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runn durch Veranstal A in der Sen denen he von Herzen gern
0 ben. sel jederzeit zur Verständsgung bereit, aber auch gur Abwehr und werde pflichtgemäß der Republik mit aller Ent⸗ schiodenheit dienen.— Hierauf vertagte sich der Ausschuß. 1—
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Deutscher Reichstag. Berlin, 31. Januar 192g.
Auf eine klemme Aufrage des Abgeordneten Dr. Mo st(D. Vpt.)
die Pläne der rheinischen Separatisten zur Errichtung einer Rheknischen Republik läßt Reichamsmister des Innern Dr. Oeser erklären, daß diesen hochverräterischen Pläuen mit allen Mitteln entgegengetreten wird und daß das in dieser Richtung N Erforderliche veranlaßt ist. 1 Auf der Tagesordnung steht der von allen Partesen mit Aus⸗ nahme der Kommunisten eingebrachte Antrag lber die durch die Besetzung des Ruhrgebiets veranlaßte Schließung von 0 Schulen. er Antrag wendet sich„gegen jede Kürzung und Schädigung des anterrichts, da sie eine schwere Einbuße an kulturellen und er⸗ Zieherischen Werten bedeutet; ebenfalls wendet sich der Reichstag gegen die Besetzung von Jugendheimen, dle einen Elngriff in die Jugendbewegung und Jugendfürsorge darstellt. Der Reichstag for⸗ dert die Reichsregierung auf, gegen diese Uebergriffe der Besatzungs⸗ behörde scharfen Einspruch zu erheben.“ Abg. Dr. Schreiber(gtr.) zählt eine sehr lange Rohe von Orten auf, in denen Volksschulen und höhere Lehranstalten sowie Lehrerwohngebäude beschlagnahmt und besetzt worden sind und wo sinfolgedessen der Unterricht ganz oder zum Tell eingestellt werden mußte. Diese unheilvolle Entwicklung greift auch bereits auf den Be⸗ zürk Münster über. Eine allgemeine Verwilstung und Zerstörung des Unterrichts ist die Folge. Neben den Schulhäusern n die Be⸗ satzungstruppen auch Krankenhäuser in rücksichtsloser Weise beschlag⸗ ehm. ee„ e 0 5 ie ber Trutyyen auf anderen Gebieten. In Duisburg werden z. B. pro Tag 3 Liter 16. die Angehörigen der Besatzungstruppen gefordert, während flür die Deutschen mir 9 Liter vorhanden sind. Wir fordern alle 1 ausländischen Spender, die der Kultur des deutschen Kindes zur Hilfe kommen wollen, auf, gegen diese kulturelle Verkümmerung des deut⸗ schen Kindes feserlichen Einspruch zu erheben. a Ohne weitere Debatte wird der Antrag vom gesamten Hause einstimmig angenommen. 4 Es folgt dann die zweite Beratung des Gesetzentwurfs Über die Kleinrentner⸗Fürsorge Ausschuß hat nicht nur die Kleinrentner, sondern auch diejenigen, ie ihnen eichgestellt sind, dem Gesetz unterworfen und den Kreis ieser Fil sorgeempfänger genau umischrieben. Es sollen darunter en alle die in Not Geratenen, die durch Arbeit ihren Lebensunter— alt erworben haben, die wissenschaftliche, künstlerische oder gemein— 0 tzige Arbeit verrichteten und jene, die infolge geistiger oder körper⸗ licher Gebrechen nicht mehr arbeiten können. Die Vorlage sah eine stattung der Kosten des Gesetzes an die Gemeinden in Höhe von
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Prozent durch das Reich vor. Der Ausschuß beschloß eine Er⸗ 0 g, der Erstattung 1. 90 Prozent. 155 inistertalbirektor Schlieben bittet im Namen des Reichs—
finanzministers, es bei 80 Prozent der Erstattung zu lassen, da es deus den verschiedensten Gesichtespunkten nicht erträglch sel, den Nei trag der Gemeinden für die Kleinrentner⸗Fürsorge nur mit 10
Prozent zu bemessen. Abg. Frau ae:(Soz.): Trotz allen Bemühungen
ö der Parteien ist es nicht gelungen, den§ 1a so zu fassen, daß er
unserer Anschauung entspricht. Der Kreis der berechtigten Für⸗ sorgeempfänger muß noch weiter gefaßt werden. Wir werden dle
weitergehenden Anträge der Kommunisten unterstützen und selbst
11 Tanten, daß alle„ohne eigene Schuld“ in Not geratenen Per- 1
sonen im Sinne dieses Gesetzes fürsorgeberechtigt sein sollen.
