erwünschten tatfächlichen Schutz gegen etwaige Repressalfen von Seiten ihrer Regierung zu.(11) g Auch die Verkehrsunterbindungen gehen weiter. Der Bahnhofsvorsteher von Hennef(vor Ssegburg) wurde von den Franzosen verhaftet. wall er sich weigerte. 120 Eisenbahn⸗ wagen mit deutschem Gut nach Beuel abrollen zu lassen. Der Bahnhof wurde stillgelegt. Ferner wird aus Essen gemeldet: Die Besatzungstruppen haben die Bahnhöfe Duisburg⸗Ruhrort, Duis⸗ Rider ag dier und Hamborn⸗Neumshl besetzt. Der Verkehr vom in ins Revier ist dauon schwer betroffen, zumal, da die gestern erfolgte Besetzung des Bahnhofs Sterkrade bereßts den Verkehr mit Wesel unterbunden hat. Auch der Eisenbahnverkehr Duis⸗ barpg⸗Rubrort⸗Vesel ist jetzt unmöglich, was angesichts der Schika⸗ erienung der Rhoinschiffahrt schwer ins Gewicht fällt. 28 000 Ausgewiesene. ach in Berlin eingelaufenen Mitteilungen sind bis zum 2 21 955 dem altbesetzten Gebset ausgewiesen: 5271 Veamse nd 406 Prsbatpersonen, aus dem Einbruchsgebiet 1010 Beamte, 243 Privalpersonen und 5091 Schutpolizelbeamte. Unter Hinzu⸗ ziehung der Familienangehörigen ist mit zusammen 28 000 Ausge⸗ wife zu rechnen. Außerdem sind etwa 1000 deutsche Staats⸗ bürger von den Besatzungs behörden inhaftiert.
Politische Uebersicht. rel Will Polen provozieren?
Die polnische Regierung hat der Deutschen Gesandtschaft Warschau eine Note zugehen lassen, in der die Liquidation 15 Konsulats Thorn bis zum 15. Mai gefordert wird. Be⸗ gründet wird diese auffällige Forderung damit, daß das eutsche Konsulat in einem polenfeindlichen Sinne tätig ge⸗ wesen sei, indem es die Deutschen des dortigen Bezirks von einer Abwanderung nach Deutschland abgehalten und dabei mit der Organisation der Deutschen polnischer Staatsange⸗ örigkeit, dem sogenannten Deutschtumsbund, zusammen gegrbeitet habe. N Um die brüske und provozierende Forderung der polni⸗ schen Regierung sachlich erörtern zu können, muß man nähere Nachrichten abwarten. Von pornherein kann man sagen, daß es bei der noch ungeklärten Stellung der in Polen ver⸗ bliebenen Deutschen, die einen verzweifelten Kampf gegen eine rechtswidrige Verfolgung durch Polen führen, selbst⸗ verständlich ist, wenn die deutsche Vertretung mit ihnen so⸗ viel Fühlung hält, als es nötig ist, um die kümmerlichen achte des Versailler Vertrages zu wahren. Vor allem aber ist das Vorgehen Polens for Ill, sagen wir, recht un⸗ europäisch. Internationglen Gepflogenheiten entspricht es, sich über vermeintliche diplomatische Uebergriffe zunächst einmal im Notenwechsel auseinanderzusetzen. Denkbar wäre uch die Forderung der Abberufung eines mißliebigen Ge⸗ sandten oder Konsuls. Die Liquidation einer ganzen Be⸗ örde jedoch erinnert an China aus der Mitte des vorigen
Jahrhunderts. Will man nicht jugendliche Unreife bei dieser polnischen e annehmen, so käme nur noch die bewußte Absicht
in Frage, die deutsch⸗polnischen Beziehungen zu trüben, die dresdener Verhandlungen zu zerschlagen.
