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soch aich welche Efraahme cz emen sie fur Baranfterung der verschiedenen Anleiheabschnitte zu verwenden gedenke. 5 l Genau so unbestimmt umd genau so illusorisch seien die Angaben der deutschen Regierung über die Sicherheits garan⸗ ten, die sie, wie sie erkläre, Frankreich zu bieten bereit sei. Sie spreche nicht von Belgien und dieses Versehen erscheine zum aller⸗ mindesten merkwürdig, wenn man sich erinnere, wie Deutschland sich im Jahre 1914, als er Garant der belgischen Neutralttät war, dieser Nation gegenüber benommen habe, deren Unabhängigkeit zu schützen es versprochen hatte. Indessen seien die belgische und die frantzö sische Regierung stets für das„internationale friedliche Verfahren und die„friedesichernde Vereinbarung, die auf Gegenseitigkeit beruht“ ge⸗ wesen, und die deutsche Regierung mißachte trotzdem schon heute die Hauptbedingungen, die der Versailler Vertrag enthalte. In diesem Zusammenhang ebenso wie in der Reparationsfrage, könnten Frank⸗ reich und Belgien sich nicht mit den neuen deutschen Vorschlägen be⸗ gnügen. Sie brauchten Gewißheiten. 5 Als Gegenleistung für zum Teil mamnehmhare, zum Teil un⸗ zulängliche Vorschlüge beanspruche die deutsche Regierung, daß der unkt der Verhandlungen sein müsse, daß der status quo 0 des Friedens vertrags wfederhergestellt werde, und in Anwen⸗ dung dieser allgemeinen Bestimmumgen verlange sie namentlich, daß die neuerdings in vollem Einklang mit dem Versailler Vertrag be⸗ ten Gebiete geräumt werden, daß die in den Rheinlanden von Rheinlandkommission zur Sicherung des Versoiller Vertrags er⸗ griffenen Maßnahmen zurückgezogen würden, daß die wegen Verletzung der regelrecht erlassenen Ordonnanzen verhafteten und tesenen Deutschen befreit und in ihre Wohnstätten und Sienstselen wieder eingesetzt würden. Also während viereinhalb Jahren, das heißt während der Periode, in der die franzhsische und die belgische Regierung sich bemüht hätten, Sachlieferungen und Geldzahlungen zu empfangen und den Wiederaufbau der ver⸗ wüsteten Gebiete durchzuführen mußten sie geduldig ohne Pfänder ohne Garantien warten, bis es der deutschen Regierung ge⸗ fällt, die Maßnahmen zu ergreifen, die ihr paßten, um dann eine sunbestimmte und winzige Summe anzubieten. Aus dem Ruhr⸗ gebiet müßten sie sogar heraus, in das sie doch nur eingerückt seien, ö um die Garantien und Pfänder in der Hand zu haben, auf die ste einen Anspruch hätten und die ihnen ver⸗ weigert worden seien. Die belgische und die französtsche Re⸗ gierung hätten beschlossen, die neubesetzten Gebiete nur 309 Maßgabe und im Verhältnis der geleisteten 3 ah lungen zu räumen. An diesem Beschluß hätten sie nichts zu ändern. Sie könnten im übrigen nicht die Bemerkung unterlassen, daß die deut Note von Anfang bis Ende nur der kaum verhehlte Aus⸗ ruck eine systematischen Auflehnung gegen den Versailler Vertrag sei. Dies würde schließlich notge⸗ drungen zur vollkommenen und endgültigen Zerstörung diefes Vertrages führen. Dies würde sogar zu einer moralischen, wirt⸗ schaftlichen, politischen und militärischen Revanche Deutschlands ihrem.
