höne Formen wie farbenfreudige Töne aufweisen. Mehr noch als erreich tritt darin Dänemark hervor.

Eine besondere Halle hat sich Spanien geleistet, doch ist diese was monoton, wenn auch nicht uninteressant,— läßt doch Spanien varin seinen ganzen Reichtum an edlen Weinen aufmarschieren, ßerdem auch seine Luxusindustrie(Steingutwaren, Schmuck— achen) mit ihren besten Schöpfungen antreten.

Elektrische Riesenmaschinen.

Die Tendenz zum Großbetrieb, die unser ganzes wirt— schaftliches Leben beherrscht, äußert sich besonders stark in der Entwicklung der Elektrizitätswerke, wie überhaupt aller maschineller Anlagen. Die großen Elektrizitätswerke, die in den letzten Jahren entstanden sind, sallen zwar dem Publikum weniger in die Augen, als etwa ein Warenhaus oder ein Ozeandampfer; sie sind aber darum nicht minder bedeutend. In ihrer stillen Arbeit wirken sie auf das gewerbliche Leben kef umgestaltend ein.

Die Maschinen, welche in den Zentralen die elektrische Energie erzeugen, sind im Laufe der Jahre ständig an Leistungsfähigkeit gewachsen. Während noch vor wenigen Jahren eine Maschine, die 10 000 Pferdestärken leistete, die Aufmerksamkeit der Fachleute erregte, werden heute schon Maschinen gebaut, die im normalen Betrieb 25000 PS leisten, und die vorübergehend auf 30—35 000 PS überlastet werden können. Solche Maschinen sind in einigen Exemplaren von der Allgemeinen Elektrizitäts⸗Gesellschaft in Berlin, der Brown, Boveri u. Co. Akt.⸗Ges. in Mannheim, den Siemens⸗Schuckert⸗Werken in Berlin und anderen gebaut worden. In Deutschland laufen derartige Maschinen bereits in den Zentralen der Berliner Elektrizitätswerke, der Ober⸗ schlesischen Elektrizitätswerke in Gleiwitz, des Rheinisch-West⸗ fälischen Elektrizitätswerks in Essen und des Elektrizitäts⸗ werks„Mark“ in Hagen. Um von der Leistungsfähigkeit diefer Riesenmaschinen eine Vorstellung zu geben, sei be— merkt, daß mit einer einzigen solchen Maschine jährlich etwa 60—65 Millionen Kilowattstunden erzeugt werden können, das ist ungefähr soviel, wie in den Elektrizitäts⸗ werken der Städte Frankfurt, Offenbach, Hanau, Darmstadt, Wiesbaden und Mainz zusammen jährlich erzeugt werden. Natürlich ist die Entwicklung dieser Risenmaschinen nicht lbgeschlossen. Es steht vielmehr zu erwarten, daß noch immer größere Typen herausgebracht werden. Die hierbei zu über— windenden Schwierigkeiten liegen übrigens weniger in der Fabrikation, d. h. in der Werkstatt⸗Technik, als vielmehr in dem Versand der Maschinen. Es lassen sich nämlich auf der Eisenbahn nur Stücke versenden, die in ihrem Gewicht wie in ihren Dimensionen gewisse Maße nicht überschreiten. Durch Unterteilung der allzu großen Stücke und durch Ver— wwendung von Spezialwagen für den Transport sucht man diesen Schwierigkeiten zu begegnen.

ö Wie jeder technische Fortschritt nicht bloß Gutes, sondern auch mancherlei Schädliches im Gefolge hat, so ist auch das Auftreten der elektrischen Groß⸗Kraftmaschinen von zer⸗ störenden Wirkungen begleitet, indem es die vor⸗ handenen maschinellen Anlagen der kleineren Elektrizitäts— werfe entwertet. Eine erhebliche Anzahl von Elek— krizitätswerken hat in den letzten Jahren die eigene Strom⸗ erzeugung bereits aufgegeben und sich an die im Entstehen begriffenen Groß⸗Kraftwerke angeschlossen; der größte Teil der heute noch selbständigen Betriebe wird ihnen im Laufe der nächsten Jahre folgen und ihre Kraftstationen stillegen müssen. Welche Verluste an Nationalvermögen dies bedeutet, wird klar, wenn man erwägt, daß zur Zeit in den öffentlichen Elektrizitätswerken Deutschlands rund Milliarde Mark investiert ist(nur in den Zentralen, unter Ausschluß der Leitungsanlagen). Rechnet man, daß hiervon ilwa zwei Drittel verloren gehen, so bedeutet das 6700 Millionen Mark, die in den nächsten Jahren abgeschrieben bberden müssen. Das ist, bezogen auf die gesamte deutsche Volkswirtschaft, nicht viel, aber in mancher Kommune, be— vnders in solchen, deren finanzielle Verhältnisse nicht Aänzend sind, wird die Lösung dieses Problems noch viel

Demonstrationen als Kampfmitttl.

Liberale politische Massendemonstrationen im Rheinlande in vor ⸗ märzlicher Zeit und während der Konfliktsperiode. II.