1 Sturmszenen im preußischen Landtag. Kommunistische Radaugesellen.
dn der Aren ien des Ppeußjischen Landtages wurde zunächst a deutschngtiongle Mißtrauensvotum gegen den Innenminsster, Ge⸗ — 31 in namentlicher Abstummung mit 248 gegen 79 Stim⸗ unen bei einer Stimmenthaltung abgelehnt. Nach der Abstimmung fam es zu einer lebhaften Geschäftsordnungsdebatte, da die Kom⸗ mumisten ihr Votum für Severing mündlich begründen wollten, was
sowoßd vor wie nach der Abstimmung als geschäftsorbmingsmäßsig für
unzulässig erklärt wurde. Weil der Präsident, Genosse Leinert, im Rahmen dieser Geschäftsordwumgsdebatte auch eine Kritik des Ministers Severing durch den Kommunisten Schultz⸗Neukölln nicht zu⸗ ließ, wurde er beschimpft. Das führte zu einer großen Empalrung im ganzen Haufe, zumal die Kommunisten den Präsidenten mit Aus⸗ drücken, wie„Oberscharfmacher“ usw. betitelten und ihm die Eignung für sein absprachen. Stürmischer Beifall ging durch das Haus, als Präsident Leinert dem Abg. Schultz das Wort entzog, weil seine Redezeit abgelaufen war. Doch sofort meldete sich sein Fraktions⸗ kollege Katz zum Wort, der schon im starken Tumult in den wüstesten Ausdrücken den Präsidenten beschimpft, eingestellt auf sein eigenes Benehmen und das seiner Fraktion den Landtag als Komödienhaus bezeichnet und schließlich eine unerhörte Schimpflanonade auf die Sozialdemokraten losläßt, wobei er mit Ausdrücken, wie„Verbrecher 1 „Zuhälter“ usw. nicht sperrte. Als Präsident Leinert schließlich nach⸗ dem er von der kommunistischen Erklärung Einsicht genommen hatte, eine Verlesung auf Grund der Geschäftsordnung ablehnte und unter dem Wutgeheul der Kommunisten Schluß der Geschäftsordwmgs⸗ debatte beantragt wurde, verläßt Abg. Katz, dessen Redezeit ebenfalls abgelaufen war, die Tribüne, indem er der sazialdemokratischen Frak⸗ tion zurft:„Ihr sid doch alle ein elendes, dreckiges, schmieriges Lumpengesindel!“ Darauf kam es zu ungeheurem Lärm, es ent⸗ spamn sich eine wüste Schlägeref zwischen Sozialdemokraten und Kom⸗ mmisten. Präsident Leinert hob sofort die Sitzung quf. Etwa 10 Minuten herrschte ein allgemeiner Wirrwarr. Schließlich kehrte der Präsident zurück und erklärte unter stürmischem Beifall, daß er auf Grund der Geschäftsordnung den Abgeordneten Katz wegen unerhör⸗ ter Beleidigung des Hauses von der Sitzung ausschließe. Die Sitzung wurde auf eine halbe Stunde vertagt, um dem Abg. Katz Gelegenheit zum Verlassen des Sitzungssgales und dem Aeltesten vat zur Stellung⸗ nahme zu diesem unerhörten Vorfall zu geben. Die tobenden Aus⸗ einandersetzungen dauerten noch eine geraume Weile an, erst all⸗ mählich trat wieder Ruhe ein. 5 5
9900 eimstündiger Unterbrechung eröffnete Prästdent Leinert wieder die Sitzung Der Kommunist Katz ist dem Ausschluß aus der Sitzung nicht nachgekommen, wodurch er sich nach der Ge⸗ schästs ordnung von selbst auf 8 Tage ausgeschlossen hat. Der Präsident gab seimem Badguern Ausdruck über die Schlägerei im Parlament das nur den Kampf der Geister führen sollte. Wie wenig die Kommunisten dafsür Verständnis hesitzen bewiesen sie durch ein unbändiges Gelächter. Im Aeltestenausschuß halten ingzwischen, wie der Präsident mitteilte, alle Parteien mit Ausnahme der Kommunisten sich ungehalten gezeigt über die Lang⸗ mut und Milde des Präsidenten des Hauses. Die Erklärung, daß die parlamentaxische Sitte und Ordnung zur Abwicklung der Ge⸗ schäfte des Hauses von mum ab in aller Strenge gegen Störungen geschlitzt werbe, beankworsezen die Kommunisten mit den Zurufen: „Kröcher und Freiherr v. Erssa stehen wieder auf!