dem Appell:
diesem Abkommenprojekt
ieder kritischen Situation in die Debatte geworfen wurde,
Leitung der Orgonisation stellen werden. Den zur Führung
dupalten vermögen, so find sie doch nicht ganz ohne Rückwirkung
auf die politisch⸗parlamentarischen Kreise, die in Frankreich
stärker denn in irgend einem anderen Lande auf die Stimmung
der Wählerschaft zu reagieren pflegen. 5 Keine russischen Nepressalien.
Die von uns mit allem Vorbehalt gebrachte Meldung über eine 1 Absicht der Sowsetregierung, im Falle der Be⸗ setzung des Ruhrgebietes alle Staatsangehörigen der Entente zu ve en, wird von amtlicher Seite nach einer Rücksprache von Moskau aus dementiert.
Die Feststellung der deutschen„Verfehlungen“ 72 Nach französischr Auffassung ist nicht daran zu zweifeln,
ß die Reparationskommissson heute mit einer Mehrheit von drei gegen eine Stimme die Nichterfüllung des Ver⸗ trages konstatieren wird.
Ein Aufruf der rheinischen Sozialdemokraten.
Die sozialdemokratische Partei für die obere Rheinprovinz hat in Anbetracht der Situation solgenden Aufruf erlassen: „dem rheinischen Volk stehen, wenn nicht alles täuscht, schwere Tage bevor. In Paris sind die Würfel gefallen. Einige wenige Personen maßen sich an, über das Schicksal von Mil⸗ lionen selbstherrisch zu entscheiden, das Selbstbestimmungsrecht einer politisch und kulturell hochstehenden Bevölkerung nicht⸗ uchtend. Die Geschichte wird darüber ihr Urteil sprechen. An Euch aber, Parteifreunde, wenden wir uns in dieser Stunde mit Schart Euch um unser Banner und folgt der Losung der Parteileitung! Habt Vertrauen und bewahrt die Disziplin. Eine gewaltige Erregung geht durch die Masse der Bevölkerung, darum ist Besonnenhett doppelt notwendig. Niemand lasse sich zu übereilten Schritten verleiten und jeder hüte seine Zunge, denn der Spitzel zeht um. Also Gewehr bei Fuß! Ruhe, Besonnenheit und Vertrauen! Die Parteileitung wacht. Sie wird zur ge⸗ gebenen Zeit die erforderliche Parole ausgeben!
Neues vom Tage.
Eine neue Russen⸗Note in Lausanue.
Die russische Delegation hat in der Meerengenfrage der [Konferenz eine neue Note überreicht, in der sie feststellt, auf eine Anfrage beim Generalsekretariat habe man zu verstehen gegeben, daß ein Ablomnienprojekt für die Meerengenfrage in der nächsten Woche der russischen Delegation zugestellt werden soll. Demgegenüber müsse die russische Delegation mit Erstaunen fesistellen, daß ihr keinerlei Mitarbeit an gestattet wurde. Unter diesen Umständen halte es die russisch-ukrainisch⸗georgische Abord⸗ nung für ihre Pflicht, nochmals zu verlangen, daß dieses Abkommenprojekt über die Meerengenfrage im einzelnen unter Beteiligung aller im Meerengenausschuß vertretenen Mächte diskutiert werde.
* Keine große Koalition in Reiche. Die Frage der Großen Koalition im Reiche, die noch bei
0
taucht naturgemäß auch jetzt wieder auf— Wir stellen des⸗
nach Erkundigung beim Parteivorstand und dem Vor⸗
ud der Reichstagsfraktion fest, daß irgendwelche Verhand⸗
ungen über die Große Koalition nicht stattgefunden haben.
it erübrigen sich alle Schlußfolgerungen, die auf Grund
der Gerüchte von einer bevorstehenden Verwirklichung der Großen Koalition gezogen worden sind.
