragen wird, diese Personen vor allen Wohnungssuchenden zu berücksichtigen. Hiernach besteht für diese z. Zt. wenig Aussicht auf eine Wohnung. Wir verkennen durchaus nicht die Harte einer derartigen Anordnung, glauben aber von der Einsicht der Betroffenen erwarten zu dürfen, daß sie sich der Berechtigung dieser wohl nur vorübergehenden Maßnahzne nicht verschließen werden. Bei dieser Gelegenheit möchten wir an die gesamte Bevölkerung den Appell richten, sich zugunsten unserer schwer getroffenen Volksgenossen auch freiwillige Beschränkung in Bezug auf ihre Bequemlichkeit aufzuerlegen und die irgend- wie freizumachenden Wohnungen oder Räume, sei es möb- liert oder unmöbliert, den Gemeinden zur Verfügung zu stellen.

Uns wurde schon öfter mitgeteilt, daß gutsituierte Leute über weit mehr Zimmer verfügen, als sie für sich und ihre Familie nötig haben. Hier öffnet sich nun ein weites Feld für Opferwilligkeit, besonders derjenigen Leute. die das Wort Vaterlandsliebe und Patriotismus stets im Munde führen. Hier gilts Vaterlandsliebe in der Tat zu be⸗ weisen und den Opfern des französischen Imperialismus Unterkunft zu verschaffen. Auch in vielen Bauernhöfen gibts noch Platz genügend; hoffen wir, daß obiger Appell nicht vergeblich ist!

Gemeinden und soziale Baubetriebe. Der technische Ausschuß des deutschen Städtetages hat sich in einer Sitzung im Frühjahr vorigen Jahres mit der Stellung der Gemeinden zu den sozialen Baubetrieben beschäftigt. Er war bei dieser Gelegenheit zu der Auffassung gekommen, daß die Interessen der Gemeinden und der sozialen Bau- betriebe weitgehend übereinstimmen, hat aber gleich⸗ wohl die Gewährung finanzieller Beihilfen zur Förderung der sozialen Baubetriebe abgelehnt. Auf den Widerspruch dieser Stellunganhme aufmerksam gemacht, hat sich nun⸗ mehr der Vorstand des deutschen Städtetages erneut mit dieser Frage beschäftigt.

Er erkannte an, daß über die Tätigkeit der sozialen Baubetriebe überwiegend günstige Berichte vor⸗ liegen; die Frage der Kapitalbeteiligung könne aber nur örtlich entschieden werden. Weiterhin erklärte der Vorstand, daß die Gemeinden und die sozialen Baubetriebe das Inter⸗ esse haben, eine Verbilligung der Wohnungserstellung her

1. Jamtar 1923 erfolgte, wiürde es als eine Härte erscheinen, wollte man Hundebesitzern, die sich durch die Höhe der Abgabe zur Ab⸗ schaffung des Hundes gezwungen sehen, die erhöhte Jahressteuer auch für das laufende Jahr anfordern. Um solche Härten zu ver⸗ meiden, sind die Hauptzollämter von dem Hessischen Mimisterium der Finanzen ermächtigt, Erlaß der Hundesteuer für das laufende. Jahr auf Antrag in eigener Zuständigkeit zu gewähren, wenn: 1. die Abschaffung und Abmeldung des Hundes bis zum 25. Febr. laufenden Jahres in der vorgeschriebenen Form(8 3 der Hunde⸗ steuerverordnung) erfolgt ist; 2. der Hundesteuerpflichtige glaubhaft macht, daß er lediglich aus Unkenntnis über die mmmehrige Höhe der Zundesteuer die Abschaffung und Abmeldung des Hundes bisher umterlassen hat und daß 3. die Erhebung der erhöhten Hundesteuer für 1923 nach Lage der Verhältnisse eine Härte darstellen würde.