“— Da der Abgeordnete Katz sich nach wie vor weigert, den Sitzungsfgal zu verlassen, wurde die Sitzung abermals geschlossen. Der Aoltesten⸗ ausschuß trat nochmals zusammen. Mir mehr als Dreiviertel⸗ mehrheit beschließt er wie der Prästdent in der drltten Sitzung mitteilt, den Abgeordneten Katz wegen seines Verhaltens auf 15 Sitzungstage auszuschließen. Ueber die Vertagung auf Samstag
mit der Beratumg des Kultusetats statt des Berichts ühen die mitteldeutschen Unruben entspann sich erneut eine Geschäftsord⸗ nungsagussprache. Doch mit Recht wies Genasse Heilmann die
Kammunisten darauf hin. daß ihr Verhalten und bie Weigerung von Katz die Unterbrechung der Sitzung und die Wgiterberatung verhindert hätten. Aber die große Mehrheit des Hauses beschliaßt nach diefen brei stütrmischen unerfreulichen Sitzungen die vorge⸗ schlagene a und Tatesardnung.
Die bayerische Regierung auf weiter Flur allein. Bei Bergtung des Kapitels Münchener Polizeidirektion
im Haushaltausschuß des Bayerischen Landtages entwickelte sich eine hochbedeutsame politische Aussprache, deren Ergebnis zeigt, daß die Regierung von allen Parteien verlassen ist. Selbst ihre hauptsächliche Stütze, die Bayerische Volkspartei, ließ sie im Stich. Die Abgeordn. Funke und Dr. Pestallozza drängten darauf, daß endlich von der Regierung die drohen⸗ den Gefahren erkannt und die nötige Energie und Tatkraft dagegen aufgebracht werden. Von der Zerfahrenheit in den höheren Beamtenkreisen sprach eine Mitteilung des Abge⸗
ordneten Wohlmut(Bayr. pk.) über Aeußerung 5
Ministerialrats, die in einer Versammlung ch ländischen Verbände gefallen war. Dieser Mi
hatte dort gesagt, die Regierung sei im Verein m Franzosen, dem Kardinal Faulhaber und dem Papsle Bayern vom Reich zu trennen. Die Mehrzahl der folge aber der Regierung nicht auf diesem Wege. Schweyer nahm während der zweitägigen Ausspeac geradezu klägliche Haltung ein. Er wußte auf d wiegende Mitteilung aus dem Munde eine reg treuen Mitgliedes nichts weiter vorzubringen, als en der Sache nachgehen, und wenn es sich so verhalte der Beamte als ein Giftmischer entlarvt. Gen haupter stellte am Donnerstag und Freitag wedelt Frage an den Minister, woher die Waffen der Kam
bände am 1. Mai stammten und wohin sie gekom Der Minister wußte nichts darauf zu erwidern n
5
1 Fall erst untersucht werden müsse. Die Waffen
sich in den Händen der Reichswehr; aber er kon sagen, in welchem Orte sie niedergelegt worden 10 Aug die Abgeordneten anderer Parteien stellten die völlig Ohn⸗ macht der Regierung fest, die unwiderlegliche Be f bracht habe, daß ihre Machtmittel vollständig versage Die Debatte im Ausschuß kann nur als das Vorspiel zu einer noch gründlicheren Aussprache im Plenum betrachte werden, wenn der Etat der Münchener Polizeidirektion zur Veßatung gelangt. ö
ö Der neue Marksturz.
