Ausgabe 
1.6.1923
 
Einzelbild herunterladen

e Karabiner und Munition wurden pt, Matratzen in den Speisesgal gebracht und die Fenster daß der obere Stadtplatz mit Gewehrfeuer bestrichen wer⸗ J 1 stand zum Schnellfeuer bereit. derweilen der N e König hinter den Armierten Mauern schlief und sich und breit keiner er Rosenheimer Eutlausungsgardisten zeigte FDiese königstreue Betätigung wäre uns an sich gleich, wenn der sche Herr Or. Noth nicht bald danach das Bedürfnis gefühlt Jätle November⸗Verbrecher wie er sie heute nennt anzubetteln lt sie ihm als Staatsbeamten das Ueberspringen der bülrokratischen knleiter ermöglichen. Dabei entwickelte sich die Anpassung des setrenen Mannes an die Republik in sprunghafter Weise. War 0 5 der Wunsch nach einem leitenden Posten bei der Staats⸗ Wefhenstephan, so steigerte sich diefer schließlich zu dem direk⸗ rlangen nach dem Stuhl eines Regierungspräsidenten im Bayern. Der damalige Minister des Innern, Gen. Endres (scdoch die allzu ohe Selbstefnschäzung der Fähigkeiten des leksamtmannes nicht, sodaß Herr Dr. Roth es dann vorzog, von genErrungenschaften zu profitieren, die der Kapp⸗Pulsch in rn im Gefolge hatte! Sollte die bayerischeEigenart wirklich eit gehen, diesem ehrgeizigen Herrn zum zwekten Mal ein Minister⸗ eule auszuhändigen und zwar diesmal das noch bedeutsamere 1 5 e 1 e e einen Zweifel dar⸗ . 6 inisterpräsident i lf r aus Braunau im Salzburgischen bel e *

Das Recht auf Wiedereinstellung.

Der Reichstag hat in feiner letzten Si am 16 9 ssen, die Regierung zu erfuchen, bis 8 e, dem 00 955 5 dat des Reichstages, die Vorlage für ein Notgesetz ente eiten, durch das den infolge der Ruhraktion arbeitslos ge⸗ Ghenen Angestellten und Arbeitern grundsätzlich das Recht auf ereinstellung gesichert wird. Inzwischen ist dem Reichsarbeits⸗ um vom Afabund ein ausgearbeiteter Gesetzentwurf zur Be⸗ g unterbreitet worden, dem wir folgende Grundgedanken

die entlassenen Arbeiter und Angestellten sollen den Anspru, 1 in dem Betrieb oder Bureau wieder eingestellt zu 1 7 te vor dem 11. Januar 1923 beschäftigt waren. Die wirtschaft⸗

U 0 N N

9 9 n, als es den Bestimmungen der Demobilmachungsverord⸗ N. 12. Februar 1920(S 110) entspricht mit 76 Nase e daß itgeber, die eine Befreiung von der Wiedereinstellungspflicht be⸗ uchen eine Entscheidung beim Schlichtungsausschuß beantragen en. Den Wiedereingestellten soll für drei Monate die Unkünd⸗ 6 it gewährleistet werden, und sie sollen auf ihre alten Rechte sowie bie tarifvertraglich geregelte Entlohnung wieder Anspruch haben. Für weitere Kündigungen im besetzten Gebiet sieht der Entwurf a Afabundes einen verstärkten Kündigungsschutz im Sinne der 6 98 des Betriebs rätegesetzes vor, d. h. sis sollen die Zustim⸗ ig der Betriebsvertretung zur Voraussetzung haben. Der Afabund het bereits vor Wochen und wiederholt die Av⸗ ö ig zu einem solchen Notgesetz gegeben, und man darf wohl er⸗ en, daß nach der einmütigen Willenskundgebung des Reichstages Annehr die Vorarbeiten für das Gesetz mit aller Beschleunigung

0

ö 8

Abdankung.