* Die Absage der Vergarbeiter au die Kommunisten. Die am Sonntag im Ruhrgebiet abgehaltenen Berg— arbeiterversammlungen waren sehr gut besucht und sind ruhig verlaufen. In allen Versammlungen wurden Ent⸗ schließungen angenommen, die besagen, daß die Bergarbeiter sich bei den kommenden Ereignissen geschlossen hinter die
Die Sängerin. 5
Novelle von Wilhelm Hauff. 9
Die Aussöhnung mit dem Geliebten schien beinahe noch von größerer Wirkung auf die Sängerin zu sein als die kunstreichsten Tränklein ihres Arztes. Ihre Gesundheit besserte sich in den nachsten Tagen zusehends, und bald war sie so weit hergestellt, daß sie die Besuche ihrer teilnehmen⸗ den Freunde außer dem Bette empfangen konnte. Diese
endung ihres Zustandes mochte der Direktor der Polizei abgewartet haben, um die Sache meiter zu verfolgen. Er war ein umsichtiger Mann, und der Ruf sagte von ihm, daß ihm nicht leicht einer entgehe, auf den er einmal sein Auge geworfen, sollte er auch hundert und mehrere Meilen ent— fernt sein. Von dem Medizinalrat war ihm die Geschichte der Sängerin mitgeteilt worden er hatte sodann mit dem Baron Martinow noch weitere Rücksprache genommen und einiges erfahren, was ihm von großem Interesse schien. Der Gesandte hatte ihm neulich gestanden, daß er von dem Vor⸗ fall mit der jungen Bianetti Gelegenheit genommen, das ruchlose Leben des Chevalier de Planto höheren Orts zu berühren. Er hatte nicht versäumt, hauptsächlich den Um⸗ stand, daß jenes arme Kind eigentlich verkauft wurde, ins rechte Licht zu setzen. Jenes berüchtigte Haus wurde kurze Zeit karauf von der Polizei aufgehoben, und der Baron schien dies hauptsächlich den Schritten, die er in der Sache getan, zuzuschreiben. Auch er hatte von dem Tod des Chevoliers gehört, glaubte aber mit dem Polizeidirektor, daß dies nur ein Kunstgriff gewesen sei um sein Gewerbe sicherer fortzusetzen; denn beide hegten keinen Zweifel, jener Mordversuch an der Sängerin könne nur von diesem schreck— lichen Menschen herühren. Wie schwer war es aber, der Spur dieses Mörders zu folgen; die Fremden, die sich da⸗ mals in B. aufhielten, waren, wie der Direktor versicherte, alle unverdächtig; nur zwei Umstäände konnten zu Ge⸗ wisserem führen; das Schnupftuch, welches sich im Zimmer der Bianetti gefunden hatte, konnte, wenn man irgendwo ein ähnliches sah, zur Entdeckung leiten; es war daher die genaueste Beschreibung davon in den Händen aller jener Näherinnen und Waschfrauen, welche die Garderobe der Fremden in B. zu besorgen pflegten. Sodann glaubte der Direktor aus psychologischen Gründen annehmen zu können,
der Berliner Lohnberhandlungen beauftragten Mitgliedern
daß ein zweiter
wurde das Vertrauen ausgesprochen. Lohnerhöhungen sollen nur angenommen werden, wenn sie ab 1. Januar Geltung haben. Der Beschluß der letzten Vertrauensmännerkonferenz bezüglich des Ueberarbeitsabkommens wurde in allen Ver⸗ sammlungen gutgeheißen.
Entschiedene Ablehnung fand die kommunistische Propa⸗ ganda für ein kündigungsloses Abbrechen der Ueberarbeit ab 15. Januar. Ebenso wurde eine Beteiligung an dem Kampf der KPD. und der Union geegn den Vorstand des Bergarbeiterverbandes verworfen. Wie wenig die kom⸗ munistischen Parolen Anhänger unter den Bergarbeitern finden, zeigte der Verlauf einer Versammlung in Lünen, wo der Angestellte der Union eine Resolution einbrachte, die für fristlose Kündigung des Ueberschichtenabkommens eintrat. Whrend die kommunistische Resolution abgelehnt wurde, fand die Entschließung eines Mitgliedes des Bergarbeiter⸗ verbandes Annahme gegen vier Stimmen.
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Der Schieösspruch.
Das vom Reichsarbeitsministerium eingesetzte Schiedsgericht zur Schlichtung der Differenzen im Bergbau fällte am Montag, den 8. Januar, abends 9 Uhr einen Schiedsspruch solgenden Inhalts:
Der Lohn der Bergarbeiter im Ruhrrevier wird am 1. Januar durchschnittlich um 700 Mark pro Schicht einschließlich Sozjallohn erhöht. Vom 12. Januar ab tritt eine weitere Erhöhung von 1000 Mark pro Schicht in Kraft. In diesen Beträgen ist eine Erhöhung des Hausstands⸗ und Kindergeldes um je 50 Mk. einbegriffen. Die Verteilung der durchschnittlichen Lohnerhöhung auf die Klassen der Lohntafeln im bisherigen prozentualen Verhältnisse werden den Verhandlungen der Bezirksarbeitsgemeinschaft überlassen. Die Par⸗ teien behalten sich infolge der schwaͤnkenden politischen und wirtschaft⸗ lichen Verhältnisse das Verhandlungsrecht evtl. sür Neufestsetzung der Löhne noch im Januar vor. Weiter ist vereinbart, daß die am 1. Januar fällige Lohnerhöhung bei der nächsten Abschlagszahlung zur Auszahlung gelangt.
