Ausgabe 
14.9.1919
 
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dich, diese lästigen Gedanken abzuschütteln? So wichst du dem Schnitt des großen Gärtners aus. Dann warf Er dich aufs Krankenbett, du warst dem Tode so nahe, so nahe! Gott setzte das Messer an, um den tiefen, entscheidenden Schnitt zu tun; dann aber kam langsam die Genesung, und so schnell wie möglich versuchtest du den Ernst deiner Lage zu vergessen.

Jetzt, da dieses Blättchen in deine Hände kommt, versucht Gott es noch einmal mit dir. Sag, willst du Ihm wieder davonlaufen? O laß dich verpflanzen, laß dir ein neues Leben schenken, das ist meine Bitte an dich. Weißt du, wie du es bekommst? Einzig und allein durch Jesum. Jesus, heute von Tausen⸗ den verworfen und verspottet, ist und bleibt dennoch der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch Ihn. Ach, vielleicht ist dir die Botschaft von Jesu gleichsam ein Mär⸗ lein, du dünkst dich zu aufgeklärt, um so etwas noch zu glauben. So denken Tausende und aber Tausende mit dir. Laß mich nur eins darauf erwidern: Wirkliches Wissen führt zur Erkenntnis, daß wir Menschen wenig, ja gar nichts wissen. Das haben gewissenhafte Gelehrte offen und frei zugegeben. Deshalb möchte ich es dir noch ein⸗ mal ans Herz legen, dich doch mit Jesu bekannt zu machen, denn ohne Begegnung mit Ihm kannst du niemals selig werden; darum möchte ich es dir mit einem glühenden Stift ins Herz einbrennen:

Schaffe, daß du selig wirst, mit Furcht und Zittern. H.

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Zlmkehren! Wenn ihr umkehrtet und still bliebet, so würde euch geholfen. Jes. 30, 15.

Dieses alte Prophetenwort möchte man jetzt unserem so sehr verirrten, so tief gefallenen und so hart geschlagenen deutschen Volke ins Herz hinein⸗ rufen. Zwar ist zu fürchten, daß auf die weitaus größte Zahl die Fortsetzung zutreffen wird:Aber ihr wollt nicht. Doch wenn auch leider unser Volk als Ganzes jetzt dem Verderben entgegenzueilen scheint, sollten darum nicht da und dort noch einzelne sich finden, die für Gottes Wort offen sind und sich gern zur Umkehr rufen lassen, und sollten sie dann nicht inmitten der Not und Verderbnis noch Hilfe erfahren nach außen und innen?

Wenn einer merkt, daß er irregegangen ist und umkehren muß, so wird er zunächst einmal stillstehen, sich besinnen und orientieren. Vom verlornen Sohn im Gleichnis(Luk. 15) lesen wir, nachdem er all sein Gut und Glück im Sündenleben verloren hatte und nun in Hunger und Elend saß:Da schlug er

in sich, oder genauer: Da kam er zu sich. Er wurde endlich einmal still und nachdenklich; er kam

zur Besinnung und Selbsterkenntnis. Und da fiel ihm beides schwer aufs Herz, seine Sünde und sein Elend! O möchten doch recht viele in unserem Volke zu solchem Stillstehen und Selbstbesinnen kommen!

Der Selbstbesinnung des verlornen Sohnes folgte der Entschluß:Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen! Dem Entschluß folgte die Tat. Und damit war seine

Rettung entschieden. Sein Entschluß und die

entsprechende Tat hätten freilich auch anders aus, fallen können, schlimmsten Falles so, daß er seinem

elenden Leben durch Selbstmord ein Ende gemacht hätte. Was war es, das ihn vor solcher Verzweiflung

bewahrte? Er gedachte des Reichtums und gewiß auch der Liebe und Güte seines Vaters(Luk. 15, 17),

und das zog ihn heim. In seinem Herzen klang

es:Komm heim, komm heim, bei dem Vater ist' gut! Er wurde nicht enttäuscht. Im Gegenteil! Was der Vater ihm an Liebe entgegenbrachte, über⸗ traf weit, weit seine höchsten Erwartungen. Nicht Tagelöhner, wie er meinte, nein, Sohn durfte er wieder sein, geliebter, hochgeschätzter und reicher Sohn!

Sieh, lieber Leser, das nennt die BibelBe kehrung. Sich auf sich selbst besinnen, zur Er⸗ kenntnis seines Elends und seiner Verlorenheit

kommen! Dann aber nicht verzweifeln, sondern im

Vertrauen auf die Liebe des himmlischen Vaters, von dem der Vater im Gleichnis ein Abbild ist, und im Vertrauen auf die Gnade Jesu, des Er⸗ retters und Heilandes, den festen Entschluß fassen: Ich will umkehrenz ich will der Einladung Jesu folgen, will zu Ihm kommen, mich waschen und er

neuern lassen, will ein Jünger Jesu, ein Kind Gottes

werden!

warmes, vergebendes und unendlich liebendes Herz

finden. Der Sohn Gottes wird dich aufnehmen

wie einen Bruder! Der himmlische Vater wird dich als Sohn und Erben anerkennen!

Der Kern der Bekehrung ist also der Ent

schluß zur Umkehr. Es gilt umzukehren au

dem Irrtum und Betrug zur Wahrheit und Wahr.

haftigkeit, aus der Finsternis ins Licht.Ist! recht, daß ein Mensch Gott täuscht, wie ihr Mich

täuscht? Ihr täuscht Mich allesamt. Darum seid ihr auch verflucht.(Mal. 3, 7 12.) O wieviel

Täuschung durch fromme Gewohnheiten, Gebete und Lieder,gute Werke usw.!

Umkehren von den Abgöttern zu Gott,

(1 Thess. 1, 9.) Das brauchen keine heidnischen

Götzenbilder zu sein. Es sind dieGötzen des Herzens(Hes. 20, 16), d. h. die Dinge, an denen das Herz hängt, mehr hängt als an Gott, sei es

Wenn du zu solchem Entschluß kommst und ihn auch ausführst, dann wirst du offene Arme und ein

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