Zum Tode des letzten Großherzogs von Sachsen⸗Weimar. Die byzantintsche Geschichtsschreibung läßt ihre Helden fast g Fahmslos mit einer mehr oder minder heroischen Geste von der bühne abtreten. Ob es sich dabei um einenHeldentod, die Fühmtenletzten Worte Sterbender oder eine rührsame Ab⸗ Aüungsszene handelte, immer zeigt sich das Bestreben, den Auß ber Laufbahn eines gekrönten Hauptes möglichst effektvoll Aßustellen. Es lag im System der Erziehung zur Untertänigkeit, Volke das Gefühl für die Erhabenheit und Größe seiner Be⸗ Ascher unter allen Umständen, nicht zuletzt auf Kosten der Wahr⸗ ö bringen und zu erhalten. Diese Methode eines raffiniert gelten und bis zur letzten Konsequenz jahrhundertelang . geführten Geschichtsunterrichts erweist sich bei der Erziehung Jepublikanischem Denken und Fühlen heute noch als ein großes Ibernis, das durch den Hang des deutschen Volkes für Ro⸗ tik und heroische Legenden nicht Abdankung der deutschen Fürsten im November 1918 vollzog 1 in absolut nüchterner, undramatischer Weise, ohne jede heroische 75 Ne oder Tat, daß jedem Urteilsfähigen die Absurdheit des Ge⸗ sallens einer natürlichen Ausnahmestellung eines Monarchen klar den mußte. Trotzdem wird heute noch jede Gelegenheit benutzt, t die Tatsache des ruhmlosen Zufammenbruches deutscher keit, den alten deutschen Untertanengeist neu zu den republikanischen Gedanken zu jetet das Verhalten reaktionäre des Ablebens des ehemaligen Sachsen⸗Weimar⸗Eisenach. Ihn

erscheinen zu lassen, fällt selbst dem

0 Der Pepnge el n u ingestellt un 5

Le; die ihm zwar Mitleids⸗ Ber⸗

ea pen Bericht: fn 2 kritischen Tage erschien eine Abordnung des Ar⸗ Soldatenrates unter Führung des späteren Staats⸗ m Großherzog und forderte ihn klipp und

dann einen längeren ch der materialistischen sse und seiner Um⸗ rotz seines guten

2 N

eren Se mir zu.Bitte, fagte der Gro

ssen.Da kann ich 3 in ganz Deutschland sind. Damit Sies nur

1 3 5 Ga A n Weg. Vorträge terzeichnete seine Abdankung.

ee en die Absicht des Artikelschreibers und Lacht über die Trostlosigkeit monarchistischer Stimmungs⸗ die aus dem Aufsätzchen spricht. Hier der Fürst, der über

0 bedeutsamsten, Stunde alistische Geschichtstheorie in der 6105 alan anmatftalssch

es L feriert, dort der ange 1 laden Abgeordnete, dessen Argument. der 0 nee auf den Tisch ist. Gibt e 1 5 . auf welch trügerischen 2 public ge⸗ e ist es notwendig, den, wirklachen Ser

halt der Abdankung des Großherzogs festzuhalten 5 1 aid der Tatsachen jeder Legendenbildung, die 5 1 7 e sublikanischer Bestrebungen gern ausgewertet wird.

Arbeiter und die in Demonstration. Die⸗

l

n. u 8. November 1918 vereinbarten die on li Soldaten eine gemeinsame u eee a Nachmittag dem Großherzog in. 1510 es Sia en ferkel 270 dehee 5i 1 5 i u flüchten. Wilhel 0 g sd fiese die Hier mit den gröbsten Vorwürfen, daß Fer di der Verhaͤltnisse nicht unterrichtet

unwesentlich verstärkt wird.

Der Großherzog ließ zunächst seine Be. , f ann ihnen

ähigkeit der einzelnen Betriebe soll insoweit Berücksich⸗⸗

verlaugte 5 an der auch Mitglieder des inzw

Auftreten sonst kennzeichnee, war verschwunden.

der, wie die übrigen, in setner ganzen menschlichen Schwäche da⸗ stand, als der Sturm der Volkserhebung ihm den Flitter des

Leben so unrühmlich war wie ihr Ende, durch Geschichtsfälschungen

daß die Rohstoffindustrie bei der Dollaranleihe nicht in er⸗

ann kurz nach 2 Uhr die Besprechung statt, deren Verlauf die

lm Ernst erschien in selograuer Uniform und bot das Bild eines dem Standpun

eelisch vollkommen gebrochenen Menschen. Keine Spur von Würde in der Welt einen

oder Entschlossenheit lag in seinem Wesen, die K die sein] leines machen. Auch er wisse, daß Deutschland in dieser Sache im ö a on Gewissens⸗ Necht sei, aber wir hätten es mit einer Welt zu tun, die dieses

bissen geplagt, kam er sofort nach einfgen Bemerkungen über die uoralische Plus nicht anerkenne.

