Ausgabe 
8.5.1923
 
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0 9* G 9% 1 bee n Organ für die Interessen des werktätigen Volkes women gen 5 5 5 15 Bahuhosstraße 23 i bahnen a. der Provinz Ob d der Nachbargebiet 2 hahe. der Provin erhessen un er achbargebiete. de a chen. b. Volkszeitung erscheint jeden Werktag vormittag in Gießen. Verantwortlicher Redakteur: F. 0 Anzei is beträgt für die Milli ile ge i J77JJJ%JCGCJVGUVJVJVJVJJ%½%%%(%%% ²ps vi U. Mk. 1 ohn. exla mn Neumann sämtlich i. Mk. 1 i i 5 Neat Se Mt einschl. Bestellgeld. Ciel 190er] Druck: Herlag Offenbacher Abendblalt Gn N.. Dread a... 5. Maße aer. Aeg, Nun bis Jie e n 15 0 n Nr. 104 Gießen, Dienstag, den 8. Mai 1923 13. Jahrgang ben baz i Ni 7 1 8 450 2 22 2 2 ad. 5 je franzosisch- be gische Nntwort. N runter N 22 22 2 8 a f blehnung der deutschen Porschläge. Nüumung des Ruhrgebiets nach der Zahlung lle bein 0* und es werde Deutschland leicht sein, sie wieder zur Diskussion zu] dernden Zinssatz von 5 Prozent einbringen soll und eine zu amorti⸗ 0 00 Der Wortlaut der Note. stellen, bevor sie Wirklichbeit geworden seien. Gewiß behaupte die sierende Annuität bilden werde. Noch weniger Garantien biete sie achte Sonntag abend 7 Uhr wurde der deutschen Botschaft in deutsche Regierung, daß es im Augenblick nicht möglich sei, die für die beiden Ergänzungsbeträge von je fünf Milliarden, die im en ea Paris die gemeinsame Note Frankreichs⸗Belgiens überreicht sesten und endgüllhigen Ziffern der HJahlungsfähigbeit Deutschlands] Grundsatze am 1. Juli 1925 bezw. am 1. Juli 1931 bezahlt werden enn?! Sie hat folgenden Wortlaut:zu bestimmen Als die alliierten Regierungen den Jo rd ner sollen. ö ngefüähe.. Zahlungsplan ausgestellt hätten. bäkten sie Rücsicht ge⸗ Die deutsche Regierung erklärt, eine internationale d Gene. Ich habe die Ehre, Ihwen den Empfang Ihres Briefes vom] nommen auf das. was diese Bemerkung Gerechtes in sich schließe, Kommission solle darüber entscheiden, ab diese beiden Müsch db. Mai zu bestätigen und im Namen der französtschen Regierung und sie hätten die Zahlung von annähernd Zweidrittel der deut⸗ ausgegeben werden sollen und desgleichen, ob die Zinsen am 1. Juli folgende Antwort zu erteilen: 5 95 N 1 e auf eine unbestimmte Zeit verschoben die durch den 1923 bezahlt werden sollen oder nicht. Derartige Unsicher⸗ Die belgische und die franzöfische Regierung können eine große ohlßend Deutschlamds allein hätte sestgesetzt werden sollen. Seit⸗[heiten machten jede ernste Schätzung des Wertes des Angebotes

Anzahl der von der deutschen Regierung gemachten Erklärungen nicht durchgehen lassen, ohne ihnen zu widersprechen. Einerseits ist es nicht richtig, daß irgendeine der von Frank⸗ reich und Belgien ergriffenen Maßnahmen in Verkennung des Friedensvertrags von Versailles erfolgt ist. Andererseits stehen ie heute von Deutschland formulierten Vorschläge in mehreren Punkten im Widerspruch mit diesem Vertrag. Der Vertrag von Versallles hat die Bedingung bestimmt, unter denen die Schulden Dieutschland⸗ i und dann gezahlt werden sollen. Die Festsetzung ist Ende April 1921 erfolgt. Die Zahlungsbediug⸗ ungen sind am 5. Mai 1921 sestgelegt worden. Deutschland hat formell an diesem Tage die Festsetzung und die Modalitäten an⸗ genommen. Inzwischen hat es die Verpflichtungen, die es über⸗ eee hat, nicht gehalten. Ein zeitwetliges Moratorium st ihm bewilligt worden, es hat aber nicht einmal seine herabge⸗ setzten Verpflichtung erfüllt. Infolge dieser Feststellung und in Ausführung des Vertrages haben Frankreich und Belgien Pfänder bier gen Entgegen der Behauptung der deutschen Regierung ist iese Pfandnahme ohne die geringste Gewalt von seiten Belgiens und Frankreichs erfolgt, und wenn es nur von diesen beiden Mächten abhängig gewesen wäre, hätte dies sofort im Ruhr⸗ 15 eine Zusammenarbeit zwischen den deutschen Indu⸗

