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Deutschland
Stadt verbreitet hakte, kamen einige hundert Arbelter zum Bahn⸗ laufen hof. Ludendorßf wurde im Wartesaal zweiter Klasse vom groß⸗
deutschen Klagenfurter Bürgermeister Wolsegger begrüßt. Als er
auf die Straße trat und ein Auto bestieg, wurde der Wagen von den Arbeitern umringt. Sie brachen in heftige Ruse aus: „Massenmörder! Bluthund! Hakenkreuzlergeneral! Landesver⸗
derber! Totengräber Deutschlands!“ Der Wagen konnte sich lange Zeit nicht in Bowegung setzen, und erst später 1 immer umringt von den empörten Arbeitern, zum Hotel fahren. Im Hotel wurde Ludendorff wieder von seinen großdeutschen Freun⸗ den begrüßt. Doch auch vor dem Hotel sammelten sich Arbeiter an und brachten ihre Meinung in Pfuirufen und anderen verdienten Bezeichnungen zum Ausdruck. Viele Häuser waren abends zu Ehren Ludendorfss beflaggt. Auf Verlangen der Arbeiter wurden die Fahnen wieder eingezogen. In den Straßen der Stadt kam es im Laufe der Nacht zu Zusammenstößen zwischen Arbeiter⸗ gruppen und Patrouillen der Heimwehr. In der Stadt herrscht ungeheure Erregung. Die Arbeiter sind entschlossen, Ludendorff in der Stadt nicht zu dulden.
Der Held im Klosett. Luͤubendorff wollte am Sonntag von Klagenfurt nach Wlen fahren. Dährend der Fahrt ist es auch in Bruck an der Mur und Katzenburg zu stürmischen Demonstrationen der Arbeiter gegen Ludendorff ge⸗
kommen, wobei die Arbeiter riefen:„Wo ist der Massenmörder, der
Deutschland ins Unglück gestürzt hat?“ Es gelang aber, den Zug an beiden Stationen durchzubringen. In Katzenburg drangen aber trotz⸗ dem Arbeiter in den Zug ein und durchsuchten ihn, jedoch ohne Luden⸗ dorf zu finden, der sich offenbar in einem Klosett versteckt hatte. In
Wien⸗Neustadt war die Arbeiterschaft sehr erregt. Es gelang jedoch,
sie vom Eindringen in den Bahnhof abzuhalten. Der Zug wurde aber in Hötzendorf unmittelbar por Wien von Alrbeitern und Ordner⸗ wehren n und am Weiterfahren verhindert. Ludendorff übernachtetle in Hötzendorf und wird nach München weiterfahren, ohne Wien zu berühren.
Wie die Rechtspresse die„nationale Einheits⸗ front“ stärkt.
ieder weiß: im Ruhrgebiet geht es eben hart auf hart. anlkrelch hat seine letzte Karte ausgespielt. und Deutschland kämpft um sein Leben. Gellngt es den Franzosen nicht den deut⸗ schen Widerstaud zu überwinden, dann bedeutet das für sie eine Niederlage, die der ganzen aus dem Versciller Friedensvertrag chergeleiteten Politik gegenüber Deutschland eine für uns günstige Wendung zeben kann. Es hängt daher alles davon ab, den passiven Widerstand der Bevölkerung im Ruhrgebiet und am Rhein zu stärken, nicht nur mit materiellen Mitteln, sondern auch gelsig und moralisch. Letzten Endes sind aber die Hauptstützen bes Widerstandes die mittleren und unteren Beamten. besonders bie der Eisenbahn, und vor allem die Arbeitermassen. sobald ein⸗ anal die Franzosen ihr Zie“, die leitenden Beamten und Führer mauszuwerfen, erreicht haben werden. Denn darauf ist ja ihre Hoffnung gestellt, daß sie mit der führerlosen Masse leschdes Spiel haben werden, sei es, daß sie sie durch scheinbare Freundlichkeiten zu betören oder durch Hunger kirre zu machen gedenken. Man anuß sich im unbesetzten Deutschland unbedingt darüber klar sein, daß von den fühverlos gemachten, von den übrigen Volksgenossen
abgeschnitlewen des Verkehrsmittels der Zeitungen beraubten, von Arbeitslosigkeit Elend und Tobesgefahr bedrohten Massen
eine wahrhaft hecoische Willensstärke verlangt wird, und man darf sich auch nicht darüber täuschen, daß die Gefahr, der Versuchung zu erliegen. bei manchem groß sein wird. Wenn aber etwas geeignet ist, diesen Willen, allem zum Trotz auszuharren — deutsches Land deutsch zu erhalten, zu stärken, dann ist es das
272 inniger Verbundenhelf mit den Volksgenossen im ganzen ö und das Bewußtsein daß ein in dieser Sache wirklich geeintes Volk hinter ihnen steht, das sie, die Kämpfer auf vorge⸗ schobener Schanze. unter Beiseiteschiebung alles politisch wie sonst⸗
ie Trennenden aus dem gleichen einheitlichen Willen heraus stützt und stärkt.
