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Elwas über die Grippe.

Uns wird geschrieben: Diese heuntllckischste aller Krankheiten fängt wieder so langsam an, sich Gebiet zu erobern. Da ist es am Platze ein wenig über ihr Wesen, Vorbeugung und Heilung zu wissen.

Eine lange meßizintsche Abhandlung darüber schreiben, ist nicht nötig. Jedermann kennt und fürchtet diesen unliebsamen, aber boch so hartnäckigen Gast. Wenn man sagtfürchtet diesen Gast, 13 ist man bei 7 2 ersten Vorbeugungsmittel angekommen. Spürt man eine Mattigkeit und Schwere in den Gliedern, sind die Füße

4 Amide, macht wichts mehr Spaß, hat man auch Husten und Schnup⸗

so mache man sich dann nitht gleich Gedanken und sage:Ich habe die Grippe. 5 Dias ist eine sehr positive, bestimmte Aussage uns selbst gegen⸗ über und der Körper wird prompt darauf reagieren.

Der Amerikaner Ralph Malda Trine sagt in einer seiner Schriften folgendes:Wohin gehst du, fragte ein Pilger im Osten, als er eines Tages der Pest begegnete.Ich gehe nach Bagdad, um 5000 Menschen zu töten, war die Antwort. Einige Tage darauf traf der Pilger wieder die Pest auf ihrer Rückkehr.Du hast mir Hesagt, du wolltest nach Bagdad gehen und 5000 Menschen töten, sagte er,aber statt dessen hast du 50 000 getötet.Nein, ant⸗ wortete die Pest,ich tötete nur 5000, die anderen starben vor

t.

In dieser Legende liegt eine große Wahrheit. Die Furcht ist imstande, jeden Muskel unseres Körpers zu lähmen. Sie hat Ein⸗ Fluß auf den Blutumlauf und auf jede Funktion umseres Körpers. Darüber sollte man intensiv nachdenken.Gedanken sind Dinge. Wenn wit nun in unserem Leibblatt lesen:Heute kamen in unserer Stadt wieder flünfzig ernste Grippeerkrankungen vor und zufällig fühlen wir ums nicht wohl, so vergleichen wir unsere Krankheils⸗ symptome mit denen der Grippe. Unsere Furcht macht, daß alles haarklein stimmt und nun haben wir die Grippe.

Num die andere Seite. Fühlen wir eine Erkältung, dann gleich frisch ans Werk. Ein heißes, ansteigendes Bad(3540 Grad Cel⸗ sius) gemacht, ohne abzukrocknen in eine Kolter gewickelt, Wärme⸗ flasche zu den Füßen und 9060 Minuten im Bett nachgedünstet. Zur befferen inneren Erwärmung trinke man heißen Lindenblüten⸗ oder S irbentee, geslißt und wenn möglich, mit etwas Zitronen⸗ aft versetzt. Wer kein heißes Bad machen kann, wasche im Bett den gane Körper mit heißem Wasser ab, und dünste eine Stunde nach. Bet einer einfachen Erkältung werden diese einfachen Anwendungen r einen tüchtigen Schweiß zu erzeugen. Die durch Wärme zur kräftigen Arbeit angereget Haut wird die inneren Or⸗ gane entlasten und so einer ernsteren Erkrankung vorbeugen Bei Ker schweren Erkrankung ziehe man einen Arzt zu Rate. Die so sehr beliebten Alkoholkuren(heißen Grog, Glühwein usw.) lasse man gänzlich beiseite. Sie belasten das Herz mit noch größeren Anstreng⸗ ungen, helfen nichts und kosten sehr viel Geld. Die Diät sei, wenn Fieber vorhanden, einfach und reizlos. Fruchtsäfte, Limonaden, Milchspeisen, Schleimsuppen, Grieß, Reis. Die sogenannten Kräf⸗ tigungsmittel: Fleischbrühe, Hühnerbrühe usw. reizen die Nieren und machen ihnen vermehrte Arbeit, statt sie zu entlasten. Man sorge für frische Luft bei Tag und Nacht.