Ein Fluchtversuch des Nathenaumörders.
Der Rathenau⸗Mörder Techow hat, wie erst jetzt bekannt wird, vor 14 Tagen einen Fluchtversuch aus dem Zuchthaus Sonnenberg unternommen. offizier namens Schauer.
nisdirektors kam, der das saubere Plänchen vereitelte. Ein Gefan⸗ genenwürter, der in der Sache verwickelt ist, wuerde verhaftet. Der Plan soll nach dem Untersuchungsergebnis von langer Hand vor⸗ ereitet worden sein. Schauer, der schon im Kriege wegen Landes⸗ verrat festgenommen wurde, soll im Besitz französischer Banknoten gewesen sein, da er die Absicht hatte, Im ganzen sind etwa 6 bis 8 Personen in den Plan eingeweiht ge⸗ wesen. Der Oberreichsanwalt hat sich sofort nach dem Fluchtversuch Techows nach Sonnenberg begeben und hat dort älle für die Sither⸗ heit des Rathenau⸗Mörders getroffenen Maßnahmen geprüft und
verschärft. 4
Mürgerliche Demonstratson in Halle.
Nachdem der Polizeipräsident die öffentliche Kundgebung der Bürgerschaft vor dem Kaiser Wilhelms⸗Denkmal verboten hatte, fand eine Kundgebung der Bürgerschaft von Halle im Walhallatheater statt. Schon lange vor Beginn der Kundgebung war das große The⸗ ater dicht gefüllt. Hunderte von Personen fanden keinen Einlaß mehr. Alle Redner erhoben energischen Protest gegen die Schandtaten und ihre Urheber und gegen die Einwürfe der Polizeibehörden. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der einstimmig die ungerecht⸗ fertigten Einwürfe der Polizeibehörden zucückgewiesen wurde. Nach Schluß der Kundgebung zogen hunderte nach dem Kaiser Wilhelms⸗ Denkmal, doch wurde der Zug in der Poststraße nun durch die Polizei aufgehalten. Nunmehr bewegte sich der Zug nach dem Marktplatz. Hier stellte sich die Polizei der Menge entgegen und sorderte diefe auf, auseinanderzugehen. Als die Spitze des Zuges am Markte au⸗ kam, wurden die Teilnehmer von einem Trupp Kommunisten ange⸗ halten, die sich auf die Fahnen stürzten und sie den Trägern zu enk⸗ reißen versuchten. Es entspann sich ein Handgemenge und eine l die durch das Eingreifen der Polizei aber bald ein Ende fand. 5
Versuch auf das Leben der Sängerin bald folgen würde, im Falle sich nämlich der Mörder noch in der Nähe aufhielte. b
Sobald daher die Sängerin wieder bei Kräften war, begleitete der Direktor der Polizei den Doktor Lange, so oft er sie besuchte; es wurden dort manche Maßregeln be⸗ sprochen, manche schienen qut, aber nicht wohl auszuführen, manche wurden geradehin verworfen. Giuseppa selbst kam endlich auf einen Gedanken, der den beiden Männern sehr einleuchtete.„Der Doktor“ sagte sie,„hat mir erlaubt, in der nächsten Woche wieder auszugehen; wenn er nichts da⸗ gegen hat, würde ich auf der letzten Redoute des Karnevals zuerst wieder unter den Leuten erscheinen; es hat etwas Anziehendes für mich, mich dort, wo mein Unglück eigent⸗ lich anfing, zum erstenmal zu zeigen. Wenn wir dafür sorgen, daß dies in B. hinlänglich bekannt wird, und wenn der Chevalier noch hier ist, so bin ich wie von meinem Leben überzeugt, daß er unter irgend einer Maske sich wieder in meine Nähe drängt. Er wird sich zwar hüten, zu sprechen, er wird durch nichts sich verraten, aber seine Anschläge auf mein Leben wird er nicht ruhen lassen, und ich will ihn aus Tausenden erkennen. Seine Größe, seine Gestalt, vor allem seine Augen werden mir ihn kenntlich machen. Was meinen Sie, meine Herren?“
