Ausgabe 
2.2.1923
 
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fährlich fei. Vöoraesehtlich wird t. Böer eh vor Shih ber

Sitzung Poincars einige Worte über die Ereignisse im Ruhrgebiet sagen. e ö Zwei neue Protestnoten an Frankreich.

Der deutsche Geschäftsträger in Paris ist beauftragt worden, zwei neue Protestnoten zu überreichen. Die erste Note wendet sich gegen die in den 5 französischen Januar noten erhobenen Vorwürfe, daß Deutschland der Versailler Vertrag gebrochen hätte und weist in fünf sehr klaren An⸗ lagen darauf hin, daß in keinem Falle der Vorwurf des Ver⸗ tragsbruchs begründet sei. Die von der französischen Regierung erhobenen Proteste müssen um so entschiedener zurückgewiesen werden, als das jetzige Verhalten der deutschen Regierung nur die unvermeidliche Folge des Ver⸗ tragsbruches sei, den Frankreich und Belgien durch die Be setzung des Ruhrgebietes begangen haben. Dabei sei allen Folgerungen, welche die französische Regierung an die deutschen Vertragsverletzungen knüpfen sollte, von vorn⸗ herein der Boden entzogen.

In der 2. Note protestiert Deutschland auf das nach⸗ drücklichste gegen die Beschlagnahme von 300 von 1000

etten in Essener Krankenhäusern, gegen die Räumung der Station für Scharlach, Masern usw. Dieser französische Gewaltakt verletze die einfachsten Regeln des Völkerrechts. Die Regierung fordert die sofortige Räumung der Kranken- anstalten und behält sich vor, Genugtuung zu verlangen.

Der verfallende Franken.

Der französische Franken hat auch am Mittwoch an der Pariser Börse eine weitere starke Verschlechterung erfahren: das englische Pfund stieg von 75 auf 79,55, während der Dollar an der Nach⸗ dove 17,1 anzog. Damit ist seit dem 2. Januar eine Franken⸗ entwertung um ein Drittel eingetreten.

IJInternationale und Generalstreik.

Wenn die Nationalisten in Deutschland der Hilfsaktion des Amsterdamer Gewerkschaftsbundes für das Ruhrgebiet mit gemischten Gefühlen gegenüberstehen und die Hilfe der Weltarbeiterschast für Deutschland möglichst gering ein⸗ schätzen, so ist das begreiflich. Ebenso überrascht es kaum, wenn die Rote Fahne Nachrichten über die Vorgänge und Aussprachen in den Beratungen des Amsterdamer Gewerk⸗ schaftsbundes bringt, die den Eindruck erwecken sollen, als habe die Aktion der Gewerkschaften, besonders in der General⸗ streikfrage, bereits mit einem völligen Fiasko geendet. Weil aber größere bürgerliche Blätter den kommunistischen Schwindel nachdrucken, so sei folgendes bemerkt:

Wie steht es mit dem internationalen Generalstreik? Schon in der ersten Sitzung des Amsterdamer Gewerkschafts⸗ bundes wurde die Bereitwilligkeit zum Generalstreik betont, doch sollten die verschiedenen Vertreter erst nochmals mit ihren heimischen Organisationen Fühlung nehmen. Das ge⸗ schah. Es waren alle Länder bereit, auch die Franzosen. Doch erklärten diese, daß sie sich irgendwelche nennenswerte Wirkung auf die französische Regierung nicht versprechen, da die französischen Arbeiterorganisationen durch die kom⸗ munistische Spaltungsarbeit beinahe zur Ohnmacht ver⸗ urteilt sind. Wenn es aber sein müsse, würde man den Streik wenigstens in gewissen Berufen und Distrikten durch⸗

führen. Daraufhin sagte man sich in Amsterdam, ein Genetalstreik, der nicht allgemein sei, habe keine durch⸗ schlagende Kraft.

Auf den Vonkott franzöfischer Waren verzichtete man deshalb, weil einmal die Durchführung des Boykotts eine genaue Kontrolle nötig macht und zweitens und das war entscheidend handelt es sich bei den französischen Waren hauptsächlich um Luxuswaren, die für die Arbeiter ohnehin nicht in Frage kommen.