Auf den Stuhlgang ist sehr zu achten und ist er durch Klystiere zu regulieren, namentlich, wenn Fieber vorhanden. Wenn man einige Tage diese einfachen Ratschläge befolgt, wird man gewöhnlich wie⸗ der gesund sein. Bei der Anwendung der sogenannten Naturheil⸗ mittel: Wasser, Wärmen, frische Luft, entstehen gewöhnlich keine der die Grippe so gefürchtet machenden Nachkrankheiten. Die Grippe reagiert am besten auf Wärme⸗Anwendungen. Daher unterlasse man Kaltwasser⸗Anwendungen. Das heiße, ansteigende Bad kann man mehrere Tage hintereinander nehmen; die warmen Abreibungen im Bett zweimal am Tage. Aber keine Gewaltschwitzkuren machen, je natürlicher, d. h. ohne Gewalt, man zum Schwitzen kommt, desto besser ist es. Und frohe, zuversichtliche Stimmung behalten, wird die Genesung fehr unterstüitzen. R. T.

Aus den städtischen Betrieben. Im städtischen Gas⸗ werk wurden im verflossenen Jahre 11 250 Tonnen Kohlen vergast. Daraus wurden gewonnen: Millionen Kubik⸗ meter Gas, 7200 Tonnen Koks, 495 Tonnen Teer, 39,5 Tonnen Benzol, 86,2 Tonnen Ammoniak. Danach entfallen ouf je eine Tonne Kohlen: 290 Kubikmeter Gas, 640 Kilo⸗ gramm Koks, 44 Kg. Teer, 3,5 Kg. Benzol, 7,7 Kg. Ammoniak. Die Länge des Rohrnetzes des Gaswerks beträgt nicht weniger wie 44 600 Meter, also etwa eine Strecke von Gießen bis beinahe Vilbel. Die größte Tages⸗ abgabe betrug am 30. Januar 1922 9960 Kubikmeter, die geringste am 10. Dezember 6700 Kubikmeter. Gasmesser sind im ganzen 7292 aufgestellt, davon sind 372 Voraus- bezahlungsmesser. Als finanzielles Ergebnis ist festzu⸗ stellen, daß mit einem Betriebsüberschuß von 4 Millionen Mark gerechnet wird. Neue Wohnungen. Dieser Tage sind ein Teil der von der Stadt in der Gnauthstraße errichteten zweiten Gruppe Wohnhäuser bezogen worden. wieder eine Anzahl Wohnungen geschaffen, doch wird die Wohnungsnot damit noch keineswegs fühlbar gemildert. Eine große Anzahl Wohnungsloser und Suchender sind noch vorhanden; in manchen Fällen herrschen trostlose Verhält⸗ nisse. Es muß alles nur Mögliche getan werden, um das Elend der Wohnungsnot zu bekämpfen.

Die Natur im Januar. Der Januar ist der Frostmonat, der Schneemanat, der Notmonat für die Tiere in Wald und Feld. für die kohlenarmen Deutschen, für die Bauern wenn nicht eine dicke Sckneedecke ihre Wintersaaten hütet. Wohl gehen die bösen Feld⸗ mäuse, die Schädlinge, in schmeearmen Wintern, wie dieses Jahr. leichter ein, aber der Sagtenschutz ist wichtiger als der Mäusetod. Für die schwerbelasteteten Obstbäume, für die Wälder und für die Teleoraphenleitungen wären die großen Schnezmassen jetzt auch geführlich, denn vom Frost spröde, brechen sie leicht nieder unter der weißen Last. Aber der Kinder und der Alten Lust ist der Schneemonat, denn fetzt könnten sie mit Schlitten und Schmoe⸗ schuhen über steile Bahnen fliegen und dem brummenden Osen daheim eine lange Nase machen, wenn ja, wenn Schuee die Erde bedeckt Ob all der Betrachtungen vergesse man die Vöglein nicht in ihrer Not und weil heutzutage niemand mehr eine Speck⸗ schwarte vors Fenfter hängen kann, so tuns auch sonst Abfälle aller rt, die die friedlichen Flieger dankbar verzehren.

