Ausgabe 
4.6.1923
 
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daktion: giesen Bahubofstraße 25 Ferusprecher 2008.

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Expedition: Gießen Bahnhofstraße 23 Fernsprecher 2008.

3 Oberb. Volkszeitung int j i in Gi e e ank ben Pella ne des Bag der draudeunde dh. 1 dane bo Beilage beträgt monatlich 4400. Me. einschl. Brin 51 1 urchdie Post bezog. 4400. Mkfeinschl. Bestellgeld. Einzelnumm. 100. f

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Vergntwortlicher Redakteur: F. Vetters. Für den Inseratenteil verantwortlich: R. Strohwig. Verlag von Hermann Neumann& Cie. sämtlich in Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt G. m. b. H. Offenbach a. M.

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Nr. 124

N N 1

0 Gießen, Montag, den 4. Juni 1923

18. Jahrg ang

Wochenschau.

Das notwendige neue Angebot der deutschen Reichsregierung an die Alliierten zögert sich bedenklich hinaus. Aber das Präsidium des Reichs- derbandes der deutschen Industrie hat an den Reichskanzler ein Angebot gerichtet, wonach die Industrie zur Erledigung der deutschen Reparationsverpflichtungen inen Gesamtbetrag von 200 Millionen Goldmark jährlich hereitstellen will unter bestimmten Bedingungen politi⸗ cher und wirtschaftlicher Art. Sieht man sich dieseBe⸗ dingungen näher an, so darf man wirklich sagen: ein mperschämteres Attentat auf Republik und Ar beiterschaft ist schwer denkbar. DieseSachwert⸗ erfassung, wie sie die deutsche Schwerindustrie unter dem maßgebenden Einfluß von Stinnes versteht, läuft letzten Endes auf einen großkapitalistischen Profit un⸗ hörten Ausmaßes hinaus. In schwerster Not des Vater⸗ landes soll die Zwangslage der Deutschen, das feindliche usland abzufinden, zu einer märchenhaften Bereicherung der deutschen Großkapitalisten führen. Dieses Angebot tellt die Höhe schamloser Raffgier dar und be⸗ fundet ein derart mangelndes Pflichtgefühl gegenüber der Volksgemeinschaft, daß unser arbeitendes Volk diesen Patriotismus nie vergessen wird. Aufhebung der Rohlenbewirtschaftung und der Ausfuhr⸗ abgabe, die die Herren als Gegenleistung verlangen, würde alljährlich der Industrie weit mehr Millionen ein⸗ Durchlöcherung des Achtstundentags bezweckt, die ungeheueren Lasten auf die Arbeitnehmerschaft abzu⸗ pälgzen. Die Bewirtschaftung der Eisen bahnen nach privaten Grundsäßen, diese verschleierte Entsozialisierung, wagt man den Eisenbahnern anzubieten zu einer Zeit, wo sie im Rheinland und an der Ruhr unsäg⸗ liche Opfer für des Reiches Bestand bringen. Daß eine Umgestaltung der Steuergesetzgebung, an⸗ geblich im Interesse der Hebung der Steuermoral, in Wirk⸗ lichkeit zu weiterer Entlastung des Besitzes, in dem Bukett dieser oberpatriotischen Forderungen nicht fehlen darf, ver⸗ steht sich schließlich von selbst. 5 Diieser Frechheit und dieser Habsucht gegenüber kann es nur einen Standpunkt und eine Forderung geben. Es darf nicht mehr interessicren, was die Industriellen geben oder

