seine Demission eingereicht, weil sich das belgische Kabinett in der Frage der Flamisterung der Genter Universität in
0 befand. Zu erwarten ist. daß auch eine neue belgische Regierung die gleiche Repa⸗ rationspolitik versolgt, wie das zurückgetretene Kabinett. Daß die Entente corbiale trotz des Abbruchs der Pariser Konferenz fortbesteht, davon zeugen die Erklärungen.
1 Erklärung der Reichsregierung. Die Reichsregierung veröffentlicht zu dem Abbruch der Haber Konferenz eine Erklarung, worin sie dem Bedauern Ausdruck gibt, daß ihre Vorschläge in Paris nicht einmal Aitgegengenommen worden sind. Trotz dieser neuen Ent: täuschung halte die Regierung an der Ueberzeugung fest, daß nur eine vernünftige und für Deutschland tragbare Lösung der Neparationsfrage Europa vor dem sonst unvermeidlichen Ruin bewahren kann. Sie wird sich von dem Wege, wie er durch die Note vom 14. Dezember vorgezeichnet und wie er vom Reichstag gebilligt worden ist, nicht abbringen lassen. — Das Reichskabinett wird voraussichtlich Freitag vor⸗ mittag zu der neuen Lage Stellung nehmen. Angesichts der gegenwärtigen Situation ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß der Reichstag früher als zu dem vorgesehenen Termin vom 16. Januar einberufen werden wird.
Die Reparatsons Kommission wird am kommenden Dienstag in Abwesenheit des englischen Ver⸗ treters Sir Bradbury zusammentreten, um die deutsche Forderung nach einem Aufschub für die Fälligkeit vom 15. Januar zu prüfen. Der deutscheg Regierung wird eine Mitteilung darüber zugehen und die Sanktionen werden dann in Kraft treten können.
Die nächsten Folgen.
inveren Memungsverschiedenheiten
Die freundschaftlichen Erklärungen werden Paincaré nicht abhalten, nach Gutdünken zu handeln und nach Möglichteit die geplanten Maßnahmen in Uebereinstimmung mit Belgien und
Italien zu ergreifen. Deutschland hat trotz der noch zu erwarten⸗ den Entscheidung der Reparations⸗Kommission, die jetzt das Wort hat und über deren Entschluß nach dem Abbruch der Pariser Konferenz kein Zweifel bestehen sollte, mit einer Pfänderpolitik Frankreichs zu rechnen. Herr Cuno hat sich oftmals seiner aktiven Politik gerühmt. Er mag jetzt der Aktivität Frankreich in der Tat eine aktive Politik entgegenstellen.
Die Berliner Morgenpresse ist über die Folgen des Ab⸗ toe der Pariser Konferenz verschiedener Auffassung Zum
Teil faselt man von einem Bruch der Entente und der Auflüsung der Reparations⸗Kommisston. Der Vorwärts stellt fest daß Deutschland aus dem Vertrage von Versaflles nicht nur Pflich⸗ ten, sondern auch Rechte hat:
„Der Vertrag schützt Deutschland vor
dem eigenmächtigen
Vorgehen einer Einzelmacht, indem er ausdrücklich nur ein ge⸗ meinsames Vorgehen der Alliierten zuläßt.. Der französische macht, zu⸗
ae ene un wird voraussichtlich, wenn er Ernst mächst einen ungeftörten Triumph der widerrechtlichen Gewalt er⸗ leben. Nur freilich, was daraus wird, das steht auf einem an⸗ deren Blatt. Denn die Politik, die Deutschland seit dem Mai 1021 getrieben hat, ist doch nicht ohne Ersolge geblieben. Damal⸗ drohte die gesamte Entente solidarisch mit Nuhrgebietbesetzung, neren Zollgrenzen und neuer Blockade. Wenn Frankreich jetzt führen versucht, was damals von allen gemeinsam an⸗ zt wurde, dann geht es den gefährlichen Weg in die Iso⸗ g. Indessen bis zum 16. Januar sind noch 10 Tage, bis das 5 kann manches geschehen, was das Bild äudert. Aufgabe deutschen Volkes und seiner Regierung ist es, die Entwicklung dieser Tage kaltblittig zu beobachten und jede sich bietende Ge⸗ legenheit zu ergreifen, um eine vielleicht noch mögliche Besserung der Situation herbeizuführen. 5 Die Vossische Zeitung stellt ebenfalls fest, daß nach dem Ver⸗ sailler Vertrag nur gemeinsame Unternehmungen der alliierten Siegermächte zulässig sind. Das Berliner Tageblatt sieht in der Einheitsfront das letzte Rettungsmittel:„Man muß nicht erst sagen, daß die Zurückstellung aller inneren Fehden die völlige nationale Geschlossenheit und Entschlossenhejt, ungerechten For⸗ derungen die Stirn zu bieten und die Folgen heroisch zu tragen, die Forderung der Stunde ist.“
Neues vom Tage.
