bil. r Kun schhet abe de Cohn ur u. n. 8 isch N Lahn zu ein zwischen u Ela chat rer N Und l her Uh tigleln 9g, ennbae g klin dt.. chl, N en. M tes M 10 Ee g Zee gen l. ellen. 5, N. all de lil 10 fie be N bel 0 5 die 1
—
— p—
Wiss enistsnacht
öchentliche Beilage der Oberhessischen Volkszeitung
Nummer 51 0
Dienstag, den 25. März 1915
„Mein Selbstgeunß“.
Von Karl Marx. (Unvecöffentlichtves aus dem Nachlaß.) Vorbemerkung.
Der Brüsseler Aufenthalt von Marx und Engels(1845—1847) wurde von den beiden Freunden dazu benutzt, die wissenschaftliche Grundlage ihrer Theorie auszuarbeiten. Es geschah dies vor⸗ nehmlich in kritischen Abhandlungen wider die halb oder ganz auf bürgerlichem Boden stehen gebliebenen Vertreter des radikalen Junghegelianismus. Diese Abhandlungen sind Kollektivarbeit, bei der sich nicht mehr seststellen läßt, wieviel von jeder auf das Konto von Marx und wieviel davon auf das Konto von Engels zu setzen ist. Nur soviel ist mit Sicherheit anzunehmen, daß, wo die Philo⸗ sophie in Frage kommt, Marr der durchgebildetere Philosophe von Fach war, als der Hauptverfasser angesehen werden muß.
Eine der intereffautesten der bezeichneten Abhandlungen ist die Streitschrift gegen Mar Stirner, dessen Buch„Der Einzige, und sein Eigentum“ 1845 erschienen war und großes Aufsehen gemacht hatte. Radikaleres über die Stellung des Menschen in Natur und Gesellschaft schien noch nie gesagt worden zu fein. Alle bisher hoch⸗ gehaltenen Ideen und Begriffe wurden von Stirner mit unbarm⸗ herziger Logik zerpflückt und als etwas, dem Menschen als Persön⸗ lichkeit Jenseitiges, als„heilig“ verhöhnt. Stirner ließ nur das Ich als maßgebend gelten. Der Mensch als„Einziger“ — im Grunde nur ein auderes Wort für Persönlichkeit— solle nichts über sich und seine Eigenheit gelten, nur von ihr die Maß⸗ stäbe seines Verhaltens zu anderen bestimmen lassen. Es war eine Auflehnung gegen den Kultus der ideologischen Begrisse, die in vielem das Richtige traf, aber insolge von Ignorierung der Fäden, welche das Individuum mit der Gruppe und der Allgemeinheit verbinden, notwendig zu unhaltbaren Konsequenzen treiben mußte.
Mit derselben Unbarmherzigkeit, die Stirner der überlieferten Ideologie gegenüber walten ließ, geht Marr— oder Marx⸗Engels — gegen Stirner ins Feld. Mit ätzendem Spott wird entwickelt, daß Stirners„Einzigkeit“ selbst etwas Kouftruiertes, selbst jen⸗ feitig ist und daher erst recht die Bezeichnung„heilig“ verdient. Außerdem wird nachgewiesen, daß seine fortgesetzte Berufung auf den gesunden Menschenverstand Stirner zu den wissenschaftlichen unhaltbarsten Vorstellungen und Behauptungen verleitet, daß sie ihn, wo es sich um die Erklärung naturgeschichtlicher und sozialer Erscheinungen handelt, auf eine Stufe mit dem täppischen Begleiter des Don Quixote, dem platten Baller Saucho Pansa bringt. Ab⸗ wechselnd wird Stirner daher der„heilige Max“ und„unser Sancho“ genannt.
Ein Teil der Abhandlung, die auch als Ganzes den Titel der heilige Max führt, ist in den Jahrgängen 1903 bis 1905 der„Doku⸗ mente des Sozialismus“ verössentlicht. Im solgenden geben wir ein Kapitel aus ihrem Schlußabschnitt, das auch ungeschulte Leser mit Vergnügen und Frucht genießen werden. An Stirners Genuß⸗ theorie wird mit vielem Wig nicht nur deren Zerfahreuheit, son⸗ dern auch das Falsche aller Genußtheorien aufgedeckt, die von den geschichtlichen Umständen und namentlich auch den Klassenunter⸗ schieden und Klassenzuständen absehen. Es ist ein interessantes
Beispiel dafür, wie Marx⸗Engels in jener Frühepoche ihres Schaffens die materialistische Geschichtsbetrachtung angewendet
wissen wollten.
