Ausgabe 
6.4.1923
 
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Zur Tilgung alter Goldschulden durch Papiermark. In einer Beschwerdesache hat der erste Zivilsenat des Ober⸗ landesgerichts zu Darmstadt dahin erkannt, daß alte Gold⸗ schulden durch Zahlung von Papiermark in gleichem Nenn⸗ betrage nicht getilgt werden können, und daß deshalb auf Grund einer solchen Zahlung der Gläubiger die Löschung der Hypothek nicht zu bewilligen braucht. Daß Kündigun⸗ gen und Rückzahlungen alter Goldschulden, die zu Zeiten stärkster Geldentwertung zu dem Zwecke erfolgen, um die Schuldverbindlichkeiten durch einen verschwindenden Wert⸗ bruchteil zu tilgen, nach S 138 BGB. nichtig sind, wurde da⸗ 17 grundsätzlich anerkannt, brauchte aber der Entscheidung nicht zugrunde gelegt zu werden. Die Gründe der Ent⸗ scheidung werden mit Rücsicht auf deren Bedeutung alsbald veröffentlicht werden.

Deuschvölkische Lektüre in deutschvöllischer Beleuchtung. Im Be⸗

ö zeß Lenz⸗Vetters erklärte der deutschvölkische Kläger, ser betrachte die Bücher, die er seinerzeit in der Einhornversammlung

Jugend angepriesen hätte, nach wie vor als empfehlenswert. Dazu

gehörte auch der berüchtigre SchundromanDie Geheimnisse der Weisen von Zion. Wir lassen hier einige wissenschaft⸗

liche Urteile folgen: 1. Der deutschnattonale Professor Dr.

Ulrich Knahrstedt in Göttingen, Herausgeber der deutschnationalen

Eisernen Blätter, schreibt:Für gewisse Stellen der Weisen von (Zion hört die Zuständigkeit des Historikers auf und es beginnt die des Psychiaters. 2. Rudolf Schneider, Mitglied der Deut⸗

chen Volkspartei, schreibt in Stresemanns Deutsche Stim⸗

en:Die Geheimnisse sind verfaßt von einem sehr ungebildeten eisteskranten. 3. Der Senatspräsident Dr. Hagens beim Reichs⸗ gericht bezeichnete als Vorsitzender in der Verhandlung gegen die

Rathenamnörder das Machwerk als eine Schmähschrift, geeignet, in umreife Köpfe Mordinstrumente zu pflanzen. Wir haben diesen Ur⸗ teilen nichts hinzuzufügen.

Das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz. Der dritte Vortrag er das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz findet am nächsten Sonntag, 8. April, nachm Uhr im Gewerksckhaftshaus statt. Referent umser Gerosse Beigeordn. Delp⸗Darmstadt. Das Reichsjugend⸗ lfahrtsgesetz sowie die Wohlfahrtspflege im allgemeinen stellt an un Genossen in den Gemeindevertretungen bei seiner Durchfüh⸗

ung und Anwendung mancherlei Anforderungen. Umsomehr Harf 0 nächsten Sonntag auf zahlreiche Beteiligung im besonderen un⸗ Gemeindevertreter gerechnet werden. Der Referent steht in ischer Betätigung der Wohlfahrtspflege und Jugendfürsorge men und ist deshalb sehr wohl in der Lage über die praktische

führung und Anwerbung dieser neuen Gesetzesmaterie zu unter⸗ k. Leider findet das hier durch die Pacteileitung gebotene nicht immer das notwendige Verständnis und Beachtung. Wir weisen an dieser Stelle noch einmal auf den Vortrag hin und erwarten, daß alle Ortsvereine sowie die in der sozialen Fürsorge tätigen Per⸗ nen vertreten sind. Bei Abschluß von Lehrverträgen ist zu empfehlen, daß sich rn oder Vormünder vorher an die in Frage kommende freie Ge⸗ erlschaft um Auskunft wenden. Der Lohnentschädigung des Lehr⸗ li ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen, es muß die Entloh⸗ ing nach tariflichen Sätzen verlangt werden. Besteht solche tarif⸗ liche Regelung nicht, so soll man nicht jeden in festen Zahlen vor⸗ geschlagenen Lohn unterschreiben, sondern eine Einfügung verlangen, wonach bei eintretender Geldentwertung die Lehrlingslöhne im selben hälmis wie die übrigen Arbeiterlöhne erhöht werden. Die Nicht⸗ beachtung dieser Ratschläge hat schon in sehr viclen Fällen zur Folge gehabt, daß Handwerksmeister ihre Lehrlinge mit so wenigen Papier⸗ abspeisten, wie sie vor Jahren einmal in Goldmark gezahlt wurden. Diese Uebervorteilung der Arbeitereltern kann vermieden

