Ausgabe 
5.4.1923
 
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hlaker sich heben, bekempfen sich zur Echefterung der ichle e Eine n ne wie sie heute an der Tagesordnung sind, ist das Ebenbild für f etzt in im tagenden Parteitag der sogenanntenUS.. Bei N Beratung über die Ruhrfrage kommt es fast zu Prügeleten, und ! Liebknecht⸗Gruppe eine Resolutton einbringt, die eine inter⸗ e nationale Aktion und schärssten Kampf gegen den deutschen Kapitalis⸗ Sen,. sagt Ledebour:Selbstmord der USp. Er bezeichnet ind e Ausführungen Liebknechts, der in erster Linje den Kampf gegen das deulsche Kapftal führen will und damn erst so nebenbei an einen 8 im Ruhrgebiet denkt, als einen Schlag ins Gesicht der Fiternationalen Sozialisten unnd eine Blamage für die deulschen So⸗ Fbialisten. Mit solchen Arschaummgen lehnt Ledebour jede Gemein⸗ ab, da nichts getan werden

war.

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haft 0 8 ürfe, was so ausgelegt werden önmte, als sollte Poincaré und seine dates ka nn werden. Aber trotzdem gin die Mehrheit des Parteitages gegen Ledebour mit

nicht nur in der Abstimmung über die erste Resolution, auch, als über eine Entschließung abgestimmt wurde, in der U. S. P. dieEinheitsfront ebenso die passive Resistenz ent⸗ eden ablehnt und die Arbeiterschaft auffordert, den Ruhrkonflikt zu en, um das deutsche Kapital zu der von ihm verschuldeten ergutmachumg zu zwingen. Diese Partei der Uneinigkeit, der will die Massen sammeln, um sie der Weltrevolution ent⸗

hren!

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Der Wert der genossenschaftlichen Eigen⸗ 172 produktion.

Die Bäckerei des Konsunvereins Mannheim ist dadurch, daß bas Zentrallager sowohl als auch die Bäckerei im besetzten Gebiet liegen, stillgelegt worden. Welch eine wertvolle Ein⸗ achtung die Genossenschafter dieses Konsumvereins an ihrem Eigen⸗

N haben, fühlen diese jetzt zunächst an ihrem Geld⸗

und damm sehr am eigenen Leib. Auch in Mannheim gab es,

eim altes Sprichwort, und es bewahrheitete sich hier ganz besonders.

Die Verbraucher 8 Bezirks sind mm zum großen Teil Opfer der krassesten durch die Kleinbäckermeister geworden, die ihre Monopolstellung, empfangen aus den Händen der fremden Mili⸗ tärmo t, weidlich als nutzen. Nicht nur, daß sie beilweise ein schwer 1 Kommnumalverbandsbrot herstellen, bet dem im vielen 1 sen noch das Gewicht zu beanstauden ist, auch bei der marken⸗ kömen die Innungsmeister getrost ihre hohen Preise sten, obwohl die Mehlpreise auf dem freien Markt erheblich zurück⸗

fall M sind. Täglich laufen wum bei den Verwarkungs mitgliedern nwereims Anfragen ein, und auch im den Verteilungsstellen

wichlig Mitglieder, wann wieder Brot aus der Konsumver⸗

higkeit eins bäckerei bezogen werden kann. Heute vermissen die Ver⸗ bn. Dirancher das dernige, schrackhafte Eigengebäck und selbst die sonst Unzufriedenen erwarten sehnlichst die Wiederinbetriebnahme der ge⸗ mossenschaftlichen Eigenbäckerei.

Schwindelnachricht von bewaffneten Arbelter⸗

a Selbstschutz⸗Organisationen.

