rege ward; bald würde dle Armee nur noch elnen regellosen den. Zuchtlosigkeit und Ungehorsam ergriffen auch dle, he noch bel ihren Fahnen waren. Die Straße bot bald einen lichen Anblick dar. Sie war mit Leichnamen von Menschen und Pferden Übersät und von einer Menge Unglücklicher bedeckt, die kaum noch sich fortschleppen konnten, indeß andere— gepeinigt von Dunger, Strapazen, Siechtum und Wunden— stöhnend ihren Geist aufgaben.“ Mitte November, als plötzlich ein Kosakenschwarm in die Biwals der Garden eindrang, löste selbst diese Truppe eine jähe Panik auf. In jenem Augenblick trat Napoleon unter die Fliehenden und hielt dlese Ansprache:
„Greuabiere meiner Garde! Ihr seht die Auflösung meiner Urmee! In unglücklicher Verblendung werfen die meisten Soldaten shre Waffen weg! Folgt Ihr diesem verderblichen Beispiele; dann ist jede Hoffnung dabin! Auf Euch ruht die Rettung der Armee!
werdet mein Vertrauen rechtfertigen! Nicht blos die Offiziere
müssen eine strenge Zucht handhaben; die Soldaten selbst mülssen sich wechselseitig überwachen; ste müssen das Strafrecht üben fiber alle die, welche ihre Reihen verlassen.“ 8 Da schlugen die Grenadiere, so berichtet General Rapp, an ihre Sewehre und rlefen: Vive IEmpereur! Die Garden rafften sich auf und marschlerten straff wie auf einer Parade, und die erstarr⸗ zen Musiker zwangen ihren verdorbenen Instrumenten das Lieb ab, das die Garde immer zum Slege geführt hatte:„Veillons au salut de Empire“, bie Wacht des Reichs.
Acht Tage später wird die Armee in die Katastrophe an der Beresina getrieben.
Wie sind die Sterne im Welteuraum verteilt.
f N ö Die Winternächte mit ihrem strahlenden Sternenglanz N lenken wie sonst keine Jahreszeit den Blick zum Himmel. 1 Wessen Gemüt könnte sich der stummen und doch so beredten N Rätselfrage entziehen, die da in diesen Massen unausdenk⸗ bar weit entfernter Sonnen und Himmelsnebeln flimmert! Unwillrürlich kehrt der Menschengeist bei diesem Anblick immer wieder zu dem größten Problem aller Astronomie: zur Frage nach der Endlichkeit und Struktur der Sternen⸗ welt zurück, die auch die Wissenschaft seit den ältesten Tagen beschäftigt hat. Gerade diese Frage steht aber auch im Vor⸗ ü 1 N ö b
dergrunde der gegenwärtigen astronomischen Forschung. Wie der Prager Himmelsforscher Prof. S. Oppen heim in seiner neuen Studie über die Probleme der modernen Astronomie(Leipzig 1912) ausführt, scheint nun endlich die wahre Verteilung der Sterne im Weltenraum erkannt zu sein. Man war und ist derzeit meisthin noch der Ansicht, daß unser Sonnensystem zu der Milchstraße gehört und mit ihr zusammen eine linsenförmige Sternenhäufung bildet. So wie sich alle Planeten in einer Hauptebene und der Ekliptik bewegen, so gibt es eine solche auch für die ganze Sternen⸗ welt, in der sich die Sterne vorzugsweise bewegen, Dies ist die Milchstraße. f Aus den unendlich mühsamen Zählungen und Berech- mungen des Münchener Astronomen Seelinger hat sich nun neuestens gezeigt, daß diese Ansicht nur in einem ge— wissen Sinne zu recht besteht. Tatsächlich nehmen, nament⸗ lich die kleineren Sterne(jene der Größe 6—9) mit der An— näherung an die Milchstraße ständig an Zahl zu. Die Milch⸗ straße ist also keine bloß durch Perspektive erzeugte, sondern eine wirkliche Anhäufung von Sternen, zu der allerdings auch wir gehören, da alle uns als einzelne Punkte am Himmel leuchtenden Sterne ein einziges, einheitliches und endlich begrenztes System darstellen. Es ließ sich auch fest⸗ stellen, daß der Durchmesser dieses ellipsoidisch gestalteten Systems sich wie 2: 1 verhalten, wobei die läugste Achse vom Licht nur in 25 000 Jahren durchmessen werden kaun. Dies entspricht der unvorstellbaren Entfernung von 200 000 Billionen Kilometer. In einem Gleichnis ausgedrückt, stehen in diesem Weltraum die Sterne so verteilt, wie etwa Stednadelköpfe, die nach allen Seiten in dreißig Kilometer Entfernung von einander angeordnet sind. Z3u diesem einheitlichen Fixsternsystem gehören auch alle
alle zusammen deschreiben mit den Fixsternen zahllose kom⸗ plizierte Bewegungen, Bahnen, die scheinbar völlig regellos verlaufen. Erst allerneuestens hat nun der Kieler Astronom Kobold gezeigt, daß auch in dieser Gesetzlosigkeit eine ganz bestimmte Regel waltet, die am besten durch den Eindruck gekennzeichnet wird, daß es scheint, als ob das ganse Heer der Sterne aus zwei sich gegenseitig durchdringenden Schwär⸗ men bestehe.