Die Philosophie, welche das Genießen predigt, ist in Europa so alt wie die cyrenäische Schule. Wie im Alter⸗ tum die Griechen, sind unter den Neueren die Fran- zosen die Matadore in dieser Philosophie, und zwar aus demselben Grunde, weil ihr Temperament und ihre Gesell⸗ schaft sie am meisten zum Genießen befähigte. Die Philo⸗ sophie des Genusses war nie etwas anderes als die geistreiche Sprache gewisser zum Genuß privilegierter gesellschaftlicher Kreise. Abgesehen davon, daß die Weise und der Inhalt ihres Genießens stets durch die ganze Gestalt der übrigen Gesellschaft bedingt war und an allen ihren Widersprüchen litt, wurde diese Philosophie zur reinen Phrase, sobald sie einen allgemeinen Charakter in Anspruch nahm und sich als die Lebensanschauung der Gesellschaft im ganzen proklamiert.
Eduard Bernstein. 6
* Zabrgang
schen Beschönigung der vorhandenen Gesellschaft, oder sie schlug in ihr Gegenteil um, indem sie eine unfreiwillige Eskese für Genuß erklärte.
Die Philosophie des Genusses kam auf in der neueren, Zeit mit dem Untergange der Feudalität und der Umwand⸗ lung des feudalen Landadels in den lebenslustigen und ver⸗ schwenderischen Hofadel unter der absoluten Monarchie. Bei diesem Adel hat sie noch mehr die Gestalt unmittelbarer naiver Lebensanschauung, die ihren Ausdruck in Memoiren, Gedichten, Romanen usw. erhält. Zur eigentlichen Philosophie wird sie erst unter den Händen einiger Schriftsteller der revo⸗ lutionären Bourgeoisie, die seinerseits an der Bildung und Lebensweise des Hofadels teilnahmen und andererseits die auf den allgemeineren Bedingungen der Bourgeoisie be⸗ ruhende allgemeinere Anschauungsweise dieser Klassen teilten. Sie wurden deshalb von beiden Klassen, obwohl von ganz verschiedenen Gesichtspunkten aus, akzeptiert. War beim Adel diese Sprache noch ganz auf den Stand und die Lebens— bedingungen des Standes beschränkt, so wurde sie von der Bourgeoisie verallgemeinert und an jedes Individuum ohne Unterschied gerichtet, so daß von den Lebensbedingungen, dieser Indipiduen abstrahiert und die Genußtheorie dadurch in eine fade und heuchlerische Moraldoktrin verwandelt wurde. Als die weitere Entwicklung des Adels gestürzt und die Bourgeoisie mit ihrem Gegensatz, dem Proletariat, in Konflikt gebracht hatte, wurde der Adel devot-religibs und die Bourgeoisie feierlich moralisch und streng in ihren Theorien, oder verfiel in die oben angedeutete Heuchelei, obwohl der Adel in der Praxis keineswegs aufs Genießen verzichtete und der Genuß bei der Bourgeoisie sogar eine offizielle ökonomische Form annahm— als Luxus.
Der Zusammenhang des Genießens der Individuen jeder Zeit mit den Klassenverhältnissen und den sie erzeugenden Produktions- und Verkehrsbedingungen, in denen sie leben, die Borniertheit des bisherigen, außer dem wirklichen Lebens⸗ kinhalt der Individuen und zu ihm im Gegensatz stehenden Genießens, und der Zusammenhang jeder Philosophie des Genießens mit dem ihr vorliegenden wirklichen Genießen und die Heuchelei einer solchen Philosophie, die sich an alle Individuen ohne Unterschied richtet, konten natürlich erst aufgedeckt werden, als die Produktions⸗ und Verkehrsbedin⸗ gungen der bisherigen Welt kritisiert werden konnten, d. h. als der Gegensatz zwischen Bourgeoisie und Proletariat kom- munistische und sozialistische Anschauungen erzeugt hatte. Damit war aller Moral, sei sie Moral der Askese oder des Genusses, der Stob gebrochen.
Unser fader, moralischer Sancho glaubt natürlich, wie aus dem ganzen Buch hervorgeht, es komme nur auf eine ihm neu scheinende Lebensanschauung, auf das„sich⸗aus⸗dem Kopf⸗ schlagen“ einiger„fixen Ideen“ an, damit alle ihres Lebens froh werden, das Leben genießen können. Das Kapitel vom Selbstgenuß könnte also höchstens unter einer neuen Etikette dieselben Phrasen und Sentenzen wiederbringen, die er schon so oft sich den„Selbstgenuß“ machte uns zu predigen. Das einzig Originelle darin beschränkt sich auch darauf, daß er allen Genuß verhimmelt und philosophisch verdeutscht, indem er ihm den Namen„Selbstgenuß“ gibt. Wenn die französische Genußphilosophie des achtzehnten Jahr⸗ hunderts wenigstens ein vorhandenes heiteres und keckes Leben in geistreicher Form schilderte, so beschränkt sich Sanchos
Sie sank hier herab zur erbaulichen Moralptedigt, zur sophisti⸗
ganze Frivolität auf Ausdrücke wie„Verzehren“ und„Ver⸗
*
———
——
7
7
5
„ 2
——
rr


