die geeignet ist, erzeblicheg Auffeßen zu erregen. Der Artikel be⸗ schäftigt sich zunächst mit den internen Auseinandersetzungen in der KPD. und mit dem kindischen Radikalismus der Berliner Richtung, die durchaus verlangte, daß die Kommunisten im Ruhrgebiet die Besetzung der Betriebe durch die Arbeiter proklamieren sollten. Das Ruhr⸗Echo weist darauf hin, daß diese Parole auch von den links⸗ oppositionellen Kommunisten des Ruhrgebiets einmütig abgelehnt werde und fährt dann wörtlich fort: a „Einige Zeit nach der Besetzung des Ruhrgebiets hätten wir leicht die Möglichkeit gehabt, die Betriebe zu besetzen. Von fran⸗ zösischer kapitalistischer Seite wurde mehr als ein Mal der revo⸗ lutionären Arbeiterschaft der Vorschlag gemacht und die Hilse der französischen Bajonette angeboten. Diese Anträge wurden selbst⸗ verständlich von unserer Partei mit aller Entschiedenheit zurück⸗ gewiesen.“ s Das Ruhr⸗Echo führte dann sehr richtig weiter aus, daß die Betrieksbesetzung durch die Kommunisten im Ruhrgebiet gar nichts anderes bedeutet hätte, als daß damit für die wirkliche Besetzung der Betriebe durch den französischen Militarismus freie Bahn ge⸗ schaffen worden wäre. Die Enthüllung des Ruhr⸗Echo dient nur als wirkfame Ergänzung dessen, was man längst schon wußte. Wenn man allerdings die Haltung des Ruhr⸗Echo in der Frage der Schuld an der Tragödie bei Krupp betrachtet, so findet man nicht, daß das Ruhr⸗Echo die Ratschläge, die es erteilt, im eigenen Hause richtig beherzigt; denn das Ruhr⸗Echo hat die Kruppdirektoren um dessent⸗ wien dehtnziert, weil sie durch das Ziehenlassen der Strenen eben das getan hatten, was von den kommunistischen Betriebsräten der Firma Krupp selbst gefordert worden war.
Politische Uebersicht.
Das Ziel des Nuhrkampfes.
Beseitigung des Achtstundentages!
Eine Vertreterversammlung der sogenannten„Ver- einigten Vaterländischen Verbände Deutschlands“, in denen bekanntlich der aus der Deutschen Volkspartei hinaus⸗ bugsierte Abgeordnete Geißler eine Rolle spielt, nahm am Donnerstag einen Vortrag des früheren nationalliberalen Landtagsabgeordneten Bacmeister über den Wirtschafts⸗ kampf gegen Frankreich entgegen. Bacmeister, ein typischer Repräsentant der Schwerindustrie alten Stiles, erklärte, das deutsche Volk dürfe sich keinerlei Illusionen hingeben. Weder ein industrieller noch ein finanzieller Zusammenbruch Frank⸗ reichs sei aus dem Ruhrunternehmen zu erwarten. Die Markstabilisierung sei die furchtbarste Täuschung eines Volkes seit der französischen Revolution. in der ähnliche Experimente gemacht worden seien. 0
Notwendig sei die Aufstellung eines wirtschaftspoliti⸗ schen Programms, das es ermögliche, auslandische Zahlungs⸗ mittel in großer Menge hereinzubekommen. Zu diesem Zweck müsse sich die Regierung entschließen, die„Arbeit in Deutschland freizugeben“ und alle Hemmungen, wie den Achtstundentag usw. zu beseitigen. Reichskanzler Cuno müsse in feierlicher Sitzung des Reichstages eine dahin⸗ gehende Erklärung abgeben. Cuno sei leider in letzter Zeit durch gewisse Strömungen in eine Richtung gedrängt wor⸗ den, aus der er die Möglichkeiten der Wirtschaft nicht mehr voll erkennen könne. Ein Weitergehen auf dem bisherigen Wege müsse zu bolschewistischen Zuständen führen. Besitze Cuno nicht das erforderliche Verantwortungsgefühl, so fehle in Deutschland überhaupt der starke Monn, der allein die Rettung bringen kann. 5
Ganz im Sinne dieses Vortrags nahmen die„Vater⸗ landischen eine Entschließung an, die die bisherigen Methoden des Wirtschaftskampfes gegen Frankreich als un⸗ zureichend bezeichnet und vom Reich. kanzler verlangt, daß er die Abschaffung des Achtstundentages, die Bezahlung nach Leistung und die Einführung des„vaterländischen Hilfs- dienstes“(Zwangsarbeit) vom Volke fordere. In einer zweiten Entschließung wurde die Auflösung der Kommunisti⸗ schen Partei verlangt.