Oeffentliche Bücherhalle. Im März wurden 2054 Bände aus⸗ hen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1229, Zeitschrif⸗ 153, Jugendschriften 189, Literaturgeschichte 5, Gedichte u. Dra⸗

25, Länder⸗ imd Völkerkunde 121, Kulturgeschichte 32, Geschichte

und Biographien 124, Kunstgeschichte 5, Natyrwissenschaft und Tech⸗

nologie 111, Haus⸗ und Landwirtschaft 5, Gesundheitslehre 2, Reli⸗

gion und Philosophie 36, Staats wissenschaft 4, Sprachwissenschaft 2,

sprachliches 11 Bände. Nach auswärts kamen 44 Bände. . Utphe. In der letzten Mitgliederversammlung des Wahlver⸗

0 u wurde beschlossen, die diesjährige Malfeier des Unterbezirks zu übernehmen. Nachdem in den verschledenen Orten des Unterbezirks

die Maifeier stattgesunden hat, glaubt der Ortsverein Utphe dies⸗

mal an der Reihe zu sein und wurde der Vorstand beauftragt, einen diesbezüglichen Antrag an den Vorstand des Unterbezirks zu stellen.

Die Parteibewegung hat in letzter Zeit hier recht erfreuliche Fort⸗

itte zu verzeichnen. und hoffen wir, daß bis zur Maifeier der

ö izte Arbeiter im Orte den Weg in unsere Reihen gesunden hat.

Lollar. In vergangener Woche hat eine Sitzung der Miete⸗

sestsetzungslommission stattgesunden, die es wert ist, daß sie bekannt

wird. Es ist natsirlich, daß in der Zeit, woalles liebt, auch die

Herren des Hausbesitzervereins nicht hassen wollen. Und daß man * Mund nach viel weiter aufreißen kann als jeder Durch⸗

ensch, darüber besteht kein Zweifel. Der Vertreter des

H.⸗V. schlägt für die nächste Mieterhöhungbloß 102 842 Prozent vor. Diese sollen sich zusammensetzen: für Zinssteigerung 100 Proz.(1); für Hausverwaltung 3462 Proz.(111); für lau⸗ fende Instandsetzung 49 610 Proz.; für große Instandsetzung 49 610 Proz.(1), zusammen also die Kleinigkeit von 102 842 Prozent. Da⸗ zu kommt noch süir Msillabfuhr 744 Proz. und alleNebenge⸗ bühren wie Teil an Brandkasse, Gebäudesteuer, Wassergeld, Schorn⸗ sste infegergebüh ren, Treppenbeleüchtung, Straßenreinigung und selbst⸗ e noch die allgemeine Wohnungsbauabgabe mit 3000 Prozent. Das ist num allerdings die Grenze der Bescheldenheit und geht ans Selbstlose. Der Herr rechnete(welche Routine!) genau auf Sekun⸗ den, Minuten und Stunden die notwendige Zeit der Hausperwaltung aus, selbst die notwendige Zeit zum Festhalten seiner eigenen Villa

fstroffen und wenn selbst der umparteiische Vorsitzende und die Ver⸗ mieterbeisitzer(übrigens letztere ein paar wirkliche Besitzende und keine Krachenburgsbesitzer) gerührt bis in die große Zehe waren, * will doch das schon viel heißen. Djese und die Vertreter der Mieter, alles guterzogene normale Menschen, waren natürlichplatt sprachlos. Soviel Intelligenz und Kopfrechnen hatte man nicht vorqusgesetzt. Doch, Spaß bei Seite, sollte dies nicht manchem Mieter zeigen, daß die Ansicht der nun einmal im Mieterverein auch vertretenen bösen Sozis auf rechtem Wege war. Gibt man dem Teufel den kleinen Finger, nimmt er die ganze Hand. Und wie lassen sich die Mieter noch teilweise von einzelnen Vermietern bei Woh⸗ mungsabgabe und sonstigen Gebühren über den Mund fahren. Es sind uns Fälle bekannt, wo Mietern von Mansardenwohnungen vom Hausbesitzer, welcher das Haus sonst allein bewohnt, dabei großen Garten und Ställe hat, i der Wohnungsaßgabe aufgeholzt war! Ist das nicht Diebstahl? Wenn man dabei aber die Bösartigkeit sieht, womit manche Mieter sich gegenseitig ausspielen, so kann man den unqusstehlichen Drang dieser Herren vom H. V. verstehen. Hinter diesem spassigen Antrag steht aber wohl Herr W. allein: wir halten das Gros der Hausbesitzer, besonders die darunter befindlichen Ar⸗ beiter im allgemeinen für viel zu intelligent, als daß sie einen der⸗ artigen Unsinn deckten.