Unmittelbar nachdem die Botschasterkonferenz noch einmütig festgestellt habe, daß Deutschland seine Verpflichtungen nicht er⸗ füllt habe, sollten Frankreich und Belgien auf die friedlichen Sanktionen verzichten, die zu ergreifen Deutschland sie ge⸗ zwungen habe. Deutschland solle von den Aufgaben befreit wer⸗ den, unter denen es nach seinen Erklärungen zusammenbreche und die es für unproduktiv erkläre. Damit scheine es die Besatzungs⸗ belbbete im Auge zu haben, um Frankreich unh Belgien so der
lidesten Grundlagen berauben zu wollen, die ihnen Sicherheit und die Besolgung der vertragsmäßigen Garantien gemährleisten sollten. Die Reparations hommission solle desavouiert und aufge⸗ hoben oder bis zur Ohmmnacht eingeschnürt werden. Deutschland solle befreit werden von dem, was es die politischen und wirtschaft⸗ (lichen Fesseln des Vertrags nennt. Die Alliierten müßten Deutschland sofort wieder in den Genuß Meistbegünstigungsklauseln setzen, was ihm gestatten würde, on den Ruinen die es in Belgien und Frank⸗ dste
eich gehäuft habe Nutzen zu ziehen, um sich rasch imd ustrfielle Ueberlegenheit über die Länder zu lichern, die es verwlistet habe. Für die Reparationsfvage solle cht mehr wie der Versailler Vertrag es vorsehe, eine Kom⸗ misston zuständig sein, deren Entscheidungen zu befolgen Deutsch⸗ land sich verpflichtet habe: die Entscheidungen sollten vielmehr internalsonalen Kommissionen unterbreitet werden. Belgien und Frankreich sollten ibre Pfänder aus der Hand goben, sie sollten Gewalttätigkeit der deutschen Regierungs⸗ beamten ausgesetzt bleiben und als Gegenlefstung für alle diese Opfer würben ihnen noch einmal en paar auf Paper geschriebene Worte gegeben werden. Die deutsche Regierung werde, wenn sie über diese Dinge einmal nachdenken wolle, sich nicht wundern, daß Frankreich
5 und Belgien eine derartige Haltung ablehnten.
Unwahrheiten neben berechtigter Kritik. Basis zu Verhandlungen gegeben.
Die Note der französischen und belgischen Regierung an die Reichsregierung vermag in erster Linie ausschließlich die Geschäfte der Deutschnationalen und ihrer Anhänger zu —. ˙A
fördern, da diese Pärtei aus dem gegenwärkigen Elend parteipolitische Geschäfte erwartet. Cuno und Rosenberg hatten bei der Ausarbeitung ihrer Note auf innenpolitische Verhältnisse, auf die Herren Helfferich und Hergt, die den Versailler Friedensvertrag bereits seit langem für null und nichtig erklärt haben, Rücksicht genommen, deshalb auch nicht eine Bezugnahme auf diesen Vertrag. Die Note Poincarés ist ebenfalls ein Produkt der innenpolitischen Rücksichtnahme und stellt man es in Vergleich zur deutschen Note, dann ist festzustellen, daß Poincaré es psychologisch dennoch besser verstanden hat, auf seine Landsleute Eindruck zu machen. Während Einzelheiten in der französisch⸗belgi⸗ schen Note den Tatsachen entsprechen und verschieden Kritik geübt wird, die auch uns angebracht erscheint, werden an anderer Stelle Tatsachen verschleiert und direkte Unwahrheiten wiedergegeben. Herr Poincaré irrt sich z. B. in der Annahme, daß im Ruhrgebiet sofort ein Zusammen⸗ arbeiten zwischen den deutschen Industriellen, ihren Ar⸗ beitern und den verbündeten Industriellen, Ingenieuren und Arbeitern möglich gewesen wäre, wenn nicht von Berlin aus entgegengesetzte Befehle eingetroffen wären. Das eine mag die französische Regierung glauben, daß die deutsche Ar⸗ beiterschaft sich auch ohne die Herren Cunb und Rosenberg gegen den Einfall ins Ruhrgebiet gewehrt hätte. Insofern muß man der französischen Note zustimmen, wenn sie darauf hinweist, daß, wenn der Widerstand spontan ist, er von der deutschen Regierung nie abgekürzt oder verlängert werden kann. Bei dieser Feststellung rächt sich die erste Unge⸗ schicklichkeit in der letzten deutschen Note.
Während die Möglichkeit besteht, daß der Teil der Note, ber sich mit den Zahlungen, den Garantien usw. beschäftigt, in dieser Situation von Deutschland als Basis zu Verhand⸗ lungen angenommen werden könnte, scheint uns die Forde⸗ rung auf Einstellung des passiven Widerstandes als Voraus⸗ setzung für Verhandlungen, so wie sie in der Uebersetzung des deutschen Textes der Note gegeben ist, kaum an⸗ nehmbar. Auf die Kunst der Täuschung und der Ver⸗ drehung von Noten in wesentlichen Einzelheiten versteht man sich sowohl in Frankreich wie in Belgien, ebenso aber auch in Deutschland und an einem einzelnen Wort kann manchmal viel abhängen.
Politische Uebersicht. Die stinnesierten Inderziffern.