triellen, Ingenjeuren und Arbeitern und den französischen Indu⸗ striellen, Ingenieuren und Arbeitern ermöglicht. Die Befehle, die von Berlin gekommen sind, haben allein diese Zusammenarbeit ver⸗ hindert. Die deutsche Regierung beauptet, daß die Bevölkerung mit einem pafftven Widerstand auf die Besetzung des Ruhrgebiets geanwortet hat. Nichts ist weniger richtig Es ist nicht dre Bevölkerung, sondern die deutsche Regierung, chen. Bi i die den Widerstand gewollt und organistert hat. Die deutsche Re⸗

gierung erkennt dies implicite übrigens selbst an: denn sie erklärt

Al, 6 beute, daß dieser Widerstand erst nach einem Uebereinkommen über bereele l, die jetzigen Vorschläge ein Ende finden werde. Wenn der Wider⸗ der stand von ihr nicht organisiert ist, wie würde also die deutsche Re⸗ gierung Herr sein, ihn abzukürzen oder zu verlängern? Dieser . MWiderstand ist aber nicht passiv, sondern aktiv, während der Frie⸗ emisch densvertrag von Versailles formell bestimmt, daß Deutschland nicht das Recht hat, eine Sanktion, wenn ste nach Feststellung einer Ver⸗ 8 fehlung durch die Reparationskommission erfolgt, als einen Akt dienstm 1 der Feindschaft anzusehen. Die deutsche Regierung hat nicht nur 2 Streiks von Beamten provoziert, sondern einen allgemeinen syste⸗ 7 6 matischen Konflikt, Angriffe, Sabotage und Vergehen gegen das 1(mn emeine Recht. Die belgische und die französische Regierung können Biken keinen deutschen Vorschlag in Berücksichttgung folange dieser Widerstand fortgesetzt wi rd. oh u, Sie wollen nicht, daß das Leben ihrer Ofstztere, ilrer Sol⸗ e daten, ihrer Ingenieure, ihrer Zollbeamten und ihrer Eisenbahn⸗ E dN beamten Attentaten ausgesetzt sei, während man die zu regelnden N Fragen prüft. Sie wollen ferner nicht, daß die normalen Funk⸗

tionen der militärischen Kontrollkommissionen gestört werden und daß die Entwaffnung Deutschlands durch die einzige Tatsache kom⸗ promittiert werde, daß das unbezahlte Frankreich und Belgien Pfänder genommen hätten, wozu sie ein Recht besitzen. Die fran⸗ zösische und belgische Regierung müßten hinzufügen, daß die jetz i⸗

let ud gen Vorschläge Deutschland in mehrerer Hinsicht

5 vollkommen unannehmbar seien. lieflic 100 In erster Linie stellten die tatsächlichen Ziffern nur ein Donnere Viertel der Summe dar, die die Reparationskommission sestge⸗ ler setzt habe und die von Deutschland als der Betrag seiner Schuld gegenüber den Alliierten anerkannt worden sei. Frankreich und

