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Hadblin: Giesen
Pernsprecher 2008.
Iberhessisch
Organ für die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
Bahuhofstraße 23
Smedition: Sießen Bahnhosstraße 23 Ftrusprecher 2008.
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sschaftlicher Beurteilung wird man sich dem
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Wirtshüstzyoltiiher gutt.
hart der Druck war, der infolge der geringen Einfuhr an
Lebensmitteln und dem Rückgang der landwirtschaftlichen Pro⸗ duktion auf der Lebenshaltung der Minderbemittelten lastete, eine Erleichterung schuf die überaus rege Beschäftigung in In⸗
dustrie und Handel. Noch im Januar 1922 meldeten sich bei den Arbeitenachweisen auf 100 offenen Stellen 182 männliche und 99 weibliche Personen. Der Tiefstand wurde erreicht im Juni mit 109 männlichen und 91 weiblichen Bewerbern, wogegen im Oktober die Ziffer wieder angestiegen war auf 144 resp. 125. Noch stärker zeigt sich der gute Beschäftigungsgrad an der Zahl der Empfänger für Erwerbslosenunterstützung. Hier fiel die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger von 165 248 im Januar auf 23 922 Mitte November. Eine so geringe Zahl der Arbeits- losen war selbst in Jahren sehr guter Konjunktur nicht zu ver⸗ zeichnen, und somit milderte sich die Notlage, die ins Unerträg⸗ liche gestiegen wäre, wenn das Cewerbsleben Stockungen gezeigt
Bei einer solchen Geschäftskonjunktur schossen die Aktien⸗ gesellschaften wie Pilze aus der Erde. In den ersten drei Quar⸗ talen des Jahres 1922 wurden 4073 neue Gesellschaften ge- grlündet einschließlich der G. m. H., die insgesamt ein Kapital von
750,9 Millionen Mark beanspruchten. Daneben trat auf dem Kapitalmarkt noch eine Anforderung von 10 233,2 Millionen Mk. für die Erhöhung des Aktienkapitals hervor, die zum Teil eine künstliche Aufblasung des Aktienkapitals bezweckte. Den Aktio⸗ nären wurde durch günstige Bezugsrechte für die Erwerbung neuer Aktten eine weniger sichtbare Revenue zugewandt, die — 5.50 den Prozentsatz der ausgeworfenen Zinsen ver⸗ kleinerte, ohne Schaden für den Besitzer der Aktien.
Vergleicht man diesen Kapitalbedarf mit dem der Vor⸗
iegszeit, so ergibt sich, daß im Januar 1922 im Vergleich zu
selben Monat des Jahres 1913 der Kapitalbedarf um das
ö gesteigert war, worauf in den dann folgenden Monaten
. res 1922 ein Abflauen folgte, bis im Oktober immer moch das 55, 2fache gegenüber 1913 erreicht wurde.