„Nach Zustimmungserklärungen der Abg. Ober fohren (Otn.) und Frau Matz(D. Vp.) erklärt Abg. Dr. Külz(Dem.) Die Anträge der Kommunisten und Sozialdemokraten stießen weit tber das Ziel hinaus, oder sind überflüssig oder gar undurch⸗
führbar. An der Frage, ob die Gemeinden 10 oder 20 Prozent der slufen“ bestreiten sollen, werden wir das Gesetz nicht scheitern Nach kurzen Bemerkungen der Abg. Schwarzer(B. Vp.) und Malzahn(Komm.) wird das Gesetz in zwelter und dritter Lesung mit der Aenderung verabschiedet, daß das Reich 80 Prozent der Kosten an die Gemeinden zursickerstattet. „ Nach debatteloser Erledigung der zweiten Lesung des Jugend— een en wird der Gesetzentwurf über Berücksichtigung der HGeldentwertung in den Steuergesetzen dem Steuerausschuß über⸗ wiesen.— Nächste Sitzung: Donnerstag 2 Uhr.
Hessen und Nachbargebiete.
Gießen und umgebung.
Aus dem Schulwesen.
ö Reform des Geschichtsunterrichts.
Die Erwartung, daß nach der politischen Umwälzung und der Schaffung der Reichsverfassung, die ja grundsätzliche 0 Festlegungen für die Neugestaltung des Schulwesens gebracht
hat, die Schulreform in rascheren Fluß kommen würde, hat sich leider nicht erfüllt. Wenn auch ein Haupthindernis für eeine durchgreifende und einheitliche Neuregelung in dem Umstand zu sehen ist, daß das Schulwesen nach wie vor den Landern untersteht und keine Reichsinstanz dafür geschaffen worden ist, so liegt doch auch ein Teil der Schuld bei den Landesbehörden, die mit bureaukratischer Langsamkeit ar— beiten oder deren Zentrale sogar vielfach noch mit Elementen diurchsetzt ist, die einer Neugestaltung im demokratisch-repu⸗ blikenischen Geiste unmittelbar entgegenarbeiten. Auf dem Gebiet der äußeren Schulorganisation ist ja manches ge— N schehen, aber in Bezug auf die Reform der Lehrpläue,
die ja schon vor dem Krieg auf die Fingernägel brannte, ist noch so gut wie nichts geschehen. So hätte schon längst etwas Durchgreifendes im Sinne der Anpassung an die Forde— rungen der neuen Zeit für den Geschichts unterricht 9 getan werden müssen. Dies gilt besonders auch für Hessen, wo man sich sehr viel Zeit läßt. In Preußen, wo überhaupt schon manches Fortschrittliche durch Konrad Hänischs mini sterielle Tätigkeit geleistet worden war, arbeitet man sogar unter dem Ministerium Boelitz, dessen Leiter in mancher anderen Hinsicht seine Zugehörigkeit zu einer Rechtspartei nicht verleugnen kann, auf diesem Gebiet etwas rascher. So hat das preußische Kultusministerium vor kurzem einen Erlaß Über die Umgestaltung des Geschichts- unterrichts herausgegeben, der volle Beachtung 0 ferdient Schon wegen der Unbefangenheit, mit der grund— flätzlich zu der Frage Stellung genommen wird. Der Ge schichtsunterricht. heißt es in dem Erlaß, soll zu einem ver⸗ tieften Verständnis der Gegenwart führen und durch Kürzung vieler Stoffgebiete Raum für die Behandlung der Gegenwart im Sinne wahrhaft staatsbürgerlicher Erziehung hafen.
von Wandervorträgen und gegen⸗“
heiten des
ufruf!
Dag gewalttätige Vorgehen der Franzosen und Belgier im Ruhrgebiet hat die dortigen Arbeiter, Angestellten und Beamten zu einem geschlossenen Widerstand veranlaßt, der bereits eine Anzahl von Opfern gefordert hat.