Hunde und Hundesteuer!Recht hat er! sagte uns kürzlich ein Genosse in Bezug auf die Zuschrift in umserem Blatte, die sich mit derHundeplage beschäftigte. Der betreffende Genosse war der Ansicht, daß die geschilderten durch die Hunde verursachten Uebel⸗ stände durch weit höhere Hundesteuern bekämpft werden müßten, als sie unsere Stadtverordneten beschlossen hätten. Tatsache ist jeden⸗ falls, daß bei uns in Gießen die Zahl der Hunde zugenommen hat, wie man das Gleiche auch in anderen Städten beobachtet. In Berlin z. B. hat die Hundehaltung ungeheuer zugenommen; wie üm Vorwärts zu lesen ist, könnte man dies schon durch die zuneh⸗ mende Masse derBelege, die auf den Bürgersteigen umherliegen, feststellen. Mehr als 170 000 Hunde sind nach den Feststellungen gegemwärtig in Berlin vorhanden, das sind 35 000 mehr als im Vorjahre! Und im Jahre 1914 waren es nur 36 000, die Zahl ist also um das Fünffache gestiegen. Und das, trondem die Hunde⸗ steuer erheblich erhöht warrde. Zum Entsetzen der Hundebesitzer kün⸗ digt mm jetzt die Berliner Stadtverwaltung eine Hundesteuer von 12 000 Mark an. Diese Steigerung ist noch bei weitem nicht so stark, als die Erhöhung aller Preise und es ist fraglich, ob selbst eine Steuer in dieser Höhe einschränkend auf die Hundehaltung zu wirken vermag. Der Vorwärts hält eine Staffelung in dem Sinne für angebracht, daß diejenigen, die einen Hund neu anschaffen, den höchsten Steuersatz zahlen, dagegen sollte sich für die, welche ihren Hund schon länger im Besitz haben und sich von dem lieb gewordenen Tiere nicht tremmen möchten, die Steuer ermäßigen. Ein Vorschlag, der nicht übel ist, dessen Durchführung aber wieder erhebliche Mehr⸗ arbeit für die Beamten verursachen würde.

In der Gemälde⸗Ausstellung des Oberhessischen Kunstver⸗ eins im Turmhause am Brand sind einige Original⸗Radierungen von Hans Thoma neu qausgestellt. Da die Ausstellung des süddeutschen Illustratoren⸗Bundes nur bis morgen, Sonntag, dauert, so können auch die Neuqusstellungen nicht länger ausgestellt werden. Von Montag ab bleibt die Ausstellung wegen völligem Wechsel geschlossen.

Im Stadttheater ist heute, Samstag nachmittag, eine Kinder⸗ vorstellungDie drei Haulemännerchen. Morgen nach⸗ mittagGasparone, abendsDie Hamburger Filiale.

Wohltätigkeits⸗Konzert. Zum Besten der Ruhrhilfe ver⸗ anstaltet die Kapelle des hiesigen Reichswehr⸗Bataillons, heute Samstag abend 8 Uhr, ein Symphonie⸗Konzert im Stadttheater. Karten dafür sind zu sehr mäßigen Preisen in der Musikalienhand⸗ lung von Challier zu haben.

Für die Studentenhilfe findet morgen, Sonntag, abends 5 Uhr in der Neuen Aula ein Wohltätigkeits⸗Konzert statt. Es kommen Werke von Chopin, Schubert und Brahms zum Vortrag.

Die angekündigten Gemeindevertreter⸗Konferenzen finden erst am 18. Februar statt.

Kleine Nachrichten.

Frankfurt a. M., 8. Febr. Frankfurter Viehmarkt. Auftrieb: 5 Rinder, 551 Kälber, 145 Schafe und 241 Schweine. Es wurden bezahlt für einen Zentner Lebendgewicht: Kälber feinster Qualität Mk. 200 000 bis 210 000, mittlerer Qualität Mk. 170 000 bis 195 000, geringerer Qualität Mk. 130 000 bis 165 000; Schafe Mk. 90 000 bis 170 000, Schweine unter 80 Kilo Mk. 220 000 bis

Kiefer, geb. Wolfsheim, die ihrem Meister getreulich assistierte. Ein großer Teil der Diebesbeute, die allein schon den Wert von 15 Mill. Mark ausmacht, konnte bereits wieder herbeigeholt werden und füllte, als sie aus einem Keller der Schützenstraße abgeholt wurde, einen ganzen Lastkraftwagen. Die Räume des Frankfurter Dieb⸗ stahlskommissariats gleichen einem Warenhause, aus dessen Bestän⸗ den jetzt die bestohlenen Geschäftsleute aller Gattungen ihr Eigentum heraussuchen. Gröninger war vor längerer Zeit aus dem Zucht⸗ haus gusgebrochen und hatte noch sieben Jahre dort zu verbüßen.