Der Verzicht auf den Generalstreik und den Boykott be⸗

deutet jedoch in keiner Weise ein Versagen der Gewerkschafts⸗

ferfrärfoftafe It Wegheffrerf, Fer Nmsterdemer Gewerk schaftsbund ist dabei, durch wirkungsvollere Maßnahmen die deutschen Arbeiter an der Ruhr pofitiv zu unterstützen. Er wird, wie wir von gut unterrichteter Seite hören, auch über die von der soeben veröffentlichten Proklamation ge⸗ forderten Schritte hinaus, je nach Gestaltung der Lage gegen die Versklavung der deutschen Arbeiter durch den französischen Imperialismus Stellung nehmen. Vor allem die englischen Arbeiter haben erklärt, daß sie nicht eher ruhen, bis sich auch die englische Regierung in scharfer Weise gegen dieEr⸗ oberung des Ruhrgebietes durch Frankreich und Belgien wenden wird. 1 ee

Solidarität der dänischen Arbeiter.

Wir führen den Krieg nicht gegen das deutsche Volk, sondern gegen den Kalser und das Preußentum! An diesen Ausspruch Poin⸗ carés aus der Kriegszelt erinnert unser Kopenhagener Bruderblatt Socialdemokraten, das führende Organ in Dänemark und schließt daran folgende Worte:Das deutsche Volk hat das Preußentum gestürzt. Die deutsche Republik wurde in der ersten Zeit ihres Be⸗ stehens von Sozialdemokraten geleitet und heute noch ist ein Sozial⸗ demokrat der Präsident der deutschen Republik. Vom ersten Tage des Bestehens der Republik an war Frankreich gegen die Republik und hat mit seiner imperialistischen Politik die Reaktion in Deutschland gestärkt. Wenn die Welt noch einmal in Brand gerät, dann nützt keine Ausrede: Frankreich ist der Brandstifter! Der Artikel schließt mit der Aufforderung an alle dänischen Arbeiter, ihre deutschen Kameraden im Ruhrgebiet zu unterstützen.

Wie diese Aufofrderung und die Meldungen von dem Elend im Ruhrgebiet auf die unter großer Arbeitslosigkeit leidenden dänischen Arbeiter gewirkt hat, zeigt die Tatsache, daß auf der Redaktion des Socfaldemokraten bereits Hunderte von Briefen eingegangen sind, in denen sich dänische Arbeiter bereit erklären, deutsche Kinder aus dem Ruhrgebiet zu sich zu nehmen. Das aus Arbeitern zusammen⸗ gesetzte und unter Führung des in Deutschland rühmlichst bekannten Kindervaters, Genossen Nielsen, stehendeKomitee für die deutsche Hilfsaktion wird demnächst eine große Aktion für das Ruhrgebiet

Politische Uebersicht.

Jeternationale, Zollkonferenz und Welt⸗ wirtschaftskonferenz.

Der Völkerbundsrat hat nunmehr die Einberufung einer internationalen Zollkonferenz für den 15. Februar festgesetzt. Es sollen dazu auch die Staaten eingeladen werden, die nicht zum Völkerbund gehören, besonders auch Amerika, Deutschland, Mexiko und Equador.

In Washington fand Mittwoch ein Kabinettsrat statt, nach dessen Schluß offiziell mitgeteilt wurde, daß die ameri⸗ kanische Regierung den Augenblick zur Einberufung einer Weltwirtschaftskonferenz noch nicht für gekommen hält. Würden die Vereinigten Staaten jetzt eine derartige Initiative ergreifen, so würden sie sich damit in ein un⸗ günstiges Licht setzen.

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Vandervelde und die Reparationen.

In bemerkenswerten Ausführungen nimmt Genosse Vandervelde in unserem Brüsseler Parteiblatt, dem Peuple, Stellung zur Reparationsfrage. Eine Lösung sieht er nur darin, daß die deutsche Schuld ein für allemal festgesetzt wird. Das sei zwar im Londoner Zahlungsplan vom Mai 1921 festgelegt, aber die Summe von 132 Milliarden Goldmark bedeute eine Unmöglichkeit und eine Ungerechtigkeit. Niemond, auch Herr Poincars nicht, glaube, daß Deutschland das zahlen könne. Wenn jedoch die deutsche Schuld durch ein Uebereinkommen oder einen Schiedsspruch auf eine ver⸗ nünftige Ziffer, z. B. 50 Milliarden Goldmark, herabgesetzt würde, dann wäre es für Deutschland leicht, in einer inter⸗ nationalen Anleihe den notwendigen Kredit für die Repa⸗ rationen zu finden; und dann hätte Deutschland, allein schon aus Rücksicht auf die Befreiung seiner besetzten Gebiete, das