Lollar. Der GesangyereinVorwärts veranstal⸗ tete Ostern einen Theaterabend im GasthausZur Linde. Gegeben wurde das zeitgemäße SchauspielDie Waffen nieder nach dem gleichnamigen Werke Berta v. Suttners. Das immerhin schon um⸗ fangreiche Stiick wurde von den Mitspielenden ohne Ausnahme in eindrucksvoller Weise aufgeführt und auch vom größten Teil der Be⸗ sucher in würdiger Form und mit Verständnis aufgenommen. Einigen füngeren Leuten passiert inmer noch das Mißverständnis, daß sie

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(Daß sie nicht umfällt), war spezisiziert. Vor solchem Geist und vor solcher Größe lag alles im Staube, unsere Erwartungen waren siber⸗

bei der einleitenden und die Puusen ausfüllenden Streichmusik, welche exakt und anpassend war, recht großen Lärm machen und daducch den größten Teil der Zuhörer um den Genuß bringen: doch wird dies auf den unmittelbaren Einfluß der Göttin Terpsichore zurück⸗ zuführen sein, die das belannte Kribbeln in den Beinen verursacht. Theaterabend ist keine Tanzmusik na, nächstens besser. Für die allernächste Zeit soll eine Wiederholung für die Oeffentlichkeit

stattfinden, wozu dann jedermann Zutritt haben wird. Der Saal der. N.

Linde war bis auf den letzten Platz besetzt.

Kleine Nachrichten.

Frankfurt a. M., 4. April. DieFürstin von Schöll⸗ krippen. Herr Lebrecht, Kaufmann aus Schöllkrippen, Inhaber eines gutgehenden Tuchgeschäftes in Frankfurt a. M. lerne auf einer Geschäftsreise eine Dame kennen, die in Trauerkleider gehüllt war und erzählte, daß ihr Vater und ihr Bruder, die in Chicago ein großes Bankhaus besessen hätten, gestorben seien und sie da die Mutter in einem Sturm umgekommen sei zur Alleinerbin einge⸗ setzt hätten. Zur Verwaltung des riesigen Vermögens suche sie, die trauernde Tochter, jetzt in Deutschland einen tüchtigen Mann. Wer konnte das anders sein als Lebrecht? In wenigen Stunden war man sich einig. Herr Lebrecht verkaufte sein Frankfurter Geschäft, heiratete das amerikmische Dollarprinzeßchen, verlebte einige Tage süßester Flitterwochen mit seiner Helga und traf dann mit ihr die Vorbe⸗ reitungen für die Abrege nach Amerika. Da aber kam die böse Polizei. Sie nahm die junge Frau Lebrecht einfach fest und entpuppte sie als eine der schlimmsten Hochstaplerinnen. Denn das Frauen⸗ zimmer, so darf man wohl von num an sagen, hat unter dem Namen Helga Lebrecht, verwitwete Fürstin von Lieven⸗Demidoff, geborene Komtesse von Keyserling Schwindeleien größten Maßstabes be⸗ gangen und viele Mitmenschen um sehr hohe Summen betrogen. Für Herrn Lebrecht ist aber die Geschichte um so tragischer, als er durch seineVerbindung mit derFürstin von Schöllkrippen um sein ganzes sauer erworbenes Vermögen gekomemn ist.

Die Dummen werden nicht alle.