Die unterzeichneten Organisationen haben deshalb eine
freiwillige Sammlung von Geldern in allen Betrieben, Geschäften und Bureaus beschlossen und fordern nun auf, jeder nach seinen Krüften diesem Aufrufe Folge zu leisten.
Die gesammelten Betrüge sind au das Gewerkschafts⸗ kartell abzuführen.
Wir ersuchen die Arbeiter, Angestellten und Beamten, eine Beteiligung an allen möglichen privaten Sammlungen zu unterlassen und sich nur auf die von uns veranstaltete zu beschränken, die eine Gewähr für genaue Kontrolle bietet.
Es können auch Beträge direkt auf das Postscheckkonto Otto Ottilie, Giessen, Schanzenstr. 18(Postscheckamt Frank- furt a. M. Postscheckkunto Nr. 64 422) eingezahlt werden.
Ueber die eingegangenen Gelder wird das Gewerk— schaftskartell öffentlich quittieren.
Gewerkschaftskartell Gießen.
J. A.: Otto Ottilie.
Allgem. Deutscher Beamtenbund.
J. A.: Gg. Grünig.
Afa⸗Bund.
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Die eigentliche Absicht des Erlasses hat die Schaffung neuer Geschichtsbücher im Auge, die dem freien Wett⸗ bewerb überlassen werden soll. Es werden aber einige Hauptforderungen aufgestellt, denen sie genügen müssen. Nur das, was geschichtlich wirksam ge⸗— worden ist, soll aufgenommen werden. Das gilt vornehm— lich für die Behandlung von Kriegs⸗ und Fürsten⸗ geschichte, von diplomatischen Zwistigkeiten, von Erbfolge⸗ und Rechtsstreitgkeiten. Große Persönlichkeiten sowie die geistigen, wirtschaftlichen und sozialen Strömungen der be⸗ treffenden Zeitalter sind in gleicher Weise zu berücksichtigen. Die Stoffauswahl soll den Anteil des deutschen Volkes an der modernen Kultur und die Leistungen, Aufgaben und Verpflichtungen Deutschlands gegenüber der Kulturmensch— heit gebührend hervorheben. Maßgebend sind auch hier die in der Reichsverfassung gegebenen Richtlinien für„Bildung und Schule“. Selbstverständlich ist die Wahrung der geschichtlichen Wahrheit und die von der Reichs- verfassung gebotene Rücksicht auf die Verschieden ⸗ Bekenntnisses und der Welt- anschauung der Erziehungsberechtigten. Die neu zu schaffenden Lehrbücher sollen die freie Gestaltung des Arbeitsunterrichts nicht hemmen.
Schön und gut, aber es wird doch letzten Endes wieder darauf ankommen, wie die Lehrer beschaffen sind, die nach diesen neuen Lehrbüchern unterrichten sollen. Im gleichen Erlaß wird nämlich gesagt, daß die Geschichtabücher so ge⸗ staltet werden sollen, daß sie die eigene Leistung des Lehrers im Unterricht nicht einengen; die Bücher werden also das Gerippe darstellen, das durch den Vortrag des Lehrers Fleisch und Blut und auch den— Geist erhält. Wenn also wirklich der Geschichtsunterricht in neue Bahnen gelenkt werden soll, so muß zur Einführung der neu orientierten Lehrbücher auch eine scharfe Kontrolle der auffichtführenden Organe darüber treten, daß auch im Geiste dieser Bücher unterrichtet wird. Vor allem ist notwendig, daß, soweit es zur Zeit irgend möglich ist, der Geschichtsunterricht nur in die Hände solcher Lehrer gelegt wird, die un— bedingte Gewähr dafür bieten, daß sie den Unterricht im Geiste der neuen Staatsauffassung er⸗ teilen. Und wo diesem Geiste widerstrebt oder auch nur mit Lauheit verfahren wird da muß die Aufsichts— behörde, die ja zu einer ständigen Ueberwachung verpflichtet ist, rücksichtslos einschreiten. Und auch das gilt wiedrum auch für Hessen! w.