Die künftige Tarifpolitik der Reichs post. Der Reichspostminister im Kabinett Cuno, Stingl, hat
im Reichspostministerium einen bexonderen Kommissar be— stellt, um die bereits von der Regierung Wirth vorgesehenen
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Maßnahmen zur Sanierung und Wirtschaftlichmachung der Reichspost durchzuführen. Bei der Tarifpolitik soll künftighin das Prinzip der Selbstkosten als Richtlinie durch- geführt werden. Das bedeutet eine weitere starke Erhöhung der Postgebühren, die zurzeit beim Brief das 250 fache der Vorkriegszeit ausmachen und damit allerdings hinter der Geldentwertung zurückgeblieben sind. Tatsächlich erbringen die neuen Gebühren, die im Januar zur Durchführung kommen, nur ein Mehr von 100 Milliarden, während die Besoldungserhöhung im Monat Dezember für die Reichs⸗ postverwaltung eine Mehrausgabe von 235 Milliarden ver⸗ ursacht hat.
Die Lazarettinsassen vor dem Hungerstreik.
Die Insassen des Versorgungslazaretts Leipzig⸗Gohlis haben beschlossen, am 5. Januar in den Hungerstreik zu treten, wenn das Reichsarbeitsministerium bis dahin nicht seine neue Beköstigungsordnung entsprechend den Wünschen der Lazarettinsassen umändern sollte. Inzwischen haben sich auch die Patienten der Versorgungskuranstalt Glasewalds Ruhe in Sachsen den Forderungen ihrer Leipziger Leidens⸗ gefährten angeschlossen. Sie haben in einer Versammlung einstimmig beschlossen, falls bis zum 5. Januar der Bescheid über grundlegende Aenderungen der Beköstigungsordnung nicht eingetroffen ist, in den Hungerstreik zu treten.— Nach unseren bisherigen Feststellungen hat im Reichsarbeits⸗ ministerium niemand von dem Elend der Aermsten Kennt⸗ nis, trotzdem die Presse schon mehrfach auf die Vorgänge in den Versorgungslazaretten hingewiesen hat. Diese Ab⸗ siinenz der bürgerlichen Regierung harmoniert ausgezeichnet mit der arbeiterfeindlichen Steuerpolitik des gegenwärtigen Kabinetts.
Arbeitslosen⸗Tumulte in Mährisch⸗Ostrau.
Am Mittwoch fanden in Mährisch⸗Ostrau große Ar⸗ beitslofentumulte statt wegen Nichterhöhung der Arbeits⸗ losenunterstützung. Die Demonstranten wurden von der Gendarmerie mil gefälltem Bajonett vertrieben. Das Ge⸗ schäftsleben stockte den ganzen Tag.
Rücktritt des polnischen Finauzministers.
Präsident Wojciechowski hat die Demission des Finanzministers Jastrzemski angenommen und den Staatsfekretär Markowski mit der vorläufigen Leitung des Finanzministeriums betraut. Der Rück⸗ tritt des Finanzmimisters ist darauf zurückzuführen, daß er die Sonderkonferenz aller bisherigen polnischen Finanzmemister zur Re⸗ gelung des Sanierungsproblems als eine Art von Mißtrauensvotum betrachtet.
Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung.