Belgien hätten wiederholt erklärt, und sie seien verpflichtet, dies hier nochmals zu sagen, daß sie die

a Herabsetzung ihrer eigenen Forderungen nicht annehmen 2 5 könnten, und daß, wenn sie bereit seien, einen Teil mit den peut alllierten Schulden zu kompensieren, sie in die materielle Notwen⸗ g ö digkeit versetzt seien, den Restbetrag zu empfangen, um die schreck⸗ 1 100 lichen Verwüstungen zu beseitigen, die der deutsche Einfall ver⸗ d be e ursacht bat. Frankreich habe bis zum Augenblick 400 nian ume. Frances für das Konto Deutschlands vorgeschossen, Belgien 15 Mil⸗ liarden belgische Franes. Außer den Pensionslasten müßten sie

n reparieren.

noch die Hälfte ihrer Schäde 5 a liche ere fe Frankreichs, das wirtschaftliche Interesse der gesamten Welt, die Gerechtigkeit

f zynischen Verle 1 bis jetzt nicht gestatten, ihre

d Eisenbahnen zu bauen. Diese kreich entschlossen, nicht zu 30 Milliarden, das die 0 5b cen Ku 1 7 einem von der f. Regler selbst gebrauchten Ausdruck, eine ge⸗ on der deutschen Reglerung 11 e ee e Die Zahlen, die man angegeben habe,

dem habe die deutsche Regierung nicht aufgehört, gegen diese Um⸗ bestimimtheit eines Teiles der Schuld zu protestieren. Sie habe wieberholt gesagt, wenn sie verhindert sei, ihre Verpflichtungen zu erfüllen, geschäße das wefl sie deren endgültige Ziffern nicht kenne. Heute setze sie sie um nrehr als Deeifünftel des festen Teiles ihrer Schuld herab sie reduziere den unbestimmten Teil um mehr als sieben Achtel, aber sie behalte die Unbestimmtheit bei.

Konnten die Alliierten irgend einen Grund haben, anzunehmen, daß Deutschland nicht bald wieder auf seine ursprüngliche Begrün⸗ dung zurückkommen und erklären werde, daß nur der feststehende Teil von Deutschland bezahlt werden könne unter dem Vorwand, daß es den Gesamtbetrag seiner Verpflichtungen nicht kenne? Talsächlich handele es sich bei den deutschen Vorschlägen nur mn eine nominelle und scheinbare Summe von 30 Milliarden Goldmark. Der tatsächliche Betrag rechnet erst vom 1. Juli 1927 und stir eine Summe von nur 20 Milliarden. Deutschland verlange also ein volkommenes Moratorium von 4% Jahren, gerechnet vom 1. Januar 23, dem Tage, an dem der Londoner Zahlungsplan von der Reparations⸗ kommission wieder im Kraft gesetzt worden sei. Die Summe von 20 Milliarden sei übrigens beträchtlich herabzusetzen, weil bis zum 1. Juli 27 die Zinsen von dem Ertrag der Anleihe genommen wer⸗ den müßten. Wenn man einen Diskont von 6 Prozent rechne, würde der augenblickliche Wert der 20 Milliarden also auf 15 Milliarden 820 Millionen herabsinken. Diese ungenauen Vorschläge seien übrigens von Vorbehaltem begleitet, die gestatten würden, in einigen Monaten alles wieder in Frage zu stellen. Die deutsche Regierung garantiere nichteinmal, daß die 20 Mil⸗ larden oder die geringeve ze, die ste ins Auge fasse, tatsächlich an dem genannten Datum bezahlt würden. Sie sehe ganz im Gegen⸗ teil voraus, daß, wenn die 20 Milliarden nicht durch Anleihen ge⸗

deckt werden, der nichtbezahlte Teil nur den zum Spott herausfor⸗

Ueberdies hätten die französische und die belgische Re⸗ gierung auf der Pariser Konferenz im gegenseitigen Einvernehmen den Gedanken ausgeschaltet, daß die Reparationskommission ihrer Kompetenz entkleidet und durch internationale Kommissionen, inter⸗ nationale Ausschüsse von Geschäfts leuten, Schiedsgerichte ersetzt würde. Im Vertrag von Versailles habe Deutschland sich feierlich verpflichtet, die Reparationskommission als Richter über den teilweisen Erlaß der Schulden und den Aufschub von Zahlungen anzuerkennen, und es sei bestimmt worden, daß kein Erlaß anders als durch einstimmiges Einvernehmen der Gläubigermächte gewährt werden könne. Frankreich und Bel⸗ gien könnten sich nicht bereit erklären, die durch den Vertrag von Verfailles ihnen gebotenen Garantien preiszugeben. f J Die deutsche Regierung erklärt sich bereit, Sicherheiten für die Barleistungen und Sachlieferungen zu bieten; diese stellen nichts weiter als eine 0 enorme Verminderung ihrer früheren Versprechungen

