Ausgabe 
9.6.1923
 
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auch den kühnen Mut haben sollte, dies alles vor einer breiten Oessentlichkeit aufrechtzuerhalten, dann dürfte ihm die Entente bald klar machen, was die Zeit an Vernunft erfordert, ebenso wie sie ihm in der Zwischenzeit so manches klar gemacht hat.

Die Deutschnationale Tageszeitung wird nur sbertrumpft von der Roten Fahne. Dieses Blatt beschwert sich darüber, daß vom N Widerstand, von der Räumung des

Ruhrgebiets, keine Silbe mehr gesagt wird und erklärt dann: Das ist die Preisgabe des Ruhrgebiets, die Zerstückelung Deutschlands. Die deutsche Bourgeoisie und die Regierung tragen vor aller Welt die volle und ausschließliche Verantwortung für die Kapitulation vor Poincars und Stinnes. 5 Interessant ist die Stellungnahme der Allgemeinen [Deutschen Zeitung, des Organs von Stinnes. Nachdem das Blatt darauf hingewiesen hat, daß über die wirtschaftlichen Punkte noch vieles zu sagen wäre, schreibt es: Hier(über die wirtschaftlichen Punkte) erheben sich noch uche Bedenken... Im Schreiben der deutschen Industrie hat srch das Privateigentum freiwillig bereit erklärt, seinen Teil an den Reparationslasten zu tragen. Aber es ist klar, daß hier nur eine leihweise Anleihe in Frage kommt, deren Höhe nicht schrankenlos ist. Also schon der erste Abbau. Vielleicht kommt bald der Tag, an idem die deutsche Industrie ihr Memorandum überhaupt ver⸗

leugnet. g Das Ergebnis von Brüssel.

Neue Konferenz.

1 In Pariser politischen Kreisen herrscht der Eindruck vor, daß die Brlülsseler Konferenz keinerlei Fortschritt im Sinne einer baldigen Entspannung gemacht habe. Viele Berichterstatter kündigen sogar den baldigen Zufammentritt einer interalliierten Konferenz in Ostende an, Als wesentliches Ergebnis der Brüsseler Konferenz wird von ben Pariser Blättern festgehalten, daß die von den Belgiern an⸗ fänglich gewünschte Annäherung an England zunächst nicht zustande⸗ kommen wird und daß es dem französischen Ministerpräsidenten ge⸗ lungen sei, die belgischen Minister zu seinem Standpunkt zu bekehren. Dieser Standpunkt lautete: Die französische Regierung ist bereit, mit den spelgfschen Sachverständigen den Plan zu besprechen, der in Paris ausgearbeitet wurde und die von Brüssel bezüglich der Re⸗ parationen erteilten Anregungen aufzugreifen; sie ist gleicherweise bereit, mit England und Italien in Besprechungen einzutreten, so⸗ bald die Grundlage zu einer Unterhaltung gegeben ist, doch halte sie es für notwendig, diese Grundlage festzustellen; vor allem müßten sich Frankreich und Belgien darüber zunächst verständigen. Diesen Gesichtspumkt setzte Poincaré gestern in Brüssel seinen belgischen 5 1 2 5

0 en auseinander. * inblick uuf die gestrige Brüsseler Konferenz verlautet, daß Poincaré gegen die Aufnahme von Besprechungen mit England geltend mache, daß Deutschland einen ungünstigen Eindruck davon gewinne. Es ist keineswegs gesagt, daß zwischen England und Bel⸗ gien nicht hinter den Kulissen Verhandlungen, wie sie bisher im Gange waren, fortgesetzt werden. Es heißt, daß dem belgischen Geschäftsträger in London, Baron Moucheur und dem englischen ee in Brüssel, Sir Grahame, ein großes Verdienst für die Fortsetzung ihrer Bemühungen, eine Verständigung zwischen 1* und den französisch⸗belgischen Verbündeten zu erzielen, zu⸗ ume, doch hätte sich Poincare angelegen sein lassen, auf das schäd⸗ liche und nachteilige offizieller Besprechungen mit England in Er⸗ wartung der deutschen Antwort hinzuweisen. Aus Einzelheiten der gestrigen Konferenz geht hervor, daß die belgischen Minfster mit Bitterkeit von der wegwerfenden Beurteilung Poincares ihres Projektes Kenntnis nehmen. Der französische Minister⸗ (präsident hob hervor, daß das belgische System, sofern es im un⸗ besetzten Deutschland überhaupt funktionjeren könne, doch nur Papier⸗ 0 einbringen werde. Unter diesen Umständen erklärten die bel⸗ Minfster, dem Brüsseler Korrespondent des Oeuvre zufolge, daß sie keinen neuen Plan mehr ausarbeiten werden.