Zu verschiedenen bürgerlichen Blättern wurden vorige Woche hten verbreitet, nach denen am vorhergegangenen Sonntag in Städten Thliringens Uebungen des proletarischen Selbst⸗

aden hätten, bei denen Gewehre, Karabiner und 100 mitgeführt worden seten. Dazu wird vom Thü⸗

laufender Berichte rstettung ausdrücklich angewiesen sind, ist bis eine Nachricht eingelaufen, die erkennen ließe, daß an dieser Meldung von eimer angeblichen Bewaffnung thüringischer republika⸗ scher E z und Ordnergruppen irgendwo ein wahres Wort in Thüringen ist bisher eine Bewaffnung der betr. wahrgenommen worden. Bemerkt sei dabei, daß

e überwiegende Zahl der in Frage kommenden Thikr. Poltzetämter n Beumten geleitet wird, die bürgerlich und keineswegs sozial istisch stellt sind. Amgenscheinlich handelt es sich um eine tendenziöse

g, die von gewissen politischen Kreisen verbreitet wird, um liche Aufmerksamfeit durch eine Entlastungsofsensioe auf en Thüringens von dem gemeingefährlichen Treiben rechts radi⸗ aer Verschwörerbanden abzulenken. 8

Neucrliche Erhöhung der Stosspreise.

. 0 St . Mirge

71 Die unverheltnismäßig hohen Klelderpreise, die im der Haupk⸗ benign* che auf die enorme Verteuerung der Wolle und Baumwolle und auf m noch jan; die Preispolitik der Textilsabrianken zurückzufühven sind, haben die b verlor SBekleidungsindustrie in eine schwere Krise gestürzt. Die Kleider und e übte. a klanten verweigern den Arbeitern jede weitere Lohner⸗ iin zu k nme obwohl die Löhne durchweg hinter denen in gleichgelagerten 5 5 wustrjen und Gewerben zurückstehen. Sie begründen ihre ableh⸗ finden ie nende Haltumg damit, daß der Absatz nahezu vollständig stockt. Ein ihre Sn alggemeimerPreis ban für Belleidungsftlücke sei nolwendig, in⸗ unter tau solgedessen müssen nach ihrer Ansicht auch die Arbeitslühne vorläufig

sie sith ns stabil bleiben. Während diese Ratschläge den Arbeitern sie sa. Lerteikt werden, deren Lohnenteil am Endpreis kum 10 Prozent be⸗ ungen trägt, werden die Stoffpresse wieder stark erhöht. Die Deutsche Fuch⸗ l der konvention hat soeben erst ihre Preise um 20 bis 40 Prozent erhöhe. r benahm Diese Maßnahme, die vollkommen unberechtigt ist, hat in allen üb⸗

verständliche Empörung

rigen. der Belleidungsindustrie a ausgelöst. Frage berechtigt, was

Anbetracht dessen ist wohl die

Hochschule und Schokolade.

5 eien 9 1 Un 45 perfität sind naturgemäß keine so engen daß ihr auch nur die

0 87 4 rochtgeitig 0 em

Die Ehrenpromotion wir gleichzeitig erfahren. noch ein besonders erfreuliches Nachspfel. Es ist daß der neue 277 1 9 0 3 ole n oltorschmaus gab. doktor 60 6 nen Ttorschmaus,

0 Nektor Magnificus zu sich ber hoffen, daß es dem racchlichen eren Viertelhundert?) der gelehrten Fang, ge leistaten, dort gu gefallen

ch ja wohl während jener drei haltung seiner verehrten Gäste, 0 Jedenfalls,

land befreit werden.

Meischinenge wehre mitge ringen ßamt mitgeteilt: Von keinem der Thür. Polizefämter, die

der ermäßigten Preise für Einsuhrwaren auf dem inländischen Markt verlangte und auch einen Lohnabbau empfohlen hat, gegen diesen Skandal der Tuchkonventionsgewaltigen unternehmen wird.

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Hinter den Kulissen der Sonderbündlerbewegung.