Gewiß es sind Papiermark, aber die ganze Transaktion zeigt doch, daß das Privatkapital in Industrie und Handel es ver⸗ tanden hat, sich aus der Inflation unserer Zahlungsmittel in Sicherheit zu bringen. Die Erklärung, daß ja ihre Aktien s. Z. in Gold gezahlt wurden und die Aktionäre heute keinen gleich⸗ wertigen Besitz in Händen haben, ist durchaus irreführend. Zu⸗ nächst haben die Aktionäre nicht nur die Zinsen erhalten, sondern
in anderer Jorm, durch Gewährung eines Bonus, eine Extra⸗ vergütung erhalten, der sich dann noch einige weit unter dem Kurswert stehende Aktien zugesellten. Hat aber der Aktionär einen Besitz gewechselt, was in der Regel geschieht, so ist ihm iter ein erheblich höherer Kurswert zugefallen. Legt er den hieraus gewonnenen Kapitalzuwachs wieder in neuen Aktien an, und wiederholt er recht oft diese Manipulation, so wächst sein Vermögen zu einer recht ansehnlichen Höhe, wobei ihm das Fallen der Mark nicht mehr die große Sorge bereitet, wie z. B. demjenigen, der in bedächtiger Sicherheit sein Geld in Staats⸗ oder Stadtanleihen anlegte, um eine sichere kleine Rente zu haben, — er aber zu seinem Schrecken wahrnehmen muß, daß in diesen Papieren der Börsenkurs keine Aenderungen vornimmt
und die Zinsrate auch nicht höher wird. Außerdem bleibt auch — Goldwert der Industriepapiere immer erhalten, denn die erte von Grunostücken, Maschinen und anderen Produktions⸗
mitteln bleiben stabil, wenn auch die Mark fällt. Welche Kursentwicklung die Börse für Industriepapiere auf⸗ eist, darüber folgendes: Setzt man den Kurs 1— Jubustrie⸗ tere 1913 mit 100 an, so steigt der Index im Januar 1922 auf 600 und gelangt im November auf 3026. Allem voran die
erindustrie und der Bergbau; hier steigt der Index von 708 1 0 bei der verarbeitenden Industrie von 683 auf 2728, bei Handel und Verkehr von 316 auf 1644. Der wirtschaftlich Starke,
ie Schwerindustrie, nützt mit größerem Gewinn die Situation aus als die nachfolgenden Gruppen, denen gezeigt wird, was die großen Industriekonzerne für eine Machtposition haben. Der Ab⸗ 1 5 wäre noch bedeutender, wenn der Bergbau von der Zwangs⸗
irtschaft frei wäre und mit seinen Preisen an die Weltmarkthöhe heran gehen könnte.
Bei dieser günstigen Marktlage, die wir während des ganzen Jahres vorfinden, gelang es nicht, unsere wirtschaftlichen Kräfte voll auszunützen. Das ist nicht nur vom kapitalistischen Standpunkt ein fühlbares Manko, auch aus allgemeinvolkswirt⸗
er anschließen. Es 5 vielfach an qualiftzierten Arbeitskräften, auch 5 Unter⸗ bringen großer Arbeitermassen scheiterte am Wohnungsmangel. Sehr unangenehm machte sich besonders der Rückgang in der Kohlenförderung bemerkbar. Im Jahre 1913 hatten wir nach Wzug der Einfuhr einen Ausfuhrüberschuß von 24 Millionen nnen Steinkohle, dagegen kamen wir in den ersten Monaten des Jahres 1922 zu einem Einfuhrüberschuß von 4 526018 Tonnen Steinkohle, der unsere Handelsbilanz schwer belastete. In Ver⸗ indung damit stand ein Einfuhrüberschuß an Eisen und Eisen⸗ Hhalbzeug von 748 816 Tonnen, während wir früher einen Aus⸗ ß verzeichneten. Die Kohlenknappheit hat die Eisen⸗ produktion nicht zur vollen Ausnützung der vorhandenen Hoch⸗ öfen gelangen lassen, damit ging man dazu über, den Bedarf z. T. aus dem Ausland zu decken. Auch andere Industrien haben unter der mangelnden Kohlenversorgung gelitten und waren genbligt, Einschränkungen vorzunehmen.
Die Industrie konnte mithin nicht restlos die Geschäftskon⸗ junktur ausnützen, eine Behinderung, die auch zum Schaden der Arbeiter ausschlagen mußte. Denn jede vermehrte Gllterproduktlon die uns unauhängiger vom Ausland macht, ist volkswirtschaftlich eine Stärkung, die wir nie so notwendig hatten wie gegenwärtig.