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Faftergrößre Interesse an erffer schfresfen Abzar Reparationsschuld. Gewiß würde dann Deutschla wieder seine frühere Blüte erleben und für seine ein gefährlicher industrieller Konkurrent werden. gebe nur zweierlei: ein ruiniertes Deutschland,

zahlen kann, oder ein Deutschland, das zahlen wird un wieder aufblüht. Ein ruiniertes Deutschland bedeu Ruin Europas, ein aufblühendes Deutschland bedeu Gedeihen all derjenigen, die mit ihm zusammeng England wäre seine Arbeitslosigkeit los, Frankreich für seine lothringischen Hütten die rheinischen Kohlen. nicht durch Beschlagnahme und Gewalt, sondern auf d Wege des Austausches und der Bezahlung der N produkten. Und daher sei, allein schon vom Standpu N Alliierten aus, die Ruhrpolitik nicht nur ein ge Abenteuer, sondern eine empörende Verrücktheit.

Geld, statt welches einzubringen: sie verhindere die 1605 gutmachungen, statt sie zu erleichtern; sie vermehre 4 Widerstände, statt sie zu beseitigen: sie verarme die 1 f

Welt und bereichere niemand. Sie sei ebenso bedrohlich die belgischen oder französischen Arbeiter wie für schen. Daher sei es nicht nur Pflicht, sonde elementarstes Interesse, alles daran zu setzen, diese wachsender Zwietracht zu ersetzen durch eine Politik tracht und des Friedens. 4 e b

Die Beratung des Reichsetats.

Der Haushaltsausschuß des Reichstages setzte am Mitt Etatsberatungen fort und strich entsprechend den Beschll Unterausschusses bei der Kanzlei des Justizmintsterlums Kanzlei des Reichsgerichts je 10 Prozent. Bei der Berat Etats des Reichsministerium des Innern berichtete Abgeord Schreiber(Ztr.) über die Arbeiten des Sparausschusses. D Aufgabe des Ministeriums des Innern sei, die Pflege des Einheitsgedankens vor allem in der Verwaltung hervorkt lassen. Auch in kirchenpolttischer Beziehung sei eine größere Ein lichkeit zu erwarten. Abg. Mu m m(Dtn.) forderte, daß die schüsse der Religionsgesellschaften der Geldentwertung g werden. Abg. Morath(D. ö

Vp.) wünscht eine Rev Urlaubsdauer der Beamten und Staatsangestellten und ein staltung der Beamtengesetzgebung, die als nicht mehr zeit

zeichnet werden müsse. Reichsminfster des Innern Dr. O widerte, er wünsche dringend die baldige Verabschiedung amtenrätegesetes und habe selbst eine Entscheidung des beantragt. Zur Regelung der kirchen rechtlichen Fragen habe sprechung mit den Regierungen Sachsens, Thüringens und schweigs stattgefunden, die ergeben habe, daß bei der Ausle Artikels 135 der Reichsverfassung Zweifel entstehen Reichsregierung stehe auf dem Standpunkt, daß die Länder seien, Feiertage einzuführen und zu ändern, solange re nichts anderes bestimmt sei. Diese Tatsache habe der Reichs Veranlassung gegeben, einen Gesetzentwurf vorzulegen, der die tigsten Feiertage reichsgesetzlich sestlegt. Ministerialdirekb Falk gab einen Bericht über die vom Abg. Morath be Disaiplinarverfahren gegen Beamte im Reichsministerium des die sich lediglich gegen solche Beamte gerichtet haben sollen, tisch im rechten Lager stehen. Der Ministerialdirektor wies hin, daß es sich bei diesen Disziplinarfällen vielfach um die setzung der republikanischen Staatsform gehandelt habe. Ersing(3Ztr.) wünschte auf beiden Seiten etwas mehr 2 ein erträgliches Verhältnis zwischen der Beamtenschaft und d 1 Volksstaat zu schaffen. Die Genossen Müller und Steinke begrüßten das Verhalten der Reichsregierung in der 7 14 Disztplinaserungen, die wegen Beschimpfungen der Repub sind. Am Schluß der Aussprache kam der Mimister no auf die Frage der Stellung der Beamten zur Republik zu Bei jeder. sei auch eine Umwälzung der tung vor sich gegangen. Die deutsche Republik aber babe ch Aufgabe betrachtet, den bestehenden Beamtenkörper zu k Maßgebend für diese Haltung sei das feste Vertrauen auf d erhaltende Auffassung der deutschen Beamtenschaft gewesen. gemeinen habe dieses Vertrauen auch Rechtfertigung gefun Ausnahmen zutage treten, muß, so sagte der Mimister, der der Erhaltung der Republik richtunggebend sein für alle Maß Im übrigen stehe man jetzt an einem pfychologischen W wozu der unerhörte Gewaltstreich der Franzosen im Ruhrgebi getragen habe. Jetzt sei es möglich, auch in der Beamtenscha vaterländische Einheitsfront zu schaffen. Diese Bewegung we