Mainz, 5. Febr. Militärische Uebergriffe. Ein in Hechtsheim wohnender städtischer Bediensteter wurde am Freitag abend, als er sich auf dem Heimwege befand, von Militärpersonen 1 Der erheblich Verletzte kam ins städtische Kranken⸗ aus.

Darmstadt, 8. Febr. Das Darmstädter wurde von den Franzosen im besetzten Gebiete verboten.

Falsch verstandener Kommunismus. An der 63jährigen Rentiere Cäciliepunve in Steglitz bei Berlin war in der Nacht vom 2. zum 3. Januar ein Raubmopdversuch verübt worden. Als Täber wurden verhaftet eine 38 Jahre alte, Metallacbeiterin Marie Seidel, geb. Kersting aus Steglitz und 1 Jahre alte Drechsler Fr. Matzat aus Berlin. Nach längerem hartnäckigem Leugnen hat Matzat ein Geständnis abgelegt. Er erklärt daß er durch Beschäf⸗ tigung mit kommunistischen Ideen zu der Auffassung ge⸗ kommen sei, es müsse den wirtschaftlich Schwachen erlaubt sein, den wirtschaftlich Starken von ihrem Ueberfluß etwas wegzu⸗ nehmen. Aus diesem Gedanken heraus habe er mit Frau Seidel die Tat ausgeführt. Frau Seidel erkläcte ihre wirtschaftliche Not⸗ lage damit, daß sie an Kommunisten, die wegen Teilnahme an den Aufständen in Mitteldeutschland gefangen sitzen. wiederholt Pakete geschickt habe

Ein Frauenmörder zum Tode verurteilt. Das Schwurgericht Hannover hat nach dreitägiger Hauptverhandlung den Bergmann Wilhelm Müller, der am 19. Oktober 1920 in Golding seine Ehe⸗ frau mittels einer Drahtschlinge erdrosselt und sie in die Leine ge⸗ worfen hatte da die Tat mit Ueberlegung begangen wurde, wegen Mordes zum Tode verurteilt: außerdem sind ihm die bürgerlichen Ehvenrechte auf Lebensdauer abgesprochen worden.

Tagblatt auf drei Tage

Schwere Erderschütterungen im Stillen Ozean. Erst jetzt treffen nähere Angaben über die neuesten kurz gemeldeten Erd⸗

beben ein. Dem New Vork Herald zufolge ist es immer noch nicht möglich gewesen, den Herd des großen Erdbebens festzustellen, von dom nun sicher ist daß er von ganz ungeheurem Umfang gewesen sein muß. Die Inseln Samoa und Guam antworteten nicht mehr auf Kabel und selbst auch nicht mehr auf drohtlose Anrufe. Es scheint festzustehen, daß der Herd des Erdbebens in den Inseln des Stellen Ozeans sich befunden hat und sich wahrscheinlich bis an die Westküste Südamecikas erstreckte. Eine andere Mel⸗

dung aus Newyork besagt. daß die Erderschütterungen, die in mehreren Observatorien der Welt verzeichnet wurden, den Süd⸗

pazifistischen Ozean heimgesucht haben. Die Hawai⸗ ischen Inseln wurden von einer ungeheuren Sturzwelle über⸗ schwemmt. Ueber 100 Fischerboote wurden fortgerissen. Die Hauptstadt Honolulu hat großen Schaden zu verzeichnen. Die Erderschütterungen waren ebenso heftig wie die, durch die im Jahre 1906 San Franzisko zerstört wurde. Die meisten Seismo⸗ graphen der Vereiniaten Staten sind außer Gebrauch gesetzt worden. Es wird als beunruhigendes Anzeichen angesehen daß der Vulkan Lassen nordwestlich von San Franzisko wieder eine vermehrte Tätigkeit entfaltet. Nach den Aufzeichnungen soll das Erdbeben, dessen Herd in Mittelamerika vermutet wird bedeutend 8 55 als das kürzlich in Chile gemeldete. Nähere Nachrichten en noch.