Nach den letzten amtlichen Mitteilungen betrug unsere Stein- den ersten 11 Monaten 1922 insgesamt 20 279 708 Tonnen. 1913 hatten wir im gleichen Zeitraum eine Förderung von 159 512684 Tonnen. Bringt man hiervon eine
derung von 20 209 105 Tonnen, die uns durch den Verlust von Oherschlesien verloren ging, in Abzug, so würde immer noch ein Desizit in der Steinkohlenförderung von 19 023 871 Tonnen bestehen. Wäre die Braunkohlenförderung nicht um 45 500 637 Tonnen über die Heistuno von vor dem Kriege hinaufgegangen, lo
rein
Nach dem Pariser Zusammenbruch.— Vor sehr erusten Tagen.
Allerhand Stimmungsgerüchte. Der amerikanische Protest.
Der Abbruch dr Pariser Konferenz wird naturgemäß mit den verschiedensten Nachrichten begleitet, die märchenhaft klingen und unseres Erachtens wirklich in das Reich der Fabel fallen. Z. B. wird gemeldet, daß sich die amerikani⸗ sche Regierung bereits am Freitag vormittag, also 12 Stun⸗ den nach dem Abbruch in Paris, mit der Lage in Europa be⸗ schäftigt und beschlossen habe, als Protest gegen Frankreich die Rheinbesatzung zurückzuziehen. Vielleicht mag ein solcher Beschluß noch ausstehen, was wir nicht wissen. Unglaublich aber scheint es uns, daß dieser Beschluß schon gefaßt ist. So eilig hat es Washington wahrhaftig nicht mit der Beschluß⸗ fassung über Vorgänge in Europa.
Die angeblichen Einmarschvorbereitungen.
Sensationslüsterne deutsche Journalisten bauschen im Zu⸗ sammenhang mit dem Abbruch in Paris die an sich richtige Mel⸗
dung auf, daß die Paßkontrolle im besetzten Gebiet bereits wie⸗ der bedeutend verschärft ist Die Besatungstruppen sollen sich nach diesen Darstellungen teilweise in Alarmbereitschaft be fin⸗
den und französtsche Militärflieger um Freitag inschüchterungs⸗
flüge unternommen haben. Wir lassen es dahingestellt, ob diese Angaben stimmen, glauben aber, sie registrieren zu wüssen, um den Geist zu kennzeichnen, der jetzt Anwendung findet, um die
notwendige Stimmung her zorzurufeu. Stinnes macht Stimmung.
Wie man das deutsche Volk noch nervöser macht, als es ohnehin schon ist, dafür spricht auch eine Rundfrage der Stinnes⸗Telegr.⸗Agentur an bestimmte Wirtschaftskreise im Ruhrgebiet, die sicherlich im Auftrage ihres Herrn und Meisters ausgeführt wurde, der noch nie ein Hehl daraus gemacht hat, daß ihm die Besetzung Essens nicht unangenehn ist. Man findet es deshalb erklärlich, wenn die Telegraphen⸗ Union zu der allgemeinen Feststellung kommt, daß sich die Wirtchaft im Industriegebiet in jeder Beziehung hinter die Regierung zu stellen gedenkt und ihr das Vertrauen ent⸗ gegenbringt, daß sie in dieser außerordentlich bedrohlichen Lage die notwendige Festigkeit bewahren wird. Plötzlich also stellt man sich in jeder Beziehung geschlossen hinter die Re- gierung. Solange eine Opferfreudigkeit von der Industrie verlangt wurde, hat man hiervon nichts bemerkt.
Die Fesistellung der„vorsätzlichen Verfehlung“.
Die von gewissen deutschen Interessenkreisen ausgehende Stimmungsmache, die uns überflüssig scheint, zumal bereits wie gesagt ohnedem eine ziemlich starke Erregung durch das deutsche Volk geht, wird die Franzosen sicherlich nicht ab⸗ halten, von ihren vorbereiteten Absichten Abstand zu nehmen. Samstag vormittag ist die Reparationskommission zu⸗ sammengetreten, um eine„vorsätzliche Verfehlung“ Deutsch⸗ lands in Bezug auf die Kohlenlieferungen festzustellen. Die französische Regierung hat zu diesem Zweck eine lange Denk⸗ schrift ausgearbeitet, in der es u. a. heißt, daß die von Deutschland seit dem Inkrafttreten des Friedensvertrages bewirkten Kohlenlieferungen von seher unzulänglich waren, ausgenommen die Lieferungen im Oktober 1920, in der die vorgeschriebene Menge um ein geringes überschritten wurde. Besonders wird auf eine mangelhafte Lieferung im Jahre 1922 hingewiesen. Zum Beweis für diese
hätte die Industrie das Aufkommen auch in dem gegenwärtigen Umfang nicht erreichen können.