Dies ist die Grundlage der gegenwärtig die Arbeiten der Sternkunde beherrschenden Theorie, daß diese zwei Schwärme die Aeste einer Spirale sind, in der sich die Sterne in entgegengesetzter Richtung von ihrem Zentrum wegbe geben. Da wir aber auf der Erde nicht im Mittelpunkt dieser Spirale, sondern auf einem seitlich gelegenen Beob- achtungsposten stehen, entsteht für uns die optische Täuschung zweier sich durchdringender Schwärme von Sternen.
Mit anderen Worten: anstelle des Seelingerschen ellip⸗ soischen Sternensystems, dessen Glied unser Sonnensystem ist, setzt die neueste Astronomie die Vorstellung von der spiraligen Struktur des ganzen Firsternhimmels. Und sie gibt sich dem Gedanken hin, daß diese Sternspirale, deren Bewegung der Milchstraße parallel verläuft, von unverstell⸗ barer Ferne aus gesehen, denselben Anblick bieten würde, wie für uns die Spiralnebel im Sternbild der Jagdhunde oder ein anderer der vielen bekannten Spiralnebel. Mög- licherweise sind diese besondere, von unserem Weltsystem völlig unabhängige Welten für sich, denen unsere„Welt“ eben auch nur als ein kaum sichtbares Pünktchen erscheint.
Aus unserer Sammelmappe.
Die vier Ueberplaneten. Es gibt eine Zone innerhalb des Son- densystems, in der es noch viele Planeten zu entdecken gibt, nämlich die der Asteroiden, von denen man jetzt schon mehrere Hundert kennt. Wegen ihrer Kleinheit legt man kaum noch ein besonderes Gewicht auf die Vermehrung ihrer Zahl. Dagegen wäre es von großem Juteresse, wenn sich Planeten in anderen Gegenden des Sonnensystems nachweisen ließen. Da die Astronomen schon seit so langer Zeit neuerdings auch mit den vollkommensten Hilfsmitteln den Himmel abgesucht haben, bleiben nur noch zwei Möglichkeiten dafür, daß solche Himmelskörper ihnen entgangen sein könnten, nämlich in der größten Sonnennähe und in der größten Sonnen⸗ ferne, also entweder noch innerhalb der Bahn des Merkur oder noch jenseits der Bahn des Neptun. Nach einem intramerkurlellen Pla- neten wird bei Gelegenheit von vollständigen Sonnenfinsternissen eifrig ausgeschaut, weil anzunehmen ist, daß er gewöhnlich von der Sonne überstrahlt wird und deshalb unsichtbar bleibt. Da man aber niemals einen solchen Körper gesehen hat, so ist die Hoffnung auf eine derartige Entdeckung ziemlich geschwunden, und es gibt unter den Astronomen nur noch wenige, die an das Vorhandensein von Planeten in größter Sonnennähe glauben. Anders steht es um die entgegengesetzte Vermutung, die sich schließlich auf die Existenz von transneptunischen Planeten richtet. Sie haben unter den lebenden Himmelsforschern einen sehr energischen Parteigänger, Professor Pickering, den Leiter der Harvard⸗Sternwarte. Er hat in dieser Hinsicht freilich bereits vor mehr als 30 Jahren einen Vor- läufer in dem englischen Astronomen Professor Forbes gehabt, der gleichfalls das Bestehen und sogar die annähernde Stellung eines Planeten jenseits der Neptunbahn voraussagte. Bekanntlich wurde der Neptun selbst auf Grund einer solchen Prophezeiung entdeckt. Ebeuso wie der Neptun aus den Störungen berechnet wurde, die sich in der Bahn der äußeren Planeten zeigten, so wird auch auf den noch unentdeckten Planeten aus Unregelmäßigkeiten in den Beweg⸗ ungen des Uranus und Neptun geschlossen. Professor Pickering nimmt danach zunächst einen großen transneptunischen Planeten an, der nur wegen seiner ungeheuren Entfernung von der Sonne wahr- scheinlich ein so lichtschwacher Himmelskörper ist, daß er auch dem bewaffneten Auge des Menschen bisher entgehen konnte. Außerdem
Kometen, Sternhaufen und Nebelmassen am Himmel. Sie
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würde das Vorhandensein eines Planeten in dleser Zone eine dessere
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