dar. Was aber diese Sicherheiten anlangt, so beschränkten sie sich darauf, die unbestimmtesten und unklarsten Ideen zu äußern, obwohl die Reparationskommission im Einvernehmen mit den alliierten Re⸗ gierungen bereits seit langem alle Maßnahmen studiert hat, mit Hilfe deren Deutschland seine Währung zu stabilisieren, seine Finanzen wieder herzustellen und zur Aufnahme auswärtiger Anleihen zu schreiten sich verpflichtete. Obwohl die alltierten Regierungen Deutsch⸗ land manches Mal zu den aufrichtigsten Bemühungen anzuleiten ver⸗ sucht hatten, die erforderlich seien, um diese Resultate zu erzielen, sagt die deutsche Regierung auch heute noch nicht, in welcher Weise sie ihre Währung zu stabilisieren suchen werde, oder welche gesetzgeberischen Maßnahmen sie ergreifen werde, 55

unmöglich.

Aus Paris wird gemeldet, daß die Regierung Englands bei der französischen Regierung offiziell Schritte unter⸗ nommen hatte, um eine gemeinsame Antwort der Alliierten an Deutschland zu geben. Es heißt sogar, daß diese Ver⸗ suche mit sehr starkem Nachdruck unternommen wurden. Dieser Versuch, der von Lord Curzon selbst unternom⸗ men wurde, ist von Poincaré schroff zurückgewiesen worden mit der Begründung, die deutsche Note verlange eine un⸗ zweideutige und umgehende Antwort, die unverschämte Forderung nach der Räumung des Ruhrgebiets mache das notwendig. Poincars hat sich nun dazu verstanden, die Ant⸗ wortnote den verbündeten Regierungen vorher bekannt zu geben, aber mit der Maßgabe, daß der Wortlaut endgültig und unabänderlich sei.

Wie der Korrespondent der Frkfl. Ztg. meldet, ist nach dem Petit Parisjen die offizielle Argumentation, mit der die französische Regierung das englische Verlangen nach einer gemeinsamen Beantwortung der deutschen Note abgelehnt hat, die folgende:

1. Die Lächerlichkeit des deutschen Angebots und die Unverschämt⸗ heit der Bedingungen, von denen es abhängig gemacht worden sei, habe in Frankreich eine viel tiefergehende Entrüstung hervorgerufen als in England. Während man in England die deutsche Note ledig⸗ lich stupid gefunden habe, sei sie in Frankreich als eine Herausfor- derung befunden worden. Die franzöfische öffentliche Meinung habe deshalb einmütig die sofortige und schärsste Zurückweisung gefordert. Diese Stimmung i 1 tragen, die die zur Ausarbeitung eines gemeinfamen Textes erforder⸗ lichen interalliserten Verhandlungen verursacht hätten.

2. Die deutsche Note sei in ihrem Geiste wie in ihrer Fassung völlig beherrscht von den Ereignissen im Ruhrgebiet. Da die englische Regierung an der Aktion nicht teilgenommen habe, sei sie von vorn⸗ herein außerstande, sich einer Antwort anzuschließen, die jenen ver⸗ schleierten Krieg, den Deutschland unter der krügerischen Bezeichnung: passive Resistenz maskiere zum Gegenstand habe.

3. Die französisch⸗belgische Antwort habe rein negativen Charak⸗ ter. Sie stelle lediglich eine motivierte Ablehnung der deutschen Vor⸗ schläge dar, enthalte aber weder Gegenvorschläge, noch ein Verhand⸗ lungsprogramm. 5 g

4. Die französisch⸗belgische Antwort schließe deshalb keineswegs die Möglichkeit einer späteren interallfierten Zusammenarbeit aus, sobald der Augenblick für die Aufstellung eines positiven Programms zur Regelung der Reparations⸗ und der interalliierten Schuldfrage

gekommen sei. 4

Die Pariser Blätter teilen mit, daß Lord Curzon bei seiner Zu⸗

Regierung ein Maximum bilden

sammenkunft am Samstag mit dem französischen Botschafter St.

n Frankreich hätte unmöglich die Verzögerung ver⸗

Ein Versuch Englands.