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garantieren wollen, sondern was sie leisten müssen. Ihr unverfrorenes Schreiben beweist, daß sie nicht berufen find, an der Politik mitzuwirken, sondern daß ihnen endlich zwangsweise die Pflichten auferlegt werden müssen, ohne deren Erfüllung das deutsche Volk vom Sturz in den Abgrund nicht mehr gerettet werden kann. ein wirklichesGarantieangebot, der be. sitzenden Klassen, also neben der Industrie auch der Land⸗ wirtschaft und des Handels. glänzendes Geschäft für die Anbieter werden, sondern muß für sie eine wirkliche Leistung sein, die freilich die Substanz des geheiligten Privatvermögens angreift und mindert, also ein Opfer im wirklichen Sinne des Wortes, das gern zu er der besitzende Patriot für seine Ehrenpflicht anzu⸗ sehen hätte. 5 5 * neue So zialistische Arbeiter⸗Inter⸗ nationale, die ihren Sitz in London haben wird, da N sie ihre Hoffnung insbesondere auf den gesunden Verstand der englischen Labour Party(Arbeiterpartei) setzt, will U gegen die europäische Reaktion an das Gewissen der Welt appellieren. Daß die französische Sozialdemokratie die Politik Poincarés, namentlich die Ruhrbesetzung bekänpft, ist bekannt. Leider hat aber erden wiederum der nationalistische Block in der französischen Kammer eben dieser Gewaltpolitik ein überwiegendes Ver⸗ trauensvotum erteilt, ohne daß sich die französischen Radikal⸗ sozkalisten(Demokraten) ausgeschlossen haben, die doch ebenso wie die wirklichen Sozialisten an sich das Ruhr⸗

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27 O 7 1 abenteuer verurteilen und für verfehlt halten. Anme een 2 ging aus den Gesamtverhandlungen des französischen Parla

ments hervor, daß die Pläne, das Ruhrpfand durch Selbst⸗

el q ö 8 tert an⸗ ausbeutung nutzbar zu machen, allgemein als gescheitert,

2 gesehen 5 Belgien hat inzwischen zu der öffentlichen 5 Eulen gedrängt, daß die Ruhr nur als Garantie- 77 nd für die Zahlung der Reparation gelten

1 1

5 i int zu ver⸗ ö i uhewelle in Westfalen scheint z

2* er brach der Stützungsaktion der Mark,

5

erung und die Verschleppung der Lohn . een Ursachen. Der Einfluß der wüsten istischen Agitation war dabei nicht zu verkennen. die französische Besatzung waren die in Frag enden Städte systematisch von der Schutzpolizei 5 Ueberhaupt, ein großer Aufruhr wäre gerade das, ranzosen wünschen: allgemeiner Wirrwarr!

überreicht werden.

bringen, als sie zur Verfügung stellen will. Die beabsichtigte

darf nun und nimmer ein

Immer langsam voran.

Die neue Note der Reichsregierung au die alliierten Mächte wird bestimmt nicht vor Mitte der kommenden Woche f Insofern ist ein Fortschritt der bis⸗ herigen Beratungen zu verzeichnen, als sich die Mehrheit, der Kabinettsmitglieder jetzt endlich dazu durchgerungen hat, eine feste Summe im Gegenwartswert anzubieten. Noch ungelöst ist die Garantiefrage. Hier spielt immer noch die Absicht, eine neue Vermögenssteuer im gemeinen Wert durch⸗ zuführen, eine gewisse Rolle.

Die Gewerkschasten und dasAngebot der Industrie

Sämtliche Freien und Hirsch⸗Dunckerschen Spitzengewerkschaften haben dem Reichskanzler aus Anlaß desAngebots der Industrie am Freitag folgendes Schreiben überreicht:

Der Reichsverband der deutschen Industrie hit, datiert vom 25. Mai 1923, der Reichsregierung ein Schreiben übermittelt, in dem er erklärt, in welchem Umfange und in welcher Form er die Heran⸗ ziehung der industriellen Wirtschaft als Garantie für den Anleihe⸗ dienst möglich und angängig erachtet. Die unterzeichneten Gewerk⸗ schaften sind nicht zu einer Aeußerung aufgefordert worden. Da es sich jedoch um eine Frage allergrößter Bedeutung sowohl für das Reich wie auch für die deutsche Arbeitnehmerschaft handelt, besonders auch für den gewerkschaftlichen Abwehrkampf an der Ruhr, sehen sich die unterzeichneten Gewerkschaften veranlaßt, Ihnen, Herr Reichs⸗ kanzler, ihre Meinung zu unterbreiten..