Forderung der Abdankung auf den gegen ihn erhobenen Vorwurf

der Soldatenmißhandlung zu sprechen.

Damit war nach

Ich weiß nicht, sagte er zu dem Abgeordneten,ob Sie auf schöpft.

mein fürstliches Ehrenwort etwas geben. Aber es ist zucht wahr,

en abe sie der Goldschatzanleihe ihre Unterstützun versagt. e An⸗ icht, daß die chemische Industrie die Anleihe 94

für diesen Zweck eine en des Staatsministertums,] den der lebensnotwendigen Probuktion, Landwirtschaft und In⸗ an 0 ischen gebildeten Arbeiter⸗ und J dustrie. Die Regierung Cuno⸗Becker habe den Verf 8e. ö Soldatenrates teilnehmen wiirden. In dieser Situation über- dieser Entwicklung Einhalt zu tun. Ihre Markstabilisterung set se⸗ raschte den Abgeordneten Baudert, der gerade von einer doch von der deutschen Wirtschaft durchkreuzt worden. ei Sitzung heimkehrte, eine telephontsche Einladung in das Schloß. Er 0

leistete ihr Folge und wurde von dem Hofmarschall empfangen,

der ihn frug, ob er bexreit sei, eine Unterredung mit dem Groß⸗ zeichnen können, sek nicht streng zahlenmäßig zu nehmen,

herzog zu führen. Zeuge dieser Unterredung sollte Rechts- werde überall geäußert. Seine Absicht sei gewesen, den Wirtschafts⸗ anwalt Jöck sein. Der Abgeordnete Baudert hatte nichts da⸗ kreisen das nationale Gewissen zu 1 7(Zuruf des Abg. Schild⸗ gehen einzuwenden. Im Empfangszimmer des Großherzogs fand bach: Das ist verloreye Mühe!). Die Konzernbildung 1 0

che tte 10 fach über⸗ sie

. 5 d als liberaler Wirtschaftspolitiker. Er habe lehiglich sch ge⸗ menschlich allzumenschlichen Eigenschaften einer auf das Piede⸗ sagt, wenn man durch Hingabe eines Viertels drei Pier el seines al der Untertanenverehrung erhobenen Person offenbarte. Wil⸗ Vermögens retten könne, so solle man es tun. Und er he auf lt, wenn man jetzt kein Angebot machen könne, das

tigen Eindruck mache, so solle man lieber ga⸗

einigen unwesentlichen Ausführungen des

Abg. Ebner(Kom.) u. a. die sast zweitägige Generaldebatte er⸗ Das Kapitel wird genehmigt. Der Antrag Brauer, be⸗

daß ich Soldaten geschlagen habe. treffend Aushebung der Bewirtschaftung pon Butter und Käse, Wenn Sie das sagen, so muß ich es glauben, erwiderte ihm wird gegen die Stim;

Baudert,fest jedoch steht, daß Sie kleine Kinder mit der Reit⸗ Glaser und Gen., betr.

peissche somißhandelten, daß sie blutige Striemen davontrugen! kredite, wird einstimmig angenommen, ebenso der Antrag des

men der Rechten abgelehnt. Der Antrag

Veschleunfgung der Auszahlung der Rüben⸗

Ja mein Temperament, stöhnte der Großherzog und fan! Bauernbundes, betr. Nichterhöhung der Bahntarise für Dünger⸗ vollends zusammen. und Lebensmittel. Damit ist das Kapitel erledigt.

Eine peinliche Pause entstand, bis sich der Fürst wieder zu

einer Frage aufraffte. Lesung genehmigt.

Nun verlangen die Soldaten meine Abdankung? Das sind ja garnicht meine Landeskinder!

Die Abdankung verlangen nicht nur die Soldaten, auch

andere Kreise, entgegnete Baudert,und übrigens haben Sie

ja sonst keinen Unterschied gemacht, wenn sie die gaer als Ihr bostele Kerze 80e ntger- Fre dee uw, fort. Seren

Die Kap. 7686

Die Erstreckung des Finanzgesetzes wird auch in zweiter

werden ohne Debatte

Ueber die Nachmittagssitzung geht uns folgender Bericht zu: Stürmische Szenen im Landtag. 1 etzte nachmittags seine Beratungen bei Kap. 86,

Regiment besuchten! 5 Aber warum soll ich denn abdanken? fuhr derhistorisch⸗ die Abgg. Storck(Soz. Frau Roth(Kom.) und Abg. Kindt

materialistisch geschulte Großherzog fort,, be doch meinem Dent) und legten die een beschbigenprobkem bar. Leb hafter gebattete scch die Ausfprate

Beruhigen Sie sich nur, fiel ihm der Abgeordnete mit beim nächsten Kapitel Er ö g e dene ee

leichter Ironie in die Rede, 5 Gute wird man anerkennen.