Witzblatt, das ja schon längst ein Schandblatt geworden ist, läßt ihn 1 70 0 Erwägung anstellen: Das Aufheben bedeutet eine Arbheltsleistung von 2 Minuten Dauer, zusammengesetzt aus ge⸗ wöhnlicher Arbeit(Tarsf A), leichter qualifgierber Arbeit(Tarif B. Pos. J) und Schmutzarbeit. die laut Tarif O. Pos. 2, der Schwerarbelt gleichzustellen ist. Die tarifmäßige, Entlohnung für diese kombinterte(vielfache) Leistung von 2 Minuten 1.75 Mk. Unter diesem Satz zu arbeiten, bedeutet Darifbruch. Also: der Arbeiter darf die Mark nicht aufnehmen, da sie eine Mindestbezahlung darstellt, fü! die ein klassen bewußter Arbeiter unter keinen Um⸗ ständen eine Tätigkeit ausübt. 6
Mit solchem Blödsiun glaubt der volksparteilsche Redakteur seinen Lesern ein Veranügen zu machen! Hat er nicht bedacht, daß folche Verhöhnungen das von der Rechtspresse so oft getadelte Klasfenbewußtsein der Arbeiterschaft mit Recht stärken und die Neigung zur Einheitsfront beträchtlich mindern müssen?
Es ist klar, daß bei solchen Dingen auch der Gießener Anzeiger nicht fehlen darf. In seinem letzten Wochenrückblick spricht er zwar von dem„entschlossenen“ und unbeugsamen Wider⸗ stand der deutschen Arboter. aber diese notgedrungene Aner⸗ kennung geht ihm doch ziemlich gegen den Strich, und so muß er, seiner Gewohnheit folgend. der Arbeiterschaft noch eins anhängen und folgende Sätze schreiben:„Am erbärmlichsten aber ist es, mit anzusehen, wie die Sendboten des französischen Imperfalismus Loffnungsvoll die Seele des deutschen Arbeiters in jene Träumerei von Sorglosigkeit und Glück zu lullen suchen, die ihnen schon einmal, beim Weltkrieg und seiner Be⸗ endigung. gute Dienste gelcistet hat. So sucht sich fremde Herrsch⸗ sucht von nationaler Lauhelt zu nähren. von der Saat antideutscher Denkart im deutschen Arbeiter⸗ volk...“(Von uns gesperrt). Also im ersten Satz ein ver⸗ steckter Hinweis auf die abgeschmackte Dolchstoßlegende, und im zweiten der ofsene Vorwurf der anttnationalen Denkart! Eine Dummheit und eine Infamie! Zum Teufel mit solchen Schreiber⸗ seelen, die in jeder großen Sache ihre Stink⸗ und Gisttöpfe hinein⸗ schmelßen miüssen!
