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Petrus sagt:„Ihm geben alle Propheten Zeugnis, daß jeder, der an Ihn glaubt, Bergebung der Sünden empfängt in Seinem Namen.“(Apg. 10, 43.) Und warum? Weil Er der von Gott gesandte Erlöser ist, des Vaters eingeborner, ewiger Sohn, der Mensch wurde, Knechtsgestalt annahm und als der Gerechte für uns, die Ungerechten, starb.„Um unserer Uebertretungen willen war Er verwundet, um unserer Missetaten willen jerschlagen. Die Strafe lag auf Ihm, zuf daß wir Frieden hätten.“ So sagte viele Jahrhunderte früher schon ein Prophet. Jes. 53.) Und der Apostel Paulus rühmt von Ihm:„In welchem wir die Erlösung haben durch Sein Blut, die Vergebung der Sünden, nach dem Reichtum Seiner Gnade.“(Eph. 1, 7.) Ja, dem Gläubigen sind die Sünden vergeben, sie sind auf ewig alle ge⸗ sühnt und getilgt; er ist errettet. Und er erfreut sich dieser seligen Gewißheit; denn Gott sagt von allen zum HErrn Bekehrten:„Ihrer Sünden und Uebertretungen will Ich nie mehr gedenken.“(Ebr. 10, 17) Also nicht nur ver- geben sind nach Gottes eigenem und untrüglichem Worte ihre Sünden, sondern auch vergessen; ihrer wird von Gott mie mehr gedacht.
Teurer Leser, hast auch du Vergebung deiner Sünden? Du hast sie, wenn du im Bewußtsein deiner Schuld und darum in Buße dich vor Gott gebeugt hast und im Glauben auf Jesum blickst, der für Sünder und Gottlose Sich zum Opfer gab. Ja, Er nimmt die Sünder an; wende dich noch heute zu Ihm! Er wird Sich zu dir neigen voll Erbarmen und Huld und zu dir lagen:„Sei getrost, deine Sünden sind dergeben!“ Und besitzest du erst Vergebung der Sünden, so hast du Leben und Seligkeit. Für⸗ wahr, dann bist du glückselig zu preisen. Du hast dann größere Schätze, als die ganze Welt dir bieten kann; denn Frieden mit Gokt ist dein Teil auf Erden und bald des Himmels Herrlichkeit u Ewigkeit. G. B. d. F.
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Sch liebe dich noch immer.
Kürzlich las ich von einer Mutter, deren Tochter eine Stelle in einer Großstadt angenommen hatte, daß eines Tages der Mutter die Nachricht gebracht wurde:„Marie ist nicht mehr an ihrer Stelle; sie ist auf den Pfad der offenen Schande und des Lasters gezogen worden.“ Sobald die Mutter dies bernahm, machte sie sich auf, um ihre arme Tochter zufzusuchen und heimzuführen. Doch das war ein schweres Unternehmen. Sie fand sie nicht, so sehr sie sich auch Mühe gab und fast Tag und Nacht umherirrte, das verlorne Kind zu suchen.
Endlich mußte sie sich schweren Herzens ent⸗ schließen, die Heimreise anzutreten. Aber da kam ihr plötzlich noch ein Gedanke. Sie ging zu einem Photographen und ließ sich ihr Bild machen, und sobald sie mehrere Abzüge desselben hatte, ging sie damit in die besuchtesten und verrufensten Wirt⸗ schaften und bat um die Erlaubnis, ihr Bildnis an die Wand hängen zu dürfen. Man gestattete ihr solches, und nunmehr reiste sie heim.
Nicht lange Zeit nachher kam die unglückliche Tochter mit einer ihrer traurigen Gefährtinnen in eine dieser Wirtschasten. Ihr Blick fiel auf das kleine Bild an der Wand.„Die sieht aus wie meine Mutter!“ rief sie erstaunt und prüfte die Züge genauer. Unter dem Bilde standen einige Worte. Ach, sie waren von der Mutter selbst ge⸗ schrieben und hießen:„Marie, ich liebe dich noch immer!“ Das war zu viel! Das hatte sie nicht erwartet, vielmehr Verachtung und Haß. Der Gedanke, daß die Mutter hier gewesen sei, um die Verlorne in den Schlupfwinkeln der Sünde aufzu⸗ suchen und heimzuführen, überwältigte sie. Sie dachte nun zurück an ihre glückliche Kindheit, an ihrer Mutter Gebete, Lehren und Tränen. Sie seufzte:„Ach, wo bin ich hingekommen? Soll ich wieder heimkehren? Wie wird man mich zu Hause empfangen? Doch die Worte:„Marie, ich Liebe dich noch immer“ trugen den Sieg davon. Ihr Herz war gewonnen; sie machte sich los von ihren Ge. nossinnen und kehrte heim.
Geliebter Leser, der du noch nicht des HErrn Eigentum bist, rührt dich nicht die Liebe dieser Mutter? Aber was ist sie im Vergleich zu der Liebe Gottes, geoffenbart in Jesu Christo, dem Gekreuzigten? Nur ein Fünklein von der Liebesglut, die auf Golgatha brennt. Dort hat Gott auch dir Sein Bildnis gegeben, über dem les bar geschrieben steht:„Ich liebe dich noch immer!“ Sage, was müßte dein Gericht sein, wenn du solche Liebe gering achtest, dieses Heil verschmähst oder doch versäumst? Es gibt eine Frage, die man weder im Himmel noch auf Erden noch unter der Erde beant⸗ worten kann, sie heißt:„Wie wollen wir ent— fliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht
G. St
achten?“
Der Aussatz.
Im Mittelalter war der Aussatz unter allen europäischen Völkern verbreitet. Auch in Deutsch⸗ land galt der Aussätzige für bürgerlich tot, er wurde von dem Priester durch eine Totenmesse dem Elend geweiht; bei dieser Feierlichkeit wurde eine Schaufel Erde auf seine Füße geworfen, das Sinnbild des Begräbnisses. Bei allen größeren Städten gab es Aussätzigenasyle. Die Dörfer brachten ihre Kranken in Feldhütten unter. Sie mußten schwarze Gewänder