Der Plan war nicht übel.„Ich wollte wetten,“ sagte der Direktor,„wenn er erfahrt, Sie kommen auf diesen Ball, so bleibt er nicht aus; sei es ouch nur, um den Gegen⸗ stand seiner Rache wieder zu sehen und seiner Wut neue Nahrung zu geben. Ich denke übrigens, Sie sollten keine Larve vors Gesicht nehmen, er wird Sie dann um so leichter erkennen, um so eher in Ihrer Nähe in seine Falle gehen; ich werde ein paar tüchtige Bursche in Dominos stecken und sie Ihnen zur Eskorte geben; auf ein Zeichen von Ihnen soll der alte Fuchs gefangen sein.“
Babette das Kammermädchen der Sängerin, war während dieses Gespräches ab⸗ und zugegangen; sie hatte gehört, wie ihre Dame entschlossen sei, den Mörder oder seine Gehilfen ausfindig zu machen, sie glaubte es sich selbst schuldig zu sein, nach Kräften zu dieser Entdeckung beizu⸗ tragen. Sie paßte daher den Direktor ab, faßte sich ein Herz und sagte, sie habe schon neulich den Doktor auf einen Um⸗ stand aufmerksam gemacht, der zur Entdeckung führen könnte,
Unterstützung fand er bei einem früheren Flieger⸗ A1. 1. 125 1 hat von seinen Rasen Migesen r veilen dahingestellt bleiben. Die Presse
genen erzählt, wodurch die Angelegenheit zur Keunknis des Gefäng⸗ ey Volkspartei hat sich bisher jedenfalls in der ganzen Frage
nach Frankreich zu flüchten.
Gießen und umgebung.
Hessen und Nachbargebiete.
— 5. . 9 5
Geschichtstalender.
10. Januar. a 5 0
1757 Der deutsche Reichstag beschließt mit 99 gege Stimmen
5 auf des Kaisers Andringen und durch französisches Geld be⸗
stimmt, den Reichsexekutionskrieg gegen den„Friedensstörer“ Friedrich II. von Preußen. 5
1818 ae der Leibeigenschaft im Landgebiet von Frankfurt
am Ma g
netenhaus das Reichstags wuhlrecht für Preußen ab, ebenso die
geheime Abstimmung. 5 9 0 l 1008 Reichskanzler Fürst Bülow lehnt im preußischen Abgeord⸗ 1912 Rücktritt des Ministeriums Caillaux in Frankreich.
Wer wird Finanzminister? Es liegt in der Natur der Sache, daß die Personenfrage bei einer Regierungskrise eine erhebliche Rolle spielt. So erklärt es sich, daß die bürgerlichen Parteten, die eine Er- weiterung der Regierungsgrundlage bei den jetzt beginnen ⸗ den Verhandlungen erzwingen wollen, auch schon Ausschau halten nach geeigneten Ministerkandidaten aus den Reihen der Deutschen Volkspartei. Viel genannt wurde unter anderen der Wormser Oberbürgermeister Köhler, der als hessischer Finanzminister in Frage kommen könnte. Was Köhler anbetrifft, so schreibt über ihn unser Mainzer Partei⸗ organ: n lerdi iner Kandidatur des Wormser Ober⸗ 0 m er e Finanzminister gesprochen. Dr. Köhler gehört der Deutschen Volkspartei an tritt im Landtag nie polemisch, sondern nur in sachlichen Debatten hervor und man würde ihm daher unrecht tun, wenn man ihn in gleiche Linie mit den volksparteilichen Führern Dingeldey und Osann stellen wollte. 3 Ob Herr Köhler wirklich von seiner Partei zum Minister⸗ kandidaten ausersehen wird, falls die Vorfrage des Eintritts der Deutschen Volkspartei in die Regierungskoalition im bejahenden Sinne entschieden werden würde, muß einst⸗ der Deutschen
der Großen Koalition so sehr zurückgehalten, daß es verfrüht wäre, schon jetzt irgend eine Meinung über die Absichten der Herren Dr. Osann und Dingeldey zu äußern.
Aus den städtischen Betrieben.