Der Vorwärts berichtete am 27. März Folgendes über die Schwindeleien eines mecklenburgischen Monteurs

Von Luftgeschäften im großen führte ein Schwindler ein flottes Leben, bis er gestern hinter Schloß und Riegel gebracht wurde. Erstaunlich in dem all ist uns, wie wieder einmal große und an⸗ gesehene Firmen, die bei jedem Angestellten, der sich um Stellung bewirbt, auflückenlose Zeugnisse und tadellose Vergangenheit sehen, einem fnech und plump auftretenden Schwindler wie Dumme ins Garn laufen.

Ein 50 Jahre alter Installateur und Monteur Neelsen verließ im Oktober porigen Jahres sein kleines Anwesen in Belem in Mecklenburg, ließ seine Familie sitzen und reiste umher, um große Schwindelgeschäfte u machen. Er begann damit in Chemnitz. End⸗ lich kam ex auch nach Berlin. Wie in anderen Städten so setzte er sich auch hier mit großen Firmen in Verbindung und bot alles an, was sie nach der Art ihres Betriebes gebrauchen könnten. So verkaufte er einer Aktiengesellschaft 710 Tonnen Maschinenguß⸗ bruch, der in der Hütte der Gesellschaft zerschlagen und geschmolzen werden sollte. Einer anderen ne, die Inneneinrichtung eines großen Schiffes, das zur Abtakelung und zum Abbruch in Swine⸗ münde liegen sollte. Auch 300 Morgen Wald in Mecklenburg, der nicht ihm gehörte, wußte er an den Mann zu bringen. Zum Ab⸗ schluß der Geschäfte benutzte der Schwindler jedesmal fingierte und gefälschte Unterlagen. Seine Tätigkeit endete immer damit, daß er eine große Anzahlung in Empfang nahm. Die Ware war niemals vorhanden oder nicht sein Eigentum. Die letzten Geschäfte machte der Gauner mit seinen angeblichen Rechten auf Kohlen⸗ mutungen in der Gegend von Görlitz. Gestern war Neesen von dem Prokuristen einer Aktiengesellschaft nach dem Potsdamer Platz bestellt worden, um eine große Anzahlung auf seineMutungs⸗ rechte in Empfang zu nehmen. Die Gesellschaft hatte aber in⸗ zwischen durch einen Vertrauensmann an Ort und Stelle feststellen lassen, daß sie es mit einem Schwindler zu tun hatte, und der Pro⸗ kurist ließ ihn festnehmen. 0 2

Man sieht, die Dumpiheit findet sich unten und oben in der menschlichen Gesellschaft, und sie verschont auch große Aktiengesell⸗ schaften und Großfirmen nicht..

Vier Kinder von einer Granate zerrissen.

Eine folgenschwere Exploston ereignete sich Ostermontag abend auf dem Lindenthaler Exerzierplatz bei Leipzig. Kinder fanden eine Eierhandgranate, die von einer Uebung der Reichswehr liegen ge⸗ blieben war. Sie spielten mit der Wurswaffe. Plötzlich explodierte die Granate und tötete den zehnjährigen Schüler Flöter. Drei an⸗ deren Knaben erlitten schwere Verletzungen im Gesicht und an den Armen Die Feuerwehr schaffte sie ins Krankenhaus; ihr Zustand ist hoffnungslos.. Elses Flucht in Feldgrau.

Das Geld liegt beim Bauer haufenweise umher.

Auf einem Bauernhof in Krischt im Kreise Ost⸗Sternberg diente eine Else Weber, die plötzlich verschrand. Der Hofbesitzer suchte eine Weile vegeblich nach ihr und entdeckte dann, daß sie ihm seine golbene Uhr und, in Zeitungspapier eingewickelt, eine Million Mark mitgenommen hatte. Es wurde nun festgestellt, daß sich das unter⸗ nehmende junge Mädchen unter Zurüchlassung ihrer eigenen Habe einen seldgrauen Männeranzug angelegt und einen Herrenhut auf ihren Bubentopf gestülpt hatte. So war sie, mit dem Zeitungspalet unter dem Arm und einen Wanderstab in der Hand, nach dem nächsten Bahnhof gegangen und von dort nach Berlin abgefahren. Die Orcspolizei benachrichtigte schleunigst die Berlinex Kriminal- polizei. Als nun einem im Schlesischen Bahnhof ankommenden Zuge ein frischer Jüngling mit roten Backen entstieg, der sich keck mnsah und anschickte, in das Leben der Großstadt hineinzusteigen, wurde er festgehalten und es entpuppte sich unter dem seldgrauen Anzug die entwichene Else Weber. Sie trug das Geld noch unter dem Arme und die goldene Uhr in der Tasche. Die Verhaftete gab ohne weiteres den Diebstahl zu. Sie sagte, sie habe es auf dem Bauernhof nicht mehr ausgehalten und die Million mitgenommen, weil das Geld doch nur so in Haufen rumgelegen habe. Ihre Ab⸗ sicht, nun einmal als Mann das Leben der Großstadt zu genießen, wurde allerdings vereitelt.