Nun wäre es verkehrt die Steigerung der Kohlensörderung nur von einer erhöhten Arbeftsleistung zu fordern. Verkürzte
Arbeitszeit muß im Kohlenberabau auch geringere Leistungen im Gefolge baben. Abey sind die Betriebe in technischef Ausgestaltung auf der Höhe geblieben und sind in den letzten zehn Jahren die nötioen Fortschritte emacht worden? Das ist leider nicht der Fall und zu dieser Stagnation trug die sichere Preisentwicklung der Kohle bei. Auch der am schlechtesteg ausgebaute Betrieb warf seinen Gewinn ab. ces bestand kein Zhang. große Kapitalien für Neueruygen aufzuwenken, da das Fehlen einer Konkurrenz auch dem Rlickständiasten das Tartkommen sicherte. Anstatt die Ge⸗ winne zu einem erheblüßen Teil ssir Neuanlagen zu verwenden, wurden sie in viel zu arntem Masie den Aktionären überwfesen, im übrigen blieb alles beim alten. Die Industrie wird technisch etwas unternehmen miissen, um die Produktion zu heben, und sie wird ihre alte Gewohnseit ablegen müssen, alles durch eine größere Velastung der Arheiter erreichen zu wollen.
Neites vom Tage.
Lau anne. Das Schickfal der Orkentkonserenz. Gegenüber Meldungen der Presse, daß der Abbruch der Pariser Verhandlungen auch den Abbruch der Orient— konferenz nach sich ziehen würde, erklärte Ismed Pascha, die
Behauptung dient
umfangreiches Material, das äußerst einseitig ist und in dem Herr Poincaré vergessen hat mitzuteilen, daß Frank⸗ reich auf Grund der deutschen Kohlenlieferungen ungeheure Gewinne gemacht hat.
Deutschland soll gehört werden.
Der diplomatische Mitarbeiter der Agence Hapvas ist zu der Mitteilung ermächtigt, daß die Reparationskommission im Einklang mit den Vertragsbestimmungen der deutschen Regierung Gelegenheit geben werde, von der Kommission über die angeblichen deutschen Verfehlungen bei den Kohlen⸗ lieferungen für 1922 gehört zu werden. Die Reparations⸗ kommission werde die deutsche Regierung auffordern, ihre Bemerkungen vor der Kommission an einem nahe bevor⸗ stehenden Tage, etwa Montag oder Dienstag, mündlich vor⸗ zubringen. Die Entscheidung werde demnach wahrscheinlich vor Mitte nächster Woche fallen.
Die bevorstehenden„Sanktionen“.
Es wird in Paris nicht mehr daran gezweifelt, daß die von Barthou beantragte„vorsätzliche Versehlung“ mit Bestimmthei beschlossen wird. Von Bradbury, der entgegen anders! er Meldungen an der Samstag⸗Tagung der Neparations⸗Kom⸗ missian teilnimmt, erwartet man die Begründung seines ab⸗ lehnenden Standpunktes in irgend einer überraschenden Jorm. franzöfische Regierung glaubt, daß sobald die„vorsätzliche Nichterfüflung“ festgestellt ist, ihr das Recht zusteht, sofort die Verhängung von Sanktionen zu fordern und gegebenenfalls auf eigene Faust zu verfügen. Ferner sind die amtlichen französischen Kreise der Nuffassung. daß der 15. Januar keine besondere Rolle bei der Festsetzung der Sanktionen spielen kann, da das Mora⸗ torium bereits am 31. Dez. abgelaufen war und ein neues Mora⸗ torium nicht bewilligt wurde. Nicht nur Belgien und Italien sollen diefen Standpankt teilen, sondern anch die Tschecho⸗ Slonakei und Polen.