Die deutsche Arbeiterschaft und im besonderen die an Ruhr und Rhein wird sich freilich jn dem Abwehrkampf. den sie gegen brutale Gewalt für ihr Vaterland wie für ihre eigenen Interessen durchlämpft, durch solche und ähnliche Anpöbelungen nicht bekrren lassen. Aber die Rechtspresse sollte sich doch sagen, daß solche Dinge wenig geeignet sind. die Stinunung die ganze seelische Einstellung, von ber für die Ausdauer in einem lange währenden Kampfe doch so viel abhängt, zu fördern. W.
Hessen und Nachbargebiete.
Gießen und Umgebung.
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Die Breunholzversorgung in Hessen.
In der Frage der Beschaffung des Brennholzes haben die Gewerkschaften von Hirzenhain und Umgebung kürzlich eine Eingabe an das hessische Ministerium gerichtet. Wir haben diese Eingabe in unserer Nummer 26 vom 1. Februar zum Abdruck gebracht. In dieser Eingabe ist darauf hin⸗ gewiesen, daß es der werktätigen Bevölkerung unter den gegenwärtigen Verhältnissen kaum möglich sei, auch nur die kleinste Menge Holz zu erstehen, weil die Preise bei den Versteigerungen in unerhörter Weise in die Höhe getrieben würden. Es wird weiter die Ansicht ausgesprochen— um dies nochmals kurz zu wiederholen— daß zu wenig Holz geschlagen würde, besonders in den fürstlichen Privat⸗ waldungen, wodurch die Preise künstlich in die Höhe ge⸗ trieben würden. Die Eingabe schlägt deshalb der Re⸗ gierung vor:
1. Sofortiges Verbot jeglicher Brennholzversteigerung.
2. Statistische Erhebung der geschlagenen Mengen in allen Förstereien ohne Unterschied des Eigentümers.
3. Bedarfserhebung der Gemeinden und Stödte. Als⸗ dann auskömmliche Ueberweisung an Vorgenannte zu einheitlichen Preisen. s
Diese Eingabe bestätigt, was bei Beratung der Brenn⸗ holzfrage von sozialdemokratischer Seite im Landtag vor⸗ ausgesagt worden ist. Die bürgerlichen Parteien haben
Der Deserteur. 80
Roman von Robert Buchanan. Sechstes Kapitel. 5 Die Häuslichkeit des Exkorporals. 5 Marcelle verbrachte den ganzen Tag wie im Traume; sie wechselte fortwährend die Farbe und war nicht imstande, fünf Minuten ruhig auf einem Platze auszuharren; ihre Hand zitterte, als sie Brot schnitt. Sie ging mit ihren
Brüdern sehr zärtlich um und empfand das zwingende Be⸗
dürfnis, bald die Mutter, bald den Korporal zu küssen; dabei schwammen ihre Augen in Tränen. Die Mutter be⸗ trachtete sie mit sonderbaren Blicken; da auch sie in ihrer Jugend verliebt geweesn war, ahnte sie, was diese Unruhe ihrer Tochter zu bedeuten habe.
Geheime Liebe ist süß, aber die eingestandene ist noch
süßer, denn sie bringt die beruhigende Gewißheit und den ersten wirklichen Liebeskuß. Bis zu jenem Tage hatte Rohan noch mit keinem Wort verraten, was sein Herz be⸗ wegte; bis zu jener seligen Stunde hatte er sie nie anders, als wie es bei ihnen Sitte, auf beide Wangen geküßt. Nun sich ihre Lippen gefunden, war das stille Geständnis be⸗ siegelt. f
Die Begegnung mit dem Wanderlehrer hatte Marcelle etwas verstimmt, aber ihr Mißmut schwand bald, denn sie zweifelte keinen Augenblick daran, daß Rohan ein guter Christ sei, an Gott glaube und auch an den großen Kaiser. Marcelle hutte eine religiöse Erziehung genossen. Ihre Mutter, eine schlichte Bäuerin, hielt fest an allen Kirchen⸗ formeln, an dem alten Aberglauben an den kirchlichen Legenden, deren Ausrottung die Revolution vergebens ver— sucht hatte. Die alte Frau versäumte keine Messe in der kleinen Kirche und kniete, so oft sie an einer Kalvarie(Wall⸗ fahrtsstätte) vorbeiging, nieder, um ein stilles Gebete zu verrichten. Sie glaubte an die Wunderkraft aller Heiligen und haßte die Revolution.
