Ausgabe 
4.4.1923
 
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Ich beschränke mich diefes Mal nicht darauf, Ihnen ner[o bamals als Geiseln den Präsidenten des Landgerichtes, den Dtrek⸗ e 1 e 2 eue 5 Direktoren von Privatbanken

Eigenschaft als verantwortlicher Leiter des Regierungsbezirks Düssel⸗ dorf den denkbar schärssten Protest wegen der Bluttat zu übermitteln, sondern spreche Ihnen diesmal als Worthalter der Ermordeten, der Schwer⸗ und Leichtverletzten und zukünftigen Krüppel, der Witwen und Waisen, Frauen und Kinder, meinen tiefsten Abscheu über das Wüten Ihrer Ihnen unterstellten Soldateska besonder⸗ laut und öffentlich aus. Ich bin überzeugt daß mein Urteil die Billigung aller Völker finden wird.

Sie, Herr General, und die französische Regierung, haben durch die Agence Havas die Meldung verbreiten lassen, daß Ihre Truppen durch die Gewalttaten der Kruppschen Arbeiter zu ihrem mörderischen Vorgehen veranlaßt wurden. Schon jetzt weise ich diese vom franzö⸗ sischen Standpunkt aus wohl verständliche Fälschung des Geschehnisses zund der Geschichte entschieden zurück. Wenn Kruppsche Arbeiter sich

an dem Versuche, sie ihrer Produklionsmittel zu berauben, durch Massenausammlung mitten aus den Werkstätten heraus und durch Worte berechtigter Entrüstung zu erwehren suchten, wenn sie es fertig bringen, diszipliniert, wie sie es als qualifizierte Arbeiter des deut⸗ schen Ruhrgebietes find, durch ihren Betriebsrat der Truppe ihren ungefährdeten Rückzug und Abmarsch zu sichern, so entfällt dabei auch ber leiseste Vorwand für die Truppe und ihre Führer für das Massen⸗ a n, das sie begangen haben. Als geradezu kläglich muß ich das Beginnen bezeichnen, die Direktoren der A. G. vorm. Fr. Kriwp 65 die Ansammlung der Arbeiter verantwortlich zu machen. Ich hoffe von Ihnen, Herr General, unter ansdrücklicher Betonung, daß der Essener Massenmord das gesamte besetzte Gebiet, besonders den Ruhrbezirk, zur Siedehitze erregt hat, daß Sie unverzüglich alle Maß⸗ nahmen ergreifen die wenigstens Ihre Absicht erkennen lassen, daß Sie sich nicht mit jenem Mafsenmord identifizieren. Das schwere Un⸗ recht wird auch die strengste Sühne nicht unge sche hen machen.

Zum Schluß seien Sie versichert, Herr General, daß ich die care Sprache dseses Schreibens nicht spreche, weil ich zur Zeit im

4 2 Deutschland weile, ich erkläre mich ausdrücklich bereit, für das selbe vor jedem französischen Kriegsgericht mit meiner Person Einzustehen, sofern man mir für dieses in vollem Umfange die Er⸗ bringung des Wahrheitsbeweises für meine Behauptungen zusüahert. Wenn Sie und die französische Regierung dies nicht zu fürchten brauchen, dann mählen Sie diesen Weg!

uch die Stadt Essen hat feierlichen Protest französischen Gewalthabern eingelegt. bereitet eine Protestnote vor.

Ausdehnung der Vesetzung von Mannheim. Franzosen bei Benz und in der Neckarvorstadt. Auf die Nachricht, daß die Verkehrshindernisse im Nhein⸗Herne⸗Kanal wieder beseitigt seien, wurde in den Zeitungen betont, daß nun auch jeder Grund zur Besetzung der Mannheimer und Karlsruher Hafenanlagen und der Eisenbahnwerkstätten Darmstadt in Wegfall gekommen sei. Sozusagen zum Hohn für diese Schlußfolgerung haben die Franzosen am Samstag die Umklammerung Mannheims ausgedehnt. In einer Stärke von 2 Kompagnien marschierte eine Truppenabteilung über den Parkring, Luisenring und die Friedrichsbrücke nach der Neckarvorstadt, wo der Bahnhof Neckar⸗Vorstadt, der sog. hessische Bahnhof, und das alte Werk von Benz besetzt wurde. Da die Arbeiterschaft es ablehnte, sich der französischen Kontrolle zu unterstellen, ist die Arbeit eingestellt worden. Die Franzosen haben natürlich eine neue Ausrede für die neue Gewalttat. Sie gehen vor, in den Benzwerken würden Dieselmotoren im Widerspruch zu den Bestim⸗ mungen des Friedensvertrages hergestellt. Die Werkleitung und der Betriebsrat haben erklärt, daß seit Kriegsende solche Motoren in dem Werke nicht mehr erzeugt worden sind.

