Ausgabe 
2.6.1923
 
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Politische uebersicht.

Eine Bestätigung.

Das Organ Stegerwalds, Der Deutsche, veröffentlicht einen Artikel aus dem Ruhrgebiet, aus dem hervorgeht, daß auch in den Kreisen der in den christlichen Gewerk⸗ schaften organisierten Arbeiter eine außerordentlich starke Mißstimmung besteht, die nach den Angaben des Gewährs⸗ mannes ihre tiefere Wurzel in der verfehlten Lohnpolitik der Reichsregierung, in dergeradezu katastrophalen Haltung eines großen Teils der Arbeitgeber und in dem rücksichtslos wucherischen Gebaren des Kleinhandels hat.

In den arbeitenden Massen, so heißt es in dem Ar⸗ tikel,ist eine solche Enttäuschung und Erregung über die mangelhafte Steuerpolitik der vergangenen vier Jahre vor⸗ handen, daß sie einmal zu einer Entladung kommen mußte.

Damit bestätigt Der Deutsche, was von uns über die wahre Ursache der Unruhen im Ruhrrevier von vornherein gesagt wurde. 5

Völkische unter sich.

Die Völkischen verstehen es bekanntlich ausgezeichnet, nicht nur gegen Andersdenkende, sondern auch ihresgleichen gu intrigieren. Einen neuen Beweis dafür liefert die Deutschnationale Partei Münchens, die aus durchsichtigen Gründen einen Brief ihres ehemaligen Vorsitzenden, des jetzigen Deutschoölkischen Herrn v. Tylander der Oeffentlich⸗ keit übergibt. Der Brief ist vom 6. Juni 1922 datiert und an den Führer der Deutschnationalen Partei Hergt gerichtet. Er enthält folgenden Vorschlag:

.Es gilt jetzt als praktische Politiker das Beste aus den Vor⸗ gängen nach dem Rathenau⸗Morde zu machen. Da wir aber zur Herrschaft kommen wollen und dazu stärkere Kräfte brauchen, als sie unsere an Zahl und Tatkraft verminderte Partei besitzen wird, müssen wir die Einigung nach links suchen. Diese Einigung muß, wenn sie wirksam sein soll, zur vollkommenen Verschmelzung mit der Deutschen Volkspartei führen. Das geht nicht ab ohne schwere Einbuße an unseren Hoffnungen, auch nicht ohne weitere Einbuße einzelner Anhänger. Stresemann wird einen großen Triumph er⸗ leben, denn seine Polltik erscheint gerechtfertigt. Unsere Hoffnung

laber muß es sein, daß wir in der neuen Partei der Sauerteig sein

werden. Die Gesamtlage Deutschlands ist so, daß diese Verschmelzung sofort durch vertrauliche Verhandlungen eingeleitet werden muß. 5 Es ist nicht bekannt, ob die Deutschnationale Partei diesem Vorschlag je nahergetreten ist. Er zeigt aber recht gut, wie es um die Ueberzeugungstreue völkischer Führer in der Stunde der Gefahr bestellt ist. Die Parteileitung der Deutschnationalen in München schließt die Veröffentlichung des Briefes mit den Worten:Diesem Brief ist weiter nichts hinzuzufügen, da er sich und den Politiker, der ihn ge⸗ schrieben, selbst charakterisiert. Das ist richtig. Aber ebenso scharakteristisch ist es, daß eine deutschnationale Parteileitung einen vertraulichen Brief ihres früheren Vorsitzenden ver⸗ öffentlicht, um ihn bloßzustellen.

Steuerwirtschaft.

Das Reichsfinanzministerium veröffentlicht soeben die Uebersicht über die Reichseinnahmen vom April. Mit be⸗ sonderem Interesse mußte diesmal dieser Veröffentlichung entgegensehen werden, da durch das Geldentwertungsgesetz die beschleunigte Zahlung der rückständigen Steuern für das Jahr 1922 angeordnet ist. Die Uebersicht aber ent⸗ täuscht; denn die Einnahmen, besonders der Einkommen⸗ steuer und der Zwangsanleihe, sind verhältnismäßig gering. An Einkommensteuern find eingegangen insgesamt 277 878 868571 Mk. Davon entfallen auf den Lohn- abzug 219 199 048 073 Mk., das sind 78,79 Prozent,

Verhandlungen zu einem nenen deutschen Angebot. 0

Keine Negierungskrise.