Das Wirtschaftsorgan von Hugo Stinnes, die Industrie⸗ und Handelszeitung, berechnet neuerdings eine Teuerungsmeßziffer, die wöchentlich veröffentlicht wird. Angesichts der Tatsache, daß es neben dem Kutezynskischen Existenzninimum nur noch die Teuerungsziffer des Statistischen Reichsamtes gibt, die für die Beobachtung der Veränderung der Lebenshaltungsrosten ernsthaste Beachtung verdienen. ist dieser Entschluß von großer Bedeutung. Es ist nicht ungefährlich wenn ausgerechnet eine, im Redaktions⸗ bureau eines Schwerindustriellenorgans errechnete Ziffer guf Grund ihrer Aktualftät bald den Vorrang in lohnpoldtischen Ent⸗ scheidungen erhalten wird. Man darf daher nicht an Tadel gegen⸗ über dem Statistischen Reichsamt sparen. Ist es nicht ümstande, dasselbe zu leisten was ein Redaktionsstab des Herrn Stinnes iich zutraut? Bei einigem guten Willen wäre man zweifellos dazu imstande gewesen. Wir glauben, daß dem Statistischen Reichsamt nunmehr nichts anderes übria blesbt, als das Verfahren seiner Teuerungsmessuma rasch und gründlich zu modernisteren und zu aktualifieren. Zum minßesten müßte das in der Form geschehen, daß neben der Ziffer für das ganze Reich wöchentlich Zahlen für die Hauptwirtschaftspunkte und Arbeitszentren des Reiches her⸗ ausgebracht werden. Das dürfte keine besondere Arbeit machen, würde aber die Garantie bieten, daß der zweifellos tendenziös zuvechtgestutzten Stinnes⸗Ziffer(mag sie sich auch noch so wissen⸗ schaftlich verbrämen) eine amtliche, der mehr Zutrauen geschenkt wirb stets auf der Stelle gegenübergestellt werden könnte.
Dex Unterschied der Industrie⸗ und Handelszettung⸗Teuerungs⸗ meßzifser(abgekürzt: J. u. H.⸗Teuerungszifser) gegenüber der des Statistischen Reichsamts besteht vor allem darin, daß von ihr „alle verfügbaren Tagespreise des Monats“ erfaßt werden, während die Reichsziffer aus zwei Stichtagen jewesls einen Monatsdurchschnitt errechnet. Das stellt zweifellos einen bedeut⸗ samen Fortschritt dar denn gerade die Erfahrungen der letzten Monate haben bewiesen, daß das amtliche Verfahren die Ent⸗ wicklung der Verhältnisse ganz und gar nscht zu bewältigen ver⸗ steht. Beispielswesse im Februar war die amtliche Ziffer alles andere als eine getreue Wiedergabe der tatsächlichen Entwicklung,
*.. Wie die Grubenbarone unterm Beckerkurs„ern
. f 1 In der amtlichen Meldung über die letzte Sitzung. ele kohlen rats wurde mitgeteilt. daß die Werke die Kof 1 i Lohnerhöhung füss erste ohne Preiserhöhung Die Vertreter des Berabaues hatten dabei betont, f zu bringen beriet schen“. Das letztere ist ein dreister Sapim Wir haben bereits darauf hingewiesen, daß die Grrhuhe Forderungen in Höhe von 400 Millfarden Mark für Enutt verausgabter Lohnsummen für angeblich unproduktive wife der: langen. Diese Forderung schießt weit über das Ziel h 15 und würde bet Erfüllung den Grubenbesitzern einen Vorteil auf foster der Allgemeinheit zuweisen. Aber das gemiügt den Grub wbesitzern noch nicht. Weit davon entfernt für die Lohnerhöhungen Opfer zu bringen“, wollen sie diese Opfer dem Reich auferlege. Ba der undurchsichligen Fimanzwirtschaft, die gegenwärtig it Prutsc⸗ land getrieben wirt und bei der Unterstützung die alle dezartigen Forderungen durch den fetzigen Neichswirtschaftsminister Becker erfahren, scheint dieser Plan auch gelingen zu wollen. bestes nämlich die Absicht, die Beträge die für Lohnerhöhungen essprder lich sind, als unproduktive Ausgaben anzusehen sodaß da Reich diese Ausgaben trägt und nicht die Becgwerksbesttzer, oe die amtliche Melbung wahrheitswidria behauptet. 9 n Gegen diese Absicht erheben wir auf das schärfste Einspruch Wir glauben verlangen zu dürfen. daß der 2 h mit diefer Angelegenhaht beschäftigt. Denn was bedeutet Nen lung? Das Kohlensyndikat hat vor Monaten schon eit m feht Reich erhalten. Durch den Murksturz Kredit, der nicht wertbeständig gegeben worden
11 Kredit durch das 1 dieser etwa die Hälfte entwertet Nehmen wir an, das Koh lensendie habe efnen Kredit von 700 Milliarden Mark erhalten, so wire das bei einem Dollarstand von 20 000 35 Millionen Wollar. Jetzt aber ist bei einem Dollarstand von 40 000 die gleiche Mark summe nur noch etwa 17½ Millionen Dollar. Angesichts dieses übergroßen Enthegenkommens an das Kohlensyndikat da 8 1. jet 1 noch eine Erstattung der Lohn durch das Reich in Frage kommen. 22 Es ist übraus kennzeichnend für den Kurs, der jetzt im f wirtschaftsministerium herrscht, daß an Unternehmen vollen Händen gegeben wird, daß aher jede Lohn der Arbeiter von dieser Stelle aus die schärfste Bekämpfi 0
f Der abgeänderte Versammlungsschuß.