Osterüberfall auf eine Grube. Die Franzosen besetzten am 2. Ostertag die Schachtanlage zergmannsglück bei Buer. Hier werden mehr als 5500 Arbeiter schäftigt. Da die Arbeit während der Feiertage auf der Zeche ruhte, war der Einbruch leicht zu bewerkstelligen. Die Arbeiter⸗ schaft wird jedenfalls am Dienstag die sonst üblichen Schichten

bei den Die Reichsregierung

en. 9 Freilassung von Geiseln.

Am Samstag vormittag sind die in Essen vor brei Wochen als Geiseln sestgenommenen Bilrger freigelassen worden. Als damals im Heizraum des Hauptbahnhofes nächtlicherweile ein französischer dle Schmidt von der Straße aus erschossen wurde, behaupte⸗ ten die Franzosen, es läge ein politischer Mord vor. Sie nahmen

Der Deserteur.

Roman von Robert Buchanan.

In der Nacht ereignete sich etwas so Merkwürdiges, daß die Abergläubischen in Kromlaix jahrelang davon sprachen. Einige Fischer kamen spüt am Abend vom Hummerfang zurück und do es ziemlich windstill war, ließen sie die Boote unter dem Schatten der mächtigen Klippen, dahingleiten. Gerade als sie am Tore des Heiligen Gildas vorbeisegelten, wurden ihre Augen von einem hellen Schein, der aus der Kathedrale drang, geblendet. Wie wir bereits erwähnt haben, hielt man diese für verzaubert und kein Kromlaixer hätte es gewagt, um diese Stunde den vermeintlich von Geistern und Gespenstern heimgesuchten Ort zu betreten. Es war die Zeit der Hochflut und die Kathedrale schien mit flüssigem Malachit gepflastert zu sein.

Die Fischer richteten ihre Blicke erstaunt durchs Tor, stießen aber gleichzeitig einen Schreckensruf aus, bekreuzigten sich und beteten laut das Vaterunser, denn die riesige Kathe⸗ brale war plötzlich hell erleuchtet und hoch oben auf dem moosbedeckten Altar stand eine, eine brennende Fackel schwingende Riesengestalt. Alle Fischer, welche die seltsame Erscheinung gesehen hotten, waren, als sie später ihre Ein- drücke austauschten, darüber einig daß es der heilige Gildas gewesen sei.

Die Vision war nur einen Augenblick sichtbar gewesen, aber ehe sie verschwand, sahen die braven Fischer eine ent setzliche Erscheinung. Zu den Füßen des Heiligen kauerte eine dunkle Gestalt, von der nur der Kopf deutlich erkennbar war und dieesn zierten gräßliche Hörner und ein Paar aus den Höhlen hervortretende Augen. die entsetzt zu dem heiligen Gildas emporblickten. Ehe sich's die Fischer recht versahen, war die Kathedrale wieder in tiefes Dunkel gehüllt. Laut⸗ lose Stille derrschte ringsum, selbst das Meer schien den Atem anzuhalten. Ihrer Sinne kaum machlig und vor Angst zitternd, rudetten die Fischer in wahnsinniger Hast aus dem Bereiche des furchtbaren Spukes. Sie hatten genug gesehen: nicht nur den gefürchteten Heiligen, sondern

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fest. Am Vorabend deutscher Vorschläge? Der Berliner Berichterstatter der Daily Mail kündigt an, daß der deutsche Außenminister Rosenberg unmittelbar nach Ostern bestimmte deutsche Vorschläge, die an die Ge samtheit der Entente gerichtet sind, bekanntgeben wird.

Eine böse Ungeschicklichkeit Cunos.