Das Jahr 1929. Das neue Jahr ist ein gemein Jahr d. h. der Februar hat nur 28 und das Jahr demgemäß nur 305 Tage. Der Ostersonntag, nach dem sich die beweglichen kirchlichen Feste richten, fällt auf den 1. April. Demgemäß wird der Sonntag Esto⸗ mihi(Herrenfastnacht) am 11. Februar begangen, Aschermittwoch am 14. und det erste Fastensonntag(In vocavit) am 18. Februar. Am 20. März ist Karfreitag, am 10. Mai Himmelfahrkstag und am 20. Mai Pfingstsonntag.

Personalausweise im besetzten Gebiet. Die Interalltierte Rheinlandkommission hat die Vorschriften ihrer Verordnungen über die Einreise in das besetzte Gebiet in eimem einzigen Text e t und gewisse Vorschriften betr. den Verkehr von

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igen der an der Vesetzung teilnehmenden Mächte geändert. en gleich welcher Staatsangehörigkeit über 14 Jahre

sen sofern sie im besetzten Gebiet wohnen mit einem von der Justängigen deutschen Behörde ausgestellten und visterten Persongl⸗ ausweis mit Lichtbild versehen sein. Deutsche Staatsangehörige über i Fahre, dse im unbesetzten Gebiet wohnen, bedürfen zur Eimreise eines Personaglauswesses gleicher Art oder eines Passes. Die Staatsaugeövigen der allfierten Mächte über 16 Jahren dür⸗

Damit sind zwar

sen nur einrelfen wenn sle im Besitze eines Passes oder elnes

Geleitschreibens nach den Vorschristen der belefligten Regierung sind. Sie sind bei ihrem Aufenthalt in den besetzten Gebieten zur Beobachtung der deutschen gesetzlichen Vorschriften für Reisende verpflichtet. Deutsche Stgatsangehö rige, die aus dem Auslande lommen, mlissen ebenso wie die Angehörigen anderer als der an der Vesatzung belbeiligten Nationen im Besitze eines von ihren heimischen Behörden ausgeftellten und visierten Passes sein der innerhalb zwei Tagen nach der Einreise der zuständigen deutschen Behörde zum Visum vorgelrat werden muß. Auch diese Neisen⸗ den haben sich nach den Vorschriften des deutschen Gesetzes zu richten. Wor seinen Wohnsitz im besetzten Gebiet nehmen will, hat einen schriftlichen Antrag an die deutsche Behörde des in Frage kommenden Ortes einzureichen, die die vorgeschribene Genehmigung erteilen kann und innerhalb drei Tagen dem Kreisbelegierten der Interalliierten Rheinlandkommission ihre Entscheidung mitteilen muß. Aktive deutsche Militärpersonen dsirsen nur mit besonderer Genehmigung der militärischen Besatzungsbetörden einreisen und mstssen sich innerhalb 24 Stunden nach ihrer Ankunft beim Kreis⸗ delegierten der Rheinlandkommission melden. Innerhalb des be⸗ satzten Gebietes darf niemand eine deutsche militärische Uniform,

die Uniform der Schutzpoligei. ein deulsches militärisches Aus⸗ rüstungsstück, Erkennungsabzeichen oder deutsche militärische Ab⸗

zeichen ohne besondere Erlaubnis des Armeekommandanten tragen.

1 Schiefertasel⸗Schreibhefte. Die Not der Zeit hat die Schul⸗ behörden zu der Verordnung veranlaßt, daß wieder mehr als früher Schiefertaseln in den Schulen Verwendung finden sollen. Sind die Ausgaben für eine Schiefertafel auch heute wesentlich hoch, so kommen sie doch immer noch nicht an die Unkosten für die wiedecholte Anschaffung von Schreibheften heran. Nur einen großen Nachteil hat die Tafel: ihre Zerbrechlichleit. Die sem Uebelstande abzußelfen, hat die Düsseldorser Schreibwarenfirma Joseph Rings ein Schiefer⸗Schreibheft(D. R. G. M. Nr. 687619) in den Handel gebracht, welches die Form und das Aeußere eines gewöhnlichen Schreibheftes hat und sich ebenfalls mit einem Schiesergrifsel beschreiben läßt. Dieses Schiefer⸗Schreib⸗ heft ist in allen gangbaren Liniaturen vorrätig und besitzt die Vorzüge, daß die Hand bei dem kleinen ABC⸗Schützen nicht er⸗ lahmt, da ein starses Ausd rücken des Griffels wie bei den echten Schiefertafel ganz fortsällt. Die Schrift auf dem Schieser⸗Schreib⸗ heft läßt sich ohne Mühe mit einem Wollappen trocken oder auch angeseuchtet entfernen.