Man sieht, daß die Vaterländischen in ihren Forderun⸗ gen nicht unbescheiden sind.
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Zwar herrscht schon Arbeits-
losigkeit auf allen Wegen und Stegen, aber die Besefkigung des Achtstundentages wird den Sieg gegen Frankreich bringen. a Heil!
Aus dem putschistischen Hexenkessel.
Kurz vor Ostern wurden in Kassel mehrere Personen von der Kriminalpolizei festgenommen, weil sie dem französischen Spionagebureau in Düsseldorf. Bleichstr. 7, Nachrichten über an⸗ geblich rechtsradikale Organisationen und Vecbände in Deutschland überbracht hatten. Diese Nachrichten hatte das Haupt der Gesell⸗ schaft, ein gewisser Hans Heinrich Brüning, der unter dem jalschen Namen eines Dr Börner seit längerer Zeit in Wilhelms⸗ hausen bei Kassel wohnte mach dem Muster des Berliner Groß⸗ fälschers Paul Ansbach frei erdichtet. Aus den aufgefundnen zahl⸗ reichen Schriftstücken die außerordentlich geschickt angefertigt und gefälscht waren ging hervor daß Brüning alias Dr. Börner nicht nur die Meldungen erfand, sondern auch den von ihm erfundenen angeblichen Geheimverbünden gefährlich klingende Namen gab, wie„Völkische Kampffront Groß⸗Deutschland“,„Deutsche Wehr⸗ schaft“,„Sturmableilung Heymann“,„Hauptgeschäftsstelle der Sturmabteilung“ u. a. m. Seine angeblichen Meldungen, die sich auf die Vorbereitungen eines Rechtsputsches bezogen, kamen aus München, Hamburg, Hannover und Berlin. Das den Franzosen in die Hände gespielte Material war geeignet, den Eindruck zu erwecken, als wenn in Deutschland eifrig gegen Frankreich gerüstet würde und als ob Wafsen in großer Anzahl vorhanden seien. Bei Brüning wurden etwo 40 falsche Stempel vorgefunden, die er zur Zeichnung seiner Schriftstücke verwendet hatte. Brüning war zu⸗ letzt angestellter Mitarbeiter der in Hannover erscheinenden deutschvölkischen Kampfschrift Der Sturm, dessen Geschäftsstelle er in Kassel leitete. In dieser Stellung hatte er naturgemäß Zutritt zu zahlreichen rechtspoliischen Kreisen. Neben der a Spionage betrieb die Gesellschaft auch miltärische Spionage. Mit Brüning, der im Jahre 1900 gebocen und von Beruf Kaufmann ist, wurden noch folgende Personen sestgenommen: Die 1903 ge⸗ borene Elli Hagemann in Kassel, der 1902 geborene Fritz Waß⸗ muth⸗Kassel und ein 1892 geborener früherer Schutzpolizeibeamter aus Düsselborf namens Franz Wander der hauptfächlich die mili⸗ tärische Spionage betrieb.
Schwerer Zusammenstoß in Regensburg.
In Regensburg ist es Donnerstag abend zu einem schweren Zusammenstoß zwischen Nationalsozialisten und Sozialisten ge⸗ kommen, welcher das Einschreiten der Landespolize' und der blauen Polizei veranlaßte. Im Laufe der Auseinandersetzung wurde der Wagenschreiber Albert Stöckl von der Betriebswerk⸗ stätte Regensburg durch den Vizewachtmeister und Angehörigen der nationalsozialistischen Partei, Senne. erstochen. Freitag vor⸗ mittag fand eine Sitzung der Gewerkschaftsvorstände und der Be⸗ triebsräte statt, sowie der Sozialdemokratischen Partei, um Be⸗ schlüsse anläßlich öieser Vorgänge zu fassen.