Wir erkennen an, daß die Stellungnahme der Industrie endlich

die grundsätzliche Zustimmung zum Gedanken der Sachwert⸗

erfassung 5

bringt. Diese Zustimmung wird

aber nahezu wirkungslos durch die gußenpolitischen und innerpolitischen Voraussetzungen, die die Industrie daran knüpft. Auf die außenpolitischen Voraussetzungen versagen wir uns aus naheliegenden Gründen gegenwärtig einzu⸗ gehen. Die innerpolitischen Voraussetzungen scheinen uns das Ver⸗ hältnis der Wirtschaft zum Staat völlig zu verkehren. Die Industrie versucht hier mit dem Staate als unabhängige Macht zu verhandeln und stellt Forderungen, wo es sich darum handelt die Bürgerpflichten gegen den Staat zu erfüllen. Die Haltung der Industrie läßt den Schluß zu, daß sie das Gesamtproblem der Reparation über den Staat hinweg von Industrie zu Industrie lösen will.

Die Staatsautorität müßte unerträglich geschwächt werden, wenn die Reichsregierung sich auf die Bedingungen des Reichsver⸗ bandes einließe.

Die 8 Sachwerterfassung kann nur auf dem Wege der gesetzlichen Regelung verwirklicht werden. Die Beschreitung dieses Weges wird die uneingeschränkte 1 5 der gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmerschaft

inden.

Die Forderung der grundsätzlichen Fernhaltung des Staates von der privaten Gütererzeugung und Verteilung würde Zustände wieder⸗ bringen, wie sie vor 80 Jahren in der Wirtschaft heyrschten. Das heißt, es würde lediglich Profitstreben der Antriebsmoto der Wirt⸗ schaft sein und gemeinwirtschaftliches Denken vollständig werden.

Es ist für uns unmöglich, über die Preisgabe des Achtstunden⸗

tages, Aufhebung aller Entlassungsbeschränkungen und anderen

in dieser Richtung erhobenen Forderungen des Reichsverbandes 9 zu verhandeln.

Das Verlangen, die Reichs⸗ und Staatsbetriebe auf die Höhe der vollen Leistungsfähigkeit zu bringen, ist eine alte Forderung der Ge⸗ werkschaften und wird daher von uns unterstützt. Es darf aber kein Zweifel daran bestehen, daß für die unterzeichneten Spitzenverbände eine Privatisierung dieser Betriebe ausgeschlossen ist.

Aus diesem Verlangen der Industrie ergibt sich schließlich ihr Verzicht auf die bisherige Forderung, daß namentlich Reichsbahn und Post unter Außerachtlassfung ihrer eigenen Rentabilität die Interessen der Privatwirtschaft berücksichtigen müssen. Auch das stellen wir fest.

Selbst bei Verwirklichung jenes Verlangens der Industrie, dürfte die Erzielung der von ihr angenommenen Erträgnisse der Reichs⸗ und Staatsbetriebe für absehbare Zeit nicht möglich sein. Zudem geht dieser Ueberschätzung der Leistungsfähigkeit der Reichs⸗ und Staatsbetriebe als Hilfsbetriebe der Wirtschaft eine auffallende Unter⸗ dane der Leistungsfähigkeit der gesamten deutschen Wirtschaft parallel. 0 Das Schreiben der Industrie läßt erkennen, daß sie den Blick vornehmlich auf die Schonung der Privatwirtschaft und des Privat⸗ vermögens richtet und daß sie unberücksichtigt läßt, daß die Erhaltung dieses Besitzes von der Erhaltung des Staates und seiner Wirtschaft

abhängt. Nur so erklärt sich die Haltung der Industrie, die den 1 1 0 erweckt, als ob sie dem Reiche Bedingungen auferlegen önnte.

Eine Herausforderung aber ist das Verlangen, daßRegierung und Volk sich zu derartigen 5 sowie zu derensofortigen Verwirklichung bekennen ollen.. Wit vermissen in dem Schreiben des Reichsverbandes den Willen zu ausreichender Steuerleistung.