Man muß also darauf gefaßt sein, daß Frankreich zu wirt⸗ schaftlichen Sanktionen schreitet, noch bevor der 15. Januar vor⸗ über ist und bevor die Reparations⸗Kommission zu dem deutschen Moratoriumsantrag für dieses Jahr überhaupt Stellung ge⸗ nommen hat. Diese Art des Verfahrens wäre genau so wider⸗
rechtlich, wie die selbständige Ergreifung von Sanktionen nach dem
15. Januar. Amerika wartet auf die Initiative Frankreichs?
Reuter meldet aus Washington: Das Staatsdepartement demen⸗ tiert die Meldung, wonach die Vereinigten Staaten auf Ersuchen Großbritanniens einen internationalen Kongreß zur Erörterung der Reparationsfrage einberufen werden. Offiziell wird erklärt, die Vereinigten Staaten hätten bereits alles getan, was ihnen möglich sei, um auf die Lösung des Problems hinzuwirken. Die An⸗ regung des Staatssekretärs Hughes, eine Finanzkommission zur Beurteilung der Reparationsfrage zu ernennen, war der franzö⸗ sischen Regierung unterbreitet worden. Jede Aktion wegen Ein⸗ berusung einer solchen Kommission müsse notwendigerweise von Frankreich ausgehen.
Cuno als Greis auf dem Dache? a
Auch am Freitag nachmittag hat noch keine Kabinetts⸗ sitzung über die Reparationsfrage stattgefunden. Lediglich die an der Frage beteiligten Ressortminister haben eine Be⸗ sprechung über die Lage abgehalten, jedoch sind entscheidende Beschlüsse nicht gefaßt worden. da man noch nähere Nach- richten über die gestrigen Besprechungen zwischen den fran⸗ zösischen, belgischen und italienischen Staatsmännern ab ⸗ warten will.— Wie heißt es doch in dem alten Studenten- lied? Auf dem Dache sitzt ein Greis der sich nicht zu helfen
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Uneinigkeit der Verbündeten würde die in keiner Weise beeinflussen. damit noch nichts über das Schicksal gesagt. schoben sein. setzen wird, um die Schwierigkeiten Englands bei der Lösung des Reparationsproblems zu erhöhen, indem es die Widerstände der Türkei gegen England stärkt. Ismed Pascha soll aus Angora neue Instruktionen erhalten haben. Bei der Behandlung der Frage der Verteilung der ottomani⸗ schen Schuld erklärt die Türkei, sie könne die deutschen Güter und die den Deutschen von der Tfirkei gewährten Kon⸗ zessionen nicht zugunsten Fronkreichs abtreten.
Haltung der Türkei Nichtsdestoweniger ist aber der Orientkonferenz Die Entscheidung dürfte nur um einige Tage ver⸗ Es ist klar, daß dann Frankreich alles daran
* Das framösische Golddevot in Amerika.
Zu der Meldung über das nach Amerika gesandte französische Golddepot, das während Krieges im englischen Finanz⸗ ninjsterium als Garantie für eine französische Kriegsanleihe hin⸗ terlegt wurde, berichtet der New-Vork⸗Herald, dieses Golddepot ist bereits vor 5½ Jahren zur Zahlung von Kriegsmunition von England nach Washington geschickt worden.
Ein Attentat auf den tschechischen rinanzminister.
Der Finanzminister Dr. Raschin wurde in Prag am Freitag gegen 9 Uhr morgehs, als er vor seiner Wohnung sein Auto- mobil bestieg, von einem 10jährigen Versicherungsangestellten
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