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Ueber die Aufrichtigkeit der Kommunisten
mach der württembergische Landtagsabgeordnete Fausel, der früher selbst Hommunist war, dann aber zur Sozialdemokratie übertrat, bemerkenswerte Mitteilungen. So habe einer der kom⸗ munistischen Führer im Nürtinger Bezirk, namens Knauß, sich beim Abschluß der Sammlungen für die russischen Hungerbezirke geäußert:
„Die gesammelten Gelder kommen selbstredend nicht nach Rußland, denn es wäre eine Dummheit, die Gelder erst nach Rußland zu schicken, da wir(die Kommunisten) doch fortlaufend Mittel von dort zu deutschen Parteizwecken erhalten.“
Ferner erklärte gach den Mitteilungen Fausels der kommu⸗ nistische Bezirksleiter und Landtagsabgeordnete Schneck bei Ab⸗ lieferung des Ergebnisses der Sammlung für die Russenhilfe auf die Frage, ob nun die hungernden russischen Kinder, zu deren Aufnahme sich in Nürtingen mehrere Familien bereit erklärten, bald kommen würden:
„Ach was! Bluff! Unsere russischen Genossen wären dumm und würden ihre Kinder nach Deutschland schicken, damit sie kapitalistisch durchseucht werden. Jie die Kinder 4 in Ruß⸗ land aufs beste gesargt. Unsere diesbezüglichen Aufrufe er⸗ folgten lediglich zu dem Zweck, um ein möglichst günstiges Er⸗ gebnis der Sammlung zu erreichen.“ a
Aus diesen Mitteilungen geht unzweideutig hervor, daß es den Kommunisten gar nicht Ernst war, als sie bei den deutschen Arbeitern Unterstützungen für die hungernden russischen Kinder er⸗ bettelten, sondern daß es ihnen nur um Gewinne für die eigene Parteikasse zu tun war. Damit haben sie sich um den letzten Rest persönlicher Achtung gebracht, den man ihnen Rare Meinungsverschiedenheiten noch schuldig zu sein glaubte. g
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politischen
Regierungskrise in Schweden. 5 Rücktritt Brantings. f das nach den all ö
i a i ückgetreten. a Mehrheit zu besitzen, ist zurückg bestand ausschlleh
bilde. Dem Rücktritt des bestand zugrunde: Infolge in der Bergwerksindustrie, Wochen keine Unterstützung erhalten. 5 0 0 Unterstützung wurde damit begründet, daß sie sich in einen Konflikt befänden und infolgedessen einen Anspruch ai a Unteistützung nicht hatten. Die Regierung beabsichtig 1 4 0 dieser Ungerechtigkeit ein Ende zu machen, und sie legte. 1 halb dem Reichstag neue Richtlinien für die Arbeitslos. unterstützung vor. Von vornherein machte sie die Ablehnu 0 aal dieser Richtlinien zur Kabinettsfrage. Die Zweite Kan mer ct 117
nahm den Entwurf dieser Richtlinien bei der ersten Berat 1 6 dagegen lehnte ihn die Erste Kammer ab. Nach deln Ausgang machte der betreffende Fachausschuß einen Kom promißvorschlag, der auch die Regierung und die sozialde 15 kratische Fraktion befriedigte. Die Erste Kammer lehnte abe am Tonnerstag auch diesen Vorschlag ab, sodaß die Je 100 gierung sich gezwungen sah, aus diesem Verhalten ihre Ke 005i sequenzen zu ziehen. Der König ist gegenwärtig zur Gr. 10 1 holung in Italien. Die Regierungskrise wird deshalb ke* 1 schnelle Erledigung erfahren. Da die parlamentari 170 Verhältnisse noch genau die gleichen sind wie nach der Wahlen im Jahre 1921, ist anzunehmen, daß in der 8 sammensetzung der Regierung keine wesentlichen Veränhe* rungen vorgenommen werden. J 5 Andererseits meldet der Stockholmer Korrespondent de Frankf. Ztg., deß der konservative Führer Trygger zusam men mit dem Liberalen Egmann voraussichtlich eine bert konservative Regierung bilden werde, in der die Ban ler gleichfalls vertreten sein werden.
Die hei sischen Landes farben.