Stimmung und Lage an der Ruhr.

Die Tatigkeit der Franzosen erstreckt sich nach der Beschlagnahme der wichtigen Ruhr⸗Mittellinie auf die umliegenden Zechen, die die 3 Kokereien Westfalens enthalten. Gewöhnlich erscheinen

Truppen mit Panzerwagen. Sie reißen daß Anschlußgeleis nach den in der Nähe gelegenen Zechen auf und entfernen sich wieder. Am Donnerstag wurden die Anschlußgeleise der ZecheZentrum 1 und III in Wattenscheid,Holland III und IV in der Nähe von Gelsen⸗ ki unbrauchbar gemacht. Man rechnet mit völliger Stillegung des wichtigen Verschiebebahnhofes Wattenscheid. Damit wäre der Kohlentransport vollständig unterbunden. Es tritt die seltsame TDatsache ein, daß Fabrik und Haushaltung die sozusagen auf Kohle 5 10 eee en leiden. 155 streng die 7 5 bzosen die Vorschriften über den Kohlentransport handhaben, geht dar⸗

ats hervor, daß in Reiklinghausen ein Fuhrmann, der eine Menge

Deputatkohle, also die Kohle, die der Bergmann umsonst von seiner

Zeche bezieht und die einen Teil seines Lohnes darstellt, abfuhr, mit

Mk. 25 000. Geldstrafe belegt wurde. 5

Man darf sich über die Stimmung gerade der Bevölkerung des Industriegebietes keinen Illusionen hingeben. Sie könnte falsche Meinungen aufkommen lassen, die den tatsächlichen Verhältnissen im Ruhrbezirk nicht gerecht werden und die den Ruhrkrieg in ein Stadium treibe, das den gewünschten Erfolg nicht gewährleistet. Am Mittwoch fanden große, von den Gewerkschaften und vom AfA⸗Bund einberufene Versammlungen statt, in denen diese Auffassung zutage trat. Während der Mann auf der Straße der Auffassung zuneigt, daß der Widerstand der Eisenbahner so ziemlich zwecklos sei. weil die Zechen ihre Kohle doch auf die Halden kippten und sie sozusagen mit den Franzosen schon Hand in Hand arbeiten, hat auf andere Kreise das Angebot der Industrie und der Land wirtschaft, die sich vor den Opfern drückten, während die Arbeiterbevölkerung an der Ruhr sozusagen alles opferte, verheerend gewirkt. Weiter fährt mam ins Feld, daß die Disziplinarverfahren gegen die streikenden Eisenbahner vom Februar 1922 immer noch schweben und daß Bergbauangestellte, die seit Jahren gemaßregelt sind und laut Schiedsspruch wieder ein⸗ gestellt werden müssen, immer noch auf der Straße liegen. In einer Resolution, die die Gelsenkirchener freien Gewerkschaften gestern abend einstimmig angenommen haben, wird das als Dolchstoß in den Rücken der Ruhrkämpfer bezeichnet.

Im übrigen macht sich ein großer Kaxtoffelmangel bemerkbar. Er ist zurückzuführen auf die durch die Witterungsungunst hier im Westen fast um vier Wochen verschobene Kartoffel⸗Frühernte und auf die infolge des Marksturzes ungeheuer in die Höhe geschnellten Preise für holländische Kartoffeln, durch die früher der Bedarf im Ruhrgebiet gedeckt wurde. Wie wir erfahren, beschäftigten sich be⸗ reits die Arnsberger und die Düsseldorfer Regierungen mit dieser Frage. Der Hauptgrund der Mißstimmung bleibt aber die Lohn⸗ frage. Die Geduld der Ruhrarbeiter in dieser Beziehung wird auf die denkbar härteste Probe gestellt. Hier muß bald eine Aenderung getroffen werden.

Politische Uebersicht.

Der deutsche Wirtschastszusammenbruch im Reich.

Die Beratung der sozialdemokratischen Notstandsauträge.