Die bürgerliche Arbeitsgemeinschaft des Reichstags wolff einer Milderung des Antrags Stresemann wegen Bestrasthig Versammlungssprengung entschlossen. Der Ankrag soll f gende Formulterung erhalten:
„Wer in nicht verbotenen Versammlungen oder bei n botenen Aufzügen oder Kundgebungen Gewalttätigkeiten in sicht begeht, die Versammlung, den Aufzug oder die Ki zu spreugen, wird mit Gefängnis und Geldstrafe oder eine dieser beiden Strafen bestraft.“
Dieser Beschluß der bürgerlichen e als
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ein erster Erfolg der sogialdemokratischen Fraktion in e. bitterten Kampfe gegen das geplante neue Aus nahm 9. buchen. Zunmächst ist nach dem neuen Antrag der„Versuch“ nicht mehr strasbar. Außerdem find auch die
Zusammenhan
setzbuches. Diese Feststellung ändert nichts daran, daß die lende; 3 auf besonderen Wunsch der Demokraten und des Zentrums erfolgte, die dem Antrag jede Schärfe nehmen wollten.
Bewaffnete Banden.
Es wird uns geschrieben: In Nürnberg, der größten bayeri⸗ schen Industriestadt, sind die Nationaltsoztaltsten noch in hoff⸗ nungsloser Minderheit. Ste machen sich zwar bet den Wermmftal⸗ tungen der Arbeiterschaft bemerkbar, aber zu größeren iktonen, haben ste es noch nicht gebracht. Offenbar hatten sie aber far den 1. Mai eine solche Aktion vorbereitet, die rechtzeitig vereste! wer⸗ den konnte. In der Nacht zum 1, Mai wurde der Nürsterget
Der Deserteur.
Roman von Robert Buchanan.
Nun fiel ihm auch der unterirdische Fluß ein, über dessen berschüttetem Bett Kromlaix erbaut sein sollte und die ge⸗ heimnisvollen Töne, die an stürmischen Tagen aus dem Erd⸗ innern zu dringen schienen und dem abergläubischen Volk viel Legendenstoff boten. Er erinnerte sich auch daran, daß er als Knabe oft sein Ohr am unteren Ende des Dorfes an die Erde gedrückt, um das geheimnisvolle Rauschen des unterirdischen Flusses zu hören. Nun stand er vor der Lösung des dunklen Rätsels. Das schwarze Wasser da unten
u seinen Füßen war vielleicht ein Nebenfluß oder gar der in ein künstliches Bett gezwängte Fluß selbst. Wenn er, Rohan, den Mut hätte, in die Tiefe zu tauchen, würde er szweifellos auf die Ruinen der einstigen Römerstadt stoßen. Die Erlebnisse der letzten Stunden erschienen ihm wie ein
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schöner Traum oder ein Märchen! Für heute wollte er nicht
weiterforschen, denn er mußte vorerst seine Gedanken sam⸗ meln und das konnte er am besten in seinem neuen Versteck auf der Stirnseite der Klippe.
Dorthin zurückgekehrt, warf sich Rohan auf sein Tang⸗ lager und brütete stundenlang über all die neuen Wunder. Ihm war's, als ob er vom Grabe auferstanden und von den Toten ein seltsames Geheimnis mit ans Tageslicht gebracht hätte. Die Entdeckung des ungeheueren römischen Wasser⸗ gewölbes, der dunklen Verbindungsgänge mit dem Meere, überwältigte ihn schier. Ebenso der Gedanke an die schwarze Marmorstatue, die ihm als Wahrzeichen einer vergangenen Welk erschien.