Bisher bestand in Hessen keine gesetzliche Bestimmu über die Landesfarben. Auf Flaggentafeln und in literar schen Veröffentlichungen wurden bald weiß ⸗ rot, ba 0 rot-weiß angegeben. Eine besondere Vorschrift ül 4 die Farbenführung bei Flaggen und Wimpeln ist nur dem Reglement, die Landesflagge und Wimpel der Hand schiffahrt auf dem Rhein und seinen Nebenströmen be treffend, vom 16. März 1839 enthalten. Diese machung bezieht sich aber nur auf die Flaggen der Hande b schiffahrt. Sie bestimmt bei den Wimpeln als Farbensol Ae herr
der Landesfarben rot⸗weiß, während auf Grund der Farbe. KN
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ee ehh ler Eine soeben dem Landtag zugegangene— ligen lage enthält nunmehr u. a. folgende Bestimmungenz Die 1
hessischen Landesfarben sind rot-weiß. n Schu
hessische Landesflagge wird als allgemeine Landesflagge, a5 15 bord Dienstflagge und als Handelsflagge geführt. Die allg⸗ Ae nir meine Landesflagge ist in einen roten und einen weißt 3
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Querstreifen von gleicher Breite geteilt. Die Dien flagge ist in rot-weiß⸗rote Querstreifen geteilt. beiden roten Streifen sind gleich breit. Der weiße Streif ist doppelt so breit wie ein roter und trägt in der Mitte d Staatswappen. Die Handelsflagge ist in rot⸗wei
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Der Deserteur. 15
Roman von Robert Buchanan.
Zwanzigstes Kapitel. Die Menschenjagd. Draußen zwischen den Klippen, auf halbem Wege zwischen dem Gipfel des Abgrundes und dem wellenbespül— ten Felsgestein am Strande, sitzt ein Mann so still und be— wegungslos, daß man ihn für einen Teil des Felsens halten könnte.
Es ist einer jener schwülen Sommernachmittage, an denen der Horizont von seinem eigenen Atem ummölkt ist. Kein Lüftchen regt sich, man hört meilenweit das Brausen des Meeres. In dem schrillen Schrei der blaurückigen Möwe, die bedächtig über den Wasserrand segelt, liegt etwas Er⸗ greisendes. Der Mann sitzt in einer kleinen Nische; ein schwindeliger Pfad führt zu dem Felsen hinunter, aber der über seinem Haupte hängende Abgrund ist vollständig unzu⸗ gänglich. Kaum hundert Schritt entfernt, erhebt sich die vom Himmelszelt überdachte, große natürliche Kathedrale. Von seinem Sitz aus sieht er den durch die Flut gebildeten smarag⸗ denen Boden derselben. Ueber der Kathedrale flattern gleich Schmetterlingen, ein leises Gekreisch ausstoßend. zahllose Möwen. Die Sonne hat sich versteckt, aber der matte Purpur, der den westlichen Horizont begrenzt, deutet darauf hin, daß sie im Sinken ist. Weit draußen auf dem offenen Ozean gleiten Fischerboote wie dunkle Punkte auf der glasigen Flache dahin. Es ist ein heißer, dunstiger Tag.
Seit vielen Stunden kauert der Mann in seiner Nische, lauschend und wartend. Plötzlich bewegt er sich und wirft das Haupt zurück wie ein aufgeschrecktes Wild, seine ängst— lichen, neugierigen Augen blicken zu der schwindeligen Klippe über seinem Haupte empor. Hoch oben flattert etwas, ent- weder eiie flinke weiße Möwe oder ein Taschentuch. Kaum hat er es erblickt, als er sich kerzengerade erhebt, Zeigefinger und Daumen an die Zähne legt und einen schrillen Pfiff ausstößt. Wer ihn in diesem Augenblick gesehen hätte, würde tiefes Mitleid mit dem Aermsten empfunden haben, denn er ist barhaupt, der Bart lang und verwildert, das den Elementen ausgesetzte Antlitz gebräunt, die Kleidung zerfetzt
— sie besteht übrigens nur aus den landesüblichen kurzen Beinkleidern und einem bunten Hemd, das kaum mehr diesen Namen verdient. Er sieht eher einem gehetzten wilden Tier aus der Urzeit ähnlich als einem ruhigen, friedlichen Bürger.
Aufblickend, sieht er vom Gipfel des Felsens Etwas rasch an einem Seil heruntergleiten, er streckt gierig die Arme danach aus und hält bald ein kleines Körbchen in den zitternden Händen, dem er ein Stück Schwarzbrot, ein Stück gewöhnlichen Käse und ein kleines Fläschchen Branntwein entnimmt. All dies legt er neben sich auf das Gestein und zieht das Seil sanft wieder an. Im Nu steigt das Körbchen in die Höhe, er macht sich eilig daran, seinen lebhaft knur⸗ renden Magen zu befriedigen. Nachdem er sein kärgliches Mahl beendet, bindet er die Reste sorgfältig in ein Tuch, das er bis dahin um den Hals geschlungen hatte. Vom Branntwein schlürft er nur tropfenweise, als ob jeder Trop⸗ fen kostbar wäre; tatsächlich ist er es auch, denn er erweckt neues Leben in dem halbverhungerten Körper. Nachdem er eine kleine Ration bedächtig hinuntergeschlürft hat, verbirgt er seine kostbaren Schätze auf der Brust. Er scheint es durchaus nicht eilig zu haben, denn er hält nun seine Siesta und läßt seine neubelebten Blicke ruhig über die abendlich beleuchtete Landschaft schweifen. Ein träumerischer Aus- druck liegt in seinen sanften Augen, der im krassen Wider⸗ spruch zu den verängstigten, abgezehrten Linien seines Ge⸗ sichtes steht.