Aus Berlin wird uns telephonisch gemeldet:! Am Tonnerstag wurden die Besprechungen des Reichs⸗

kanzlers mit den Parteiführern über den Inhalt der neuen

Note fortgesetzt. Eine Kabinettssitzung konnte aus diesen Gründen nicht stattfinden. Im Mittelpunkt der Erörte⸗ rungen steht jetzt die Frage, ob es zweckmäßig ist, die Summe zu erhöhen und in welcher Art die Garantiefrage formuliert werden soll. Herr Cuno zeigt plötzlich geringe Neigung, in dem neuen Angebot den Gegenwert von 30 Millionen Goldmark durch Annuitäten in Höhe von Milliarden anzubieten. Politisch ausgezeichnet informierte Parla⸗ mentarier äußern deshalb ihre Ansicht dahin, daß eine Re⸗ gierungskrise durch den Rücktritt des Reichskanzlers vor der Ueberreichung des neuen Angebots kaum mehr erfolgt.

Der Gelderraub in der Essener Reichsbank.

Am letzten Samstag haben die Franzosen in der Reichsbank⸗ stelle Essen insgesamt 92 200 000 000 Mk. beschlagnahmt und am Sonntag und Montag den gesamten Betrag abgefahren. Ueber die Vorgänge, die sich bei der Beschlagnahmung abspielten, und über die wirtschaftlichen und sozialpolitischen Wirkungen dieser neuen Gewalttat äußerte sich heute eingehend vor Pressevertretern Exzellenz v. Glafenapp vom Reichsbank⸗ Direktorium. Er führte ungefähr aus:

Um die Lohnzahlungen für das gesamte Ruhrrevier sicher⸗ stellen zu können, muß die Reichsbankhauptstelle Essen dauernd über enorme Summen verfügen. Bis zum Samstag verfügte sie über einen Bestand von rund 100 Milliarden Mark. In der Stadt Essen allein werden für jede Dekadenzahlung rund 50 Milliarden Mark gebraucht. Bis vorige Woche waren der Reichsbank in Essen keine Schwierigkeiten gemacht worden, wenn auch solche ins Auge gefaßt und entsprechende Vorsichtsmaßregeln getroffen waren.

Am Samstag vormittag nun in demselben Augenblick, als die Bank zur gewohnten Zeit geöffnet wurde, stürzten zwei als Zivilisten ver⸗ kleidete französische Polizeibeamte auf den Beamten, der an der Türe Wache hielt, und verhafteten ihn. Gleichzeitig drangen mehrere De⸗ tektive blitzartig in die Kassenräume und ehe noch die Tür zu den Tresorräumen geschlossen werden konnten, legten sie Hand an die Tresorschränke. Der ganze Wertbestand mt Ausnahme der Lombard⸗ Unterpfänder und einiger weniger Banknoten wurde beschlagnahmt und am Sontag und Montag abgefahren 5

Alsbald begaben sich der 1. Vorstandsbeamte der Reichsbank, so⸗ wie Vertreter der Stadt Essen, der übrigen Banken, der Arbeitgeber⸗ Verbände, und auch sämtlicher Gewerkschaften zu General Degoutte, um Vorstellungen wegen der Beschlagnahme zu erheben. Sie wurden von einem Obersten und einem Zivilkommissar emp⸗ fangen, denen sie die durch die Beschlagnahme hervorgerufenen kata⸗

strophalen Schädigungen auf das eindringlichste schilderten. wiesen darauf hin, daß die Reichsbank ein autonomes Insti und daß die Beschlagnahme infolgedessen einen schweren Eing das private Eigentum bedeute. Die Gewerkschaftsvertreter betonten besonders die sozialpolitischen Wirkungen dieses Gewaltschrittes und erklärten, daß die Franzosen wohl formell sich Gelder der aue

in Wirklichkeit aber die sauer verdienten Groschen der Arbeiter ang eignet hätten. Diese Vorstellungen hatten nicht den geringsten Erfolg. General Degoutte ließ den Vertretern erklären, daß er bei den ge. troffenen Maßnahmen verharren müsse und daß er auch in de Zukunft eine Garantie für die Sicherheit der Reichsvankgelder nich Da die Reichsbankstelle infolge des unerhörten Raubzuges der

geben könne.