Ueber unsere Straßenbahn und ihre mißlichen finanziellen Verhältnisse sind in der letzten Zeit vielfach Er⸗ örterungen gepflogen worden. Die Frage lautet: soll der Straßenbahnbetrieb eingestellt werden? Eine Frage ist das eigentlich kaum noch; das steigende Defizit, das bis zum 1. April 1923 auf etwa 15 Millionen Mark angewachsen sein dürfte, zwingt zu entschiedenen Maßnahmen. Jeder⸗ mann wird die Einstellung bedauern, allein es läßt sich einn derartig hoher Zuschuß aus allgemeinen Mitteln beim besten Willen nicht verantworten. Nebenbei haben schon viele Mittelstdte und zwar an Einwohnerzahl größere alis Gießen zur Stillegung ihrer Straßenbahn schreiten müssen, sogar Großstädte sahen sich dazu gezwungen. In Karls⸗ ruhe zum Beispiel liegen die Straßenbahnverhältnisse derart, daß kein Mensch einen Ausweg weiß; in Stutt⸗ gart hat die Straßenbahn⸗Gesellschaft der Mehrzahl des Personals gekündigt und will nur noch den Güterverkehr aufrechterhalten, in München ist das Defizit tehtz Tarif- erhöhungen stetig gewachsen. Ueberall derselbe„Bruch“, Gießen kann auch keine Ausnahme machen. Es verdient schon Achtung, daß es seine Straßenbahn solange gehalten hat. Besser wäre es gewesen, man hätte noch vor dem Kriege die Strecke nach Wieseck fortgeführt, dadurch wäre der Verkehr ohne Zweifel gehoben worden, wenn man auch nicht annehmen kann daß wir dann kein Defizit hätten. Im Vergleich zu frühern Jahren ist die Frequenz noch nicht einmal so schlecht. Die Zahl der beförderten Per⸗ sonen betrug im vergangenen Jahre 1446 742, im Rech nungsjahre 1911/12, dem zweiten Betriebsjahre der Straßenbahn, dagegen nur 1224 471. Das sind also in den verflossenen 12 Monaten immerhin über 220000 Personen mehr als in dem oben angeführten gleichen Zeitraum. Wenn man so oft leere Wagen durch die Stadt fahren sieht, glaubt man auf starken Rückgang des Verkehrs schließen zu müssen, man befindet sich aber darin im Irrtum. Bei obigem Ver⸗ gleich muß man allerdings noch berücksichtigen, daß vor 11 Jahren die Bevölkerung der Stadt um einige tausend ge⸗ ringer war.— Arbeiter sind bei der Straßenbahn 41 be⸗ schäftigt, darunter 15 Werkstättenarbeiter. Der Wagenpark beträgt 16 Motor- und 5 Anhängewagen. An Strom wur- den 315 170 Kilowattstunden verbraucht; die Kosten des Wagenkilometers betrugen 20 Mk., die Einnahme dagegen nur 7.50 Mk. Die Gesamteinnahme im Vorjahre bezifferte sich auf 3 698 209 Mk. f 7
—
Erhöhte Sozialrenten. Im Reichsgesetzblatt Nr. 85 ist eine Ver⸗ ordnung vom 21. Dezember 1922 über die Erhöhung der Unter⸗ stützungen für Rentenempfänger der Invaliden⸗ und Angestellten⸗ verficherung veröffentlicht. Darin werden die Höchstsätze für das Gesamtjahresqinkommen mit Rückwirkung vom 1. De z. 19 22 a n wie folgt festgesetzt: b für den Empfänger einer Invaliden⸗ oder Altersrente 43 200 Mk. für den Empfänger einer Witwen⸗ oder Witzwerrente 34 200 Ml. 9 für den Empfänger einer Waisenrente 19 200 M, Bei der anhaltenden Verteuerung der Lebenshaltung ist es dringe erforderlich, die Rentenempfänger so rasch wie möglich in den Genu der erhöhten Bezüge zu setzen. Um dies zu ermöglichen, hat sich das Neichsarbeitsministerjum ausnahmsweise damit einverstanden er⸗ klärt, daß die Gemeinden die erhöhten Unterstlitzungen nach Sätzen gewähren, die für die einzelnen Gruppen der Rentenempfänger nach Bedürsnisgraden abgestuft sind. Dieses Verfahren sst jedoch nur Augenblicke mit Rücksicht auf die Beschleunsgung der e 1
5
men zulässig. Snäterhin muß der Grundsatz, die Unterstützung 1 Bedürfnissen des einzelnen Falles möglichst genau anzupaf 3 bisher weiter beachtet werden. 1 N e — Eine Hekzberatungsstelle ist vom städtischen Brennstoffam im alten Rathaus am Markptplatz eingerichtet worden. e wird jeden Freitag abend kostenlos in der Zeit von 6.7 ½ Uhr
gegeben. Es ist sehr zu wünschen, daß von inrichtung Gerau) gemacht wird. fl die He em e e 12
er scheine aber nicht darauf zu achten.(Fortsetzung folgt.)
. Blatte sei bingewiesen.
Auf die Bekanntmachung im heuti