Der französische Ministerpräsident hat in der letzten Kammersitzung eine Erklärung abgegeben, in der er aus- drücklich darauf hinwies, daß Frankreich die in Besitz ge⸗ nommenen Pfänder, d. h. das Ruhrgebiet, nur im Verhält⸗ nis zu den erlangten Zahlungen räumen wird. Diese Er⸗ klärung Poincarés, die an sich mit dem übereinstimmt, was er bereits früher wiederholt und zuletzt in der Finanz⸗ kommission der Kammer zum Besten gegeben hat, veranlaßt die Reichsregierung abermals zu einer offiziellen Entgeg⸗ nung, in der es u. a. heißt:

Herr Poincaré wiederholt damit nur den Inhalt des Brüsseler Kommuniqués, zu dem der Reichskanzler in seiner Münchener Rede Stellung genommen hat. Der Reichskanzler sagte damals: Jede Diskusston über die Beendigung des gegenwärtigen Konflikts muß von der vorbehaltlosen Räumung des Einbruchsgebietes ausgehen. Solange das Regime der Gewalt und der Rechtlosigkeit nicht end gültig aufgegeben ist, kann ich auch in dem Brüsseler Kommuniqus nicht irgendwie einen Fortschritt erblicken. Es liegt kein Anlaß vor, die Lage nach der Poincars'schen Rede anders zu beurteilen, und es folgt daraus, daß die deutsche Regierung die bewährte Poli⸗ tik der Abwehr unverändert fortführt. 5

Diese auf außenpolitische Wirkung eingestellte, in Wirk. lichkeit aber aus innerpolitischen Gründen verfaßte offizielle Entgegnung verwischt die in den letzten Tagen geschaffene Klarheit und muß im Auslande eine Verwirrung herygr⸗ rufen, die Deutschland schwer schaden kann. Gerade der jetzt von der Reichsregierung hervorgehobene Satz der Münchener Kanzlerrede gab zu dem letzten Zusammentritt des Aus- wärtigen Ausschusses Anlaß, um die notwendige Klarheit über die deutsche Außenpolitik zu schaffen. Damals wurde die Münchener Formel des Reichskanzlers durch eine der Oeffentlichkeit übergebene Erklärung des Auswärtigen Ausschusses dahin erläutert, daß der passive Widerstand fort gesetzt werden muß mit dem Ziel,hierdurch und durch internationale Abmachungen die Befreiung des Ruhr- gebietes von der heutigen unrechtmäßigen Invasion herbei zuführen. Eine weitere Klärung fand die Situation durch die Rede des englischen Unterstaatssekretärs Me. Neill, die die Regierung ebenfalls zu einer offiziellen Erklärung ver⸗ anlaßte und in der festgestellt wurde. daß bisher noch in keinem Falle von maßgebenden Persönlichkeiten an Verhand⸗ lungen die Bedingung der vorherigen Räumung des Ruhr · gebietes geknüpft wurde. Durch die jetzt neuerdings ver⸗ öffentlichte unklare Auslassung der Reichsregierung wird der im Ausland auf Grund der letzten Erklarung gegenüber der Rede Me. Neills geschaffene gute Eindruck in das Gegen · teil verwandelt, trotzdem sicher ist, daß die Mehrheit des Reichstags nach wie vor nicht daran denkt, an irgendeine Verhandlungsmöglichkeit die vorherige Räumung des Ruhr⸗ gebiets als Bedingung zu knüpfen.

Die letzte Entgegnung ist weniger als Antwort auf die Rede Poincarés zu betrachten, sondern von Herrn Helfferich souffliert und von Cuno zur Beruhigung der nationalisti⸗ schen Meute der Oeffentlichkeit übergeben worden. Der deutschnational e Privatsekretär des jetzigen Reichs kanzlers wird hierbei sicherlich wieder gute Dienste geleistet haben. Wir müssen jetzt mit aller Entschiedenheit verlangen, daß mit dieser papierenen Konzessionspolitik im Innern, die Deutschlands Interessen im Ausland schwer schädigt, endlich Schluß gemacht wird. Wie lange läßt sich der Reichstag, die parlamentarische Vertretung des deutschen Volkes, dieses Durcheinander noch länger gefallen?

scheinlich wegen seiner an der Menschheit verübten Schand⸗ taten von dem Heiligen gezwungen wurde, Buße zu tun. Neunzehntes Kapitel.

Mikel Grallon macht eine Entdeckung.