Als die Regierung und die Reichsbank am 18. N Ju⸗ sammenbruch ihrer Stützungsaktion für die Mark erlebt dadurch ihre gesamte Preis⸗ und g npolitik sowie den Widerstand an der Ruhr aufs schärfste gefährdet sahen lasßen es an starken Worten gegen diejenigen nicht fehlen, die ih der Allgemeinheit zunutze machten. Sie kündigten auch i Ei schränkung der Einfuhr und die allgemeine Anmeldepflicht Besitz von Depisen an. Weder ist das eine geschehen no die Anmeldepflicht wirklich durchgeführt werden. Jwar jf I Anmeldepflicht auch nur eine völlig stumpfe Waffe, wenn s al bleibt, aber nicht einmal dazu hat sich die Regierung une dem Druck der Interessentenkreise verstehen können. N
Es hat infolgedessen nicht einmal mehr Ueberra rufen können, daß der Dollar von etwa 30 000, wo N Tage aufgehalten hat, am Donnerstag auf 40 000 let Ob daran in erster Line die Spekulgtson oder der Bee f Wirtschaft für Einfuhrzwecke die Ursache it, bleibt ganz dle gültig. Jedenfalls sind wir mitten im einer Entwicklung die schärssten und radikalsten Maßnahmen nicht nur die auf das allerschwerste erschüttert und dete der Bev kerung völlig verelendet, sondern guch den Widerstand an der 1 schädigt. Es zist kein Zweifel, 1 dieses neue sprunghaf der ausländischen Zahlungsmittel zeitlich zursammentrifft. ungünstigen Aufnahme der Note der Reichsregierung im Auslande. Die Regierung Cuno⸗Becker, der ein großer 2 Volkes mit den hoffnungsvollsten Erwartungen entgegen ist, hat damit auf zwei Gebieten, und zwar auf den entschessen eine starke Niederlage erlitten. g J
enn die Sozfaldemokratische Reichstagsfraktion fich 2
Antrage veranlaßt gesehen hat, einen Unterf 93 der Aufhellung der 0 e auf dem Geldmarkte zur 1 ist sie damit von zwei Absichten geleitet gewesen. Sie wi sböststellen lassen, in welchem Umfange rein spekulafsve nahmen von Stinnes und Großindustriellen den Sturz dy herbeigeführt haben, Sie beabsichtigt ferner aber guch, du gierung sich als unfähig und nicht willens gezeigt hat, die 5 mit so großem Pomm angekündigte Stützungsaktion g Widerstände der 9 15 zu 555 durch diesen Unte ausschuß die Wege feststellen zu lassen, auf denen die Mg dem völligen Versinken bewahrt werden kann. Ein Unte ausschuß, der dieses Ziel hat, kann es erreichen, denn ih ö nicht nur das Recht zur eidlichen Vernehmung, sondern auß Heranziehung der Mitarbeit sachverständiger Kreise zu.
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—— Der Deserteur.
Roman von Robert Buchanan.
Für ein feinfühliges Gemüt liegt etwas Erschütterndes darin, durch Zufall einem merkwürdigen Geheimnis der Natur guf die Spur gekommen zu sein, plötzlich in die feier⸗ liche Stille eines im Erinnern verborgenen Schlupfwinkels der alten Mutter Erde einzudringen, den noch nie zuvor ein menschlicher Fuß betreten. Man wird in keiner Kirche so sehr zur Andgcht gestimmt und permag vor keinem Heiligen⸗ schrein so andächtig zu beten, wie in einem solchen Tempel der Natur! Rohan, der so lange in dunklen Verstecken vegetieren mußte und von seinen Mitmenschen wie ein wildes Tier verfolgt wurde, glaubte sich plötzlich von der allgütigen Natur mit Liebe und Mitleid umfangen zu sehen; sie spendete seinem verbitterten Herzen Balsam, seiner
unden Seele neuen Frieden; sie schloß ihn sanft in ihre Arme und ließ ihn alle ihre märchenhaften Wunder er⸗ ee Er wäre nicht imstande gewesen, das auf ihn ein⸗
türmende Glücksgefühl, welches sein Gemüt in jener er⸗ habenen Stunde durchdrang, zu schildern; dort oben in jener luftigen Höhle fühlte er etwas wie eine geistige Neugeburt, gate irdischen Leiden waren pergessen. Er konnte sich ja ohne Furcht wieder im vollsten Sonnenlicht baden und un⸗ gestärt seinen Gedanken nachhängen.
