Ausgabe 
5.2.1923
 
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5 Teichnet für lie Vate

Zeichnungsliste liegt in der Gesch

bleibt der Uebung und der Gewohnheit überlassen. Selbstver⸗ ändliche Voraussetzung ist aber, daß wir jedesmal vor dem Bürsten Zähne mit dem Zeigefinger diesen mit Wasser und Seife gründ⸗ reinigen und dabei auch die Nagelreinigung nicht vergessen. Ist geschehen, dann ist der Zeigefinger mindestens so sauber wie Zahnbürste, und wir haben noch den Vorteil, daß wir mit dem ö Zeigefinger die hi bezw. die innere Fläche der

machung der heutigen Nummer kund.

mierung nicht stattfinden könne. Betracht

6 00 Sam

( bauptlehrer Mutz) sind vorhanden: und Jo

schiedenen Schandtaten

Aus fallende Züge. Der Personenzug 7.33 Uhr Gießen⸗Marburg Gießen 2.45 Uhr nachmittags fällt bis auf weiteres aus.

8. Queckborn. Für die Ruhrhilfe veranstaltete der hiesige i eine Ortssammlung, i

Lollar. In der Gemeinderatssitzung am 30. Jan. wurde die Erhöhung des Pflegegeldes von Ernst Günther auf monat⸗ lich 2000 Mark ab 1. 12, 22 festgesetzt. Die Vergütung des Kon⸗ trolleurs wird wie folgt geregelt: derselbe reicht vierteljährlich se ein über entgangenen Arbeitsverdienst, diese wird dem Gemeinde rat zur Genehmigung vorgelegt. Der Glöckner W. Schmidt erhält für das Rechnungsjahr eine Zulage von 2000 Mk., sowie die erforderlichen Geräte, wie Besen usw. nach Bedarf. Ueber

das Einschränken des Läutens wird in der nächsten Sitzung ver⸗

handelt. Dem Organisten wurden für 1922 Mk. 2000 nachbewilligt. Zu dem Tarif der Holzhauerlöhne wurden 60 Proz. Zuschlag be⸗ willigt. Das Wartegeld der Hebammen wird auf 2000 Mk. fest⸗ gesetzt. Eine Dienstbekleidung des Polizeidieners wird abgelehnt. Die Hundesteuer wird auf Mk. 1500 festgesetzt für einen Hund. In den Schulvorstand wurden gewählt: H. Rohrbach 8., Frd. Rohrbach, Ludw. Forbach und Ernst Kutscher. ch. f bereis Wetzlar. 1. Kinzenbach. In der Parteiversammlung am 27. Jamuar erstattete Genosse K. Bepler den Bericht von der Kreis⸗ und. Gemeindevertreter⸗Konferenz im Wetzlar. an den sich eine rege Diskussion anschloß. Das Elternbeiratsmitglied Genosse Brömer bemängelte daß von der Kreisleitung keine Elternbeiräte⸗ Konferengen stattfänden. Wenn schon verlangt würde, daß diese ihre Pflicht erfüllen. müsse ihnen auch erst das richtige Rüstzeug gegeben werden. Zur Holsäbeschaffung wurde die Antwort des Oberförsters bekannt gegeben. die dahin lautete. daß eine Ratio⸗ (Zuweisung eines bestimmten Quantums pro Haushalt) Er erklärte sich aber bereit, für die in kommenden drei waldarmen Gemeinden eine be⸗ somdere Versteigerung abzuhalten. Genosse Vepler und Otto Brömer erklärten sich bereit. eine Aussprache mit dem Oberförster herbeizuführen. Diese hat am Dienstag stabtgefunden wobei der Oberförster auf seinem bisherigen Standpunkt stehen geblieben ist. Zum Schluß ermahnte der Kassierer Leukel die Genossen, der Partei die Treue zu bewahren. Ein großer Wäschediebstahl wurde in der Nacht. auf

amstag hier ausgeführt. Bei drei Famflien hatten die Diebe Wache erbeutet deren Wert mehrere hunderttausend Mark

beträgt.

r. Atzbach. Monarchenbilder prangen noch immer in der hiesigen Volksschule. In dem Saale der Oberklasse ein Bild von Wilhelm II.

sef von Oesterreich, eins von Kaiser Friedrich, eins von Wilhelm I. der nach 1848 der Kartätschenpring hieß ferner. ein Krönungsbild mit demGroßen Kurfürst und Wilhelm II., eins von Hindenbusgg und verschiedene andere aus der Raubritter⸗ zeit., Bekanntlich ist eine Verfügung erlassen worden, wonach derartige Bilder aus Schulräumen entfernt werden sollen. Von dieser Verfügung sollte man rücksichtslos Gebrauch machen, denn der Jugend soll doch Kenntnis der republikanischen Ver⸗ fassung und Achtung vor dieser beigebracht werden, womit sich die Ausstellung von Dutzenden Monarchenbilder keineswegs verträgt. Es ist wahrlich an der Zeit daß dieser monarchistische Unfug auf⸗ Hört. Besser wäre es schon, wenn die Jugend fiber die ver⸗ umd Verbrechen der gekrönten Häupter umterrichtet und ihr wahrheitsgemäß dargestellt würde wie sie

die Völker quälten und ausbeuteten.