Verschiebungen von Zeitungspapier vor Gericht. Vor der Kölner Strafkammer wurde seit acht Tagen ein großer Schieberprozeß ver⸗ handelt in dem es sich um 76 Waggons verschobenes Zeitungs druck⸗ papier handelte, das als Klosettpapier nach Holland verkauft worden war. Es wurden verurteilt: der Hauptangekfagte Joseph Siefer wegen unerlaubter Ausfuhr, Preistreiberet und Schleichhandel zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von

e 5 75. 5 280 000, von 80 bis 100 Kilo Mk. 300 000 bis 320 000, über 10060 Millionen Mark, von der Anklage der Urkundenfälschung wurde beizuführen. Deshalb sei es zweckmäßig, die Bestrebungen Kilo Mk. 300 000 bis 350 000. Der Kleinviehmarkt wurde bei flottem er freigesprochen. Ferner erhielten 7 5 Beihilfe 5 Bruder Leo der sozialen Baubetriebe zu fördern. Verschiedene Städte] Handel geräumt, Schweine hinterließen bei langsamem Geschäft drei Monate und 500 000 Mk., sein Bruder Franz einen Monat und haben sich denn auch bereits mit Stammkapitalien an den etwas Ueberstand. 500 000 Mk., der Sener 1 9 8 1 952 ozialen Baubetriebe eteiligt. In Gießen ist das nicht Frankfurt a. M., 8. Febr. Der König der Einbrecher. 500 000 Mk., der Generaldirektor Tei er Reisholz e drei 10 5 1 Vaubütte 1180 Wel gemern⸗ Diesen Titel darf man wohl heute dem 37jährigen Weißbinder Wilh.] Monate und 30 Millionen Mark und der Sach verständige Baudisch

* 4 4 5 Gröninger aus Büdingen beilegen. Denn im Laufe von wenigen wegen Begünstigung zwei Monate und 500 000 Mk. Geldstrafe. In nützig gewirkt hat. Wochen hat Gröninger eine geradezu ungezählte Fülle von Laden⸗ der Urteilsöbegründimg wurde hervorgehoben, daß die Strafen,