Der Deserteur.

Roman von Robert Buchanan.

Weit hinten an der Biegung einer Hecke erhob sich ein

verlassenes Kruzifir, so zerbrochen und verstümmelt, daß nur ein mit der Gegend vertrautes Auge wahrnehmen konnte, was das Ding vorstellte. Der Kopf und die Beine des Gekreuzigten fehlten, nur der Rumpf und ein Arm waren unversehrt. Auf dem Boden wucherten hohe Ginster, Brennesseln und anderes Unkraut. Aber obgleich zerstört und zerbrochen, beherrschte das Christusbild die wilde Land schaft ringsum und verlieh ihr ein noch wilderes und ver lasseneres Aussehen. fSiehst Du, mein Kind, das ist der Krieg! erklärte Meister Arfoll feierlich.Unsere Landstraßen sind mit Steinköpfen unserer Heiligen und den Marmorbeinen des Heilands bedeckt, das Evangelium der Liebe ist verloren, Christus, der Gott der Liebe, vergessen, die Welt ein Schlachtfeld, Frankreich ein Beinhaus und Du hast recht, mein Kind! der Kaiser ein Gott!

Marcelle blieb die Antwort schuldig, ihr Herz war von Entrüstung erfüllt, aber sie fühlte sich ihrem Gegner nicht

gewachsen.Das ist Verrat, dachte sie im stillen,und wenn der Kaiser ihn hörte, würde er ihn sicherlich töten lassen! Verstohlen blickte sie in das kummervolle Antlitz des Wanderlehrers und ihr Zorn machte sofort aufrichtigem Mitleid Platz.Die Leute haben recht, sein einsames Leben und die Sorgen scheinen seinen Verstand ein wenig getrübt zu haben. Armer Meister Arfoll! Man kann ihm nicht zürnen!

Mittlerweile hatten sie das äußerste Ende des Dorfes erreicht; ein schmaler Fußpfad führte zur Kirche; hier gab Marcelle ihrem Vetter ein stummes Zeichen, indem sie mit einem Seitenblick auf den Wanderlehrer seine Hand leicht drückte, und schlich sich davon.

Arfoll bemerkte ihre Abwesenheit nicht, sein Herz war schwer, sein Hirn arbeitete geschäftig und er blickte gedanken voll zu Boden.

Meister Arfoll, sagen Sie mir, was geschehen ist! Marcelle hört uns nicht mehr. Ich fürchte, es muß etwas Entsetzliches sein! störte ihn Rohan aus den Grübeleien.

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Sei doch nicht so ungeduldig, böse Nachrichten zu hören, mein Sohn! Ein Sturm bereitet sich vor ein Gewitter sturm!

Ein Gewittersturm?

Ja, ein Erdbeben die Vernichtung! Der russische Schnee hat noch nicht genug Opfer gefordert, auch die Ge wässer des Rheins müssen uns noch verschlingen! Wir stehen am Vorabend einer neuen Konskription(Aus⸗ hebung), erklärte Arfoll düster.

555 Rohan erbebte, denn er wußte, was das zu bedeuten abe.

Und diesmal wird es, mit Ausnahme der Familien⸗ väter, keine Befreiungen geben. Halte Dich bereit, mein Sohn, diesmal werden sie auch die einzigen Söhne nehmen.