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Geschichtskalender. 6. Januar. 0 1103 Kaiser Heinrich IV. läßt auf dem Reichstage zu Mainz einen „allgemeinen Götterfrieden“ auf 4 Jahre feierlich beschwören. 1822 Der Altertumsforscher Heinr. Schliemann zu Neubukow i. M. geboren. 8 Charlotte von Stein, Goethes Freundin, in Wesmar gestorben. Der soz. Reichsratscbg. Engelbert Pernerstorfer in Wien gest, Straßenkämpfe in Berlin(und folgende Tage). 7. Januar. 1 5 Montgolfier, Erf. d. Luftschifses u. d. hydraulischen Widders, geboren. 1 Nhllipp Reis, Erfinder des Telephons, in Gelnhausen geboren. 2 Die deutsche Bundesversammlung beschließt die Auflösung der deutschen Flotte. Generalversammlung des Allgemeinen deutschen Arbeiterver⸗ eins in Berlin. 5 Sozialdemokratische Straßendemonstrationen in Elsaß für republikanische Versassung.
Die neu ewählte Stadtvertretung
wird sich am Dienstag, 9. Januar, nachmittags 5 Uhr, zum erstenmal versammeln. Zunächst werden die neugewählten Stadtverordneten eingeführt und verpflichtet und weiter
N
Die Sängerin.
Novelle von Wilhelm Hauff.
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1.
Als die Sängerin geendet hatte, ergriff der Medizinal⸗ rat lebhaft ihre Hand.„Ich wünsche mir Glück,“ sagte er, „den wenigen guten Menschen, die Sie auf Ihrem Lebens— weg gefunden haben, beitreten zu können. Meine Kräfte sind zwar zu schwach, um für Sie tun zu können, was die treffliche kleine Exzellenza für Sie tat, aber ich will suchen, Ihr trauriges Geschick entwirren zu helfen; ich will den Brausewind, Ihren Freund, zu versöhnen suchen. Aber sagen Sie mir nur, was ist denn Herr Boloni eigentlich für ein Landsmann?“—„Da fragen Sie mich zu viel,“ er⸗ widerte sie ausweichend; ich weiß nur, daß er ein Deutscher von Geburt ist und, wenn ich nicht irre, wegen Familien- verhältnissen vor mehreren Jahren sein Vaterland verließ. Er hielt sich in England und Italien auf und kam vor etwa Dreivierteliahren hierher.“
„So, so; aber warum haben Sie ihm das, was Sie mir erzählen, nicht schon früher selbst gesagt?“
Giuseppa errötete bei dieser Frage; sie schlug die Augen nieder und antwortete:„Sie sind mein Arzt, mein vätker— licher Freund, es ist mir, wenn ich zu Ihnen spreche, als spräche ich als Kind zu meinem Vater.— Aber konnte ich denn dem jungen Mann von diesen Dingen erzählen? Und ich kenne ja seine schreckliche Eifersucht, seinen leichtgereizten Argwohn, ich habe es nie über mich vermocht, ihm zu sagen, welchen Schlingen ich entflohen war.“
„Ich ehre, ich bewundere Ihr Gefühl; Sie sind ein gutes Kind; glauben Sie mir, es tut einem alten M
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danne wohl, auf solche dezenten Gefühle aus der alten Zeit zu stoßen; denn heutzutage gilt es für guten Ton, sich über dergleichen wegzusetzen Aber noch haben Sie mir nicht alles erzählt; der Abend auf der Redoute, jene schreckliche
„Es ist wahr, ich muß Ihnen noch weiter es sagen. Ich habe, so oft ich im stillen über meine Rettung nachdachte, die Vorsehung gepriesen, daß man in jenem Hause glaubte, ich habe mich selbst getötet denn es war mir nur zu gewiß, daß wenn jener Schreckliche nur die entfernteste Ahnung von meinem Leben habe, er kommen werde, sein Opfer zurückzuholen oder es zu verderben; denn er mochte manches Fünffrankenstück für mich bezahlt haben Deswegen habe ich, so lange ich in Piacenza war, manches schöne Anerbieten fürs Theater abgelehnt, weil ich mich scheute, öffentlich auf⸗ zutreten. Als ich aber etwa anderthalb Jahre dort war, brachte mir eines Morgens Seraphina ein Pariser Zeitungs⸗ blatt, worin der Tod des Chevalier de Planto angezeigt war.“