Schon der erste Tage der Beratung der Interpellation im Reichstag hat gezeigt, daß die Reichsregierung die furchtbaren Gefahren der Lage nicht klar erkennt. Unsere Schuld ist dies nicht; denn der Fraktions⸗ reduer Genosse Aufhäuser entwarf ein ungeschminktes, stark wirkendes Bild von den unerträglichen Schwierigkeiten, gegen die Lohn- und Gehaltsempfänger und der versinkende Mittelstand ankämpfen. Er klagte die Reichsregierung an, daß sie ebenso passiv sei wie die raffgierigen Schichten aktiv. Mehr als einmal schäumte auf der Rechten des Hauses Zorn auf, wenn unser Redner die ungeheure Mitschuld des deut⸗ schen Kapitalismus an den verworrenen Finanz⸗ und Wirt⸗ schaftsverhältnissen aufdeckte. f 5

Aufhäufer begnügte sich nicht mit scharfer Kritik, sondern entrollte zugleich ein Sanierungsprogramm zum Kampf gegen den Devisenschwindel und für die Sanierung der Reichsfinanzen. Nur auf dieser Grundlage könne eine Stützungsaktion für die Mark Erfolg haben. Den Reichs⸗ wirtschaftsminister erinnerte er daran, daß er vor Monaten sehr rasch mit einer Mahnung herausgekommen sei, mit Rücksicht auf die Stützungsaktion die Löhne nicht zu erhöhen. Wo aber bleibe jetzt die Kundgebung des Reichswirtschafts⸗ ministers an die Unternehmer, die Löhne der rapiden Geld⸗ entwertung anzupassen? Unter dem Lärm der Deutsch⸗ nationalen schloß Aufhäuser seine Rede mit einer sehr ernsten Mahnung an das Bürgertum. Die Sozialdemokratie, so sagte er, werde sich nicht als Domm gegen die hungernde Masse gebrauchen lassen. Die bürgerlichen Parteien müßten ihre Politik ändern und auch die Gemeinwirtschaft umstellen, wenn Deutschland von schweren inneren Erschütterungen be⸗ wahrt bleiben solle. 0 Der Reichsarbeitsminister Dr. Brauns,

ein geist⸗

licher Zenkrumsniann, beschränkle sich mi kluget auf eine Aufzählung dessen, was in seinem Ressort schehen sei und in wenigen Tagen noch geschieht, Renten aller Art, insbesondere diejenigen für die opfer und für die Erwerbslosen, der Geldentwertung gleichen. Gegen die Forderung der Goldlöhne polem der Minister sehr entschieden. Er glaube, daß bei d führung der Goldlöhne die Preisbildung ganz hem los nach oben drängen werde, die Notenpresse noch r arbeiten müsse und die Spannung zwischen dem Non lohn und der Kaufkraft der Löhne noch stärker werde verwies darauf, daß auch in der freien Gewerkschaff sehr kritische Stimmen gegen die sogenannten Go laut würden. Notwendig sei freilich, die Löhne, Ge und Renten rascher als in den jüngsten Wochen dem änderten Geldstand anzupassen. Die Reichsinderziffern auch nach der Meinung des Reichsarbeitsministers ideale Grundlage für die Lohnberechnung. Darum die Reichsregierung für diesen Monat mit ihren Bewill gen über den Reichsindex hinausgehen. Der Reichsfinanzminister, der in se üblichen glatten und geschickten Weise sprach, gab zu, daß Steuergesetze dem großen Geldsturz nicht gewachsen Ein beschleunitzter Ausgleich sei erforderlich. Allerd scheitere eine grundsätzliche Umgestaltung unseres Steu wesens daran, daß dadurch die Veranlagung für lange h aus ins Stocken käme. Notwendig aber sei eine sehr ste Vervielfältigung der Vermögensabgabe zur Brodverb gung. Ferner sei eine weitgehende Erhöhung der Vo zahlung auf die Einkommensteuer der Veranlagu pflichtigen notwendig. Auch die Nachprüfung des kommensteuergesetzes und des Körperschaftssteuergese und eine neue Veranlagung der Vermögenssteuer sei e forderlich. Die Bewertungsvorschriften könnten eben nicht aufrecht erhalten bleiben. Die bürgerlichen Parteien hörten diese Kritik ihrer vor wenigen Wochen gegen unsere Stimmen verabschi Steuermachwerke in Ruhe an. Damit ist natürlich noch gesagt, ob sie sich auf den Boden der ohnehin noch genügenden Regierungserklärungen stellen. Die S demokratie wird die Anregungen des Reichsfinanzminist nicht nur unterstützen, sondern alles tun, um ihn noch sein Programm hinaus zu treiben. Seine Bemerkung die großen Lasten nicht nur von dem Besitz aufgebracht den könnten, ist eine Binsenwahrheit, die nirgendwo stritten wird. Verlangt wird aber, daß der Besitz end entsprechend seiner Leistungsfähigkeit hergibt. Davon k einstweilen gar keine Rede sein. Wir haben nicht geh daß die bürgerlichen Parteien Herrn Hermes warme stimmung gezollt hätten. Sie werden auch jetzt zum 9 wendigen gezwungen werden müssen. Eine besondere Figr bildete wieder der Reichswirtschaftsminister Dr. Becker spricht als Minister nicht anders wie früher als Ver des Großkapitals in den Steuerausschüssen. Warum man sich auf der Suche nach Auswegen aus der furcht Lage allzu viel Sorgen machen? Für Herrn Becker ist Versailler Vertrag und seine Auswirkung die bein alleinige Ursache unserer Not, und damit gibt er sich frieden. Er wird aber erleben, daß mit dem Hinweis den Versailler Gewaltfrieden, so sehr dieses Dokument schuld an unserm Elend trägt, niemand zufriedengestellt v den kann. Nicht nur Versailles und nicht nur die Diktate Entente, sondern in sehr großem Maße auch die Selbsts Ce...

