Glauben an unseren HErrn Jesum Christum, von Tod und Leben, Finsternis und Licht, Ver⸗ dammnis und Seligkeit redete, und unter dem Hören des Wortes tat ihr der HErr das Herz auf, daß sie verstehen und erfassen konnte, was von Paulus geredet war.
O daß alle die Hörer des Wortes Gottes so weit kommen möchten!
Nachdem die Lydia ein Kind Gottes geworden war, lud sie die Boten Christi ein, in ihrem Hause Quartier zu nehmen. 5
In ihrer Herzensfreude will sie nun dem HErrn auch dienen, indem sie Seinen Knechten dient. Sie nötigt den Paulus und seine Genossen, teils um ihren Dank damit zu bezeugen, teils um im täglichen Umgang mit diesen Gottesmännern für sich und ihr Haus noch mehr Segen zu empfangen.
„O selig Haus, wo man Dich aufgenommen, Du wahrer Seelenfreund, HErr Jesu Christ; Wo unter allen Gästen, die da kommen, Du der gefeiertste und liebste bist;
Wo aller Herzen Dir entgegenschlagen
Und aller Augen freudig auf Dich seh'n, Wo aller Lippen Dein Gebot erfragen
Und alle Deines Winks gewärtig stehn!“
Noch mehr trug sich zu in Philippi. Paulus und Silas wurden um des Evangeliums willen ge— fangengesetzt. Doch mitten in der Nacht stimmen sie ein Loblied an, zur größten Verwunderung des Kerkermeisters. Im stillen beobachtet dieser den Paulus, und ein tiefes Staunen durchzieht seine Seele über diesen wunderbaren Mann. Das Wesen des Paulus, seine ganze Persönlichkeit ist ein Be⸗ weis, daß er errettet ist von der Furcht des Todes, von der Eigenliebe, von sündlicher Erregung, und solch ein Mensch ist vor anderen ein Wunder und bringt sie innerlich zum Fragen.
Nein, da waren doch alle früheren Gefangenen anders gewesen, keiner hatte so herzlich und ein⸗ dringlich gebetet, keiner solche Liebe ausgestrahlt, keiner Gott gelobt trotz harter Behandlung. Ein leises Beben fühlt er erst, dieser rauhe Mann, aber stärker und stärker wird es, je mehr er den Gebets⸗ worten, dem Freudenlied des Gefangenen louscht; nein, es erzittern nicht nur die Grundfesten des Kerkers, die Fundamente seiner alten Selbstgerechtig⸗ keit werden erschüttert. In seiner Seele tun sich Türen für göttliche Eindrücke auf, in seinem Herzen lösen sich Riegel und Bande. Da fährt er auf, fordert Licht, nicht nur irdisches, nein, göttliches, und das Licht, das ihn durchdringt, zeigt ihm, wie elend und sündhaft er selbst ist im Vergleich mit solchen Gottesmenschen. Ja, die nächste Wirkung ist wohl Verzweiflung; er fordert ein Schwert und will sich das Leben nehmen. Und dann, sie sind ja noch da, die freien, die göttlichen Menschen, denen er so unrecht getan. Sie wissen vielleicht einen Weg der Rettung. Da geht es durch tiefe Beugung, jetzt in den Staub mit aller eignen Vortrefflichkeit und allen
irdischen Vorzügen. Er sinkt nieder und sagt:„Was soll ich tun, daß ich selig werde?“
Die Antwort ist klar und bestimmt:„Glaube an Jesum, den Erretter!“ Er glaubt an Jesum, hat Grund unter den Füßeu, hat Licht, wird still und froh.
Die bedeutsame Frage für dich, teurer Leser, ist die, ob du auch eine Bekehrung durchlebt hast. Ob deine Erfahrung mit der der Lydia oder des Kerkermeisters am meisten verwandt ist, tut nichts
zur Sache. Es handelt sich darum, ob du als ver⸗
lorner Sünder zu Jesu gekommen bist. O. D.
2
Der lebendige Glaube.
Gibt es denn auch einen toten Glauben? O ja! Und welcher wäre das? Das ist derjenige, der kein geistliches und ewiges Leben wirkt. Doch wir müssen uns näher erklären.
Denke dir einen Menschen, der jeden Tag eine Weile vor dem Schaufenster eines Bäckers oder Metzgers steht und sich das Brot und Fleisch be— sieht, aber nie davon nimmt und ißt. Oder stell dir einen Gelehrten vor, der von morgens bis abends in seinem Laboratorium sitzt und die Lebensmittel auf ihre chemische Zusammensetzung untersucht, aber nie etwas zu sich nimmt. Wird ein solcher Mann Kraft und Leben erhalten? Nein! Nur die Speise, die man nimmt und ißt, kaut und verdaut, gibt
Blut und Leben. So ist's auch mit dem Glauben
an das Wort Gottes, dieses Brot des geistlichen und ewigen Lebens. Da sind viele, die haben es von Jugend auf gelernt, oft gelesen, alle Sonntage gehört, und sie halten alles für richtig, stimmen allem zu. Sie sagen:„Ja, wir sind Sünder; aber Gott ist gnädig und vergibt uns; Jesus ist für un am Kreuze gestorben, wir sind erlöst und werden auch einmal in den Himmel kommen.“ Solche Leute bemühen sich, ihre„religiösen Pflichten“ zu erfüllen,
auch einen ehrbaren Lebenswandel zu führen, und
somit halten sie sich für„gute Christen“. Sie haben viel Religion; aber es ist alles nur angelernt Theorie, nur äußerliche Formsache. In ihrem Inner
haben sie nichts davon, da bleiben sie die alten; iht
Herz und Wesen bleibt unverändert: selbstsüchtig und selbstgerecht, hochmütig und ehrsüchtig, liebeleer und friedelos, geistlich tot. Und Gottes Urteil lautet:„Dies Volk naht sich zu Mir mit seinen Munde und ehrt Mich mit seinen Lippen, aber iht Herz ist fern von Mir.“(Jes. 29, 13.) Das ist der tote Glaube.
Der lebendige Glaube wirkt Leben, nämlich inneres, geistliches, ewiges Leben. Solches Leben it
aber nur in Jesu, dem Sohne Gottes, der von Si
sagt:„Ich bin der Weg, die Wahrheit und 5 f Leben.“(Joh. 14, 6) Der lebendige Glaube it
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