„Chevalier de Planto?“ unterbrach sie der Arzt;„hieß so jener Mann, der Sie aus dem Hause Ihres Stiefvaters führte?“
„So hieß er. Ich war voll Freude, meine letzte Furcht war verschwunden, und es stand nichts mehr im Wege, meinen Wohltätern nicht mehr beschwerlich zu fallen. Schon einige Wochen nachher kam ich nach B. Ich ging vorgestern abend auf die Redoute, und ich will Ihnen nur gestehen, daß ich recht freudig gestimmt war. Boloni durfte nicht wissen, in welchem Kostsim ich erscheinen würde, ich wollte ihn necken und dann überraschen. Auf einmal, wie ich allein durch den Saal gehe, flüsterte eine Stimme in mein Ohr: Schepperl! was macht dein Onkel? Ich war wie nieder⸗ gedonnert; diesen Namen hatte ich nicht mehr gehört, seit ich den Händen jenes Fürchterlichen entgangen war. Mein Onkel! Ich hatte ja keinen, und nur einer hatte gelebt, der sich vor der Welt dafür ausgab, der Chevalier de Planto. Ich hatte kaum so viel Fassung, zu erwidern: Du irrst dich, Maske! Ich wollte hinwegeilen, mich unter dem Gewühl der Menge verbergen, aber die Maske schob ihren Arm in den meinigen und hielt mich fest. Schepperl! sprach der
sind die Ausschüsse und Debutallonen zu
bl Cegu,
auf die Geschäfte der Stadtverordneten⸗Vers ng sind einige Aenderungen vorgeschlagen. 3. B. 8 rord⸗
an den Theaterbauverein;
werde ich den
über die zu erledigenden Gegenstände von neten erstattet werden usw. Die Tagesordnung f öffentliche Sitzung ist folgende:.
1. Einführung und Verpflichtung der neugewählten
Stadtverordneten. f 1
2. Abgabe von Materialien aus dem Durchgangslager hier: Erlaß der Kosten. 3. Kreditbewilligung für das Einbinden der neuen Grundbuchkarten. 8„
4. Neubauten des Eisenbahner⸗Heimstättenvereins an der Klinikstraße, Crednerstraße und am Wetzlarerweg; hier Schlußabrechnung. 5 l
5. Bauliche Unterhaltung des Gebäudes der Bezirks- schule; hier: Kreditbewilligung. 1„
6. Bewilligung eines vorläufigen Kredits in Höhe von 250 000 Mk. zur Bestreitung der bei der Wahl entstandenen Kosten. N
5 a 5
Die verärgerten Kindter.
Zu der Entschließung des sozialdemokratischen Landes. ausschusses über die Regierungskrise nörgelt die deutsch⸗ nationale Hessische Landeszeitung, das Blatt des Schutz⸗ und Trutzbündlers Kindt, folgendes zusammen: g
„Der sozialdemokratische Parteigusschuß, der am Sonntag in Offenbach tagte hat. wie die jetzt vorliegenden Berichte be⸗ sagen, beschlossen. daß der Landtagsfraktion bei der
struktion beziehungsweise Neubildung des Kabinetts freie Hand zu lassen sel“ Die erwartede Klärung also Offenbach nicht gebracht und das uns seft Jahren ebenso ver⸗
Spiel hinter den parlamentarischen l Lab el. aß pit 5 eee schluß hin aus erden, da Soßtaldemekrat 5 91 a 6 11 e 55 Erweiterung der Kocglition nichts mehr einzuwenden hat eine Haltung, die in den 1 Fange von der sozialistischen Presse leidlich geschickt vorbereitet wurde.“
Die Deutschnationalen sind verärgert, weil sie, die sie die Stunde einer reinen Reaktionsregierung für Hessen ge⸗ kommen glaubten, nun wieder einmal ihre Felle fort⸗ 0 schwimmen sehen. Im übrigen sollte Herr Kindt wissen. daß die Frage der sogen. Großen Koalition von uns niemals als eine grundsätzliche, sondern stets als eine taktische auf ⸗ gefaßt worden ist, so daß die Sozialdemokratie gar keine Ursache hatte, jetzt etwa eine grundsätzliche Schwenkung vorzunehmen. Man warte doch ab. f 9