Kommunistischer Parteitag. Der übliche Krach.

Am Schlusse des ersten Verhandlungstages, nachdem Meyer (Zentrale) über die politische Lage referiert und Pieck(Zentrale) den organisatorischen Bericht erstattet hat, kam es zu einem Zu⸗ sammenstoß mit der Opposition. Schumacher Berlin oppo⸗ nierte gegen den Referenten, der die Anträge der Zentrale empfohlen, andere entgegenstehende Anträge aber nicht erwähnt habe. Es handelt sich um Anträge betreffs Umbildung der Zentrale. Die Berliner be⸗ antragten deshalb eine geschlossene Sitzung(also Verhandlung in der Dunkelkammer!) Böttcher(Zentrale) wies Schumachers Angriffe zurück. Ein Solinger Delegierter griff ebenfalls scharf die Untätig⸗ keit der Berliner Zentrale an. Die rheinischen Kommunisten führten einen erfolgreichen Kampf gegen die Einheitsfront, aber ebenso scharf müsse gegen Poincaré und das französische Verbrechen gekämpft wer⸗ den.(Zwischenrufe: Aufhören!) Stolzenberg⸗Essen verteidigte die Zentrale gegen die erhobenen Vorwürfe Die rechten und linken Ilügelmänmer der Partei seien es die die Aktivität der. lähmten. Die Linksgerichteten arbeiteten immer mit dem Schlagwort Aktion, wüßten aber niemals, wie sie sie durchführen sollten. (Große Unruhe bei den Berliner Vertretern.)Was uns fehlt, ist 8 an der Partei und am Proletariat.(Lebhafter Bei⸗

Die K. P. D., die von Rednern stets als die einzige Partei ge⸗ priesen wird, die einen Ausweg zeigen kann, dieden gärenden suchen⸗ den Massen gegenüber als geschlossene einheitliche Partei dastehe, ist, wie die Verhandlungen in Wahrheit so wenig geschlossen, daß sie ühre wirklichen Differenzen in der Dunkelkammer einer geschlossenen Tagung erledigen muß, sodaß auf dem öffentlichen Parteitag nur noch ein Nachklang der außerordentlich scharfen Gegensätze zum Aus⸗ drag kommt. Von den Sprechern der linken Opposition, insbesondere

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Fischer, wird immer wieder der Partei Mangel anAktivi⸗ tät vorgeworfen. Ste habe anläßlich des Rathenau⸗Mordes nicht den Generalstreik durchgesetzt. Sie habe es bei der Ruhrbesetzung zu keinerAktion gebracht, sie habe immer wieder mit den anderen Parteien, der S. P. D. und U. S. P.verhandelt, sie habe nach einerKoalition mit der S. P. D. geschielt. Die Partei treibe Schaukelpolitik und mache in Versöhnungsrummel. Der Sieg des Revistonismus in der K. P. D. stehe bevor. Arbeiterregierung und Zerschlagung der V. S. P. D. einem mehr als langatmigen Manifest des Parteitages wie⸗ berhel dieser die Forderung auf Bildung der proletarischen Einheits⸗ front und auf Bildung einer Arbeiterregierung alsRegierung aller Arbeiterparteten und Gewerkschaften. Aber wohl auch der zentrum⸗ lichen? deutschnationalen Christlichen? Danach scheinen die Kommu⸗ nisten, wenigstens die Richtung der Zentrale, sich schon soweit durch⸗ gemausert zu haben, daß sie von einer gemeimsamen Regierung auch mitSozialverrätern sprechen. Dafür spricht auch die Bemerkung Meyers in seinem politischen Referat, wo er polemisch gegen die

von Ruth

Linke ausführte:. 55 Wir verhandeln mit den übrigen Arbeiterorganisationen nicht nur, um sie zu entlarven, sondern auch um ge⸗