Sie werden nicht allein dem Thron entsagen, sondern alle dent⸗ Kau!(Soz.) und

schen Fürsten werden zurücktreten müssen.

meine Familie in Sicherheit gebracht Uebernehmen Sie jetzt stürmischen Szenen. während es dem mur die Garantie, daß ich unbehelligt gelassen werde. 5 Mühe möglich war, die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die

Auffassung ihrer Parteien zum Kriegs

Wenn Sie so bald als möglich Weimar verlassen ja! Himwesse des Abg. Ebner auf bevorstehendeTazen nstigten gen Inzwischen wurde gemeldet, daß der Staatsminister Dr. 2 5 Inmiern.

Rothe vor der Tür warte. Der Großherzog machte eine ah⸗

wehrende Handbewegung, die bedeuten konnte: der mag draußen Minister bleiben. Na 8 für sozialdemokra Lassen Ste ihn ruhig eintreten bemerkte Baudert,er kann[ schen Antrog, ausgesprochen hatten, wurde derselbe ang en o 55

.

ruhig die Verhandlung mit anhören. men umd das Kapftel genehmigt. Hierauf wurden Der Staatsminister erschien und der Abgeordnete fuhr fort ausstehenden Kapitel

Ich muß auf der Forderung sofortiger Abreise beharren, weil Ste wohl selbst wissen, daß Sie bei dem allergrößten Teil

die des Arbetts⸗ und Wirtschaftsminister duns

ohne Debatte angenommei, 0 Fortsetzung Montag, den 11. Juni, nachmittags 2 Uhr be⸗

der weimarischen Bevölkerung nicht beliebt sind, ja, 5 bitter es ginnend, mit dem Etat für das Justigministerium. ge

klingen mag, als der gehaßteste Fürst Deutschlands n. Der Fürst und sein Staatsminister zuckten bei dieser Offen⸗ heit zusammen. Ich habe doch für mein Land sopiel Gutes getan und noch tun wollen, erwiderte der Erstere kläglich 4 Rechtsanwalt cc erbot sich hierauf den Großherzog in hen Haus aufzunehmen und dafür Sorge zu tragen, daß ihmkein Haar gekrümmt werde. Dem widersprach der Abgeordnete Baudert ganz energisch. Er verlangte, daß der Großherzog bis zu seiner umgehend zu erfolgenden Abreise mit seiner Familie im Schloß bleibe. Er schlug ihm als nächsten Aufenthalt Schloß Allstedt oder als absolut sicheres Asyl die Schweiz vor. Der e frug ganz verwundert:Ja, darf ich denn ins

5

Baudert bedeutete ihm, daß dem nichts im Wege läge, wenn die Bahnverbindung in Ordnung sei.

Rechtsanwalt Jöck versuchte noch einmal mit überflüssigem Pathos auf den Abgeordneten einzuwirken, indem er ihn auf Jen schwere Verantwortung hinwies, wenn der letzte Sproß er Wettiner auf dem weimar ischen Fürstenthron in einer blutigen Tragödie enden würde.

Das wird von dem Fürsten selbst abhängen, war die kühle Antwort, womit die Besprechung beendet wurde.

Die weitere Entwicklung der Angelegenheit war reine Form⸗ sache. Am Abend des 9. November würde der Abgeordnete Baudert aus einer Sitzung des Arbeiter⸗ und Soldatenrates im Gasthof zum

an in Weimar in ein besonderes Zimmer gerufen, wo ihm Staatsminister Dr. Rothe die Abdankungsurkunde überreichte. Rechtsanwalt Jöck, dessen wenig rühmliche Rolle während der Kapp⸗ Putsch⸗Tage in Weimar noch in gebührender Exinnerung ist, hatte vergebens versucht, den Großherzog zu veranlassen die Wortefür alle Zeit in dem Thronverzicht zu streichen. Im Morgengrauen des 12. November reiste der Großherzog unter einer von ihm erbetenen Bedeckung nach Schloß Allstedt. Sang⸗ und klanglos endete damit die Regie rungslaufbahn eines deutschen Autokraten,

Gottesgnadentums vom Leibe riß. Nur Narren können den Ver⸗ such unternehmen, diesen Gespenstern der Vergangenheit, deren

nachträglich einen Glorienschein zu verschaffen. Man wird sich ihrer höchstens wie eines bösen Traumes erinnern.