Die Landeszeitung tröstet sich dann noch mit folgender Betrachtung:
„Wir glauben Sozialdemokratie versichern zu können. daß es ir ncht 19 8 ird,.. die Rechtserweiterung deßn Koalition illusorisch zu machen und sich die absolute Ueberlegen⸗ heit auch in dem neuen Kabinett zu sichern Der„bürgerliche Flügel der Kaalition wird gestärkt aus der Krise perro gehen, wie es das hessische Volk durch seine Wahl verlangt hat. oder man wird auf die Mitwirkung der Sozialdemo⸗ kraten ganz verzichten, was der Willensäußerung der hessischen Wählerschaft noch mehr und klar entspräche.“ g
Auch hier sagen wir: Man warte doch ab. Wir Sozial⸗ demokraten wenigstens können sehr gelassen abwarten, ob man auf unsere Mitwirkung in der Regierung ganz zu ver⸗ zichten den Mut aufbringen wird. Wenn man bei den bürgerlichen Parteien geneigt sein sollte, der Sozialdemo⸗ kratie den ihr nach dem Wahlausfall zustehenden Einfluß auf die Regierung zu schmälern oder gar ganz zu nehmen — nun: eine Volksbefragung könnte ja dann aufzeigen, was dem Willen der hessischen Wählerschaft entspricht oder nicht entspricht. Aber wie gesagt: die Kindter sind eben etwas verärgert und da läßt man sie nörgeln und orakeln, wie auch ihre sattsam bekannte Rhein⸗Main⸗Korrespondenz etwas von„scharfen Auseinandersetzungen“ auf der Offen⸗ bacher Landeskonferenz und von anderen Dingen zusammen⸗ orakelt, wovon die Veteiligten selbst nicht wissen. Lassen wir ihnen dies Vergnügen.
traute wie widerliche Kulissen kann beginmen.
Leuten erzählen, in
welcher Gesellschaft du dich früher umhergetrieben. Ich war vernichtet, es wurde nacht in meiner Seele, nur ein Gedanke war in mir leb⸗ haft: die Furcht vor der Schande. Was konnte ich armes, hilfloses Mädchen machen, wenn dieser Mensch, wer er auch sein mochte, solche Dinge von mir aussagte? Die Welt J würde ihm geglaubt haben, und Carlo! ach, Carlo wäre
nicht der Letzte gewesen, der mich verdammt hätte. Ich folgte dem Mann an meiner Seite willenlos. Er flüsterte mir die schrecklichsten Dinge zu: meinen Onkel, wie er den
Chevalier nannte, habe ich unglücklich gemacht, meinen Vater, meine Familie ins Verderben gestürzt. Ich konnte
es nicht mehr aushalten, ich riß mich los und rief nach meinem Wagen. Als ich mich aber auf der Treppe umsah, war diese schreckliche Gestalt mir gesolgt. Ich fahre mit dir nach Hause, Schepperl, sprach er mit schrecklichem Lachen; ich habe noch ein paar Worte mit dir zu reden. Die Sinne ver⸗ gingen mir, ich fühlte, daß ich ohnmächtig wurde, ich wachte erst wieder im Wagen auf, die Maske saß neben mir. Ich stieg aus und ging auf mein Zimmer, er folgte; er fing so: gleich wieder an zu reden; in der Todesangst, ich möchte ver⸗ raten werden, schickte ich Babette hinaus. g 7
Was willst du hier, Elender? rief ich voll Wut, mich so beleidigt zu sehn. Was kannst du von mir Schlechtes sagen? Ohne meinen Willen kam ich in jenes Haus; ich verließ es, als ich sah, was dort meiner warte. 5
Schepperl, mache keine Umstände; es gibt nur zwei Wege, dich zu retten. Entweder zahlst du auf der Stel 4 zehntausend Franken, sei es in Juwelen oder Gold, oder du folgst mir nach Paris; sonst weiß morgen die ganze„
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ECC
mehr von dir, als dir lieb ist. Ich war außer mir. ö gibt dir dieses Recht, mir solche Zumutungen zu machen? ö rief ich. Wohlan! sag der Stadt, was du willst: aber auf
(Fortsetzung folgt.)
Nacht?—“
Unbekannte, ich rate dir, ruhig neben mir herzugehen, sonst
N 1 der Stelle verlasse dieses Haus! Ich rute die Nachbarn. 1 5