Er wäre umso nötiger als die Arbeitnehmerschaft es nicht verstehen kann, daß sie bei der Besteuerung mit dem vollen Geldwerte erfaßt wird, während Industrie, Handel und Landwirtschaft infolge der Geldentwertung nach wie vor nur geringe Bruchteile der vom Gesetz⸗ geber beabsichtigten Steuerleistung aufbringen. Wir empfinden es als unerträglich, daß die Industrie ihre wirtschaftliche Macht durch Stellung von Bedingungen bei Erfüllung von Staatsnotwendigkeiten

auszunutzen sucht. Die Volkskreise, die binter den von den unter⸗

0

Cuno will eine feste Summe anbieten.

zeichneten Spitzenverbänden vertretenen Gewerkschaften stehen, er⸗

ertötet

klären mit aller Deutlichkeit, daß sie von Regierung und Reichstag eine Verteilung der Reparationslasten erwarten, die vor allem die 17 5 fundierten und unfundierten Vermögen zur Deckung heran zieht.

gewerkschaften im einzelnen ihre Stellungnahme zu demAngebot der Industrie erörtern. Zunächst bezeichnen es die Gewerkschaften als geradezu unverständlich, wenn die Wirtschaft die Einnahmen aus den Staatsbetrieben einen ungeheuren Betrag zur Abgeltung der Re⸗

wird. Sodann wird darauf verwiesen, daß die grundsätzliche Fern⸗ haltung des Staates von der privaten Gütererzeugung und Verteilung unmöglich und eine sofortige Aufhebung der Demobilmachungsvor⸗ schriften für die gesamte deutsche Wirtschaft unerträglich ist. Im Zusammenhang wird über die Forderungen der Industrie gesagt:

Die Voraussetzungen besagen nichts anderes als: staatlicher Zwang auf die Arbeitnehmer zur vollen Einsetzung der Arbeitskraft für quantitative und qualitative Hebung der Produktion durch ge⸗ setzliche Verpflichtung zu mehr als achtstündiger Tagesarbeit, unter⸗

arbeit und Hunger die Verzinsung der dem Ausland geschuldeten

Milliarden aufzubringen hätten. Mit dem Versuch der Durchführung

einer solchen Forderung müßten unabsehbare soziale und wirtschaft⸗

liche Kämpfe entbrenne.n 0 N 5

Denn die Gewerkschaften könnten eine solche Entrechtung der Arbeitnehmer niemals dulden! ö

wie auch aus außenpolitischen Gründen! Auch das Ausland kann

den Weltmarkt wirft. a Die deutschen Arbeiter müssen wieder zu einer Lebenshaltung

dustrieländern Europas entspricht. Nicht nur auf dem Valutadum⸗ ping, sondern auch auf diesem gesunkenen Lebensstandard der deut⸗

gewinne der deutschen Industrie. Die Arbeitnehmer sind nicht gewillt, durch Beseitigung des Acht⸗ stundentages und noch weitere Herabdrückung ihrer Lebenslage die Reparationslasten zu tragen. Sie haben den Achtstundentag, ihn werden sie sich zu erhalten wissen.

Zusammenfassend erklären wir, daß in dem Schreiben des Reichs⸗ verbandes die Grundlage für die Lösung des Gesamtproblems der Reparation nicht gegeben ist. 1

wirken, betrachten die unterzeichneten Gewerkschaften auch weiterhin als ihre Aufgabe. 1

Eine vernichtende Kritik.