a Ihr Mann, der ältere Bruder des Korporals, war ein Fischer gewesen. Der große Seesturm von 1796 forderte ihn als Opfer; der Korporal, damals noch gemeiner Soldat, kam gerade aus Italien auf Urlaub nach Hause und fand die Witwe mit ihren sieben hilflosen Kindern in hellster Ver zweiflung und im größten Elend. Jannick, der jüngste, er⸗ blickte erst einige Monate später das Licht der Welt.
reer dedle tee ner biet d geen cleckre men garten cteran In jener Stunde hatte Ewen Derval den großen Eid geschworen, niemals zu heiraten, sondern den vaterlosen Waisen ein Vater zu werden und dem Weibe seines Bruders ein treuer Beschützer. Und er hat sein Wort ehrlich gehalten.
Er kämpfte in vielen Schlachten für seinen angebeteten Kaiser, vermied die Weiber, das Spiel, kurz jede Versuchung, die seine karg bemessene Löhnung hätte vermindern können, und galt infolgedessen in seinem Regiment als Sonderling und Geizkragen. Daran lag ihm nichts, wenn nur seine große Familie zu Hause nicht zu darben brauchte. Bei Austerlitz verlor er sein Bein. Von dieser Stunde konnte er dem„kleinen Korporal“(Napoleon wurde im Volk„der kleine Korporal“ genannt) nichts mehr nützen. Er wurde mit einer ansehnlichen Pension und einer Anzahl Medaillen verabschiedet und konnte sich nun ganz der Erziehung „seiner“ Kinder widmen. Von Krieg und Krankheit er— schöpft, mit einem Stelzfuß und das Herz dennoch voll Be⸗ wunderung und Dankbarkeit für den„großen Kaiser“, die Taschen voll Geschenke für die Kinder, kehrte er eines Tages nach Kromlaix zurück, und hier hatte er seither als Held, als Orakel, als Oberhaupt einer zahlreichen Familie gegolten. Korporal Derval hatte sich trotz seines langen Soldaten⸗ lebens eine ungewöhnliche Charakter- und Seelenreinheit bewahrt, die man bei Veteranen Napoleons nicht zu finden pflegte. Er zollte dem weiblichen Geschlecht Achtung und glaubte an Gotl. Freilich das, was man einen guten Katholiken nennt, war er nicht, denn er ging fast nie zur Beichte und hörte nur die Mitternachtsmesse am Weihnachts⸗ abend. Er hütete sich, vor den Kindern derbe Witze zu machen oder zu fluchen und unterstützte seine Schwägerin bei der Erziehung ihrer Kinder.
An den langen Winterabenden, wenn der Sturm das Meer peitschte und um die Steindächer pfiff, der Schnee knietief lag, umringten die Kinder den Alten, während die Witwe in einem Winkel spann. und lauschten mit offenem Munde den Geschichten von dem„großen Kaiser“, dem er⸗ habensten Wesen nächst Gott. Mockwürdigerweise entzückten dieselben das leidenschaftliche kleine Mädchen mehr als ihre kühler beanlagten Brüder. Von frähester Kindheit unter⸗ wiesen, Napoleon als göttliches Wesen zu betrachten, hing Marcelle mit unauslöschlicher Liebe und Verehrung an ihm. Gott und der Kaiser waren für sie unzertrennliche Begriffe. (Fortsetzung folgt.)