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— Unfall, Unfallverhütung und Unsallentschädigung. Im 9, Vor⸗ trag wurden Unfälle behandelt, die durch Einatmung von Rauch, giftigen Gasen insbesondere Chlor, schweseliger und salpeteriger Säure, Kohlenoxyd, Schwefelwasserstoff und Dämpfen von Nitro⸗ benzol, Anilin und Schweselkohlenstoff oder beim Eindringen von Wasser in die Atmungsorgane Ertrinkender Erstickung hervorrufen. An Lichtbilbern und durch Ausfiihrung von Wiederbelebungsversuchen am Lebenden zeigte der Vortragende die zur Hilfeletstung bei der⸗ artigen Unfällen anguwendenden Methoden ohne und mit Sauerstoff⸗ apparaten z. B. des Drägerischen Pulmotors.
Nächster Vortrag über Unfallverhütung mit Vorführung eines Lehrfilms der Reichs anstalt flir Arbeiterwohl⸗ fahrt Sonmtag, den 4. Februar, morgens 10% Uhr im Licht⸗ fpielhaus, Bahnhofstraße. Eintritt frei. Auf dlese Vor⸗ führung sei ganz besonders aufmerlsam gemacht. Es darf erwartet 1 0 daß die Arbelterschaft diesem Vortrag Interesse entgegen- bringt.
— Hauskonten. Auf die in der heutigen Nummer unseres Blattes veröffentlichte Ortssatzung über dle Einrkchtung von Hauslonten vom 27. Januar 1923 sei hierdurch nochmals hinge⸗ wiesen.— Es ist bei Elnrichtung der Hauskonten der Zweifel aufgetaucht, ob der Hausbesitzer verpflichtet ist, die vorgeschrle⸗ benen Beträge auch dann abzuführen, wenn zur Zeit schon Ar- beiten zu Lasten des Hauskontos ausgeführt werden missen oder ausgeflihrt sind. Die Entscheidung wird dahin gu tressen sein, daß mit Zustimmung der Mieter über die auf das Haus⸗ konto abzuftshrenden großen Instandsetzungs⸗Zuschläge verssigt werden kann und daß sich dadurch eine Ablieferung dieser Be— träge erübrigt. Es ist jedoch notwenbig, daß bie Zusttnonzung der Mieter zur Verwendung des Geldes der Stadtkasse, hier, schrlft⸗ lich mitgeteilt wird, um den Zahlungs pflichtigen entsprechend ent⸗ lasten zu können.
— Die Gas- und Wasserpreise sind ab 1. Februar wiederum erhöht worden, wie aus der Bekanntmachung des Gas- und Wasserwerks im heutigen Vlatte hervorgeht. Das Kubikmeter Gas kostet 200 Mk., Wasser 120 Mk., Anlaß genug, äußerst spar⸗ sam damit umzugehen.
— Hunbertsätze zum Reichs mietengesetz. In einer Bekannt⸗ machung im heutigen Blatte gibt der Oberbürgermeister die vom Kreisamt sestgesetzten Hundertsätze bekannt, die insgesamt 2850 Prozent betragen.
— Das Notgelb des Dillkreises, Gulschelne zu 1000 und 500 Mk. vom 15. September 1022(braune und blaue Scheine) muß nun am 5. Februar endgliltig eingelöst sein. Danach werden sie nicht mehr angenommen.
— unterhaltungsabend. Die noch nscht verkauften Prog amm wolle man bis heute, Freitag abeud, in der Oberhessischen Bolbs⸗ zeitung zurlückltefern. Nuswärlige, die welche in Vertrieb haben, wollen die nicht verkauften morgen abend vor Beginn an der Kasse
auf der Liebigahöhe abllefern. — Zugverkehr Frankfurt⸗Köln. Bei Elnschränkung des Zugver⸗
rahrs war das Schnellgugspaar Franksfurt⸗Köln über Gießen⸗Hagen als ausfallend gemeldet worden. Die beiden Zlige verkehren aber bis auf weiteres und zwar: D.⸗Zug Köln ab
Gleßen 8.41 vorm, und D.⸗Zug nach Frankfurt abends 10 Uhr.