Franzosen augenblicklich jeder Barmittel entblößt ist, ist die ö der Löhne und Gehälter für das gesamte Revier im Augenblick auf äußerste gefährdet, z. Zt. sogar unmöglich. Vorerst wird versucht werden, den Arbeitern Abschlagszahlungen auf die ihnen zustehenden Löhne zukommen zu lassen. Die Reichsbank wird selbstverständlich alles tun, um die nötigen Gelder wieder flüssig zu machen. Die Gefahr, daß durch die Nichtzahlung der Löhne gewisse Unruhen ent⸗ stehen und daß gewissenlose kommunistische Elemente diese ausmützen, ist nicht von der Hand zu weisen. Es sieht aber beinahe

so aus, als ob dies den Franzosen nur willkommen ist. 5

Der Umfaug des französischen Geldraubes.

Wie die Telegraphen⸗Union einer amtlichen Aufstellung ent⸗ nimmt, sind seit dem Einfall der Franzosen in das Ruhrgebiet von

den Besatzungstruppen insgesamt 127 386 750 000 Mark öffentliche 1

Gelder beschlagnahmt und gewaltsam fortgeführt worden. Die Lage in Dresden.

Die von den Gewerkschaften und Parteien am Mittwoch veran⸗ stalteten Demonstrationen verliefen ohne jede Störung der Ordnung. Der ruhige Charakter der Bewegung änderte sich aber in den späten Abendstunden. Eine große Ansammlung hielt die an das Polizei⸗ präsidtum angrenzenden Straßen besetzt. Da sie eine drohende Hal⸗

tung auch gegen den Selbstschutz, der sich um die Aufrechterhaltung.

der Ordnung bemühte, annahm, ging die Polizei vor und zerstreute die Menge. Weitere Ansammlungen auf dem Postplatz mußten eben⸗ 255 durch die Polizei unter Abgabe von Schreckschüssen zerstreut werden.

Auch im Stadtinnern wurde die Polizei in den Abendstunden wiederholt gegen Ansamlungen eingesetzt. Ein Teil der Demon⸗ stranten war mit starken Knüppeln bewaffnet. Mehreren Personen konnten diese Gegenstände abgenommen werden. Von einem Trupp, der mit Gumiknüppeln und Messern bewaffnet war, wurde eben⸗ falls eine große Anzahl von Personen festgenommen. 1

Das Polizeipräsidium hat einen Aufruf an die Bevölkerung er⸗ lassen, in dem darauf hingewiesen wird, daß nunmehr mit aller Strenge von den staatlichen Organen vorgenommen werde. Ansamm⸗ lungen würden gemäß Artikel 132, Abs. 11 der Reichsverfassung bis auf weiteres verboten.

auf andere Steuern 58 674 820 498 Mk., das sind 21,11 Prozent. Obwohl also bis Ende April die Zah⸗ lungen für die Einkommensteuer der Veranlagten zu leisten waren, ist auch diesmal nur ein Bruchteil der von den Lohn⸗ und Gehaltsempfängern aufgebrachten Summe von allen übrigen Steuerpflichtigen gezahlt worden. Gewiß dürfte ein erheblicher Teil der Nachzahlungen erst im Monat Mai zur Verrechnung kommen. andererseits ist aber auch der Lohnabzug diesmal unverhällnismäßig wenig gestiegen. Das ist die Folge des gewaltigen Anwachsens der Arbeits⸗ losigkeit und der Kurzarbeit. Dadurch wird der Gesamt⸗ betrag der Lohnsteuer um mindestens ein Drittel vermindert. Bei Berücksichtigung dieser Umstände treten die Wir kun⸗ gen des Geldentwertungsgesetzes mit der ge⸗ waltigen steuerlichen Schonung der Sach⸗ wertbesitzer klar zutage. Obwohl wir mit unserem endgültigen Urteil bis zum Bekanntwerden der Zahlen über den Eingang der Steuern im Monat Mai zurückhalten wollen, darf doch schon heute gesagt werden, daß die Gering⸗

*

fügigkeit des Eingangs der Steuern im April einen neuen

Beweis für den Fortbestand des in Deutschland herrschenden Steuerunrechts darstellt.