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und ihn aufheben läßt ihn dann aber lfogen, denn das
beträgt
leider die Regferung in ihrem Widerstand gegen einführung der Rationierung des Brennholzes b wird sich leider für diesen Winter kaum noch etwa lassen, denn in dem Moment, wo die Waldbesitzer sonderen die Standesherren und auch die waldb Gemeinden, unter diesen auch leider meistens unsere Genossen, erfahren würden, daß sie mit ihrem wuchern können, würde es sofort, noch ehe das rungsverbot käme, an die Zwischenhändler, welche i Gemeinden sitzen, losgeschlagen. Der Benachteiligt nur der Staat selber, der nur einen kleinen Teil d völkerung mit Holz versehen kann und die Steue müssen das im Staatsbudget fehlende Defizit zahle die Standesherren und die Gemeinden in ihre Tasche ätten. 8
5 Es wird also für diese Kampagne kaum noch machen sein, sodaß uns nur noch die Aufgabe obliegef dafür zu sorgen, daß für die kommende Holzfü kampagne die Rationierung des Brennholzes wi
geführt wird.
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Sie wollen die Wahrheit nicht hören!
Die Herren Dingeldey und Osann von 905 D Volkspartei haben sich im Landtage in einer Anfrag Aufführungen im Landestheater beschwert, ich w Empfindungen weiter Volkskreise verletzt sein sollen. U derem heißt es in der Anfrage:„Mit besonderer Empörung, es ferner weite Kreise empfinden, daß nach einer Zeitu du den Besuchern des Schauspiels bei einer ae der„ ber“ von Gerhart Hauptmann ein Theaterzettel in die H drückt wurde, auf dessen Rückseite in kiesen Tagen schwen und Bedrängnis unseres Volkes durch fremdländische Be die Verse Heines gedruckt waren:„Deutschland, wir weben Leichentuch, wir weben hinein den dreifachen Fluch. weben! wir weben! Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir in Winterskälte und Hungersnöten: Ein Fluch dem falschen lande, wo nur gedeihen Schmach und Schande.“ 0 ö Diese Mißstände lassen sich mit künstlerischen 8 nicht rechtfertigen. Sie beweisen, daß der Leitung des e das Empfinden sür ihre Aufgabe bei der jetzigen schweden ländischen Not durchaus abgeht. 5 5 Was da von Heine zitiert, war ja gerade ein Hinweis an furchtbare Elend der Weber und ihre Ausbeutung durch die nehmer, welche traurigen Zustände dann von Hauptmann. in Drama geschildert wurden. Und diese Zustände waren — entsetzliche Wahrheit! Dann war das Heinische Zita dem Zettel zur Weber⸗Aufführung durchauts angebracht sollen diese Tatsachen„bei der vaterländischen Not“ verschle verleugnet werden? Das Drama Hauptmanns hat gens nichts mit der jetzigen politischen Situation zu kun.
Fleischkonsum in Gießen.
Im Gießener Schlachthofe wurden in den drei verfloff. naten November, Dezember und Januar im Gauzen 2276 S geschlachtet. Diese Schlachtttere verteilten sich auf die einzelnen i gattungen wie folgt: 8 Ochsen, 13 Bullen, 2415 Kühe, 304 Rin 45 Pferde, 930 Schweine, 616 Kälber, 108 Schafe und 37 Von auswärts geschlachtete Tiere wurden eingeführt: 6 K der, 5 Pferde, 12 Schweine, 177 Kälber, 57 Schafe, im Ticre.— Die Zahl der hier geschlachteten Tiere ging Monat etwas zurlick, es waren im November 790, Dezen und Januar 731. In der Zahl der Schweine ist eine erhe Hausschlachtungen einbegriffen. Durchschnittlich entfallen Monat al so 758 geschlachtete Tiere. Das bedeutet einen g tigen Rückgang des Fleischkonsums in unserer Stadt. Im Ja wurden beispielsweise 23 226 Tiere der oben angeführten G geschlachtet, auf den Monat ergibt das 170 Stück, also als die doppelte Anzahl! Hiergei muß noch berücksichtigt w damals die Schlachttiere weit besser genährt und viel schwerer als die jetzt geschlachteten, und ferner, daß vor zehn Johren wohnerzahl Gießens ungefähr 5— 60000 geringer war als man alles dies in Betracht, so geht man ncht zu weit, behauptet, daß der Fleischverbrauch auf mindestens ein desjenigen vom Jahre 1912 zurückgegangen ist. Das schlimmste Unterernährung, Hunger für die gering be völkerung die schon damals den Durchschnitts⸗Fleischverhre erreichte. Natürlich beschränkt sich diese Erscheinung nicht au sondern in ganz Deutschland ist Hunger für das Volk die 8 wahnsinnigen Krieges. Das zu beweisen bedarf es gar keiner schen Ziffern— das spürt jeder am eigenen Leibe!