Der italienische Publizist Ansaldo hatte Gelegenheit, die ganzen Geheimpapiere der kölnischen Sonderbundbewegung einzusehen und gibt darüber in der Stampa einen Bericht. Dem italienischen Journa⸗ listen wurde gegen ein Trinkgeld von Führern der Separalistischen Partei der gefamte Brieswechsel mit französtschen Behörden gezeigt. Jeder Mann, der Geld springen lasse, könnte diese interessanten Papiere lesen. Aus ihnen gehe hervor, daß die gesamte Separations⸗ beweging vollständig von den Franzosen ausgehalten und bezahlt wird. Die deuttsche Polizei könnte sich leicht in den Besitz diefer Doku⸗ mente setzen, aber leider habe der englische Polizeikommissar Piggot von den Franzosen Befehl erhalten, der deutschen Polizei das ihr noch unbedingt zustehende Recht der Haussuchungen zu verweigern. Es sei traurig, wie ein Haufen von Dummlöpfen oder von bestochenen oder interessterten Individuen der Welt den Betrug einer angeblichen Sonderbewegung der Rheinländer vortäuschen lönne. Von diesen In⸗ dividuen, nicht aber von den preußischen Tyrannen miisse das Rhein⸗

Gießen und Umgebung.

Nuhrhilfe.

An das Gewerkschaftskartell Gießen gingen weiter ein: Arbeiter der Firma Becker, Nieder⸗Ofleiden 29 740. Mk. Arbeiter des Sägewerks Ide, Merlau 10 700. Mk. Gemeinde Sbbornhosen(durch Landtagsabgeordn.

Hensel) 14 782. Mk. Telegraphenarbeiter des Telegraphenbauamtes 5 Gießen(3. Rate 133 680. Mk.

Den Gebern besten Dank.

Sammelgelder können auf das Postscheckkonto Nr. 64422 Frankfurt a. M., Otto Ottilie. Gießen, eingezahlt werden. Gewerkschaftskartell Gießen und Umgegend.

Justiz.

Wir entnehmen unserem Darmstädter Parteiorgan, dem Volks⸗ freund, folgende interessante Mitteilungen aus der Hitlerei.

München, 27. März. Im Rahmen einer Pressepolemik gegen den Landtagsabgeordneten Genossen Auer versteigt sich Adolf Hitler in Nr. 51 des Völkischen Beobachters zu Ausführungen, die den Oberreichsanwalt auf den Plan rufen müßten, wenn noch ein Funke von Selbstbewußtsein in den verantwortlichen Stellen der Republik lebt. Hitler unterschreibt ausdrücklich mit seinem

Namen folgende Sätze:

Ich sehe das heutige Reich weder für eine Demokratie an noch für eine Republik, sondern für einen marxistisch⸗jüdisch⸗ internationalen Saustal l.... Ich bin in meinem Lande noch bei keiner politischen Partei gewesen und hätte eher Jauche getrunken, als einer Partei der Auer, Scheidemann, Ebert usw. anzugehören. Ich war von Beginn der Revolution bis heute der klare unversöhnliche Feind einer Gesellschaft, für die es in meinen Augen nur eine gerechte Strafe: den Strick gibt.

Es scheint uns relchlich optimistisch, vomOberreichsan⸗ walt etwas zu erwarten. Bayern hat doch seineReservatrechte und zumal der oberbayerische Volkscharakter neigt zu herzerfrischen⸗ der Deutlichkeit in Wort und Tat, er macht aus seinem Herzen keine Mörderhöhle und ist manchmal beinahe etwas zu derb, wie obige Beispiele bekunden. Bekanntlich ist man nur empfindlich, wenn ein sozialdemokratisches Verleumderblatt deutlich wird, und überhört leicht den eigenen Sauherdenton. Also Ghren⸗Hitler denkt:Ich nenne eine Katze eine Katze und Rathenau oder Auer oder Wirth oder sonst einen nichtswürdigen Gegner der, Httlerei einen Schuft. Der Biedermann Hitler aber kann sich wirklich gratulieren, daß er im Ordnungsstaat Bayern und nicht im Freistaat Hessen lebt. Hätte er gar das Pech, dem Gießener Schöffengericht unter dem Vorsitze des Amtsgerichts rats Steinberger für seine oben zitierten menschenfreundlichen Reden 5 stehen zu müssen, sein Schichsal wäre gar nicht auszu⸗

en ö

Wir stellen folgendes Rechenexempel auf. Genanntes Gericht hat den Redakteur Vetters wegen Beleidigung eines anti⸗ semitischen Studienrates durch die Presse, begangen durch die von Vetters in seine Zeitung aufgenommene, nicht von ihm selbst stam mende Behauptung, besagter Studienrat seidiszipliniert, während er doch talfächlich nurim Interesse des Dienstes versetzt worden ist, das Gericht hat also diesen Uebeltäter zu 100 000 Mark, in Worten hunderttausend Mark, Geldstrafe verurteilt. Welche Buße