Ueber die Umsatzsteuer veröffentlichen die Finanzämter im heutigen Blatte eine Bekanntmachung, wonach die Steuerpflichtigen aufgefordert werden die vorgeschriebenen Erklärungen bis späte⸗ steus Ende Januar dem zuständigen Finanzamt schriftlich einzu⸗ reichen oder die nötigen Angaben an Amtsstelle mündlich zu 5 670 Wir weisen auf diese Vekannmachung an dieser Stelle hin.

Postsendungen nach dem Ausland werden vielfach unzu⸗ reichend frankiert. Vermutlich sind viele mit den neuen Postsätzen noch nicht vertraut. Es wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß nach dem Ausland zurzeit die Gebühren für Briefe bis 20 Gramm 80 Mark und für jede weiteren 20 Gramm 40 Mark und für Postkarten 30 Mark betragen.

Zucker⸗Ausgabe. In der Zeit vom 6. bis 15.

Januar wird

in den Kleinhandelsgeschäften Zucker ausgegeben. Wir weisen auf die Bekanntmachung des Lebensmittelamtes im heutigen

Blatte hin.

Anzeige neu vereinbarter Wohnungsmieten. Wie aus einer Belannt'nachung des städtischen Wohnungsamtes hervorgeht, die im heutigen Blatte veröffentlicht ist, müssen alle Vermieter von Wohnungen die eine andere als die gesetzliche Miete verein⸗ bart haben, die Höhe dieses Mietzinses innerhalb zweier Wochen nach Abschluß der Vereinbarung dem Wohnungsamte anzeigen. Wir machen auf diese Bekanntmachung aufmerksam.

Stadt⸗Theater Gießen. Am morgigen Sonntag wird die OperetteFrühlingsluft als Nachmittags-Vorstellung gegeben. Abends kommt das LustspielDie Hamburger Filiale zur Auf⸗ führung.

Watzenborn⸗Steinberg. Wenig Opfersinn. Anläß⸗ lich der Sammlung zur hess. Nothilse zeichnete in die Liste der Spender eine Bauersfrau an Naturalien einen Zentner Kar⸗ teffeln und einen Topf Honig. Der Ehemann entrüstete sich bei seiner Heimkehr über die Nächstenliebe seiner Frau, wandte sich schriftlich an die zuständige Kommission um Streichung dieser Spende.Edel set der Mensch, hilfreich und gut. Diese Worte sollte man groß an das Hoftor dieses Mannes anbringen, um die Mitmenschen von der Opferwilligkeit des Landwirts zu unter⸗

richten. Kreis Alsfeld⸗Lauterbach.

fa, Oberh., 4. Jan. Ein Streit um die Höhe des Dreschlohnes ist hier ausgebrochen. Die Dreschgenossenschaft verlangt 1800 Mark Stundenlohn, während die Landwirte nur 1100 Mark bezahlen wollen. Eine Beschwerde an die Preisprüfungsstelle Gießen, unterzeichnet von 55 Beteiligten, ist abgegangen. Man darf über den Entscheid gespannt sein.