Gemeinwirtschaft in der Krankenversicherung. Bekanntli den Krankenkassen nach der Reschsversicherungsordm Pflicht ob, die Versorgung ihrer Mitglieder mit Arznei⸗ um mitteln sicherzustellen. Als Lieferanten für die Kassen kon erster Line die Apotheken in Betracht. Soweit es sich um frejen Verkehr überlassene Heilmittel handelt, können g 0 andere Personen(Drogisten usw.), zur Belieferung der glieder herangezogen werden. Oekonomisch betrachtet, ist dies gelung für die Krankenkassen sehr ungünstig. Der Kleinhandel! Zwischenstation in der Warenverteilung, die unbedingt v wirkt, ohne deshalb eine durchaus einwandfreie Beschaffen Ware zu gewährleisten. Diese Erkenntnis hat sich auch in Verb kreisen längst Bahn gebrochen und den glänzenden Aufschn Konsumgenossenschaften veranlaßt. Bei den Krankenkassen, Großabnehmer ein ganz besonderes Interesse an einer vorse Belieferung mit einwandfreien Arzneien und Heilm müßte die Entwicklung ähnliche Erscheinungen zeitigen.— 8 billigung des Bezugs von Heilmitteln gründete der Hauptvo deutscher Ortskrankenkassen Dresden vor einigen Jahren die mittelvertriebs⸗Gesellschaft, die die Krankenkasst Verbandsstoffen, kleineren und größeren Heilmitteln, Arzneie und Kräftigungsmitteln zur Abgabe an die Versicherten und Aerzte versorgt. Aus kleinen Anfängen hat sich das Unterneht achtunggebietender Größe entwickelt. Genau wie bei dem verein ließ sich auch bei der Heilmittelvertriebsgesellschaft be daß lediglich ihr Dasein genügte, übermäßige Preissteiger dem Heilmittelmarkt zu verhüten. Die Heilmittelvertrieh übernimmt nicht nutr die Lieferung von einzelnen Artikeln, sie stellt auch Apothekenschränke für Fabriken, Verbandkästen erste Hilfe bei Unglücksfällen usw. zusammen. Den Bet räten ist zu empfehlen, sich bei Bedarf an die Heilmittel gesellschaft zu wenden. Sie haben dann die Gewißheit, dort messenen Preisen einwandfreie Ware zu erhalten.
— Nachweis für Angehörige der freiwilligen Kran Vom Vrsorgungsamt wird geschrieben: Wenn ehemalige der freiwilligen Krankenpflege Ansprüche auf Militärversorgm heben, so haben sie zunächst nachzuweisen, daß sie von est torialdelegierten aus dem Krankenpflegedienst ordnungs lassen sind und ein Verwendungsbuch besitzen. Zur Prüfung des sorgungsanspruchs etwa notwendige Nachfragen sind an dense Territorialdelegierten zu richten, der die Entlassung verfügt er nicht bekannt oder bestehen trotz des obigen Nachmwesses über die Zugehörigkeit des Antragstellers zur freiwillsgen pflege, so gibt aufllärende Auskunft der Kommissar der ft Krankenpflege(Berlin W. 66, Wilhelmstraße 44). An in Anfragen über solche ehem. Angehörigen der freiwilligen pflege zu richten, die den Territorialdelegierten der P und Westpreußen sowie des ehemaligen Reichslandes ringen unterstellt waren. 5