Plötzlich springt er wie ein erschreckter Hase von seinem Sitze auf. Aufrecht stehend, horcht er mit angehaltenem Atem
in die Höhe; Laute, erschreckender als Meeresgebrüll, dringen an sein Ohr— menschliche Stimmen! Namenloses Entsetzen spiegelt sich auf seinen Zügen. Er springt und
flettert wie ein Gemsbock den halsbrecherischen Pfad zum Strande hinab.
Ein von oben dringender Schrei veranlaßt ihn, einen Augenblick stislzusteßen und hinaufzublicken. Er wankt und elles dreht sich im Kreise mit ihm herum doch faßt er sich rasch wieder und gleitet rußig weiter. Er weiß nun, daß ihn seine Verfolger entdeckt haben und seine Spur unbarm⸗ herzig weiter verfolgen werden.———
Sergeant Pipriae und seine Gendarmen hatten, nach⸗ dem sie das Saus Dervals verlaslen, sofort den Weg zu dem
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Leher
großen Menhir eingeschlagen und waren von dort über d grüne Plateau auf die Felsspitze gelangt. Mikel Gral schritt, in eln lebhaftes Gespräch vertieft, an der Seite d Führers, während eine aufgeregte Gruppe von Dorfbewoß nern— Männer, Weiber und Kinder— hinter ihnen trotteten. Sie waren noch nicht weit gegangen, als sie t der alten Gwenfern zusammentrafen, die, ein Körbchen aß dem Arm erschöpft und bleich des Weges kam. Ohne vil Federlesens erklärte ihr Pipriae den Zweck seines Streiß zuges:„Aha, haben wir Dich endlich erwischt, Mutter Luist Alle Teufel, den alten Pipriage hintergeht man nicht so leich obgleich Du mich für blind und dumm gehalten hast! We hast Du in dem Körbchen? Heraus mit der Sprache! Wohn n kommst Du? Zum Henker, bleib' stehen nid antworte! 0 bend ge hält sich Dein sauberer Sohn versteckt? Der Kaiser ist un el seine Gesundheit besorgt.“ 9 0 ber; Die alte Frau erbleichte, ihre Lippen färbten sich bla sie hielt den scharfen Blicken des Sergeanten tapfer stanh aber kein Wort drang aus ihrer Kehle. „Du scheinst stumm geworden zu sein. Mütterchen! Nun wir werden Mittel finden, Deine Zunge zu lösen. Pass' an umme es wird Deine Schuld sein, wenn Du den alten Pipriae daß 1 zwingst, streng mit Dir zu verfahren, denn Du warst nit ehrlich mit ihm und hast ihn zum Narren gehalten. Geschich ten wie diese können nicht in aller Ewigkeit geheim bleiben der Kaiser hat eine lange Nase und riecht die Spur von De serteuren. Verflucht! Hofftest Du altes Weib, den Kasseh auf die Dauer betrügen zu können?“ schrie er mit erheuchel tem Zorn. Pipriae war trotz sejner scheinbaren Grausamkeit 1 Brutalität kein schlechter Mensch: er hätte viel darum ge
1 4 1 5 60 geben, nicht auf Rohan Jagd machen zu müssen, und e ärgerte ihn, der alten Frau, die er von Herzen bedauerte, be gegnet zu sein. Er sprach in so barschem Ton mit ihr, u. um sein Mitleid zu verbergen und untersuchte br enn ch de das leere Körbchen, welches er ihr mit einer komischel We 1 Grimasse zurückgab. Sie ließ alles stumm über sich ergehe 0 nur ihre matten, grauen Augen drückten übermenschlich
Qualen aus und ließen vermuten, was dieses starke Mut herz litt.
Gortsetzung folgt.!