Feder begangene Pressebeleidigung des deutschen Reiches als eines marxistisch⸗jüdisch⸗ internationalen Saustalls, zweitens, für einen solchen Grad geradezu(man verzeihe das Wort) stinkender Verächtlichmachung der Partei der Auer, Scheidemann, Gbert usw., wie ihn nur das Bild vom Jauchetrinken als ekelhaft höchste Unmöglichkeit anzudeuten vermag, drittens für die Androhung des Strickes für die Revolutions verbrecher? Selbst wenn unser Schöffengericht Hitler gegenüber die gleiche Milde walten ließe wie gegeniiber Vetters, der nach Ueberzeugung und Antrag, des Gegen⸗ anwalts als vorbestrafter Majestätsbeleidiger ja eigentlich Gefäng⸗ nis verdient hätte, so dürfte sich stets Gleiches an Gleichem ge⸗ messen und unparteiisch abwägende Gerechtigkeit

..

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das Reschswirtschaftsministerfum, das vor kurzem elne Auswirkung]

zum 2. April wurde eine müßte danach dem Urteile desselben Gerichtes(eine grausige Phan⸗ tasie!) Hitler zu leisten haben: erstens, für die mit höchsteigener

vo rausgesetzt,

immerhin die Strassumme für den armen Hitser loder ist er am Ende aul, schon borbestrafte) auf eine Zahl mit so unglaublich viel Nullen(Billionen?) belaufen, daß sie wohl ohne Logorithmentafel überhaupt nicht mehr zu berechnen wäre. Doch welch furchtbarer, Gott sei Dank, ziemlich unwahrscheinlicher Gedanke, daß der Hitler einem so gevechten Gerichte Rede zu stehen hätte! Armer Vetters! Warum seid Ihr auch so vorsichtig, respektive so unvorsichtig in der Wahl Guerer Vaterländer gewesen, warum habt ihr in so ver⸗ schiedenartigen Staaten so verschiedenartige Gewalten beleidigt? Du, Vetters, im Freistaat Hessen einen mächtigen antisemitischen Sberlehrer, du, Hitler, im Ordnungsstaat Bayern die deutsche Republik Du, Vetters, bist verfallen einem Gericht, Du, Hitler, erlebst wohl nie ein Gericht So ve e ist das Menschenlos, sagt da der Weise und sinnt kopfschüttelnd über die deutsche Rechtspflege nach. 4

Nachschrift. Lieber Vetters, nehmen Sie es dem Sattriker nicht übel, wenn er Ihren braven Namen mit dem Hitlers zue. sammen genannt hat. Sie verstehen mich ja. Mir war es nicht zu tun, um die Namen VettersHitler. Namen sind vergänglich, wie man es an den Anwaltsschildern Fischer und Homberger miitig erlebt hat. Ewig ist das Thema: Justiz deutsch: Gerechtigkeit).