Jede neue Entdeckung führte zu einer anderen. Rings um die Wasserhöhle zog sich ein schmaler Rand, der zwar sehr schlüpfrig war, aber seinen nackten Füßen doch genügenden Raum und Halt bot. Nachdem er vielleicht 40 Meter weit gekrochen war, wobei ihm die roten Säulen eine Stütze bypten, gelangte er an das innerste Ende der Höhle und sprang auf ein schmales steiles Kiesplätzchen hinab, das von dem stillen grünen Wasser bespült wurde. Kaum stand er unten, als er zu seinem grenzenlosen Erstaunen eine ge⸗ wölhte, meosbedeckte Oeffnung entdeckte, die in das Herz der Klippen zu führen schien. Er bahnte sich vorsichtig einen Weg, doch mußte er bald wegen der großen Dunkelheit um⸗ kehren. Seine Neugier hatte den Höhepunkt erreicht und er war nicht der Mensch, sie unbefriedigt zu lassen. Er begab sich in sein luftiges neues Hauptqugrtier zurück, pflegte einige Stunden der Ruhe, um für weitere Forschungen Krafte zu sammeln, zündete dann die Handlaterne, mit der ihn Jan Goron versehn, an und machte sich von neuem auf den gefahrvollen Erforschungsweg. Der finstere Gang, von
dem er am pergangenen Tage umkehren mußte, war gerade
breit genug, daß er mit seinen ausgebreiteten Händen die Wände berühren konnte, und so hoch, daß er darin bequem aufrecht zu gehen vermochte. Er schien aus solidem Stein und von Menschenhand ausgehauen zu sein, denn wo ein Lichtstrahl hinfiel, konnte Rohan bemerken, daß die Wände glatt und ohne jede Spur einer Vegetation waren. Es herrschte eine eiskalte, feuchte, aber nicht unreine Luft darin.
Nachdem er einige hundert Meter weit gekrochen war, befand er sich plötzlich vor einer Steintreppe. Sein Auge täuschte ihn nicht: rote, sorgfältig ausgehauene Granitstufen führten in die Tiefe. Nun war's Gewißheit, was er von Anfang an vermutet hatte: die Aushöhlungen im Inneren der Klippen stammten von Menschenhand. So einfach diese Tatsache auch sein mochte, sie erfüllte Rohan dennoch mit Entsetzen und er dachte ernstlich an den Rückzug. Sein ge⸗ sunder Menschenverstand siegte jedoch über die aber⸗ gläubische Furcht und er stieg tapfer die Stufen hinab, die wieder in einen engen Gang mündeten, der noch deutlichere Zeichen von menschlicher Geschicklichkeit aufwies. Er tastete sich einige hundert Meter weit und kam abermals zu einer Steinstiege, die wieder in einen Gang führte. Hier begann die Luft schon drückend und dumpf zu werden, das Licht in der Laterne flackerte kaum; Rohan kämpfte mit Atemnot, kroch aber immer weiter, bis er schließlich mitten in einem ungeheueren Gewölbe stand, einer Art Katakomben. Alle anderen Höhlen, die er bisher erforscht, schienen neben dieser winzig und unbedeutend. Unermeßliche Granitwände stütz⸗ ten ein hohes Dach, von welchem schwarze Schwämme herab⸗ hingen, die von dem ewigen Tau genährt wurden. Der ganze Riesenraum war von tiefster Finsternis und dumpfem Mecresbrausen erfüllt. Den Boden bildeten schwarze, eis⸗ glatte Steine, die ein Moosteppich bedeckte.