Von der Hundesteuer. Vom Hauptsteueramt wird mitgeteilt:] einbrlichen begangen, bei denen ihm Werte von vielen Millionen] namentlich die Geldstrafen, verhältnismäßig hoch ausgefallen seien Wie allgemein bekannt sein wird, ist durch die Aenderung des man spricht von mehr als 30 Mill. in die Hände fielen. Alle[und man auch auf eine Gefängnisstrafe nicht habe verzichten können, 1 Hundesteuergesetzes vom 22. Dezember 1922 die Hundesteuer wesent⸗ die großen in den letzten Wachen hier vorgekommenen Einbrüche eil die Mehrzahl der Angeklagten Jahre hindurch die Wirren und . lich erhöht worden. Da jedoch die Veröffentlichung erst nach dem J kommen auf sein Konto und das der 25jährigen Ehefrau Katharina[ die Not des Vaterlandes zu rein egoistischen Zwecken ausgebeutet 15 0 5 7 7 7 44 1 j 0 isl am festgelegten Wocte nicht unbedingt zu halten braucht. Liegt mit derbesonderen Wertschätzung, weg mit demIhr ergebener 1 Vom Rechte, das mit uns geboren ist. ihm diese Schranke nicht auf, so kann er bei der Urteilsfällung][ufw. ruft er. Die Hälfte aller Geschäftsbriese sind nach seiner 0 Ueber dieses Thema sprach vor einigen Tagen Genosse Mini⸗ ein Ergebnis gewinnen das ihm befriedigend erscheint. Auf diese] Ansichtin ihren Ausdrücken mindestens 25 Jahre hinter unserer sierial at Dr. Schröder in einer von der Arbeitsgemein⸗ Art kann er die maunzcaltigen Probleme des Lebens meistern.] Zeit zurlick. Aber der Professor kämpft nicht nur gegen die schaft sozialistischer Justizbeamten Dresdens Jun allgemeinen trägt die heutige Rechtsprechung dem Rechte. Formel selbst sondern noeh gefährlicher scheint ihm der Gesühls⸗ % eeinberufenen öffentlichen Versammlung. Genosse Dr. Schröder] das mit uns geboren ist, keine Rechnung. Das Nechtsbewußtsein[gehalt, der sich nach seiner Ansicht dahinter verbürgt. Er bezeichnet % führte ungefähr folgendes aus: und das Rachtsempfinden sind nach der wirtschaftlichen Lage des die Wendungen im Geschäftsbriefe alseine Reliquie aus den nn Beobachtung und Erfahrung innerhalb des Gemeinschafts⸗ einzelnen verschieden und die Rechtsprechenden sind zumeist aus Tagen schmeichlerischer Höflichkeit und Krieche ret und er meint, * lebens der Menschen stellen die Rechtsregeln auf. Der Gemein⸗ einem anderen Milien hervorgegangen als die breite Masse des daß sich mit dem demokratischen Stolz und der aufrechten Gradheit bdrang dor Trieb und das Sehnen nach Liebe sind der Urquell] Volkes, und mancher Richter kann sich darüber kein Urteil bilden. des modernen Kaufmanns derartige wikrdelose ene eee allen Rechts. Treffend sagt auch Nietzsche in seinemZarathustra: was von der Allgemeinheit für Recht befunden wird. Besonders nicht mehr vereinigen lassen. Gewiß hat der Ind ustriekapitän Recht ist die Liebe mit sehenden Augen. Alle Menschen müssen] im Strasprozeß ist der Rechtsspruch, ob und welche Strafe aus⸗] von heute und der nüchtern praktische Kaufmann nichts mehr mit W von dem Rechtsbegriffe beseelt sein, daß die Freiheit des einzelnen geworfen werden foll in der Hand des zünftigen Juristen allem] den geschmeidigen Vertretern einer formvollendeten Kultur zu tun, 9 zu beschränben ist, um der Gleichheit aller Menschen willen aus nicht aufgehoben. Von hier aus ergibt sich die Forderung der die diese Ausdrücke prägte aber warum sollen wir uns in dem % dem Gefühle der Bridderlichket heraus. Niemals darf der Mensch] Mitwirkung von Lasen bei der Nechtsprechung in weitestem Maße.] gegenwärtigen Zusammenbruch aller feinen Lebensart nickt wenig⸗ in seine Macht nach freiem Willen ausüben, sondern muß Be⸗ Die Jumrtsprudenz kann nicht immer entschesden. Hinter stens etwas davon selbst auf dem Gebiet dee en be⸗ 1* schränkung üben zugusten seiner Volksgenossen. Der einzelne dem juristischen Wissen muß etwas andres stehen, nämlich das wahren? Diese letzten vereinzelt stehen gebliebenen Blüten 115 L muß sich den Rechtsregeln der Gesellschaft unterwerfen in der Er⸗ juristische Denken und hinter diesem das juristische Wollen. dem Garten hsfischer Lebensart haben etwas Rührendes. und 16 kenntnis der Notwendigkeit daß alle berechtigt sind, an des Lebens] Dieses soll aber wieder geleitet sein vom suristischen Fühlen. man soll sie nicht noch mit rauher Hand ausrotten, wie dies 0 Gütern Anteil und Freude zu haben. Der formal und technisch vorgebildete Jurist soll lernen, sich des] Prosessor Palmer so eifria fordert. 