Arbeitsrecht, Gewerkscha tliches, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 4. April 1923.

Der Zentralverband der Bäcker beantragte 50 Proz. Erhöhung der Löhne der Bäckergehilfen in Gießen und Bad⸗Nau⸗ heim. Der Schlichtungsausschuß schlug durch Schiedsspruch das Weiter⸗ bestehen der bisherigen Lohnregelung bis auf weiteres vor. Für Bud⸗Nauheim ist der Schledsspruch bindend. Für Gießen erhielten die Streitteile Erklärungsfrist.

Den Kündigungseinspruch eines Angestellten des Finanzamts Gießen wies der Schlichtungsausschuß ab. Nach dem Betriebsräte⸗ gesetz war der Einspruch unzulässig, denn das Vorverfahren nach den Ss 84 und 86 des Gesetzes war nicht eingehalten. Die Demobil⸗ machungs verordnung kam nicht in Betracht, weil Grund für die Ver⸗ weigerung der Weiterbeschäftigung nicht die Absicht war, die Arbeit⸗ nehmerzahl zu vermindern.

In der Antragssache des Deutschen Ho lzarbeiterverbanu⸗ des wegen Wiedereinstellung eines fristlos entlassenen Arbeiters des J. Himmelsbach schen Sägewerks in Nidda beschloß der Schlich⸗ tungsausschuß auf den Autrag des Holzarbeiterverbandes selbst die Aussetzung des Verfahrens gemäß§ 86 Absatz 2 des Betriebs täte⸗ gesetzes.

Verlängerung der Geltungsdauer der Demobilmachungsverordnungen.

Durch Gesetz vom 23. März 1923(RG Bl. vom 29. März 1923 S. 215) ist die Geltungsdauer der Demobilmachungsverordnungen bis zum 31. Oktober 1923 verlängert worden.

1 Danach bleiben also, vorläufig bis zu dem vorgenannten n, den Kraft: 5 9 iber Erwerbslosenfürsorge,. 1 liber die Einstellung und Entlassung von Arbeitern und. gestellten vom 12. Februar 1920, 0 1 über die Regelung der Arbeitszeit gewerblicher Arbeiter 23. November 1918, nebst Ergänzung vom 17. Dezember 1 desgleichen für Angestellte vom 18. März 19199,ĩñ1ͥ über Betriebsabbrüche und astill en vom 8. Nov. 1920 über Erweiterung der Fortbildungsschulpflicht vom 28. M 1919, sowie zwei weitere Verordnungen, welche jedoch für Arbeitnehmer nicht in Frage kommen.. 4 Die Verordnung vom 23. Dezember 1918 fiber umd Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten hat bekanntlich Gesetzeskraft. Laßt keine Jugendlichen in die Tabakindustrie! Eltern und Vormünder bemühten sich, für die zur entlaffung gekommenen Kinder passende Lehr⸗ und Arbei zu finden. Was soll der Junge oder das Mädchen werden? ist jetzt die Frage Es fehlt nicht an gebungen e Organisationen die vor der Erlernung dieses oder jenes Be umter Aufzählung aller seiner Nachtefle warnen. haben diesen Warnungen nie Geschmack gefunden, denn segendwo die Jungen oder Mädchen doch unterkommen, und einen der nur Lichtseken bat, wird es wohl kaum, geben. T müssen wir in diesem Jahre an unsere Kollegenschaft die drin Bitte richten, ähren ganzen Einfluß aufzubieten. um das H skrömon der zur Schulentlassung gekommenen Jungen und im der Tabakinduftrie zu verhindern. Bei der fetzigen starken beitslosigkeit in unserer Industrie die weit größer ist als in audeven Industrie wäte es unverantwortlich noch neue junge beitskräste einzustellen und anzulernen. Ueberall gibt es Kollegen und Kolleginnen genügend, die gerne in ihren arbeiten würden, wenn sich hierzu Gelegenheit fände. De müssen die Richtlinien vom 3. Februar 1923, die auch von Ard geberseite unterzeichnet worden sind, überall durchgeführt Es heißt darin über Neueinstellungen. f