Rohan stand voll Ehrfurcht und Scheu in der Mitte dieses gewaltigen Raumes und erwartete, aus der Dunkel- heit Erdgeister hervorstürzen zu sehen, die den Eindringling davonjagen würden. An welch' geheimnisvollen Ort war er geraten? In die Katakomben der Toten oder in das Heim der unterirdischen Geister? Ihm schwindelte und einen Moment sah und hörte er nichts, dann raffte er sich auf und kroch vorsichtig weiter. Das Meeresbrausen wurde deut⸗ licher. Er glaubte es direkt unter seinen Füßen zu ver⸗ nehmen und trat lauschend einen Schritt zurück. Zu seinem Glück, denn er hatte am äußersten Rande eines schwarzen Abgrundes gestanden, in welchem ein schäumendes Wasser floß. Vorsichtig leuchtete er mit seiner Laterne in die Tiefe
und sah, daß die glitzernde Flut wild rauschend wein Fernere Forschungen führten zu dem merkwürdigen nis, daß das ganze Riesengewölbe ein ungeheueres reservoir zu sein schien und daß der feste Boden, auf wolche Rohan stand, nur ein schmaler, künstlich gebildeter Sing ch Er ließ das Licht seiner Laterne über den ganzen gung schweifen, fuhr aber plötzlich wie von Schreck geläh tur — kaum hundert Schritte von ihm entfernt, erhob eh ein riesenhafte Gestalt. In seinem Entsetzen fiel ihm die li erne fast aus der Hand, er zitterte am ganzen Körper u wa, doch nicht imstande, zu fliehen, sondern starrte die Zunlle Gestalt wie hypnotisiert an. Als sie sich aber nich hrt,
raffte Rohan seinen Mut zusammen, schlich auf den ehen näher und erkannte, daß es eine ungeheuere, schwaz, a einem Sockel stehende Marmorstatue sei, die wah iin schon jahrhundertelang diesen Platz behguptet und u den ewig herabtropfenden Wasser arg zugerichtet war. fingelge Körperteile derselben waren gänzlich zerstört, die Bessh voll ständig mit aus dem Wasser emporwuchernden Pflashep be: deckt. Rohan, der Riese, sah neben der Statue wie ess werg aus. Er betrachtete sie aufmerksam und obgleich auh das Gesicht arg beschädigt war, erinnerten ihn die Konten det, selben, das lorbeergekrönte Haupt, die römische Toga id der kräftige, stierähnliche Nacken an die Büsten der süsschen Kaiser und Feldherren, deren Abbildungen er if, Pin Tacitusübersetzung gesehen hatte. Dadurch kamen iim e die phantastischen Erzählungen, die er von Messter 10. iber die versunkenen römischen Städte, mit ihren 1 el Palästen und Marmortempeln— Wunderwerken del Baß kunst— ihren goldenen Statuen, Riesentheatern, Mader und kunstvollen Gärten, vernommen. in den Si Ende gehörten all diese unterirdischen Gänge einer bahfune nen Römerstadt an! Aber woher kam das durch di schrol rauschende Wasser und wohin ging es? Gedanken pille 4 Rohan um die Statue herum, als ob er von ihr a1 5 wirren Fragen, die durch sein Hirn rasten. Antwort eg und siehe da— er entdeckte ganz nahe vom Sockel eise breiter Treppen, die in das Wasserbacsin führten. sie sehr schlüpferig waren, faßte Rohan Mut und ki sichtig einen Fuß nach dem anderen setzend, in den i den, kochenden und brodelnden Gischt hinab, der Tintenmeer aussah. Als er die letzte Stufe erroisl bückte er sich, schöpfte mit der hohlen Hand etwaß N und kostete es; es schmeckts ganz angenehm und kal! 0 C (Fortsetzung folgt.) 1
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