Rohan stockte das Blut, ein neues, namenloses Ent⸗ setzen erfaßte ihn. Aufblickend sah er das zerbrochene Kruzifix wie ein Zeichen des Jammers und der Vernichtung empor ragen. Er öffnete die Lipven, um etwas zu sagen, da ging das Friedhofstor auf undMonsieur le euré(der Herr Pfarrer) trat mit seinem Brevier unter dem Arm und der stark angerauchten Meerschaumpfeife im Munde heraus.

Fünftes Kapitel.

Die um ihre Kinder trauernde Rachel.

Rolland, der Dorfpfarrer, hatte einen watschligen Gang, sein Schmerbäuchlein wackelte bei jedem Schritt. Er war von untersetzter Gestalt, hatte Säbelbeine und lange, kräftige Arme, die beim Gehen wie Pendel schlenkerten. Uebrigens glich er keineswegs einem verweichlichten Syba riten. Wenn es darauf ankam, konnte er mit jedem Krom⸗ laixer Mann um die Wette laufen, springen und ringen.

Sein feistes, wohlgenährtes Gesicht hatte fast die Farbe von Mahagoni, denn er scheute sich nicht, es der Sonne und dem Winde frei auszusetzen; ein Paar kleine, äußerst gut⸗ mütige Augen blitzten daraus hervor. Marcelles Oheim. der Spaßmacher des Ortes, hatte dem allgemein beliebten Pfarrer den SpottnamenRotkehlchen gegeben nicht mit Unrecht, denn Vater Rolland teilte zwei Eigenschaften mit diesem niedlichen Tierchen: unerschöpfliche Geduld und eine tüchtige Portion gutmütiger Streitlust. Er führte ein musterhaft regelmäßiges Leben, stand mit den Hühnern auf

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und legte sich in der Regel auch mit ihnen nieder. Er be

wohnte eine ärmliche Hütte, erfüllte seinen heiligen Ven gewissenhaft und war zu jeder Stunde des Tages oder d Nacht, bei Sturm und Wetter, bereit, seinen Ge mitgliedern die Tröstungen der Religion zu spenden. besaß nur eine Schwäche eine gewisse Vorliebe

guten Tropfen, der ihm stets die Zunge löste und seine Laune erhöhte. Er plauderte sehr gern und sagte Wenn die Erde plötzlich entvölkert würde und ich m Gottseibeiuns allein darauf hauste, würde ich nicht nehmen, mit diesem Feind der Menschheit anzustoßen mit ihm ein Plauschchen zu halten. Ja, der gute vermochte keinem Menschen böse zu sein, nicht ein Gottseibeiuns oder Bonaparte.

Er bekleidete seinen Posten in Kromlaix erst seit Jahren, und zwar als Nachfolger jenes Geistliche Rohan einst so viel zu schaffen gemacht. Als Eing des Bezirks kannte er jeden Menhir, jedes Häus Dorfe, jede Klippe weit und breit; er sprach auch mit liebe den in der Gegend üblichen Diolekt. Deshalb man aber ja nicht, daß er kein belesener Mann gewese Er war ein guter Lateiner, zitierte auch einige 4 Zeilen aus dem Homer im Original, war aber nich dem Holz geschnitzt, aus dem man Gelehrte oder Märtyrer macht. Er war ein guter Hirt, der für seine getreulich sorgte weiter nichts. 1

Sein gutmütiges Gesicht strablte vor Freude, als aus dem Kirchhofstor tretend, Meister Arfoll erkann streckte ihm herzlich seine beiden fetten Hände entgegen nickte Rohan zu. 3

Willkommen, herzlich willkommen, Meister Sie machen sich jetzt sehr rar bei uns! Seit Monate wir kein Schlückchen mehr miteinander getrunken un ausgiebigen Plausch gehabt. Wo haben Sie so la steckt? Was haben Sie getrieben? Noch einmal kommen! a 1

Der Wanderlehrer erwiderte die herzliche Be ebenso freundlich. Schweigend schritten die beid Weile nebeneinander ber, während Rohan hinterhe Plötzlich schob der Priester seinen Arm vertraul seines Begleiters und bat um Neuigkeiten.

(Fortsetzung folgt.)