meinsame Kämpfe herbeizuführen. 5 5 5

Wie die Kommunisten in Wirklichleit sich die Arbeiterregierung denken eben als Benebelungsphrase das zeigt die Meldung, daß der Parteitag die Nachricht von dem Sturz der sächsischen Regierung mitstürmischem Beifall aufgenommen hat. Unter stürmischen Kundgebungen der Delegierten wurde die Forderung auf⸗ gestellt, ein Betriebsrätekongreß solle über die Bildung einer Ar⸗ beiterregierung entscheiden. Der Vorsitzende bemerkt dazu, das Er⸗ eignis gebe Veranlassungein Hoch auf die sächstsche Arbeiterschaft, auf die Revolution in Deutschland und auf die Weltrevolution aus⸗ zubringen. Die Delegiertenstimmten stüirmisch in das Hoch ein und sangen die Internationale. f In der Diskussion über den Bericht der Zentrale betont ein

Redner:

Die Aufgabe des Tages ist für die K. P. D. zunächst die Zer⸗ schlagung der S. P. D. Die S. P. D., die sich vor den Massen durch die Ruhrzustände z. B. wiederum als Wortsführerin des Nationalis⸗ mus entlarvt hat, die den Achtstundentag verraten und die in der Betriebsrätebewegung dem revolutionären Proletariat in den Rücken fällt, kann jetzt sehr gut von uns diskreditiert werden.

Diese beiden Aeußerungen des Parteitages beweisen zur Genüge, daß die Kommunistische Partei heute noch dasselbe ist, was sie früher war. Voller Konfusionen und Illusionen ist ihre ganze politische Einstellung immer nur noch auf den Generalstreik, den Ruth Fischer in jedem zweiten Satze forderte, auf dieAktion putschistisch einge⸗ stellt. Sie können ohne eine Aktion nicht leben. Da sie gegen die Bourgeoisie keine Aktion zustande bringen, so begnügen sie sich zunächst mit den Aktionen gegen die Sozialdemokratie. Den Sturz der sächsi⸗ schen Arbeiterregierung begrüßen sie wie das Bürgertum mit Jubel, trotzdem sie genau wissen, daß die Redensart von einem Betriebs⸗ rätekongreß, der jetzt eine Arbeiterregierung zu bilden habe, im besten Falle kindische Phantastereien und im schlimmeren Falle be⸗ wußte Provokationen sind.

Von Nah und Fern.

Frankfurt a. M., 2. Febr. Das Schäferstündchen. In der letzten Nacht stahl ein Mädchen einem Herrn während eines Schäferstündchens für etwa 3 Millionen Mark Bargeld. Der Be⸗ stohlene war schwer angetrunken und kann sich nicht des Ortes ent⸗ innen, wo ihm das Geld gestohlen wurde.

Frankfurt a. M., 2. Febr. Verbrecherjagd een. Die Be⸗ kämpfung der Diebe wird mit aller Schärfe und Rücksichtslosigkeit durchgeführt und zeitigt immer größere Erfolge. In der letzten Nacht faßte man drei Einbrecher auf frischer Tat ab. Umfassende Streifen durch die als Verbrecheraufenthalte bekannten Kneipen führten am Mittwoch abend zur Festnahme von 34 Personen, die steckbrieflich gesucht werden. Außerdem wurden in diesen Wirt⸗ schaften 74 Personen festgenommen, nach Aufnahme ihrer Per⸗ sonalien aber wieder entlassen. Mehrere dieserGestalten waren im Besitze bedeutender Geldmittel.

Frankfurt a. M., 2. Februar. Den Freund erschossen. In einem Studentenheim der Bessemerstraße wurde Donnerstag bend ein 18jähriger Student von einem Kommilitonen beim leicht⸗ fertigen Umgehen mit einem Revolver erschossen. 8

Mainz, 3. Februar. Immer neue Gewaltakte der Soldateska. Ein in Hechtsheim wohnender städtischer Be⸗ diensteter wurde gestern abend, als er sich auf dem Heimwege befand, von französischen Militärpersonen überfallen und so schwer verletzt, daß er im städtischen Krankenhause Aufnahme finden mußte. Wie wir erfahren, kam es gestern abend in einer Kasteller Wirtschaft durch den Leichtsinn eines französischen Soldaten zu einem Unglück. Ein Soldat der Besatzungsarmee ging in dem Lokal mit einem Re⸗ volver unvorsichtig um. Die Waffe entlud sich und der Schuß traf einen in der Wirtschaft befindlichen Arbeiter Koch in den Unterleib. Der zum Tod Verletzte wurde in das Mainzer Krankenhaus gebracht, wo er bald seinen schweren Verletzungen erlag.