— Leihgestern. In der Gemenbderats⸗Sltzung am vorigen Freitag gab es lebhafte Auselmanderfetzungen gwischen 5 serem Genossen und den übrigen Mitglbedern. In der ersten ung, in ber man die Wahl einer Wohnungskommissson vorgenommen 4 kam es schon zu Melnungsverschiedenhelten darllber, ob die Gegen⸗ seite ablehne, einen Vertreter in diese Kommtssion zu entsenden. Ge⸗ nosse Funk wies seinerzeit schon darauf hin, daß die Talrik der
Bllrgerlichen durchaus zu verstehen sei. Die Tätigkeit der Wohmungs⸗
kommission sei eine sehr undankbare und es 7 5 oft, daß man sich bel der rücksichtkosen Durchführung bezliolsch der Mohnumgs⸗ zuwelsung in Widerspruch zu den eigenen Parteifreunden setze. Das wolle man verhündern und im Falle elner Beanstandung könne man dann leicht die bösen Sozis daflir verantwortlich machen. Der dann von uns vorgeschlagene bürgerliche Vertreter Faber übte dann auch selne Tätigkeit nicht aus. Darum stimunten unsere Genossen auch ncht für die Vorschläge der anderen Seite. Darsiber große Ent⸗ rlistung, die sich noch steßgerte als Funk erklärte bei jenen Leuten, herrsche kein Verstöndufs für die Lage der Proletarler. Im Anschluß daran mußte F. noch Har machen, was man unter dieser Bezeichnung versteht. Im weiteren rief der Blrgermesster F. zur Ordnung, wo⸗ gegen dleser entschteden protestlerte. Auch bei der Erhöhung des Ge⸗ halts für die Krankenschwester kam es zu Ausefnandersetzungen. Die Kirankenschwester bekommt das Gehalt von sage und schreibe 4000 (plertausend) Mark monatlich. Daß dasselbe erhöht werden muß, ist also eine glatte Selbstverstämdlichkett. Um num uscht jeden Monat sich mit dem Gehalt der Krankenschwester besassen zu müssen, schlugen wer durch den Genossen Miihl vor, ihr ein Drittel der Bezüge der Besoldungsgruppe 1 nebst Ortszuschlag und Teuerungszuschlag zu gewähren, was füür den Monat Januar rund 15000 Mk. ausgemacht hätte. Der Bilrgermeister erlaunte wohl an, daß diese Summe durch⸗ aus nicht zu hoch bemessen sei, jedoch sei zu berlicksichtigen, daß die Schwester der Klein-geinderschule auch nur 6000 Mk. bekäme, die dann bestimmt ebenfalls mit einem Gesuch um Erhöhung an die Ge⸗ meindevertretung herantreten wllrde. Genosse R. Funk bekämpfte die Ansichten des Bllrgermelsters; man könne sich doch nicht nach an⸗ deren Gemeinden richten, die schlecht bezahlen, sondern sich danach richten, was zum Lebensunterhalt notwendig sei. F. ging weiter noch auf die Beschlußfassung betreffend Berechnungsart des Gehalts des Flurschlitzen ein, was wieder zu lebhafter Debatte Anlaß gab. Schließlich machten die bürgerlichen Vertreter die weitere Verhand⸗ lung unmöglich.
n. Lollar. Vortrag. Am nächsten Dienstag, 6. Februar findet abends 8 Uhr in der Schule eine Versammlung des soziald. Wahlvereins statt, in der Herr Lehrer Engel einen Vortrag halten wird füber:„Der Charakter der alten Gesellschaft als Grundlage der heute füblichen Erzlehung“.— Zu diesem Vortrage laden wir alle Genossen, ihre Frauen und erwachsenen Kinder freundlichst ein und erwarten bestimmt vollzähliges Erscheinen. Auch die Arbetterfugend möge diese Vorträge besuchen.
reis Friedberg⸗Bildingen.
Friedberg, 31. Januar. Ein schwerer Einbruch wurde in dem bekannten Hotel Trapp dahier verübt. Der Einrbecher, ein 24jähriger Mensch, angeblich aus dem Saargebtet stammend, wurde verhaftet und die Beute dem frilheren Eigentilmer zurückgegeben.
Kreis Schotten.
X. Lardenbach. Was heute ein Arzt kostet! In einem Nachbarsorte benötigte kürzlich jemand für seine kranke Frau einen Arzt und zwar mußte er des Nachts geholt werden. Der Arzt hat einen Weg von ½ Stunde zurügelegt und verweilte 1 Stunde bet der Patientin. Diese ärztlichen Dienste kosten laut Rechnung 15 Silbermark oder 25000 Mark in Papier! Der⸗ artige Rechnungen können nur sehr reiche Leute bezahlen, die gering Bemittelten müßten unter diesen Umständen auf ärztliche Behandlung verzichten. Im vorliegenden Falle kann in der Tat ebenfalls von Wucher geredet werden.