. Von Nah und Fern. 5 Das Neufahrsschießen. 1 a In Oberwiddersheim(Oberhessen) erschoß sich jahrsschießen ein junger 29jähriger Mann. Frankfurt a. M., 4. Jan. Neue Gaspreiserhöh ung. In einer Versammlung der maßgebenden Kreise wurde die Mit⸗ teilung von neuen bevorstehenden erheblichen Erhöhungen der Kohlenpreise gemacht. Da auch die Frachten um weitere 70 Proz.

beim Neu⸗

gestiegen sind, wird für die allernächste Zeit mit einer recht er⸗ heblichen Steigerung der Gaspreise zu rechnen sein. Gegenwärtig

lostet das Kubikmeter Gas 185 Mark, später jedoch nicht weniger als 250 Mark. Der Gasverbrauch hat übrigens sehr bedeu- tend nachgelassen. Viele Familien sind zur billigeren Petroleum⸗ lampe zurückgekehrt.

Frankfurt a. M., 4. Jan Schwere Unfälle. Beim Ueberschreiten der, Gleise wurde an der Taunusanlage eine ältere Frau von einer Straßenbahn überfahren und hofsnungs⸗ los verletzt. In einem Autowerk stürzte ein Arbeiter in einen

Aufzugsschacht und erlitt dabet tödliche Verletzungen.

Frankfurt a. M., 4. Jan. Die Künstle reise nach Holland. Unter den Namen Dr. Körner, Kahmann eder Steinitzer tritt hier seit einigen Tagen ein etwa 30jähriger

Herr auf, der Angehörige der Fraulfurter Bühnen für eine Kon- zertreise durch Holland zu gewinnen sucht. Der Doktor ist ein⸗ jach unwiderstehlich, weiß über alle Theater Bescheid, kennt alle Frankfurter Zeitungsschreiber, ist von bestricklenden Umgangs⸗ formen, kurz, die Herzen der Tlhieaterdamen fliegen ihm nur so zu. Was ist also leichter, wenn er unter glänzenden Versprech⸗ ungen der holländische Gulden steht heute 3170 im Nu mit den Damen einen Vertrag sertig stellt. Doch nun kommt die Pointe und die Kehrseite! Den Vertrag will der Doktormorgen sertig gestellt bringen. Da aber zufällig, wie er mit Schrecken entdeckt, seine eigene Uhr zerbrochen ist, leiht er sich von den Künstlerinnen bismorgen eine Uhr von den Damen aus. die ihm selbstverständlich überlassen wisd, sie aber niemals wieder zurückbringt. Denn die Künstlerinnen sind ausgahmslos einem geriebenen Schwindler ins Garn gegangen. Es gibt also außer auf der Bühne auch im nackten LebenMomente. Darmstadt, 4. Jan. Gegen die Rheinlandpläne Frankreichs. Die Vexeinigten Sozialdemokratischen Parteien und freien Gewerkschaften des besetzten rheinischen Gebietes hatten gestern im Sitzungssaale des Landtags eine Besprechung, in der eine Entschließung angenommen wurde, die sich gegen die unversöhnliche Ablehnung der Ansprüche des französischen Impexialismus auf das rheinische Wirtschaftsgebiet richtet. Die Entschließung schließt: Die arbettenden Massen der Rheinlande werden sich micht nur mit allen wirtschastlichen und politisch-gesstigen Mitteln gegen den französischen Imperialismus zur Wehr setzen, sondern sich auch niemals mit einer

Vergewaltigung abfinden. Es komme was da wolle: die arbeiten den Massen der Rheinlande bleiben deutsch, bleiben treu der deutschen Republik und sind gewiß, mit diesem festen Willen nicht nur sich und dem Reiche, sondern auch dem Frieden Europas zu dienen.

Messel b. Dst., 4. Jan. Das seltene Fest der Dia⸗ mantenen Hochzeit können am 8 d. M. die Eheleute Alt⸗

bürgermeister Simon Hickler III begehen. Die Hochbetagten erfreuen

sich geistiger und löcpe rlicher Rüstigkeit.

Hebstahl i. Odw., 4. Jan. Die Gemeindejagd, in der auch Hirsche vorkommen, und die sich seither in der Pacht von Eber⸗ bacher Herren befand, sollte verpachtet werden. Ein Höchstgebot von 10645000 Mark von Frantsurter Herren führte nicht zum Zuschlag.