Mainz, 3. Februar. Eisenbahnunglück. Die Franzosen versuchen in Rheinhessen Züge zu fahren. So soll ein Personenzug von Mainz nach Ludwigshafen einen Tag gebraucht haben. Ein weiteres Eisenbahnunglück wird aus Mettenheim(Strecke Mainz⸗Worms) berichtet. Dort soll ein von Franzosen gefahrener Personenzug den Prellbock überfahren haben. Es ist auch in diesem Falle nicht möglich, Einzelheiten zu erfahren..

Mainz, 2. Febr. Der Eisenbahnerstreik geht weiter. Heute vormittag wurden zwischen den streikenden Eisenbahnern und den französischen Behörden Verhandlungen auf Wiederaufnahme der Arbeit eingeleitet die ergebnislos im Laufe des Nachmittags abge⸗ brochen wurden. Der Streik im Direktionsbezirk geht also weiter.

Bluttat. g

In einer Wirtschaft zu Vockenhausen(Taunus) wurde ein Eppenhainer Einwohner durch einen Stich tödlich verletzt. Der Täter wurde darauf derart verprügelt, daß er schwer darinder liegt.

Der Nachtschnellzug Berlin Breslau entgleist.

Gestern früh 4,45 Uhr ist der D.⸗Zug 47 in Richtung Berlin im Bahnhof Gassen an der Einmündung der Strecke Kohlfurth⸗ Sommerfeld in die Strecke Sagan⸗Sommerfeld entgleist. Ein Wagen fiel um. Zwei Personen wurden getötet, mehrere Personen leicht verletzt. Sämtliche Hauptgleise des Bahnhofes Gassen sind gesperrt. Ein Hilfszug mit Hilfsgerät war von Sagan alsbald zur Stelle. Zwei Oberbeamte der Reichsbahndirektion Breslau haben sich sofort an die Unfallstelle begeben.. 1

Das Grubenunglü bei Beuthen.

Dadurch, daß man Totgeglaubte mit Hilse von Sauerstoff⸗ apparaten ins Leben zurückrufen konnte, hat sich die seither mit 116 angegebene Zahl verringert. Die Bergungsarbeiten werden ohne Unterbrechung fortgesetzt. Das Befinden der noch im Lazarett befindlichen 38 Mann kann als gut bezeichnet werden. Vermißt werden noch 29 Arbeiter. 10 Tote sind noch nicht identifiziert. Auch konnte noch ein jiugendlicher Arbeiter lebendig geborgen werden, sodaß die Hoffnung besteht, daß nicht alle der vermißten Arbeiter ums Leben

rländische Streikkasse f

aftsstelle der Oberhessischen Volkszeitung ar

der Todesopfer auf der Heinitz-Grube auf 112

gekommen und. N

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Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegn Schlichtungsausschuß der Provinz Sberhessen in Gießen.

Verhand vom 1. ruar. kurzes Zentralverbandes 8

Sinn e J Alleinmädchen ohne Kochen wird für den Mana a neben frefer Wohnuno und Verpflegung 2800 Mk. sest Ueber die übrigen Sätze sowie über etwaige Regeluma der sicherungsbeiträge und der Steuer haben die en zun innerhalb einer Woche unmittelbar miteinander zu verhande Der Antragsvertreter erkannte den Schiedsspruch am. Der frauenverein erhielt drei Tage Erklärungsfrist. 8 In der Antragssache des Verbandes der Be arbeiter gegen die Oberhessische Grubengesellschaft Lohn regelung für die Arbeiter der ritgrube Harbach gab Schlichtungsausschum dem Antrag statt. Der Schiedsspruch Für den Monat Januar 1923 wird der Gedingesatz des monats in derselben Weise wie bei den Betrieben in Bauxit A.⸗G. zusammengeschlossen sind, erhöht. Das Gezäh⸗ wird auf monatlich 300 Mk erhöht und allmonatlich ausbeze Die Lohnauszahlung erfolat in derselben Weise wie in der N einbarung der übrigen 1 7 vom 11 N 5 band der Bergarbeiter. Ob und inwie l esel nötia erweist, bleibt zunächst der! handlung ü ssen. Der Antragsvertreter kannte den Schiedsspruch an der Vertreter der Grubengesel lehnte ihn ab. 5 5 5 Flir einen minderleistungsfähigen Arbeiter des Och. 4. in Vadenrod setzte der Schlichtungs mäß§ 19 der vorläufigen Landarbeitsordnung die Barentloht für das Jahr 1922 fest. Die Streitteile erhielten eine Woche