Ein Teil der christlichen A' beiterschast, insbesondere die Freunde des Herrn Stegerwald, haben dasAngebot der Indu⸗ strie, wenn auch mit einigen Vorbehalten, o 0 mit einer bewundernswerten Genugtuung aufgenommen. Aber es gibt auch christliche Gewerkschaftler, die sich die eigene Kritik be⸗ wahrt haben und von denVoraussetzungen der Industrie weni⸗ ger entzückt sind. Das Urteil dieser Leute ist für den Reichsver⸗ band der Industrie und seine Anhänger vernichtend. Sie er⸗ blicken in denVoraussetzungen für die Garantieleistung eine freche Herausforderung der Arbeiterschaft. 3 Rheinischen Volkswacht, dem offiziellen Organ der Kölner Zen⸗ trumspartei, der Gauleiter Vorholz über die Denkschrift des Reichsverbandes der deutschen Industrie u. a.: 0

... Wenn sogar Arbeitgeberverbände und deren

0

wie die Arbeitnehmer in ihren Rechten geschmälert werden können, wie dem heiligen Geldsacksegoismus der Unternehmer auf Kosten der Arbeitnehmer gedient wird, dann müssen eben Zwangsmittel angewendet werden; denn das Treiben ist staatsgefährlich. Wir lassen uns den in unseren Tagen der Not so bitter nötigen Ge⸗ danken wahrer opferbereiter Volksgemeinschaft durch scharf⸗ macherische Syndizi und sonstige Macher im Unternehmerlager nicht zerschlagen! Dann wird Volksgemeinschaft eben ohne die gemacht, die dafür kein Verständnis, keine innere Neigung haben und demzufolge auch keine Opferbereitschaft kennen. 0

Diese Kampfanfage eines christlichen Gewerkschaftsführers wird von dem Kölner Zentrumsblatt durch einen Kommentar stark unterstrichen. In einer Form, die nichts zu wünschen übrig läßt, wird den Herren der Wirtschaft gesagt, wie groß ihrMangel an soztaler und humaner Gesinnung ist und daß solche unsoziale Gesinnung und Handlungsweiseschlimmster Klassenkampf von oben ist. Es scheine, daß man in Arbeitgeberkreisen auf Macht⸗ proben lossteuere, aber man dürfe sich nicht täuschen:Die Ar⸗

lager auf diese eventuell notwendige Auseinandersetzung lange ge- faßt... Man wird sie entschlossen finden, um die guten staaks- bürgerlichen, um die guten gesetzlich festgelegten sozialen Rechte, um die einfachsten Rechte auf menschenwürdige Existenz, fern von neuer Lohnsklaverei, mit dem ganzen Einsatz ihrer organisatori⸗ schen und moralischen Kräfte zu ringen, bis der Sieg erkämpft ist.

Wenn trotz dieser Empörung das Organ des Herrn Steger⸗ wald, Der Deutsche, sich mmer noch als Verteidiger der Industrie aufspielt, dann handelt es gegen die Ueberzeugung eines wesent⸗ lichen Teiles der christlichen Gewerkschaftsbewegung.

eitung

Organ für die Interessen des werktätigen Volkes nn der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

Diesem Schreiben ist eine Anlage begefügt, in der die Spitzen⸗

parationslasten aufbringen sollen, während die Leistungsfähigkeit den ganzen deutschen Wirtschaft auf höchstens 500 Goldmillionen geschätzt

stützt durch unbeschränktes Entlassungsrecht der Arbeitgeber. Es be⸗ deutet ferner die Abwälzung des dem Besitz aufzuerlegenden Teiles der Reparationslasten auf die Arbeitnehmer, die dann durch Mehr⸗

Die Lebenshaltung der arbeitenden Schichten ist schon heute um ein ganz Veträchtliches unter den früheren Lebensstandard gesunken und bewegt sich mit wenigen Ausnahmen an der Grenze der nackten 0 Existenzfristung. Dieser Zustand ist untragbar aus innerpolitischen,

es auf die Dauer nicht ertragen, daß im Herzen Europas ein 60 Mul- lionenvolk mit einer so tief stehenden Lebenshaltung seine Waren auf g

gelangen, die mindestens dem durchschnittlichen Stande in den In⸗

schen Arbeiter beruhten größtenteils in der Nachkriegszeit die Export⸗

An einer gesunden Lösung des Reparationsproblems mitzu⸗

doch im allgemeinen

So schreibt z. B. in der

Syndizi ihre Hauptaufgabe darin sehen, immer auf neue Wege zu sinnen,

beiter⸗ und Angestelltenschaft ist auch im christlichen Gewerkschafts⸗