Ein Wohltäter. Aus Kreuznach wird berichtet: Zum Weihnachtsfeste kamen von einem deutschen Wohltäter aus Eng⸗ land, der ungenannt bleiben will, ungefähr 800 000 Mk. als Spende hier an. Einer größeren Anzahl von Familien konnte da⸗ mit eine Weihnachtsgabe von je 20000 Mt. überwiesen werden.

Verbrecherische Mutter. Die Kaufmannssran Herta Schüler cus Opperau hat ihre eigene Tochter verkuppelt, indem sie es duldete, daß der Maschinist Hermann Engelntann an ihrem Kinde, das noch nicht 14 Jahre alt war, unzüchtige Handlungen vornahm. Jetzt standen Frau Schüler und Engelmann vor der Straftammer in Breslau, um sich wegen Sitllichkeitsverbrechen und schuwerer Kuppelei zu verantworten. Die Verhandlung fand, unter Ausschluß der Ooffentlichkeit statte. Das Urteil lautete bei Engelmann auf 1 Jahr 4 Monate Gefängnis, 4 Monate wurden ihm auf die Untersuchungshaft ange rechnet; Frau Schüler, die die Tochter eines Geheim rats ist, erhielt 1 Jahr 6 Monate Gefängnis: ihr wurde ein Monat durch die früher erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Beide wurden auch zu drei⸗ jährigem Ehrverlust verurteilt. Der Staatsanwalt hatte zwei Jahre und zweieinhalb Jahre Gefängnis beantragt.

Ein Vatermord ereignete sich am Neujahrsabend in Berlin. Dort kam es zwischen dem 51 Jahre alten Zimmermann Wilhelm Klein und dessen 19 jährigem Sohn Hugo in der gemeinschaftlichen Wohnung, Frankfurter Allee 282, zu heftigen Streitigkeiten. Als sich Klein gegen Uhr nachts zur Ruhe begab, holte Hugo ein Beil aus der Küche und hieb so lange auf den schlafenden Vater ein, bis dieser tot war. Der Täter wurde festgenommen.

Raubmord in Magdeburg. In der Neujahrsnacht wurde in Magdeburg an der Inhaberin eines Schokoladengeschäftes, der 5 jährigen Frau Marie Wiedenbach, in ihrer Wohnung ein RNaub⸗ mord verübt. Es ist vermutlich ein Geldbetrag von 200 000 Mark geraubt worden.

Lokale Parteinachrichten.

5. Agitationsbezirk, Friedberg⸗Büdingen⸗Schotten.

Werte Genossen! Am Sonntag, den 7. Januar ds. Js. be⸗ ginnen unsere Gemeindevertreterkurse, wie dieselben im Zirkular vom 12. Dezember 1922 bekannt gemacht worden sind. Dieselben finden statt:

Friedberg, vormittags 9 Uhr. Gastwirt Jbl, Ref.: Kroner⸗Vilbel, Vilbel, vormittags 9 Uhr, GastwirtZum Löwen, Ref.: Schaub⸗

Vüdes heim,

Lux⸗

Stockheim, vormittags 9 Uhr, GastwirtZur Traube, Ref.:

Gastwirt Lötzbayer, Ref.:

⸗Florstadt. Gedern

vormittags Uhr. Butzbach, bormittags 11 Uhr. GastwirtZum Vogelsberg, Ref.:

Rechtien⸗Vilbel.

An diesen Kursen haben alle neugewählten Gemeindevertreter die Vorsitzenden und Kafsierer der Ortsvereine teilzunehmen des⸗ gleichen können all Genossen an den Kursen teilnehmen. die die⸗ sem Thema Inutevesse entgegenbringen. Die rtsvorsitzenden

r guten Besuch der Vorträge Sorge zu tragen.

haben 8 Mit Parteigruß! Bruno Wittig, Sekretär.

10%

Sch

0 Verwaltungsbezirk: Wetzlar, Dillenburg, Westerburg, Hachenburg.

Werte Genossen! Auf zum Protest gegen das Steuerumvecht, gegen die Beseitigung des Achtstundentages, gegen den um Wucher!