Von Nah und Fern.
Frankfurt a. M., 91. Jan. Ein vielseitiges Trio. Gemeinsam stahlen der 34jährige Architekt Fritz Tegtmeier und der 2 jährige Kaufmann Alfred Rieck aus Frankfurt, sowie der 20 jährige Gärtner Franz Theis aus Neu⸗Isenburg bei einem, Wohnungseinbruch in der Eschershetmer⸗Landstraße für 500 000 Mark Wäsche, in einer Wohnung der Breitengasse für die gleiche Summe Kleider und in einer Villa wertvolle Haushaltungsgegen⸗ stände. Dann aber betätigte sich das Trio als D-Zugdiebe in den Zügen zwischen Frankfurt und Coblenz. Hier bestahlen sie die Mitreisenden in gründlicher Weise, wobei sie alles, was ihnen in die Finger geriet, nahmen: Mäntel, Taschen, Geld, Schmucksachen usw. Am Montag wurde das Trio auf frischer Tat erwischt und verhaftet.
Frankfurt a. M., 31. Jan. Bei Rudolf Bangel wurden am Montag unter gung der Kunsthändlerschaft ewa 280 Meisterwerke der Malerel des 19. Jahrhunderts alts sechs deutschen Gemäldegalerien und Mufseen versteigert. Auch wenn wir im Zeichen der Geldent⸗ wertung stehen, so verdienen doch die dabei angelegten Preise Er⸗ wähnung. Die höchsten Preise erzielten französische Naler. So kam Renvirs„Mädchenbilduts“ auf 44 Millionen Mark, Courbets— „Felsental“ auf 29 Mill. Mk. Von den deutschen Meistern wurde ein Grützner„Weinprobe“ am höchsten mft 13 Mill. Mk. bezahlt. Für drei Lenbachs würden 1,7, 2,8 und 6. Millionen angelegt. Das Monumentalgemälde Bauers„Ueberführung der Leiche Ottos 111“ erztelte nur 500 000 Mark.— IJusgesamt hat die Ver⸗ steigerung nach unseren Informationen eine Bruttoeinnahme von rund 300 Millionen Mark erbracht. Ob die Werke in das Ausland gehen oder in deutschem Privatbesttz verbleiben, konnte ulcht sest⸗ gestellt werden. Es ist aber zu befürchten, daß die hervorragendsten Arbeiten, namentlich die Franzosen und italienischen Meister Deutschland verloren gehen.
Ein neuer motorloser Flugrekord.
Der französtsche Flieger Menayren hat einen neuen Weltrekord in Cherbourg für motorlosen Flug aufgestellt. Er blieb acht Stunden, 4 Minuten, 50 Sekunden in der Luft und landete erst nach Einbruch der Nacht.
Versammlungskalender
Beuern. Volksverein. Samstag, den 3. Februar, abends 8 Uhr Mitgllederversammlung. Vollzählig erscheinen!
Alten⸗Buseck. Wahlverein. Sonntag, den 4. Februar, nachmittags 2 Uhr findet im Vereinslokal eine Vorstandssitzung und um 3 Uhr die Generalversammlung statt. Tagesordnung: Geschäfts- und Kassenbericht, Vorstandswahl usw. Alle Genossen miülssen unbedingt erscheinen.
Klein⸗Linden. Wahlverein. Samstag, 3. Februar 23: Mik⸗ gliederversammlung im Vereinslokal. Wichtige Tagesordnung. Vollzähliges Erscheinen erforderlich.
Lollar. Soziald Wahlverein. Dienstag 6. Februar, abends 8 Uhr, in der Schule: Vortrag des Herrn Lehrer Engel. Pilnktlich erscheinen!
Tel a. Lda. Vorträge. Samstag, 3. Februar, im Lokale von K. Amend Lichtbildervortrag:„Volf in Not“. dun Uhr für Kinder, 8 Uhr für Frauen und Männer.
Heuchelheim. Frele Turnerschaft. Samskag, g. Februar abends 8 Uhr Versammlung im Vereinslokal.
Gießen. Kindergruppe dex Sp. Die sir kommenden Sonntag. den 4. Februax geplante Veranstaltung fällt ans,
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