Es wäre widersinnig. in einer Zeit. wo ein großer Teil Fatharbeiter entweder gar nicht oder nur wenige

schäftigt wird, neue Arbeiter in die Industrie hereinzu Insbesondere wird bei den kommenden Schulentlassungen hie in weitestem Maße Rücksicht zu nehmen sein und verm

müssen die jungen Leute zu Facharbeitern än der Te

zu machen während gar nicht vorauszusehen ist, ob sie dauernde Beschäftigung in der Tabakindustrie werden können. Deshalb muß drin, empfohlen werden. soweit es technisch nur einigermaßen durchführen läßt. keine Arbeiter anzulernen und, wo Einstellungen nicht zu vermeiden sind, die handenen Berufsarbeiter zwerst unterzubringen.

Aus sicherer Quelle haben wir erfahren. daß auch die Fabrikanten dazu übergehen. Schulentlassene nach Ostern nehmen. Die Betriebsräte müssen dieses unter allen U zu verhindern suchen. Sollten dennoch die Fiemen dagn gehen Neueinstellungen vorzunehmen(und somit die von A geberseite mit unterzeichneten Richtlinien durchbrechen), ist e dem Deutschen Tabaͤk⸗Arbeiter⸗Verband. Gau Gießen entspr Mitteilung zu machen.

Letzte Nachrichten und Telegramme.

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In den Klauen des französischen Militari

300 Millionen als Kaufpreis.

Berlin, 5. April(Tel. Eigenberichth. Nach der Meld französischer Blätter beabsichtigt de französische Regierung zur. organisation des jugoflavischen Heeres eine Anleihe von 300 lionen Franken zur Verfügung zu flellen. Angeblich soll die leihe mit einer französisch⸗jugoflapischen Militärkonvention den sein, deren Desenssvcharakter betont wird. en eine derartige französische Anleihe nicht. Das heutige Ir zieht es bekanntlich vor, kleineren Staaten Anleihen 8 militäri Zwecken zu geben, statt seine Schulden an die Verbündeten zu Erst vor wenigen Monaten erhielt Polen eine Anleihe von 400. lionen Franken, ohne daß Herr Poincars zunächst selbst daran die französische Finanzwirtschaft in Ordnung zu bringen.

Ablehnung des Abschiedsgesuchs des spanisch

Kabinetts. f f

Das Kabinett hat sein Abschiedsgesuch eingereicht. Der M

sterpräsident D' Achucenas hat jedoch nach einer Unterredung

dem König beschlossen, in seinem Amte zu bleiben und sämf

Minister der Reglerung mit Ausnahme des Finanzministers zubehalten. Der Finanzminister wird durch einen De

ersetzt. Der Kampf um Port Arthur.

Times meldet, nach einer Reutermeldung aus Peking, chinesische Regierung habe die Absendung einer zweiten Note we des Hafens von Port Arthur an Japan beschlossen. Japan bekanntlich die Annahme der ersten Note wegen der tragung Port Arthurs an China verweigert.

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Dollarkurs: 21 190 Mk.

Versammlungskalender. Großen⸗Buseck. GesangvereinEintracht. tag abend 9 Uhr Gesangsstunde. Vollzählig erscheimen! Klein⸗Linden. Wahlverein. Samstag, den 7. April 1 abends Uhr Mitgliederversamenlung im Vereinslokal. Voll liges Erscheinen dringend erforderlich.. Wieseck. Freie Turnerschaft. Freitag und Samstag, 6. und 7. April, abends 8% Uhr Mitgliederversammlung. liges Erscheinen ist erforderlich. Staufenberg. Volksverein. Sonntag, den 8. April, 8 Uhr ordentliche Generalversammlung bei Geißler. Die Mit wollen hierzu pünktlich und vollzählig erscheinen. g .

Maria Bae

macht das Leder weich und schmiegsam, weil musschliesslieh aus reinem Terpentinbl hergestellt.

Schwarz, braun, gelb und welss.

3. April Hiltrud Pauli, 1 Jahr alt, GLöberst aße 7.

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