In folgenden Orten finden öffentliche Volksversammlungen statt umd ich erwarte, daß ihr alles daran setzt, daß die Versamm⸗ lungen einen guten Besuch zu verzeichnen haben.

Stärkt die Partei! Achtet auf das nationalistische Gesindel!

Versammlungen. Samstag, 6. Januar, abends 8 Uhr in Atzbach, 8 Sonntag, 7. Januar, nachmittags 3 Uhr in Kinzenbach. Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Rodheim.

(Referentin: Genossin Berta Jordan, Frankfurt a. M.) Samstag, 6. Januar, abends 8 Uhr in Dorlar,

Sonntag, 7. Januar, nachmittags 3 Uhr in Garbenheim, Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Naunheim.

(Referentin: Genossin Alma Röhle, Frankfurt a. M.) Samstag, 6. Januar, abends 8 Uhr in Frankenbach,

Sonntag, 7. Januar, nachmittags 3 Uhr in Crumbach,

Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Königsberg. (Referent: Genosse Kressel, Frankfurt a. M.)

Samstag, 6. Januar, abends 8 Uhr in Betzberg,

Sonntag, 7. Januar: nachmittags 3 Uhr in Krofdorf⸗Gleiberg,

Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Launsbach.

(Referent: Bez.⸗Sekretär Genosse Ot to, Frankfurt a. M.) Samstag, 6. Januar, abends 8 Uhr in Wißmar,

Sonntag, 7. Januar, nachmittags 3 Uhr in Odenhausen, Sonntag, 7. Janmar, abends 8 Uhr in Salgböden. 2 (Referent: Bez.⸗Kassierer Genosse Däm isch, Frankfurt a. M.) Samstag, 6 Januar, abends 8 Uhr in Bonbaden, Sonntag, 7. Januar, nachmittags 3 Uhr in Schwalbach, Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Nauborn. 5(Referent: Genosse Ziegler, Wetzlar.) Samstag, 6. Januar, abends 8 Uhr in Allendorf, Sonntag, 7. Januar, nachmittags 3 Uhr in Ulm, Sonntag, 7. Januar, abends 8 Uhr in Rodenroth. (Referent: Arbeiterdichter Mar Dortu, Wetzlar.) An die Arbeit! 1 Mit Parteigruß! W. Knothe, Wetzlar.

Arbeitsrecht, Gewerkscha liches, Arbeiterbewegung. Richtlinien für Betriebsräte. g

1. Der Betriebsrat darf seine Zustimmung zu einer Arbeits- zeitverkürzung auf 24 Stunden erst daun geben, wenn alle Arbeits⸗ möglichleiten für eine längere Arbeitszeit erschöpft sind.

2. Der Betriebsrat darf seine Zustimmung nicht geben wenn der Arbeitgeber die Voraussetzung des§ 74 BRG. nicht erfüllt.

3. Beabsichtiate Betriebselnschränkangen mütssen iu einer ge⸗ meinsamen Sitzung zwischen Betriebsleitung und Betriebsrat be⸗ sprochen werden. In dieser Sitzung hat die Betriebsleitung einen Bericht über den Stand des Betriebes zu geben. Der Bericht muß sich auf die Rohstoffversorgung die vorhandenen und noch zu er⸗ wartenden Aufträge und die Absatzmöglichkeiten erstrecken.

4. Der Betriedsvat hat N Hebung der Wirtschftischreit zu machen. Werden die Vorschläge nicht berücksüchtigt lehnt der Betriebsrat die Vetrieb seinschräukung

ab. seine Zustimmung zur Betriebs-

einschränkung gibt, dürfen Arbiftnehmer erst entlassen werden, wenn die Verkstozung der Arbeitszeit durchgeführt ist. Die Aus- wahl der zur Entlaffung kommenden Arbeitnehmer muß nach der Verordnung vom 12 Feoruar 1920§ 13 erfolgen. 5

6. Ist eine Betriebseinschränkung vorgengommen und sind Arbeitnehmer entlassen so darf der Betrieb nicht gleich wieder voll arbeiten.

5. Wenn der Betriebsrat

in dieser Sitzung Vorschläge zur

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