* Höllein..

Die ae Regierung hat dem Reichskabinett mitgeteilt. daß der deutsche kommunistische Reichstagsabgeordnete Höllein,

der ohne Paß zu einem kommunistischen Kongreß nach Paris ge⸗

ahren war, erst dann wieder freigelassen werde, wenn Deutschland en Franzosen Zerf, ebenfalls wieder in Freiheit setzt. Dieser Franzose trieb in Deutschland nicht einwandfreie Handelsgeschäfte und wurde deshalb verhaftet. Untersuchung des Leipziger Reichsgerichts.

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Der Deserteur.

Roman bon Robert Buchanan.

Jeder hält ihn für geisteskrank und das ist er in der Tat auch. Verwirrt durch das ewige Füßegetrampel der an ihm vorbeimarschierenden Kolonnen und durch das ängst⸗ liche Beobachten der zahllosen fremden Gesichter, die Tag

für Tag an ihm vorbeimarschieren, wandert er seines Weges dahin. Daß er ein bestimmtes Ziel verfolgt, erkennt man an seinem entschlossenen Gesichtsausdruck; vom Strom des Lebens hin und her geschleudert, erscheint er doch hilflos und unzurechnungsfähig. Wovon er lebt, wäre schwer zu sagen. Er bettelt nie, doch erbarmen sich zuweilen mit⸗ leidige Soldaten seiner und teilen ihre schmale Kost mit ihm; hoffnungsfreudige Offiziere werfen ihm oft ein Geld stück zu, denn er sieht so verhungert aus; aber es ist geisti⸗ ger Hunger, nicht physischer, der seine Kräfte aufzehrt. Mehr als einmal wird er wegen Diebstahls angehalten und mit Püffen aus den Gehöften gejagt. Einmal wird er sogar als Spion gefangen genommen und gefesselt vor einen grimmigen Kommandanten gebracht, der rauchend vor dem Biwakfeuer steht und befiehlt, ihn sofort zu erschießen. Er Bricht aber in ein so merkwürdiges Gelächter aus, daß er die Aufmerksamkeit der Offiziere auf sich lenkt, die nach ge⸗ nauerer Prüfung des Falles dem armen Irren mitleidig den Lauspaß geben. Er marschiert mit den Truppen dem Kriegsschauplatze zu, immer und immer wieder die Frage auf den Lippen: Wann wird der Kaiser kommen? Wie golden schimmern die Aehren in dem frledlichen Belgien! Wie süß duftet das Heu auf den Wiesen, durch die lich ein silberner Strom schlängelt, der an beiden Ufern von hellgrünen gestutzten Bäumen umsäumt ist! Wie dicht und schattig erstrecken sich die Wälder an den Bergrücken, die mit Flieder und Heckenrosen überwuchert, mit Hyaeinthen und Veilchen bedeckt sind! Wie ruhig und gleichmäßig bewegen sich die zahllosen Windmühlen mit ihren gen Himmel ge⸗ kreckten Armen!

Was glitzert dort in der Ferne, auf dem Kirchenplatz im Dorfe? Es scheint ein in der Sonne funkelnder Teich zu sein, in Wirklichkeit sind es aber die Helme der preußischen

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Kürassiere, die so leuchten. Und was sind jene dunklen Massen, die sich gleich Schatten zwischen den Kornfeldern bewegen? Es ist die preußische Infanterie, die langsam über die staubige Straße marschiert. Und horch, was braust dort wie wogendes Meer? Es ist die leichte Kavallerie, die auf flinken Rossen einhergaloppiert. Die vereinigten Mächte haben bereits in aller Stille Belgien besetzt und nun nähert sich endlich auch das französische Heer.

Es breitet sich mit einem Teil seiner alten Macht über die fruchtbare Erde aus. Flintengeknatter und Kanonen⸗ donner deuten an, daß die Scharmützel bereits begonnen haben. Die feindlichen Armeen stehen einander gegenüber, wie zum Sprunge bereite wilde Bestien. Ringsum lagern erwartungsvoll die menschlichen Opfer. Die Dörfer werden von ihren Bewohnern verlassen die Windmühlen stehen still, die Schalmeien der Schäfer sind verstummt, das Vieh weidet unbehütet, die Felder bleiben unbestellt; nur hier und da tönt eine Kirchenglocke durch das verlassene Tal.