Hessischer Landtag.

stadt, 30. Mai. Die allgemeine Aussprache zu dem Etat des Ministeriums flür Arbeit und Wirtschaft

wurde heute zu Ende geführt. 5

In längeren Ausführungen beschäftigte sich Ministerialdirektor Uebel mit den vorgetragenen Wünschen der Fraktionen. Einen befonders breiten Raum nahmen seine Ausführungen zu dem Verhältnis der Landwirtschaftskammer ein, von dem er wünschte, daß es wie seither ein freundschaftliches sein möge. Die Fragen der Milchversorgung, des Butterpreises, sowie der landwirtschaft⸗ lichen Schulen zog er in den Kreis seiner Betrachtungen. Eine Aufhebung der Verordnung über den Verkehr mit Butter und Käse sei zurzeit nach Ansicht der Regierung nicht angängig und den entsprechenden Antrag bitte er abzulehnen. Die Landwirtschafts⸗ kammer müsse selbstverständlich neu gewählt werden, sobald es nur irgend möglich sei, die notwendigen Unterlagen für die Wahl zu beschaffen. Die Bedenken gegen die Landwirtschaftsämter könne er nicht gelten lassen. Redner umschreibt die Aufgaben und die Grenzen der Wirksamkeit der Landwirtschaftskammer, die durch die Aemter natürlich in keiner Weise behindert werden dilrfte.

Abg. Del p(Soz.) hält es nicht für zweckmäßig, einzelne Vor⸗ stellungen von Beamten oder Beamtengruppen jetzt mit, zu behan⸗ deln. Der Finanzausschuß habe dementsprechend beschlossen und er bitte darum, den Antrag Hofmann usw. zurückzuziehen, bezw. abzu⸗ lehnen. Desgleichen einen Antrag Jost(Bd.), betr. 45 Millionen

Zuschuß zur Verbesserung der Hutweiden im Vogelsberg. Da

müßte erst der Finanzausschuß sprechen.

Eine bedeutsame Höhe erreichte die Debatte bei der Er⸗ widerung des Abg. Dr. Büchner auf die Einwendungen des Abg. Kindt und Dingeldey gegen dessen gestrige Rede. Er wies die ihm gemachten Unterstellungen. zuriick und blieb im übrigen dabei,

wünschtem Maße ihre Schuldigkeit getan habe. Er habe nicht gesagt, daß die Verarmung nur von der Konzentration des Ver⸗ mögens in den Händen der großen Industrie herrühre, aber was

frist.

Heberzeugung, daß gehende Vorbereitung

lich ist und überließ ummittelbar zu ver beiden Bezirke.

Gießener Betriebe d.

den Stundenlohn der klärungsfrist.

besttern 66 000 Mk.

Der Deutsche Verbandstag, den er

jähriges Jubiläum feiern kann, veröffentlicht jetzt nungsabschluß für das Jahr 1922.

Aufschwung, den der

ist in andauerndem A

dem über 38 000, im

industrie. Hierüber

der fu gendlichen aber bis zum Schluß Die Gewimmung des legen sein.

geringen Mitteln zu

e die Zuspitzun 1 ö 0 e November te die sozialdemokratische Jan

on das ae 19 0 un Kenntnis, daß der Rück⸗ oßherzogs unter

1* Annen» yrdert würde, und

der verlorene Kriog uns übrig gelassen haba, das sei in den Hän⸗

Uebung in den Bezirken Gießen und

Arbeitsrecht, Gewerlshastliges, Arbeiterbewegung. Schlichtungsausschun der Provinz Oberhessen in Sieten

Sitzung vom 29. Mai.