engen

Die Höhe der Unfallrente. Auf verschiedene kürzlich an uns

gerichete Anfragen über die Höhe der Unfall rente sei kucz Folgendes

mitgeteilt: Die Unfallrente bei gewerblichen Berufsgenossen⸗ schaften beträgt ab 1. Jannar 4923 bei voller Ardeitsunfäh'gkeit min⸗ destens 64 000 Mk. monatlich. Bei Renten von 336 bis 50 Prozent mindestens 8333 bis 12 500 Mk., unter 33% Prozent ae Se ö keit berechnet sich die Rente nach dem Verdienst, den ein aglü ter in einem vollen Jahr vor dem Unfall hatte, also nicht etwa der letzte Tariflohn ist maßgebend. Diese kleinen Renten erhöhen sich uch dann nicht, wenn der Unfall etwa schon vor 25 und mehr Juhren bei geringem Lohn geschehen ist und die Pente bald 1000 mal so hoch wäre, wenn der Unfall sich erst jetzt zutragen würde. Die* venten für landwirtschaftliche Arbeiter sind geringer. Ei Rente für volle Arbeitsunfähigken beträgt für diese monatlich min⸗ destens 46 600 Mk., für eine Arbestsunffühigkeit von 33% Prozent bis 50 Prozent 6000 bis 9000 Mk. Für niedrigere Renten gilt der zur Zeit des Unfalls maßgebend gewesene ortsübliche Jahres⸗ arbeitsverdienst landwirtschaftlicher Arbeiter. Weibliche und jugend⸗ liche Arbeiter erhalten entsprechend weniger. Für solche muß von Fall zu Fall angefragt werden.. 5 g

Zerstörungswütige scheinen in letzter Zeit in Gießen ihr Unwesen zu treiben und es besonders auf Firmen⸗ und Namenschilder abgesehen zu haben. Kurz vor den Feiertagen wurde das Schild des Rechtsanwalts Homberger erheblich beschädigt und noch andere Fälle ähnlicher Art werden mit⸗ geteilt. Selbst die Briefkästen sind nicht sicher, wie aus einer Mitteilung des Postamts hervorgeht, die im heutigen Blatte veröffentlicht ist. Sehr wünschenswert wäre es, wenn die Rohlinge erwischt würden und zur Bestrasung gebracht wer⸗ den könnten. Im gestrigen Blatte haben wir die niedliche Zuschrift des Rechtsanwalts Fischer an den Gieß. Anz. zun Abdruck gebracht, worin versucht wird, den Prozeß Lenz⸗ Vetters oder den letzteren selber mit der Beschädigung des Fischerschen Anwaltsschildes in Verbindung zu bringen. Wenn es für die Haltlofigkeit und Unsinnigkeit einer solchen Verdächtigung überhaupt eines Beweises bedurft hätte, so ist es die Tatsache, daß eine ganze Reihe derartiger Sach⸗ beschädigungen und bei allen möglichen Leuten vorge⸗ kommen ist. 9

- Gcober Unfug und Sachbeschädigang. Vom Postamt Gießen wird uns geschrieben: Es ist in letzter Zeit wisder dartiber zu klagen, daß an den öffentlichen reichseigenen Briefkasten in Hessen ve. mäßig durch die Postreklame Darmstadt in Davmstadt(Oberpost⸗ direktion) angebrachte Werbeschilder gewalksam beschädigt oder ab⸗ geschraubt, teils auch nur die Befestigumgsschrauben entwendet wer⸗ den. Die Oberpostdirektion Darmstadt sieht sich erneut veranlaßt, vor solchen Ausschreitungen zu warnen. Es wäre angezeigt, wenn auch die Lehrer, Eltern, Vormünder uw. die ihnen anvertrauten Kinder von derrrtigem Unfug abhalten würden. Die öffentlichen 1 8 organe sollten dieser Angelegenheit ihre Aufmerksamfeit schenken. Die Postämter sind angewiesen, jeden Einzelfall umnachsichtlich zur An⸗ zeige zu bringen, damit die Bestrafung der Schuldigen in die Wege geleitet werden kann.

Alerlei Diebstähle. Am Samstag vor den Feiertagen abends gegen 6 Uhr wurde aus einer Wohmmg ein dunkelblaues Kleid mit schwarzen Tressen entwendet. Von 26. 28. März wurden aus einem 7 Vorgarten zwei Zwerhobstbirnbämnchen entwendet. In der Nacht

eingeschlzgen und aus der Auslage 2 Herren⸗Nickeluhren, 1 Medaillon als Elfenbein in Double gefaßt, in der Mitte ein kleiner roter Stein. ebenfalls in Doublé gefaßt, 1 Elfenbeinhalskette, ferner Teile einer weißen und schwarzen Holzperlenbette entwendet. Vor Ankauf wird 5 5 Sachdienliche Mitteilung ninumt die Kriminal⸗Abteilung egen. k. Leihgestern. Der Gemeinderat stimmte in seiner am 28. März einem Antrage unserer Partei auf pachsweise Ve eines Gemeindegrundstückes an Landlose zu. Da trotz zweimaliger Aufforderung zur Vergebung des Schul reinigens sich niemand dar⸗