Kaum hatten eine größere Anzahl Arbeiter am 3. März 1848 auf dem Kölner Rathause für demokratische und sozialistische For— derungen demonstriert, da vereinten sich die Hauptfinanzmänner der 1843 unterdrückten Rheinischen Zeitung, unter Hinzuziehung des Regierungspräsidenten, um Pläne gegen das in Sicht stehende allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht zu schmieden. Sie wur— den dann Minister und halfen der Reaktion wieder in den Sattel Es waren dies die Camphausen, v. Beckerath, Mevissen und Hansemann, die jedoch zur Belohnung einer nach dem andern sehr bald wieder kalt gestellt wurden. Andere Mitarbeiter der Rheini⸗ schen Zeitung gründeten die Demokratische Gesellschaft und be— teiligten sich mit Marx und Engels an der Herausgabe der Neuen Aheinischen Zeitung, die mit denselben Lettern, womit der ver— flossene Rheinische Beobachter hergestellt worden war, eine Zeit— lang gedruckt wurde. Auch die„Demokratische Gesellschaft“, der „Verein für Arbeitgeber und Arbeitnehmer“ und der„Arbeiter— verein“ hielten gemeinsame Demonstrationen auf dem Franken— platz und auf der Worringer Heide zur Erlangung größeren poli— tischen Einflusses ab.

Als die Reaktion wieder völliges Oberwasser hatte, wurde be— kanntlich die„Versammlung zur Vereinbarung der preußischen Verfassung“ auseinandergejagt und später das Dreiklassenwahl⸗ recht oktroyiert. Aber auch die in dieser Verfassung enthaltenen winzigen Rechte wurden in der Konfliktsperiode der 1860er Jahre, unter dem Ministerium Bismarck, buchstäblich mit Füßen getreten. Regierungspräsidenten, Landräte und andere staatliche Würden— träger wetteiferten miteinander in der Beeinflussung und Ein⸗ schüchterung der Wähler. Die Beamten wurden mit Disziplinar⸗ verfahren und Amtsentsetzung bedroht, falls sie nicht im Sinne der Regierung wählten. Das Regierungspräsidium von Koblenz richtete ein Reskript an die Landräte, wovon die erforderliche An— zahl Exemplare zur Mitteilung an die Herren Schul⸗Inspektoren, Bürgermeister, Kommunal-Oberförster und Steuerempfänger bei⸗ gesügt waren, worin es unter anderm hieß:

„Es ist wünschenswert, daß sämtliche Beamten in offizieller Weise von dem Inhalte der Allerhöchsten Ordre vom 7. April dieses Jahres(1863) in Kenntnis gesetzt werden, in welcher Seine Majestät der König sich dahin ausgesprochen haben:

Daß Allerhöchstdieselben sich der Wahrnehmung nicht hätten verschließen können, daß viele mittelbare und unmittelbare Staatsbeamten sich der Opposition gegen Seiner Majestät Re⸗ gierung angeschlossen und statt letztere zu unterstützen, ihr sogar Schwierigkeiten bereitet hatten. Das Wohl des Vaterlandes erfordere gebieterisch, daß solchen, mit der Aufgabe königlicher Beamter unverträglichen Bestrebungen mit allen Mitteln, welche die Lage der Gesetzgebung zulasse, entgegengetreten und die not⸗ wendige Einheit aller Regierungsorgane mit vollem Nachdruck angestrebt werde.

Wir ersuchen Ew. Hochwohlgeboren, dafür Sorge zu tragen, daß keiner der Ihrer Aussicht anvertrauten, sowohl unmittel⸗ baren als mittelbaren Beamten über die Intentionen Sr. Maje⸗ stät des Königs im Unklaren gelassen werde, indem wir gleich⸗ zeitig darauf aufmerksam machen, daß wir von sämtlichen be- treffenden Ressort-Ministern angewiesen worden sind, nach den oben ausgesprochenen Grundsätzen mit Strenge zu verfahren.“

Wie strenge die Landräte dem Reskript der Regierung nach— kamen, geht unter anderm daraus hervor, daß— wie im Abge⸗ ordnetenhause mitgeteilt wurde— der Landrat des Kreises Saar⸗ brücken die Bürgermeister von St. Johann und Saarbrücken in sein Amtslokal einlud und ihnen eröffnete, daß er— der Landrat — als Kandidat der Regierung für das Abgeordnetenhaus vorge⸗ schlagen sei. Er beabsichtige nicht, in dieser Stellung einen Ein⸗ fluß ausüben zu wollen, doch sei es seine Pflicht, sie darauf auf⸗ merksam zu machen, wenn sie in ihrem Amte bleiben wollten, sie die Verfügungen des Ministers zu befolgen und sich die desfall⸗ sigen Instruktionen zu erbitten hätten.

Der Polizeipräsident von Berlin erklärte:

„Es darf kein Zweifel darüber herrschen, daß die königlichen Staatsbeamten in den Fragen, welche jetzt unser Vaterland be⸗ wegen, fest auf seiten der Staatsregierung zu stehen und auch bei den Wahlen nur in diesem Sinne sich zu beteiligen haben.“

Gegen die Bearbeitung der abhängigen Staatsbeamten fand damals das Bürgertum noch kräftige Worte.

„Der Wähler wird mit Drohungen bestürmt— so führte Schulze⸗Delitzsch am 28. November 1863 im Abgeordnetenhause aus— durch Androhung von Schäden und Angebot von Vor⸗ teilen. Da handelt es sich um vexschiedene gewerbliche Konzes⸗ sionen, da werden Lieferungsverträge mit Behörden in Aussicht gestellt oder zurückgezogen— wer könnte nicht spezielle Fälle davon aufführen?(Zustimmung von allen Seiten.) Sie sinbd uns allen nahe genug getreten. Ich will nicht bis auf alle die kleinlichen Geschichten heruntergehen—— mir ist diese Sache und Debatte hier viel zu ernst dazu. Nun, m. H., worauf speku. liert man, um die Dinge durchzubringen, worauf rechnet man, wenn man sich einen Erfolg solcher Mittel verspricht? Auf alles

Nopfzerbrechen verursachen. 1

Niedrige und Gemeine in der menschlichen Natur.(Stürmische

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