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Natürlich willst Du das nicht, Du wunderliches, altes

n. Du hast ihn lieber als sonst irgend jemand, und ich glaube, Du möchtest ihn für Dich selbst haben, Du eifer⸗ süchtige Tante, weil Du ihn für den witzigsten, klügsten und schönsten jungen Mann von ganz Island hältst.

In einem Goldschmiedladen glitzern viele Sachen, eine vernünftige Frau streckt aber ihre Hände nicht nach allem aus. ö Und tue ich das etwa?

»Es hat den Anschein, mein Herz; setze Dich aber hier vor den Spiegel, damit ich Dir das Haar bürsten kann. Du sollst Magnus heiraten, und Deine öffentliche Verlobung wird übermorgen in Gegenwart beider Familien stattfinden, und doch hast Du Oskar, seit er vor acht Tagen aus England heimgekehrt ist, alle Tage und die ganzen Tage hier gehabt und willst nun mit ihm nach Thingvellir reiten. Du wirst Unheil stiften, so viel sage ich Dir. Zwei Hunde einigen sich selten über ein und denselben Knochen.

Hier befiel das Mädchen ein toller Lachanfall. chen, was Du uns für Namen beilegst!

Besser, daß ich es tue, als jemand anders! Die Leute hier sperren die Ohren gewaltig auf und Oskar den Mund 1 spricht beständig von Dir.

Nicht beständig, Tantchen. Thoras hübsches Gesicht errötete in dem vor ihr stehenden Spiegel.

Beständig! Erst gestern noch sagte er,meine künftige Schwägerin.

Wichtkünftige Schwägerin, Tantchen. i fen Hab' ich gesprochen, Thora, oder nicht? Meine zu⸗ künftige Schwägerin ist ganz bezaubernd, sagte er

5Sicher aber sagte er nichtbezaubernd, liebstes Tantchen. 45Ja, so war es, und halte Deinen törichten Kopf'mal still, mein Fräuleinganz bezaubernd, sagte er,und ich bin schon halb eifersüchtig auf den alten Magnus. Die blauen Augen im Spiegel strahlten vor Entzücken, [der Mund aber sagte:Natürlich würde ich furchtbar ärger⸗

Tant⸗

5

0 F eee e 8 0 N 0 lich gewesen sein, wenn ich ihn das hätte sagen hören, meine und schlank, fast ebenso N wie Thora selbst und 8 Der verlorene Soh. Schuld ist es aber nicht einem Kranz kurzer Locken unter seinem Tirolerhut, den

305 Roman von Hall Caine. 2Dummes Zeug! sagte Tante Margret mit einem ver⸗ gegen die sich bewegende Jalousie lüftete. Der Mond

achtlichen Schnauben.Laß Dir von einer verdrehten alten Schraube raten, mein Schatz, und säe keinen Unfrieden zwischen zwei Brüder.