Von Frankreich schroff zur

ückgewiesen! Aulaire es bei der Einsichtnahme in die französische Antwortnote nicht bewenden ließ, sondern, das Wünschenswerte einer gemeinsamen Ant⸗ wort an das Berliner Kabinett betonte. Weiterhin enthalten die Blätter im Anschluß an diese Meldung versteckte Vorwürfe an die Adresse Englands, das, so wird allgemein ausgeführt, infolge seiner Zurückhaltung bei der französisch⸗belgischen Ruhroperation jetzt nicht das Recht habe, den beiden Verbündeten Ratschläge zu erteilen. So⸗ bald allerdings das Reparationsproblem als solches zur Sprache kommen werde, sei England natürlich am Verhmdlungstisch will⸗ kommen. a

Anläßlich einer neuen am Sonntag aus London eingelaufenen Meldung, wonach das Londoner Kabinett die Abfassung einer gemein⸗ samen Antwortnote vorgezogen hätte, unternimmt es der Temps in einer überaus heftigen und anzüglichen. Sprache, die englische Re⸗ gierung ad absurdum zu führen. Im besonderen meint das Blatt, die englische Regierung hätte sich mit Frankreich und Belgien nur über drei Punkte besprechen können: 1. Regelung der deutschen e Abgabe eines Gut⸗

Schuld; 2. die Frage der Garantien und 3. di. achtens über die von Deutschland vorgeschlagenen Schiedsrichter.

Aber dabei würde die englische Regierung hinter den Stellungen, die Frankreich und Belgien einnehmen müssen, zurückgeblieben sein und da sie sich nicht weiter hätte vorwagen können, so hätten eben Frank⸗ reich und Belgien zurückweichen müssen. Zu der Frage der deutschen Schuld heißt es: Der englische Plan enthielt dieselben Fehler wie der deutsche Vorschlag vom 2. Mai. Er verwässerte die Reparations⸗ forderungen und gab ihnen einen ungewissen Wert, während die Deutschen beständig vorgegeben hätten, daß diese Ungewißheit ihnen bei Kreditforderungen hinderlich gewesen sei. Mit welchem Recht fragt das Blatt, hätte das Foreign Office gemeinsam mit der bel⸗ gischen und der franyösischen Regierung eine Antwort ausarbeiten können, um gleichzeitig das Unzulängliche des deutschen Angebots zu verkünden? Sie hätte keine Autorität besessen, um Deutschland zum Vorwurf zu machen daß es ein ungewisses Angebot eingereicht habe. England hätte, wenn es sich bei der Abfassung einer interalliierten Antwortnote beteiligt haben würde, die Note abgeschwächt und in seinen wesentlichsten Punkten entstellt. Was nun die Garantiefrage anbelangt, so wäre es dasselbe gewesen. Frankreich und Belgien, die vor vier Monaten in das Ruhrgebiet eingezogen sind, sind fest entschlossen, die Ruhr nur nach Maßgabe der jeweilig erfolgen⸗ den Bezahlung zu räumen, und, solange der passive Widerstand währt, kein solches Angebot in Erwägung zu ziehen. Wie hätte aber das Foreign Office eine so energische und unzweideutige Sprache mitreden können, wenn die englische Regierung nicht an der Ergreifung der Pfänder teilnehme, oder habe sie sich in irgend einer Weise an den Maßnahmen, die auf dem rechten Rheinufer ergriffen wurden, beteiligt? Kurz und gut, so meint der Temps, da England diese moralischen Verlegenheiten nicht hätte überwinden können, würde es Frankreich und Belgien Vorschläge gemacht haben, die diese beiden Staaten dahin gebracht hätten, mehr oder weniger ihre seit

vier Monaten befolgte Politik zu verleugnen.

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