Am nächsten Tage sprach ganz Kromlaix von der wunder⸗ baren Erscheinung in der Kathedrale des heiligen Gildas. Niemand bezweifelte auch nur einen Augenblick die Glaub⸗ würdigkeit der Augenzeugen und jedermann war gerne bereit, an übernatürliche Dinge zu glauben, die die aber⸗ gläubischste Phantasie befriedigen mußten. Die Erscheinung des Heiligen hatten Leute schon zu verschiedentlichen Malen gesehen, aber selbst die ältesten Dorfbewohner vermochten sich nicht zu erinnern, je davon gehört zu haben, daß er in Gesellschaft desGehörnten gesehen worden wäre. Erfolg ermutigt bekanntlich selbst die schüchternsten Geschichten⸗ erzähler was Wunder, wenn die Augenzeugen ihrer aber⸗ gläubischen Einbildungskraft freien Lauf ließen:Der Teufel hatte zwei riesige Augen so groß und so leuchtend wie eine Bootslampe, erzählte ein greiser Fischer,und er blickte zu dem Heiligen empor. Jeder Sterbliche wäre unter diesen Flammenblicken zerschmolzen. der Heilige aber hob die Fackel hoch empor und zwang den Teufel, das christliche Glaubensbekenntnis abzulegen.

Woher weißt Du das, Vater Eoran? Hast Du es ge- hört? fragte einer aus der Menge.

Frag doch Penmarch, frag' Gwesklen, frag' den alten Christian! Ich für meine Person bin überzeugt, daßMeister Robert die Litanei hersagte. Eines ist sicher hier stand der gesegnete Heilige und dort kniete derSchwarze und jedermann weiß, daß das die Buße ist. die der Heilige ihm auferlegt, so oft er ihn auf geweihten Boden erwischt.

Hielt er wirklich eine brennende Fackel in der Hand? fragte Mikel Grallon mit ungläubiger Miene. 2 Ja, sie leuchtete hell wie ein Komet und blendete uns alle mit ihrem Schein.

Hast Du den Heiligen auch deutlich gesehen k Mikel Grallon, glaubst Du denn, daß ich blind dine Da stand er, Du hättest gemeint, daß es ein Engel vom

zu seinen Füßen auch noch die Umrisse des Bösen, der wahr⸗

in London eine Massenkundgebung.

Politische Uebersicht. Sozialistische Berbrüderung. Am Sonntag veranstaltete die englische Arbeiter Von deutscher Seite war Crispien/ von französischer Seite Longuet erschienen Als beide Hand in Hand mit Macdonald die Tribüne be stiegen, wurden sie mit lebhaftem Beifall begrüßt. Mar donald, der bekanntlich am letzten Donnerstag eine Unter redung mit Poincaré führte, teilte anläßlich der Kund gebung mit, daß die sozialistischen Konferenzen in Be und Pariszu Schritten führen würden, die den An 8 zur Beilegung des Ruhrkonfliktes bedeuten, zu Schritte f die die Regierungen aus eigener Initiative nie unter

.

ö nommen hätten. Longuet betonte. daß die f. Arbeiterschaft die Ruhraktion ihrer Regierung ebenso v urteilt, wie die englische Arbeiterklasse. 9

Revolution in Rumänien?

Sonntag wurden in Paris und auch in London zahl. reiche Gerüchte verbreitet, daß in Rumänien die Revolution

Schon seit einiger Zeit kamen

Julia flücht te. Alba Julia flüchten muß aus Rumänien. Insbe⸗

ehr beunruhigende Nachrichten a 7 0 die Einführung der neuen Verfassung 1 zu leb, hafter Unzufriedenheit im ganzen Lande Anlaß. In Bukarest mußten strenge militärische Maßnahmen getroffen werd

Man behauptet auch, daß der Belagerungszustand über au; Transsulvanien verhängt wurde. Die Einberufung neuer

leisteten. Eine starke bolschewistische Bewegung soll f geltend machen. Eine Bestätigung all der umlaufenden Ge rüchte bleibt abzuwarten.