Der Metallarbefterband und der Arbeitgeberver⸗ band für Lahngau und Oberhessen stritten wegen eines Abkommens über Urlaubsvegelung und Ueber stundenbezahlung im der ober⸗ hessischen Metallindustrie. Der Schlichtungsausschuß kaun. 2 der weitere

wegen der Verschiedenheit der der Angelegenheit durch die Streitteile noch

keine einheitliche Regelung für die beiden Bezirke zusammen mög⸗

es daher den Streitteflen, zumächst weiter

handen über gesonderte Regelungen für die

Das Eisenwerk Hirzenhain beantragte gegen seinen Arbeiterrgt die Einslührung der Akkordregelung, die der Schlich⸗ tungsausschuß durch den Schiedsspruch vom 28. 3. 1923 für

7 55 er Metallindustrie getroffen hat. Wie die

Verhandlung ergab hatten die Streitteile noch nicht miteinander verhandelt. Ihr hisherineg Abkommen enthält keine Bestimmumg über seine Kündigung. Dennoch war der Schlichtungsausschuß der Ansicht, daß es zunächst gekündigt werden müßfe mit der Frist, die für die Lohn⸗ und Arbeitsverhältnisse der Arbeiter des Be⸗ triebes gilt. Er lehnte es zintächst ab, einen Schiedsspruch zu

fällen. f Den Alsfelder Schuhmacherbetrieben gab er

auf Gebilfen vom 14.91. Mai auf 1200 M.

zu erhöhen. Diese Lohnhöhe entspricht dem Antrag des Zentral⸗ verbandes der Schluhmacher. Die Strei tteile erhielten Er⸗

Die Spivituosenbetriebe S. Ehrmanm Söhne und Emil Reis Nachf. in Friedberg sollen vom 14.31. Mai ihren gelernten Ar⸗

Wochenlohn zahlen und die übrigen Söhne

in demselben Verhältnis erhöhen. Auch hier entspricht die Lohm⸗ höhe dem Antrag des Arbeiterverbandes. Dessen Vertreter er⸗ baumte den Schiedsspruch an. Die Berriebe erhiel den Erklärungs⸗

Ein Jahr Gewerkschafts arbeit.

Holzarbeiterverband, der auf dem Mitte Juni in Kassel abhält, feim dreißig⸗

einen Rech⸗ Der stürmische Verband. wie alle Gewerkschaften unmittel⸗

bar nach der Revolution, zu verzeichnen hatte, ist einer e 0 aber stetigen Entwicklung gewichen. Die, Mitglfederzah

lufstieg begriffen und hat im Jahre 1922 das

vierte Hunderttausend überschritten. Von 388 463 Ende 1921 ist sie auf 434843 em Schluß des Jahres 1922 angewachsen. Dabei übt die jeweilige Wirtschaftslage einen unverkennbaren Einfluß auf die Mitgshhederentwicklung aus. Im zweiten Viertelf wur

dritten nahezu 39 000 neue Mitg.

genommen; das Nachlassen des Geschäfts ganges im vierten die Zahl der Aufnahmen auf nicht gang 25 000 herab. Bemerkenswert ist die starke Zunahme der weib⸗ lichen Mitgliedel. Ende 1913 waren es erst 7470 oder 3,9 v. H. der Gesamtzahl. Ende 1922 zählte der Verband 50 195 weibliche Mitglieder: diese bildeten 11,6 v. H. der Gesamtzahl. Die wachsende Bedeutung des weiblichen Elements ist wohl im erster Linne auf die gesteigrte Werbetätigkeit zurückzuführen. Deren Erfolg wude aber begünstigt durch eine starke Zunahme weiblicher Arbeftskräste in den verschiedenen Zweigen der Holz⸗

dürfte die nächste Gewerbezählunng beachtens⸗

werte Aufschlüsse beingen. Noch stärker ist die Zunahme der

Mitglieder, dio Ende 1913 erst 1148 betrug, des Jahres 1922 auf 30 612 angewachsen ist. Nachwuchses läßt der Vorband sich sehr ange⸗

Die Juhresrechnung des Verbandes schließt bei 664,4 Mil⸗ lionen Mark Einnahmen und 315,9 Mill sonen Mark Ausgaben mit einem Ueberschuß von 348,5 Millionen Mark ab. Unter den Aus⸗ gaben stehen an erster Stelle die Kosten der Streiks umd Aus- sperrungen mit 71 Millionen Mark. Dabei ist jedoch der Anteil bieser Ausgaben an den Gesamtausgaben des Verbandes, ver⸗ glichen mit früheren Jahren, verhältußsmäseg klein. Der im ganzen genommen recht aute Geschäftsgang im Jahre 1922 ge⸗

stattete es dem Verbande, ansehnliche Erfolge mit verhältwismäßig

erzielen.