5 1 Mittelpunkt alles Rechts ist also der Mensch mit seinen] Rechtsgesühls. das auch beim Laien gleich stark vorhanden ist, Börse in Moskau. Auch so etwas eristiert. In der Frankf. 200 Interessen. In unserm Privatrecht wurde diese Regel verschoben, bewußt zu werden, damit er bewußt abwägen kann. was für das Zeitung schreibt Geoxa Popoff einen längeren Bericht über sie. n aber nicht bewußt verschoben sondern es geschah im Lause der Rechtsgefühl des einen und das des andern spricht. Das heutige[Es heißt da u. a.:Die meisten dieser Börsianer sind in Pelze ge⸗ 1 ökonomischen Entwicklung. Nach dem jetzt bestehenden Privatrecht Recht gibt nicht allen Vollsgenossen ein Recht auf das zum Leben] hüllt. Alles läuft durcheinander: Russen. Juden. Armenier dal ist die Sache Rechtsgut und nicht der Mensch, das Leben des] Notwendige und bein Recht auf Gleichberechtigung am Genusse des Persec, Chinesen usw. Oft originelle Gestalben. Und phantastisch 1 Menschen und die menschliche Arbeit. Auf Grund des Eigentums⸗ Bodens, der Bodenschätze, der Kulturwerte. Es verdient deshalb gekleidet. Aber alles in Pelze vermummt. Und schachert und ll vochts das im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert ist, kann der Be⸗ nicht den hohen NamenRechtsordnung. Diese zu schaffen und] handelt und feilscht. Ein echter orientalischer Markt. Nur mit ulld sitzende seine wirtschaftliche Macht ohne Rücksicht auf die wirt⸗ durchzusetzen ist Aufaabe der sozialen Rechtsauffassung. dem Unterschiede daß es hier sehr kalt ist, und daß, der ganze in schaftlichen Nöte der proletarischen Volksmassen ausüben. Das 5 0 3 g 8 Trubeleigentlich von der Regierung dereinzigen kommunisti⸗ heutige Recht existiert im allgemeinen zum Schutze der Besitzenden Eine Philippika gegen den Geschäftsstil. Gegen das Geschäfts⸗ schen Republik in der Welt verboten ist. Scheinbar um das all⸗ 14 und wicht um der Menschen, um der Allgemeinheit willen. Von deutsch mit seinen veralteten Wendungen und umständlichen] gemeine Tohuwabohu noch auf die Spitze zu treihen. hat sich an dem Rechte das mit ung geboren ist, von dem ist leider nie die[Schnörkeln ist schon viel gesprochen und geschrieben worden, und einem Ende der Börsenhalle wo es auch ein Kaffee gibt, ein i Frage. während des Krigges gewann die Bewegung immer mehr an Orchester von Rotarmisten aufgestellt und spieltRigoletto. W Wer mum aher glaubt. bei Beseitigung der jetzt bestehenden Raum, die mit all diesen Floskeln wiehochachtungsvollster⸗ Sowjetistischer Börsen⸗Spekulatjons⸗Betrieb unter Musikbeglei⸗ Nechtsnormen das mit uns geborene Recht durch straff geformte gebenst usw. aufräumen wollte. Aber das Formgesühl steckt uns] tung. Das verbotene Goldklimper übertönend.. Vergessen 11 Gesetze gesichert zu sehen der gaukelte sich ein Trugbild vor. Durch Deutschen nun einmal seit jenen Jahrhunderten, da der brave spendend.... Unterdessen lassen sich die echten Börssaner durch ö derartig geformte Gesetze läßt sich das Gemeinschaftsleben nicht Bürger aus einemKomplimentierbuch und ausZeremonien⸗] dieses mustkalische Intermesao nicht im geringsten stören.Bern bei ordnen. Die Entwicklung schreitet vorwärts und das Leben geht vorschriften die feine Sitte lernte. allzu sehr im Blut. Merk⸗ dollary.daju kronn hört man weiter ohne Unterbrechung rufen. weiter. Was heute vernünftia ist, bezeichnet man morgen als würdiger ist es schon daß auch die viel formloseren Angelsachsen[ Auch, das von den oberen Galerien und Brückenhogen ihnen aller. 11 UUnsinn, und was gestern Wohltat war, ist übermorgen zur Plage[mit dem Geschäftsstil nicht fertig werden können. Ein amerikani⸗ hand Auspasser in die Brieftaschen schauen, ängstigt sie nicht. In geworden. Müßte der Richter nach straff geformten Gesetzen Recht] scher Professor namens Palmer, der den englischen Unterricht an Jahren hat man sich an die Tscheka gewöhnt und einegemein⸗

same Sprache gefunden.

der Hochschule von Syrabuse im Staat Newyork leitet hat nun 48 Und das nennt man dann Kommunismus.

wieder einmal mit einer heftigen Philippika gegen dieveralteten indsinnlofen Wendungen im Geschäftsbrief gewettert. Weg

sprechen so würde er oft gezwungen, Urteile zu fällen, die seinem finden widersprechen. Es muß demzufolge dem Richter ö Für sein Nechtsbewußtseim ein Ventil gelassen werden. damit er