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Die Eutscheidung über Memelland. In einer geit starker politischer Fochspannung. wie sie der französisch⸗belgische Einbruch ins Ruhrgebiet erzeugt hat,

die an sich von untergeordnetem Interesse erscheint: die Regelung der staatsrechtlichen Stellung des Memellandes in seinem Verhältnis zu Litauen, dem es es vor einiger Zeit zugesprochen worden ist. So klein das Gebiet ist, um das hier seit Jahr und Tag gefeilscht wurde, für das d

zum litauischen Staat jener deutsche Landstrich Nordosten einnehmen wird. Seit der Besetzung des Memel. gebietes durch die Litauer haben sich diese nicht nur eifrig bemüht, ihre angeblichen Ansprüche auf das Land und daß Volk zu begründen; die litauischen Nationalisten, die dit Kownoer Regierung von jeher vorschob, haben nunmehr der Botschafterkouferenz in Paris, der die Entscheidung über dasStatut des Memellandes obliegt, auch einen aus führ lichen Verfassungsentwurf vorgelegt. Danach soll Litauen das Memelland außenpolitisch vertreten und durch sein Hoerwesen den Schutz des Landes gewährleisten. In Ver. bindung damit beansprucht man das Recht der Entscheidung über Ein- und Auswanderung, Paßwesen. Staatsangehörig⸗ keit, Verhängung des Ausnahmezustandes; aber auch das gesamte Verkehrswesen mit Post und Eisenbahn und vor Alem der Verkehr in dem Hafen von Memel nebst Münz und Zollwesen soll dem litauischen Staate unterstellt werden. Ein besonderer Minister soll für das Memelland auf Vor⸗

rufen werden, während das Memelland sechs Abgeordnete in das litauische Parlament wählen darf. Die deutsche und habt habe. Ich für meine Person habe sie nicht gesehen, aber ich will Dir sagen, was ich klar und deutlich gesehen habe den Pferdefuß, er war schrecklich anzusehen 1 Eine lange Pause entstand, die von Grallon unter · brochen wurde:Wie, wenn es doch ein Mensch gewesen wäre? 5 Ein Mensch'! rief der Fischer, den Sprecher verblüfft anstarrend.Ein Mensch, hoch oben auf dem Altar der Kathedrale und das mitten in der Nacht? Ein Mensch so hoch wie eine Tanne, wie heller Mondenschein leuchtend und mit Flügeln versehen?! Ein Mensch, der den Gottseibeiuns das Glaubensbekenntnis lehrt! Mikel Grallon, Du bist wohl verrückt!. Alle Anwesenden tadelten die Ungläubigkeit Grallons, einige erklärten ihn sogar für einen Gottesläfterer. Weniger abergläubisch als die meisten anderen Dorfbewohner und stets geneigt, den Dingen, die die anderen aufs Wort glaubten, auf den Grund zu gehen wurde er von den meislen für unverschämt und aufdringlich gehalten. Trotz alledem

galt er als gläubiger Mensch und er wollte diesen Ruf nicht verlieren.

Ich will damit nichts gesagt haben. Wunder g 5 ja manchmal und die Kathedrale ist ein furchtbarer 85 5 Aber ist es nicht merkwürdig, daß der Heilige eine Fackel geschwungen hat? 5 Was findest Du merkwürdiges daran? War es denn nicht stockfinstere Nacht, kein Mond. kein Stern am Sim und unten die gurgelnde Hochflute Wie hätte denn der Heilige ohne Licht seinen Weg gefunden? Merkwürdig wirklich! Ich hätte es merwürdig gefunden. wenn der Gesegnete wie ein gewöhnlicher Sterblicher mit dem Gatt⸗ seibeiuns verhandelt hätte! 2 Diese ausgiebige Antwort brachte Grallon endlich zum Schweigen dem es plötzlich einfiel, daß er einen groben Schnitzer begangen habe. Die gleiche Ansicht teilten im stillen alle Anwesenden. Als er sich nach kurzem Gruße dem Dorfe zuwandte, bemerkte die alte Teer jacke:Mikel Grallon war früher ein ganz vernünftiger Mensch, aber seitdem

Himmel sei. Gwesklen behauptet sogar, daß er Flügel ge⸗

verliebt ist, spricht und handelt er wie ein Tor! Mike! Grallon

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ausgebrochen sei und daß die königliche Familie sich nach

rgänge unter die Fahnen konnte nicht durchgeführt wer 0 75 weil die meisten Einberufenen dem Befehl nicht Folge

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soll an der deutschen Ostgrenze eine Frage bereinigt werden,

4 Volk ist es nicht ohne Bedeutung, welche Stellung im und im äußersten

schlag des Landesdirektoriums ins litauische Kabinett be⸗ g

war aber in Wirklichkeit kein Tor,

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