Darauf nahm das strahlende Gesicht im Spiegel einen ernsthaften, nachdenklichen Ausdruck an und Thora sagte: Wie kannst Du nur so schreckliche Dinge aussprechen, Tante Margret? Nur weil ich mit Oskar nach dem Schafeintreiben reiten will.

O, ein kleiner Bach kann zu einem großen Fluß an⸗ schwellen. Was nützt aber alles Reden ein wildes Tier kann gezähmt werden, nicht aber ein starrköpfiges Frauen⸗ zimmer.

Dann aber, beim Anblick von Tränen in Thoras Augen, gab Tante Margret dem Haar des Mädchens ein paar sanftere Bürstenstriche und sagte:Magnus mag nicht so klug wie sein Bruder sein, Thora, er ist aber zwanzigmal gewissenhafter und zuverlässiger und nicht weniger imstande, ein Mädchen unter seine Obhut zu nehmen und es glücklich zu machen. Außerdem, mein Herz. ist alles bestimmt und ab⸗ gemacht, und auf der schon fertigen Straße reist es sich stets am bequemsten, wie Du weißt. Deine Heirat mit Magnus ist zwischen dem Gouverneur und Deinem Vater nun einmal ausgemacht, sie haben ihr Herz darauf gesetzt und der Kon⸗ trakt ist fertig, und wenn jetzt noch irgend etwas dazwischen kommen sollte

Thora jedoch, die mit seitwärts geneigtem Haupt einem Geräusch draußen gelauscht hatte, sprang plötzlich auf und sagte,ich glaube, das ist Silvertops Schritt.

Der Hufschlag eines Pferdes auf dem Straßenpflaster wurde laut, und im nächsten Augenblick rief eine männliche Stimme unter dem Fenster:Hallo! Hallo! Hallo!

Thora rannte ans Fenster und sagte, zwei der Jalousie⸗

latten teilend, mit erheucheltem Erstaunen,das ist Oskar!

Dann klopfte sie an die Fensterscheibe, um der untenstehen⸗ den Gestalt einSogleich! zuzurufen und einen Augen⸗ blick auf dieselbe hinabzuschouen.

0 Ein junger, dreiundzwanzigjähriger Mensch saß auf einem Ponp und hielt ein zweites am Zügel. Er war groß

indes untergegangen; eig grau angehauchtes rosa sickerte als Vorbote der Sonne durch die dun Atmosphäre. Die Schiffe und Fischerboote in der Bu brachen durch einen Nebelschleier? und undeutliche Schatte von Männern und Frauen, bis an die Kehle verhüllt, o wie Kinder plaudernd und lachend, bewegten sich im Du der Straße hin und her.. 3 Schnell, Tantchen, schnell! rief Thora mit gedäm Stimme, und während die Frauen im Schlafzimmer hin her liefen und flüsternd miteinander sprachen, schlug sich wartende junge Mann draußen mit seiner Reitpeitsche die Gamaschen und pfiff und sang abwechselnd Str. eines Liebesliedes vor sich hin 3 Trink mir zu mit den Augen Dein, Dir antwortet mein Blick. Muß ich diese abscheulichen Dinger tragen?? Gewiß mußt Du das. Sie sitzen warm und be und es ist nicht, als ob irgend jemand sie sehen würde Tantchen, sprich nicht so laut, die Leute möchten hören. 5 8 Im Becher brauch' ich keinen Wein Läßt Du den Kuß zurück. Was für eine Stimme er hat! Ich eines Tages sein Glück damit machen. 5 Mag sein, von der Stimme leben die Leute aber n e hier in Island nicht da ist Dein Kl. rock. 5 Um Simmelswillen Tantchen! Der Seelendurst will mehr als Wein: Den Göttertrank von Glück. Und nun meinen Hut. Wenn ich das alte schöa Reitkleid tragen soll, muß ich wenigstens etwas Kleid auf dem Kopf haben. Der mit der Feder nein diesen 1 einen Schleier. So! Sehe ich nekt aus?. g Furchtbar nett, wenn ich Dir's sagen soll.

(Fortsetzung folgt.)

bin sicher, er