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Wir kermen und bedauern deutschen wissenschaftlichen

Zeit und können es insbesondere mit einem Industriellen oder Kaufherrn mitempfinden, daß ihm in dieser eiteln Welt der klang⸗ volle vornehm⸗kurze Doktor⸗Titel gefallen mag, zumal unter den veränderten Staatsverhältnissen. wo dieKommerzienräte, die Geheimräte, dieErzellenzen usw. zum allmählschen Aussterben verurteilt sind, da dieseVerleihungen eines Charakters, wie man früher so bezeichnend sagte von den Eberten unserer Ta ge nicht mehr vollzogen werden, laut Weimacer Verfassung Artikel 109 zum besonderen Schmerze aller zu spät geborenen Charakterlosen.

Das alles betrachten wir also sozusagen als Milde rungs⸗ gründe. DennVerstehen heißt Verzeihen. Aber trotz alledem halten wir die Vergebung gerade des Doktortitels, der immer nur für wirklich wrrenschaftliche Leistungen zu erreichen war, als bloßen Dank oder gax ale Belohnung für materielle Leistungen für fatal und kerlich, Wir möchten wünschen daß die deutschen Hochschulen, ia alle in den letzten Notjahren solche Ehren⸗

urs reichen Gönnern in Masse gemacht haben, von der

Hoktoren aus unbedachtsamen Uebung weder zurückkämen. Wir

glauben übrigens untere Unipersitäät schon auf dem Wege der Um⸗

kehr und Besserung zu erblicken. Man konnte sich freuen, daß jüngst im Korell und Adelung auch geistige und seelische schaften(Mut und Festigkeit in bedrängter Lage Fer geknechteten Rheinlande vosobilolich geübt) durch akademische Auszeichnung ge⸗ würdigt wurden. DerEhrensenator, diese jüngste Er⸗ findung des Hochschuldankes für materielle Beihilse, dürfte viel⸗ leicht eine glückliche Lösung des ganzen Problems fein. Herr Senator ist doch auch ganz einschneichelnd für empfängliche Ohren. es klingt sohamburgisch So könnte der altehrwürdige Chara des nur auf geistige Leistung gegründetenDoktor glücklich noch gerettet werden.

Der Krümperwagen.

Welcher Zeitgenosse der verflossenen Militärherrlichkeit keumt ihn nicht? Amtlich und dieustlich war er so schön ein rangiert in die große Maschine des Milltarismus alsder zum Anfahren der Fourage und zu sonstigen Gernisondiensten benutzte. nicht etat⸗ mäßige Wagen, natürlich nebst den dazu gehörigen Krümper⸗ pferden. Dersonstige Garnisondienst überwog schließlich alle seine frühoren, eigentlichen Funktionen, und zum son stigen Garnisondienst gehörte natürlich in erster Linie billige Besördevung der Herren Ofsigzseve.

Der Krümperwagen scheint unsterblich. Es gibt dreierlet Fohrzeuge Jur Menschenbeförderung. Erstens und vor allem di Autos. Die sind selbstverständlich nur für die Hautevolee was sich heutzutache mit locker sigenden Zehntausenden dazu vechnen

dars. Dann die bürgorljche Elektrische, die aber niemand bensitzt. Zu Fuß⸗Lausen mit dem Reisegepäck im Kinderwägelchen

ist billiger und gesunder. Nur der Herr Reichs wehvoffizier laßt sich noch kutschseren eben inRr ements⸗ Krün evwagen Kite sam und erhaben weben seinem Köfferchen ki deezenc, der in Deufsch⸗ land nie aussterbende Jobaun auf dem Bock. 0

A 0 Vorneym und hills zugleich. Und die Steuerzahler? Ach, was!Nicht etatmäßßig.

schon gesprungene Scheibe eines Erkers

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