e sich die Streitteile ohne

nue Vert 1 5 Sachen einigten handlung. 0

Verhandlung vom 2. Februar 1923. der

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gehilfen 19 000. Mk.(12 400.). wöchentlich 10 500. Mk.(6700.) Bad⸗Nauheim ist der Schiedsspruch auf Gru bindend. Die Gießener Innung erkannte ihn an. Der 3 verband erhielt 3 Tage Erklärungsfrist. In der Antragssache der Angestelltenverbände gegen Ar! geberverbande für Handel und Gewerbe in Gi wegen Regelung der Januarvergütungen der kaufmännischen gestellten erging folgender Schiedsspruch: 1. Als Jamuargeh der männlichen kaufmännischen Angestellten der Mitglieder Arbeitgeberverbandes für Handel und Gewerbe gelten die Geh sätze die zwischen den Angestelltenverbänden und dem Arbei verband für Lahngau und Oberhessen für den Januar 1929 gesetzt sind, abzüglich 5 Prozent. mindestens aber die Kleinhandels, wo diese näher als 5 Prozent an die Indust herankommen sollten. 2. Die Verheirateten und die alleinigen Ernährer erhalten 6000 Mk. Zulage: die alleinstehe Ledigen und die auswärtigen. die nicht bei ihren Angehö wohnen und essen können erhalten 3000 Mk. Zulage. 3, Es erwartet daß zum 15. Februar 50 Prozent des Januargeha Abschlag auf das Februargehalt gezahlt werden. 4. Als wandsentschädigung der Lehrlinge empftehlt der Schlichtun schuß folgende Monatssätze: 1. Lehrjahr 2100 Mk. im 2. 3800 Mk. und im 3. Lehrfabr 5000 Mk. 5. Die weiblichen stellten erhalten 90 Prozent der Gehaltssätze der männlichen gestellten. Die Antraasteller erkannten den Schiedsspruch Arbeitgeberverband erhielt 3 Tage Erklärungsfrist. In der Einspruchssache eines Arbeiters der Eisenwer! Hirzenhain wegen fristloser Entlassung hatte der Schlichn ausschuß das Verfahren gemäß§ 86 Absatz 2 des Betriebs 0 gesetzes zur Herbeiführung einer gerichtlichen Entscheidung über die Berechtigung der fristlosen Entlassung ausgesetzt. Nachdem 10 0 Gericht nur die Berechtigung der fristlosen Entlassung vernel hat und dieses Urteil rechtskräftig geworden ist, erklärte Schlichtungsausschuß gemäß 8 87 des Betriebsrätegesetzes d Eifenwerke Hirzenhain für verpflichtet, dem Arbeiter weiter beschästigen oder ihm 9000. Ml. Entschädigung zu zahlen.

Dollarstand Samstag mittag 12, Uhrz. 32000 Behördliche Bekanntmachungen Bekanntmachung.

Infolge Erhöhung des Stallpreises für Vollmilch von Mk. 250. auf Mk. 300. und der Milchver⸗ arbeitungsgebühren von Mk. 45. auf Mk. 55., so⸗ wie der gestiegenen sonstigen Unkosten tritt auf Grund der Verordnung über den Verkehr mit Milch vom 10. April 1921 gemäß Beschluß der städtischen Lebens⸗ mitteldeputation vom 2. Februar 1923 mit Wirkung 2 vom 3. Februar 1923 ein Kleinverkaufspreis von Mt. 400. für das Liter Vollmilch in Kraft. 5

Gießen, den 2. Februar 1923. Der Oberbürgermeister.(Lebensmittelamt.)

Bekanntmachung. 7255 Infolge der gestiegenen Unkosten im Bäckergewerde sind unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 18. August 1922 folgende Höchstpreise für auf Brot⸗ marken abzugebende Backwaren gemäß Beschluß der 5

städtischen Lebensmitteldeputation vom 2. Februnr 1923 mit Wirkung vom 5. Februar 1923 festgefetzt: 1 Brot Mk. 545. für 1900 Gram Brötchen 21. 85 N 0 Weizenbrotmehl 170. 500 4 Roggenbrotmeh 160. 500. 3

Beim Kauf von Mehl sind Tüten und Gefüße mit⸗ zubringen, andernfalls der Verkäufer für Stellen von Tüten einen Zuschlag von 5% für jedes Pfund be⸗ rechnen darf.

Die Brotmarlen Nummer 5 können noch bis ein schließlih Dienstag, den 6. Februar 1923 zum alten Preis von den Bäckereien beliefert werden.

Die Bäcker haben die eingegangenen Marken Mitt- woch, den 7. Februar 1923, vormittags an das Lebensmittelamt abzuliefern. a 1

Gießen, den 2. Februar 1923. 3

Der Oberbürgermeister(Lebens milttelamt)

J. V.: Dr. Seib.