Wer der Verewigte auch sein mochte, er hatte vor vielen Jahrhunderten zweifellos gelebt und geherrscht, sein Haupt mit Lorbeer bekränzt und sich in Purpur gekleidet, während seine Untertanen darbten. Auf seinen Befehl waren wahr⸗
scheinlich kostbare Bauten erstanden, Städte errichtet oder vernichtet, Länder erobert oder verloren worden, und ehe der Tod ihn ereilte, wurde er vielleicht als ein Gott gepriesen. Sklavenseelen hatten wohl die Statue zu seinem Andenken in dem ungeheueren Gewölbe errichtet und andere, noch kost⸗ barere vielleicht auf den belebtesten Plätzen großer Städte, vor denen die Menge in den bewundernden Ruf ausbrach: „Heil Dir, o ruhmreicher Cäsar, Dein Volk liebt und verehrt Dich!“ Der Herrscher lag, längst vermodert, in seiner Gruft, aber die schwarze Statue stand noch immer dort unten!
Je mehr Rohan über seine Entdeckung grübelte, desto weniger wagte er, das geheimnisvolle Gewölbe noch einmal aufzusuchen, denn er fürchtete, das Erlebte könnte sich als eine Ausgeburt seiner krankhaft erregten Phantasie ent⸗ puppen. Zwei Tage long saß er sinnend in seinem luftigen Lugaus, beobachtete er den Flug der Mömen und die zahl⸗ losen Fischerboote; es war gerade die Saison, in der die Seetangernte eingeheimst wird, die man teils als Brenn⸗ material, teils als Dünger verwendet. Stundenlang beob⸗ achtete er das lebhafte Treiben der an der Küste lavierenden, rotbewimpelten Boote und erkannte auch manchen Kame⸗ raden, mit dem er sonst zusammen ausgezogen war, um die Schätze des Meeres zu heben. Am dritten Tage war der Himmel stark umwölkt, dichte Wassernebel stiegen auf und verhinderten jede Aussicht. Eine unheimliche, bedrückende Stille erfüllte die Luft, die zeitweise von einem heftigen Regenguß unterbrochen wurde. Die Atmosphäre schien mit namenlosen Schrecken geschwängert zu sein, wie sie einem heftigen Sturm und Gewitter voranzugehen pflegen.
Spät am Nachmittag begann es stark zu regnen. Rohans Unruhe wuchs von Minute zu Minute; schließlich hielt er es in seinem Versteck nicht länger aus, zündete seine Laterne an und machte sich auf den Weg in das römische Gewölbe,
um sich zu überzeuge doß er nicht geträumt habe und es
Oberbürgermeister davon unterrichet, daß sich im.
ihm nicht ergehen werde wie dem Manne, der einen großen Schatz entdeckt hatte und ihn dann vergebens suchk Er atmete erleichtert auf, als er die erste Wasserhöhle, dis mit dem Meere verbunden war, unverändert fand. Errez legle er auch den weiteren gefährlichen Weg durch die schmalen, finsteren Gänge und über die schlüpfrigen Stiegen rü bis er vor der gewölbten Oeffnung stand, die in das Inmgerste der Klippen führte. Sier schlug ihm ein starkes Gurgeln entgegen, wie wenn ein Gewässer ein sich ihm entgegen; stellendes Hindernis durchbrechen will. Er blieb figgernd stehen und lauschte, denn das hatte er bei seinem ersten esuth in dem Gewölbe nicht vernommen. Ein furchtbares Etihnen, Brausen und Gurgeln drang aus dem Raume. Rohan faßte sich ein Herz und eilte weiter. Je mehr er sich dem gawölbe näherte, desto ohrbetäubender wurde das Geräusch: daß Gegurgel hatte sich in ein Donnergebrüll verwandell die Erde zitterte unter seinen Füßen wie bei einem Etbheben schaudernd trat er in das Gewölbe. Der Fluß toltt und raste; der heftige Strudel drohte die Steinwände, in genen er gebettet war niederzureißen. Rohan kroch vorsichiih zur Statue hin und sah, daß die breite Steintreppe, die in daß Bassin führte, bereits zu drei Vierteln überschwemis wok und daß das Wasser mit rasender Geschwindigkel istieg, wahre Schaumkämme mit sich führend. Im Nu ü hei
er seine gefährliche Lage; wenn er länger verweilte, n
ein Kind des Todes. Das Wasser brüllte ohrbetäuben de feste Boden unter seinen Füßen wankte und trieb!
die Flucht. Er war um keine Minute zu früh geflohen
die aufgeregten Wasserfluten stürzten ihm nach kletterte mit Mühe die Treppen zur kleinen Wasf⸗ empor, in der es auch schon wie in einem Zauberkes haft brauste und kochte. Die vor kurzem noch klare, grüne Flut war jetzt kaffebraun und trüb.
(Fortsetzung folat.)
Ale!