In der Richtung von Quatrebras ertönt Kanonen⸗ donner, Bomben platzen krachend zu Boden und erschüttern die Luft, der furchtbare Kampf hat begonnen; Kürassiere galoppieren hierher und dorthin, Ordonnanzen eilen ins Hauptquartier und die armen erschreckten Bauern bereiten sich zur Flucht in die Wälder vor. Die Kriegsfurie ist mit allen ihren Schrecken losgelassen.

Auf dem Gipfel eines bewaldeten Hügels steht dieselbe mitleiderregende Gestalt, die- den Spuren der großen Armee bis hierher gefolgt war noch hagerer und abgezehrter. Es regnet in Strömen, aber der arme Geisteskranke beachtet das nicht und starrt nur auf die Straße hinab, die sich durchs Tal windet. Plötzlich blitzen durch den feuchten Nebel glitzernde Helme und Lanzen, der stille Beobachter entdeckt auch die Gestalt eines im vollen Galopp einherstürmenden Reiters, dem eine Gruppe berittener Offiziere folgt; hinter diesen rollt ein mit vier Pferden bespannter Reisewagen. Am Fuße des Hügels bleibt der Reiter einen Augenblick lang stehen, dann geht es wieder im vollsten Galopp auf⸗ wärts, die Offiziere folgen ihm.

Ruhig und stumm zieht sich Rohan denn er ist der Unglückliche in den Schatten des Waldes zurück.

Siebenunddreißigstes Kapitel. Onkel Ewen bekommt den letzten Urlaub.

Onkel, Onkel! Wach' auf, vom Kriegsschauplatz sind gute Nachrichten angelangt. Eine Schlacht ist geliefert und unser Kaiser Sieger! Wach' auf! Ich bin's, Marcelle.

Der Korporal lag wie schlafend in seinem Lehnstuhl, aber seine Augen waren weit offen und er atmete schwer. Marcelle, die mit einer Zeitung in der Hand erregt einge⸗ treten war, glaubte zuerst, der Alte schlummere und schüttelte ihn sanft. Als sie jedoch bemerkte, daß er bewußtlos und krank sei, schrie sie entsetzt auf. Die Witwe kam eilig aus ihrem Kämmerchen, wo sie gerade beschaftigt war, herab und nun bemühten sich beide Frauen um ihn, rieben ihm die Hände, wuschen das Gesicht mit Essig, träufelten ihm Cognae ein, aber alles war vergehens.

Er stirbt! jammerte Marcelle händeringend.Mutter,

Gegenwärtig schwebt gegen ihn eine

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hole doch rasch Ploust, damit er ihm zur Ader lasse! Meister

Arfoll sagte neulich, dies sei die einzige Rettung! 5

Soll ich nicht lieber den Geistlichen holen? fragte die Witwe zögernd. Sie hatte Angst, ihr Schwager könne ohne die heiligen Sterbesakramente zu seinem Schöpfer gehen. Die weltlichere und praktischere Marcelle bestand darauf, daß sie zuerst den Barbier hole; wenn jede Hoffnung ge⸗ schwunden sei, das fliehende Leben zu erhalten, dann könne man darauf bedacht sein, die Seele für das ewige Leben vorzubereiten.

In allerkürzester Zeit trat der kleine Barbier mit seinen Instrumenten ein und waltete mit gewohnter Geschicklichkeit seines Amtes. Dickes, schwarzes Blut tröpfelte in die Schale. Er ist sehr schwach und wird sich schwerlich mehr erholen! Wir wollen ihn zu Bett bringen. 0

Ernst nachdem dies geschehen, öffnete der Patient die Augen und nickte Ploust mit erzwungenem Lächeln zu. Marcelle kniete weinend vor dem Bette, er legte wie segnend seine Hand auf ihr Haupt. Tränen verschleierten seine Augen.

Kopf hoch, Nachbar! Wie geht's? Besser was? Ick werde Ihnen etwas erzählen, was Sie sofort gesund machen wird. Unsere Avantgarde hatte einen Zusammenstoß mit den verfluchten Preußen und hat einen glänzenden Sieg davon getragen! 1

(Fortsetzung folat.]

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